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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Pädagogik - Pädagogische Psychologie, Note: eins, Christian-Albrechts-Universität Kiel (Philosophische Fakultät), Veranstaltung: Systemische Sichtweisen, Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Nachdem wir die Literatur gesichtet hatten, sind wir immer wieder auf den Namen Ludewig gestoßen und wurden vielfach darauf verwiesen. Und so wurde das Buch „Systemische Therapie“ von Ludewig zum Grundlagenwerk unserer Hausarbeit. Nach der Literatursichtung entschieden wir uns dafür, unsere Hausarbeit folgendermaßen zu gliedern: Im zweiten Punkt werden die für die systemische Denk- und Therapieweise wichtigsten Begriffe geklärt. Hierzu gehören die Worte „systemisch“, „Systemtheorie“ und „Therapie“. Der Begriff „System“ in seinem Wandel wird im darauf folgenden Punkt beschrieben, da er sich im historischen Hintergrund mehrfach mit der veränderten Sichtweisen verändert. Der vierte Punkt befasst sich mit den Grundannahmen der systemischen Sichtweise und dem daraus folgenden Menschenbild für die Therapie. Der nächste Punkt hat die klinische Theorie von Ludewig zum Thema und baut sich wie folgt auf: Nach einer kurzen Einleitung wird das Mitgliedskonzept erläutert und dann die vier Phasen der Kommunikation in der Therapie systematisch erfasst. Im sechsten Punkt werden die Methoden dargestellt, deren sich die systemische Therapie bedient. Hier wird nur eine kleine Auswahl bearbeitet und beschrieben, da das Angebot doch sehr vielfältig ist. Wir haben uns für die sechs, unserer Meinung nach, interessantesten und wichtigsten entschieden. Nach diesem theoretischen Block haben wir versucht durch ein Fallbeispiel der Hausarbeit einen praktischen Fokus zu geben. Wir wollten damit die Theorie in die therapeutische Praxis umsetzen, um sie an dem Beispiel der Anorexia nervosa zu verdeutlichen. Die Vorgehensweise sieht wie folgt aus. Als erstes wird der Fall „Marita“ dargestellt und Hintergrundinformationen werden gegeben. Dann werden die traditionellen Lösungen des Problems vorgestellt, wie zum Beispiel die psychoanalytische Herangehensweise und dann gehen wir die mögliche systemische Vorgehensweise ein. Danach werden diese unterschiedlichen Lösungen in Punkt sieben verglichen und gegeneinander abgewogen. Der achte Punkt gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Bereiche, in denen die systemische Therapie Anwendung findet. Der letzte Punkt stellt die persönliche Stellungnahme und das Resümee dar, in dem wir auftretende Problem in der Bearbeitung und unsere Meinung darstellen werden.
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Veröffentlichungsjahr: 2003
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1.) Einleitung:
Die Idee für diese Hausarbeit kam uns in dem Seminar „Ausgewählte Lern- und Verhaltensstörungen -aus systemischer Sicht“, welches von Herrn Petersen angeboten wurde. Wir waren von der systemischen Sichtweise sehr beeindruckt vor allem davon, dass jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit hat und dass das sogenannte Problemverhalten als besondere Fähigkeit verstanden werden kann. Nachdem wir die Literatur gesichtet hatten, sind wir immer wieder auf den Namen Ludewig gestoßen und wurden vielfach darauf verwiesen. Und so wurde das Buch „Systemische Therapie“ von Ludewig zum Grundlagenwerk unserer Hausarbeit. Nach der Literatursichtung entschieden wir uns dafür, unsere Hausarbeit folgendermaßen zu gliedern:
Im zweiten Punkt werden die für die systemische Denk- und Therapieweise wichtigsten Begriffe geklärt. Hierzu gehören die Worte „systemisch“, „Systemtheorie“ und „Therapie“. Der Begriff „System“ in seinem Wandel wird im darauf folgenden Punkt beschrieben, da er sich im historischen Hintergrund mehrfach mit der veränderten Sichtweisen verändert. Der vierte Punkt befasst sich mit den Grundannahmen der systemischen Sichtweise und dem daraus folgenden Menschenbild für die Therapie. Der nächste Punkt hat die klinische Theorie von Ludewig zum Thema und baut sich wie folgt auf: Nach einer kurzen Einleitung wird das Mitgliedskonzept erläutert und dann die vier Phasen der Kommunikation in der Therapie systematisch erfasst. Im sechsten Punkt werden die Methoden dargestellt, deren sich die systemische Therapie bedient. Hier wird nur eine kleine Auswahl bearbeitet und beschrieben, da das Angebot doch sehr vielfältig ist. Wir haben uns für die sechs, unserer Meinung nach, interessantesten und wichtigsten entschieden. Nach diesem theoretischen Block haben wir versucht durch ein Fallbeispiel der Hausarbeit einen praktischen Fokus zu geben. Wir wollten damit die Theorie in die therapeutische Praxis umsetzen, um sie an dem Beispiel der Anorexia nervosa zu verdeutlichen. Die Vorgehensweise sieht wie folgt aus. Als erstes wird der Fall „Marita“ dargestellt und Hintergrundinformationen werden
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gegeben. Dann werden die traditionellen Lösungen des Problems vorgestellt, wie zum Beispiel die psychoanalytische Herangehensweise und dann gehen wir die mögliche systemische Vorgehensweise ein. Danach werden diese unterschiedlichen Lösungen in Punkt sieben verglichen und gegeneinander abgewogen. Der achte Punkt gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Bereiche, in denen die systemische Therapie Anwendung findet. Der letzte Punkt stellt die persönliche Stellungnahme und das Resümee dar, in dem wir auftretende Problem in der Bearbeitung und unsere Meinung darstellen werden.
