Verlag: Community Editions Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

Die Schmahamas-Verschwörung E-Book

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E-Book-Beschreibung Die Schmahamas-Verschwörung -

Herzlich Willkommen zurück in der Welt von Minecraft Freedom! Heute ist Palutens Glückstag. Er hat eine Reise gewonnen! Zusammen mit seinem besten Freund, dem Schwein Edgar, geht es auf die Schmahamas. Sandstrand, Schirmchendrinks und einfach mal ausspannen. Doch die einheimischen Schmalamas machen den beiden einen Strich durch die Rechnung, denn sie verhalten sich ganz komisch. Irgendetwas stimmt hier nicht ... Paluten und Edgar ermitteln und decken dabei ein dunkles Geheimnis auf. Ob es Ihnen gelingt, die Schmalamas zu retten? Allein können sie es jedenfalls nicht schaffen. Sie brauchen Hilfe - und zwar ausgerechnet von einem lange verschollenen Feind. Chaotische Abenteuer erwarten euch in diesem Freedom-Roman, wenn Team Edgar wieder auf Reisen geht! Mit von der Partie sind alte Freunde wie General Dieter, Professor Ente und Banani und Banunu. Aber auch Widersacher von früher, die sich überraschend als Verbündete herausstellen, lassen sich blicken. Durch zahlreiche Illustrationen werden die Figuren zum Leben erweckt.

Meinungen über das E-Book Die Schmahamas-Verschwörung -

E-Book-Leseprobe Die Schmahamas-Verschwörung -

PALUTEN

FREEDOM

DIE SCHMAHAMAS-VERSCHWÖRUNG

Über die Autoren:

Paluten ist einer der erfolgreichsten YouTuber Deutschlands. Mit seinem Minecraft-Projekt FREEDOM erschuf er eine komplette Welt, die Millionen von Zuschauern begeisterte. In »Die Schmahamas-Verschwörung« kehrt er in diese Welt zurück, um mit seinem besten Freund Edgar neue Abenteuer zu erleben!

Klaas Kern mag Raumschiffe, Segelschiffe und alle anderen Fortbewegungsmittel, die ihn zu fremden Orten bringen. In Minecraft ist er allerdings meist zu Fuß unterwegs – mit dem Pferd fällt man einfach zu oft in irgendwelche Schluchten. Wenn er nicht gerade durch FREEDOM wandert, dann lebt der freie Autor mit seinen Hunden in Berlin und denkt über neue Abenteuer nach.

Originalausgabe

© 2018 Community Editions GmbH Reinoldstraße 6 50676 Köln

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk, Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger aller Art, auszugsweisen Nachdruck oder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsanlagen aller Art, sind vorbehalten.

Die Inhalte dieses Buches sind von Autoren und Verlag sorgfältig erwogen und geprüft, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung von Autoren und Verlag für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Dies ist kein offizielles Minecraft-Produkt. Es ist nicht von Mojang genehmigt oder mit Mojang verbunden. »Minecraft« and all its graphics are trademark or registered trademark of Mojang Synergies AB. © 2009-2018 Mojang.

Umschlaggestaltung und Illustrationen: © Irina Zinner Redaktion: Mirka Uhrmacher Satz: Achim Münster, Overath

Gesamtherstellung: Community Editions GmbH

ePub: ISBN 978-3-96096-055-3

Printed in Germany

www.community-editions.de

Moin, Leute!

Herzlich Willkommen zurück in der Welt von Minecraft Freedom! Ich wünsche euch jetzt viel Spaß bei meinem Versuch, die Welt von Freedom in ein kleines Buch zu verwandeln.

Euer Pdizzle aka Palle aka Patrick :)

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Anhang

- 1 -

Es war ein herrlicher Tag in der Welt von Freedom.1 Ein paar Sonnenstrahlen kitzelten Paluten an der Nase und draußen krächzten die Chocobos um die Wette. Genüsslich streckte er sich in seinem Bett. Erst den rechten Arm und das linke Bein, dann andersherum, ehe er mit Schwung die Decke zurückschlug und aus den Federn hüpfte. Ja, eindeutig ein schmackhafter Tag.

Paluten schlenderte zum Fenster hinüber. Auf dem Platz vor seinem Haus wuselte wie immer das Leben. Früher hatte er sich gefragt, wo all die Leute eigentlich so plötzlich hergekommen waren, die sich hier niedergelassen hatten. Aber mittlerweile war ihm das nicht mehr wichtig. Jeder war hier willkommen und das machte diesen Ort so besonders. Im Dorfd2 fand jeder sein Zuhause.

Es machte Paluten stolz, wie friedlich hier alle miteinander leben konnten. Er und seine Freunde, der Freedom Squad, hatten hart dafür gekämpft – und es hatte sich gelohnt.

Einst war die Welt von Freedom ein Reich des Chaos gewesen. Der böse König Xaroth hatte die Herrschaft an sich gerissen und versklavte Land und Leute, wie es ihm passte. Alle hatten in Angst und Schrecken gelebt. Das Dorfd wurde in dieser Zeit zur Basis des Widerstandes. Es tobte ein langer, unerbittlicher Krieg. Doch mit vereinten Kräften war es dem Freedom Squad gelungen, Xaroth zu stürzen. Seither war Ruhe eingekehrt.

Paluten dachte gern an den Tag zurück, an dem sie die letzte, alles entscheidende Schlacht geschlagen hatten. Doch nach all der Aufregung war es jetzt auch schön, einfach ausschlafen und dann die Sonne genießen zu können.

Ein Farbklecks zog Palutens Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem Platz unten erspähte er eine merkwürdige Gestalt. Obwohl so viele Menschen unterwegs waren, stach diese Person ganz eindeutig aus der Masse hervor. Es war ein Mann in Umhang und albernen Pluderhosen, der einen großen, lilafarbenen Hut trug, an dem eine buschige Feder wippte. Ein Spitzbärtchen zierte sein Gesicht. So jemanden hatte Paluten hier noch nie gesehen. Und er kam auch noch zielstrebig auf sein Haus zugelaufen! Was er wohl wollte?

Noch bevor der Mann bei Paluten anklopfen konnte, war der schon im Flur angelangt und riss neugierig die Tür auf. »Guten Tag, Sir!«, begrüßte er den Fremden freundlich.

Verdutzt hielt der Mann inne, die Hand noch zum Klopfen erhoben. Sein Blick wanderte zu seiner Faust empor, als würde er sich fragen, was er gerade noch damit vorgehabt hatte, dann ließ er den Arm wieder sinken. »Guten Tag.«

Erwartungsvoll stand Paluten da und sah ihn mit großen Augen an. Es vergingen drei Sekunden, dann fünf, dann sieben. Langsam wurde das Schweigen unangenehm. Wieso sagte der Fremde denn nichts?

»Ähm, wollten Sie … zu mir?«, versuchte Paluten es vorsichtig.

»Das kann schon sein«, antwortete Pluderhose und kramte einen Umschlag aus den Tiefen seines Umhangs hervor. Er hielt ihn sich vors Gesicht, kniff die Augen zusammen, starrte konzentriert auf die Vorderseite des Umschlags, dann auf Paluten, Umschlag, Paluten, Umschlag, Paluten. Schließlich nickte er und drehte den Umschlag um, damit Paluten sehen konnte, worauf er da die ganze Zeit geguckt hatte. Es war eine Zeichnung.

»Sind Sie das?«

Paluten betrachtete die Zeichnung genauer, legte den Kürbiskopf schief, änderte noch mal den Blickwinkel, kratzte sich am Kopf. Ja, möglich war es. Nicht besonders gut getroffen, und die Linien wirkten merkwürdig krakelig, als hätte jemand den Stift mit den Füßen oder der Zunge gehalten, aber eine gewisse Ähnlichkeit war da.

»Das kann schon sein. Sind Sie der Briefträger?«

Pluderhose riss entsetzt die Augen auf. »Briefträger?!«

Bei ihm klang das Wort wie eine Beleidigung. Paluten verstand nicht ganz, was er falsch gemacht hatte.

