Dorn-Therapie bei Säuglingen und Kindern - Ina Burgath - E-Book

Dorn-Therapie bei Säuglingen und Kindern E-Book

Ina Burgath

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Beschreibung

Für die kleinen Patienten Gelenkdysfunktionen und Haltungsauffälligkeiten bei Kindern aller Altersstufen sicher befunden und mit Dorn-Therapie behandeln. Sie lernen, wie Sie Dysfunktionen in der Entwicklung bei Säuglingen und Kindern erkennen und wie Sie frühzeitig auf Auffälligkeiten in Haltung und Bewegung reagieren. Sie erfahren, welche altersspezifischen Besonderheiten Sie bei der Therapie beachten sollten, da sich Befundung und Behandlung deutlich von der des Erwachsenen unterscheiden. Ansprechende Fotos zeigen Ihnen die verschiedenen Schritte einer Behandlung. Praxistipps erleichtern Ihnen den Umgang mit den Kindern während der Behandlung. Ergänzend sind unterstützende Maßnahmen und Eigenübungen beschrieben, mit denen Eltern ihr Kind in der sensomotorischen Entwicklung zusätzlich fördern können. Eine sanfte Methode für nachhaltige Ergebnisse.

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Seitenzahl: 216

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Dorn-Therapie bei Säuglingen und Kindern

Ina Burgath

118 Abbildungen

Geleitwort

Eine Weiterentwicklung innerhalb der Dorn-Therapie und -Methode: Über die Dorn-Methode oder auch Dorn-Therapie sind schon mehr als 20 Bücher erschienen. Anfang der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts begann der Begründer Dieter Dorn mit der Anwendung in seiner Wohnküche. Viele Schüler von ihm haben die Methode in sehr unterschiedlicher therapeutischer Qualität weitergegeben. Auch einige Kongresse fanden zu diesem Thema statt. Immer mehr medizinische Heil- und Fachberufler wenden die Dorn-Therapie an. Nun ist die Dorn-Methode an der Tür der Komplementärmedizin angelangt und hat differenzierte Antworten und Konzepte auf unterschiedliche Beschwerden und Patientenklientele.

Dieses Buch fasst die Erfahrung und das Wissen der Autorin in der pädiatrischen Physiotherapie mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Dorn-Therapie zusammen. Mit ihrer umfassenden und langjährigen Erfahrung in ihrer pädiatrischen Praxis und der Dorn-Therapie legt sie einen Grundstein in der weiteren Entwicklung der Dorn-Methode.

Eine wichtige Aufgabe von Therapien stellt eine differenzierte Analyse der Ursachen von Entwicklungsverzögerungen bei Säuglingen und Kindern dar, um das Entwicklungspotenzial jedes Menschen nachhaltig zu verbessern. Die Dorn-Therapie mit ihrem sanften und respektvollen Umgang mit Patienten zeigt eine optimale Interventionsmöglichkeit auf.

Ich freue mich auf dieses von den kindlichen Entwicklungsschritten ausgehende Buch und wünsche Ina Burgath auf dem Weg der Integrierung der Behandlung mit der Dorn-Therapie innerhalb der Pädiatrie viel Erfolg. Es möge vielen medizinischen Fachberuflern in einer differenzierten und komplementärmedizinischen Sichtweise und Anwendung dienen.

Freiburg, im März 2015 Sven Koch, Physiotherapeut und Heilpraktiker

Vorwort

Dieses Buch beschreibt erstmals die Anwendung der Dorn-Therapie am Kind aller Altersstufen, beginnend beim Säugling über das Kleinkind bis hin zum Jugendlichen.

Es ist vor allem für Therapeuten gedacht, die die Dorn-Therapie bereits regelmäßig praktizieren und diese nun auch am Kind anwenden möchten. Befundung und Behandlung, vor allem die des Säuglings und Kleinkindes, unterscheiden sich von der des Erwachsenen deutlich. Um Auffälligkeiten erkennen und einer Gelenkdysfunktion zuordnen zu können, sollte der Therapeut über ein fundiertes Grundwissen der sensomotorischen Entwicklung des Kindes verfügen.

Im einleitenden Teil wird dargestellt, was im Sinne der Dorn-Therapie unter einer Gelenksdysfunktion zu verstehen ist, und warum diese die Haltungs- und Bewegungsentwicklung des Kindes deutlich beeinträchtigen kann. In diesem Zusammenhang wird ein Schwerpunkt auf die Schlüsselfunktion der oberen Halswirbelsäule (HWS) beim Säugling und Kleinkind und die möglichen Folgen einer Gelenkdysfunktion in diesem Bereich gelegt.

Des Weiteren wird der ganzheitliche Behandlungsansatz der Dorn-Therapie erläutert und wie diese Ganzheitlichkeit aus Sicht der Dorn-Therapie verstanden wird.

