Digitalisierung in der Pflege -  - E-Book

Digitalisierung in der Pflege E-Book

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Beschreibung

Die Digitalisierung der Pflege schreitet immer weiter voran. Dieses Buch stellt spezielle digitale sensorgestützte Lösungen für Settings der geriatrischen Pflege vor. Dabei sind vor allem Lösungen im Blick, die Pflegeprozesse zu Diabetes, Demenz, Mobilität, Vitalzeichen, Harnkontinenz und Dekubitus betreffen. Herausforderungen bei der Auswahl der Technologien sowie die Auswirkungen digitaler Assistenzsysteme auf Kernprozesse der Pflege werden beleuchtet. Es findet eine Bewertung dieser digitalen Systeme in ökonomischer und fachlicher Hinsicht statt. Auch ein ethisches Reflexionsmodell sowie mögliche Geschäftsmodelle werden vorgestellt. Da durch Einsatz digitaler Technik viele neue Daten gewonnen und ausgewertet werden können, werden zudem Anforderungen an und Möglichkeiten für die Einbettung dieser in elektronische Pflegekurven innerhalb der bestehenden Informationssysteme vorgestellt.

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Seitenzahl: 200

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Digitalisierung in der Pflege

Auswahl und Einsatz innovativer Pflegetechnologien in der geriatrischen Praxis

Herausgegeben von

Prof. Dr. Uwe Bettig

Mona Frommelt

Helene Maucher

Prof. Dr. Roland Schmidt

Prof. Dr. Günter Thiele

Mit Beiträgen von

Prof. Dr. Uwe Bettig

Prof. Dr. Marie-Luise Dierks

Cordula Forster, M.Sc.

Dr. Katrin Grüber

Dr. rer. medic. Anika Heimann-Steinert

Heidemarie Hille

Stephan Hohndorf

Ronny Klawunn, M.Sc.

Tobias Kley

Kathrin Knuth, M.Sc.

Tobias Krick, M.A.

Dr. rer. cur. Simone Kuntz

PD Dr. rer. cur. Nils Axel Lahmann, MSE

Elena Loevskaya, M.A.

Sebastian Müller, M.A.

Albert Premer

Antje Schepputat, B.Sc.

Dr. rer. cur. Sandra Strube-Lahmann

Nicole Strutz

Stefan Walzer, M.Sc.

Prof. Dr. Jürgen Zerth

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Bei der Herstellung des Werkes haben wir uns zukunftsbewusst für umweltverträgliche und wiederverwertbare Materialien entschieden.

ISBN 978-3-86216-827-9

© 2021 medhochzwei Verlag GmbH, Heidelberg

www.medhochzwei-verlag.de

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

ePub: Reemers Publishing Services GmbH, KrefeldUmschlaggestaltung: Wachter Kommunikationsdesign, St. MartinTitelbild: #1345639139, elenabsl/Shutterstock.com

Vorwort

„Wenn du etwas so machst, wie du es seit zehn Jahren gemacht hast, dann sind die Chancen groß, dass du es falsch machst.“ Dieses Charles Kettering zugeschriebene Zitat macht deutlich, dass es kaum Bereiche gibt, die keinen Veränderungen unterworfen sind. Es gilt daher, die Veränderungen so zu gestalten, dass für alle Beteiligten eine Verbesserung eintritt. Dieses Zitat mag gerade für die Pflege von besonderer Bedeutung sein, da die gesellschaftliche Wertschätzung des Berufes trotz der großen Anforderungen noch zu gering ist. Umso mehr sollten Anstrengungen unternommen werden, die Pflegeberufe attraktiver zu gestalten. Dies kann auf vielen Ebenen geschehen, die fortschreitende Digitalisierung ist sicher eine von ihnen. Hier gilt es, die Perspektive der Pflegenden von Beginn an einzubeziehen und im permanenten Austausch zu bleiben.

Das vorliegende Buch basiert im Wesentlichen auf den (Zwischen-)Ergebnissen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „Pflegepraxiszentrum-Berlin“. Berlin ist seit 2018 neben Hannover, Freiburg und Nürnberg ein Standort, an dem der Einsatz moderner Technologien in der pflegerischen Versorgung erprobt wird. Die Projekte sind Teil des Clusters „Zukunft der Pflege: Mensch-Technik-Interaktion für die Praxis“.

Das Berliner Projekt wird durch die Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH koordiniert. Weitere Projektpartner sind die Charité Universitätsmedizin Berlin (Forschungsgruppe Geriatrie, AG Alter und Technik und AG Pflegeforschung), EGZB Johannesstift Diakonie (Krankenhaus), escos COPILOT, NursIT Institute GmbH, das Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft gGmbH und die Alice Salomon Hochschule Berlin.