»Ich bin Botschafter!«

»Ach, echt?« Paluten bezweifelte das. Wieso sollte jemand mit einem so wichtigen Amt ihm Briefe bringen? Noch dazu in so komischen Klamotten? Einen Botschafter konnte doch sicher niemand dazu zwingen, so einen Hut zu tragen.

»Natürlich!« Der Mann hob den Zeigefinger und reckte die Nase in die Luft, sodass die Feder an seinem Hut wackelte. »Ich überbringe Botschaften. Was sollte ich also sonst sein?«

»Äh …«, begann Paluten, ließ es dann aber doch lieber bleiben. Der Briefträger, der keiner sein wollte, hatte immerhin noch seinen Brief, und den wollte er haben. »Ja, ergibt Sinn. Kann ich den Brief denn dann …?«

»Die Botschaft!«

»Ja, klar, also, kann ich die Botschaft dann bitte haben?«

»Selbstverständlich. Bitte bestätigen Sie den Erhalt der Botschaft hier, hier und hier.«

Pluderhose entrollte ein langes Dokument vor Paluten und deutete auf drei Stellen, an denen dünne Linien Platz für eine Unterschrift ließen. Ansonsten war das Papier über und über mit winzigen Buchstaben übersät, die Paluten unmöglich entziffern konnte. Doch das hatte bestimmt alles seine Richtigkeit. Paluten zuckte nur mit den Schultern und kritzelte sein »Palle« auf die Linien. Immerhin wollte er endlich diesen Brief haben! Briefe waren immer etwas Besonderes.

»Danke«, näselte der angebliche Botschafter, rollte das Schriftstück wieder zusammen und ließ es in seinem Umhang verschwinden, ehe er Paluten den Umschlag übergab.

Der riss ihn sofort auf und begann zu lesen.

Pluderhose räusperte sich vernehmlich. Irritiert blickte Paluten von seinem Brief auf. Er fand es ganz schön unhöflich, dass der Briefträger, oder was immer er war, ihn beim Lesen beobachtete. Aber der Mann bewegte sich nicht vom Fleck. Er schien auf irgendwas zu warten …

Dazu passend streckte er jetzt einen Arm aus – und Paluten verstand. Natürlich, die Bezahlung! Hastig durchwühlte er seine Taschen und fand dort eine Karotte, die er Pluderhose strahlend in die Hand drückte.

»Aber nicht alles auf einmal futtern«, mahnte Paluten. »Das mache ich nämlich immer, aber es endet nie gut.«

Pluderhose betrachtete die Möhre, als hätte er so etwas noch nie zuvor gesehen. Armer Kerl. Vielleicht gab es dort, wo er herkam, keine Karotten? Paluten hatte Mitleid mit ihm und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. Dann widmete er sich wieder dem Brief. Nur aus den Augenwinkeln sah er, wie der Bote mit stockenden Schritten davonging, den Blick noch immer wie gebannt auf die Karotte gerichtet. Paluten freute sich darüber, dass er ihm so eine tolle Belohnung gegeben hatte. Doch der Brief war jetzt wichtiger. Also noch mal, was hatte da gestanden?

Uiuiui, damit hatte er jetzt nicht gerechnet. Aber hier stand es, schwarz auf weiß! Er musste sofort mit Edgar3 sprechen! Wo der kleine Fratz wohl steckte?

Paluten sah sich auf dem Platz vor seinem Haus um, konnte seinen besten Freund aber nirgends entdecken. Also auf zum Markt! Vielleicht war Edgar ja dort. Von Palutens Haus aus war es nur ein Katzensprung. Und tatsächlich erspähte Paluten schnell ein rosa Ringelschwänzchen, das hinter einer Gemüsekiste hervorlugte. Die Händler Krassimir und Melvin versuchten noch immer, ihre Ventilatoren zu verkaufen4, und bekamen deswegen von dem Treiben unter ihnen gar nichts mit.

»Edgar, schau mal!«, rief Paluten und wedelte aufgeregt mit dem Brief in der Luft herum.