Inhalte der Leitbahnlehre und der Traditionellen Chinesischen Medizin lassen sich ebenfalls gut mit der Dorn-Therapie verbinden. Diese erweitern und ergänzen Befund und Behandlung, auch im Sinne der Ganzheitlichkeit, und ermöglichen eine noch tiefergehende und umfassendere Behandlung. Auf entsprechende Zusammenhänge wird kurz hingewiesen. Ausführlichere Informationen würden den Rahmen dieses Buches sicher sprengen.

In den weiteren Kapiteln wird zunächst ein kurzer Überblick über die wichtigsten Schritte der sensomotorischen Entwicklung des Kindes gegeben, die im Zusammenhang mit der Befundung im Rahmen der Dorn-Therapie relevant sein können.

Anschließend werden die spezifische Befundung und Behandlung in den verschiedenen Altersstufen für die Wirbelsäule und peripheren Gelenke sowie die Eigenübungen dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt auch hier bei den Säuglingen und Kleinkindern, denn in diesem Alter unterscheidet sich die Vorgehensweise am deutlichsten von der beim Erwachsenen.

Die Beschreibung der altersspezifischen Befundungs- und Behandlungsschritte erfolgt in der Reihenfolge, wie sie auch in der Praxis am sinnvollsten sind. Eine zügige, aber dennoch sorgfältige Vorgehensweise ist in diesem Alter sehr wichtig, da die Geduld der Kinder häufig nicht lange ausreicht.

Ergänzend werden unterstützende Maßnahmen beschrieben, mit denen Eltern ihr Kind in seiner sensomotorischen Entwicklung zusätzlich fördern können. Beschrieben wird auch, wie die Dorn-Therapie bei diversen pädiatrischen Erkrankungen unterstützend eingesetzt werden kann.

Die Dorn-Therapie ist eine sehr sanfte Form der manuellen Behandlung und eignet sich daher in ganz besonderer Weise, um Säuglinge und Kinder mit Gelenkdysfunktionen zu behandeln. Es sind, wie beim Erwachsenen, alle Gelenke behandelbar. Aufgrund der filigranen Anatomie ist viel Fingerspitzengefühl und äußerst sanfter Druck erforderlich, vor allem bei den Säuglingen.

Der Zugang zu dieser Methode ist klar strukturiert, Befund und Behandlung sind in der Vorgehensweise präzise, und die Griffe sind gut zu erlernen. Dies ist besonders hilfreich bei der Behandlung von den zum Teil eher ungeduldigen Kindern. Im Sinne der Prophylaxe können auch schon Kleinkinder die relativ leicht durchzuführenden Eigenübungen erlernen, und sind somit altersabhängig in der Lage, für sich selbst und ihr Wohlergehen Verantwortung zu entwickeln.

Die Behandlung von Kindern ist eine besonders erfüllende, aber auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Diese stehen noch am Anfang ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung.

Frei bewegliche Gelenke sind für den Säugling eine wichtige Voraussetzung für eine störungsfreie sensomotorische Entwicklung. Die Dorn-Therapie ist daher eine bestens geeignete Methode, für frei bewegliche Gelenke zu sorgen, sowohl durch den Therapeuten, als auch durch die Eltern bzw. durch das Kind selbst.

Haltungsauffälligkeiten, die aufgrund von Gelenkdysfunktionen entstehen können, stellen bei Kindern im Schulalter ein zunehmendes Problem dar. Frei bewegliche Gelenke sind Grundlage für eine symmetrische und aufrechte Haltung des Rumpfes. Die Dorn-Therapie kann hier im Sinne der Prävention und der Behandlung von Haltungsschwächen bzw. -schäden hilfreich eingesetzt werden.

Über die reflektorische und ganzheitliche Wirkung können mit der Dorn-Therapie auch Beschwerden, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Neurodermitis, Verdauungsproblematiken etc. behandelt bzw. positiv beeinflusst werden.

Eine besondere Herausforderung für den Therapeuten stellt die Kommunikation mit den Kleinsten dar. Eine verbale Verständigung mit dem Säugling und Kleinkind ist, was Befund und Behandlung betrifft, anfangs nur sehr eingeschränkt möglich. So stehen ihm für die Anamnese nur die Auskünfte und Beobachtungen der Eltern zur Verfügung. Eine gute Beobachtungsgabe und ein guter Spürsinn der Hände stellen daher in diesem Fall die beste Möglichkeit dar, mit dem Kind zu kommunizieren und Gelenkdysfunktionen zu ertasten.