Wesentliche Voraussetzung im Projekt ist, dass die Digitalisierung kein Selbstzweck sein darf, sondern eine Verbesserung von Pflegeprozessen aus Sicht der Pflegenden und eine Verbesserung der Situation der pflegebedürftigen Menschen bewirkt wird. Die Perspektiven beider Gruppen werden im Projekt erhoben und einbezogen. Auch darf die Digitalisierung kein Öffnungstor für weitere Einsparungen im Pflegebereich sein, vielmehr geht es darum, Pflegetätigkeiten zu entlasten und Prozesse zu verbessern.

So wird im Beitrag von Tobias Kley zunächst ein Überblick über das Cluster insgesamt und den Beitrag des PPZ-Berlins gegeben. Anschließend beschreiben Katrin Grüber und Elena Loevskaya die Entwicklung eines Instruments, das ethische Reflexions- und Entscheidungsprozesse bei der Anwendung von digitalen Pflegeinnovationstechnologien in unterschiedlichen Praxissituationen anregen soll. So wird deutlich, dass pflegerische Innovationen unterschiedlichen Anspruchsgruppen und Perspektiven gerecht werden müssen, um letztendlich Akzeptanz in der Praxis zu erlangen. Im dritten Beitrag erläutern Kathrin Knuth und Uwe Bettig, welche (neuen) Anforderungen an eine elektronische Pflegekurve durch den Einsatz von Pflegeinformationstechnologien zu stellen sind – auch hier natürlich unter Beachtung der Perspektive der Expert:innen. Ronny Klawunn, Stefan Walzer, Jürgen Zerth, Anika Heimann-Steinert, Antje Schepputat, Cordula Forster, Sebastian Müller, Marie-Luise Dierks und Tobias Krick stellen anschließend die Auswahl und Einführung der Pflegetechnologien in akut- und langzeitstationären Einrichtungen der pflegerischen Versorgung der vier Pflegepraxiszentren und die Erfolgsfaktoren der Einführung vor. Im fünften Kapitel werden verschiedene, derzeit auf dem Markt verfügbare, Innovationstechnologien für das pflegerelevante Thema Harninkontinenz dargestellt. Nicole Strutz, Nils Lahmann, Simone Kuntz, Anika Heimann-Steinert und Sandra Strube-Lahmann erläutern Funktionsweisen ausgewählter Pflegeinnovationstechnologien und deren Akzeptanz aus Sicht der Expert*innen. Im sechsten Buchbeitrag wird von Kathrin Knuth und Uwe Bettig aufgezeigt, wie die Prozesse vor und nach Einführung von Pflegeinnovationstechnologien dargestellt werden können, um eine gesundheitsökonomische Bewertung im Prä-Post-Vergleich vornehmen zu können. Auch hier liegt ein Schwerpunkt auf der Perspektive der Pflegekräfte. Albert Premer und Stephan Hohndorf stellen im siebten Beitrag die Problematik der Implementierung und Finanzierung von neuen Pflegetechnologien in den Fokus. Die Generierung von Geschäftsmodellen im stark reglementierten Pflegesektor wird erläutert. Der letzte Buchbeitrag ist nicht im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt entstanden. Das Thema „Digitales Patientenportal“, das Heidemarie Hille ausführt, ist aber thematisch eine sinnvolle Ergänzung und ermöglicht eine weitere Perspektive auf das zentrale Thema der Digitalisierung in der Pflege.

Beim Projektträger, der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, und insbesondere bei Frau Catherine Naujoks bedanke ich mich für die Begleitung des Projekts und die konstruktive und angenehme Zusammenarbeit.

Bedanken möchte ich mich bei allen am Projekt Beteiligten und allen, die einen Beitrag zu diesem Buch geleistet haben. Besonderer Dank gebührt Kathrin Knuth, M.Sc. für die Koordination der Beiträge, die Kommunikation mit den Autor:innen und natürlich die Mitarbeit und die guten Gedanken im Projekt.

Herzlicher Dank gebührt auch Annette Xandry vom medhochzwei Verlag, die das Buch und die Idee dahinter von Anfang an konstruktiv begleitet und so die Veröffentlichung möglich gemacht hat. Für das Lektorat bedanke ich mich bei Melanie Christner, die uns alle sehr sorgfältig, aber auch nachsichtig unterstützt hat.

Allen Leser:innen wünsche ich eine spannende Auseinandersetzung mit dem Thema, das die Pflege nachhaltig verändern und prägen wird. Rückmeldungen und Anregungen zum Projekt, das ja noch nicht abgeschlossen ist, sind allen Beteiligten sehr willkommen.

