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Alles beginnt mit einem Postkutschenüberfall – wobei die beiden Räuber wenig später dann selbst Opfer eines geheimnisvollen Mannes werden, der genauso schnell wieder verschwindet, wie er aufgetaucht ist.
Nevis Gates, der ebenfalls Passagier in dieser Kutsche war, ahnt noch nicht, was das alles zu bedeuten hat. Erst, als er die nächste Stadt erreicht und ihm eine schöne Frau ein verlockendes Angebot macht, erkennt er, dass es um verdammt viel Geld geht – und um eine verlorene Mine in einer abgelegenen Region, die sagenhaften Reichtum verspricht. Aber der Weg dorthin ist mit Blut und Gewalt gepflastert – und Nevis muss mehr als nur einmal um sein Leben kämpfen, bis er das Ziel erreicht.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Hans W. Wiena
Die verlorene Mine
Western-Edition
Neuausgabe
Copyright © by Authors
© Copyright dieser Lizenzausgabe by XEBAN-Verlag.
Verlag: Xeban-Verlag: Kerstin Peschel, Am Wald 67, 14656 Brieselang; [email protected]
Lizenzgeber: Edition Bärenklau / Jörg Martin Munsonius
www.editionbaerenklau.de
Cover: © Copyright by Steve Mayer, nach einem Motiv von eedebee (KI), 2025
Korrektorat: Peter Friedel
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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Die verlorene Mine
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
21. Kapitel
22. Kapitel
23. Kapitel
24. Kapitel
25. Kapitel
26. Kapitel
Alles beginnt mit einem Postkutschenüberfall – wobei die beiden Räuber wenig später dann selbst Opfer eines geheimnisvollen Mannes werden, der genauso schnell wieder verschwindet, wie er aufgetaucht ist.
Nevis Gates, der ebenfalls Passagier in dieser Kutsche war, ahnt noch nicht, was das alles zu bedeuten hat. Erst, als er die nächste Stadt erreicht und ihm eine schöne Frau ein verlockendes Angebot macht, erkennt er, dass es um verdammt viel Geld geht – und um eine verlorene Mine in einer abgelegenen Region, die sagenhaften Reichtum verspricht. Aber der Weg dorthin ist mit Blut und Gewalt gepflastert – und Nevis muss mehr als nur einmal um sein Leben kämpfen, bis er das Ziel erreicht.
***
Western von Hans W. Wiena
Hoch aufgerichtet stand der Kutscher auf dem Bock und stieß schrille Schreie aus. Die linke Hand hielt die Zügel und schlug das Leder immer wieder anfeuernd auf die schweißgebadeten Kuppen der vier Gespannpferde. Die rechte Hand ließ die Peitsche über ihren Köpfen kreisen und dicht vor den empfindlichen Ohren knallen.
Die Tiere arbeiteten schwer, um die Overlandcoach die Steigung hinaufzuziehen. Immer wieder verloren ihre Hufe auf dem steinigen Boden den Halt und rutschten zurück. Die Deichsel schlug zwischen den dampfenden Leibern, der Zuggurt knarrte, spannte sich und gab wieder nach. Dicke Schaumflocken flogen von den Mäulern der Pferde, klebten an den weit aufgerissenen Nüstern und trockneten zu grauen Krusten auf der vor Anstrengung bebenden Brust. Ihre Flanken zitterten.
Als der Schuss fiel, standen sie fast augenblicklich still. In merkwürdig verrenkter Haltung riss der Kutscher die Zügel zurück und stürzte seitlich vom Bock. Er fiel neben das linke vordere Rad und bewegte noch kurz den Arm, als ob er von hier aus die Pferde mit der Peitsche über die Anhöhe treiben wollte.
Dann lag er still.
Der Sand unter ihm färbte sich dunkel und rot. Seine Augen blickten starr in den weiten Himmel. Sie sahen nichts mehr. Eine Kugel hatte seinen Hals durchschlagen.
