Verlag: Books on Demand Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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E-Book-Beschreibung Die Roccos - Ulla Parrinello

Lachend, dann wieder sich die Haare raufend, bewältigt Ulla ihren Job und den alltäglichen Wahnsinn in einem Haushalt mit zwei pubertierenden Töchtern, dem kleinen Kronprinzen Fabio und ihrem sizilianischen Ehemann. Als das Fest der Liebe naht und sich die sizilianische Schwiegermutter nebst Ehemann und Sohn ankündigt, um das Regiment im schwäbisch/italienischen Haushalt der Familie Rocco an sich zu reißen, da prallen Welten aufeinander, Linsen auf Spaghetti, Espresso auf Obstler, denn auch der schwäbischen Verwandtschaft mangelt es nicht an Temperament. Kann Großmutter Henriette den Familienfrieden retten?

Meinungen über das E-Book Die Roccos - Ulla Parrinello

E-Book-Leseprobe Die Roccos - Ulla Parrinello

FÜR MEINEN MANN,

der mich zum Schreiben dieses Buches animierte und der mir in Zeiten, in denen mich Selbstzweifel überkamen, unermüdlich den Rücken stärkte.

FÜR MEINE KINDER,

die mir beigebracht haben, gelassener zu sein und das Leben mit Humor zu nehmen.

EIN WEITERER DANK

geht an meine Verlegerin, Frau Christine Brendle, die mich zusammen mit ihrem Team hervorragend betreut und beraten hat.

ZUM BUCH

meine Familie hat mich zu diesem Buch inspiriert, doch es ist ein Roman. Die Handlung ist frei erfunden.

EINLEITUNG

Dem Alltag entkommt man nicht! Vielleicht kann die stressgeplagte Ehefrau und Mutter einen Kurzurlaub nehmen oder eine etwas längere Auszeit, wenn sie meint, sie breche jeden Moment unter der Last des täglichen Wahnsinns zusammen. Dies geht natürlich nur in Kombination mit einem verständnisvollen Ehegatten und kooperativen Kindern. Eine Flucht, und sei es auch nur für ein paar Tage, hat wenig Sinn, wenn man sich Sorgen um den Zustand des Hauses oder der daheimgebliebenen Familienmitglieder machen muss. Nein, auch ein kurzer Erholungsurlaub muss lange im Voraus detailliert geplant und ausgeklügelt sein.

Aber machen wir uns nichts vor. Wo gibt es den Ehemann und die Kinder, die einer Mutter zum Geburtstag oder zu Weihnachten einen Gutschein für ein Wochenende oder in besonders schwierigen Fällen sogar für eine ganze Woche ohne Familie in einem Wellness-Hotel überreichen? So etwas gibt es nicht. Wir Mütter lassen uns diesen Gutschein entweder von unseren eigenen Müttern schenken, die nachvollziehen können, was ihre Töchter durchmachen, oder wir legen uns das Geld dafür nach und nach selbst zur Seite, um bei der nächsten großen Familientragödie triumphierend unsere Reiseunterlagen mit der Buchungsbestätigung auf den Tisch zu knallen.

Die Stimmung wandelt sich und der Ehemann und die Kinder fühlen sich schuldig. Sie verwöhnen die gebeutelte Ehefrau und Mutter die nächsten Tage, um so eventuell den drohenden Verlust ihrer Putzfrau und Köchin doch noch abwenden zu können. Aber wehe, sie hält an ihren Reiseplänen fest: Dann wird der Ehemann schweigsam, die Kinder werden mürrisch und wenn man am Tag der Abreise seinen Koffer alleine zum Taxi hinausschleifen muss und weder Küsse noch Umarmungen und gute Wünsche mit auf den Weg bekommt, fährt man mit den denkbar schlechtesten Voraussetzungen in seine wohlverdiente »Auszeit«. Während der Fahrt fällt der Mutter ein, dass die Gesichter der Kinder jetzt schon verhärmt ausgesehen haben und sie doch hoffentlich in der Zeit ihrer Abwesenheit genug essen würden und beim Gedanken an den Mann schnürt einem die Angst die Kehle zu, wie er wohl mit der ganzen Situation klarkommen wird.

Nein, dies alles bringt nichts. Am besten ist, frau bleibt zu Hause und stellt sich den Tücken des Alltags. Jeder neue Tag ist ein neuer Feind. Erst am Abend steht fest, wer der Sieger ist. So und nicht anders ist die Realität. Besser, man findet sich gleich bei der Eheschließung damit ab. Dies ist ein Kampf, der täglich von neuem beginnt und niemals endet. Der Tag der Eheschließung kommt einer Kriegserklärung gleich und mit der ersten Geburt beginnt der Krieg. Also besser, man startet mit einem guten Konzept, um sich nicht nach einigen Jahren in einer Zwangsjacke wiederzufinden.

