Beschreibung

Kurt F. Svatek beschäftigt sich, wie im Band 'Ein Deut Deutsch', auch in diesem Buch mit Spracheigentümlichkeiten. In einer Reihe amüsant gestalteter Texte richtet der Autor den Blick auf Entwicklungen der Ausdrucksweise von Alt und Jung. Er beleuchtet die Durchlässigkeit zu anderen Sprachen und wie wir mit der Sprache umgehen. Überraschend und unterhaltsam fördert Kurt F. Svatek zutage, was das gesprochene und vor allem das geschriebene Wort wiederum aus uns macht. Den Lesern wird die Lektüre so manches Schmunzeln entlocken.

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Seitenzahl: 223

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Kurt F. Svatek

Die Verhaftung der Sprechpuppe

Sprachver(w)irrungen

TRIGA – Der Verlag

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.d-nb.deabrufbar.

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© Copyright TRIGA – Der Verlag Leipziger Straße 2, 63571 Gelnhausen-Rothwww.triga-der-verlag.de Alle Rechte vorbehaltenCoverfoto: © goldpix - Fotolia.com ISBN 978-3-95828-036-6 (Print-Ausgabe) ISBN 978-3-95828-037-3 (eBook-Ausgabe)

Inhalt

Grundsätzliches

Alltägliches

Legal und loyal

Ein Abgesang auf Bo

Ein etwas anderer Jugend-Stil

Würstchen bleibt Würstchen

Glatt verkehrt

Die Verhaftung der Sprechpuppe

Was sprachlos machen sollte

Stolpersteine

Der wiederentdeckte General

Eine gar nicht so einfache Rekonstruktion

Wiener Küche

Das Duell

Die Fremdwortakrobaten

Ein neuer Mensch

Eine Weisheit aus Afrika

Das Kreuz des Südens

Schivim

Ein Herz für Beton

Das Schweigen der Männer

Der Brückenbau zu Babel

Zur Lage der Nation

Eine Sprache ohne Lügen

Plädoyer eines Verteidigers

Ganz alltägliche Lügen

Tartüff

Denn die Geschichte wiederholt sich nicht

Ein Gedichtband ist doch kein Notizbuch

Stumme Tage

Papierkulissen

Frühschicht

Wortlos

Nahe am Hagebuttenstrauch

Der Zeitinfarkt

Der Zauber des Blitzes

Inselträume

Gegen die Abendsonne

Im Taumel des Kreisels

Aus allen Wolken

Von der Taufe eines Zeitalters

Eine simple Frage

Die Rache der Frau Grete

Sprichwörter

Grundsätzliches

Ein jüdisches Sprichwort lautet: Ein Buch ohne Vorwort ist wie ein Körper ohne Seele. So sei zu Beginn nun doch etwas Grundsätzliches gesagt:

Um jemanden festnehmen zu können, bedarf es der exekutiven Gewalt. Die gliedert sich beispielsweise in eine Unzahl von Polizeibehörden auf: Von der Schutzpolizei über die Bereitschaftspolizei, die Kriminalpolizei, die Verkehrspolizei, die Wasserpolizei, die Hafenpolizei, die Grenzpolizei, die Sittenpolizei, die Gesundheitspolizei, die Geheimpolizei, die Staatspolizei bis zur Feldpolizei oder Feldgendarmerie und zur Militärpolizei. Ja, und meistens bedarf es auch eines Deliktes. Die Sprachhülsen und Münch­hauseniaden, die manche Gäste in sogenannten Talkshows von sich geben, würden da schon reichen.

Doch außer den Nachrichtendiensten haben all diese Dienststellen an dem, was eine Sprechpuppe so plaudert, kein Interesse, auch nicht die Untersuchungsrichter oder Staatsanwälte. So falsch und voller Fehler kann eine Rede gar nicht sein, dass sie irgendeine dieser Behörden in Trab setzen könnte. Aber dazu fehlt sicherlich auch die entsprechende Ausbildung. Nur schlechte Gedanken sind wie leichtsinnig dahingesagte Wörter oft Bumerangs, die nur allzu gern in einem unerwarteten Augenblick zurückkommen und dann auch treffen.