Nevis war einen Augenblick eingenickt. Das Schaukeln der Kutsche und das regelmäßige, dumpfe Aufschlagen der Pferdehufe auf dem weichen Boden hatten ihn eingeschläfert. Auch die ununterbrochenen Ritte der letzten Tage hatten ihm ziemlich zugesetzt. Er war geritten, bis sein grauer Morganhengst in einen Kaninchenbau getreten war, und sich den Vorderlauf gebrochen hatte. Er hatte ihn erschießen müssen. Es war schade um das Pferd.
Als jetzt die Kutsche unerwartet anhielt, schreckte er aus seinen Gedanken auf. Ihm gegenüber saßen ein Mann und eine sehr hübsche Frau. Sie blickten erstaunt aus dem Fenster. Dann hörten sie den Schuss.
Nevis griff zu seinem schweren Army-Colt, der in seiner Halfter rechts an seinem Büffelledergürtel hing. Er zog nicht schnell genug. Ein paar Männer rissen die Tür der Kutsche auf. Nevis schob den Revolver zurück. Die Chance war vertan.
Er sah eine Faust mit einem Revolver auf sich zustoßen. Es gab keine Möglichkeit, auszuweichen. Ein harter Schlag traf ihn am Kinn.
Eisen riss seine Haut auf. Sein Kopf wurde zurückgeschleudert. Er spürte noch dumpf, wie ihm der Colt aus der Halfter gezogen wurde, dann fiel er aus der Kutsche. Seine Hände verkrampften sich im Staub.
Die beiden Banditen hielten langläufige Revolver in den Händen. Ihre fleckigen Gesichter waren unrasiert und von Narben entstellt. Die schmalen, tückischen Augen gaben ihnen ein brutales Aussehen. Einem der beiden fehlte die Nase. Seine Augen glänzten, als er die Frau sah. Er griff in den weichen Stoff ihres langen, blauen Reisekleides und zerrte sie aus der Kutsche.
Sie stolperte und fiel. Der Stoff gab nach und zerriss, als sie stürzte. Hell schimmerte das weiße Fleisch ihrer entblößten Schultern.
Der Mann lachte roh. Er fasste in ihr volles blondes Haar, riss sie brutal hoch und zerrte an den Fetzen ihrer restlichen Kleidung. Panik stand in ihren Augen, Angst lähmte sie. Dann stand sie halb nackt und gedemütigt vor dem Mann.
Seine gierigen Blicke wanderten über ihren schlanken, weißen Körper. Er hob seinen Arm, seine Hände tasteten über ihre festen Brüste. Sie schrie auf und versuchte ihn abzuwehren.
Der Mann schlug mit der Waffe nach ihr. Ihr Kopf prallte gegen die Seitenwand der Kutsche. Sie stieß einen kurzen, gurgelnden Laut aus, dann sackte sie zu Boden. Sie fiel auf den Rücken und blieb leblos ausgestreckt liegen. Ein feiner Blutfaden lief über ihr Kinn. Ihre Augen waren glasig.
Ihr Begleiter hatte mit verzweifeltem Blick zugesehen. Seine Lippen waren zu einem schmalen, weißen Strich zusammengepresst, seine Hände geballt. Aber der Lauf eines Revolvers an seiner Schläfe hinderte ihn daran, sich auf den Mann zu stürzen. Tränen der Verzweiflung rannen über sein Gesicht.
Der Mann ohne Nase lachte, als er sich ihm zuwandte. Er sprach mit ihm. Der Begleiter der Frau schüttelte nur stumm den Kopf. Der Mörder holte aus und schlug ihm seinen Handrücken auf den Mund.
Der Fahrgast taumelte einen Schritt zurück, fiel, stand aber sofort wieder auf. Von seinen aufgeplatzten Lippen tropfte das Blut.
Einer der Männer bog seine Arme schmerzhaft auf den Rücken. Der Mann ohne Nase ging auf ihn zu, griff in seine Jacke und zog einen Umschlag aus der Innentasche. Er faltete ihn auseinander. Ein böses Grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Er nickte zufrieden. Dann stieß er dem Mann plötzlich den Lauf des Revolvers in die Seite.
Der Getroffene stöhnte vor Schmerz. Immer wieder stieß der Mann zu. Er weidete sich an der Qual und der Angst.