Zum Schluss ein kleiner Trost: Sie brauchen natürlich auf Ihre Auszeit nicht zu verzichten. Aber siedeln Sie den Termin in weiser Voraussicht um Ihr Rentenalter herum an. Dann dürfte es nicht mehr mit so vielen Komplikationen verbunden sein.

Garantieren kann das allerdings niemand.

PROLOG

Einmal im Jahr, genauer gesagt im September, fährt die ganze Familie Rocco nach Sizilien, um den Tomatensoßenvorrat, den sie übers Jahr benötigt, aufzustocken. Die Roccos bestehen aus Mama Ulla, Papa Leonardo sowie den Kindern Cristina, Francesca und Fabio. Ulla ist eine Frau in den Vierzigern, trotz dreier Geburten nicht allzu sehr aus den Fugen geraten und von der Natur mit einem optimistisch-heiteren Charakter gesegnet. Papa Leonardo dagegen, Sizilianer, ebenfalls im mittleren Alter, klein und mollig, ist eher pessimistisch und zuweilen melancholisch. Letzteres vor allen Dingen dann, wenn er sich einbildet, dass er von seiner Umgebung nicht entsprechend gewürdigt wird, was nahezu täglich der Fall ist. Cristina, das älteste der Rocco-Kinder, ist fast 16 Jahre alt. Das dünne, mittelblonde Haar der Mama hat sich zu ihrem Leidwesen bei ihr durchgesetzt. Sie fände Leonardos lockiges, schwarzes Haar zu ihren hellblauen Augen viel cooler. Francesca, die 13-Jährige, hat zwar die dunkle Haarpracht ihres Vaters abbekommen, bemängelt aber das Zusammenspiel mit den grünen Augen, die ihre Mutter ihr wahrscheinlich aus purer Bosheit vererbt hat. Fabio, der sechsjährige Stammhalter, ist zu Leonardos Leidwesen noch blonder als Cristina. Auch die braunen Augen können ihn über diese Laune der Natur nicht hinwegtrösten.

Für Leonardo ist dieser alljährliche Tomatenausflug ungefähr genauso unverzichtbar wie für den gläubigen Moslem die Pilgerfahrt nach Mekka. Ein richtiger Italiener isst zeit seines Lebens nur die Tomatensoße, die selbst hergestellt wurde, idealerweise von Mama. Und bevorzugt isst er natürlich Gemüse, ebenfalls am besten angebaut und zubereitet von Mama. Mama ist weit über 70 Jahre alt, hat widerspenstige, inzwischen graue Löckchen, welche das energische Gesicht mit den tiefbraunen Augen umrahmen. Der energische Eindruck wird noch durch eine Brille mit riesigen Gläsern verstärkt, die Mama Maria immer trägt. Obwohl sie nur ungefähr 1,55 m klein ist, schüchtert sie alles, was sich in ihrem Umfeld befindet, ein. Papa Carmelo ist über 80 Jahre alt, redet niemals, wenn es nicht unbedingt nötig ist, und steht trotz seiner beachtlichen Größe von ca. 1,85 und einem Furcht einflößenden Adlerblick absolut unter dem Pantoffel seiner Frau.

Selbstverständlich befindet sich im Garten der Roccos auch eine Ecke, in der Gemüse angepflanzt wird. Den Löwenanteil nehmen bei einem Südländer als Familienoberhaupt natürlich die Tomatenstöcke ein. Dicht gefolgt von Auberginen, Zucchini, Bohnen sowie fünf Kartoffeln, die Leonardo unter dem Druck seiner besseren deutschen Hälfte Jahr für Jahr widerwillig in die Erde rammt. Außer Gemüse aus dem mediterranen Raum lässt er nichts gelten. Ullas Argumente, man sei hier in kühleren Regionen und pflanze deshalb vielleicht sinnigerweise Gemüse an, das an die hiesigen Wetterbedingungen angepasst ist und diese auch überlebt, werden von Leonardo jedes Jahr unwillig beiseitegeschoben. So wiederholt sich das Ritual immer und immer wieder und endet schließlich mit der Aussage Leonardos, dass trotz allem das Gemüse in »Bella Italia« einfach viel besser schmeckt.