Kinder haben sehr sensible Antennen für Berührung, nicht nur im taktilen, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich. Dem Kind sollte immer mit Respekt vor seiner Persönlichkeit und seinen Bedürfnissen begegnet und es sollte als solche ernst genommen werden. Kinder brauchen ein ganz besonderes Verständnis und bedürfen unseres verantwortungsvollen Be-Handelns in ganz besonderem Maße. Sie sind einerseits noch sehr wehrlos, bergen andererseits aber ein großes Entwicklungspotenzial. Die Dorn-Therapie kann ihnen auf ihrem Weg ins Leben eine hilfreiche Unterstützung sein, sich körperlich und damit auch übergreifend in allen anderen Bereichen des Lebens selbst zu regulieren und ungestört zu entwickeln. Der Körper ist unser Kommunikationsmittel und -werkzeug, mit der Umwelt in Kontakt zu treten, sich mit ihr auseinanderzusetzen und geistig zu reifen. Frei bewegliche Gelenke sorgen unter anderem dafür, dass Bewegung und Erkunden der Umwelt möglich werden.

Ich wünsche Ihnen allen den Mut, viel Neugier und Spaß sowie auch Ruhe und Gelassenheit, Kinder mit der Dorn-Methode zu behandeln.

Radolfzell, im März 2015 Ina Burgath

Danksagung

An erster Stelle danke ich dem Urheber dieser Methode, Dieter Dorn. Ohne ihn und seine Arbeit wäre dieses Buch nicht möglich gewesen. Die Dorn-Methode hat mich vor allem durch ihre sofort sicht- und spürbaren anhaltenden Behandlungserfolge vollkommen überzeugt.

Mein ganz besonderer Dank gilt meinem Ausbilder und Ratgeber Sven Koch. Er war mir ein äußerst kompetenter Lehrer in der Ausbildung zum Dorn-Therapeuten. Und er hat mir Mut gemacht, die Dorn-Therapie für die Kinder weiter zu entwickeln und ihren Bedürfnissen und Erfordernissen anzupassen. Sowohl durch den intensiven fachlichen Austausch als auch durch seine menschliche Unterstützung, war er mir eine große Hilfe, dieses Buch zu schreiben. Danke!

Danken möchte ich auch allen, die mich auf ganz unterschiedliche Weise so hilfreich darin unterstützt haben, dieses Buch zu schreiben.

Nicht zuletzt danke ich den Kindern und den Eltern, dass sie sich für die Fotos zur Verfügung gestellt und so viel Geduld bewiesen haben. Danke!

In Erinnerung an Dieter Dorn und sein Buch Es ist nie zu spät für einen gesunden Rücken stelle ich diesem Buch folgenden Leitgedanken voran:

„Freie Gelenke als eine der Grundlagen für eine gesunde Haltung und Entwicklung von Anfang an – die Dorn-Therapie bei Kindern“

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort

Vorwort

Danksagung

1 Dieter Dorn und die Entwicklung der Dorn-Methode

2 Grundzüge der Dorn-Therapie

2.1 Gelenkdysfunktion aus Sicht der Dorn-Therapie

2.2 Befundung der Gelenke

2.3 Behandlung von Gelenkdysfunktionen

2.3.1 Empfohlene Vorgehensweise

2.4 Eigenübungen

2.5 Hilfsmittel und -geräte

2.6 Ganzheitlichkeit und ergänzende Lehren/Methoden

2.6.1 Dorn-Therapie und TCM

2.7 Dorn-Therapie bei Kindern

3 Differenzierung der kindlichen Gelenke und der Wirbelsäule

3.1 Gelenke

3.2 Wirbelsäule

3.2.1 Bestandteil des nervös-reflektorischen Systems

3.2.2 Stützorgan für den Körper und die Organe

4 Sensomotorische Entwicklung von der Geburt bis zum 5. LJ

4.1 Frühkindliche Reflexe und Reaktionen

4.1.1 Suchreflex

4.1.2 Moro-Reflex

4.1.3 Tonische Nacken- und Labyrinthreflexe und -reaktionen

4.2 Meilensteine der normalen frühkindlichen Entwicklung

4.3 Vier Stadien der motorischen Entwicklung im 1. LJ

4.4 Die Entwicklung des Säuglings im 1. LJ

4.4.1 1. Trimenon (1.–3. LM)

4.4.2 2. Trimenon (4.–6. LM)

4.4.3 3. Trimenon (7.–9. LM)

4.4.4 4. Trimenon (9.–12. LM)

