Die schönsten Märchen der Brüder Grimm - Brüder Grimm - E-Book

Die schönsten Märchen der Brüder Grimm E-Book

Brüder Grimm

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Beschreibung

Die schönsten Märchen der Brüder Grimm versammelt die beliebtesten und zeitlosen Klassiker der deutschen Literatur. Diese Ausgabe enthält unter anderem Schneewittchen, Aschenputtel, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen, Rapunzel, Rumpelstilzchen, Der Froschkönig, Die Bremer Stadtmusikanten und Der Wolf und die sieben Geißlein authentisch, unverändert und im klaren Originalstil. Die Märchen der Brüder Grimm gehören seit über zweihundert Jahren zum kulturellen Erbe Europas. Sie erzählen von Mut, Gerechtigkeit, Versuchung, List, Hoffnung und der Macht der Fantasie. Jede Geschichte enthält eine zeitlose moralische Botschaft und spricht Leserinnen und Leser aller Generationen an. Diese Sammlung eignet sich ideal für: - Liebhaber klassischer deutscher Literatur - Kinder und Familien, die echte Märchen schätzen - Lernende der deutschen Sprache - Sammler und alle, die ein hochwertiges Grimm-Buch suchen Tauchen Sie ein in die magische Welt der Grimm'schen Märchen und entdecken Sie die Geschichten, die Millionen Herzen geprägt haben. Jetzt hinzufügen und Ihre Sammlung klassischer Märchen erweitern!

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Seitenzahl: 86

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Prolog

Vor mehr als zwei Jahrhunderten, in einem Deutschland, das noch von dichten Wäldern und alten Legenden bedeckt war, nahmen zwei Brüder – Jacob und Wilhelm Grimm – eine Aufgabe auf sich, die die Vorstellungskraft der Welt für immer verändern sollte: Sie wollten die Geschichten bewahren, die das Volk am warmen Schein des Feuers erzählte. Von Mund zu Mund, von Generation zu Generation hatten diese Erzählungen über Jahrhunderte hinweg überlebt, erfüllt von Weisheit, Furcht, Hoffnung und Magie.

Die Brüder Grimm haben diese Märchen nicht erfunden; sie haben sie gerettet. Sie hörten sie in Dörfern, auf Märkten und in den bescheidenen Häusern ihrer Zeit, und schrieben sie nieder in einer schlichten, aber kraftvollen Prosa, die die Seele Europas zu tragen vermochte. In ihnen hallen die Echos einer Epoche nach, in der Gut und Böse in verzauberten Wäldern aufeinandertrafen, Tiere sprachen und Prinzessinnen unter dem Zauber eines uralten Schicksals schliefen.

Schneewittchen, Aschenputtel, Hänsel und Gretel, Rapunzel oder Rotkäppchen sind nicht bloß Kindergeschichten. Sie sind Spiegel der menschlichen Natur: verlorene Unschuld, wiederhergestellte Gerechtigkeit, Beharrlichkeit angesichts der Widrigkeit. Durch ihre Seiten entdeckt der Leser, dass die Moral jeder Geschichte Jahrhunderte und Grenzen überdauert und uns heute mit derselben Klarheit anspricht wie einst.

In dieser Ausgabe versammeln wir die zehn berühmtesten Märchen der Brüder Grimm, ausgewählt nach ihrer Schönheit und ihrem kulturellen Einfluss. Jedes von ihnen enthält eine Lehre, eine Warnung oder einen Traum, und alle zusammen bilden eine Brücke zwischen mündlicher Überlieferung und Weltliteratur.

Mögen diese Seiten dir – auch nur für einen Augenblick – den staunenden Blick der Kindheit zurückgeben und die Freude daran, an das Unmögliche zu glauben.

Die Brüder Grimm

Jacob Ludwig Karl Grimm (1785–1863) und Wilhelm Karl Grimm (1786–1859) wurden in Hanau, einer kleinen Stadt nahe Frankfurt, geboren. Als unzertrennliche Brüder widmeten sie ihr Leben dem Studium der Sprache, der Literatur und der volkstümlichen Traditionen ihres Landes. Ihre juristische Ausbildung führte sie schon früh zu einem tiefen Interesse an alten Texten und an der Folklore – in einer Zeit, in der Deutschland nach einer eigenen kulturellen und sprachlichen Identität suchte.

