Dirty Deal - Crystal Kaswell - E-Book

Dirty Deal E-Book

Crystal Kaswell

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Beschreibung

Blake Sterling. Alpha-Mann mit dunkler Vergangenheit. Firmenchef. Und mein Verlobter. Diese durchdringenden blauen Augen, dieses traurige Lächeln, diese starken Schultern - sie gehören mir. Nein. Es ist eher so, als gehörte ich ihm. Wann immer er mich braucht, um einen Fremden anzulächeln, wann immer er mich braucht, um für ein anderes hübsches Foto zu posieren, wann immer er mich braucht, um mich für ihn auszuziehen, gehöre ich ihm. Wir überzeugen die Welt davon, dass wir wahnsinnig ineinander verliebt sind. Jeder süße Kuss, jedes liebevolle Flüstern, jede zärtliche Umarmung.... all das ist nur Show. Aber wenn wir beide allein sind, in seinem Büro oder seinem Penthouse, sehe ich den wahren Blake, den mit der schmutzigen Fantasie, den ausgefallenen Wünschen ... Aber was ist, wenn er mich privat küsst, mir süße Dinge ins Ohr flüstert und die Mauern um sein Herz trotzdem unüberwindbar sind? Wo genau verläuft die Grenze zwischen Realität und Schein? Eine heiße Verlobungsromanze mit einem dominanten Helden und einer unschuldigen Heldin. Enthält explizite Szenen.

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Seitenzahl: 414

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Dirty Deal

Liebe auf Zeit

Crystal Kaswell

Inhalt

Danke

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

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1

Der Manager wirft einen Blick auf meine billigen High Heels und meinen lose sitzenden Bleistiftrock und schüttelt den Kopf.

"Tut mir leid, aber die Stelle ist bereits vergeben." Er starrt auf meine Brust. Zieht eine Augenbraue hoch. "Vielleicht möchten Sie eine andere Stellung versuchen?"

Ich schlucke die Beleidigung herunter, die in meinem Hals aufsteigt. "Wissen Sie, wann Sie wieder einstellen werden?"

"Es könnte eine Weile dauern."

"Denken Sie an mich, wenn Sie wieder jemanden brauchen. Ich habe viel Erfahrung." Allerdings nicht so sehr die Art, nach der er sucht. Aber als Bedienung kenne ich mich aus.

Er tut so, als würde er sich noch einmal meinen Lebenslauf ansehen, starrt stattdessen aber weiter auf meinen Busen. "Tut mir leid, Schatz, aber wir suchen nach etwas Bestimmtem."

Ja, darauf wette ich.

Ich atme tief ein. Dieser Typ ist ein Nichts. Ich hatte schon mit Idioten zu tun, die schlimmer waren als er.

Heute Abend werde ich mit etlichen mehr zu tun haben.

Das kommt davon, wenn man in einem teuren Restaurant arbeitet.

Trotzdem nicke ich ein Dankeschön und verlasse das Restaurant. Gehe mit langsamen, gemessenen Schritten. Nun, so gemessen wie möglich in diesen beschissenen Absätzen.

Die Luft draußen ist eiskalt. Selbst für März in New York ist es kalt. Der weiße Himmel verhangen mit grauen Regenwolken.

Normalerweise mag ich Nieselregen. Ich mag das temperamentvolle Wetter - den schneereichen Winter, den regnerischen Frühling, den schwülen Sommer, den frischen Herbst.

Im Moment allerdings nicht so sehr.

Ich grabe in meiner Handtasche nach meinem Handy. Lizzy wird mich aufheitern. Das tut sie immer. Doch bei meinem nächsten Schritt knalle ich gegen etwas Festes.

Nein. Jemanden. Weiche Wolle, die einen harten Körper umhüllt.

Mein Bein bleibt an seinem hängen. Ich glaube zumindest, dass es ein Er ist. Mein Knöchel verdreht sich.

Scheiße.

Ich halte meine Hände vors Gesicht, um meinen Sturz aufzufangen.

Autsch. Der Beton ist hart. Und verdammt kalt.

"Geht es Ihnen gut?", fragt eine tiefe Stimme.

Also tatsächlich ein Er. Seine Stimme ist sehr männlich. Hat ein gleichmäßiges, tiefes Timbre. Ein Timbre, das mich vergessen lässt, dass ich auf dem Boden liege, auf feuchtem Beton, der meinen Rock durchnässt.

"Mir geht's gut."

Seine Schuhe sind schön. Echtes Leder. Designer-Schuhe. Teuer. Seine Hosen sitzen genau richtig. Sie sind grau. Wolle. Und sie bedecken lange Beine. Sein schwarzer Wollmantel fällt bis zur Mitte der Oberschenkel. Er ist zugeknöpft. Verbirgt seinen Körper. Seine starken Schultern.

Der Typ schaut auf mich herab, seine blauen Augen sind gefüllt mit ... mit irgendetwas. Ich bin mir nicht sicher. Es ist schwer, etwas anderes zu tun, als in diese Augen zu starren.

Sie sind wunderschön.

Und er hat ein ausdrucksstarkes Gesicht. Die Art von Gesicht, die zu einer Skulptur gehören sollte.

Oder einem Disney-Prinzen.

Er ist der heißeste Typ, den ich seit Monaten gesehen habe.

Und ich liege auf dem Beton und starre ihn sprachlos an.

Fantastisch.

"Ich ... Ähm ... Sie sollten aufpassen, wo Sie hingehen." Ich hebe meine Handtasche auf und schiebe sie auf meine Schulter.

Er beugt sich hinunter und bietet seine Hand an.

Okay.

Ich schätze, er ist ein Gentleman.

Das ist seltsam, aber es passt zu ihm, mit dem ganzen Disney-Prinz-Vibe.

Ich nehme seine Hand. Irgendetwas geschieht zwischen uns. Die Luft ist plötzlich wie elektrisch aufgeladen. Knisternd. Wärme strömt bei der Berührung über meine Handfläche zu meinem Arm, durch meinen Oberkörper.

Es ist eine starke Hand.

Und dieser Anzug.

Und dieser ich bekomme, was ich will- Ausdruck in seinen Augen.

Ich kenne diesen Kerl. Nun, ich kenne diesen Typ von Mann.

Er hat Geld.

Und er ist die Art von Mann, dem die Welt zu Füßen liegt.

"Mir geht es gut. Wirklich." Ich rappele mich hoch. Oder vielleicht zieht er mich hoch. Egal. Ich mache einen Schritt in Richtung der Kreuzung - die U-Bahn ist nur ein paar Blocks entfernt -, aber mein Knöchel hält mein Gewicht nicht aus. Scheiße. Tut das weh.

Sein Griff an meiner Hand wird stärker. "Setzen Sie sich." Er deutet zu einer Bank hinter uns.

"Ich brauche Ihre Hilfe nicht."

"Oh, wirklich?" Er hebt eine Augenbraue und nickt zu meinem Schuh, als ob er sagen wolle: "Zieh ihn an".

Oh.

Ich habe meinen Schuh verloren.

Aus irgendeinem Grund ist mein Fuß nicht kalt.

Nichts von mir ist kalt.

Dieser Typ ist einfach so ... nervend, er bildet sich ein, mir sagen zu können, was ich tun soll.

Und er ist unglaublich, fast schmerzhaft gut aussehend.

Ich verlagere mein Gewicht auf meinen anderen Knöchel, aber ich kann kaum noch stehen. "Ich muss zur Arbeit."

"Sie werden hinkommen. Vertrauen Sie mir." Er schiebt seinen Arm unter meinen, wie eine menschliche Krücke, und setzt mich auf die Bank.

Seine Berührung ist tröstlich.

Es sollte beängstigend sein - dieser Typ ist ein Fremder. Ich kenne nicht mal seinen Namen.

Aber das ist es nicht.

Es ist beruhigend.

Zärtlich.

Trotzdem hat es nichts zu bedeuten.

Es ist nur, dass es so lange her ist, dass sich jemand um mich gekümmert hat oder besorgt war.

Ich atme einmal tief durch. Aber das hilft nicht, um meinen Herzschlag zu verlangsamen. "Wie heißen Sie?", frage ich ihn.

"Blake. Und Sie?", fragt er.

"Kat."

Diese stechenden Augen finden meine. Er drückt seine Finger gegen meinen Knöchel. "Er ist verstaucht."

"Ich habe schon mit Schlimmerem zu tun gehabt."

Sein Blick ist durchdringend. Verlangt nach einer Erklärung.

Aber warum?

Er kennt mich nicht.

Er ist nicht verpflichtet zu helfen.

Er ist jemand und ich bin niemand.

Er wird sich morgen nicht einmal mehr an mich erinnern.

Trotzdem möchte ich nicht, dass er sich Sorgen macht. "Ich war bei den Langstreckenläufern in der High School. Es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Verletzung am Fuß habe."

Er nickt verständnisvoll.

"Außerdem kann ich nicht mit einem verstauchten Knöchel arbeiten."

"Was machst du beruflich? Ich darf doch ‚du’ sagen?", setzt er noch hinzu.

"Ja. Ich bin Kellnerin. Und ich kann es mir nicht leisten, nicht zu arbeiten. Also ist der Knöchel okay.“

Ich starre ihn an. Mr. Rich-Man. Blake. Sein Gesichtsausdruck zeigt noch immer, wie besorgt er um mich ist. Er wird mich nicht in Ruhe lassen, bis er sicher ist, dass es mir gut geht.

Und ich kann nicht gerade einen schnellen Abgang machen. Nicht, wenn mein Knöchel so weh tut.

"Ich werde ihn kühlen, wenn ich nach Hause komme. Ich verspreche es." Ibuprofen wird mich heute Abend durch meine Schicht bringen müssen. Ich habe den Schmerz vorher schon durchgemacht, damals, als ich noch jeden Tag gelaufen bin, und das nicht nur manchmal.

"Ich würde mich besser fühlen, wenn du in die Notaufnahme gehen würdest."

Ich verziehe meine Lippen zu einem beruhigenden Lächeln. Dem Lächeln, das ich für nervende Gäste reserviere. "Das wird nicht passieren."

"Wo arbeitest du?"

"Es ist nicht weit. Ich kann laufen."

"Ich begleite dich." Er zieht mir den Schuh an. Seine Finger streifen meinen Knöchel. Seine Berührung ist weich. Zärtlich. Als wären wir ein Liebespaar, keine Fremden.

Meine Nerven vibrieren. Ich will diese Hände auf meiner Haut.

Unter meinem Rock. In Gedanken reiße ich mir die Bluse vom Leib. Schiebe mein Höschen nach unten.

Ich schlucke hart.

Ich denke nicht an Sex. Und schon gar nicht an Sex mit fremden, reichen Männern, die darauf bestehen, mich zur Arbeit zu begleiten.

Blake.

Money Guy.

Er ist groß, sieht gut aus. Und er weiß es.

Wenn die Dinge anders wären, wenn Lizzy nicht zu Hause wäre, wenn ich nicht arbeiten müsste, würde ich vielleicht mit ihm gehen.

Wir könnten zu Abend essen. Drinks haben. Eine Nacht in einem Hotel. Einem Hotel mit Security. Wo man sich sicher fühlt.

Ich könnte endlich meine Jungfräulichkeit verlieren.

Aber ich kann nicht. Ich kann keine Zeit mit fremden Männern vergeuden. Nicht einmal mit reichen, fremden Männern.

Also erhebe ich mich von der Bank. "Ich kann selbst gehen." Ich mache einen Schritt, um meine Worte zu beweisen. Der erste ist noch in Ordnung, aber der zweite bringt mich fast um. Vielleicht kann ich doch nicht arbeiten. Scheiße.

Er schiebt seinen Arm unter meinen und bietet sich wieder als Krücke an.

Diesmal nehme ich seine Hilfe ohne Protest an.

"Du solltest wirklich nicht arbeiten." Seine Stimme ist ruhig. Gelassen.

"Es geht dich wirklich nichts an."

Er nickt und geht weiter mit mir. "Es war meine Schuld. Ich habe nicht aufgepasst."

"Du gibst es also zu?"

"Sollte ich nicht?"

"Nein." Ich mache noch ein paar Schritte. Es ist nicht so schlimm. Außerdem habe ich morgen frei. Mit Ruhe, Eis und vielen Schmerzmitteln wird es gehen. "Ich bediene Typen wie dich."

"Gutaussehend? "

Er ... er macht einen Witz. Glaube ich.

Ich versuche, seinen Ausdruck zu deuten, stattdessen verliere ich mich in seinen schönen Augen.

"Geschäftstypen", sage ich. "Typen, die es gewohnt sind zu bekommen, was sie wollen."

"Und sie wollen dich als Dessert?"

"Manchmal. Ich bekomme viele Telefonnummern. Aber das ist normal. Allen Mädchen im Restaurant geht das so. Normalerweise akzeptieren diese Typen kein ‚Nein’ als Antwort."

"Und ich?"

"Ich schätze, du bist genauso." Ich schaffe es, mein volles Gewicht auf meinen Fuß zu verlagern. Es tut weh, aber es ist erträglich. Wir biegen um die Ecke. Jetzt ist es nicht mehr weit. "Diese Kerle... sie geben nicht gerne zu, dass irgendetwas ihre Schuld ist. Auch wenn sie die falsche Vorspeise bestellen. Oder vergessen zu sagen: ‚Ohne Zwiebeln, bitte.’"

"Ich kenne diese Typen." Er runzelt die Stirn.

Wir überqueren die Straße. Ich gehe jetzt schneller. New Yorker schnell. Ich nicke dem Restaurant zwei Blocks weiter zu. "Ich bin da. Die paar Meter schaffe ich allein." Ich mache mich von ihm los und gehe weiter.

"Ich bin nicht anders", sagt er. Zieht etwas aus seiner Gesäßtasche und gibt es mir.

Es ist eine Visitenkarte.

Seine Stimme hat noch immer denselben gleichgültigen Tonfall. "Melde dich in ein paar Tagen und lass mich wissen, wie es dir geht."

"Du meinst, wie es meinem Knöchel geht?"

Er hält meinen Blick fest. Da ist etwas in seinen Augen - ein winziger Hinweis auf Verwundbarkeit. Ich schaue auf den Bürgersteig, dann wieder zurück in seine Augen. Die Verwundbarkeit ist verschwunden. Ersetzt durch reine Entschlossenheit.

"Das ist meine persönliche Nummer. Schreibe eine SMS oder rufe mich an. Jederzeit." Er tritt einen Schritt zurück. "Gib gut auf dich acht."

Ich nicke. "Danke."

Er dreht sich um, geht um die Ecke und ist weg.

Ich sehe mir die Visitenkarte an.

Blake Sterling. CEO von Sterling Tech. Die sind riesig. Lizzy schwört auf Sterling Tech. Verwendet ausschließlich ihre Webservices. Blake ist also CEO eines der größten Technologieunternehmen in New York.

Und er will wissen, wie es mir geht.

2

Die Arbeit zieht sich ewig hin. Als ich mich in der U-Bahn auf einen Sitz fallen lasse, pocht mein Knöchel schmerzhaft.

Zwei Leute quetschen sich auf die Bank neben mir, eine Frau und ein Mann in den dreißigern.

Er schlingt seine Arme um ihre Taille. Sie klettert auf seinen Schoß. Die beiden pressen ihre Münder zusammen, als ob sie in einer Art Face-Eating-Wettbewerb gegeneinander antreten würden. Ich schiebe mich an den Rand der Bank, aber es hilft mir nicht, ihrem Stöhnen zu entkommen. Es ist fast schon süß, wie sehr sie sich gegenseitig wollen, und es muss schön sein, jemanden so dringend zu brauchen, dass man bereit ist, Sex im L-Train zu haben. In voller Bekleidung.

