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Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend), Note: 1,7, Universität Augsburg (Phil.-Hist. Fakultät), Veranstaltung: HS Wissenschaftsstile in der Romania, Sprache: Deutsch, Abstract: Mit der Zielsetzung, verständliche Wissenschaftstexte herzustellen, hat sich im vergangenen Jahrhundert eine eigene Wissenschaftsrichtung entwickelt: die Verständlichkeitsforschung. Sie untersucht die Faktoren, von denen die Verständlichkeit eines Textes abhängt. Hauptziel der Wissenschaftler ist dabei jedoch, dass ihr Text nicht etwa „leichter“ oder „besser“, sondern vor allem „richtiger“ verstanden wird . Diese Thematik ist auch der hauptsächliche Bestandteil dieser Arbeit. Doch nicht nur im deutschsprachigen Raum ist dieses Thema von Bedeutung. Auch in den anderen großen Wissenschaftssprachen wie dem Englischen oder dem Französischen sind zeitgenössische Wissenschaftler gezwungen, verständliche Texte zu produzieren. Hierbei stellt sich auch die Frage, ob man in den jeweiligen Ländern ähnliche Ansichten eines verständlichen Wissenschaftstextes hat, oder ob die Meinungen hierzu auseinander gehen. Weiterhin wäre es interessant zu erfahren, wie man Textverständlichkeit überhaupt definieren kann. Mit all diesen Problemen setzt sich dieser Arbeit auseinander. Zunächst wird ein Blick auf die Geschichte der Verständlichkeitsforschung von ihren Anfängen bis in die Gegenwart geworfen, anschließend wird die Frage nach den Merkmalen der Verständlichkeit an sich und eines verständlichen Wissenschaftstextes beantwortet. Im Bezug darauf wird auch ein Konzept vorgestellt, das das Ziel hat, einen verständlichen Wissenschaftstext zu verfassen. Im Anschluss daran richtet sich das Augenmerk der Arbeit auf die Wissenschaftsstile einzelner Länder und deren Sprachen. Hierbei wird vor allem die Denkweise und Tradition der verschiedenen Länder und ihrer Wissenschaftler veranschaulicht. Ziel dieser Arbeit ist es, die Disziplin „Verständlichkeitsforschung“ zu erläutern und sie in einen globalen und zeitgenössischen Kontext zu setzen.
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Veröffentlichungsjahr: 2008
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Was früher von den Wissenschaftlern als unwichtig oder gar störend empfunden wurde, ist in der heutigen Zeit der Wissenschaft zu einem Bestandteil eines Wissenschaftstextes geworden, der kaum noch wegzudenken ist: die Verständlichkeit eines Textes. Sprach man früher noch vom „Elfenbeinturm“ der Wissenschaft, worunter man versteht, dass die Wissenschaftler sich bewusst vom restlichen Volk durch ihre themenspezifische, teils schwer verständliche Sprache abzugrenzen versuchten, so ist die Öffentlichkeit heute mehr denn je zu einem wichtigen Bestandteil der Wissenschaftsarbeit geworden, womit auch die Verständlichkeit der Texte gesteigert werden musste.
Mit der Zielsetzung, verständliche Wissenschaftstexte herzustellen, hat sich im vergangenen Jahrhundert eine eigene Wissenschaftsrichtung entwickelt: die Verständlichkeitsforschung. Sie untersucht die Faktoren, von denen die Verständlichkeit eines Textes abhängt. Hauptziel der Wissenschaftler ist dabei jedoch, dass ihr Text nicht etwa „leichter“ oder „besser“, sondern vor allem „richtiger“ verstanden wird1. Diese Thematik ist auch der hauptsächliche Bestandteil dieser Arbeit. Doch nicht nur im deutschsprachigen Raum ist dieses Thema von Bedeutung. Auch in den anderen großen Wissenschaftssprachen wie dem Englischen oder dem Französischen sind zeitgenössische Wissenschaftler gezwungen, verständliche Texte zu produzieren. Hierbei stellt sich auch die Frage, ob man in den jeweiligen Ländern ähnliche Ansichten eines verständlichen Wissenschaftstextes hat, oder ob die Meinungen hierzu auseinander gehen. Weiterhin wäre es interessant zu erfahren, wie man Textverständlichkeit überhaupt definieren kann.
Mit all diesen Problemen setzt sich dieser Arbeit auseinander. Zunächst wird ein Blick auf die Geschichte der Verständlichkeitsforschung von ihren Anfängen bis in die Gegenwart geworfen, anschließend wird die Frage nach den Merkmalen der Verständlichkeit an sich und eines verständlichen Wissenschaftstextes beantwortet. Im Bezug darauf wird auch ein Konzept vorgestellt, das das Ziel hat, einen verständlichen Wissenschaftstext zu verfassen. Im Anschluss daran richtet sich das Augenmerk der Arbeit auf die Wissenschaftsstile einzelner Länder und deren Sprachen. Hierbei wird vor allem die Denkweise und Tradition der verschiedenen Länder und ihrer Wissenschaftler veranschaulicht. Zunächst werden die Eigenschaften der großen Wissenschaftssprachen besprochen, also des Deutschen, des
1Klein, Wolfgang: Textverständlichkeit - Textverstehen. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und
Linguistik, Heft 55/ 1984: Textverständlichkeit - Textverstehen. Siegen 1984. S. 7.