Berlin, im Juli 2021Uwe Bettig

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Das PPZ Berlin als Teil des Clusters „Zukunft der Pflege“(Kley)

2 FreTiP – Ein Instrument für (ethische) Reflexionsprozesse im Pflegealltag(Grüber/Loevskaya)

3 Anforderungen an eine elektronische Pflegekurve bei Einsatz intelligenter Technologien in der geriatrischen Pflege(Bettig/Knut)h

4 Auswahl und Einführung von Pflegetechnologien in Einrichtungen der Pflegepraxis(Klawunn/Walzer/Zerth/Heimann-Steinert/Schepputat/Forster/Müller/Dierks/Krick)

5 Innovative Technologien in der Pflege(Strutz/Lahmann/Kuntz/Heimann-Steinert/Strube-Lahmann)

6 Prozessdarstellung als Grundlage für die gesundheitsökonomische Betrachtung(Bettig/Knuth)

7 Zukunft der Pflege schon heute beginnen(Premer/Hohndorf)

8 Digitales Patientenportal(Hille)

Herausgeber- und Autorenverzeichnis

Beitrag 1 Das PPZ Berlin als Teil des Clusters „Zukunft der Pflege“

Tobias Kley

1 Das Verbundprojekt

2 Cluster „Zukunft der Pflege“

3 Das Pflegepraxiszentrum Berlin

Literatur

1 Das Verbundprojekt

1

Mit dem Jahresbeginn 2018 nahmen vier PPZ (und kurz zuvor das PIZ) ihre Arbeit auf. PPZ steht dabei für Pflegepraxiszentrum und PIZ für Pflegeinnovationszentrum. Diese fünf Institutionen wurden als Projekte infolge einer Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt und werden über eine Laufzeit von fünf Jahren mit insgesamt rund 20.000.000 EUR gefördert.1

2

Mit der Ausschreibung der Pflegepraxiszentren adressierte das BMBF unter anderem folgende Ziele:

Umsetzung der Hightech-Strategie der BundesregierungPraxistauglichkeit von vorhandenen, innovativen Lösungen unter Beweis stellenAufbruch des Denkens von Insellösungen, Interoperabilität fördernAgenda Setting – digitaler Wandel im GesundheitswesenTransfer von digitalen Lösungen in die breite PraxisTechnik als Teil der Pflegeprozesse in die Ausbildung einbringen

2 Cluster „Zukunft der Pflege“

3

Die vier Pflegepraxiszentren und das Pflegeinnovationszentrum bilden zusammen das Cluster „Zukunft der Pflege“. Abbildung 1 zeigt die landesweite Verteilung der regionalen Zentren, Abbildung 2 die Zusammensetzung des Clusters.

Abb. 1:

Deutschlandkarte PPZ/PIZ

Quelle: BMBF Cluster „Zukunft der Pflege“.

Abb. 2:

Cluster „Zukunft der Pflege“

Quelle: BMBF Cluster „Zukunft der Pflege“.

4

Das Pflegeinnovationszentrum in Oldenburg baut unter anderem Reallabore analog der unterschiedlichen Pflegesettings auf. Dort werden neben marktverfügbaren innovativen Technologien auch digitale Lösungen in einer frühen Phase der Entwicklung getestet. In den Bereichen Robotik, Augmented und Virtual Reality leistet das PIZ einen eigenen Forschungsbeitrag.

5

Das PPZ Nürnberg testet und evaluiert Lösungen für die Pflege und unterstützt Hersteller auch bei Testkonzeptionen.Das PPZ Freiburg konzentriert sich bei seiner Umsetzung vor allem auf den Einsatz innovativer Lösungen im Pflegesetting eines Akutkrankenhauses.Das PPZ Hannover baut eine „Station der Zukunft“ im Krankenhaus auf.Aktuelle Informationen zu den PPZ und dem PIZ werden der Öffentlichkeit unter www.cluster-zukunft-der-pflege.de berichtet.

6

Die Herausforderungen der PPZ und des PIZ unterscheiden sich v. a. vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Forschungsfragen und Anwendungsgebiete/Versorgungsbereiche. Es gibt jedoch auch sehr ähnliche, teils gleiche Fragestellungen, die ähnlich einer Matrixstruktur in 5 Arbeitsgruppen (AG) über die Clustergrenzen hinweg gemeinsam bearbeitet werden.

7

AG 1 Öffentlichkeitsarbeit

Hier werden die Cluster-übergreifenden Publikationen und Veranstaltungen geplant. Aber auch Fragen der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der PPZ werden in dieser AG miteinander besprochen. Was alle PPZ eint, ist das Thema Digitalisierung sowie Erfolge und Misserfolge im Rahmen der Implementierung in die Öffentlichkeit zu bringen, um voneinander zu lernen.

8

AG 2 ELSI (Ethical, Legal and Social Issues)

Mit der Implementierung von Technik in der Pflege sind verschiedene Interessen und Perspektiven in den Blick zu nehmen. EntwicklerInnen, PatientInnen, Angehörige, formell und informell Pflegende … „Die AG 2 reflektiert die in der empirischen Forschung auftretenden methodischen Probleme und beleuchtet insbesondere institutionell-normative Rahmenbedingungen, die für die Entscheidung für die gewählten Anwendungen und deren erfolgreiche Implementierung maßgeblich sind.“2

9

AG 3 Evaluation

Evaluationen zu verschiedenen Fragestellungen sind maßgebend für alle Forschungsprojekte. Im Rahmen der PPZ und des PIZ geht es im Wesentlichen um Technikbereitschaft, Technikakzeptanz und Usability, aber auch darum, was bisher im pflegerischen Kontext an Digitalisierung besteht. Ein weiterer Fokus des PPZ liegt in der gesundheitsökonomischen Betrachtung der Digitalisierung in der Pflege.

10

AG 4 Technische Innovationen

Die landläufigen Aussagen zur Verfügbarkeit von innovativen Technologien in der Pflege bewegen sich zwischen „Es gibt doch alles an Technik“ und „Wir finden keine passende technische Lösung“. Jedes PPZ/PIZ hat einen anderen Fokus, viele unterschiedliche Anforderungen werden an unterschiedliche technische Lösungen gestellt. Diese AG schafft die Schnittstelle zwischen den Projekten.

11

AG 5 Wissenstransfer und Qualifizierung in der Pflege

Am Ende nützt die beste Technik nichts, wenn niemand damit umgehen kann. Während in anderen Berufsfeldern Digitalisierung ein selbstverständlicher Teil der Bildung und Ausbildung ist, liegt die Pflege hier etwas zurück. Die unterschiedlichen Bedarfe von Aus-, Fort- und Weiterbildung zu erheben und in Bezug auf die angewendeten Technologien zu konkretisieren, konkrete Fähigkeiten und Metakompetenzen zu formulieren, spielt in allen PPZ/PIZ eine wichtige Rolle.

3 Das Pflegepraxiszentrum Berlin

12

Das PPZ Berlin hat sich im Wesentlichen die Aufgabe gesetzt, innerhalb der einzelnen Pflegesettings das pflegerische Handeln mittels Digitalisierung zu verändern und in der Ausbaustufe auch die Sektorengrenzen hinsichtlich der Informations- und Datenweitergabe zu überwinden. Mit „Sektorengrenzen“ sind in diesem Kontext die vor allem durch Finanzierungslogiken und unterschiedliche Rechtsansprüche getrennten Versorgungsbereiche gemeint.

Pflege in einer geriatrischen KlinkStationäre LangzeitpflegeAmbulante Pflege

13

Dafür wurden in einem ersten Schritt wichtige Pflegerisiken/Pflegephänomene evaluiert, zu denen Daten in den genannten drei Pflegesettings erhoben und benötigt werden.

14

Im Ergebnis fokussiert sich das PPZ Berlin auf die Pflegerisiken:

DiabetesDemenz/MobilitätInkontinenzDekubitus

15

Dieser Fokus kommt dadurch zum Ausdruck, dass bei der Auswahl von innovativen Pflegetechnologien vor allem Lösungen gewählt wurden, die im Rahmen der o. g. Pflegerisiken Anwendung finden können.

16

Mit der Fokussierung auf konkrete Pflegephänomene wird sichergestellt, dass Daten erhoben werden, die auch vergleichbar in den unterschiedlichen Pflegesettings vorliegen müssen. Koordiniert wird das Projekt PPZ Berlin durch die Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH. Zudem sind zwei weitere Praxispartner aus der Johannesstift Diakonie beteiligt. Die technischen Fragestellungen bearbeiten die Unternehmen escos automation und NursIT Institute. Die wissenschaftliche Arbeit übernehmen die Charité-Forschungsgruppe Geriatrie, die Alice Salomon Hochschule und das Institut Mensch, Ethik, Wissenschaft (IMEW).

Literatur

BMBF: Bekanntmachung. Richtlinien zur Durchführung des Wettbewerbs „Zukunft der Pflege: Mensch-Technik-Interaktion für die Praxis“. Bundesanzeiger vom 24.8.2016. Online: https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1237.html [abgerufen am 9.12.2020].

Cluster „Zukunft der Pflege“: AG2 Elsi. Online: https://www.cluster-zukunft-der-pflege.de/index.php/arbeitsgruppen/ [abgerufen am 11.12.2020].

