Die schwarze Seele - Ralph Dietze - E-Book

Die schwarze Seele E-Book

Ralph Dietze

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Beschreibung

Ein Mann an den Abgründen seines Lebens. Peter ist einer Frau verfallen, die ihn psychisch und emotional beherrscht. Er kann sich von ihr nicht befreien und überschreitet moralische Grenzen, die ihn fast das Leben kosten. Dabei deckt er ein dunkles Geheimnisse auf.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Ähnliche


Ralph Dietze

Die schwarze Seele

Die tiefen Abgründe eines Mannes

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

1.Kapitel

Impressum neobooks

1.Kapitel

Die Schwarze Seele

Montag früh 8:45 Uhr, Peter hat wieder einmal die Nacht zum Tag gemacht und zieht bei diesen Gedanken an seiner Zigarette. Normal müsste er schon auf Arbeit sein, in dieser Spedition die ihm sein Knastbruder Paul empfohlen hat.

Wenn du einen Job brauchst, wo du Geld verdienen möchtest, geh dahin und sage, Paul hat dich geschickt, dann fragt keiner. Ich schreibe dir die Adresse und eine Telefonnummer mal auf. Hätte er damals gewusst was das für eine Spedition ist, wäre er da nie gelandet. Heute kann er nicht mehr weg, da er viel zu viel weiß und schon zu tief in der ganzen Sache steckt.

Er denkt oft an die unbeschwerte Zeit vor seiner bizarren Sucht die ihn in die tiefsten Abgründe seiner Seele fallen ließ, die ihn dahin gebracht hat wo er heute ist, sinniert Peter und macht einen weiteren tiefen Zug von seiner Zigarette. Das Spiel war doch nur eine abgekarterte Sache, wie er heute weiß, weil sie wusste welche Knöpfe gedrückt werden mussten, damit er alles machte was sie wollte. Er war doch nur ihr Spielzeug, das man demütigt und straft, wenn es nicht pariert. Peter wird dabei ganz kalt ums Herz. All das liegt schon so lange zurück und ist immer noch so präsent. 10 Jahre sind seitdem vergangen, wo er gelogen und betrogen hat. Dafür hat er bezahlt. Die Jahre im Knast waren nicht immer gut, haben ihm aber die Augen geöffnet und gezeigt was er für Leid anderen, die ihn liebten, angetan hat. Nie wieder, hat er sich damals geschworen.

Mist schon so spät, ich muss los sonst gibt es wieder Ärger. Dabei berührt seine linke Hand seinen geschundenen Körper, ich muss unbedingt aufhören mit der ganzen Sache, sonst bringt es mich eines Tages um.

In aller Eile drückt Peter seinen Zigarettenstummel aus und geht ins Bad, wo er seinem geschundenen Geist eine warme Dusche gönnt, nebenbei läuft der Kaffee durch die Maschine, einen kann er noch trinken bevor er losgeht.

Mit Bus und U-Bahn benötigt er 50 Minuten bis Tegel, mit dem Taxi nur 20 Minuten von seiner Wohnung in Spandau. Also winkt er auf der Straße ein freies Taxi heran und schon ist er in der Firma. Das macht 19,50 € hört er den Fahrer sagen. Nach dem Peter bezahlt hat geht er durch die Tür und hofft das ihn keiner gesehen hat, als er mit dem Taxi zur Arbeit gekommen ist. Peter möchte nicht gefragt werden, ob er nicht lieber erst einmal seine Schulden zahlen möchte bevor man großkotzig mit dem Taxi zur Arbeit fährt.

Beim Betreten des Büros legt er sein smartes Lächeln auf und geht direkt zu seinem Platz. Keiner beachtet ihn, die Luft ist zum Zerreißen angespannt. Auf einmal steht Erwin neben ihm und fragt: "Hat der Herr es auch geschafft auf Arbeit zu kommen?"