Ab 1806 begannen die Brüder Grimm damit, mündlich überlieferte Geschichten zu sammeln, die ihnen von Bauern, Hausfrauen und wandernden Erzählern berichtet wurden. Ihr Ziel war es nicht, neue Geschichten zu erfinden, sondern das Gedächtnis des deutschen Volkes zu bewahren: jene Legenden, Lieder und Märchen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden und die Seele Europas widerspiegeln.

1812 veröffentlichten sie die erste Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen, eine Sammlung, die bald zu einem der meistgelesenen Bücher der Welt werden sollte.

Mit der Zeit wurden ihre Fassungen von Schneewittchen, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen oder Dornröschen aus einfachen Volkserzählungen zu Säulen der Weltliteratur.

Neben ihrer Tätigkeit als Erzähler waren Jacob und Wilhelm auch herausragende Sprachwissenschaftler. Sie beteiligten sich an der Erstellung des monumentalen Deutschen Wörterbuchs, und Jacob formulierte das berühmte „Grimm’sche Gesetz”, das die Lautentwicklung der germanischen Sprachen beschreibt.

Die Brüder Grimm starben in Berlin, doch ihr Vermächtnis lebt weiter. Ihre Märchen – schlicht, tiefgründig und oft moralisch – erinnern uns noch heute daran, dass Fantasie, Gerechtigkeit und Mut die wahren Helden des menschlichen Herzens sind.

Inhalt

Schneewittchen

Aschenputtel

Hänsel und Gretel

Rotkäppchen

Dornröschen

Rapunzel

Rumpelstilzchen

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Die Bremer Stadtmusikanten

Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

Schneewittchen

Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich:

Hätt’ ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen! Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, das war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz und ward darum Schneewittchen (Schneeweißchen) genannt.

Und wie das Kind geboren war, starb die Königin. Über ein Jahr nahm sich der König eine andere Gemahlin. Es war eine schöne Frau, aber sie war stolz und übermütig und konnte nicht leiden, daß sie an Schönheit von jemand sollte übertroffen werden. Sie hatte einen wunderbaren Spiegel wenn sie vor den trat und sich darin beschaute, sprach sie:

“Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist die Schönste im ganzen Land?”

so antwortete der Spiegel:

“Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.”

Da war sie zufrieden, denn sie wußte, daß der Spiegel die Wahrheit sagte. Schneewittchen aber wuchs heran und wurde immer schöner, und als es sieben Jahre alt war, war es so schön, wie der klare Tag und schöner als die Königin selbst. Als diese einmal ihren Spiegel fragte:

“Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist die Schönste im ganzen Land?”

so antwortete er:

“Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, Aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.”

Da erschrak die Königin und ward gelb und grün vor Neid. Von Stund an, wenn sie Schneewittchen erblickte, kehrte sich ihr das Herz im Leibe herum - so haßte sie das Mädchen. Und der Neid und Hochmut wuchsen wie ein Unkraut in ihrem Herzen immer höher, daß sie Tag und Nacht keine Ruhe mehr hatte. Da rief sie einen Jäger und sprach: “Bring das Kind hinaus in den Wald, ich will’s nicht mehr vor meinen Augen sehen. Du sollst es töten und mir Lunge und Leber zum Wahrzeichen mitbringen.” Der Jäger gehorchte und führte es hinaus, und als er den Hirschfänger gezogen hatte und Schneewittchens unschuldiges Herz durchbohren wollte, fing es an zu weinen und sprach: “Ach, lieber Jäger, laß mir mein Leben!

Ich will in den wilden Wald laufen und nimmermehr wieder heimkommen.” Und weil es gar so schön war, hatte der Jäger Mitleiden und sprach: “So lauf hin, du armes Kind!” Die wilden Tiere werden dich bald gefressen haben, dachte er, und doch war’s ihm, als wäre ein Stein von seinem Herzen gewälzt, weil er es nicht zu töten brauchte. Und als gerade ein junger Frischling dahergesprungen kam, stach er ihn ab, nahm Lunge und Leber heraus und brachte sie als Wahrzeichen der Königin mit. Der Koch mußte sie in Salz kochen, und das boshafte Weib aß sie auf und meinte, sie hätte Schneewittchens Lunge und Leber gegessen.