Der Kopf des Schweins kam zum Vorschein, eine Karotte noch halb im Maul. Edgar sah ertappt aus. Er schluckte die Karotte rasch hinunter, bevor er seinen Freund begrüßte. »Hallo, Paluten. Was machst du denn hier?«

»Ich habe eine Reise gewonnen! Hier, guck!«

Edgar runzelte die Stirn. Er war schon lange Palutens bester Freund und zusammen hatten sie unzählige Abenteuer erlebt. Trotzdem zeigte er selten die gleiche Abenteuerlust wie Paluten, sondern war eher zurückhaltend. Das mochte aber auch daran liegen, dass das letzte Abenteuer noch nicht allzu lange zurücklag. Der Kampf gegen den bösen König Xaroth war für Edgar sehr schwer gewesen. Immerhin war es nicht nur um die Zukunft von ganz Freedom gegangen, sondern auch um Edgars eigene Frau Claudia. Xaroth hatte die Schweinedame entführt und als Geisel festgehalten. Edgar war schier verrückt geworden vor Sorge. Aber, fand Paluten, nach so einer Zeit kam ein Urlaub doch gerade recht, oder nicht?

»Die Schmahamas?«, fragte Edgar, als er den Brief gelesen hatte.

»Jaaaa!« Paluten strahlte. »Ist das nicht klasse? Und du kommst mit!«

»Darüber muss ich erst mit Claudia5 sprechen.«

Paluten zog eine Schnute. »Aber die Schmaahaamas! Freust du dich denn gar nicht?«

»Doch, doch. Aber so etwas kann ich nicht allein entscheiden. Das weißt du doch.«

Paluten verdrehte die Augen. Edgar konnte so schrecklich vernünftig sein. Aber sie würden Claudia schon überzeugen.

»Na gut, dann lass sie uns fragen!«

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Claudia war mit Sohnemann Edgar Junior6 auf der Dorfdwiese und passte auf den Kleinen auf, während der im Gras spielte. Als sie Paluten und Edgar sah, kam sie den beiden ein Stück entgegen.

»Hallo, Paluten. Schön, dich zu sehen! Wie geht es dir?«

»Hallo, Claudia. Mir geht es bestens! Außer dass ich ordentlich Kohldampf habe. Aber schau mal, wir haben eine Reise auf die Schmahamas gewonnen!«

Claudia hob überrascht eine Braue. »Wir?«

»Na ja, ich. Aber Edgar kommt natürlich mit.« Er hielt ihr den Brief hin.

Sie überflog das Schreiben. »Hast du denn überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen?«, fragte sie dann und klang irgendwie besorgt.

Natürlich verstand Paluten, dass sie nach der Zeit als Geisel von Xaroth keine große Lust auf neue Abenteuer hatte. Aber im Brief stand nichts, was besonders gefährlich klang, also gab es doch gar keinen Grund zur Sorge!

»Nicht dass ich wüsste«, gab Paluten schulterzuckend zu. »Aber ich bin auch nicht besonders gut darin, mir Dinge zu merken.«

»Ich weiß nicht recht …«, setzte Claudia zögerlich an. »Irgendwie scheint mir da was faul zu sein. Ich möchte nicht, dass sich Edgar schon wieder in ein Abenteuer stürzt. Wir haben gerade erst so viel durchgemacht.« Sie schaute zu Edgar Junior hinüber, der ausgelassen durch das Gras purzelte.

Doch Paluten winkte ab. »Abenteuer, pah! Wer will denn schon Abenteuer!«, rief er, um Claudia zu beruhigen. »Hier drin steht doch nur ungefährliches Zeug. Was soll denn da passieren? Edgar könnte bestimmt ein bisschen Entspannung vertragen. Oder was meinst du, Kumpel?«

Edgar war die Situation sichtlich unangenehm. Er blickte bloß unsicher von seiner Frau zu seinem besten Freund und zurück, brachte aber keine Antwort heraus.

»Ich denke, wir sollten mit Professor Ente7 darüber sprechen«, schlug Claudia vor. Sie wirkte abgelenkt, da Edgar Junior sich immer weiter von der kleinen Gruppe entfernte und auf das Chocobo-Gehege zusteuerte. Er ärgerte die großen Vögel gerne mal, und Claudia wollte das sicher verhindern. »Treffen wir uns doch später im Labor, ja?«

Paluten und Edgar nickten, aber Claudia lief bereits ihrem Nachwuchs hinterher, der vor einem prächtigen Chocobo auf und ab hüpfte und dabei vergnügte Quietschlaute von sich gab.

