Die spannendsten griechischen Sagen - Dimiter Inkiow - E-Book

Die spannendsten griechischen Sagen E-Book

Dimiter Inkiow

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Beschreibung

Vom sagenhaften Gold des König Midas? Wer war der Minotaurus? Wie ist die Welt der griechischen Götter entstanden? Und warum konnten Daedalus und Ikaros fliegen? Dimiter Inkiow erzählt meisterhaft von Sisyphos, von Kadmos und seinem Kampf gegen den Drachen und vom sagenhaften König Midas, dessen Berührung alles zu Gold verwandelte. 20 altersgerecht und mit viel Humor erzählte Sagen aus der griechischen Antike, mit zahlreichen witzigen Illustrationen von Wilfried Gebhardt. Ein Wissens- und Geschichtenschatz für Eltern und Kinder! Das Vorlesebuch aus der Welt der griechischen Antike vermittelt Wissen spielerisch.

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Seitenzahl: 99

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Über dieses Buch

Wer war der Minotaurus? Wie ist die Welt der griechischen Götter entstanden? Und warum konnten Daedalos und Ikaros fliegen? Dieses Buch entführt kleine und große Leser in die spannende Welt der griechischen Sagen.

Es erzählt von Sisyphos und wie er versucht, den Tod zu überlisten; von Kadmos, der gegen einen gefährlichen Drachen kämpft und die Stadt Theben gründet; von König Midas, bei dem alles, was er berührt, zu Gold wird – und von vielen anderen Göttern, Menschen und Fabelwesen.

 

Die spannendsten griechischen Sagen neu erzählt von Dimiter Inkiow und humorvoll illustriert von Wilfried Gebhard – ein echter Sagenschatz für die ganze Familie, der sich auch besonders gut zum Vorlesen eignet.

Diese Geschichten haben sich vor sehr langer Zeit ereignet, vor Tausenden von Jahren, als auf dem Berg Olymp in Griechenland noch Götter lebten. Deshalb wagte damals kein Mensch, den Gipfel des Berges zu besteigen. Heute leben längst keine Götter mehr auf dem Olymp. Wohin sie gegangen sind, weiß niemand.

Neben den Göttern gab es auch Halbgötter, Helden, Ungeheuer und Fabelwesen. Von ihnen allen erzählen die Geschichten in diesem Buch.

Die Entstehung der griechischen Götterwelt

Die ersten Götter in Griechenland waren Gaia, die Erdgöttin, und Uranus, der Himmelsgott.

Uranus und Gaia heirateten. Und schon bald bekamen die beiden Kinder. Weil Gaia, die Erde, und Uranus, der Himmel, gewaltig groß waren, ist es kein Wunder, dass sie auch sehr, sehr große Kinder hatten.

Die ersten drei ihrer Kinder waren die hundertarmigen Riesen. Dann kamen noch drei Kinder: die Kyklopen, die einäugige Riesen waren. Später bekamen Gaia und Uranus zwölf weitere Kinder – sechs Söhne und sechs Töchter: die Titanen.

Da seine Kinder so stark waren, hatte Uranus Angst, dass sie ihn vom Thron stürzen könnten und er so seine Macht verlieren würde. Am meisten Angst hatte er vor den Kyklopen und den hundertarmigen Riesen. Deshalb nahm er all seine Kraft zusammen und warf diese sechs Söhne in die Finsternis des Tartaros. Der Tartaros lag tief unter der Erde und war der Ort, in dem Uranus seine Widersacher einsperrte.

Seine Frau Gaia war entsetzt, doch Uranus wollte seine Söhne nicht zurückholen.

Der Jüngste der Titanen, Kronos, wollte seine Brüder retten. Er hatte den Mut, gegen Uranus zu kämpfen.

Nach einem furchtbaren Kampf, bei dem der Himmel erzitterte, siegte schließlich Kronos.

»Du hast mich von meinem Thron gestoßen!«, rief Uranus wütend. »Aber eines prophezeie ich dir, Kronos: Eines Tages wirst du ebenfalls von einem deiner Söhne entthront werden! Und deine Brüder, die Kyklopen und die hundertarmigen Riesen, werden deinem Sohn dabei helfen.«

Kronos erschrak, als er das hörte, und sagte: »Dann werde ich meine Brüder nicht befreien. Sie sollen für immer im Tartaros bleiben. Und ich werde niemals Kinder haben. So wird sich die Prophezeiung nicht erfüllen.«

Mit diesen Worten setzte sich Kronos auf den Thron. Er herrschte zusammen mit seiner Frau Rhea über die anderen Götter Griechenlands.

 

Nach einigen hundert Jahren bekam Rhea dann aber doch ein Kind. Kronos war sehr wütend. Und damit ihm sein Kind nicht gefährlich werden konnte, tat er etwas ganz Schreckliches: Er verschlang es gleich nach der Geburt. Das Gleiche tat er später noch mit vier weiteren Kindern. So lebten seine fünf Kinder in Kronos’ Bauch weiter. Denn wie alle Götter waren sie unsterblich.

Kronos hatte drei Töchter – Hera, Hestia und Demeter – und zwei Söhne – Poseidon und Hades.