4.5 Entwicklung nach dem 1. LJ

4.5.1 Stand und Gang

4.5.2 Feinmotorik

4.5.3 Physiologische Entwicklung der Fuß- und Beinhaltung im Kleinkindalter

5 Gelenkdysfunktionen bei Kindern

5.1 Säuglinge 0.–6. LM (liegende Kinder)

5.1.1 Ursachen

5.1.2 Asymmetrien

5.2 Kinder 7.–10. LM (sitzende/krabbelnde Kinder)

5.3 Kinder ab 12. LM (stehende und gehende Kinder)

6 Altersspezifische Befundung und Behandlung nach Dorn

6.1 Kontraindikationen

6.2 Befundung des Säuglings

6.2.1 Grundlegende Informationen und Fragen

6.2.2 Tests

6.2.3 Eigenübungen

6.2.4 Unterstützung/Hausaufgaben

6.3 Behandlungsablauf Säuglinge bis ca. 9. LM

6.3.1  Schritt 1: HWS

6.3.2 Schritt 2: Gelenke der unteren Extremität/Ausgleich der Beinlängen

6.3.3 Schritt 3: Sakrum

6.3.4 Schritt 4: LWS/untere BWS (bis ca. Th9)

6.3.5 Schritt 5: Mittlere und obere BWS (ab Th8)

6.3.6 Schritt 6: SCG/ACG

6.3.7 Schritt 7: Periphere Gelenke

6.3.8 Eigenübungen

6.4 Behandlungsablauf Kinder im 9.–15. LM (stehende, noch nicht frei laufende Kinder)

6.4.1 Schritt 1: HWS

6.4.2 Schritt 2: Gelenke der unteren Extremität/Ausgleich der Beinlängen

6.4.3 Schritt 3: SIG

6.4.4 Schritt 4: LWS/BWS

6.4.5  Schritt 5: SCG/ACG

6.4.6 Schritt 6: Periphere Gelenke

6.5 Behandlungsablauf Kinder im 16. LM bis 7. LJ und älter (Laufalter)

6.5.1 Schritt 1: Gelenke der unteren Extremität/Ausgleich der Beinlängen

6.5.2 Schritt 2: SIG

6.5.3 Schritt 3: Sakrum

6.5.4 Schritt 4: LWS/untere BWS (bis ca. Th9)

6.5.5 Schritt 5: Mittlere und obere BWS

6.5.6 Schritt 6: HWS: C7–C2

6.5.7 Schritt 7: HWS: Atlas/C1

6.5.8 Schritt 8: Sternoklavikulargelenk (SCG)

6.5.9 Schritt 9: ACG

6.5.10  Schritt 10: Schultergelenk

6.5.11 Schritt 11: Ellbogen

6.5.12 Schritt 12: Handgelenk

6.5.13 Schritt 13: Fingergelenke

6.5.14 Schritt 14: Daumensattelgelenk

6.5.15 Schritt 15: Zehengrundgelenke

6.5.16 Schritt 16: Kiefergelenk

6.6 Behandlungsablauf Kinder über 7 Jahre

7 Nachwirkungen der Behandlung

7.1 Verhaltensregeln nach der Behandlung

8 Eigenübungen und Unterstützung im Alltag

8.1 Kinder bis 2 Jahre

8.1.1 Eigenübung

8.1.2 Umgang im Alltag

8.2 Kinder von 2 bis ca. 6 Jahre

8.2.1 Eigenübungen

8.2.2 Hausaufgaben/Unterstützung

8.3 Schulkinder

8.3.1 Eigenübungen

8.3.2 Anleitung zu mehr Bewegung

9 Dorn-Therapie bei pädiatrischen Krankheitsbildern

9.1 Hüftdysplasie/-reifungsstörung

9.2 Skoliose

9.3 Asthma bronchiale

9.4 Zystische Fibrose

9.5 Kindliches Rheuma (juvenile Arthritis)

9.6 Neuromuskuläre Tonusstörungen

9.7 Plexusparese

9.8 Fußfehlstellungen und Fehlhaltungen der Beine

9.9 Kiefergelenksdysfunktionen und Zahnregulation

9.10 Sprechstörung/Störungen der Mundmotorik

10 Fallbeispiele aus der Praxis

10.1 Auffälliges Gangbild bei 4-Jähriger

10.2 Rückenschmerzen bei 16-jährigem Volleyballer

10.3 Graphomotorische Schwierigkeiten bei 6-Jähriger

10.4 Zustand nach Oberschenkelspiralbruch bei 2-Jährigem

10.5 Motorische Verzögerungen

10.5.1 16 Monate altes Kind läuft noch nicht

10.5.2 12 Monate altes Kind krabbelt nicht, Aufsitzen nur über die linke Seite

11 Dorn-Therapie-Dokumentationsbogen

12 Glossar

13 Abkürzungsverzeichnis

14 Abbildungsnachweis

15 Literatur

Autorenvorstellung

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

1 Dieter Dorn und die Entwicklung der Dorn-Methode

Dieter Dorn (1938–2011), Bauer und Sägewerksbesitzer im Allgäu, hat die Dorn-Methode aufgrund eines Erlebnisses am eigenen Körper, entwickelt und vorangebracht.

Er selbst litt 1973 an einem Hexenschuss, den er sich beim Arbeiten mit den schweren Holzstämmen zugezogen hatte. Er konnte sich kaum mehr bewegen. Und da er schnell wieder schmerzfrei sein und arbeiten wollte, suchte er keinen Arzt sondern den Müller Josef, den Schlossbauern des Dorfes auf. Dieser behandelte die Leute, wenn sie es im Kreuz hatten, wobei er keine medizinische Vorbildung besaß.

Dieter Dorn musste sich vornüber gebeugt an einen Tisch stellen, mit dem Bein pendeln, der Schlossbauer drückte ihm mit dem Daumen ins Kreuz, und der Schmerz war weg.

Das hatte Dieter Dorn sehr neugierig gemacht, und er fragte den Schlossbauern, ob er das auch lernen könne. Dieser sagte ihm nur, er müsse es nicht lernen, er sei bereits in der Lage es selbst zu tun. Und er teilte ihm nur noch mit, dass er selbst die Griffe und die Vorgehensweise von einer alten Bäuerin gelernt habe, die das Vieh und ab und zu auch einmal eine Magd oder einen Knecht erfolgreich damit behandelt habe.

Dieter Dorn reizte es sehr, noch mehr über die Methode zu erfahren, und so wollte er den Schlossbauern intensiver dazu befragen. Der aber war schwer erkrankt und starb einige Wochen später, sodass ein Kontakt nicht mehr zustande kam. Es blieb ihm daher nichts anderes übrig, als sich die Methode durch Ausprobieren und Rekonstruieren selbst zu erarbeiten. Er entwickelte dabei ein gutes manuelles Gespür für Gelenkdysfunktionen der Wirbelsäule und der Extremitäten und erarbeitete sich auch den Ausgleich der Beinlängen.

Zunächst behandelte er seine Frau wegen ihrer Kopfschmerzen, und dann die Nachbarn, die mit ganz unterschiedlichen Problemen an der Wirbelsäule und an den Gelenken zu ihm kamen, mit großem Erfolg. Im Laufe der Zeit entwickelte Dieter Dorn auch die Eigenübungen für die Patienten, sodass sich diese eigenverantwortlich selbst helfen und zukünftigen Beschwerden vorbeugen können. Die Erfolge seiner Behandlungen sprachen sich weit herum, und so kamen immer mehr Menschen zu ihm.

Viele Menschen, die Dieter Dorn an der Wirbelsäule behandelt hatte, meldeten ihm zurück, dass auch einige andere Probleme, die scheinbar nichts mit der Wirbelsäule zu tun hatten, verschwunden seien. Dies veranlasste ihn, sich mit den Zusammenhängen zwischen Wirbeln, Organen und dem Leitbahnsystem aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auseinanderzusetzen.

Hierbei hat ihn der Arzt Dr. Thomas Hansen, Chirurg und Orthopäde, sehr unterstützt. Er lernte Dieter Dorn 1985 kennen und war von der Methode so überzeugt, dass er Dieter Dorn veranlasste, Seminare zu geben. Die beiden verband über Jahre eine fruchtbare Zusammenarbeit, und die Dorn-Methode wurde unter Laien und in therapeutischen Kreisen bekannt.

Mittlerweile hat sich die Dorn-Methode deutschlandweit und auch im Ausland sehr stark verbreitet.

2 Grundzüge der Dorn-Therapie

Die Dorn-Therapie ist eine sehr sanfte Form der manuellen Behandlung, mit der reversible Dysfunktionen der Wirbelsäule und aller peripheren Gelenke behandelt werden können. Die Behandlung der Gelenkdysfunktion erfolgt immer unter aktiv-assistiver Mitbewegung des Patienten, und findet stets im schmerzfreien Bereich statt. Es wird so wenig Kraft wie möglich aufgewendet, und es erfolgt kein Einsatz von passiven, manipulativen Impulstechniken oder von Hebelkräften.

Der Zugang zur Methode ist im positiven Sinne einfach. Anfangs benötigt der Behandler wenige theoretische Grundlagen. Zu Beginn geht es darum, Gelenkdysfunktionen, insbesondere die der Wirbelsäule, in Bezug auf die Ebenen der Dysfunktion präzise auf-zu-spüren und ertasten zu lernen. Je mehr Hintergrundwissen der Behandler erwirbt, umso mehr wird er in der Lage sein, die auslösenden Faktoren für eine Dysfunktion im Sinne der Ganzheitlichkeit herzuleiten und zu behandeln. Entsprechend erfolgreich, anhaltend und ganzheitlich wird der Behandlungserfolg sein.

Befund und Behandlung sind klar strukturiert und folgen einem meist gleichbleibenden Ablauf. Dies stellt sicher, dass kein behandlungsbedürftiges Gelenk vergessen wird.

Die Arbeit des Therapeuten stellt einen Teil der Behandlung dar. Die zweite unverzichtbare Säule sind die Eigenübungen, die der Patient nach jeder Behandlung gezeigt bekommt. Die regelmäßige, mehrmals tägliche Durchführung der Eigenübungen ist für den anhaltenden Behandlungserfolg maßgeblich. Der Klient ist somit eigenverantwortlich an seinem Genesungsprozess beteiligt. Darüber hinaus kann er mit Hilfe der Eigenübungen dem Entstehen von weiteren Beschwerden an der Wirbelsäule und den Gelenken vorbeugen.

2.1 Gelenkdysfunktion aus Sicht der Dorn-Therapie

Der Begriff „Gelenkblockade“ taucht sehr häufig im allgemeinen Sprachgebrauch auf, und es bestehen sehr unterschiedliche Auffassungen von diesem Begriff.

Daher wird hier definiert, was im Zusammenhang mit der Dorn-Therapie unter dem Begriff „Gelenkdysfunktion“ verstanden wird. Dieses Verständnis einer Gelenkdysfunktion verdeutlicht, wie weitreichend die Auswirkungen, vor allem bei Säuglingen und Kindern, sein können.

Eine Dysfunktion reduziert sich nicht auf das reine Geschehen am Gelenk, sondern es werden sämtliche Strukturen und Systeme, die mit dem Gelenk assoziiert sind, in die Betrachtung miteinbezogen.

Die Symptome der Dysfunktion bleiben nicht auf das betroffene Gelenk begrenzt. Die Beschwerden können über Muskelketten in die Umgebung ausstrahlen und auf reflektorischem Weg Beschwerden in anderen Körperregionen oder Organen auslösen. Umgekehrt können Muskelspannungsstörungen und Störungen der Organe Dysfunktionen der ihnen zugeordneten Wirbel auslösen.

Die Leitbahnen können ebenfalls mit Gelenkdysfunktionen in Zusammenhang gebracht werden. Störungen auf den Leitbahnen können Dysfunktionen der ihnen zugeordneten Wirbel verursachen, oder der Gelenke, über die sie verlaufen, und umgekehrt (Kap. ▶ 2.6, ▶ [20]).

Merke

Eine Gelenkdysfunktion ist aus Sicht der Dorn-Methode nicht nur ein gelenkmechanisches Geschehen, sondern muss auch aus neurophysiologischer Sicht erklärt werden.

Damit ein Gelenkbiomechanisch optimal funktioniert, müssen die am Gelenk beteiligten Strukturen (▶ Tab. 2.1) intakt sein und störungsfrei miteinander arbeiten.

Tab. 2.1

 Anatomische Strukturen des Gelenks.

Struktur

Funktion

Knochen

Je nach Form der Gelenkpartner lässt das Gelenk entsprechende Bewegungen zu, d.h., die Form bestimmt die Funktion. Umgekehrt kann die Funktion auf die Dauer auch die Form des Gelenks bestimmen. (Wird beim Säugling ein Gelenk in einer unphysiologischen Weise benutzt bzw. belastet, kann sich dieses fehlerhaft ausbilden. Dieses Prinzip kommt z.B. bei der mangelhaften Ausbildung der Hüftpfanne bei einer Hüftdysplasie zum Tragen.)

Knorpel

vermindert die Druckbelastung auf den Knochen und dient als „Puffer“ und Gleitschicht

Gelenkkapsel

besteht aus straffem kollagenem Bindegewebe und geht an ihrem Ansatz in die Knochenhaut über, umschließt die mit Synovia gefüllte Gelenkhöhle und bestimmt die mechanische Festigkeit und Bewegungsfreiheit des Gelenks.

Synovia

Die Gelenkschmiere ermöglicht ein reibungsarmes Bewegen.

Muskulatur

Die Muskeln bewegen das Gelenk und sind über Sehnen mit den Knochen verbunden.

Sehnen/Bänder

stabilisieren das Gelenk und übertragen die Kraft des Muskels auf die Knochen, sodass das Gelenk im physiologischen Ausmaß bewegt wird

Faszien

durchziehen bindegewebig alle Strukturen des Körpers und haben diverse wichtige Aufgaben. Das Fasziensystem sorgt dafür, dass alle Teile des Körpers zusammengefügt bleiben und geben ihm seine Form. Es schützt den Körper vor Kraft- und Gewalteinwirkungen, unterstützt das Gefäß- und Immunsystem und dient dem Stoffwechsel.

Nerven

übertragen die Informationen vom zentralen Nervensystem an die Gelenke und Muskeln und umgekehrt

Rezeptoren

in der Gelenkkapsel, in den Sehnen und im Muskel befinden sich die Propriozeptoren (Ruffini-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Golgi-Rezeptoren und Muskelspindeln), die die Stellung des Gelenks, den Spannungszustand und die Längenveränderung des Muskels registrieren. Darüber hinaus befinden sich hier auch die Nozizeptoren, die dem Gehirn Schmerz melden. Die Rezeptoren im Labyrinth und die Propriozeptoren von Nackenmuskulatur und Kopfgelenken registrieren Lageveränderungen des Körpers und führen in der Folge zu muskulären und bindegewebigen Reaktionen.

Durchblutung

Sämtliche Strukturen müssen optimal mit Blut versorgt werden, um den Stoffwechsel der Gewebe zu gewährleisten.

Das Zusammenspiel der oben genannten, an einer physiologischen Gelenkbewegung beteiligten Strukturen, muss jedoch auch entsprechend neurophysiologisch gesteuert und koordiniert werden. Das Bewegungssystem, einschließlich der Gelenke, stellt dabei gleichzeitig ein informationsverarbeitendes und ein dynamisches System dar.

Das Gelenk ist zugleich wahrnehmungsverarbeitende und ausführende Instanz in einer langen Kette von Prozessen. Um physiologische Bewegungen durchzuführen, benötigt das Gelenk vorab entsprechende Informationen. Diese werden über das zentrale und periphere Nervensystem vermittelt.

Bewegt oder stabilisiert sich ein Gelenk, laufen vorher folgende Schritte ab (▶ Abb. 2.1):

Zunächst werden entsprechende Reize, d.h. Input aus der Umwelt oder dem eigenen Körper, wahrgenommen. Spannungszustand der Muskulatur, Gelenkstellung und Lage des Körpers im Raum werden über die spezifischen Rezeptoren (Propriozeptoren, vestibuläre Rezeptoren) registriert. Diese Informationen werden mittels afferenten Nervenleitungen zum Gehirn geleitet und dort im Sinne einer Entscheidung verarbeitet. Entsprechend kommt es zu einer Reaktion (= Output), die den Muskeln und den gelenkassoziierten Strukturen (Kapsel, Rezeptoren, Sehnen etc.) via efferenten Nervenleitungen übermittelt wird. Diese führen die Bewegung mit angepasstem, koordiniertem Tonus der Muskulatur aus, und es werden entsprechende Informationen über die Bewegungsausführung an das ZNS zurückgemeldet.

Abb. 2.1 Prozesse während einer Gelenkstabilisation oder -bewegung (nach ▶ [6], S. 1334).

Führt die Bewegung zum gewünschten Erfolg, findet eine positiv bahnende Rückmeldung zum Gehirn statt. Ist das Bewegungsmuster zielführend, d.h., der Handlungsplan konnte durch die motorische Aktion erfolgreich realisiert werden, wird es abgespeichert und weiter optimiert.

In der kindlichen Entwicklung, besonders in den ersten Lebensjahren (Lj), findet dieser Prozess des motorischen Lernens ständig und intensiv statt.

Die Qualität der Bewegungsausführung ist dabei zunächst zweitrangig. Daher können nicht unbedingt nur physiologische, sondern auch eigentlich unerwünschte Bewegungsmuster geübt werden (vgl. dazu die Beispiele).

Beispiel 1 Erlernt man Tennisspielen, wird der Schläger anfangs noch sehr unkoordiniert gehalten und der Ball nur schwer in die gewünschte Richtung geschlagen. Es braucht viel Übung und Wiederholung, um das Ziel zu erreichen. Während dieser Übungsphase optimiert der Körper über positive Erfolgsmeldungen an das ZNS die Bewegungsabläufe, bis das punktgenaue Treffen erreicht ist und speichert diese im Sinne einer Automatisierung. Hierbei können sich aber auch Bewegungskomponenten einschleichen und automatisiert werden, die zwar zielführend waren, aber ein noch koordinierteres und präziseres Spiel behindern. Sich diese unerwünschten Bewegungen wieder abzugewöhnen bzw. zu überschreiben, erfordert wiederum viel Übung und Wiederholung.

Beispiel 2 Aufgrund einer Verletzung am Bein hinken Patienten häufig, um das Bein beim Gehen zu entlasten. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum, wird das Hinkmuster gelernt und automatisiert. Kann der Patient das Bein wieder normal belasten, wird das Muster häufig noch lange beibehalten, obwohl es nicht mehr benötigt wird. Das physiologische Gangbild muss erst wieder bewusst gelernt und geübt werden.

Länger bestehende unphysiologische Gewohnheits- und Belastungshaltungen können also immer wieder zu Gelenkdysfunktionen führen. Das unphysiologische Bewegungs- oder Haltungsmuster und die entsprechend unphysiologische Steuerung der beteiligten Gelenken werden unbewusst, da sie bereits automatisiert wurden, ständig wiederholt und damit wird das Gelenk unphysiologisch belastet. Der Patient sollte daher unbedingt darauf aufmerksam gemacht werden, solche Belastungshaltungen bewusst wahrzunehmen und zu vermeiden.

Eine Gelenkdysfunktion liefert unphysiologische Meldungen an das Gehirn, sodass unphysiologische Rückmeldungen an das Gelenk und die Funktionseinheit Muskel die Folge sind. Dies setzt einen Circulus vitiosus in Gang. Prinzipiell kann auch jede andere zwischengeschaltete Instanz dieses Kreislaufs eine Gelenkdysfunktion auslösen. Was letzten Endes Ursache und Wirkung darstellt, lässt sich nur sehr schwer differenzieren.