Beitrag 2 FreTiP – Ein Instrument für (ethische) Reflexionsprozesse im Pflegealltag

Dr. Katrin Grüber/Elena Loevskaya

1 Einleitung

1.1 Hintergrund

1.2 Vorgehen

2 Grundlagen für die Entwicklung des Instruments

2.1 Ethische Abwägungsprozesse im Alltag

2.2 Instrumente für die (ethische) Reflexion

2.3 Zusammenfassende Bewertung

3 FreTiP – Vorläufige Version

3.1 Konzeption von FreTiP

3.2 Der Inhalt von FreTiP

3.2.1 Allgemeine Fragen

3.2.2 Ethisch relevante Dimensionen

3.2.3 Abwägen und Entscheiden

4 Ausblick

Literatur

Abstract:

Der Beitrag beschreibt die Grundlagen für die Entwicklung eines Instruments, das ethische Reflexions- und Entscheidungsprozesse bei der Anwendung von digitalen Pflegeinnovationstechnologien in unterschiedlichen Praxissituationen anregen soll. Außerdem wird der aktuelle Entwicklungsstand beschrieben. Ethische Aspekte werden einerseits verbunden mit Rahmenbedingungen und andererseits mit dem Alltag der Pflegenden sowie zu Pflegenden. Das Instrument soll möglichst flexibel und niedrigschwellig einsetzbar sein.

1 Einleitung

1.1 Hintergrund

1

Das Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW) entwickelt im Rahmen der ethischen Begleitforschung des PPZ Berlin ein Instrument, das ethische Reflexionsprozesse bei der Anwendung von digitalen Pflegeinnovationstechnologien in der Praxis anregen und unterstützen soll sowie die Perspektive von Betroffenen sowie Pflegenden berücksichtigt.

2

Der folgende Beitrag ist die Weiterentwicklung des Short Papers „Konkrete Fragen für die Pflegepraxis“ für den Tagungsband der 3. Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“.3

1.2 Vorgehen

3

Der Entwicklung des Instruments ging eine triangulativ ausgerichtete Untersuchung, bestehend aus Interviews und (nicht-)teilnehmenden Beobachtungen sowie einer Literaturstudie voraus. Die empirischen Untersuchungen ihrerseits ermöglichten den Forscher:innen einen vertieften Einblick in die Praxis, wodurch die Schwerpunkte der Literaturstudie entsprechend praktischer Relevanz hinterfragt und korrigiert werden konnten.

4

Zu Beginn des Projekts wurden mit Konsortiumspartner:innen im Pflegepraxiszentrum (PPZ) Berlin leitfadengestützte, explorative Interviews geführt. Das Ziel der Interviews war es, Anknüpfungspunkte für die Begleitung des Projektes durch das IMEW zu identifizieren und Fragestellungen und Themen zu konkretisieren. Ausgangsthese war dabei, dass die Beteiligten auf der Grundlage von Wertvorstellungen handeln, die ihnen mehr oder weniger bewusst sind. Die Interviews wurden transkribiert und ausgewertet.

5

Ziel der Literaturstudie war es, bereits bestehende Instrumente auf ihre Übertragbarkeit zu überprüfen und Anregungen für die Entwicklung eines eigenen Instruments in Hinblick auf inhaltliche Kriterien, normative Grundlagen und Methoden zu gewinnen. Deshalb wurde nach Artikeln recherchiert, die nicht nur die Beschreibung der Instrumente, sondern auch und insbesondere Hinweise auf Erfahrungen mit ihrer Anwendung lieferten. Die Literaturstudie war deshalb bewusst thematisch weiter gefasst als das PPZ-Projekt: Die Schwerpunkte lagen zwar weiterhin bei Technik (Gegenstand), Pflege (Kontext) und älteren Personen (Zielgruppe), es wurden jedoch auch Instrumente, Artikel und Projekte berücksichtigt, die nur in zwei Punkten Übereinstimmung fanden.

6

Es wurden teilnehmende und nichtteilnehmende Beobachtungen in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Kontext durchgeführt. Das Ziel war die Identifizierung von ethisch relevanten Aspekten bei Pflegeprozessen, die durch den Einsatz der Technik beeinflusst werden können. Für die Beobachtungen wurden Beobachtungsbögen auf Grundlage der Interviewergebnisse und der Literaturauswertung entwickelt.