Rhea war sehr traurig darüber, dass Kronos ihre Kinder verschlungen hatte. Als sie einen weiteren Sohn bekam, versteckte sie ihn vor Kronos in einer Höhle auf der Insel Kreta. Dieser Sohn war Zeus. Zeus wurde von einer göttlichen Ziege und Bergnymphen aufgezogen, ohne dass Kronos es merkte. Zeus wuchs zu einem sehr großen und mächtigen Gott heran. Als Rhea ihm von seinen fünf Geschwistern erzählte, wurde Zeus wütend.

»Ich werde sie befreien und Kronos stürzen!«, rief Zeus. »Ich werde meinen Vater im Schlaf überraschen. Er muss meine Geschwister ausspucken! Dafür werde ich sorgen.«

Und so geschah es auch: Als Kronos schlief, schlich sich Zeus heran, packte ihn an den Füßen und schüttelte Kronos kopfüber so lange, bis er alle seine Kinder ausgespuckt hatte.

Zeus verbannte Kronos in die Finsternis des Tartaros. Die Kyklopen und die hundertarmigen Riesen befreite Zeus und ließ sie auf die Erde zurückkommen. Die Kyklopen freuten sich und sagten: »Zum Dank schmieden wir dir einen Donnerkeil, Zeus. Damit kannst du donnern und wirst auch Blitze erzeugen können.«

Die Blitze wurden Zeus’ gefährlichste Waffe. Und Zeus wurde der mächtigste Gott. Er liebte den Berg Olymp, deshalb wählte er ihn zu seinem Sitz. Von dort aus beherrschte er die Welt.

 

Es gab sehr viele Götter, doch Zeus war der Hauptgott im alten Griechenland. Er wurde auch »der Allmächtige«, »der donnernde Blitzerzeuger« und »der Vorausschauende« genannt. Alle – Menschen und Götter – hatten Angst vor Zeus, weil er so mächtig war.

Doch natürlich gab es auch noch andere Götter neben Zeus.

Zusammen mit seinen beiden Brüdern Hades und Poseidon teilte Zeus sich die Welt auf. Als Hauptgott herrschte Zeus über die Erde, den Himmel und den finsteren Tartaros. Poseidon herrschte über die Meere und Gewässer. Und Hades wurde der Gott der Unterwelt und der toten Seelen.

Neben vielen weiteren Göttern und Göttinnen gab es auch Halbgötter, Kentauren und Satyrn, die halb Mensch und halb Tier waren; es gab Okeaniden, das heißt Meeresgöttinnen; und es gab Nymphen: wunderschöne, junge, unsterbliche Frauen, die in Gebirgsbächen lebten.

Der Rat der Götter

Der Gipfel des Olymps, der Sitz der Götter, sollte noch schöner werden. Deshalb schickte Zeus seinen Boten Hermes zu Hephaistos, dem Gott der Schmiedekünste.

»Zeus will dich sprechen. Komm mit mir auf den Olymp!«, sagte Hermes zu Hephaistos.

Hephaistos kam aus seiner unterirdischen Werkstatt heraus, die sich in einem erloschenen Vulkan auf dem Boden des Ozeans befand.

»Ich bin ganz schmutzig von der Arbeit«, sagte er. »Ich will mich erst waschen. Dann komme ich mit.«

Gesagt, getan. Kurz darauf flogen die beiden zum Olymp.

»Du hast mich rufen lassen, Vater?«, fragte Hephaistos.

»Ja, ich will etwas mit dir besprechen, Hephaistos«, sagte Zeus, und Hephaistos war sehr gespannt, was sein Vater zu sagen hatte.

Zeus räusperte sich und fuhr dann fort: »Es wird immer schwieriger, die Welt zu regieren. Die Menschen vermehren sich und machen mir Ärger. Deshalb werde ich einen Rat der Götter berufen. Dort sollen neben mir die zwölf wichtigsten Götter und Göttinnen sitzen: du, Poseidon, Hades, Hera, Pallas Athene, Demeter, Apollon, Artemis, Aphrodite, Ares, Hermes und Dionysos. Ich werde der Vorsitzende des Rates sein. So wird es immer, wenn wir Beschlüsse fassen, eine Mehrheit geben. Wir sollten aber den Gipfel des Olymps ausbauen und verschönern. Ich bitte dich, auf dem Olymp elf prächtige, goldene Paläste zu bauen: für jeden Gott einen.«

»Es müssen aber doch dreizehn sein!«, erwiderte Hephaistos.

Zeus schüttelte den Kopf. »Elf reichen. Poseidon will hier keinen Palast. Er bleibt in seinem Reich, auf dem Boden des Ozeans. Auch Hades will seine Unterwelt nicht verlassen. Deshalb brauchen wir nur elf Paläste.«

»Ich will auch nicht hier oben wohnen, Vater Zeus«, sagte Hephaistos. »Die Metalle, die ich für meine Arbeit brauche, gewinne ich aus dem Inneren der Erde. Ich bleibe lieber in meiner Werkstatt, in meinem Vulkan.«

Zeus war damit einverstanden und sagte: »Gut. Dann baue zehn Paläste! Einen schöner als den anderen. Der Gipfel des Olymps soll von Weitem erstrahlen! Die Menschen sollen wissen: Hier leben die Götter!«

 

Hephaistos begann sofort mit der Arbeit.