Nun war das arme Kind in dem großen Wald mutterseelenallein, und ward ihm so angst, daß es alle Blätter an den Bäumen ansah und nicht wußte, wie es sich helfen sollte. Da fing es an zu laufen und lief über die spitzen Steine und durch die Dornen, und die wilden Tiere sprangen an ihm vorbei, aber sie taten ihm nichts. Es lief, so lange nur die Füße noch fortkonnten, bis es bald Abend werden wollte. Da sah es ein kleines Häuschen und ging hinein, sich zu ruhen. In dem Häuschen war alles klein, aber so zierlich und reinlich, daß es nicht zu sagen ist. Da stand ein weißgedecktes Tischlein mit sieben kleinen Tellern, jedes Tellerlein mit seinem Löffelein, ferner sieben Messerlein und Gäblelein und sieben Becherlein. An der Wand waren sieben Bettlein nebeneinander aufgestellt und schneeweiße Laken darüber gedeckt.

Schneewittchen, weil es so hungrig und durstig war, aß von jedem Tellerlein ein wenig Gemüs’ und Brot und trank aus jedem Becherlein einen Tropfen Wein; denn es wollte nicht einem alles wegnehmen. Hernach, weil es so müde war, legte es sich in ein Bettchen, aber keins paßte; das eine war zu lang, das andere zu kurz, bis endlich das siebente recht war; und darin blieb es liegen, befahl sich Gott und schlief ein.

Als es ganz dunkel geworden war, kamen die Herren von dem Häuslein, das waren die sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz hackten und gruben. Sie zündeten ihre sieben Lichtlein an, und wie es nun hell im Häuslein ward, sahen sie, daß jemand darin gesessen war, denn es stand nicht alles so in der Ordnung, wie sie es verlassen hatten. Der erste sprach: “Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?’ Der zweite: “Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?” Der dritte: “Wer hat von meinem Brötchen genommen?” Der vierte: “Wer hat von meinem Gemüschen gegessen?” Der fünfte: “Wer hat mit meinem Gäbelchen gestochen?” Der sechste:

“Wer hat mit meinem Messerchen geschnitten?”

Der siebente: “Wer hat aus meinem Becherlein Getrunken?” Dann sah sich der erste um und sah, daß auf seinem Bett eine kleine Delle war, da sprach er: “Wer hat in mein Bettchen getreten?” Die anderen kamen gelaufen und riefen: “In meinem hat auch jemand Gelegen!”

Der siebente aber, als er in sein Bett sah, erblickte Schneewittchen, das lag darin und schlief. Nun rief er die andern, die kamen herbeigelaufen und schrien vor Verwunderung, holten ihre sieben Lichtlein und beleuchteten Schneewittchen. “Ei, du mein Gott! Ei, du mein Gott!” riefen sie, “was ist das Kind so schön!”

Und hatten so große Freude, daß sie es nicht aufweckten, sondern im Bettlein fortschlafen ließen. Der siebente Zwerg aber schlief bei seinen Gesellen, bei jedem eine Stunde, da war die Nacht herum. Als es Morgen war, erwachte Schneewittchen, und wie es die sieben Zwerge sah, erschrak es. Sie waren aber freundlich und fragten:

“Wie heißt du?” –

“Ich heiße Schneewittchen,” antwortete es.

“Wie bist du in unser Haus gekommen?” sprachen weiter die Zwerge. Da erzählte es ihnen, daß seine Stiefmutter es hätte wollen umbringen lassen, der Jäger hätte ihm aber das Leben geschenkt, und da wär’ es gelaufen den ganzen Tag, bis es endlich ihr Häuslein gefunden hätte. Die Zwerge sprachen: “Willst du unsern Haushalt versehen, kochen, betten, waschen, nähen und stricken, und willst du alles ordentlich und reinlich halten, so kannst du bei uns bleiben, und es soll dir an nichts fehlen.” - “Jaa, sagte Schneewittchen, “von Herzen gern!” und blieb bei ihnen. Es hielt ihnen das Haus in Ordnung. Morgens gingen sie in die Berge und suchten Erz und Gold, abends kamen sie wieder, und da mußte ihr Essen bereit sein. Den ganzen Tag über war das Mädchen allein; da warnten es die guten Zwerglein und sprachen: “Hüte dich vor deiner Stiefmutter, die wird bald wissen, daß du hier bist; laß ja niemand herein! Die Königin aber, nachdem sie Schneewittchens Lunge und Leber glaubte gegessen zu haben, dachte nicht anders, als sie wäre wieder die Erste und Allerschönste, trat vor ihren Spiegel und sprach: