Die Wunderzwillinge. Rätselhafte Entführung - Klaus-Peter Wolf - E-Book

Die Wunderzwillinge. Rätselhafte Entführung E-Book

Klaus-Peter Wolf

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Beschreibung

Im großen Wunderzwillinge-Finale haben Laura und Leonie ausnahmsweise keine Probleme mit Ganoven, aber dafür mit der Polizei! Ein Entführer macht Freiburg unsicher, und plötzlich wird Vater Wunder verhaftet. Die Zwillinge sind außer sich: Kommissar Schimunski kann doch nicht ernsthaft glauben, ihr Papa hätte ihren Klassenkameraden Karli Schmidt entführt und Lösegeld erpresst? Doch genau diesen Verdacht hat die Polizei. Laura muss unbedingt schnell den echten Entführer schnappen, um ihren Vater zu retten - natürlich mit Leonies Hilfe. Im vierten und letzten Band der Reihe Die Wunderzwillinge von Bestsellerautor und Krimispezialist Klaus-Peter Wolf sind Laura und Leonie klüger, als die Polizei erlaubt. Für Kinder ab 9 Jahren und mit lebendigen, detailreichen Illustrationen von Franziska Harvey. Das gleichnamige Hörbuch erscheint ebenfalls im JUMBO Verlag.

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Seitenzahl: 73

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Klaus-Peter Wolf

Die Wunderzwillinge

Rätselhafte Entführung

Illustriert von Franziska Harvey

© Wolfgang Weßling

Klaus-Peter Wolf schreibt Romane und Krimis, Kinder- und Jugendbücher, die in 26 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft wurden. Seine Ostfriesenkrimis stehen regelmäßig auf Platz 1 der Bestsellerlisten. Klaus-Peter Wolf erhielt zahlreiche Auszeichnungen und ist Mitglied des PEN-Zentrums. Im JUMBO Verlag erscheint unter anderem seine international erfolgreiche Kinderbuchreihe Die Nordseedetektive, die er zusammen mit Bettina Göschl schreibt.

© Simon Povazan

Franziska Harvey wurde 1968 in Frankfurt am Main geboren und verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit in Buenos Aires, Argentinien. Sie studierte Grafikdesign mit den Schwerpunkten Illustration und Kalligrafie und ist Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern. Seit vielen Jahren arbeitet sie begeistert und erfolgreich als hauptberufliche Illustratorin. Mit ihrem unverkennbaren lebendigen Tuschestrich hat sie bereits über zweihundert Kinderbücher bebildert, darunter zahlreiche Bestseller und viele beliebte Reihen sowie einige kunstvolle Bücher für Erwachsene. Sie lebt in Frankfurt am Main.

Überwacht

Laura Wunder war schon mit so einem komischen Gefühl aufgestanden. Sie spürte, dass dieser Tag eine ungute Überraschung bereithielt. Wie schlimm alles werden würde, ahnte sie nicht. Aber die Stiche im Rücken verkündeten nichts Gutes.

Noch vermutete Laura, in der Schule könnte eine schlechte Note auf sie warten oder eine dieser quälenden Sportstunden mit Hülsmann. Klettern am Seil zum Beispiel, als ob sie sich darauf vorbereiten müsste, im Urwald mit Tarzan von Liane zu Liane zu schwingen. Sie stöhnte schon bei dem Gedanken. Aber Sportstunden mit dem nervigen Hülsmann waren ein reines Vergnügen gegen das, was auf Familie Wunder zukommen würde.

Leonie Wunder kriegte von alldem nichts mit. Vorahnungen durch Rückenstiche und so ein komisches Gefühl im Magen kannte Leonie im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester Laura nicht. Sie hatte höchstens manchmal Schmetterlinge im Bauch, wenn sie in einen Jungen verknallt war. Für dunkle Vorzeichen war sie nicht empfänglich. Ebenso wenig wie für zwischenmenschliche Schwingungen. Wenn jemand sie nicht leiden konnte, merkte sie das erst, wenn die Person es ihr ins Gesicht sagte. Laura dagegen hatte viel empfindlichere Antennen. Sie spürte, ohne dass ein Wort fiel, ob ihr jemand gut gesonnen war oder nicht.

Als Laura an diesem denkwürdigen Wintermorgen die Spiegeleier aß, die ihr Papa für sie in die Pfanne gehauen hatte, sah sie ihn traurig an.

„Was ist mit dir, meine Süße?“, fragte er. „Fühlst du dich nicht gut?“

Leonie hielt seit vierzig Minuten das Bad besetzt, weil sie ihre Haare mit einem neuen Gel in immer verrücktere Formen brachte, und sang dabei lauthals. Sie wollte heute die garantiert ausgeflippteste Frisur der ganzen Schule haben. Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht sie?

Währenddessen beschatteten Polizisten das Hochhaus in der Gabi-Swiderski-Allee 15, Ecke Jumbostraße, und das schon seit mehreren Stunden. Paul Omonsky beobachtete vom gegenüberliegenden Haus aus die hell erleuchtete Küche der Familie Wunder mit einem Fernglas. Es hatte fast die ganze Nacht geschneit, doch jetzt behinderten die Schneeflocken die Sicht kaum noch. Der Polizist sah, wie Papa Wunder seiner Tochter Laura Eigelb von der Unterlippe tupfte und ihr Gesicht streichelte.

„Die Kleine weiß etwas …“, flüsterte er in sein Funkgerät. „Ich denke, sie redet ihrem Vater ins Gewissen. Sie kann nicht glauben, was für ein Schwein er ist. Er macht hier ganz auf braven Familienpapi, deckt den Frühstückstisch und so …“

Einsatzleiter Schimunski mischte sich ein: „Äußerste Vorsicht, Männer. Der Zugriff darf erst erfolgen, wenn wir das Versteck kennen. Zielperson nur beschatten! Und wehe, die Wunderfamily kriegt was mit! Ich will, dass euch nichts entgeht, aber ihr bleibt unsichtbar!“

„Klar, Chef. Ist doch logo. Aber wir sind hier zu wenig Leute. Wenn die Gören in die Schule gehen, sollen wir ihnen dann folgen oder alle an dem Alten dranbleiben? Und was ist mit Frau Zauber … äh, Wunder?“

Der Einsatzleiter knirschte vor Zorn mit den Zähnen. Wie oft hatte er seinen Leuten eingebläut, bei einer Überwachung nie den Namen der Zielperson zu nennen? So ein Sprechfunk war nicht sicher. Sie konnten abgehört werden.

Leonie kam jetzt mit ihrer neuen Frisur aus dem Bad. Dem Beobachter, Paul Omonsky, fiel fast das Fernglas aus der Hand. Er war froh, dass seine Tochter erst fünf war, und fragte sich, was er machen würde, wenn sie eines fernen Tages mal mit so einer Sturmfrisur am Frühstückstisch erscheinen sollte.

Vater Wunder hatte noch gar nicht bemerkt, dass seine Tochter Leonie wie eine Außerirdische aussah, denn Laura machte ihm Sorgen.

„Ich weiß nicht, Papa, aber ich bin mit so einem komischen Gefühl wach geworden. Als ob uns allen eine große Gefahr drohen würde. Ich bin ganz nervös, als ob gleich etwas Schlimmes passieren würde.“

„Es ist schon geschehen“, sagte Vater Wunder und starrte Leonie an. Sie drehte sich selbstzufrieden zweimal um ihre eigene Achse und fragte: „Na, wie seh ich aus?“

Vater Wunder schluckte. Er wollte jetzt auf keinen Fall etwas Falsches sagen. Er wusste, wie schnell Leonie eingeschnappt war. Er holte zu einer hilflosen Geste aus und atmete dabei durch. „Ähm … es ist … wie soll ich sagen … ungewöhnlich? Ja, ungewöhnlich ist der richtige Ausdruck.“

„Und wie findest du meine Haare, Laura?“

„Völlig bescheuert“, sagte Laura klar und knapp.

Leonie spottete: „Oh, Madame ist heute mal wieder außergewöhnlich gut gelaunt, und so humorvoll!“

Inzwischen verbrannten Leonies Spiegeleier. Papa Wunder riss die qualmende Pfanne vom Herd und kippte die Eier in den Biomüll.