Die Handvoll Kartoffeln, die sich alle Jahre wieder hervorragend entwickeln, ignoriert Leonardo beleidigt. Er nimmt es den Kartoffeln persönlich übel, dass sie im Gegensatz zu »seinem« Gemüse durch nichts unterzukriegen sind. Er vermutet gar ein Komplott und verdächtigt seine Lieben, die Kartoffeln besonders gehegt und gepflegt zu haben, während man die »Ausländer« im Gemüsebeet schändlich vernachlässigt habe. Wird er wegen dieser Verschwörungstheorie ausgelacht, sind die Kartoffeln die feindlichen Agenten: Die Kartoffeln entziehen nämlich dem Boden wichtige Spurenelemente und Vitamine, was dem mediterranen Gemüse, das sich ungerechterweise seinen Lebensraum mit den vulgären Kartoffeln teilen muss, jedes Jahr den Todesstoß versetzt.

Nun aber zurück zu dem alljährlichen Ausflug nach Italien, zu Mama! Die deutsche Seite dieses Haushalts, Mama Ulla, geht in Wirklichkeit nicht wegen der Tomatensoße mit, die, wenn es nach ihr ginge, auch ruhig aus dem Supermarktregal kommen könnte. Nein, vielmehr wegen des Kurzurlaubs, den dieses Ritual für sie bedeutet beziehungsweise in den ersten Jahren für sie bedeutet hat. Denn mittlerweile dauert die Herstellung des kostbaren roten Saftes vier Tage. Zwei Tage für die Gläser mit den passierten Tomaten. Zwei Tage für die Gläser mit den Tomatenstückchen. Ihretwegen hätten es nur die Gläser mit den passierten Tomaten sein können, aber was verstand sie als Barbarin, in deren Land Fleisch auf der Speisekarte ganz oben stand, schon davon? In diesem Tenor wurde sie gleich beim ersten Tomatenausflug von ihrer Schwiegermutter belehrt.

Mitleidig lächelnd stand Schwiegermutter Maria dabei, als Ulla sich das erste Mal breitbeinig vor einen riesigen Topf hockte und begann, die Tomaten zu enthäuten. Sie machte es natürlich nicht richtig. Hier hatte sie zu viel weggemacht, da zu wenig. Dann wieder hielt sie das Messer falsch und, um Himmels willen, hatte sie sich die Hände auch ganz bestimmt vorher gewaschen?

Ulla stand während des mehrstündigen Schälmarathons zweimal kurz auf. Sie hatte Rückenschmerzen und brauchte dringend eine Pause. Sie sah ihre Kinder im Hof spielen und beneidete sie um ihre Freizeit. Erschöpft lehnte sie ihren Kopf im Badezimmer an das kühle Spiegelglas und verfluchte Tomatensoßen im Allgemeinen und die selbst gemachten im Besonderen. Bei ihrer Rückkehr fing Ulla einen missbilligenden Blick ihrer Schwiegermutter auf. Wahrscheinlich verachtete sie die schwächliche Konstitution ihrer Schwiegertochter. Hatten die Deutschen nicht immer so eine große Klappe, sie könnten alles, sie schafften alles? Ulla war eine kümmerliche Vertreterin ihrer Nation und duckte sich ängstlich unter dem kritischen Blick Marias. Die stets folgende Frage, ob sie ihre Hände auch gewaschen hätte, musste Leonardo gar nicht mehr übersetzen. Sie war schon so oft auch in anderen Zusammenhängen gestellt worden, dass sogar die Kinder diesen Satz auswendig kannten.

Ulla antwortete zähneknirschend: »Ma certo, Maria«, lächelte und sagte zu Leonardo, der ihr schräg gegenübersaß: »Wenn sie mich das noch ein einziges Mal fragt, werfe ich den ganzen Kram hin und gehe mit den Kindern schwimmen!«

»Du weißt doch, dass sie es nur gut meint. Wenn nicht alles absolut hygienisch abläuft, ist die ganze Soße verdorben und das wäre doch schade nach der vielen Arbeit.«

So hielt Ulla also die vollen vier Tage durch und hatte am Ende dieses Zeitraumes den Satz vom Händewaschen mindestens 289 Mal gehört und ebenso oft ihre Zähne zusammengepresst. Nun also stand die Schufterei vor dem Abschluss, denn es musste nur noch ein Topf mit den letzten Gläsern erhitzt werden. Während der Wartezeit begann Maria die Geschichte einer Frau zu erzählen, welche in ihrer Kindheit im selben Dorf wie sie gelebt hatte. Diese Frau kochte fast eine Woche lang Tomaten ein, befolgte alle hygienischen Auflagen, die im Zusammenhang mit dieser ehrenvollen Aufgabe stehen, und trotzdem war die Tomatensoße schlecht geworden. Niemand konnte sich das so richtig erklären, hatte doch die halbe Nachbarschaft mitgeholfen und konnte bezeugen, dass alles vorschriftsmäßig verlaufen war. Dann stellte sich heraus, dass eine der Frauen zum Zeitpunkt des Tomatenspektakels ihre Periode gehabt hatte. Als es im darauffolgenden Jahr wieder Zeit für die Soße war, durften Frauen während ihrer »Tage« nicht mehr mithelfen. Und siehe da, alles war gut. Also wurde es seither so gehalten. An dieser Stelle bekreuzigte Maria sich.

