Die Sünden der Gerechten - - Ian Rankin - E-Book

Die Sünden der Gerechten - E-Book

Ian Rankin

4,8
9,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Ein heikler Fall für Malcolm Fox

Sein jüngster Einsatz führt Malcolm Fox und sein Team von der »Abteilung für interne Ermittlungen« in das Küstenstädtchen Kirkcaldy. Dort wurde der Polizist Paul Carter der Korruption schuldig gesprochen. Eine Routineuntersuchung soll nun den Ruf seiner Dienststelle wiederherstellen – ein Drahtseilakt für die internen Ermittler, die sich auf fremdem Terrain bewegen. Dann wird der Mann, der das Verfahren ins Rollen brachte, tot aufgefunden. Es ist Carters eigener Onkel. Als sich sein vorgeblicher Freitod als Mord entpuppt, verübt mit einer Waffe, die es gar nicht geben dürfte, nimmt der Fall eine dramatische Wendung …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 587

Bewertungen
4,8 (16 Bewertungen)
13
2
1
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Ian Rankin

Die Sünden

der Gerechten

Roman

Aus dem Englischen von Conny Lösch

MANHATTAN

Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel

»The Impossible Dead«

bei Orion Books, London

Manhattan Bücher erscheinen im

Wilhelm Goldmann Verlag, München,

einem Unternehmen der

Verlagsgruppe Random House GmbH

1. Auflage

Deutsche Erstveröffentlichung November 2011

Copyright © der Originalausgabe

2011 by John Rebus Limited

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2011

by Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Die Nutzung des Labels Manhattan erfolgt mit freundlicher

Genehmigung des Hans-im-Glück-Verlags, München

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN 978-3-641-07091-5

www.manhattan-verlag.de

Eins

1

»Der ist nicht da«, sagte der Beamte am Empfang.

»Und wo ist er?«

»Im Einsatz.«

Fox sah den Mann durchdringend an, wusste aber, dass es nichts bringen würde. Der Sergeant gehörte zu jenen älteren Semestern, die glaubten, bereits alles gesehen und niedergestarrt zu haben. Fox versuchte es mit dem nächsten Namen auf seiner Liste.

»Haldane?«

»Krank.«

»Michaelson?«

»Unterwegs mit DI Scholes.«

Tony Kaye stand direkt hinter Fox. In der Sekunde, in der die Worte seinen Mund verließen, wusste Fox bereits, was sein Kollege sagen würde.

»Die wollen uns doch verarschen.«

Fox drehte sich um und warf Kaye einen Blick zu. Die Neuigkeiten würden im Revier die Runde machen: Aufgabe erledigt. Die von der Inneren waren da gewesen, hatten niemanden angetroffen und sich sichtlich verärgert gezeigt. Der Beamte am Empfang verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen und hatte alle Mühe, seine Zufriedenheit über den Verlauf des Gesprächs nicht zu stark raushängen zu lassen.

Fox nahm sich einen Moment Zeit, um die Umgebung eingehend zu mustern. An der Wand hingen die üblichen Bekanntmachungen. Es handelte sich um eine moderne Polizeiwache, der Empfangsbereich hätte ebenso gut zu einer Arztpraxis oder dem Sozialamt gepasst, abgesehen von dem Schild, das darüber informierte, dass die Alarmbereitschaft von der niedrigsten auf die mittlere Stufe heraufgesetzt war. Mit Fox und seinen Männern hatte das nichts zu tun: In einem Waldgebiet nahe Lockerbie war es zu einer Explosion gekommen. Wahrscheinlich Kinder. Kirkcaldy lag ein gutes Stück davon entfernt, trotzdem hatte man alle Polizeiwachen im Land von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Auf dem Tresen befand sich ein Knopf mit einem handgeschriebenen Schildchen »Bitte klingeln«– was Fox bereits vor drei oder vier Minuten getan hatte. Hinter dem Schalter war ein halbdurchlässiger Spiegel installiert, durch den der diensthabende Sergeant die Ankömmlinge mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit vorher beobachtet hatte– Inspector Malcolm Fox, Sergeant Tony Kaye und Constable Joe Naysmith. Man hatte der Wache im Vorfeld mitgeteilt, dass die drei kommen würden. Es waren Termine mit DI Scholes, sowie DS Haldane und DS Michaelson vereinbart worden.

»Glauben Sie wirklich, auf die Tour hätte es noch niemand versucht?«, fragte Kaye den Mann. »Vielleicht sollten wir Sie zuallererst vernehmen.«

Fox blätterte die zweite Seite seiner Mappe auf. »Was ist mit Ihrer Vorgesetzten, Superintendent Pitkethly?«

»Noch nicht da.«

Kaye sah demonstrativ auf die Uhr.

»Besprechung im Präsidium.« Joe Naysmith, rechts von Fox, schien sich dagegen mehr für die auf dem Tresen ausgelegten Broschüren und Faltblätter zu interessieren. Fox gefiel das: Es zeugte von Selbstvertrauen, von der Gewissheit, dass die genannten Personen so oder so vernommen werden würden. Die internen Ermittler waren mit dieser Art von Verzögerungstaktik bestens vertraut.

Die »Complaints«: Die Bezeichnung war längst überholt, obwohl Fox und sein Team sie immer noch verwendeten, zumindest untereinander. »Complaints and Conduct« war bis vor kurzem der offizielle Titel gewesen. Jetzt sollten sie »Professional Ethics and Standards« heißen. Im nächsten Jahr würde es wieder einen neuen Namen geben: Die Bezeichnung »Standards and Values« war umstritten und gefiel eigentlich niemandem. Sie waren die von der Inneren, die Polizisten, die gegen andere Polizisten ermittelten. Weshalb sich die anderen Polizisten niemals freuten, sie zu sehen.

Und sich selten kooperativ zeigten.

»›Im Präsidium‹ heißt: in Glenrothes?«, vergewisserte sich Fox bei dem Mann am Empfang.

»Richtig.«

»Wie lange fährt man dorthin– zwanzig Minuten?«

»Wenn Sie sich nicht verfahren.«

Das Telefon auf dem Schreibtisch hinter dem Beamten klingelte. »Sie können natürlich auch warten«, sagte er, kehrte Fox den Rücken zu und sprach mit gedämpfter Stimme in den Hörer.

Joe Naysmith hielt eine Broschüre über häusliche Sicherheitin der Hand. Er ließ sich auf einen der Stühle am Fenster fallen und fing an zu lesen. Fox und Kaye warfen sich Blicke zu.

»Was meinst du?«, fragte Kaye schließlich. »Da draußen wartet eine ganze Stadt darauf, erkundet zu werden…«

Kirkcaldy: eine Küstenstadt in Fife. Vierzig Minuten hatten sie von Edinburgh gebraucht, in Kayes Wagen und größtenteils auf der Überholspur. Als sie die Forth Road Bridge überquerten, hatten sie über den Stau auf der entgegenkommenden Fahrbahn gesprochen, auf der sich am Beginn des Werktags der Verkehr in die Hauptstadt wälzte.

»Kommen alle rüber und nehmen uns die Jobs weg«, hatte Kaye gescherzt und anschließend gehupt und gewunken. Naysmith schien als Einziger über Ortskenntnisse zu verfügen.

»Linoleum. Dafür war Kirkcaldy berühmt. Und Adam Smith.«

»Wo hat der noch gleich gespielt?«, hatte Kaye gefragt.

»Das war ein Moralphilosoph und Ökonom.«

»Was ist mit Gordon Brown?«, war Fox eingefallen.

»Kirkcaldy.«

Jetzt standen sie am Empfang der Polizeiwache, und Fox wog die Möglichkeiten gegeneinander ab. Sie konnten hier warten und sich die Beine in den Bauch stehen. Er konnte den Chef in Edinburgh anrufen und sich beschweren. Der würde sich natürlich beim Präsidium in Fife melden, und endlich würde was passieren– genauso machten es kleine Jungs: rannten zu Daddy, um die großen Kinder zu verpetzen.

Oder…

Fox sah erneut Kaye an. Dieser lächelte und schlug mit dem Handrücken von hinten gegen Naysmiths Broschüre.

»Setz den Tropenhelm auf, Little Joe«, sagte er. »Wir ziehen in die Wildnis.«

Sie parkten an der Uferpromenade, blieben einige Augenblicke am Wasser stehen und starrten über den Firth of Forth Richtung Edinburgh.

»Sieht sonnig aus da drüben«, meinte Kaye und knöpfte sich den Mantel zu. »Ich wette, du hättest liebend gern eine vernünftige Jacke an.«

Joe Naysmith hatte sich längst an die Bemerkungen über seine neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet der Designermode gewöhnt, stellte aber trotzdem den Kragen seiner Jacke auf. Von der Nordsee wehte ein heftiger Wind herüber. Die Wellen schlugen hoch, und die Pfützen auf der Promenade ließen darauf schließen, dass die Flut über die Ufermauer schwappen würde. Die Möwen sahen aus, als hätten sie Mühe, sich in der Luft zu halten. Irgendwas wirkte seltsam an dieser Uferanlage: Sie schien kaum genutzt zu werden. Die Gebäude standen dem Meer abgewandt zur Stadtmitte hin ausgerichtet. Fox war dies bereits andernorts in Schottland aufgefallen: Von Fort William bis Dundee hatten die Stadtplaner offenbar die Existenz der Küste zu leugnen versucht. Er hatte das nie verstanden, bezweifelte aber, dass ihm Kaye und Naysmith diesbezüglich Auskunft geben konnten. Zwar hatte Joe Naysmith einen Strandspaziergang vorgeschlagen, doch Tony Kaye war schon in Richtung einer der kleinen Sträßchen unterwegs, die zu den Geschäften und Cafés von Kirkcaldy hinaufführten, und hatte es Naysmith überlassen, in seinen Taschen nach acht Fünfpencemünzen für den Parkplatz zu kramen. Die schmale Hauptstraße war wegen einer Baustelle aufgerissen. Kaye überquerte sie und stieg weiter bergan.

»Wo will der hin?«, wunderte sich Naysmith.

»Tony hat ein feines Näschen«, erklärte Fox. »Dem ist nicht jeder olle Imbiss recht.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!