Verlag: Arena Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

Die Rettung Raphael Santiagos E-Book

Cassandra Clare  

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E-Book-Beschreibung Die Rettung Raphael Santiagos - Cassandra Clare

In Manhattan wird ein Junge vermisst und Magnus ist der Einzige, der ihn noch retten kann. Doch die Zeit läuft gegen ihn … New York City in den 1950ern: Eine verzweifelte Mutter heuert Magnus Bane an, damit er ihren verschollenen Sohn Raphael findet. Doch selbst wenn ihm das gelingen sollte - kann er ihn noch retten? Oder kommt jede Hilfe zu spät?

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E-Book-Leseprobe Die Rettung Raphael Santiagos - Cassandra Clare

Cassandra Clare/Sarah Rees Brennan

DIE CHRONIKEN DES MAG­NUS BANE

DIE RETTUNGRAPHAEL SANTIAGOS

Aus dem Amerikanischenvon Ulrike Köbele

 

 

Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu internationalen Erfolgen, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Weitere Titel von Cassandra Clare im Arena Verlag:

CHRONIKEN DER UNTERWELT:

City of Bones

City of Ashes

City of Glass

City of Fallen Angels

City of Lost Souls

City of Bones/Ashes/Glass/Fallen Angels sind auch als Hörbuch erhältlich.

CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER:

Clockwork Angel

Clockwork Prince

Clockwork Princess

Clockwork Angel ist auch als Hörbuch erhältlich.

 

 

 

 

Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel The Bane Chronicles. Saving Raphael Santiago bei Margaret K. McElderry Books, einem Imprint der Simon & Schuster Children’s Publishing Division, New York.

Copyright © 2013 by Cassandra Claire, LLC

1. Auflage 2013

Für die deutschsprachige Ausgabe:

© 2013 Arena Verlag GmbH, Würzburg

Alle Rechte vorbehalten

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele

Cover: © Cliff Nielsen

ISBN 978-3-401-80280-0

www.arena-verlag.deMitreden unter www.forum.arena-verlag.dewww.chroniken-der-unterwelt.de

Weitere Titel in der Reihe

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

Was geschah tatsächlich in Peru?

Bereits erschienen

Die Flucht der Königin

Bereits erschienen

Vampire, Scones und Edmund Herondale

Bereits erschienen

Tochter der Finsternis

Bereits erschienen

Der Aufstieg des Hotels Dumort

Bereits erschienen

Der Niedergang des Hotel Dumort

Oktober 2013

Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)

November 2013

Was braucht ein Schattenjäger, der schon alles hat?

Dezember 2013

Der letzte Kampf des New Yorker Instituts

Januar 2014

Cassandra Clare/Sarah Rees Brennan

Die Chroniken des Magnus Bane

DIE RETTUNG RAPHAEL SANTIAGOS

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele

Eine gewaltige Hitzewelle rollte im Spätsommer des Jahres 1953 über die Stadt. Die Sonne brannte mit solcher Macht, dass sich ihre Strahlen wie Faustschläge anfühlten. Selbst das Pflaster schien nachzugeben; jedenfalls wirkte der Bürgersteig irgendwie flacher als sonst. In der Bowery schraubten Jungs einen Hydranten auf, um sich unter der Wasserfontäne ein wenig Erfrischung zu verschaffen.

Es musste an der Sonne gelegen haben, dachte Magnus später, dass er auf einmal den Wunsch verspürt hatte, Privatdetektiv zu werden. An der Sonne und dem Raymond-Chandler-Krimi, den er gerade gelesen hatte.

Der Plan hatte allerdings einen Haken. Auf den Buchcovern und Filmplakaten sahen die meisten Detektive aus, als hätten sie sich für eine Kleinstadt-Sause in Schale geworfen. Diesen Schandfleck seines neuen Betätigungsfeldes wollte Magnus gerne auslöschen. Seine Kleidung sollte natürlich der Profession angemessen sein, dabei aber unbedingt auch schön anzusehen und stets nach der allerneusten Mode. Also ersetzte er den Trenchcoat durch ein graues Jackett mit Aufschlägen aus grünem Samt. Hinzu kam eine Melone mit adrett geschwungener Krempe.

Die Hitze war jedoch so drückend, dass er das Jackett ausziehen musste, kaum dass er aus der Tür getreten war. Aber was zählte, war der Gedanke. Im Übrigen trug er immer noch smaragdgrüne Hosenträger.

Sein Entschluss, Privatdetektiv zu werden, hatte allerdings nicht rein modische Gründe. Als Hexenmeister wurde er immer wieder von Menschen – nun ja, nicht jeder mochte sie als Menschen bezeichnen – aufgesucht, die ihn um magische Unterstützung bei einem Problem baten und gegen Bezahlung auch bekamen. Ganz New York wusste inzwischen, dass Magnus ein Hexenmeister war, der einem aus der Patsche half. Es gab in Brooklyn natürlich auch eine Zufluchtsstätte, in der man bei Bedarf untertauchen konnte, aber die Hexe, die sie leitete, löste keine Probleme. Magnus löste Probleme. Warum sollte er sich also nicht dafür bezahlen lassen?

Er hatte nicht angenommen, dass ihm im selben Moment, in dem er sich entschloss, Privatdetektiv zu werden, und die Worte MAGNUS BANE, PRIVATDETEKTIV in fetten schwarzen Lettern auf sein Fenster malte, ein Auftrag in den Schoß fallen würde. Doch dann – als hätte jemand dem Schicksal seinen Entschluss ins Ohr geflüstert – geschah genau das.