Als Leonardo Ulla die ganze Geschichte übersetzte, stieg ein genialer Plan in ihr auf. Schade nur, dass Maria mit dieser Geschichte so lange hinterm Berg gehalten hatte. An diesem Abend gingen alle erleichtert und zufrieden ins Bett.

Am nächsten Morgen schloss Ulla ihre Schwiegermutter zur Begrüßung herzlich in die Arme und folgte ihr dann in die Küche, wo der Schwiegervater und ihr Schwager Giuseppe schon mit der Arbeit auf sie warteten. Die Schwiegermutter war einigermaßen überrascht, aber sie konnte ja nicht ahnen, dass Ullas Arbeitsfreude heute damit zusammenhing, dass sie ab dem nächsten Jahr jedes Mal unpässlich sein würde.

Eine kleine Weile arbeiteten sie schweigend nebeneinander. Dank ihrer harmonischen Grundeinstellung an diesem Tag hatte Ulla plötzlich eine Eingebung und sie sagte zu ihrem Mann: »Lade sie doch alle dieses Jahr zu Weihnachten zu uns ein.« Leonardo strahlte, als er sich an seine Eltern wandte. Maria und Carmelo lehnten die Einladung dankend ab, das sei einfach zu anstrengend und überhaupt, alte Bäume verpflanze man nicht mehr. Ulla bestand darauf, dass sie wenigstens über die Weihnachtstage kommen sollten und Giuseppe war begeistert. Einzig Maria schüttelte vehement den Kopf und verweigerte ihre Zustimmung. Und letztlich, diese Gewissheit hatten alle, lag es in ihrer Hand. Die Kinder bestürmten Maria ebenfalls und man einigte sich schließlich darauf, dass die Einladung auf jeden Fall Bestand habe und Maria sich die Sache ja noch überlegen könne.

Ein paar Tage später waren die Roccos auf dem Heimweg. Allerdings nicht zusammen. Die Heimfahrt mussten sie jedes Jahr getrennt antreten. Ulla und die Kinder fuhren mit der Fähre beziehungsweise dem Zug nach Hause. Leonardo fuhr mit dem Auto. Es mag die berechtigte Frage aufkommen, warum Leonardo seine Lieben nicht mit sich nahm. Nun, man muss sich vorstellen, dass die Familie Rocco circa 300 Gläser Tomaten - 200 passierte, 100 geschälte - mit nach Hause bekam, die sie im Schweiße ihres Angesichts produziert hatte. Die Gläser passen doch ohne Probleme in den Kofferraum! Ja, tun sie auch. Aber auf der Rückbank und dem Beifahrersitz stapelten sich die Auberginen, Bohnen und Zucchini. Alles liebevoll von Maria für Leonardo und seine Familie konserviert. Sie machte das jedes Jahr und zwar für alle ihre Kinder. Nur abholen mussten sie es selbst. Dazu kamen verschiedene Marmeladesorten, selbstgebackene Plätzchen, Kuchen, mehrere Ringe Salami, zwei große Parmaschinken sowie Espressobohnen. Wo, bitteschön, wäre da für die Familie noch Platz gewesen? Leonardo beteuerte Ulla stets, wenn sie wegen der bevorstehenden langen Heimreise gereizt war, dass man eben Prioritäten setzen müsse. Man könne nicht auf der einen Seite das ganze Jahr über kulinarische Köstlichkeiten genießen und im Gegenzug dafür keine Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. So verlief der »Tomaten-Horror-Trip«, wie Ulla, Cristina und Francesca den alljährlichen Ausflug nach Italien heimlich bezeichneten, immer nach demselben Muster. Und jedes Jahr schworen sich zumindest die Nichtitaliener der Familie, dass sie nächstes Mal nicht wieder hinfahren und sich diesen Stress antun würden. Nur Leo zuliebe, der regelmäßig im Juli oder August angesichts der aufgebrauchten Vorräte einen halben Nervenzusammenbruch bekam, weil er von nun an industriell gefertigte Tomatensoße essen müsste, machte man sich im September wieder auf den Weg nach Sizilien.