2 Grundlagen für die Entwicklung des Instruments

2.1 Ethische Abwägungsprozesse im Alltag

7

Die Auswertung der Interviews hat gezeigt: Die Annahme, dass alle Projektpartner:innen auf der Grundlage von ethischen Vorstellungen agieren, die ihnen mehr oder weniger bewusst/präsent sind und die durch Interviews expliziert werden können, traf zu. Alle befragten Projektpartner:innen reflektieren in ihrem beruflichen Alltag ethische Fragestellungen und treffen Entscheidungen nach ethischen Maßstäben. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den Berufsgruppen und Settings. So ist das Thema digitale Datennutzung bei den Projektpartner:innen sehr unterschiedlich verortet. Während die beteiligten Technikpartner:innen täglich damit arbeiten, wird das Thema im klinischen Setting und im Pflegeheim zunehmend wichtiger. Ein weiterer Unterschied in den Settings bezieht sich auf die Patient:innen bzw. Bewohner:innen. Während die Bewohner:innen im ambulanten Setting weitgehend selbstständig/selbstbestimmt über Anwendungen entscheiden, gibt es in der Klinik und in der stationären Pflegeeinrichtung auch Menschen, die im rechtlichen Sinne nicht einwilligen können. Letzteres ist insbesondere im Zusammenhang mit der informierten Zustimmung relevant.

8

Die Interviews geben auch Hinweise auf Abwägungsprozesse. In die Entscheidung fließen unterschiedliche Faktoren ein. In einem Interview werden Ethik und Technologie als gleichwertige Gewichte beschrieben, die gegeneinander abzuwägen sind. In anderen werden die Schwierigkeiten von Abwägungsprozessen dargestellt, bei denen man „hin- und hergerissen ist.“ Eine Herausforderung, die sich in mehreren Interviews zeigt, ist die Tatsache, dass die einfließenden Faktoren differenziert zu betrachten sind. Einerseits besteht die Herausforderung von zu vielen erhobenen Daten, die gespeichert werden. Andererseits kann es auch ein Problem sein, wenn zu wenig Daten erhoben werden bzw. Daten vernichtet werden: „Das ist halt ein absoluter Spagat, weil wir natürlich einmal datensparsam sein wollen, und gleichzeitig, weil wir die Chancen auch von Big Data sehen.“

9

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ethik entweder als Reflexion über Fragestellungen oder als Entscheiden/Handeln nach (ethischen) Maßstäben verstanden wird. Die Reflexion erfolgt überwiegend in Gruppen. Sie findet im Alltag statt oder im Vorfeld der Bewilligung von Projekten. Eine externe Beratung, insbesondere durch Ethikkomitees, wird ausdrücklich begrüßt. Personalvertretungen spielen eine entscheidende Rolle, weil dadurch Anwendungen, die in Richtung Mitarbeiterüberwachung gehen, ausgeschlossen sind.

10

Selbstverständlich sind viele Situationen im Pflegealltag auch ohne Technologie (bzw. in Zusammenhang mit alltäglichen Gegenständen in der Pflege)4 ethisch relevant: So wird der Schutz der Privatsphäre gewährleistet, indem die Türen in intimen Situationen geschlossen werden oder ist gefährdet, wenn die Türen offenbleiben. In die Beurteilung technischer Lösungen (wie ein signalgebendes Bett oder Tracking Devices) sollte also die Situation vor ihrer Einführung berücksichtigt werden, denn davon hängt es ab, ob die Technologie zu mehr oder weniger Privatheit führt.

11

Die Bedeutung der Rahmenbedingungen bei der Einführung und Anwendung von PIT-Technologien wird beispielsweise bereits dann deutlich, wenn die Zeit bzw. das Personal fehlen, um zeitnah auf das Klingeln von Patient:innen zu reagieren. Hier stellt sich die Frage nach Gerechtigkeit, die auch vor der Einführung der Technik berücksichtigt werden soll.

12

Ein weiterer zu berücksichtigender Aspekt ist die Funktionstüchtigkeit einer Technologie. Wenn zwar beobachtet wird, dass ein Rollstuhl repariert werden muss, aber keine entsprechenden Schritte eingeleitet werden, dann wird die Teilhabe von Bewohner:innen eingeschränkt.

13

Infolge der teilnehmenden und nichtteilnehmenden Beobachtungen in den drei Settings wurden die Erkenntnisse der Literaturstudie bestätigt: Ethische Reflexionsprozesse sind nicht selbstverständlich, wohl aber das Handeln aufgrund individueller Abwägungen und Wertvorstellungen, wenngleich diese nicht immer bewusst sind.

2.2 Instrumente für die (ethische) Reflexion

14

Selbstverständlich sind Bestrebungen, ein partizipatives Instrument zur proaktiven oder evaluativen ethischen Reflexion in Bezug auf Mensch-Technik-Interaktion im Kontext der Geriatrie zu entwickeln, nicht neu. Bereits im Jahr 2007 beschrieb die interdisziplinäre Forschungsgruppe Sentha5 (Seniorengerechte Technik im häuslichen Alltag), wie seniorengerechte Technik partizipativ entwickelt werden kann. Inzwischen gibt es verschiedene Instrumente für ethische Reflexionsprozesse über die Anwendung von digitalen Technologien, wobei MEESTAR6 (Modell zur ethischen Evaluierung sozio-technischer Arrangements) das bekannteste ist.