Labor 69 war beeindruckend. Paluten musste bei jedem Besuch der unterirdischen Anlage von Professor Ente erneut staunen. Gerade saßen er, Edgar und Claudia in der großen Cafeteria und warteten auf den Professor, der wie immer schwer beschäftigt war. Womit, das würde wohl keiner von ihnen jemals so ganz verstehen.

Aber General Dieter8 hatte sich zu ihnen gesellt und erzählte spannende Dinge über die Schmahamas.

»Es ist wunderschön dort. Und die Schmalamas, wie sie sich selbst nennen, sind ganz nette Leute. Ich war mal einige Zeit auf der Insel stationiert und habe den örtlichen Widerstand gegen den einäugigen Lama-Baron angeführt.«

Palutens Neugier war sofort geweckt. »Konntet ihr ihn stürzen?«

»Aber natürlich! Du kennst mich doch.« Stolz plusterte Dieter sein Gefieder auf.

Claudia schienen Dieters Worte nicht zu beruhigen. »Das klingt aber ganz und gar nicht nach einem sicheren Ort«, sagte sie.

Der General breitete die Flügel aus und wackelte mit dem Kopf. »Ach was, dort ist alles in bester Ordnung. Immerhin war ich ja zur Stelle. Nach dem Aufstand war es sogar richtig langweilig dort.«

Paluten sah seine Chance gekommen. Jetzt konnte er Claudia davon überzeugen, dass die Reise absolut ungefährlich werden würde. »Also …«, fing er ganz beiläufig an, »… ist es dort völlig harmlos und ohne jede Spur von Abenteuer, ja?« Er konnte nur hoffen, dass Claudia seiner Stimme nicht anhörte, dass er sich eigentlich genau das Gegenteil wünschte.

»Absolut«, bestätigte der General. »Der perfekte Ort für einen kleinen Urlaub.«

»Na gut«, sagte Claudia, denn sie vertraute auf Dieters Urteil. »Wenn das so ist, dann habt ihr meinen Segen.«

Paluten machte vor Freude einen kleinen Hüpfer. »Hast du das gehört, Edgar? Pack deine Badehose ein, wir fahren auf die Schmahamas!«

Über so viel Vorfreude musste nun auch das Schwein schmunzeln. »Klingt gut«, grunzte Edgar und stupste seine Frau liebevoll mit der Schnauze an, um ihr seine Dankbarkeit zu zeigen. Claudia nickte und stupste zurück.

»Sehr gut«, erklang eine neue Stimme aus einem Nebenraum, und alle zuckten vor Schreck zusammen. »Wenn ihr schon auf den Schmahamas seid …« Der Professor kam aus der Küche und wischte sich die Hände an seinem weißen Laborkittel ab. Keiner von ihnen hatte ihn in die Küche hineingehen sehen, aber das musste nichts bedeuten. Paluten wunderte sich schon lange nicht mehr darüber, dass er den Professor an den ungewöhnlichsten – oder wie jetzt an den gewöhnlichsten – Orten antraf. Er verfügte über so viel technisches Spielzeug, mit dem er sich teleportieren oder klonen oder auch ein Hologramm von sich erzeugen konnte, dass man ihn zu jeder Zeit überall erwarten musste.

»… könntet ihr mir dann einen Gefallen tun?« Er setzte sich zu den anderen an den Tisch. »Es müsste nur …«, während einer dramatischen Pause sah er Paluten durchdringend in die Augen, »… geheim bleiben.«

»Geheim?« Palutens Kürbisaugen wurden groß. Er mochte Geheimnisse! »Junge! Worum geht es denn?«

Edgar und Claudia wechselten einen schnellen Blick. Jetzt wirkten sie beide besorgt.

»Es geht um … Lama-Hinterlassenschaften.«

»Hinterlassenschaften?», fragte Paluten verblüfft. »Hast du geerbt?«

Der Professor verdrehte die Augen. »Nein, Paluten. Ich meine Kot.«

»Kot?!«, riefen Paluten und Edgar wie aus einem Mund.