Die Roccos

Schweißgebadet erwachte Ulla und stieß entsetzt die Bettdecke von sich. Dann begann sie, mit zitternden Fingern ihre Beine abzutasten. Erst nach mehreren Durchgängen stöhnte sie erleichtert auf und sank zurück in ihr Kissen. So was Blödes aber auch, der Traum war so real gewesen. Ihre Beine waren von langem schwarzem Haar geradezu überwuchert gewesen. Ulla hatte es im Traum geschnitten, rasiert, alles ohne Erfolg. Zum Schluss hatte sie ungläubig mit beiden Händen die Haare wie Büschel gehalten und sich zu erinnern versucht, wann sie zu diesem haarigen Monster mutiert war. Nun, da sie glücklicherweise aufgewacht war und ihre Beine so glatt rasiert waren wie immer, konnte sie wieder lachen. Wie kam sie bloß auf so etwas Absurdes? Ihr Ehemann Leonardo, in liebevollen Zeiten kurz »Leo« genannt, schnarchte selig neben ihr und schien von der Panikattacke nichts mitbekommen zu haben. Na ja, eigentlich auch nichts Ungewöhnliches. Was konnte einen waschechten Sizilianer schon aus der Ruhe bringen?

Jetzt, da Ulla wach war und die Kinder noch schliefen, konnte sie ebenso gut versuchen, ihren Mann zu einem kleinen Tête-à-Tête zu verführen. Selten genug hatten sie Zeit für sich. Ulla kuschelte sich eng an den Rücken ihres Mannes, legte ihre Hand auf seine Schulter und glitt ganz langsam an seiner Vorderseite hinunter. Als sie an seinem Bauch, der wohlgenährt von seinem Leib abstand, angekommen war, verweilte sie und streichelte sanft darüber. Leo änderte seinen Schnarchrhytmus, was Ulla als Zustimmung interpretierte. Folglich wurden ihre Handgriffe kühner und sie schmiegte sich noch enger an ihn. Als sie begann, ihn im Nacken zu küssen, drehte Leo sich abrupt zu ihr um und stöhnte: »Mà che fai?«, schob ihre Hand unwirsch weg und schnarchte weiter. Na dann eben nicht! Ulla schlug die Bettdecke zurück und rauschte ins Bad. Sie schaute in den Spiegel und sah einen frustrierten Zug um ihre Lippen. Einen Kussmund formend sagte sie: »Wer dich nicht liebt, hat dich nicht verdient«, und fing an, ihre Zähne zu putzen. Danach duschte sie ausgiebig und klopfte anschließend die Anti-Falten-Creme, die sie von ihren Töchtern Cristina und Francesca regelmäßig zu allen Anlässen geschenkt bekam, sorgfältig in ihre Haut ein. Dabei studierte sie ihr Aussehen: Sie hatte grüne Augen, blonde kurze Haare mit Strähnen, die in das verwelkte Naturblond mehr Glanz hineinbringen sollten. Ein paar Fältchen hier und da, wie sich das eben für eine Frau in den Vierzigern gehört. Außerdem hatte Ulla trotz ihrer drei Geburten immer noch eine annehmbare Kleidergröße und mehr Lach- als Sorgenfalten. Sie neigte dazu, das Leben meistens von der positiven Seite zu sehen. Leo hingegen war eher ein so genannter »Bremser«, bedächtig, überlegt, abwartend. Wo sie impulsiv und überschäumend war, war er der Fels in der Brandung. Andererseits hatte diese stoische Ruhe auch unangenehme Effekte, wie zum Beispiel eben geschehen. Dieser Mann konnte an jedem Ort zu jeder Tageszeit schlafen und war durch nichts aufzuwecken. Ulla beschloss, den missglückten Start dieses Morgens noch umzukehren und zu einem Erfolg zu machen. Sie würde sich jetzt in Ruhe einen Espresso gönnen, dazu in einem Buch lesen und hoffen, dass ihr noch einige Zeit für sich bliebe, bis die Kinder aufstanden.

Eine Detonation aus südlicher Richtung, in der sich das Zimmer des jüngsten Sprosses der Familie, des sechsjährigen Fabio, befand, zerstörte ihre Hoffnungen auf eine friedvolle, einsame halbe Stunde. Trotzdem zog sie sich eilig etwas über und schlich dann die Treppen hinunter in die Küche, ohne auf das wütende Geheul aus dem Kinderzimmer zu achten. Kaum hatte Ulla die Espressomaschine angeworfen, stürmte schon Cristina herein und schrie: »Kann dieser kleine Idiot uns nicht einmal ausschlafen lassen?«

Mit ihren beinahe 16 Jahren hatte sie einen Ton an sich, der Ulla sich stets aufs Neue fragen ließ, was sie eigentlich falsch gemacht hatten. Fest entschlossen, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, entgegnete Cristinas Mutter: »Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich solche Ausdrücke in diesem Haus nicht hören möchte?«

