Die Olchis. Willkommen in Schmuddelfing - Erhard Dietl - E-Book

Die Olchis. Willkommen in Schmuddelfing E-Book

Erhard Dietl

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Beschreibung

Das muffelfurzteuflische Buch zum großen Olchi-Kinofilm! Als die Olchis mit ihrem Drachen Feuerstuhl auf dem Müllberg von Schmuddelfing einziehen, fühlen sie sich sofort muffelwohl. Wie herrlich faulig es hier duftet! Und so viel krötiges Essen überall! Nur leider möchte die Frau Bürgermeister, dass der Müllberg so schnell wie möglich aus ihrem Städtchen verschwindet. Mit dem Bauunternehmer Hammer schmiedet sie einen gemeinen Plan. Und schon rücken die Bagger an! Ob die Olchis zusammen mit ihren Freunden Max und Lotta ihr neues Zuhause retten können?

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Über dieses Buch

Als die Olchis mit ihrem Drachen Feuerstuhl auf dem Müllberg von Schmuddelfing einziehen, fühlen sie sich sofort muffelwohl. Wie herrlich faulig es hier duftet! Und so viel krötiges Essen überall! Nur leider möchte die Frau Bürgermeisterin, dass der Müllberg so schnell wie möglich aus ihrem Städtchen verschwindet. Mit dem Bauunternehmer Hammer schmiedet sie einen gemeinen Plan. Und schon rücken die Bagger an! Ob die Olchis zusammen mit ihren Freunden Max und Lotta ihr neues Zuhause retten können?

 

Das muffelfurzteuflische Buch zum Kinofilm mit vielen Filmbildern

1. Kapitel

Weißt du, wer die Olchis sind?

Olchis sind merkwürdige grüne Wesen mit Haaren so hart wie Draht und drei runden Hörnern auf dem Kopf. Mit diesen Hörhörnern hören sie die Ameisen husten und die Regenwürmer rülpsen.

Die Olchi-Familie hat sieben Mitglieder: Olchi-Mama und Olchi-Papa, Olchi-Oma und Olchi-Opa, die beiden großen Olchi-Kinder und das Olchi-Baby.

Und alle haben einen gesunden Appetit. Sie essen niemals etwas Frisches, denn frische Sachen schmecken ihnen nicht, sie bekommen davon überall bunte Flecken.

Viel lieber verdrücken sie alle Arten von Müll und Abfall. Ihre starken Zähne zerkleinern harte Ofenrohre, rostige Dosen, dicke Holzbretter, Glühbirnen, Nägel und Plastikflaschen. Besonders gern mögen sie Fischgräten, Schuhsohlen, alte Socken und Fahrradöl.

Die Olchis haben es gern, wenn es müffelt und stinkt. Dann recken sie ihre dicken Knubbelnasen in die Luft und atmen tief ein.

Sauberkeit ist für sie fast so schlimm wie Parfümgeruch. Vom Zähneputzen haben sie noch nie etwas gehört, und naturgemäß waschen sie sich nie. Wenn sie gähnen, stürzen schon mal die Fliegen ab, denn ihr Mundgeruch ist entsetzlich. Ihre olchigen Muskeln sind stark und hart wie Eisen. Die schwersten Kühlschränke und Heizkörper können sie hochstemmen, und einen Autoreifen schleudern sie locker 100 Meter weit durch die Gegend.

Obwohl manche Menschen das Aussehen und Verhalten der Olchis etwas merkwürdig finden, sind sie doch äußerst friedliche Wesen. Am liebsten müffeln sie den lieben langen Tag gemütlich vor sich hin und freuen sich darauf, dass es regnet. Denn bei Regenwetter gibt es immer die herrlichen Matschpfützen, in denen die Olchi-Kinder so gern herumhüpfen.

Natürlich haben die Olchis auch Haustiere. Das sind die Ratten, Schnecken, Läuse, Wanzen und Kröten, die sich auf dem Müllberg herumtreiben. Ihr liebstes Haustier aber ist der Drache Feuerstuhl. Der hat einen Auspuff am Po, und wenn er losfliegt, knattert er wie ein kaputtes Moped.

 

So, jetzt weißt du das Wichtigste über diese kleinen Stinkerlinge. Unsere Olchi-Geschichte beginnt zu einer Zeit, als die Olchis noch kein festes Zuhause hatten. Da waren sie viel unterwegs, bis sie auf ihrer Suche nach dem perfekten Müllberg schließlich irgendwann das kleine Städtchen Schmuddelfing entdeckten.