Zu erwähnen sei noch, dass wir konsequent die männliche Form in dieser Hausarbeit verwendet haben, um ein leichteres und überschaubares Lesen zu gewährleisten. Natürlich finden bei unseren Überlegungen beide Geschlechter ihre Berücksichtigung.
Dieser Punkt widmet sich der Begriffsklärung. Um die Systemische Therapie verstehen zu können, müssen die Begriffe „systemisch“, „Systemtheorie“ und „Therapie“ geklärt werden. Da es eine Vielfalt von Systemdefinitionen gibt, die aus verschiedenen Theorien heraus entstanden sind, soll dieser Begriff ausführlich in seinem Wandel in Punkt drei, der sich dem Historischen Hintergrund widmet, dargestellt werden. Dementsprechend baut sich dieser Punkt wie folgt auf:
Als erstes erläutern wir den Begriff „systemisch“, danach wird die „Systemtheorie“ kurz definiert und dann die „Therapie“. Danach können wir uns schon ein genaueres Bild von der Systemischen Therapie machen.
Die erste Definition widmet sich dem Begriff „systemisch“. Sie lautet: „Unter systemisch wird hier eine allgemeine Sichtweise der Welt verstanden, die Systeme zur Einheit ihres Denkens macht. Diese Sicht impliziert eine Theorie des Seins, des Erkennens und des Werdens, die als Orientierung für die Praxis des Lebens dient.“1Dies bedeutet nichts anderes, als dass ein Beobachter sich dem Konstrukt „System“ bedient, um die Welt zu strukturieren und somit begreifbar zu machen.
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Der erste Begriff ist geklärt und nun geht es weiter zur „Systemtheorie“, die der systemischen Therapie zugrunde liegt. Die Systemtheorie ist ein grundlegendes Erkenntnismodell und wird zunehmend auf alle Bereiche der Erkenntniswirklichkeit angewandt. Die Systemtheorie beschäftigt sich mit der Erforschung der Elemente eines Systems, wie sie miteinander, mit der Außenwelt und mit gekoppelten Systemen wirken und in Beziehung treten. „Wesentl. Aspekte der allg. S. sind die Klassifikationen von Systemen und die mathemat. Erfassung von Beziehungen und Gesetzen, in enger kybernet. Betrachtung der Einfluß von Systemänderungen auf das Verhältnis von Eingangs- und Ausgangsgrößen. Wesentl. Einfluß auf die S. übte N. Luhmann aus.“2Der Begriff der „Therapie“ wird wie folgt definiert:
„Therapie (grch.), die Lehre von der Behandlung der Krankheiten oder die Behandlung selbst.(...)“3
Wir unterstreichen eher die letzte Aussage, da in der systemischen Therapie jedes Verhalten für den Agierenden einen Sinn macht und so nicht als „krank“ bezeichnet werden sollte. Therapie ist hier als Angebot zur Selbsthilfe zu verstehen. Probleme und Symptome werden nicht als Pathologie eines Individuums, sondern als Problem im Kontext d es sozialen oder familiären Bezugsystems verstanden. So beschreibt die Systemische Therapie Gesundheit als well-being, wie die Definition der WHO, die Gesundheit nicht nur als Fehlen von Krankheit auffaßt. Ludewig definiert die systemische Therapie für sich wie folgt: „Unter <systemischer Therapie> verstehe ich, die Praxis an Systemtheorie und konstruktivistischer Erkenntnistheorie zu orientieren. Wesentlich ist, daß dieser geistige Hintergrund es erlaubt, Therapie als Hilfe fürautonomeMenschen zu begreifen, um mit minimaler Einmischung optimale Veränderung zu ermöglichen.“4Wichtig ist noch hinzuzufügen, dass die Therapie nach Ludewig durch den Therapeuten definiert wird. Die Kommunikation spielt dabei eine wesentliche Rolle, sie ist aus systemischer Sicht Anlass, Mittel und Ziel der Therapie. Die systemische Therapie sollte sich an drei Postulaten orientieren: Erstens an dem Nutzen als Ziel der Therapie,