15

Im Rahmen der Recherche wurden verschiedene Instrumente identifiziert, die eine strukturierte (ethische) Reflexion im Kontext der Pflege bzw. Medizin (mit und ohne Bezug auf Technik) ermöglichen. Sieben Instrumente wurden detailliert beschrieben und auf ihre Anwendung bzw. Anwendbarkeit analysiert.

16

Es gab dabei ein methodologisches Problem. Die Literatur liefert nur Hinweise auf die Anwendung im Forschungskontext, d. h. Informationen über die Anwendung im Praxisalltag fehlen. Erfahrungen mit Instrumenten werden vermutlich nur dann sichtbar, wenn diese selbst den Untersuchungsgegenstand im Rahmen eines Forschungsprojektes darstellen. Es gibt zudem kaum Hinweise in der Literatur, ob und wie die Ergebnisse der Anwendung der Instrumente zu konkreten Entscheidungen führten. Dies liegt möglicherweise ebenso daran, dass bei den Forschungsprojekten konkrete Entscheidungen nicht relevant sind. Stattdessen wird häufig beschrieben, dass durch den Einsatz der Instrumente (im Rahmen von Workshops oder Besprechungen) das Verständnis der Beteiligten für die Perspektiven anderer bzw. für die Technologie im Sinne eines Empowerments wuchs. Auch trug die Arbeit mit Instrumenten zur Begriffsklärung oder zum besseren Verständnis der ethischen Problematik bei.

17

Trotz der Erkenntnislücke ermöglichte die Literaturstudie wichtige Einblicke in Konzepte, Inhalte und Nutzung der unterschiedlichen Instrumente. Insbesondere wurden durch einen systematischen Vergleich die methodischen und organisatorischen Besonderheiten der Instrumente sichtbar. Dies gab entscheidende Impulse für die Entwicklung des eigenen praxistauglichen Instruments.

18

Die Instrumente sind unterschiedlich anspruchs- und voraussetzungsvoll. Einige sind relativ komplex aufgebaut und basieren z. B. auf mehrdimensionalen Modellen, bei denen ethische/normative Anforderungen mit sozialen und anderen Aspekten verbunden werden. Allerdings bilden auch Instrumente mit einer hohen Komplexität u. a. an normativen Fragestellungen nur einen Teilausschnitt der Wirklichkeit ab, weil ihnen die Verbindung zu praktischen Überlegungen fehlt.

19

Die Anforderungen an Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung sind ebenso unterschiedlich. Nachvollziehbarerweise muss mindestens eine Person die Anwendungsmethode des jeweiligen Instruments für einen nach diesem strukturierten Reflexionsprozess kennen. Unterschiede bestehen in Bezug auf die Gestaltung und Leitung/Moderation der Prozesse: Bei einigen Instrumenten genügen gute inhaltliche und methodische Kenntnisse sowie Moderationskompetenz, während für andere eine spezielle Schulung vorgesehen ist. Die Moderation kann von außen kommen oder aus der Organisation bzw. aus dem Kreis der Akteur:innen. Es kann eine explizite Empfehlung geben (z. B. keine externe und keine exklusive Moderation hinzuzuziehen, sondern nach Möglichkeit die Rolle der Moderation rotieren zu lassen) oder den Anwender:innen wird eine freie Gestaltung überlassen.

2.3 Zusammenfassende Bewertung

20

Die Ergebnisse der Literaturstudie, der Interviews und der (nicht-)teilnehmenden Beobachtungen lieferten wichtige Hinweise auf die Ausgestaltung eines niedrigschwelligen Instruments für die Identifikation und Strukturierung ethischer Reflexionsprozesse, das in möglichst vielen Situationen und Kontexten der Pflegepraxis anwendbar ist. Im Folgenden werden die wichtigsten Facetten der Konzeption von FreTiP (Fragen zur ethischen Reflexion von digitalen Technologien in der Pflegepraxis) vorgestellt.

3 FreTiP – Vorläufige Version

3.1 Konzeption von FreTiP

Fragen statt Checklisten

21

FreTiP arbeitet mit Fragen, weil eigene Beobachtungen auch jenseits des PPZ-Projektes zeigen, dass diese eher geeignet sind, eine ethische Reflexion anzuregen und einen Austausch zu unterstützen als beispielsweise eine Checkliste. Die Fragen sollen möglichst selbsterklärend sein, eine direkte Reflexionsgrundlage bieten und nach Möglichkeit ohne „Bedienungsanleitung“ nutzbar sein.