Währenddessen spielte der andere der Männer mit seinem Colt. Gelangweilt ließ er die Trommel der Waffe rotieren. Dann schoss er, ohne zu zielen. Die Kugel traf den Reisenden in die Brust. Er wurde von der Wucht des Aufpralls zurückgeworfen und presste die Hände an die Wunde. Dann fiel er auf die Knie. In seinen Augen stand ein Ausdruck höchster Verwunderung. Er öffnete den Mund, und Blut quoll aus seinen Mundwinkeln. Die nächste Kugel zerschmetterte ihm die Stirn.
Nevis kam wieder zu sich. Ein dröhnender Schmerz tobte in seinem Kopf. Der weiße Nebel vor seinen Augen ließ alles unscharf erscheinen.
Er sah verschwommen, wie einer der Männer die Koffer und Postsäcke in der Kutsche aufschnitt und den Inhalt verstreute. Dann riss er ein Streichholz an und steckte die Kutsche in Brand. Die Flammen züngelten sofort an dem fein gearbeiteten Holz hoch.
Die Pferde schrien verängstigt, dann scheuten sie und jagten mit dem brennenden Wagen davon.
Nevis sah, wie der Mann ohne Nase auf ihn zutrat und sich über ihn beugte. Er hörte, wie er langsam den Hahn der Waffe spannte.
Nevis hob den Kopf, der Nebel vor seinen Augen verschwand. Er blickte den Mörder an. Um die Lippen des Mannes spielte ein brutales Grinsen. Der sechskantige Lauf seiner schweren Waffe war genau auf Nevis’ Stirn gerichtet.
Nevis war völlig ruhig. Er sah, wie sich der Finger des Mannes langsam krümmte und den Abzugsbügel nach hinten zog. Sein Leben konzentrierte sich auf Bruchteile von Millimetern und Sekunden. Gierig stieß das Feuer auf ihn zu und versengte seine Haut.
In Nevis’ Gesicht zuckte kein Muskel. Dann erst hörte er die Detonation des Schusses. Im letzten Augenblick hatte der Mann die Waffe zur Seite gerissen. Er ließ ein gemeines Lachen hören.
»Für einen dreckigen Bastard wie dich ist jede Kugel zu schade«, sagte er. In seiner Stimme waren Bosheit und tiefe Verachtung.
Als der Mann zu seinem Pferd ging, wusste Nevis, dass er verloren war. Ohne Wasser und Pferd gab es für ihn keine Möglichkeit, zu entkommen. Glühende Hitze lag in der endlos scheinenden Ebene und ließ die Luft heiß über dem ausgedörrten Land flimmern. Die Gräser waren hart und braun, und auch den vereinzelt stehenden Yuccasträuchern hatte die Sonne alle Feuchtigkeit entzogen.
Die nächste Wasserstelle würde er nie zu Fuß erreichen. Eine schnelle Kugel wäre ein angenehmerer Tod gewesen.
Die beiden Männer hatten ihre Pferde bestiegen. Sie blickten zu Nevis herunter und lachten böse.
»Ich wünsche dir angenehmes Verrecken, Bastard. Aber du sollst nicht sagen, du hättest keine Chance gehabt.
Er warf Nevis eine Feldflasche zu. Sie fiel ihm vor die Füße.
Der Mann schoss aus der Hüfte. Die Flasche bewegte sich kaum, als die Kugel sie durchschlug. Der Staub färbte sich dunkel, glucksend floss das Wasser aus.
Die Männer rissen die Pferde an den Zügeln herum. Sie stießen ihnen die Sporen in die Seiten.
Plötzlich fielen kurz hintereinander zwei Schüsse.
Die Pferde der Banditen bäumten sich auf und jagten dann mit leeren Sätteln davon.
An der Stelle, an der die beiden Banditen lagen, wurde der Sand rot. Sie lagen mit den Gesichtern im Staub.