Das machte Leonie nichts, denn Zeit zum Essen hatte sie sowieso nicht mehr. Sie musste zur Schule, und bei dem Schnee dauerte das noch länger.

„Ich habe von Karli geträumt“, sagte Laura.

Leonie tippte sich an die Stirn. Wie konnte ihre Schwester nur so blöd sein und von ihrem neun Jahre alten Nachhilfeschüler träumen? Man träumte von Boybands, Kletterlehrern oder wenigstens von Konstantin aus der 8a, aber doch nicht von Karli Schmidt!

Paul Omonsky, von seinen Freunden kurz Omo genannt, war schon lange bei der Überwachungseinheit. Er hatte sein halbes Leben damit verbracht, fremde Menschen zu beobachten. Inzwischen konnte er von den Lippen ablesen. Nicht jedes Wort, aber doch einiges. Jetzt sah er ganz eindeutig, dass Laura „Karli“ sagte.

„Chef, sie reden eindeutig über ihn. Die Kinder wissen was.“

Einsatzleiter Schimunski, der seit Jahrzehnten daran litt, Schimanski genannt zu werden, entschied: „Sie sollen mit überwacht werden. Lückenlos. Wer sagt uns denn, dass sie wirklich zur Schule gehen? Wir brauchen mehr Leute. Sofort! Die Sache ist heiß. Ganz heiß.“

Verfolgt

Als Laura und Leonie das Haus verließen, folgte ihnen unauffällig ein Mann im langen beigen Mantel. Es war Paul Omonsky. Er hatte den Filzhut tief in die Stirn geschoben, um sein Gesicht besser verstecken zu können. Außerdem fiel auf diese Weise nicht auf, dass er die ganze Zeit über ein Headset mit Einsatzleiter Schimunski verbunden war. In seinen Turnschuhen konnte er sich fast lautlos anschleichen. Allerdings hatten sie für das eisige Wetter nicht das richtige Profil.

Leonie wollte nach der Schule ins Klettercenter Freiburg. Es gab viele brandneue Routen in der Halle, die sie unbedingt bezwingen wollte. Bei dem Wetter war es nicht möglich, draußen herumzuklettern. Die Wände im Klettercenter waren im Winter gefragter denn je. Ihre Kletterhose hatte sie schon an.

Laura sah überhaupt nicht aus wie Leonies Zwillingsschwester. Nie hätte sie sich die Haare gefärbt und so verrückt gestylt. Außerdem trug sie keine Kletterhose, sondern ein Kapuzensweatshirt, eine Winterjacke, Jeans und einen Rucksack. Sie sah ganz normal aus, gar nicht wie eine Geheimagentin. Wer konnte schon ahnen, dass ihre Schuhe zwei Nummern zu groß waren, weil sie vorne in der Spitze des linken eine Digitalkamera eingebaut hatte. So war Laura in der Lage, unauffällig Fotos zu machen. Sie bückte sich, band scheinbar nur ihre Schnürsenkel zu und: klick! Sie hoffte nur, dass die Digicam im Schnee nicht nass werden und kaputt gehen würde.

In ihrem Rucksack befand sich alles, was sie zur Spurensicherung brauchte: Spray, um Fingerabdrücke sichtbar zu machen, eine Lupe, Pinzetten, Probegläschen und andere nützliche Dinge.

Es lief ein Entführer in der Stadt herum, und Laura Wunder hatte beschlossen, ihn zu schnappen. Er nannte sich Mister X und hatte vor drei Wochen Bastian Scharf entführt.

Bastian war ein Genie in Mathe, aber sonst eigentlich ziemlich dämlich, fand Laura. Seine Eltern waren richtig reich. Sie wohnten in einer Villa, hatten einen chinesischen Koch, ein russisches Hausmädchen und einen polnischen Gärtner. Herr Scharf ließ sich morgens von einem Chauffeur in die Firma fahren. Manchmal brachte der Chauffeur Bastian auch in die Schule. Laura fand das albern, weil der Fahrer eine graue Uniform trug und immer einmal um den Wagen rannte, um für Bastian die Tür zu öffnen.