»Alles klar«, schnaubte Cristina, »Euer kleiner Liebling darf ja alles. Hätte ich mir denken können.« Sie drehte sich um und schmetterte die Tür hinter sich zu. Ulla zuckte die Achseln. Das Geheul im ersten Stock schwoll nun auf eine Lautstärke an, die sich nicht mehr ignorieren ließ. Also begab sich Ulla in das Kinderzimmer, wo sie ihren Sohn inmitten seiner Bauklötze vorfand. Er hatte die Spielsachen wütend im Zimmer verstreut, weil er seinen Baggerführer vermisste. Die Detonation war durch den Plastiktisch ausgelöst worden, den Fabio gegen die Wand geworfen hatte. Das Temperament zumindest hatte er nicht von seinem Vater, der nebenan immer noch unüberhörbar schlief. Darüber konnte sich Ulla immer wieder nur wundern.

Ulla half Fabio bei der Suche nach seiner Plastikfigur und wurde auch fündig. Fabio spielte nun zufrieden weiter und Ulla konnte wieder nach unten zu ihrem Espresso gehen. Beim Einschenken sah sie, dass der Anrufbeantworter blinkte. Wer hatte denn da angerufen? Gestern Abend waren sie gegen 23.00 Uhr nach einer herrlich romantischen Schnulze zu Bett gegangen. Jetzt war es gerade 7.00 Uhr. Bestimmt hatte sich die italienische Verwandtschaft wieder zu nachtschlafender Zeit gemeldet, weil da der Tarif günstiger war. Ulla ließ die Nachricht abspielen und sah sich mit einem temperamentvollen sizilianischen Wortschwall ihrer Schwiegermutter konfrontiert, dem sie zwar einige Worte, aber beileibe nicht den Sinn entnehmen konnte. Nun ja, das musste warten, bis sich Leonardo endlich erhoben hatte.

Es lag ein anstrengender Tag vor der Familie Rocco. Francesca feierte heute ihren 14. Geburtstag. Sie war bei weitem das schwierigste und anspruchsvollste Kind der Familie. Das kam sicher von der italienischen Seite. Sie schien ihre Auftritte, mit denen sie vor allem ihre Mutter zur Weißglut treiben konnte, minutiös zu planen und in ihrem Zimmer vorher zu proben. Francesca befand sich außerdem seit Monaten auf einem »Asia-Trip«, wie ihre Faszination für die Kultur Chinas liebevoll von der Familie bezeichnet wurde. Nach Machtkämpfen mit ihrer Mutter oder Streitereien mit der restlichen Familie zog sich Francesca gewöhnlich auf ihr Zimmer zurück und legte eine Esoterik-CD mit asiatischen Klängen ein, die wahrscheinlich beruhigend auf Francesca wirkten, den Rest der Familie aber eher aggressiv machten. Sie zündete Räucherstäbchen an, um sich zu entspannen und sich von dieser schrecklichen Familie, in die das Schicksal sie aus unbegreiflichen Gründen hineinkatapultiert hatte, zu erholen. Also hatte sich die Familie eine besondere Überraschung ausgedacht, um Madame entsprechend zu würdigen. Was lag näher, als die gesamte Verwandtschaft anlässlich der Geburtstagsfeier in ein China-Restaurant einzuladen? Ulla war schon gespannt auf Francescas Gesicht, wenn sie ihr dies mitteilen würde. Cristina, die schon in die Pläne eingeweiht war, freute sich riesig und für Fabio würde man den chinesischen Koch eventuell um einen Stilbruch bitten müssen. Wer weiß, vielleicht verfügte ein China-Restaurant ja für solch außergewöhnliche Fälle über einen Sonderposten Pommes? Leo und Ulla selbst liebten chinesisches Essen und sogar die Verwandtschaft hatte dem Vorschlag freudig zugestimmt, so dass eigentlich ein gelungenes Fest zu erwarten war.