Für jeden Gott und jede Göttin baute er den passenden Palast. Der Palast von Artemis, der Göttin der Jagd, war zum Beispiel mit Jagdbildern verziert, der Palast von Aphrodite mit Liebesszenen und der Palast von Ares mit Kriegsbildern.

Der prächtigste war natürlich der Palast von Zeus. Dort war auch der Sitzungssaal, in dem sich der Rat der Götter traf. Die Wände waren aus Bergkristall, und es gab einen runden Tisch aus purem Gold. Um den Tisch standen zwölf goldene Stühle und ein herrlicher Thron für Zeus. Auch wenn die Götter um den Tisch saßen und miteinander redeten, konnten sie die ganze Welt beobachten. Ihren aufmerksamen Augen entging nichts.

 

Im Rat der Götter saßen neben Zeus, dem Hauptgott und Vorsitzenden, folgende Göttinnen und Götter:

 

HERA, sie war Zeus’ dritte Ehefrau. Die Römer nannten sie Juno.

Sie war die Göttin und die Beschützerin der Familie. Zwei riesengroße Schlangen – Pythons – waren ihre Dienerinnen.

 

POSEIDON, ein Bruder des Zeus. Die Römer nannten ihn Neptun.

Er war einer der mächtigsten Götter, gefürchtet wegen seines Zorns.

Er herrschte über alle Gewässer und lebte in der Tiefe des Meeres, in einem prächtigen goldenen Palast. In seinem Streitwagen, der von drei schwarzen Rossen gezogen wurde, den Dreizack drohend in der Hand, durchkreuzte er die Meere, schnell wie der Wind. So haben ihn viele Künstler abgebildet. Man nannte ihn auch »den Erderschütterer«.

 

ARES, die Römer nannten ihn Mars. Er war der einzige Sohn von Zeus und Hera. Er war der Gott des Krieges.

 

HADES, ein weiterer Bruder des Zeus. Die Römer nannten ihn Pluto. Er herrschte über die Unterwelt, die nach ihm benannt war, und über die toten Seelen.

 

ATHENE, auch Pallas Athene genannt, war die Lieblingstochter des Zeus. Sie war die Göttin der Weisheit, des Sieges und der schönen Künste. Ihr Lieblingsvogel war die Eule. Deshalb glaubt man bis heute, dass die Eule ein sehr kluger Vogel ist. Die Römer nannten sie Minerva.

 

APOLLON, ein Sohn von Zeus und der Titanin Leto. Er war der Gott des Bogenschießens, der schönen Künste und der Weissagung. Er war der Gott, der alles wusste. Er sah so wunderschön aus, dass man noch heute beim Anblick eines schönen Mannes sagt: »So schön wie Apollon!«

 

APHRODITE war die Göttin der Liebe. Die Römer nannten sie Venus. Sie schenkte den Menschen Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit. Man sagte, dass sie im Meeresschaum geboren sei.

 

HERMES war Zeus’ Sohn von der Nymphe Maia, einer Tochter des Titanen Atlas. Er war der Gott der Diebe, des Handels, der Reisenden und der Kaufleute.

Zeus diente er als Bote, weil er in Windeseile jeden Winkel der Welt erreichen konnte. Er trug goldene geflügelte Sandalen. Die Römer nannten ihn Merkur.

 

ARTEMIS war die Zwillingsschwester des Apollon. Sie war die Göttin der Jagd, aber gleichzeitig auch die Beschützerin der wilden Tiere und der Kinder. Die Römer nannten sie Diana.

 

HEPHAISTOS war Heras Sohn. Er hatte keinen Vater. Die Römer nannten ihn Vulcanus. Er war der Gott des Feuers und der Schmiedekünste. Er baute für die Götter die goldenen Paläste auf dem Olymp.

 

DEMETER, eine Schwester von Zeus. Sie war die größte Erdgöttin.

Ihr Name bedeutet »Mutter Erde«. Sie war die Göttin der Fruchtbarkeit. Die Römer nannten sie Ceres und die Ägypter Isis.

 

DIONYSOS war der Gott des Weines. Die Römer nannten ihn Bacchus. Er war das jüngste Mitglied im Rat der Götter. Sein Vater war Zeus. Seine Mutter war Semele, die Tochter von Kadmos, dem Gründer von Theben.

Daidalos, der Einfallsreiche

In der Zeit, in der die griechischen Götter auf dem Berg Olymp lebten, gab es in Athen einen großen Künstler und Erfinder, einen Menschen, der so gut wie alles bauen konnte. Sein Name war Daidalos. »Daidalos« ist altgriechisch und bedeutet »der Einfallsreiche«.

Dieser Erfinder war sehr fleißig. Wenn man ihn fragte: »Warum arbeitest du so viel?«, antwortete er: »Weil es mich glücklich macht. Wenn ein Werk vollendet ist, bin ich der glücklichste Mensch der Welt!«