„Du weißt schon dass wir 8:00 Uhr anfangen?“

„Sei froh dass die Hexe noch nicht da ist, sonst könntest du gleich wieder bei ihr antanzen. Du weißt ja was dann passiert. Hast recht Erwin, nur war überall Stau und.... Hör auf mir was vor zu machen, mach deinen Job und versuche nur einmal nicht zu lügen. Das kannst du bei den Kunden machen. Da bist du aber zu nett und deshalb musst du immer zur Hexe", und verschwand ohne ein weiteres Wort.

10 Uhr ging die Tür auf und sie ging mit einem scharfen Schritt zu ihrem Büro rein: "Erwin sofort in mein Büro!", hörte man ihre strenge Stimme sagen.

Nach 30 Minuten kam Erwin wieder aus ihrem Büro. Peter tat so, als ob er mit einem Kunden sprach und beachtete ihn nicht, aber an seiner Mimik erkannte man dass es ihm nicht gut ging.

Erwin schrie, "Alle in den Besprechungsraum, sofort!"

Peter suchte sich einen Platz ganz hinten, um nicht zu nahe bei Erwin zu sein. Sonst suchte er immer seine Nähe. Er war nicht so wie man Erwin eigentlich kennt.

Als alle im Raum waren, schaute er jedem genau ins Gesicht. Es kam einem wie eine Ewigkeit vor. Erwin schrie auf einmal los und beschimpfte jeden und lud alles ab, was er 30 Minuten zuvor ertragen musste bei ihr.

Dann verließ er den Raum, um mit einem Kaffeebecher 5 Minuten später wieder zurückzukommen.

Erwin sagte kein Wort und schaute in die Runde, jeder wusste was los ist, die Ruhe im Raum war zum Zerreißen. "Jeder von euch macht 20 Prozent mehr", sagte Erwin auf einmal. "Das unterschreibt ihr mir. Wer das nicht hinbekommt ist raus." Bei diesem Satz musste Peter grinsend zu Boden schauen, nicht einmal Erwin weiß dass er nicht kündigen kann.

Der Tag im Büro war wie immer, viel Kaffee und sehr stressig. Wie viel Kaffee er getrunken hatte weiß er nicht, er zählt es schon lange nicht mehr. Ich muss unbedingt mit Erwin reden. Vielleicht kann ich ihm helfen, denkt sich Peter, er weiß ja wie gemein sie werden kann. Bevor Peter das Büro verließ, ging er zu Erwin, der schaute nur auf seinen Arbeitsplatz und hatte kein Blick für ihn übrig. "Wollen wir reden?", fragte Peter.

"Worüber möchtest du mit mir reden?", fragte Erwin und schaute ihn dabei nicht einmal an.

"Gut, dann nicht. Dachte ja dass du vielleicht bei einem Bier mit mir reden möchtest. Du weißt ich kann gut zuhören. Zuhören kannst du? Dann mach das endlich und bring Umsatz damit hilfst du mir mehr!"

Erwin blickte ihn kurz an und sagte dann nur noch, "Unterschreibe das und lass mich mit deinem Geschwafel in Ruhe für diese Woche."

Es war schon dunkel als er in seiner Bar im Kiez angekommen war. Kein Anruf oder SMS von ihr, denkt er sich beim Kontrollieren seines Handys. Na gut ein Bier kann ich noch trinken bevor ich heimgehe. Da wartet so wie so keiner auf mich. Sein zu Hause sind die Kneipen und Bars in Berlin, wenn er nicht wieder einen Transport in Empfang nehmen musste mit jungen Mädchen und diese in der Nacht zu einem Ort bringen musste, den er ganz genau kannte und wusste was da mit den Mädchen passierte. Wer weiß wie lange das noch gut geht. Peter hat das Gefühl das er bei seinen nächtlichen Fahrten einen Beschatter hat. Nur weiß er noch nicht genau, ob es nur Hirngespinste oder Realität ist. Ihr hat er davon noch nichts gesagt, würde ihm sonst schlecht ergehen.

Aus einem Bier sind dann doch wieder vier Bier geworden. Es ist schon zu spät, um heute noch was zu machen.

Er zahlte, hörte nur noch dass Fred ihm einen schönen Abend wünschte und ging dann heim.

Warum ruft sie nicht an oder fragt, wie es ihm geht. Bei diesem Gedanken muss er eingeschlafen sein. Die Woche verging wie im Fluge, mit Erwin hat er nur dienstlich gesprochen, sonst kein Wort, was ihn nicht sonderlich tangierte. Dass er keine Antwort oder SMS von ihr bekommen hat, beunruhigt ihn schon sehr. Peter war es ausdrücklich verboten sie anzurufen ohne einen zwingenden Grund. Er fragt sich ob es ein zwingender Grund ist, wenn er eine Woche nichts von Barbara hörte! Vielleicht bestraft sie ihn gerade damit, weil er sie verärgert hat? Bei diesem Gedanken kam er sich irgendwie sehr schmutzig und klein vor.

2. Kapitel

Peter kann sich noch ganz genau an die Ersten Begegnungen mit ihr erinnern.

Zum ersten Mal begegneten sie sich im Ostseebad Bansin auf Usedom. Damals wusste er nicht, dass sie die Chefin der Spedition ist in der er heute arbeitet.

Es war im Spätsommer vor 3 Jahren an einem lauen Abend. Peter war gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden und wollte im Ostseebad Bansin die letzten Sonnenstrahlen genießen, bevor er den Job in der Spedition anfing. Er trank gerade den letzten Schluck seines kühlen Bieres auf der Hotelterrasse in dem einzigen Strandkorb aus und genoss die letzten Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne in seinem Gesicht. „Ist hier noch Platz?“, hörte er eine Frauenstimme fragen.

Peter schaute kurz zu ihr hoch und musste sich dabei etwas komisch bewegt haben, so dass sie sich vor Lachen fast nicht mehr ein bekam. „Sie haben den einzigen Strandkorb auf der Terrasse“, hörte er sie lachend sagen. „Warten sie auf jemanden oder können wir uns den Strandkorb teilen?“, fragte sie ihn. Peter antwortet kurz, “Nein ich bin alleine“ und bat ihr einen Platz im Strandkorb an.

„Was trinken sie?“, Bier sagte Peter.

Sie schaute zum Kellner, „Für den Herrn ein Bier und für mich ein Glas Sekt, bitte. Kommt sofort gnädige Frau.“, hörte er den Kellner sagen. „Womit habe ich das verdient?“, fragte er. „Das weiß ich auch nicht.“, war ihre kurze Antwort.

Nach 5 Minuten hielt er sein kühles Bier in der Hand und prostet der fremden Dame im Strandkorb zu, was sie mit einem leichten Nicken erwiderte.

„Machen Sie Urlaub in Bansin oder sind sie geschäftlich hier?“, erkundigte sie sich. „Ich spanne vom Berliner Alltag aus und tanke neue Energie. Was machen sie hier?“

„Ich möchte ebenfalls den Spätsommer genießen. Da haben wir ja was gemeinsam.“, sagte sie und lächelte ihn dabei an. Peter schaute in ihre Augen und war irgendwie gefesselt von ihr. „Sie haben schöne Augen, wissen sie das?“ Lachend sagte Sie, „Ja die Augen sind die Seele zum eignen ICH und verraten einiges über einen, wussten sie das?“

„Nein“, sagte Peter.

„Wenn wir uns schon über Augen und Seele unterhalten sollten wir uns duzen. Ich heiße Barbara und du?“

„Ich. Peter Müller und wohne in Berlin.“

„Na so genau wollte ich das nicht wissen.“ Er wurde fast rot, was Barbara bemerkte. „Oh etwas schüchtern der Herr Peter?“ Jetzt musste auch er lachen über sich. Ihr Lachen wurde unterbrochen durch den Kellner, der verkündete, “Madame ihr Tisch ist jetzt frei.“

„Danke.“ Dabei stand sie auf und erst jetzt erkannte er wie schön sie war. „Ich gehe jetzt etwas essen und danach auf mein Zimmer. Vielleicht sehen wir uns morgen, um weiter zu reden.“ Peter war ganz perplex und wusste nicht was er sagen sollte. Bis er antworten konnte war sie schon im Hotel verschwunden. Was für eine Frau, dachte Peter und ging mit diesen Gedanken zur Bar. „Machen sie mir bitte noch ein Bier und schreiben alles auf mein Zimmer.“ Er zeigte seinen Zimmerschlüssel bevor der Barkeeper nach der Zimmernummer fragte. Mit seinem Bier entschwand Peter auf sein Zimmer.