Flexibilität und Niedrigschwelligkeit

22

FreTiP soll in sehr unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden können:

Bevor die Technologie genutzt bzw. in die Arbeitsabläufe integriert wird.Während der Einführung.Nach der Einführung.

23

Für manche Anwendungen ist eine vertiefte Reflexion notwendig bzw. erstrebenswert, für andere nicht. Außerdem soll das Instrument in der Klinik, in Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Kontext eingesetzt werden.

24

Um für so unterschiedliche Situationen anwendbar zu sein, muss das Instrument sowohl in Bezug auf Inhalte als auch in Bezug auf die zeitlichen und personellen Ressourcen für den Reflexionsprozess möglichst flexibel sein. FreTiP ermöglicht dies dadurch, dass Themen und Fragen nach Bedarf und Ressourcen aus den verschiedenen Kapiteln ausgewählt, umformuliert, ergänzt, weiterentwickelt oder auf eine andere Art und Weise angepasst werden können. Ein Reflexionsprozess kann also in kleinem Kreis niedrigschwellig mit nur wenigen Fragen durchgeführt werden oder mit vielen Fragen und vielen Beteiligten.

Ethik im Kontext

25

FreTiP thematisiert neben genuin ethischen Fragen auch allgemeine Fragen, beispielsweise zu Zweck und Nutzen sowie Zielgruppen, Interessen und Rahmenbedingungen. Dies ist der Erkenntnis geschuldet, dass ethische Reflexion im Kontext stattfindet.

26

Beispielsweise fließen in die ethischen Überlegungen auch Einschätzungen über den Nutzen der Technologie ein. Es gibt dabei folgende Wirkungen, die in unterschiedliche Richtungen weisen: Wenn vermutet wird bzw. sich in der praktischen Anwendung herausstellt, dass der Nutzen nicht so groß wie angenommen ist, wird die Technik nicht eingeführt bzw. nicht angewandt. Dies gilt beispielsweise dann, wenn eine Anwendung Zeit sparen soll, die Wartung aber zeitaufwändig ist. Überlegungen zu ethischen Folgen der Anwendung einer Technologie sind dann obsolet. Umgekehrt ist zu vermuten, dass es bei einem großen erwarteten bzw. wahrgenommenen Nutzen schwerer ist, Einschränkungen durch ethische Fragestellungen anzuerkennen und die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen.

27

Das Instrument stellt eine Verbindung her zwischen dem Alltag der Pflegenden sowie zu Pflegenden und den ethischen Aspekten. Diese werden anschaulich gemacht, indem Alltagserfahrungen in die Beschreibung der ethischen Dimensionen integriert werden.

Abb. 1:

Ethik im Kontext

Quelle: Eigene Darstellung.

3.2 Der Inhalt von FreTiP

28

Im Folgenden werden die drei Teile von FreTiP erläutert: Allgemeine Fragen, Ethische Dimensionen sowie Abwägen und Entscheiden.

3.2.1 Allgemeine Fragen

Haltung/Kultur

29

Die individuelle Haltung sowie die institutionelle Kultur spielen bei der ethischen Urteilsfindung implizit und teilweise unbewusst eine Rolle und sollen über Fragen expliziert werden. Thematisiert werden allgemeine Aspekte über das Konzept der guten Pflege oder den Stellenwert digitaler Anwendungen innerhalb der Einrichtung (und auch für die Pflegenden individuell). Beispielfragen sind:

Was braucht es, um gut zu pflegen?Sind die Bedingungen für gute Pflege in der Einrichtung/der Organisation vorhanden?Inwiefern verändert die Technologie das Verhältnis Pflegende/Ärzt:innen etc. und Patient:innen?Wird die Technologie dem Konzept der guten Pflege gerecht?Was ist hier zu erwarten? Wie verändert sich die soziale Beziehung?

Zweck und Nutzen

30

Unter Zweck verstehen wir die Aufgabe oder das Gebiet, für die die Technologie eingesetzt werden soll. Relevante Fragen sind beispielsweise:

Was ist die Aufgabe der Technologie?Dient die Anwendung der Dokumentation, dem Monitoring, der Überwachung, der Assistenz oder hat sie mehrere Aufgaben?

31

Als Nutzen werden diejenigen Vorteile beschrieben, die die Anwendung der Technologie gegenüber konventionellen Methoden aufweist. Man unterscheidet einerseits den tatsächlichen bzw. vermuteten Nutzen und zum anderen den Aufwand, der mit der Anwendung verbunden ist.

32

Die Fragen nach dem Nutzen könnten lauten:

Welche Vorteile bringt die Technologie mit sich?Weniger körperliche Anstrengung für Pflegende?Mehr Selbständigkeit für Patient:innen?Nachteile für Patient:innen?