Im Österreichischen Rundfunk gab es allerdings vor vielen, vielen Jahren eine Sendung, die hieß: Achtung, Sprachpolizei. Die ging dem alltäglichen Gebrauch der deutschen Sprache auf den Grund und machte die Hörer auf viel Kurioses, Doppeldeutiges, aber auch auf viele amüsante Fehlleistungen und Missverständnisse in der Sprache aufmerksam, gleichgültig ob die Urheber aus dem Bereich der Medien, der Politik und der Wirtschaft kamen oder schlicht wir alle waren.

Sobald ein Wort dem Mund entspringt, gehört es nämlich nicht mehr dem Sprecher allein, sondern allen. Da wird das Kompliment erst zu einem Kompliment, die Lüge zu einer Lüge und ein Gedankenspiel, ein Hirngespinst in der realen Welt zu einer Tatsache, der keiner mehr entkommen kann, nicht der Sprecher und nicht der Angesprochene. Auch ein falsches Wort zu verzeihen, lehrt nicht immer, es auch zu vergessen.

Ein weiser Jude, der das KZ Mauthausen überleben konnte, hat einmal gesagt: Worte sind wie Schiffe, sie gehen unter, wenn die Last zu groß wird.

Die kurzen Geschichten und Essays wollen jedenfalls Anregungen dazu bieten, dem Sinn einzelner Begriffe auf die Spur zu kommen und auch mit dem kostbaren Gut der Sprache glaubwürdig, korrekt, empfindsam, aber trotzdem kreativ umzugehen. Und das nicht nur mit der deutschen, sondern mit jeder Sprache. Sagt doch ein tschechisches Sprichwort:

Kolik řečí znáš, tolikrát jsi člověkem.

So viele Sprachen du sprichst, so oft bist du Mensch.

Und in Namibia und Südafrika heißt es auf Afrikaans fast gleichlautend:

Soveel tale as jy kan, soveel male is jy man.

Soviele Sprachen wiedu kannst, so oft bist du Mensch.

Kurt F. Svatek

Alltägliches

Günther Jauch entschuldigt das Zuspätkommen eines Gastes in seiner Talkshow: Das Fliegen war zumindest mit Flugzeugen heute sehr kompliziert. Wenn Mitarbeiter am Flughafen streiken, dann haben es wohl nur die Vögel einfach. Aber die wollen ja ohnehin in keine Talkshow, außer vielleicht schräge Vögel.

Eugen Freund in der österreichischen Zeit in Bild-Sendung über die Aktivitäten des Ätna: Gefährlich ist der Ausbruch des aktivsten Vulkans Österreichs allerdings nicht. Ja, ja, die Geografie. Aber vielleicht gehört die Bank Austria ja auch gar nicht der italienischen Uni Credit, sondern alles ist umgekehrt.

Vor dem Abgang zu den Zügen war am Bahnhof von Wiener Neustadt eines Tages folgendes Hinweisschild angebracht: Die Rolltreppe ist vorübergehend nicht benutzbar. Nehmen Siebitte die Feststiege. Feststiegen sind üblicherweise besonders prunkvoll ausgestaltet, meist sogar mit einem roten Teppich belegt. Ich habe lang gesucht, so eine Feststiege auf diesem Bahnhof aber nicht mehr gefunden. In den alten Abfertigungsgebäuden hätte es früher solche Feststiegen vielleicht zum Wartesaal des Kaisers gegeben. Aber heutzutage in den demokratischen Bahnhöfen? Vielleicht hat hier einfach ein genialer Wortschöpfer nur den Gegensatz zur Rolltreppe, eine hoffentlich feste Stiege gemeint, also nicht locker und schon gar nicht fahrbar.

Die österreichischen Bundesbahnen verkaufen 1. Klasse-Tickets, früher sagten die Menschen Fahrkarten dazu, für Strecken, auf denen gar keine Züge mit diesem Platzangebot verkehren. Das ist letztklassig! Dafür bestücken sie die Züge mit Faltplänen, die nach ihrer eigenen Datumsangabe längst abgelaufen sind. So ist es möglich, mit Zügen in die Vergangenheit zu reisen. Damit ist ihnen etwas gelungen, was den Physikern bisher versagt geblieben ist. Das verdient wiederum den Nobelpreis.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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