Professor Ente zog die Brauen zusammen, als könnte er ihre Verwunderung nicht im Geringsten verstehen. »Ja, wieso?«

»Also, Kot? Wie in … Kott? Ganz sicher?«

Der Professor nickte ungeduldig. »Korrekt. Oder spreche ich undeutlich?«

Hastig schüttelten Edgar und Paluten den Kopf. Sie wollten den Professor auf keinen Fall verärgern! Claudia dagegen schien sich ein Lachen verkneifen zu müssen.

»Der Kot – oder wie ihr es nennt Kott – der Schmalamas ist ihnen heilig. Dieter vermutet aus seiner Zeit auf der Insel, dass er auch über besondere Eigenschaften verfügt. Das möchte ich erforschen.«

»Ich verstehe«, sagte Paluten, obwohl das eigentlich gar nicht stimmte. Aber solange sie am Ende mit Claudias Erlaubnis aus diesem Labor gingen, würde er dem Professor bringen, was auch immer er wollte. Auch wenn sich das hier etwas eklig anhörte. Aber eine geheime Mission blieb eine geheime Mission, und die lehnte man nicht einfach so ab.

»Das Problem ist nur«, schaltete General Dieter sich ein, »dass die Schmalamas ihren Kott hüten wie einen Schatz.«

Paluten verzog angewidert das Gesicht. Schöner Schatz auch!

»Deswegen ist Vorsicht geboten.« Mahnend hob Dieter einen Flügel. »Die Lamas sind absolut friedlich, aber bei ihrem Kott verstehen sie keinen Spaß. Also lasst euch nicht erwischen!«

»Geht klar, Dieter. Gar kein Problem für den guten alten Pdizzle9!« Paluten warf sich in eine stolze Pose, die zeigen sollte, wie geeignet er für diesen Auftrag war. Dieter verzog aber nur das Gesicht und Edgar schnaubte laut durch die Nase. Gut, sollten sie sich eben hinterher wundern, wie heldenhaft er diese Mission zu Ende führen würde! An den heiligen Lama-Kott zu kommen würde ein Kinderspiel werden!

»Habt ihr noch Fragen?«, wollte Professor Ente wissen und sah sie der Reihe nach an. Paluten und Edgar schüttelten die Köpfe, Claudia schien noch immer kichern zu müssen. Die Vorstellung, dass ihr Gatte zusammen mit seinem besten Freund auf geheime Mission geschickt wurde, um Lamakot zu klauen, amüsierte sie sichtlich. Aber immerhin war sie nicht mehr besorgt.

»In Ordnung. Ich gebe euch ein Funkgerät mit. Damit könnt ihr euch melden, wenn irgendetwas schiefgehen sollte.« Aus seinem Kittel holte er einen länglichen Apparat hervor und übergab ihn an Paluten.

»Was soll denn schon schiefgehen?«, wollte der großspurig wissen. »Edgar und ich sind doch Profis! Die Lamas werden gar nicht merken, dass wir dahaaaa–!« Paluten war aus Versehen an den Frequenzknopf des Funkgeräts gekommen. Sofort schrillte ein ohrenbetäubender Lärm aus dem Kasten und fraß sich in die Gehörgänge aller Anwesenden. Vor Schreck ließ Paluten das Gerät fallen. Es plärrte am Boden weiter. Edgar hielt sich die Ohren zu und Claudia konnte das Lachen endgültig nicht mehr zurückhalten. Sie prustete los, kleine Tränchen liefen ihr über die Wangen.

Professor Ente seufzte. »Genau, was soll schiefgehen.« Er stand auf und schaltete das Funkgerät wieder aus. Dann gab er es Paluten zurück. »Sei vorsichtig damit!«

Zerknirscht nahm Paluten den schwarzen Apparat entgegen und ließ ihn in seiner Tasche verschwinden.

»Also dann.« Der Professor klatschte in die Hände. »Ich wünsche euch einen erholsamen Urlaub.«

»Passt auf euch auf«, sagte Dieter, flatterte von dem Stuhl, auf dem er Platz genommen hatte, und folgte Professor Ente aus der Cafeteria. Und auch Claudia machte sich auf den Weg, um die beiden Spezial-Kott-Agenten ihren Planungen und Vorbereitungen zu überlassen.

Am nächsten Morgen war Paluten schon sehr früh wach. Er konnte es gar nicht erwarten, endlich loszukommen. Im Kopf war er noch mal alles durchgegangen, was sie für ihre Reise benötigen würden. Er hatte bestimmt dreimal in seinem Rucksack nachgeschaut, ob auch wirklich alles an Ort und Stelle war. Ganz oben aus dem Rucksack schauten jetzt zwei kleine Gesichter hervor, die aufgeregte Laute von sich gaben. Denn auch wenn im Schreiben gestanden hatte, dass die Reise für zwei Personen war, gegen Bananen konnte doch wohl niemand etwas einwenden, oder? Banani und Banunu, die beiden Wurfgeschosse des Freedom Squad, würden gar nicht weiter auffallen. Und sie hatten sich einen Urlaub ebenso verdient wie Edgar und Paluten selbst.

Als alles fertig gepackt und verstaut war, schulterte Paluten seinen Rucksack und machte sich auf den Weg zum Hafen, wo Edgar ihn erwarten würde.

- 2 -

»Moin, moin!«, rief Kapitän Schmierhose, als er die beiden Urlauber auf sich zukommen sah. Wie immer stand der Kapitän an Deck seines Schiffes, das vorm Dorfd vor Anker lag, und wartete auf Aufträge. Meist schickte Professor Ente ihn hierhin oder dorthin, um Güter zu holen, die im Dorfd benötigt wurden.10

An eine ganz bestimmte Lieferung erinnerte sich Paluten noch, als wäre es erst gestern gewesen. Da war der Kapitän mit einer Kiste für Professor Ente zurückgekehrt, in der es verdächtig rumorte. Als Paluten sie geöffnet hatte, war ihm eine Banane entgegengesprungen, die sich wild rotierend auf alles stürzte, das Paluten anvisierte. Eine mächtige Waffe! Er hatte dem kleinen Kerl den Namen Banani gegeben, Banunu war etwas später hinzugekommen.11

Heute quietschten die beiden vergnügt im Rucksack auf seinem Rücken. Paluten seufzte zufrieden bei der Erinnerung an die Abenteuer, die sie gemeinsam erlebt hatten, während er über eine Planke aufs Schiffsdeck stiefelte. Edgar trabte hinter ihm her.

»Hallo Kapitän!«, begrüßte Paluten den Seefahrer und ließ sein schweres Gepäck auf die Bretter sinken. Der kurze Weg von seinem Haus raus zum Hafen war ganz schön anstrengend gewesen, mit so viel Last auf dem Rücken. Edgar hatte es da eindeutig besser. Schweine konnten immerhin keine Rucksäcke tragen. Oder doch? Paluten nahm sich vor, das beizeiten mal herauszufinden.

»Was führt euch Landratten zu mir? Noch dazu so schwer beladen?«, wollte Schmierhose wissen, als er sah, wie sich Paluten mit dem Rucksack abmühte.

»Wir müssen auf die Schmahamas!«, strahlte der. »Und wir wollten dich fragen, ob du uns hinbringen kannst.«

»Na da schau an, das ist ja mal ein schönes Ziel! Ich war lange nicht mehr dort. Wirklich paradiesisch. Das wird sicher ein toller Urlaub.«

»Nicht nur Urlaub!«, fügte Paluten stolz hinzu.

»Sondern?«

»Ich habe diese Reise gewonnen, aber Professor Ente hat uns zusätzlich noch auf eine geheime Mission gesch– Hey!« Edgar rieb sich die Schweinenase an Palutens Hosenbein ab. Er hatte geniest. »Ihh, hast du mich gerade angeschnoddert?«

Edgar schaute zu Paluten auf und machte ganz große Augen. Immer wieder ruckte seine Schnauze in Richtung des Kapitäns.

»Ist alles okay bei dir? Du guckst so komisch.« War Edgar etwa schon seekrank, ehe sie den Hafen verlassen hatten?