Schmuddelfing war ein friedlicher Ort, in dem alle Menschen sich wohlfühlten. Der Bürgermeister war ein freundlicher Mann, in Francescos kleinem Lokal am Marktplatz gab es die beste Pizza der Welt, und im Fahrradladen von Herrn Achse konnte man sich nagelneue Mountainbikes ausleihen.

Auch die Kinder hatten es gut in Schmuddelfing. Die Lehrerinnen waren alle nett, und nach der Schule konnte man sich in der Eisdiele ein Schokoeis mit Streuseln kaufen.

Konnte das Leben schöner sein?

Ja, tatsächlich, das Leben konnte schöner sein. Denn obwohl Schmuddelfing so ein nettes Städtchen war, gab es hier in letzter Zeit ein großes Problem. Am Rande des Städtchens lag ein Müllberg. Und dieser Müllberg war von Jahr zu Jahr größer geworden, bis … Nun ja, wenn du wissen willst, warum die Schmuddelfinger kaum noch aus dem Haus gehen mochten, hör weiter zu, denn jetzt beginnt unsere Geschichte.

2. Kapitel

Seit drei Wochen schon schien die Sonne so warm, als hätte sie der Bürgermeister persönlich bestellt.

Weiße Wölkchen standen am blauen Himmel, und ein frischer Sommerwind sorgte dafür, dass keiner schwitzen musste.

Auf einer Wiese am Stadtrand ließ ein kleines Mädchen gerade seinen bunten Drachen steigen. Sie traute ihren Augen nicht, als oben am Himmel plötzlich ein zweiter Drache zu sehen war. Er war groß und grün und düste knatternd heran, als hätte er einen Motor im Bauch. Aus seiner dicken Schnauze kamen Qualmwölkchen, und auf seinem Rücken saßen ein paar kleine grüne Gestalten.

Als der große Drache plötzlich zum Sturzflug ansetzte, ließ das Mädchen vor Schreck ihre Drachenschnur los. Ihr bunter Drachen kam ins Trudeln, knallte dem Flugdrachen an den Kopf und blieb vor seinen Augen hängen. Jetzt raste der Drache blind genau auf die Wiese zu. Erst in letzter Sekunde drehte er ab und nahm wieder Höhe auf.

Du kannst dir sicher denken, wer das kleine Mädchen so erschreckt hat.

Es war der Olchi-Drache Feuerstuhl. Und auf seinem breiten Rücken saß die ganze Olchi-Familie.

»Muffelfurzteufel, musst du unbedingt so rasen, Feuerstühlchen?«, sagte Olchi-Mama verärgert.

»Dieses bunte Ding da vor seinen Augen hat ihn irritiert«, meinte Olchi-Papa. »Beim Hühnerich, ich hab es gerade noch rechtzeitig wegziehen können.«

Feuerstuhl flog jetzt ziemlich tief die Landstraße entlang, die zur Schmuddelfinger Müllhalde führte.

Die Autofahrer, die gerade unterwegs waren, erschraken fürchterlich. Einige traten heftig auf die Bremse, und es war ein Wunder, dass es nicht zu einem Auffahrunfall kam.

»Ganz schön was los hier«, meinte Olchi-Oma.

»Beim Hühnerich, schaut euch das mal an!«, rief das eine Olchi-Kind und zeigte mit leuchtenden Augen zum Ende der Straße, wo ein paar hohe Abfallhaufen aufragten.

Im nächsten Moment hatten sie die Müllhalde erreicht. Mit einem gewaltigen WUMMS! landete Feuerstuhl zwischen den Müllteilen.

Dosen schepperten, Papier wirbelte durch die Luft, und eine Kloschüssel zerschellte an einem rostigen Heizkörper. Ein paar Ratten sprangen erschrocken aus ihren kleinen Hängematten und brachten sich schnell unter einem Kühlschrank in Sicherheit.

»Was ist nur los mit unserem Feuerstuhl?«, wunderte sich die Olchi-Mama. »Sonst landet er immer so sanft wie ein Schmetterling!«

»Bestimmt liegt es an dem bunten Ding, das ihm an den Kopf geknallt ist«, brummte Olchi-Papa. »Er ist noch immer ganz durcheinander.«

»Muffelfurzteufel, sind wir schon da?«, hörten sie Olchi-Opa brummeln, der bis jetzt friedlich geschlafen hatte.

