Die Wut des alten Mannes - Noëlle Abé - E-Book

Die Wut des alten Mannes E-Book

Noëlle Abé

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Beschreibung

Ein Mann und sein Hund. Gemeinsame, klar geregelte Einsamkeit. Um sie herum Kinderlachen, Geselligkeit, Lebensfreude. Der Alte zieht sich immer weiter zurück, beobachtet - und beginnt, zu hassen, was er doch so sehr vermisst: Menschlichkeit. Und dann verschwindet ein Kind ... "Die Wut des alten Mannes" ist ein kurzer Thriller, der sich genau so in der Nachbarschaft abspielen könnte. Auch in Ihrer! ---------- Rezensionen zu "Morgen wirst Du frei sein", das Noëlle Abé unter dem Pseudonym Claudia Martini verfasst hat: “Die Figuren in dieser Geschichte sind eigenwillige Charaktere, die die Autorin sehr gut ausgearbeitet hat. Die Story ist sehr spannend, atmosphärisch und schlüssig. ” “'Morgen wirst Du frei sein' ist eines jener Bücher, die man anfängt und nicht schließt, bis man den letzten Buchstaben gelesen hat, ganz egal, was um einen herum passiert.” “Ein extrem spannender Page Turner, der seinesgleichen sucht. Angenehmer und sehr bildhafter Schreibstil (…)” “Ein packender Debüt-Thriller, der von Thrillerfans unbedingt gelesen werden sollte. Spannend von Beginn an, mit interessanten Protagonisten und einem ausnehmend guten Schreibstil.” “Der Thriller lebt von dem ausnehmend guten Schreibstil der Autorin und der intelligenten und stets spannenden Story. Überraschende Wendungen und Entwicklungen sorgen zusätzlich für Thrill.” “Ein Thriller-Highlight! Spannend, intelligent und toll geschrieben. Absolute Leseempfehlung.”

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Seitenzahl: 32

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Inhaltsverzeichnis
Imprint
DIE WUT DES ALTEN MANNES

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»Die Wut des alten Mannes«

Ein kurzer Triller von Noëlle Abé

Copyright: © 2013 Noëlle Abé

Lektorat: Eva Wendel und Stephanie Werner

Covergestaltung: Alexandra Bronner

Coverbild: © miket/fotolia.com

Verlag: MEDIAfaktum

Edition: Delikte am Menschen

Kontakt: www.delikte-am-menschen.de

»Eigentlich«, murmelte er und richtete seine Gartenzwerge an der Rasenkante aus, »ist der beste Nachbar ein toter Nachbar.«

(Wolfgang J. Reus (1959 -2006)

DIE WUT DES ALTEN MANNES

Frühmorgens weckte ihn ungewohnter Lärm. Motorengeräusche, Klirren, Rattern, Rumpeln. Metall schlug auf Metall. Er stand auf, stürzte zum Fenster, riss das Rollo hoch und schaute hinaus. Eine gelbe Karawane, bestehend aus einem Bagger, einem auf einem Tieflader transportierten Kran, zwei schmutzstarrenden Kieslastern und einem verbeulten VW-Bus, zog an seinem Haus vorüber. Ein qualmender, nach Benzin stinkender Unimog aus Nachkriegszeiten bildete die Nachhut. Er zerrte einen klapprigen, mit Spraydose und Schablone zum »Büro« geadelten Wohnwagen hinter sich her.

Die Kolonne bog ab und verschwand hinter Gebäuden. Kurz wurde es still, dann hob die Kakophonie erneut an. Eines nach dem anderen lösten sich die Fahrzeuge aus dem Schatten des Apfelbaums, in den die Nachbarn ein Baumhaus für ihre Kinder gebaut hatten. Natürlich interessierte sich bereits wenige Wochen nachdem es fertig war, niemand mehr dafür, und so hing es mittlerweile windschief in den morschen Ästen. Äpfel trug der vernachlässigte, gequälte Baum schon Jahre nicht mehr.

Die Lastwagen blieben auf dem Brachland stehen, das hinter der nächsten Häuserzeile begann, und luden ihre Fracht ab.

Das Areal dürfe nicht bebaut werden, hatte es geheißen, denn die Natur sei dem Gemeinderat wichtiger als der Erlös, den der Verkauf von Bauland bringen würde. Nun aber wollten Kinder einen Spielplatz, Eltern einen Hort, Jugendliche einen Treffpunkt, die Landfrauen einen Ort zum Kaffeetrinken und die Schützen ein Vereinsheim. Rasch war ein Dorfgemeinschaftshaus beschlossene Sache - doch woher sollte man das Geld für einen Neubau nehmen?

Einige Monate nach einer hitzigen Gemeinderatssitzung hing ein Bebauungsplan für ein neues Siedlungsgebiet im Rathaus aus. Ein zweiter prangte im Fenster der Raiffeisenbank und ein weiterer im amtlichen Bekanntmachungskasten beim Bäcker. Zwölf Häuser hatte der Bauausschuss einzeichnen lassen, drei Straßen und ein Fernwärmenetz, das von der Biogasanlage eines Landwirts gespeist werden sollte.

Der Verkauf der Grundstücke lief gut an; die Verträge zur Umsetzung der für ein Dorf mit 500 Einwohnern höchst ambitionierten Ideen waren bereits nach wenigen Tagen unterschrieben. Sie würden dem örtlichen Bauunternehmer sowie dem Gas- und Wasserinstallateur ein erkleckliches Sümmchen einbringen. Dass alle drei im Gemeinderat saßen, fiel natürlich auf, wurde aber nur hinter vorgehaltener Hand bemängelt. Man mischte mit, profitierte - oder schwieg. Niemand legte sich gern mit den »Großen« im Dorf an. Die wenigen, die sich informiert hatten über die übliche, vor allem aber korrekte rechtliche Vorgehensweise und etwas von "Ausschreibung" murmelten, wurden entweder geschnitten oder "maultot gekauft", wie man es hier auf dem Land zu bezeichnen pflegte. So freute sich der immer für einen Streit zu habende Metzger nicht nur auf gute Geschäfte mit hungrigen Bauarbeitern, ihm versprach der Bürgermeister zudem die Bewirtung aller im neuen Gemeindehaus abzuhaltenden Sitzungen und Veranstaltungen. Dem Tankstellenpächter signalisierte man, dass er zwar mit Lärm und Gestank würde leben müssen, aber dass doch schließlich auch benzinhungrige Lastwagen und PKW zu erwarten seien. Außerdem möge er sich vergegenwärtigen, dass er seit Jahren die Wagen der Gemeinde betanken dürfe - und dass das auch künftig so bleiben könne, wenn er davon absähe, die Pläne des Bürgermeisters in Frage zu stellen. Und die resolute Bäckerin, Wortführerin der Opposition, war eine flotte Rechnerin und hatte umgehend den vom Bürgermeister persönlich befürworteten Antrag auf die Erweiterung ihres Ladens zum Stehcafé ans Landratsamt abgeschickt.

Der Kran wurde abgeladen, in Stellung gebracht und aufgebaut. Der Mann erlebte von seinem Schlafzimmerfenster aus mit, wie fünf Arbeiter fluchend und brüllend umherliefen und mehr zu streiten als das Vorgehen fachkundig zu diskutieren schienen.