Nachdenklich nippte Ulla an ihrer Tasse. Weihnachten stand praktisch vor der Tür und sie hatte immer noch nicht alle Geschenke beisammen. Die Mädchen hatten ihre Wunschzettel erst gestern abgeliefert. Cristina wünschte sich nur ein Buch und war ansonsten scheinbar zufrieden. Francescas Liste war wesentlich länger ausgefallen. Von diversen Büchern und schwarzem Nagellack bis hin zu einer Segelfreizeit in Griechenland, die sie natürlich allein zu absolvieren gedachte, war alles vertreten. Fabio wünschte sich Bagger oder Kräne. Er wünschte sich niemals etwas Anderes. Das Kind war durch den Beginn des Hausbaus vor einigen Jahren praktisch auf der Baustelle aufgewachsen und allem Anschein nach war diese auffällige Faszination für Baustellenartikel aller Art der Preis, den die Eltern nun zu bezahlen hatten. Jeglicher Versuch, Fabio Puzzles oder andere Spiele zu schenken, endete in einem beidseitigen Trauma. So wurde das irgendwann zähneknirschend eingestellt. Schließlich war keineswegs bewiesen, dass Kinder, die kein pädagogisch sinnvolles Spielzeug erhielten, später zwangsläufig zu Kettensägen schwingenden Monstern werden. Für dieses Jahr jedoch hatte Fabio noch keine speziellen Wünsche geäußert. Das Drängen seiner Mutter, man müsse den Wunschzettel nun bald absenden, sonst schaffe es der Weihnachtsmann nicht mehr rechtzeitig zum Fest, hatte er ignoriert. Er teilte seiner erstaunten Mutter mit, er würde dieses Jahr keinen Wunschzettel schreiben, denn er wolle testen, ob der Weihnachtsmann auch wirklich alles über die Kinder wisse. Deshalb behalte er seine Wünsche für sich. Ulla versuchte, sich bei Fabio einzuschmeicheln und sagte: »Aber der Mama kannst du es doch sagen, ich verrate es dem Weihnachtsmann auch ganz bestimmt nicht.«

Zwecklos! Fabio fixierte seine Mutter einen Moment lang zweifelnd, bis er verkündete: »Nein, das darf gar niemand wissen. Wenn ich das bekomme, was ich mir so sehr wünsche, dann weiß ich, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt.«

Das war nun eine verzwickte Situation für Ulla. Sie war dafür, Fabio seinen kindlichen Glauben an den Weihnachtsmann so lange wie möglich zu erhalten, da sie sich nur noch zu gut an ihre eigene große Enttäuschung erinnerte, als sie die Wahrheit erfuhr. Wenigstens dieses eine Jahr sollte für ihn die Welt noch in Ordnung sein. Dazu musste sie aber einen Weg finden, seinen Wunsch zu erfahren. Gelänge ihr das nicht, würde dieses Weihnachtsfest ein Desaster werden.

»Verdammt, kann man in dieser irren Familie vielleicht einmal ausschlafen?!«

Mit einem Ruck wurde Ulla in die Gegenwart zurückgeholt. Francesca marschierte in ihrem dunkelblauen Satin-Morgenrock, den sie ihrer Großmutter mütterlicherseits abgebettelt hatte und in dem sie wie eine alternde Diva wirkte, in die Küche und zerstörte endgültig die Hoffnung auf einen friedlichen Tag.

»Erstens, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, mein Schatz, und zweitens, wenn du deine Ausdrucksweise nicht änderst, kannst du etwas erleben!«

»Toller Geburtstag, wenn man nicht mal ausschlafen kann. Aber hier nimmt ja sowieso keiner Rücksicht auf mich. Fabio ist in mein Zimmer gekommen und hat mir seinen Bagger auf den Kopf geschlagen. Ich habe so laut geschrien, dass sogar Papa aufgewacht ist und mit mir geschimpft hat. Das ist so was von ungerecht. Aber eurem Schätzchen ist ja wieder nichts passiert. Der hat angefangen zu heulen und da hat Papa nur gefragt, was ich mit ihm gemacht habe.«

»So, Papa ist also endlich wach?«, erkundigte sich Ulla erstaunt.

»Typisch, du hast mir nicht mal zugehört! Mir reicht es!« Und zum zweiten Mal an diesem Morgen wurde die Küchentür zugeschmettert.

Ulla sprang auf und rief ihr hinterher.

»Aber deine Geburtstagsgeschenke?«

In diesem Moment kam Leo in die Küche, grunzte etwas in ihre Richtung, was wahrscheinlich »Guten Morgen« heißen sollte, und schlurfte schnurstracks zur Espressomaschine. Leo war nur wenig größer als Ulla. Er hatte eine gedrungene, untersetzte Gestalt und setzte bereits ein ansehnliches Bäuchlein an. Schaute er normal, machte er immer einen leicht grimmigen Eindruck. Lächelte er aber, wozu er nach eigener Aussage in dieser Familie wenig Grund hatte, wirkte er sehr jungenhaft und absolut liebenswürdig. Unterstrichen wurde dies noch durch seine quirligen schwarzen Locken, in die sich die ersten weißen Fäden mischten, was ihn mitunter zu der Erklärung veranlasste: »Ich bin der Erste in meiner gesamten Verwandtschaft, der mit Anfang 40 schon graue Haare bekommt. Damit ihr es wisst, das habt ihr auf dem Gewissen. Normal ist das in meiner Familie erst Mitte 60.«

Leo warf mit runzliger Stirn einen Blick in den Brotkorb, fragte kurz: »Hast du schon Brötchen geholt?«, und öffnete ohne die Antwort abzuwarten den Kühlschrank.