Er nahm seine Knochenpfeife aus dem Mund und schaute sich verwundert um. Was er sah, war das reinste Paradies.

Riesige Müllberge ragten vor den Olchis auf, und alles sah so appetitlich und gemütlich aus, dass sie es kaum glauben konnten.

»Ist das nicht krötig, Stinkerlinge?«, sagte Olchi-Mama.

Schon schwirrten dicke Fliegen um sie herum, und nicht weit entfernt hörten sie ein paar Kröten fröhlich um die Wette quaken.

»Wie für uns gemacht!«, freute sich Olchi-Oma.

Flink hüpften sie alle von ihrem Drachen.

»Hier sind wir richtig«, sagte Olchi-Opa und spuckte ein Stück von seiner Knochenpfeife in eine leere Dose. »Jetzt bin ich schon 985 Jahre alt, aber so einen schönen, großen Müllhaufen hab ich noch nie gesehen.«

»Finde ich auch«, meinte Olchi-Papa. »Bei meinem ranzigen Käsefuß, dieser Platz ist perfekt!«

Feuerstuhl hatte seinen dicken Kopf bereits auf eine alte Matratze gelegt und die Augen zugemacht. Nach dem langen Flug brauchte er dringend ein kleines Nickerchen.

Das Olchi-Baby krabbelte in eine matschige Pfütze, steckte sich eine Fischgräte in den Mund und blubberte fröhlich vor sich hin. Und die beiden Olchi-Kinder kletterten in zwei wunderbar rostige Fässer und spritzten sich mit schlammigem Schmutzwasser nass.

»Hier bleiben wir!«, riefen sie. »Für immer!«

Olchi-Mama hatte ein so breites Grinsen im Gesicht, dass man ihre spitzen Olchi-Zähne sehen konnte.

»Muffelwind und Hühnerbein, das soll unser Müllberg sein!«, sagte Olchi-Opa. »Stinkerlinge, wir haben endlich unser neues Zuhause gefunden!«

3. Kapitel

Max hatte es sehr eilig. Wie ein geölter Blitz sauste er auf seinem Fahrrad durch die Schmuddelfinger Straßen. Die rechte Hand hatte er am Lenker, mit der linken telefonierte er.

»Lotta!«, rief er in sein Handy. »Ich bin in einer Minute daheim!«

»Daheim?«, hörte er Lotta fragen. »Ich dachte, du wolltest dich mit uns treffen? Hast du den Druckverstärker fertig?«

Max sauste um eine Ecke und wurde um ein Haar von einem Taxi angefahren.

»He, pass doch auf!«, schimpfte der Taxifahrer aus dem Fenster, doch da war Max schon längst über alle Berge.

»Lotta? Ich muss nur noch die Flasche mit dem Mixer verbinden!«, rief er in sein Handy.

Am Marktplatz fuhr er fast zwei Frauen über den Haufen, so eilig hatte er es. Es waren Frau Müller, der das Modegeschäft im Ort gehörte, und Frau von Deo, die Besitzerin der Drogerie.

»He, Max! Nicht so schnell!«, rief ihm Frau Müller zu. Max war der Sohn vom Bürgermeister, deshalb kannte sie ihn.

»’tschuldigung!«, rief Max.

»Immer in Eile, der Junge«, murmelte Frau von Deo.

Mit quietschenden Bremsen hielt Max vor seinem Haus und schloss das Fahrrad an. Wieder hörte er Lotta am Telefon.

»Lass dir ruhig Zeit! Heute ist ja nur der wichtigste Tag aller Zeiten!«

»Ja, ich weiß!«, rief Max. »Bin gleich bei euch!«

Max stolperte durch die Haustür.

»Mama? Ist jemand daheim?«

Er schaute sich um, aber anscheinend war keiner da.

Das war schon mal gut. Er stürzte in die Küche und durchwühlte die Schränke. Endlich hatte er gefunden, was er suchte: den Mixer!

Er schraubte das Unterteil ab, klemmte sich das Ding unter den Arm und rannte damit die Treppe hoch zu seinem Zimmer.

Da ging die Schlafzimmertür auf, und seine Mutter streckte ihren Kopf heraus.