Ein Reiter preschte hinter einer Gruppe vulkanischer Felsen hervor, die ihn verdeckt und ihm Möglichkeit zu ruhigem Zielen geboten hatte. Bevor er absprang, schob er sein Sharpsgewehr zurück in den Scabbard. Er schien genau zu wissen, was er suchte und wo er es finden konnte. Er beugte sich über die Toten und zog dem einen den Brief aus der Tasche. Befriedigt schob er ihn in sein Hemd und stieg wieder auf.
Nevis bemerkte, wie er ihn mit einem kurzen Blick streifte. Sein Pferd tänzelte auf der Stelle. Dann wendete er sein Tier und verschwand wieder hinter der Felsgruppe.
Noch kurz lag das Trommeln der sich entfernenden Hufe in der Luft, dann war es still. Zwei reiterlose Pferde standen in der Wüste und ein pferdeloser Reiter.
Nevis zog dem toten Mann ohne Nase seinen Army-Colt aus dem Gürtel und ließ ihn in seine Halfter gleiten. Dann suchte er die beiden Pferde. Sie waren nicht sehr weit gelaufen, als die Männer tot aus den Sätteln stürzten. Nevis wählte das bessere und überprüfte den Gurt. Dann stieg er auf.
Nevis ritt langsam die Main Street entlang. Am Ende der Straße hatte er einen Livery Stable entdeckt, gleich nebenan lag ein Hotel. Dorthin lenkte er sein Pferd.
Seit dem Überfall vor zwei Tagen war er fast ununterbrochen geritten. Er wusste, dass man ein Suchkommando losschicken würde, sobald die Kutsche vermisst wurde. Vielleicht erinnerte sich der eine oder andere daran, ihn auch in der Kutsche gesehen zu haben, und würde sich fragen, warum er als einziger überlebt hatte.
Für ihn als Halbblut wäre es dann nicht einfach, die Sache zu erklären. Es gab zu viele Leute, die schon eine dunkle Hautfarbe als Beweis für Schuld ansahen. Eine Schlinge ist schnell geknüpft, und hinterher fragt keiner mehr danach, ob sie um den richtigen Hals lag. Vor allem dann nicht, wenn der Hals dunkelhäutig war.
Anfangs hatte er noch die Spur des Reiters vor sich gehabt, der die beiden Männer aus den Sätteln geschossen hatte. Doch als der Weg steiniger wurde und verschiedene andere Spuren von Wagen und Reitern kreuzte, hatte er sie verloren.
Er hatte andererseits auch nichts mit dem Mann zu tun. Zufällig hatte er Nevis zwar das Leben gerettet, aber Nevis glaubte nicht, ihm deshalb dankbar sein zu müssen. Ihre Wege hatten sich gekreuzt, er hatte davon profitiert. Jetzt war wieder jeder sich selbst überlassen, ihre Wege liefen wieder getrennt.
Nevis war es nicht anders gewohnt. Er war sehr früh erwachsen geworden, und sehr früh hatte er gelernt, allein zu sein. Immer wieder musste er erfahren, dass es für ihn keine andere Möglichkeit gab. Er war ein Halbblut. Er musste kämpfen, wenn er überleben wollte, aber er musste unabhängig sein, um kämpfen zu können.
Als Nevis vom Pferd stieg, hatte die Sonne gerade den Horizont erreicht und die Straße und einfachen Holzhäuser in ein angenehmes Licht getaucht. Hinter der Gardine eines Fensters glaubte Nevis kurz ein Gesicht entdeckt zu haben, das ihn aufmerksam beobachtete. Er achtete nicht weiter darauf.
Er öffnete das Tor des Mietstalls. Das Quietschen der rostigen Angeln rief einen buckligen alten Mann herbei, der ihm die Zügel abnahm und das Pferd in eine leere Box führte.
Nevis warf dem Pferd Hafer in die Krippe und tätschelte den verschwitzten Hals des Pferdes, während der Bucklige den Sattelgurt löste und das Pferd abzureiben begann. Nevis warf ihm eine Münze zu, die der Bucklige geschickt aus der Luft griff und blitzschnell irgendwo in seiner viel zu großen, nach Pferd und Stall riechenden, schmutzigen Hose verschwinden ließ.