Steht Blake auf so etwas?

Nein. Er ist viel zu höflich, um in der Öffentlichkeit zu vögeln.

Aber es sind immer die Stillen ...

Ich überlasse mich den Phantasien über den stoischen CEO. Bilder entstehen in meinem Kopf. Wie ein kurzer Comic-Strip.

Eine Skizze von ihm, wie er in dem Anzug da steht. Blake, wie er die U-Bahn betritt, sein Blick voller Selbstvertrauen. Blake, der einer hübschen Frau befiehlt, den Mantel auszuziehen und sich auf die Bank zu legen.

Es ist schon ewig her, dass mir ein Comic in den Sinn gekommen ist. Dass mir überhaupt ein Bild in den Sinn gekommen ist.

Vor geraumer Zeit verbrachte ich meine ganze Freizeit mit Zeichnen. Ich wollte Künstlerin werden.

Aber das war vor dem Unfall.

Das war damals, als ich Zeit hatte, um über Dinge wie Hobbys und Jungs und Sex nachzudenken.

Ich bin so in Gedanken versunken, dass ich fast meine Haltestelle verpasse. Meine geilen Mitreisenden sind immer noch dabei. Ich bekämpfe die Eifersucht, die in mir aufsteigt. Ich will mich so in jemandem verlieren. Alles um mich herum vergessen. Stattdessen steige ich vorsichtig aus. Versuche mein Gewicht auf den anderen Fuß zu verlagern. Meine Arbeitsschuhe - dicke, schwarze, rutschfeste Turnschuhe - mildern das Auftreten. Aber nicht genug, um die Schmerzen zu lindern.

Normalerweise genieße ich meinen Spaziergang nach Hause. Die Skyline von Manhattan hebt sich wunderschön gegen den dunklen Himmel ab. Silberner Stahl und gelbe Leuchtstoffröhren gegen ein strahlendes Blau. Es sind Farben, die nur New York City gehören.

Ich komme an Reihen und Reihen von Brownstones vorbei. Ein paar trendigen Restaurants. Leuten, die auf dem Boden sitzen und rauchen. Autos, die den Block auf der Suche nach einem Parkplatz umkreisen.

Es ist ruhig bei unserer Wohnung. Ich gehe die Stufen hinauf und schaue in den Briefkasten. Wütende rote Buchstaben zeigen schlechte Nachrichten an. Die Rechnung für die Hypothek ist überfällig.

Der Kredit ist günstig im Vergleich zu einer Miete in der Nähe - unsere Eltern kauften dieses Appartment, bevor Brooklyn zum It-Spot wurde -, aber es ist immer noch zu viel. Ich könnte es mir leisten, wenn ich einen Job bekäme wie den, bei dem ich mich heute vorgestellt habe. Dann könnte ich Lizzy sogar die Studiengebühren bezahlen.

Gleich jetzt ...

Zuerst der Knöchel. Dann meine Zukunft.

Junk-Mails. Stromrechnung. Ein Brief von der New York University.

Für Lizzy.

Er ist dick. Din-A-4.

Das muss bedeuten, dass sie einen Studienplatz bekommen hat.

Ich eile hinein, obwohl ich noch immer humpele. "Lizzy!"

Ihr Schlafzimmerlicht geht an. Sie zieht die Tür auf und reibt sich über ihre verschlafenen Augen. "Du solltest diejenige sein, die mich schlafen lässt. Morgen ist Schule."

Ich wedele mit dem Brief.

"Was? Warte mal." Sie geht in ihr Zimmer und kehrt mit ihrer trendigen schwarzen Brille zurück, ihre Augen weit geöffnet. "Ich kann das nicht aufmachen."

"Du musst." Das sind die besten Nachrichten, die wir jemals bekommen haben. Lizzy hat einen Studienplatz. Das bedeutet, dass sie hier bleiben kann. Bei mir. Meine beste Freundin, die einzige Person, der ich vertraue, kann in der Nähe bleiben.

"Nein." Sie überfliegt die Absenderadresse. Ihre Lippen pressen sich zusammen. "Du öffnest den Brief. Bitte, Kat." Sie drückt ihre Handflächen zusammen. "Ich kann nicht. Ich kann nicht mal denken."

"Bist du sicher?"

"Habe ich dich je um Hilfe gebeten, wenn ich mir nicht sicher war?"

"Hast du jemals um meine Hilfe gebeten?"

Sie lacht. "Das musste ich nie."

Es ist wahr. Ich übertreibe ein wenig. Das weiß ich. Aber ich kann nichts dafür. Lizzy wäre an diesem Tag vor drei Jahren fast gestorben. Es ist kitschig, ja, aber ich bin so froh, dass sie noch lebt. Lebt und bereit ist für eine großartige Zukunft.

Sie verdient es.

Ich reiße den Umschlag auf und falte den Brief auseinander.

Sehr geehrte Frau Wilder,

wir sind stolz, Ihnen die Aufnahme an unserer Universität anbieten zu können.

Mein Herz schwillt an. Wärme breitet sich in meinem Körper aus.

Sie ist aufgenommen worden.

Alles wird wieder in Ordnung kommen.

Wir schaffen das schon. Irgendwie.

"Du sagst gar nichts." Ihre Finger graben sich in mein Handgelenk. "Ist es schlimm? Sag mir, dass es nicht schlecht ist."

Ich schüttelte den Kopf. "Es ist gut. Wirklich gut."

Sie studiert meinen Gesichtsausdruck sorgfältig. "Oh, mein Gott." Ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. "Kat! Ich ... Ich kann es nicht glauben!"

"Ich kann." Ich umarme meine kleine Schwester. Sie arbeitet so hart. Sie verdient es.

"Aber das können wir uns nicht leisten. Nur, wenn sie ein volles Stipendium anbieten. Und die NYU macht das nicht. Es ist nicht so, als ob ich auf die Columbia gekommen wäre."

"Wir werden einen Weg finden, es zu bezahlen."

"Werden wir?" Sie starrt mich an und studiert erneut meinen Ausdruck. Es muss offensichtlich sein, dass ich nichts habe, denn sie seufzt und zerknüllt den Brief zu einem winzigen Ball. "Ich habe immer noch Stanford und USC. Und es gibt einen Haufen SUNYs."

Und andere Schulen weit, weit weg. "Wir werden einen Weg finden, um deine Studiengebühren zu bezahlen."

"Es ist nicht das Ende der Welt. Die Schule in Albany ist großartig und nur ein paar Stunden mit dem Zug entfernt." Sie bewegt sich in Richtung ihres Schlafzimmers. "Ist schon gut, Kat."

Mir wird bange ums Herz. Es ist nicht in Ordnung. Nichts davon ist es.

Eine von uns geht irgendwo hin.

Eine von uns ist für große Dinge bestimmt.

Lizzy wird auf die beste Schule gehen, die sie annimmt. Punkt.

"Es gibt einen Weg. Wir haben ihn nur noch nicht gefunden." Und ich werde alles tun, was nötig ist, um diese Worte wahr werden zu lassen.

Blake sitzt in dem Teil des Restaurants, in dem ich bediene.

Er trägt einen anderen Designeranzug. Seine blauen Augen sind immer noch eisig. Undurchdringlich. Er sieht immer noch aus wie ein Kerl, der mit den Fingern schnipst und alles bekommt, was er will.

Er ist hier. Das macht ihn zu einem weiteren reichen Kunden. Aber das schaffe ich schon.

Ich mache mich auf den Weg zu seinem Tisch. Ich bin etwas langsamer als sonst. Mein Knöchel schmerzt immer noch.

Er schaut zu mir auf. "Hast du deinen Knöchel gekühlt?" Seine Stimme ist kühl, aber da ist etwas drin. Mitgefühl.

"Ja, und gestern habe ich mich den ganzen Tag lang geschont." Nicht, dass es ihn etwas angeht. "Kann ich Ihnen etwas anbieten?"

"Whiskey. Auf Eis."

"Das geht schneller an der Bar."

"Ich bevorzuge ihn hier."

"Sicher. Ich werde ihn gleich bringen." Ich trete einen Schritt zurück. Gebe ihm mein bestes Kundenlächeln.

Seine Mundwinkel ziehen sich nach unten. Sein Blick geht zu seiner Uhr. Dann zu seinem Handy.

Okay ...

Ich schätze, er mag kein Lächeln. In Ordnung. Ich mag es auch nicht, Arschlöcher den ganzen Tag anzulächeln.

Ich nehme seine Bestellung ins iPad auf und beschäftige mich damit, Salz- und Pfefferstreuer umzustellen. Um diese Tageszeit ist es hier tot. Es gibt nur wenige andere Kunden.

Und Blake schaut mich an.

Da ist etwas in seinen Augen. Als ob er etwas von mir will. Als ob er sicher wäre, dass er es bekommt.

Ich gehe zur Bar, schnappe mir seinen Drink und bringe ihn zu Blake. "Viel Spaß damit."

"Warte." Sein Tonfall ist befehlend. Selbstsicher.

"Ich habe..."

"Ich bin die einzige Person hier." Er zieht den Stuhl neben sich heraus. "Setz dich."

"Das ist nicht Hooters. Kellnerinnen sitzen nicht bei Kunden."

"Soll ich mit deinem Manager reden?"

"Und was sagen?"

"Dass du so freundlich bist, einem armen, verwirrten Gast zu helfen, durch das Mittagsmenü zu navigieren."

"Ja? Du kennst den Unterschied zwischen Filet Mignon und Ribeye nicht?"

"Sag, dass ich es nicht tue."

"Okay." Ich schlucke. Der Stuhl ist wirklich einladend und mein Knöchel bringt mich fast um. Und Blakes Blick ist berauschend. "Ich habe nur ein paar Minuten."

Er nickt.

Ich setze mich, schlage meine Beine übereinander, glätte meine schwarze Jeans.

"Wie geht's deinem Knöchel?"

"Gut." Es wird schon gehen. Irgendwann. "Ich weiß deine Besorgnis zu schätzen, aber ich brauche deine Hilfe nicht."

Diese stechenden Augen finden meine. "Du weißt nicht, wie ich dir helfen kann."

Seine Stimme ist tief, tief und unleserlich.

Normalerweise würde ich fragen, für wen er sich hält, aber er ist ein Technik-Mogul. Er weiß genau, für wen er sich hält.

Seine Hand streift meine. "Ich habe ein Angebot für dich."

"Was für ein Angebot?"

Seine Finger schließen sich um mein Handgelenk.

Es fühlt sich gut an.

Ich will diese Hand überall.

Ich will seine Berührung überall.

Ich atme einmal tief durch und langsam aus.

Dieser Typ turnt mich an. Ich verstehe es nicht. Aber ich werde mich nicht darauf einlassen.

Nicht jetzt.

Er legt seinen anderen Arm über die Lehne seines Stuhls. "Du hast dich neulich für einen Job beworben."

Ich räuspere mich. "Behalte das für dich."

Er nickt. "Ist das ein Beruf, den du gerne ausübst. Bedienen?“

"Wir können nicht alle Tech-CEOs sein."

"Richtig". Er lehnt sich etwas näher heran. Diese stechenden Augen finden meine. "Du bist eine sehr schöne Frau."

Da ist ein Flattern in meinem Magen. Dann irgendwo darunter. "Danke."

"Und höflich."

"Äh ... Danke?" Worauf will er hinaus?

"Ich suche jemanden wie dich."

Was? "Für ..."

"Es ist ein Job. Unorthodox ..."

"Ich bin keine Hure."

"Und ich bin kein Freier. Ich bezahle nicht für Sex."

"Was? Du bezahlst für meine Zeit und wir schlafen ganz zufällig miteinander? Ich bin nicht von gestern. Ich weiß, wie das läuft."

Sein Griff um mein Handgelenk wird stärker. "Nein."

Das Wort stoppt mich. Es ist stark. Selbstbewusst. Sicher. Ich spüre es bis in meine Knochen.

Nein. Er will mich nicht dafür bezahlen, dass ich mit ihm schlafe. Ich sollte ihm nicht glauben, aber das tue ich.

Er starrt mir wieder in die Augen. "Ich will dich ficken, Kat. Aber dafür werde ich dich nicht bezahlen. Es wird passieren, weil du mich willst."

Meine Wangen glühen. "Ich …"

"Es war keine Frage." Er senkt seine Stimme zu einem Flüstern. "Das andere Restaurant ist ein besserer Ort. Du würdest mehr verdienen."

Ich nicke.

"Brauchst du das Geld?"

"Das könnte man so sagen."

"Ich habe Geld." Seine Stimme hebt sich. Zurück zu diesem selbstbewussten, unerschütterlichen Ton. "Und ich will dich. Sechs Monate lang. Ein Jahr vielleicht."

"Du willst, dass ich was tue?"

"Ich will, dass du mich heiratest."

3

Ich will, dass du mich heiratest.

Was zum Teufel...?

Was soll der Scheiß?

Ich schaue Blake in die Augen. Sie sind immer noch schön und blau und todernst. Ich verschränke meine Arme über meiner Brust. "Du kennst mich nicht mal."

"Ich brauche eine Frau. Und ich will, dass du es bist."

"Aber..."

"Wir fangen an uns zu verabreden, dann verloben wir uns und heiraten. Nach ein paar Monaten lassen wir uns scheiden und gehen getrennte Wege."

"Warum?"

Er schaut von mir weg. "Ich kann das nicht erklären."

"Dann kann ich nicht zustimmen."

"Ich bin bereit, deinen Preis zu zahlen. Was auch immer das bedeutet. Denk drüber nach. Du könntest eine Wohnung im Village kaufen oder die nächsten zehn Jahre in Paris verbringen." Er steht auf. "Was immer du willst, ich kann es möglich machen."

"Ich... ich hatte noch nie einen Freund", murmele ich. "Ich weiß nicht, wie man eine Freundin ist, geschweige denn eine falsche Frau."

"Es ist wie dein Job. Du lächelst und überzeugst die Leute, dass du sie magst."

Er weiß also etwas über die Dienstleistungsbranche.

"Überlege es dir. Ruf mich jederzeit an oder schicke eine SMS. Ich brauche bald jemanden, und ich will, dass du es bist." Er zieht einen Hundert-Dollar-Schein aus seiner Brieftasche, legt ihn auf den Tisch und geht.

Zu Hause übertrage ich meine Gedanken in mein Skizzenbuch. Das ist eine alte Angewohnheit. Eine, die ich lange, lange Zeit ignoriert habe. Es fühlt sich gut an, den Stift aufs Papier zu bringen. Auch wenn meine Zeichnung nur durchschnittlich ist.

Ich brauche Übung. Und Training. Die Kunstakademie ist nicht billig.

Aber wenn ich einen Blankoscheck habe?

Das könnte das Ende der Hypothek sein.

Es könnten Lizzys Studiengebühren sein.

Es könnte alles Mögliche sein.

Gott, der Gedanke, die Hypothek zu bezahlen, von dieser monatlichen Verpflichtung befreit zu sein ...

Aber Blake könnte ein Axtmörder sein. Er könnte ein Idiot sein. Er könnte verrückt sein. Aber er lügt nicht, er ist ein milliardenschwerer Technologie-Mogul. Es gibt Bilder von ihm in ein paar Dutzend Zeitungsartikeln. Er sorgte für jede Menge Aufsehen, als er Sterling Tech als Teenager gründete. Er schlug damals einige Millionen Dollar für seine Firma aus.

Jetzt ist sie tausendmal so viel wert.

Und er besitzt den größten Teil der Aktien. Es ist nicht klar, wie viel, aber es ist genug, dass er die Hypothek abbezahlen und Lizzys Studium finanzieren könnte.

Aber ihn heiraten?

Das ist lächerlich.

Ich verstecke seine Karte in meiner Schreibtischschublade.

Eine Woche lang ignoriere ich Blakes Karte. Ich gehe zur Arbeit. Ich reiße mir den Arsch auf. Ich lächle Arschlöcher an, die auf meinen Busen starren und andeuten, dass sie in der Nähe ein Hotelzimmer haben.

Am Sonntag komme ich spät nach Hause. Ohne Trinkgeld.

Ich dusche, aber ich schaffe es nicht, die Anspannung des Tages wegzuwaschen. Normalerweise bin ich gut darin, zu lächeln und es zu ertragen. Aber jetzt, da ich die Möglichkeit in Betracht ziehe, nicht mehr zu bedienen ...

Ich finde Blakes Karte.

Wenn er wirklich gewillt ist, all meine Probleme verschwinden zu lassen ...

Das muss sechs Monate meines Lebens wert sein.

Ich muss ihn fragen.

Kat: Es ist Kat. Ich ziehe dein Angebot in Betracht, aber mein Körper steht nicht zum Verkauf.

Blake: Ich bin im Büro.

Kat: Ich nehme die U-Bahn.

Blake: Ich kann ein Auto schicken.

Kat: Das brauchst du nicht.

Blake: Wie du willst.

Er schickt die Adresse.

Blakes Gebäude besteht aus Stahl und Glas. Es sieht aus, als bestünde es aus gelbem Licht, umrahmt von silbernem Metall.

Der höchste Wolkenkratzer in der Gegend. Und er ist wunderschön.

Downtown ist nachts immer ruhig. Es ist immer still. Die einzige Bewegung ist der Wind.

Ich betrete die Lobby, die nach altem Geld riecht. Meine Sohlen quietschen über den Marmorboden. Mein Spiegelbild starrt mich von den verspiegelten Wänden aus an. Ich sehe müde aus.

Wenigstens sieht mein Busen gut aus. Das ist das schmeichelhafteste Kleid, das ich besitze. Ich grabe einen Lippenstift aus meiner Handtasche und trage eine weitere Schicht auf. Es hilft, um meinem Gesicht Farbe zu verleihen, aber es kann die Erschöpfung aus meinen Augen nicht vertreiben.

Der Wachmann hinter dem Schreibtisch winkt mich durch. Ich betrete den Aufzug und drücke den PH-Knopf. Penthouse. Blakes Büro ist die Penthouse-Etage. Die ganze Etage.

Ich war noch nie in einem Penthouse. Gibt es so etwas wirklich?

Die glänzenden Türen schließen sich. Mein Spiegelbild starrt mich an. Ich sehe noch unsicherer aus als vor einer Minute.

Das ist nicht gut. Ich bin hier, um zu verhandeln.

Ich halte die Karte in der Hand. Ich bin mir nicht sicher, was Blake in mir sieht - er könnte jede Frau haben, die er will -, aber das ist mir egal. Er will mich für diesen Job. Ich muss das zu meinem Vorteil nutzen.

Ein heller Glockenton ertönt.

Die Aufzugtüren gleiten auf.

Ein helles Zeichen begrüßt mich. Sterling Tech in leuchtendem Weiß. Es ist das einzige Licht in der Lobby.

Wieder quietschen meine Sohlen über den Parkettboden. Dieser Ort ist wunderschön. Der Stahl und das Glas der Stadt auf der einen Seite. Das tiefe Blau des Flusses auf der anderen.

Das königliche Blau - eine Mischung aus Indigo und fluoreszierenden Lichtern - füllt den wolkigen Himmel. Hier wird es nie dunkel. Nicht wirklich. Sicherlich nicht dunkel genug, damit die Sterne leuchten.

Gelbes Licht strömt unter einer Bürotür hervor. Der Tür in der Ecke. Als ich näher komme, sehe ich das verchromte Schild. Blake Sterling.

Ich bewege mich darauf zu. Klopfe sanft an.

"Es ist offen." Blakes Stimme dringt durch die Tür.

Ich atme tief durch und drehe den Griff. Er ist kalt. Metall. Wie er. Nun, wie das, was ich von ihm weiß.

Blake steht hinter seinem Schreibtisch. Es ist einer dieser trendigen Schreibtische, bei denen man die Höhe wechseln kann. Sein Computer ist wie der von Lizzy. Zwei Bildschirme. Eine schicke Tastatur. Eine vertikale Maus. Ein ergonomischer Netzstuhl in der Ecke.

Er tritt hinter dem Schreibtisch hervor.

Seine Augen finden meine. "Setz dich." Er deutet auf die Couch zu meiner Rechten, dann geht er zur Bar in der Ecke. "Was trinkst du?"

Scheiße. Das ist eine Menge erstklassiges Zeug. "Was hast du?"

"Alles, was du willst."

"Wirklich? Was ist, wenn ich Eistee mit einem Hauch Zitrone und einem Spritzer Limettenwodka möchte?"

"Dann kriegst du es." Er starrt mich an. "Ist es das, was du willst?"

Nein. Ich will Geld. Und Verständnis. Und seine Hände an meinem Körper.

Er fasst mich nicht mal an, und ich brenne in seiner Nähe. Seine blauen Augen sind so intensiv. Und seine Stimme ist so stark.

Er strahlt Energie aus.

Ist er so, wenn er fickt?

Ich will es wissen.

Es ist lächerlich. Ich denke nie an Sex. Ich denke ganz sicher nie an perversen Sex. Aber mein Kopf füllt sich mit allen möglichen Bildern von Blake.

Er starrt mich mit diesem durchdringenden Blick an und befiehlt mir, den Mantel auszuziehen. Mich hinzusetzen. Auf sein Zeichen zu warten.

Er presst meine Handgelenke aufs Bett.

Presst mich gegen die Wand und reißt mir das Höschen vom Leib.

"Kat?" Seine Stimme ist sanft. "Was trinkst du?"

"Gin Tonic".

Er nickt und mixt die Getränke.

Ich setze mich auf die Ledercouch, schlage meine Beine übereinander, glätte mein Kleid.

Blake durchquert den Raum. Er setzt sich neben mich. Seine Finger berühren meine, als er mir den Cocktail gibt.

Die leichte Berührung lässt Verlangen in einem sanften Schauer durch meinen Körper rieseln. Ich will diese Hände auf mir haben. Ich will das mehr, als ich irgendetwas seit langer, langer Zeit wollte.

Das ergibt keinen Sinn.

Aber je näher er kommt, desto weniger kümmert es mich.

Ich habe seit der High School niemanden mehr geküsst. Ich habe nicht mal daran gedacht, mich seit dem Unfall zu verabreden. Und jetzt sitzt ein großer, gutaussehender Mann neben mir. Einer, der mich ansieht und sagt, er will mich ficken. Einer, der es mit Selbstvertrauen sagt. Als ob es normal wäre, in einem überfüllten Restaurant solche Dinge zu äußern.

Ich nehme einen langen Schluck. Das Getränk ist samtig. Nicht so wie der Gin, den ich zu Hause habe.

Aber es kühlt mich nicht ab.

Überhaupt nicht.

Ich versuche Blakes Blick standzuhalten. "Dein Büro ist beeindruckend."

"Danke." Er nimmt einen langen Schluck von seinem Whiskey. "Möchtest du eine Führung?"

"Sicher."

Nach einem weiteren Schluck stellt Blake seinen Drink auf einen Beistelltisch. Er steht auf und reicht mir seine Hand.

Wieder summt mein Körper, als ich seine Hand berühre.

Ich schlucke. Ziehe einen tiefen Atemzug durch meine Zähne. Er will mich ficken. Ich will ihn ficken. Das können wir tun. Nachdem wir verhandelt haben.

Ich folge ihm in den Hauptraum. Ein großer, weiter, offener Raum. Die Aussicht ist wunderschön. Aber ich kann sie nicht genießen. Nicht, wenn er so nah bei mir ist.

Blake geht zu einem Lichtschalter.

"Nicht", sage ich. "Ich mag die Dunkelheit."

Er runzelt die Stirn. "Wirklich? "

"Die Aussicht ist wunderschön. Siehst du?" Ich gehe zu einem der hohen Fenster und schaue auf den Hudson. Das tiefblaue Wasser fließt von der Stadt weg.

Ich sehe Midtown, groß und silbern und ikonisch. Das Empire State Building ist das typische Weiß des Empire State Buildings. Es hebt sich vom dunklen Himmel ab. Es verspricht alle Geheimnisse der Stadt.

Ich habe mein ganzes Leben lang in Brooklyn gelebt. Habe Manhattan immer aus der Ferne betrachtet. Für mich ist es ein Ort zum Arbeiten oder Besuchen. Ein Ort, den ich mir nie leisten könnte.

Aber hier, der Ausblick ... Gott, es ist berauschend. Ich möchte in dieses Büro einziehen und die Stadt rund um die Uhr zeichnen.

"Du liebst New York." Seine Stimme ist emotionslos. Als ob es eine bedeutungslose Beobachtung wäre.

"Natürlich. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Liebst du es nicht?"

"Ich habe bis zum College im Norden gelebt."

"Bevorzugst du die ruhigen Vororte?"

"Die Stadt ist einfacher."

"Das war's? Sie ist einfacher?"

Er nickt. "Alle Meetings sind hier. Und mein Büro."

"Du verbringst die ganze Zeit in deinem Büro, also was spielt das für eine Rolle?"

"Das stimmt nicht."

"Nicht?"

Er lächelt. "Ich habe auch ein Büro in meiner Wohnung."

Ich lache. "Mit Fenstern?"

"Sie gehen auf den Park hinaus."

"Und du bist zu sehr damit beschäftigt, auf deinen Computerbildschirm zu starren?"

"Schlimmer."

"Was könnte schlimmer sein als das?"

"Ich habe Verdunkelungsvorhänge."

Das ist schlimmer. Ich bin mir nicht sicher, ob ich lachen oder den Kopf schütteln will. Verdunkelungsvorhänge, um die Aussicht auf den Park zu verdecken. "Das ist falsch."

Er nickt. Er sieht glücklich aus ... glücklich. Er macht sich über mich lustig. Vielleicht. Ich denke schon.

"Ich schätze, du bist an die Schönheit der Stadt gewöhnt. Aber ich werde nie müde davon." Das Empire State Building ist mein Favorit. Klar, es ist ein Klischee, aber es ist aus gutem Grund berühmt. Ich kann meine Augen nicht davon losreißen.

Okay, das ist nicht wahr. Ich schaue hinaus, um Blake nicht anzustarren. Seine Intensität macht etwas mit mir.

Oder eher ... Seine Intensität bringt etwas in mir zum Wanken. Den Teil von mir, der darauf besteht, meine Kleider anzubehalten.

Ähm.

"Würdest du gerne hier arbeiten?“, fragt er.

"Als was?"

"Ich kann eine Einstiegsposition für dich finden. Jede Abteilung, die du willst."

"Ist es angemessener für deine Frau, in einem Büro zu arbeiten, als in einem Restaurant?"

"Willst du weiterhin als Kellnerin arbeiten?"

"Ich habe nicht darüber nachgedacht." Mein Job macht mir nichts aus, aber er macht mir auch keinen Spaß. Er bringt mir weder Freude noch erfüllt er mich in irgendeiner Weise.

"Der Schein ist wichtig."

Ich starre ihn an und versuche herauszufinden, woher dieses Urteil kommt. Ist es er oder jemand, den er kennt? Es muss jemand anders sein. Blake tut das für jemanden. Nicht für sich selbst.

Aber er scheint nicht der Typ zu sein, der sich darum kümmert, was andere denken.

Ich nehme noch einen langen Schluck. Der Drink ist immer noch erfrischend. Er kühlt mich immer noch nicht ab.

Ähm.

Ich muss diese Konversation weiterführen ... Nun, irgendeine Art von Konversation. "Die Leute behandeln mich anders, wenn ich in meiner Restaurantuniform bin."

"Schlimmer?"

"Manchmal. Aber manchmal gibt es auch diese Lohnsklaven-Solidarität. Wenn ich bei Duane Reade oder Staples oder so bin. Die Leute beschweren sich über ihren langen Tag oder ihre Chefs, weil sie wissen, dass ich auf dem Heimweg von der Arbeit bin."

Blake studiert mich. Es ist, als wäre er Wissenschaftler und ich ein Tier im Zoo. Seine Augen gehen langsam über mich hinweg. "Du bist ein kluges Mädchen."

"Was hat dich überzeugt? Mein Dekolleté?"

Er sagt nichts.

Ich halte mich davon ab, die Augen zu verdrehen. "Als Nächstes ziehst du meine Kleider aus und sagst mir, wie schlau ich in meiner Unterwäsche aussehe."

"Ich würde meinen Atem nicht verschwenden, wenn du in Unterwäsche wärst."

Ich schlucke. "Natürlich. Ich meine nur ..." Ich räuspere mich. "Du kennst mich nicht. Weißt nicht, ob ich klug bin."

"Du hast auf Facebook gepostet, welche Colleges dir einen Studienplatz angeboten haben."

"Das ist lange her", sage ich.

"Aber die Postings sind immer noch da. Auch wenn du deine Seite seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert hast." Er sieht mich an. "Du wurdest an zwei Schulen der Ivy League angenommen, an drei SUNYs, an der NYU."

"Und?"

"Du hättest alles mit deinem Leben machen können, aber du bist hier geblieben."

"Weißt du auch von meinen Eltern?"

"Ja."

"Dann weißt du, warum ich hier bin." Woher zum Teufel weiß er das? Ich schätze, dass all das mit einer schnellen Google-Suche zu finden ist. Aber trotzdem gefällt es mir nicht. Selbst wenn ich meine eigene Detektivarbeit gemacht habe.

"Du schätzt die Familie."

"Ja."

"Du bist klug."

Ich öffne meinen Mund zum Widerspruch - Blake weiß nichts über meinen Intellekt -, aber er ist schon auf dem Weg zu seinem nächsten Punkt.

"Du bist wunderschön."

Meine Wangen glühen. "Danke."

"Du hast Bedingungen."

Ich nicke.

"Was für welche? Was genau willst du?"

4

Du hast Bedingungen. Was sind das für welche? Was genau willst du?

Es ist eine komplizierte Frage.

In den letzten drei Jahren habe ich überlebt. Ich habe mir nichts anderes gewünscht als ein Dach über dem Kopf und drei geregelte Mahlzeiten am Tag.

Es ist überwältigend, mir die Möglichkeiten vorzustellen, die sich mir plötzlich eröffnen.

Ich presse meine Handfläche gegen das Fenster. Es ist kalt. Unbeugsam. "Was würden wir überhaupt tun?"

Seine Hand streift meine Schulter. Dann meine Wange. Er umfasst mein Kinn, so dass wir Auge in Auge miteinander reden können. "Ich stelle dich allen als meine Freundin vor. Wir werden uns verloben. Dann werden wir heiraten. Du wirst bei Abendessen, Wochenendausflügen und Familienfeiern an meiner Seite sein."

"Wie soll ich die Leute davon überzeugen, dass ich dich liebe?"

"Schau mir in die Augen."

„Das tue ich.“

"So, als ob du mich liebst."