»Sag mal, was glaubst du eigentlich? Seit einer halben Stunde ist hier der Teufel los, aber der Herr schläft seelenruhig weiter, als ob ihn das alles nichts anginge. Dann kommst du hier herunter, gibst mir nicht mal einen Kuss und fragst mich, ob ich schon beim Bäcker war? Das eine sage ich dir: So lasse ich mich von euch allen nicht mehr behandeln!«

Leo schloss den Kühlschrank wieder und schaute Ulla erstaunt an.

»Wenn du so eine Laune hast, brauchst du dich nicht zu wundern, dass die Kinder aufgeregt sind.«

Um ihre Nerven zu schonen beschloss Ulla, diesen Satz zu ignorieren und sagte stattdessen: »Du, höre mal den Anrufbeantworter ab. Da ist eine Nachricht von deiner Mutter drauf. Bestimmt möchte sie den Kindern ein Päckchen schicken und hat wieder mal unsere Adresse vergessen.«

Während Ulla eine Liste machte, was sie heute alles zu besorgen hatte, hörte Leo die Nachricht ab. Dann setzte er sich an den Tisch, biss von seinem Marmeladenbrot ab, trank einen Schluck Kaffee und fing an, die Zeitung zu lesen. Als Ulla mit dem Einkaufszettel fertig war, stand sie auf und sagte:

»Ich hole jetzt Francesca herunter, sie hat noch nicht einmal ihre Geburtstagsgeschenke bekommen. Hast du ihr eigentlich schon gratuliert?«

Leo schaute nur kurz auf.

»Ach übrigens, meine Eltern und mein Bruder haben unsere Einladung vom September angenommen.« Ulla setzte sich verblüfft wieder hin.

»Welche Einladung?«

»Wir hatten sie doch eingeladen, die Weihnachtstage mit uns zu verbringen«, erwiderte Leo unwillig.

»Und das erfahre ich wenige Tage vor Ultimo? Bis jetzt haben sie sich doch immer geweigert.« Ulla fühlte sich überrumpelt.

»Wieso, das ist doch eine schöne Überraschung, dass sie kommen.« Bei Leos Mentalität spielte es überhaupt keine Rolle, ob sich Besuch zwei Wochen vorher oder überhaupt nicht anmeldete.

»Natürlich freue ich mich, aber ein bisschen eher hätten sie sich schon entschließen können. Schließlich muss ich mich auch seelisch darauf einstellen. Ich stehe dann in der Küche, ich habe die ganze Arbeit, den ganzen Stress. Mit Rücksicht auf mich hätten sie früher etwas sagen können.«

»Wieso stehst du in der Küche? Meine Mutter hat bestimmt kein Problem damit, für so viele Leute zu kochen. Als wir in Italien waren, hat sie für viel mehr Leute dreimal am Tag Essen auf den Tisch gestellt, oder etwa nicht?«

»In meiner Küche koche ich, damit das klar ist, oder habe ich bei deiner Mutter vielleicht Schnitzel mit Kartoffelsalat gemacht?«

»Mein Gott, typisch ›tedesco‹. Sobald mehr Leute als die eigene Familie am Tisch sitzen, seid ihr hilflos. Bei uns kann eine ganze Fußballmannschaft unangemeldet zum Essen kommen und niemand flippt aus. Meine Mutter freut sich über viele Gäste! Aber zu deiner Beruhigung: Es kommen nur meine Eltern und mein Bruder Giuseppe. Drei Personen mehr werden dich ja wohl hoffentlich nicht in eine Krise stürzen.«

Ulla blitzte Leonardo aus zu Schlitzen zusammengezogenen Augen an.

»Dürfte die Gastgeberin jetzt endlich erfahren, für wie lange der Überfall geplant ist?«

Leo gähnte.

»Über die Weihnachtstage, sagte ich doch schon. Und jetzt entspanne dich, Cara, das ist nur die Familie und kein Staatsbesuch.«

Leonardo tätschelte Ullas Arm, lächelte sie versöhnlich an und klemmte sich die Zeitung unter den Arm, bevor er die Küche verließ.

Ulla seufzte genervt. Na toll, der verschwand jetzt erst einmal für eine halbe Stunde. Danach würde er duschen, dann war entweder der Computer oder der Fernseher dran. Letzten Untersuchungen zufolge waren die Italiener mit 245 Minuten täglich spitze in Europa, was den Fernsehkonsum betraf. Leonardo leistete als guter Patriot einen wesentlichen Beitrag zu dieser astronomischen Zahl.