Die These der Kolonialisierung der Lebenswelt - Franziska Loth - E-Book

Die These der Kolonialisierung der Lebenswelt E-Book

Franziska Loth

0,0
13,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen, Note: 1,2, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Soziologie), Veranstaltung: Einführung in die neuere soziologische Theorie, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Hausarbeit widmet sich der These der Kolonialisierung der Lebenswelt, welche Jürgen Habermas innerhalb seiner Theorie des Kommunikativen Handelns aufstellte. Habermas´ Verständnis der modernen Gesellschaft wird zunächst theoretisch dargestellt. Die bei Habermas eingeführten Begrifflichkeiten werden dabei erläutert. Dann wird anhand von Beispielen untersucht, wie in der Praxis Eingriffe des Systems in die Lebenswelt der Menschen von statten gehen. Mittels dieser Beispiele wird überprüft, ob die These der Kolonialisierung haltbar ist. Die Arbeit wird abgerundet durch einen Überblick auf kritische Auseinandersetzungen mit Habermas.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2008

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Impressum:

Copyright (c) 2013 GRIN Verlag GmbH, alle Inhalte urheberrechtlich geschützt. Kopieren und verbreiten nur mit Genehmigung des Verlags.

Bei GRIN macht sich Ihr Wissen bezahlt! Wir veröffentlichen kostenlos Ihre Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten.

Jetzt beiwww.grin.com

Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung

1. Bedeutung und Stellung innerhalb der Kritischen Theorie

2. Grundlegende Konzepte in Habermas’ Gesellschaftstheorie

2.1 Kommunikatives Handeln

2.2 Habermas’ Gesellschaftskonzept

2.2.1 Das “System”

2.2.2 Die “Lebenswelt”

3. Die kapitalistischen Moderne

3.1 Rationalisierung der Lebenswelt

3.2 Die Mediatisierungsthese

3.3 Die Kolonialisierungsthese

3.4 Die Folgen für die Gesellschaft

3.4.1 Krisenerscheinungen

3.4.2 Verdinglichung und kulturelle Verarmung

3.5 Habermas’ Lösungsvorschläge

4. Kritik

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

 

Seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts erfolgte im Zuge der Industrialisierung ein extremer Wandel der gesellschaftlichen Bedingungen. Ungezählte Philosophen und Soziologen schickten sich an, die mit diesem Wandel verbundenen Folgen zu untersuchen. Eine besondere Stellung nimmt dabei Jürgen Habermas ein, weil dieser sich in seiner Gesellschaftstheorie mit nahezu allen bedeutenden Theorien zu dieser Thematik auseinandersetzte. Habermas zählt zur zweiten Generation innerhalb der Kritischen Theorie. Seine eigene kritische Betrachtung der modernen Gesellschaft formuliert er in seiner 1981 erschienenen Theorie des kommunikativen Handelns[1]. In dieser konzipiert er die Gesellschaft als System und Lebenswelt zugleich. Im Folgenden soll es um seine These von der Kolonialisierung der Lebenswelt gehen, welche besagt, dass systemische Imperative in die Lebenswelt eindringen und diese okkupieren. Habermas bezweckt anhand der Kolonialisierungsthese Erklärungen für die in der Moderne in Erscheinung getretenen Sozialpathologien zu liefern. Dabei dient ihm Webers Theorie der Moderne als Ausgangspunkt. Habermas erkennt zahlreiche Inkonsistenzen innerhalb Webers Ansatz, welche er zu beheben versucht.

 

Es stellt sich nun die Frage, welche Folgen sich aus dieser so genannten “Kolonialisierung der Lebenswelt” theoretisch ergeben und ob ein derartiger Prozess auch in der Praxis beobachtbar ist.

 

Bei der kommenden kritischen Auseinandersetzung dient der zweite Band der Theorie des kommunikativen Handelns als primäre Textgrundlage. Insbesondere wird auf die Zweite Zwischenbetrachtung eingegangen werden , in welcher Habermas sein Gesellschaftskonzept vorstellt, sowie die Schlußbetrachtung, und von dieser seine Auseinandersetzung mit Webers Theorie der Moderne.

 

Um die aufgeworfene Frage beantworten zu können, werden zunächst Habermas’ Vorstellungen von der modernen Gesellschaft und seine damit eingeführten Konzepte erläutert werden. Seine Argumentation bei der Aufstellung der Kolonialisierungsthese soll nachvollzogen und kritisch untersucht werden. Anhand einer Auseinandersetzung mit ausgewählten Beispielen wird sodann der Versuch unternommen, eine mögliche Bestätigung seiner These durchzuführen.

 

1. Bedeutung und Stellung innerhalb der Kritischen Theorie

 

Habermas’ versucht mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns die moderne Gesellschaft in ihrer ganzen Komplexität zu verstehen. Er bezieht sich dabei nicht nur auf die traditionelle Gesellschaftstheorie, sondern auch auf die analytische Sprachphilosophie. Dabei setzt er sich intensiv mit unterschiedlichen Gesellschaftstheorien auseinander. Dies führte dazu, dass seine Theorie des Kommunikativen Handelns viele metatheoretische Aussagen enthält. Habermas interpretiert diese Theorien als unterschiedliche Beiträge, welche alle zum Ziel haben die Moderne als Prozess nachzuvollziehen. Er sieht diese Theorien nicht als gänzlich geglückt an, aber sie enthalten viele wichtige Konzepte, die es weiterzuverfolgen gilt.[2] Habermas formuliert selbst dazu folgendes:

 

“Die Theorie des kommunikativen Handelns soll eine Alternative für die unhaltbar gewordene Geschichtsphilosophie bieten, der die ältere Kritische Theorie noch verhaftet war; sie empfiehlt sich als Rahmen, innerhalb dessen die interdisziplinär angelegte Erforschung des selektiven Musters der kapitalistischen Modernisierung wieder aufgenommen werden kann.”[3]

 

Die von ihm festgestellten Mängel in der bisherigen Kritischen Theorie will er durch seine kommunikationstheoretische Herangehensweise und sein zweistufige Betrachtungsweise der Gesellschaft beheben.[4]

 

Die Theorie des kommunikativen Handels stellt also eine Art Synthese zahlreicher theoretischer Ansätze dar. Bezüglich dieses Punktes lastete man Habermas Eklektizismus an.[5]