Okay ... Ich versuche, mir einen Mann vorzustellen, den ich eines Tages lieben werde. Einen richtigen Ehemann. Einen, der meine Zeichnungen aufhängt, auch wenn mich das verlegen macht. Einen, der mit mir an meinem Geburtstag aufs Empire State Building geht und mich unter Kirschblütenbäumen küsst.

"Perfekt."

Ist es das tatsächlich? Ich bin mir nicht sicher ... aber ich werde mich nicht selbst um so viel Geld bringen. "Ich will niemanden anlügen, geschweige denn jeden", sage ich trotzdem.

Er sieht mich an. "Ich will nur etwas Gutes tun."

"Das und drei Dollar werden dir eine Tasse Kaffee spendieren."

"Du hast Integrität."

"Ist das ein Kompliment oder eine Beleidigung?"

"Was denkst du denn?"

Ich weiß es nicht. Er ist intensiv. Schwer zu lesen. Gut aussehend. Selbstsicher.

Ich trinke meinen Gin Tonic aus und ziehe dann meinen Mantel aus. Blake legt ihn sich über den Arm, führt mich

zurück in sein Büro und hängt den Mantel an seine Tür.

Der Raum scheint kleiner zu sein als vorher.

Blake ist mir zu nah.

Trotzdem will ich ihn noch näher haben.

Ich will, dass er seinen Körper an meinen presst.

"Wozu brauchst du mich?" Vielleicht sollte ich diese Frage nicht stellen, er könnte es sich anders überlegen, aber ich muss es wissen. "Warum suchst du dir nicht eine Frau, die deine Freundin sein will?"

"Das wäre nicht fair."

"Weil ..."

"Sie hätte Erwartungen." Er streift sich seine Anzugjacke von den Schultern. "Ich verliebe mich nicht. Ich habe es nie getan und werde es auch nie tun."

"Wie alt bist du?"

"Sechsundzwanzig."

"Und du bist dir sicher, dass du dich nie verlieben wirst?"

"Ja."

Okay ... Ich schätze, ich werde nicht mit ihm streiten. Er weiß, was er will. Ich weiß, was ich will. Und das schließt nicht ein, sich in einen emotional nicht verfügbaren reichen Kerl zu verlieben.

Er nimmt mein Glas und schenkt mir nach. Ich sitze auf der Couch und sehe zu, wie er seine Ärmel bis zu den Ellbogen aufrollt. Seine Unterarme sind so verdammt sexy. Wie können Unterarme mich so heiß machen?

Ich atme einmal tief durch.

Blake kommt zurück zur Couch. Er übergibt mir meinen Drink und setzt sich neben mich. "Wie lauten deine Bedingungen?"

Gott, es ist so heiß neben ihm. Mein Körper summt. Er fleht mich an, dieses Kleid auszuziehen und mich auf Blakes Schoß zu setzen.

Aber das ist nichts weiter als sexuelles Verlangen.

Ich kann sechs Monate davon überleben.

Verdammt, was ich wirklich will, ist sechs Monate lang Sex zu haben.

"Die Hypothek für meine Wohnung." Ich atme noch einmal tief durch und versuche mein Bestes. Ich bin so knallhart und selbstbewusst wie ein Tech Executive, zumindest versuche ich es. "Ich will, dass sie voll bezahlt wird."

"Erledigt." Er sagt es so, als ob ich eine Tasse Kaffee verlangt hätte.

"Du weißt nicht einmal, wie viel davon noch übrig ist. Was ist, wenn es 300.000 Dollar sind? Oder eine halbe Million?"

"Schick mir die Daten und es ist erledigt."

"Einfach so?"

Er nickt. "Was noch?"

Ich muss darum kämpfen, einen klaren Gedanken zu fassen. Die Hypothek, erledigt, als ob es nichts wäre. Diese Zahlungen waren mir in den letzten drei Jahren ein Dorn im Auge, und sie werden getilgt. Einfach so.

"Meine Schwester hat hart gearbeitet, um gute Noten zu schreiben. Sie verdient es, auf die Universität ihrer Wahl zu gehen, ohne ein sechsstelliges Darlehen dafür aufnehmen zu müssen."

"Elizabeth?"

"Lizzy. Du ..."

"Sie ist deine Freundin auf Facebook. Ich habe dich nicht ausspioniert, Kat. Ich weiß nichts, was über eine normale Suche hinausgeht."

Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns darüber einig sind, was eine normale Suche ausmacht. Aber es ist nicht so, dass ich in einer guten Verhandlungsposition bin.

"Sterling Tech wählt jedes Jahr Stipendiaten aus. Sie hat letztes Jahr etwas in unseren Mathewettbewerb eingereicht. Studiert sie MINT?"

"Du weißt das nicht?"

"Noch nicht."

Ich nicke. "Informatik oder Programmierung. Ich kann mir den Unterschied nie merken. Sie will künstliche Intelligenz studieren."

"Erledigt."

"Was?"

"Wir bieten deiner Schwester ein Stipendium an. Volle Übernahme der Studiengebühren, egal wo."

Was? Ich ... ich muss mich verhört haben. "Du ..."

"Ich kann es jetzt offiziell machen."

"Nein, das ist okay ... Hundert Prozent ihrer Studiengebühren. Was ist, wenn ich Nein sage?"

"Das wirst du nicht." Seine Hand streift meine. Hitze rast durch meinen Körper. "Gibt es sonst noch etwas?"

Nein. Das ist alles, was ich will. Ich will, dass Lizzys Zukunft gesichert ist.

Aber das kann ich nicht zugeben. Nicht, wenn ich mehr bekommen kann.

"Ich ... ich will auch aufs College gehen."

Blake nickt. "Du unterschreibst einen Ehevertrag. Wenn wir uns scheiden lassen, bekommst du eine Million Dollar, abzüglich deiner Hypothek."

"Eine Million Dollar?" Ich ... Uh ...

"Kat. Alles in Ordnung?"

Nein. Das ... das ist absurd. Ich starre Blake an. "Eine Million Dollar?"

Er nickt.

"Aber warum?"

"Wie ich gesagt habe. Ich brauche jemanden und ich will dich."

Aber ...

Ich atme tief durch und atme langsam aus.

Blake ist reich. Stinkreich. Eine Million Dollar bedeuten ihm nichts. Nicht vergleichbar mit dem Preisschild einer regulären Scheidung.

Das ist es, was für ihn Sinn ergibt.

Das ist logisch.

Es ist vernünftig.

Seine Finger streifen mein Handgelenk. "Du kannst vorerst bei dir zu Hause bleiben, aber du musst bald bei mir einziehen."

"Nein. Ich bleibe bei meiner Schwester."

"Gut. Du bleibst bei ihr, bis wir heiraten."

Ich nicke. Ich würde lieber für immer bei Lizzy bleiben, aber das würde ziemlich seltsam aussehen.

"Ich bezahle deine Rechnungen. Ab heute Abend."

"Das ist nicht nötig."

"Kat. Du bist jetzt meine Freundin. Wir sind wahnsinnig verliebt. Denkst du wirklich, ich würde meine Freundin zwingen, für sich selbst zu sorgen?"

"Ja. Das nennt man Unabhängigkeit. Hast du schon mal was von Feminismus gehört?"

Er lacht. "Hast du von meiner Wohltätigkeitsorganisation gehört?"

"Nein. Außerdem bin ich kein Fürsorgefall."

"Die Organisation unterstützt Opfer häuslicher Gewalt."

"Oh. Das ist gut." Und unerwartet.

"Es ist in Ordnung. Ich weiß, wie ich nach außen hin wirke."

"Es stört dich nicht?"

"Die Meinungen der meisten Leute sind mir egal."

"Also warum bist du dann ..."

"Manche Leute sind so." Er starrt mir wieder in die Augen. "Ich schicke morgen eine Kreditkarte rüber. Verwöhne dich. Kaufe, was immer du brauchst, damit es dir gut geht."

"Es geht mir gut." Ich schlafe nicht gerade auf ägyptischer Baumwolle und esse Filetsteaks, aber mir geht es gut.