»Max? Na, so was, du bist ja eine halbe Stunde zu früh hier!«

Max zuckte zusammen. Schnell drehte er sich um, das Mixerteil hinter seinem Rücken versteckt.

»Äh, ich war heute schon früher mit Mathe fertig«, schwindelte er, und schon sauste er weiter in sein Zimmer.

Seine Mutter schüttelte misstrauisch den Kopf. Dass ihr Sohn freiwillig zu früh heimkam, war wirklich ungewöhnlich.

 

Max’ Zimmer sah nicht wirklich aus wie ein Kinderzimmer. Es war blitzsauber geputzt, roch frisch nach irgendeiner Duftkerze und alles war so ordentlich aufgeräumt, als hätte man das Zimmer gerade erst aus einem Möbelhaus hierher transportiert. Aber so mochte seine Mutter es nun mal …

Max seufzte, legte das Mixer-Unterteil auf seinen Schreibtisch, nahm den Rucksack ab und zog sein Computer-Tablet heraus.

Als Max das Tablet einschaltete, war darauf eine Konstruktionszeichnung zu sehen. Man erkannte einen Druckluftbehälter, der aussah wie die Sauerstoffflasche eines Tauchers. Daran hingen ein Druckluft-Messgerät und ein paar Kabel. Und mit Klebeband war das untere Teil eines Mixers daran befestigt.

Max ging zu seinem Schrank und holte eine ähnlich aussehende Druckluftflasche heraus. Gerade als er sie auf seinen Tisch neben den Mixer legte, hörte er die Stimme seiner Mutter an der Zimmertür.

»Max? Was tust du?«, fragte sie.

Schnell ließ Max das Mixerteil und die Druckluftflasche unter dem Schreibtisch verschwinden.

»Versteckst du etwas?«

»Nein, nichts, warum?« Max schenkte seiner Mutter ein unschuldiges Lächeln.

Sein Tablet piepste, und er warf einen Blick darauf.

CELLOÜBEN stand auf dem Display.

»Cello üben?«, fragte Max ungläubig. »Woher kommt denn das jetzt?«

Seine Mutter schwenkte ihr Handy. Sie hatte ihm wohl gerade die Nachricht geschickt.

»Wir hatten darüber gesprochen«, sagte sie. »Du musst lernen, deine Zeit effektiver einzuteilen. Sonst bist du schlecht auf die Welt der Erwachsenen vorbereitet. Und da du jetzt erfreulicherweise zu früh hier bist und noch eine halbe Stunde übrig hast, kannst du gleich mit deinen Übungen beginnen.«

Schon war sie wieder aus der Tür.

»Was?!«, rief ihr Max erschrocken nach. »Aber es sind Ferien, Mama!«

»Na und?« Seine Mutter kam noch einmal zurück. »Umso mehr Zeit hast du zum Lernen! Nutze deinen Tag, mein Sohn!«

Der Blick der Frau Bürgermeisterin fiel auf ein Buch im Regal, das ein wenig zu weit herausstand. Schnell schob sie es schön ordentlich zurück an seinen Platz, bevor sie das Kinderzimmer verließ.

Als sie ins Erdgeschoss hinunterging, fiel ihr auf, dass eins der Familienbilder ein wenig schief an der Wand hing. Bestimmt um einen ganzen Zentimeter war es verrutscht.

»Warum achtet hier keiner außer mir auf solche Sachen?«, seufzte sie und rückte mit einer geübten Handbewegung das Bild gerade.

Da kamen bereits die ersten Cello-Töne aus dem Zimmer von Max.

»So ist es gut«, sagte sie. »Braver Junge.«

4. Kapitel

Fünfmal hintereinander spielte Max seine Tonleitern auf dem Cello. Dann stellte er das Instrument zur Seite, ging wieder zu seinem Tablet und drehte die Lautstärke hoch. Er hatte die Tonleitern aufgenommen, und der Sound war gut.

»Geht doch«, sagte er zufrieden und drückte auf repeat. Das Tablet spielte die Tonfolgen ab, und er konnte sich wieder um seine Apparatur kümmern.

Er holte sich das Bild der merkwürdigen Konstruktion zurück auf den Bildschirm. Nun waren ein riesiger Trichter zu sehen und allerlei Alltagsgegenstände, die zu einer monströsen, verrückten Maschine zusammengebaut waren. Darunter stand: Brauseweins Destinkomat.

Max’ Handy piepste.

Es war eine Nachricht von Lotta:

BISTDUSCHONLOS?

Max antwortete: ÜBECELLO.

☹, schrieb Lotta zurück.

MEINEMUTTER ☹, antwortete Max.

Er schob das Handy in die Tasche, holte Klebeband und befestigte die Druckluftflasche geschickt auf dem Mixer-Unterteil. Dann stopfte er das Ganze in seinen Rucksack, schaltete das Tablet aus und lief aus dem Zimmer und die Treppe hinunter.

Unten an der Haustür versperrte ihm seine Mutter den Weg.

»War das alles?«, fragte sie in scharfem Ton.

»Ja, hab heut schneller gespielt«, sagte Max. »Muss jetzt zu Lotta!«

Er quetschte sich an seiner Mutter vorbei und lief hinaus zu seinem Fahrrad.

»Moment mal, junger Mann!«, rief ihm seine Mutter nach und hielt ihr Handy hoch. »Hier steht, dass du jetzt noch Englisch üben musst!«

»Ja, genau!«, rief Max. »Deswegen will ich ja zu Lotta!«

Er wollte gerade losradeln, als schon wieder sein Handy piepte.

»Was denn noch!«, seufzte Max. Wieder war es eine Nachricht von Lotta.

MEINONKELMACHTSICHAUFDENWEG!!

Max antwortete:

ICHKOMMDIREKTZURMÜLLHALDE.

Er sah, wie seine Mutter die Augenbrauen hochzog.

»Aber du gehst doch nicht wieder zu ihrem Onkel, diesem komischen Professor? Ich möchte das nicht!«

»Nein, nein!«, schummelte Max im Davonradeln. »Bis später, Mama!«

»Und denk daran«, rief ihm seine Mutter nach, »um 15 Uhr hast du Kinderyoga! Und um 16 Uhr 30 deine Jungunternehmer-Ausbildung! Und um sechs gibt es Abendbrot!«

Unwirsch wedelte sie mit ihrem Handy, um ein paar lästige Fliegen zu verscheuchen.

»Diese elende Müllhalde«, murmelte sie naserümpfend. »Man riecht den Gestank bis hierher. Wann wird das endlich einmal ein Ende haben?«

5. Kapitel

Inzwischen saß Ewald, der Bürgermeister von Schmuddelfing und Max’ Vater, in seinem Büro am überfüllten Schreibtisch. Er hatte sich zurückgelehnt und den Fernseher angemacht, um sich kurz die Regionalnachrichten anzusehen.

»Guten Tag, meine Damen und Herren«, hörte er den Sprecher sagen. »Verheerende Missstände in Schmuddelfing.« Das Bild einer Müllhalde wurde eingeblendet. »Durch den immer übleren Gestank der örtlichen Müllhalde erreicht der Tourismus seinen Tiefpunkt. Gibt es noch Hoffnung für diese einst florierende Kleinstadt? Die Straßen sind menschenleer. Die Geschäfte kämpfen um ihr Überleben.«

Jetzt sah man ein menschenleeres Lokal, vor dem ein gelangweilter Kellner stand. Und ein Taxifahrer machte ein Nickerchen in seinem Wagen.

Dann sagte Frau Müller, die Besitzerin des Modegeschäfts, in die Kamera: »Es sind nicht nur die Touristen! Auch von den Einheimischen mag kaum mehr einer aus dem Haus gehen bei diesem Gestank!«

Und Herr Schnurrhahn, der örtliche Polizist, erklärte: »Das einzige Gute an der Sache ist, dass es nun auch weniger Kriminalität gibt. Sogar die Einbrecher bleiben bei dem Gestank lieber daheim!«

Dann erschien Frau Pfifferling, die Reporterin vom Schmuddelfinger Anzeiger, mit einer Wäscheklammer auf der Nase.

»Seit Schmuddelfings letzter Müllmann, Bernd Ohnenase, vorigen Monat gekündigt hat, hat sich die Lage weiter verschlimmert und droht nun völlig zu eskalieren. Für die Einwohner ist die Grenze des Erträglichen erreicht.«

Nun blickte Frau von Deo in die Kamera. »Wenn Sie mich fragen«, sagte sie, »dann ist unser Bürgermeister an allem schuld!«