Am nächsten Tag setzt er sich an den ersten Tisch, damit er sehen konnte, wer alles zum Frühstück kam. Seine Strandsachen hatte er schon an. In seiner Tasche befand sich Handtücher und was man sonst noch so für den Strand benötigte. Nach 2 Stunden und etlichen Kaffees verließ er das Hotel in Richtung Sandstrand. Es war schon 10 Uhr und die Sonne brannte. Der Weg durch den Sand zum Strandkorb war für einen ungeübten schon eine Tortur. Endlich angekommen machte er seinen Strandkorb auf und dreht ihn Richtung Sonne, damit er auch nichts verpasste. Bevor er ins Wasser ging und seine Augen den Strand nach ihr abgesucht hatten, cremte er seinen Körper ein. Nach 15 Minuten ging er ins Wasser. Der Tag verging wie im Fluge, von ihr war weit und breit nichts zu sehen. Am Abend ließ er sich wieder im Strandkorb auf der Terrasse nieder. Nach einer Stunde fragte er den Kellner, ob er wüsste welches Zimmer die Frau von gestern Abend hat.

„Die Dame ist heute Vormittag abgereist“, hörte er den Kellner sagen. „Darf es noch ein Bier sein? Ja, danke.“

Peter denkt sich, hätte ich doch wenigstens nach ihrer Adresse gefragt. Außer das Sie Barbara heißt und ca. 170 groß ist und wunderschöne Augen hat weiß er nichts von ihr.

Sein Urlaub ging dem Ende zu. Am Montag hat er den Vorstellungstermin in der Spedition in Tegel. Bange ist ihm davor nicht. Er kann reden und Leute um den Finger wickeln, dass weiß er nur zu gut. Außer bei Barbara, da hat er versagt.

3. Kapitel

Montagmorgen 9 Uhr in Berlin Tegel steht Peter vor der Spedition " Export & Import ". Für eine Spedition ist das hier aber klein, dachte sich Peter beim Betreten. Durch die Tür ins Treppenhaus, in der 1. Etage angekommen, wo das Schild der Firma an der Wand angebracht ist, machte er die Tür auf. Ein muffiger Geruch von Schweiß und Alkohol kam ihm entgegen. 10 vielleicht auch 13 Leute telefonierten aufgeregt in Deutsch, Polnisch und Englisch. Es war mehr ein Rumschreien und Drohen. „Sie müssen Peter Müller sein?“, kam ihm ein etwas älterer Mann mit ausgestreckter Hand entgegen.

„Ja ich bin Peter. ... dachte ich mir, ich bin Erwin Fischer der Speditionsleiter, aber du kannst ruhig Erwin sagen. Wir sind hier wie eine Familie." Bevor Peter was sagen konnte, zog ihn der ältere Mann, der immer noch seine Hand hielt, mit nach hinten in eine Art Konferenzraum. "Komm rein und suche dir einen Platz. Was möchtest du trinken? Äh Kaffee“, sagte Peter. „Gut.“, antwortete Erwin und war verschwunden. Peter schaute sich um und versuchte seine Gedanken zu ordnen. Gleich per du und Familie, das ist nicht so sein Ding. Jetzt weiß er auch warum Paul ihm gesagt hat das er seinen Namen sagen sollte. Es kann nur daran liegen. Bei diesen Gedanken ging die Tür auf und Erwin kam mit einem Tablett, auf dem eine Kanne Kaffee, 2 Tassen und 2 Kaffeeteller mit Löffel standen. „Habe noch etwas Gebäck gefunden.“, sagte er grinsen zu ihm. „Schwarz oder weiß?“