"Du bist eine wunderschöne Frau, Kat. Selbst in diesem Kleid. Aber es gibt Menschen in meinem Leben, die sind nicht annähernd so tolerant."

"Es sind also Arschlöcher mit jeder Menge Vorurteilen?"

Er lächelt. "Genau."

"Und sie sind Teil deines Lebens, weil…?"

"Weil sie andere Eigenschaften haben, die ich schätze. Du bist herzlich eingeladen, an einem Event in Jeans und T-Shirt teilzunehmen." Er schüttelt den Kopf. "Aber du wirst Aufmerksamkeit erregen. Wenn du diese Art von Aufmerksamkeit nicht willst, dann zieh etwas anderes an. Etwas, das ..."

"Ich hab's verstanden." Alle seine reichen Freunde schauen auf H&M-Shopper herab. Ich schätze, ich kann einen kleinen Einkaufsbummel machen, wenn es darum geht, den Schein zu wahren. Ich könnte neue Klamotten gebrauchen. Seit dem Unfall habe ich nicht mehr viel gekauft.

Seine Finger streifen den Saum meines Kleides. "Ich werde dich nie lieben, Kat. Aber während wir zusammen sind, sorge ich dafür, dass du alles hast, was du brauchst."

"Was ist mit ... es ist nicht so, dass ich nebenbei einen geheimen Freund haben kann", sage ich.

"Du willst mich ficken."

"Ja." Meine Wangen werden heiß. "Nicht unbedingt heute. Aber irgendwann."

"Dieser Teil ist echt." Er lehnt sich etwas näher heran. Seine Hände gleiten federleicht über meine Brust, über meine Schultern. "Aber du musst etwas verstehen, Kat."

"Was?"

Seine Augen richten sich auf meine. "Ich mache die Dinge auf eine bestimmte Art und Weise."

Ich schlucke.

"Ich habe immer die Kontrolle."

"Du meinst mit, ähm ..."

"Wenn wir zusammen sind, befolgst du alle meine Befehle."

"Oh. Ich, ich habe noch nie ..."

"Du bist noch Jungfrau?"

"Ja." Meine Wangen werden noch heißer. "Ich habe keinen Freund."

"Gut. Ich will dein Erster sein. Aber ich muss dich warnen."

"Ja?"

"Ich werde dich für andere Männer ruinieren."

Ich öffne meinen Mund, um zu sprechen, aber es kommen keine Worte heraus.

"Ich sagte es schon. Ich bezahle nicht für Sex. Ich werde dich ficken, weil du mich willst. Wenn du es nicht willst, wenn du deine Meinung änderst, dann lassen wir es."

"Das tue ich. Ich ... Ich will es auf diese Weise versuchen."

"Gut. Ich will, dass du an mein Bett gefesselt bist." Er zieht den Gürtel meines Kleides langsam zur Seite. "Ich will, dass du mir vollkommen ausgeliefert bist."

Ich will ihm ausgeliefert sein. Es ist beängstigend, wie sehr ich ihm ausgeliefert sein will.

Dabei kenne ich ihn kaum.

Trotzdem will ich, dass er die Kontrolle über meinen Körper hat.

Ich komme ihm entgegen.

Seine Lippen streifen meinen Hals.

Es fühlt sich sanft an. Zärtlich. Höllisch heiß.

Ich schließe meine Augen. Ergebe mich den Empfindungen, die durch meinen Körper fließen.

Blake streift mir das Kleid von den Schultern. Er berührt meine Brust über meinem BH. Küsst eine Spur von meinen Lippen bis zu meinem Schlüsselbein.

Widerworte bilden sich in meinem Kopf und lösen sich auf. Ich muss mich zwingen, etwas zu sagen. Zu protestieren. "Wir haben uns auf nichts geeinigt."

"Gibt es sonst noch etwas, das du willst?"

"Wie lange wird die Ehe dauern?"

"Sechs Monate. Ein Jahr, maximal." Er klingt plötzlich anders. Irgendwas an dieser Aussage tut ihm weh.

"Und wenn ich es nicht so lange aushalte?"

"Du musst."

Ein Jahr mit einem Mann, den ich kaum kenne.

Das ist ein Glücksspiel. Aber es lohnt sich, um diese schreckliche Hypothek abzubezahlen. Und es lohnt sich, weil Lizzy eine gute Ausbildung bekommt. Und ich.

Eine Million Dollar.

Das ist genug, um die Welt zu bereisen. Um einen Abschluss in Bildender Kunst zu bekommen. Um mein eigenes Comic-Label zu gründen.

Das ist alles.

"Okay." Ich gebe ihm meine Hand.

"Ich lasse meinen Anwalt einen Vertrag aufsetzen. Wir unterschreiben morgen."

"Gut."

Er schaut mir tief in die Augen. "Alles wird sehr schnell gehen. Nächste Woche schon wirst du meine neue Freundin sein. Sei bereit."

"Das schaffe ich."

"Es wird ein riesiges Medieninteresse geben, wenn wir unsere Verlobung bekannt geben. Kameras überall. Du kannst tragen, was du willst, aber wenn du Hilfe bei der Suche nach etwas brauchst, wird dir meine Assistentin zur Seite stehen. "

"Okay." Ich nicke. So sehr ich die Idee, wie eine Barbiepuppe gestylt zu erscheinen, nicht mag, ich kenne mich aus mit extravaganten Partys. Ich will nicht unangenehm auffallen. Es wird schwer genug sein, die Welt davon zu überzeugen, dass ich Blake Sterlings Freundin bin.

"Ich hole dich Samstagmorgen um neun Uhr ab."

Jesus, das ist früh für jemanden, der meistens nachts arbeitet. "Solange du Kaffee mitbringst."

Er streift mir die Haare von der Schulter. "Wenn du bei mir bist, kümmere ich mich um alles."

"Kaffee?"

Er nickt.

"Essen?"

Er nickt.

"Was noch?"

Er streicht mit den Händen über meinen BH. "Kleidung."

"Oh, das nennst du also Kleidung?"

Er nickt.

Seine Lippen schließen sich über meinen. Es ist wie Magie. Wie eine dieser Szenen in einem Film, in denen ein Feuerwerk über einem hübschen rosa Schloss explodiert.

Seine Lippen sind weich. Süß. Befehlend.

Ich fahre mit meinen Händen durch sein Haar. Es ist kurz. Kräftig.

Seine Hand gleitet unter meinen BH.

Seine Finger streichen über meine Brustwarze.

Scheiße, das fühlt sich gut an.

Ich zittere. Es ist eine lange, lange Zeit her, dass mich jemand so berührt hat.

Nein. Niemand hat mich je so berührt, als wäre ich ein Geschenk, das man auspacken möchte.

Ich stöhne gegen seine Lippen. Rutsche auf seinen Schoß. Die Details verblassen in meinem Kopf. Sie sind so viel unwichtiger als mein Körper an seinem.

Ich grabe meine Hände in den weichen Stoff seines Hemdes, bis ich die harten Konturen seiner Muskeln spüre.

Das Verlangen überwältigt mich.

Ich habe noch nie jemanden so sehr gewollt. Ich wusste nicht einmal, dass man jemanden so sehr brauchen könnte.

Er zerrt an meinem Kleid, aber nur, um es mir wieder richtig anzuziehen.

Mir dreht sich der Kopf. Er kann jetzt nicht aufhören.

Ich bin total fertig.

Ich werde explodieren.

"Es ist spät", sagt er.

Ich blinzle ein paar Mal, aber er starrt mich immer noch mit dem gleichen undurchdringlichen Gesichtsausdruck an. "Was noch?", frage ich und strenge mich an, um mich zusammenzureißen. "Außer Essen, Kaffee und Kleidung?"

"Du bekommst alles, wenn du bei mir bist, Kat. Ich werde für alles sorgen. Egal, was es ist."

"Aber nicht heute Abend?"