Magnus kehrte gerade von der Eisdiele zurück, als er sie vor seiner Wohnung stehen sah, und war wirklich froh, dass er mit seiner Eiswaffel schon fertig war. Sie war ganz offensichtlich eine jener Irdischen, die genug über die Schattenwelt wussten, um sich an Magnus zu wenden, wenn sie mit ihrem Latein am Ende waren.

Er lüftete zur Begrüßung den Hut und fragte: »Kann ich Ihnen behilflich sein, Ma’am?«

Vor ihm stand keine dieser kurvigen Blondinen, bei denen der klassische Romandetektiv alles stehen und liegen ließ, um ihr zur Hilfe zu eilen. Sie war dunkelhaarig und eher klein und vielleicht nicht gerade schön, aber sie strahlte eine solche Intelligenz aus, gepaart mit Witz und Charme, dass Magnus trotzdem nur allzu gern bereit war, ihre Wünsche zu erfüllen. Ihr kariertes Kleid war schon etwas abgetragen, stand ihr dank dem Gürtel, der ihre schmale Taille zur Geltung brachte, aber ausgesprochen gut. Sie schien Ende dreißig zu sein und damit im selben Alter wie Etta, Magnus’ derzeitige Gefährtin. Die dünnen Augenbrauen, die unter ihren schwarzen Locken zum Vorschein kamen, verliehen ihrem herzförmigen Gesicht etwas Herausforderndes, das sie noch attraktiver und zugleich noch Respekt einflößender erscheinen ließ.

Sie reichte ihm ihre winzige Hand. Ihr Griff war erstaunlich fest. »Ich bin Guadalupe Santiago«, sagte sie. »Sie sind ein …« Sie wedelte mit der Hand. »Ich kenne die genaue Bezeichnung nicht. Ein Zauberer, ein Magier.«

»Sie können mich ›Hexenmeister‹ nennen, wenn Sie mögen«, antwortete Magnus. »Aber das spielt keine Rolle. Was Sie meinen, ist: Jemand, der die Fähigkeit hat, Ihnen zu helfen.«

»Ja«, erwiderte Guadalupe. »Ja, genau das meinte ich. Ich brauche Ihre Hilfe. Ich möchte, dass Sie meinen Sohn retten.«

Magnus bat sie hinein. Jetzt, da sie ihren Sohn erwähnt hatte, glaubte er zu verstehen, worum es hier ging. Es kamen immer wieder Leute zu ihm, die um Heilung baten. Nicht so häufig wie zu Catarina Loss, aber doch oft genug. Einen jungen Irdischen zu heilen, war auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung von all den hochnäsigen Schattenjägern, die ihn sonst immer aufsuchten. Auch wenn die Bezahlung wohl geringer ausfallen würde.

»Erzählen Sie mir von Ihrem Sohn«, bat er.

»Raphael«, sagte Guadalupe. »Er heißt Raphael.«

»Erzählen Sie mir von Raphael«, korrigierte sich Magnus. »Wie lange ist er denn schon krank?«

»Er ist nicht krank«, stellte Guadalupe richtig. »Ich fürchte, er ist tot.« Sie sagte das mit fester Stimme, nicht so, als hätte sie gerade den schlimmsten Albtraum aller Eltern ausgesprochen.

Magnus runzelte die Stirn. »Ich weiß nicht, was man Ihnen erzählt hat, aber da kann auch ich nichts mehr ausrichten.«

Guadalupe hob die Hand. »Hier geht es nicht um eine gewöhnliche Krankheit oder sonst einen Zustand, für den es in meiner Welt Heilung gäbe«, erklärte sie. »Hier geht es darum, dass etwas aus Ihrer Welt mit meiner in Berührung gekommen ist. Es geht um die Monster, von denen Gott sich abgewandt hat. Die in der Dunkelheit lauern und Jagd auf Unschuldige machen.«

Aufgewühlt durchschritt sie sein Wohnzimmer, sodass sich ihr karierter Rock um ihre braunen Beine bauschte.

»Los vampiros«, flüsterte sie.

»Oh Gott, nicht schon wieder die verdammten Vampire«, stöhnte Magnus. »Entschuldigen Sie das kleine Wortspiel.«

Nachdem sie die grauenhaften Worte über die Lippen gebracht hatte, fing sich Guadalupe wieder und fuhr mit ihrer Schilderung fort. »Immer wieder gab es Gerüchte über die Existenz solcher Kreaturen. Doch dabei ist es nicht geblieben. Eines dieser Monster lungerte in unserem Viertel herum. Es hatte es auf kleine Mädchen und Jungs abgesehen. Mein Raphael hatte einen Freund, dessen kleiner Bruder plötzlich verschwand und später praktisch vor der eigenen Haustür wiedergefunden wurde. In seinem winzigen Körper war kein Tropfen Blut mehr übrig. Wir haben gebetet, wir Mütter haben alle gebetet, dass der Fluch von uns genommen werden möge. Mein Raphael wiederum hatte sich einer Gruppe von älteren Jungs angeschlossen. Gute Jungs, müssen Sie wissen, aus guten Familien, die aber ein bisschen … unbändig waren. Sie waren zu sehr bemüht, allen ihre Männlichkeit zu beweisen, wenn Sie verstehen, was ich meine.«