Für einen Säugling bzw. ein Kind kann es weitreichende Auswirkungen auf die sensomotorische Entwicklung haben, wenn eine Instanz des oben gezeigten Systems beeinträchtigt ist und dadurch unerwünschte Bewegungs- und Haltungsmuster automatisiert werden.

Bei einer Gelenkdysfunktion spielen, neben den Proprio- und Gleichgewichtsrezeptoren, die Nozizeptoren eine wichtige Rolle. Sie melden, wenn es in dem von ihnen versorgten Gebiet zu Reizungen oder Gewebeschädigungen und zu Schmerzen kommt. In Folge der Nozizeption kann es zu folgenden Reaktionen kommen:

einer Erhöhung des segmentalen Muskeltonus

einer Erhöhung des segmentalen Bindegewebstonus

einer Störung der Gelenkbiomechanik

einer Störung der vegetativen Funktionen der Organe und Hautzonen der zugeordneten Segmente und einer Störung der entsprechenden Hautzonen (viszerokutaner Reflex/Dermatome)

einer Veränderung der Informationskodierung in den Propriozeptoren

Während einer Nozireaktion ist die lokale physiologische Informationskodierung (vor Ort) gestört. Nozizeptive Wahrnehmungen aus den Hautarealen und den Wirbelgelenken können über nervale Verschaltungen den Tonus der segmental zugeordneten Muskeln erhöhen und eine Kontraktion der Muskelspindeln (= Propriozeptoren der Muskeln) verursachen. Letztere bleiben so lange bestehen, wie die nozizeptive Meldung an das ZNS anhält. In dieser Zeit können die Muskelspindeln keine anderen physiologischen Wahrnehmungsinformationen verarbeiten und weiterleiten.

Dieser Vorgang kann sich je nach Lokalisation der Nozireaktion durch den unphysiologischen Anstieg des Muskeltonus und eine Dauerkontraktion negativ auf die gesamte Haltungssteuerung auswirken.

Merke

Bleiben solche Nozireaktionen mit einhergehender Fehlsteuerung der Haltung über längere Zeit bestehen, führt dies zur Abspeicherung bzw. zum Erlernen dieser unphysiologischen Haltungs- und Bewegungsmuster.

Mit der Dorn-Therapie wird der Circulus vitiosus an der Funktionseinheit Gelenk durchbrochen (▶ Abb. 2.2).

Lokal werden die Gelenkpartner wieder in ihre physiologische Stellung zueinander gebracht, sodass sie den bestmöglichen Kontakt und damit eine bestmögliche Funktionalität haben. Dadurch regulieren sich die Meldungen der Propriozeptoren bzw. Nozizeptoren und somit auch die neuromuskulären und reflektorischen Reaktionen der mitbetroffenen Strukturen und Systeme im Sinne der Physiologie.

Abb. 2.2 Gelenkdysfunktion (1).

In ▶ Abb. 2.3 wird dargestellt, welche Komponenten am System Gelenk beteiligt sind und welche bei einer Störung dort eine Gelenkdysfunktion auslösen können und umgekehrt.

Abb. 2.3 Gelenkdysfunktion (2). Gelenkbiomechanik: Der Bewegungsablauf ist störungsfrei, d. h., das Gelenk lässt sich in vollem Bewegungsausmaß schmerzfrei und koordiniert bewegen; Anatomische Strukturen: ▶ Tab. 2.1; Myotom: Muskulatur, die von einem Spinalnerv innerviert wird; Zentrales und peripheres Nervensystem: Es steuert als übergeordnete Instanz die Bewegungsabläufe und leitet Informationen vom Gehirn in die Peripherie und umgekehrt; Organe/Haut: Den Wirbeln können auf reflektorischem Weg spezifische Organe und Hautzonen  zugeordnet werden (viszerokutaner Reflexbogen, Dermatome); Energetische Systeme/Leitbahnsystem: Aus der Empirie hat sich eine Zuordnung der Leitbahnen zu bestimmten Wirbeln ergeben; Psychosoziale Komponenten: Ebenfalls aus der Empirie können den einzelnen Wirbeln seelische Verfassungen zugeordnet werden.

Aus Sicht der Dorn-Methode stehen bei einer Gelenkdysfunktion die knöchernen Gelenkpartner nicht mehr in optimaler Position zueinander. Es sind dabei nicht nur die anatomischen Strukturen des Gelenks betroffen, auch die biomechanische Funktionalität des Gelenks als solche ist beeinträchtigt.

Am betroffenen Gelenk kann sich die Dysfunktion über die Nozizeption, durch eine vorübergehende Bewegungseinschränkung äußern, die wiederum zu schmerzhaften Muskelverspannungen und Bindegewebsquellungen führen kann. Das Gelenk versucht sich über diese Reaktion selbst zu schützen und zu stabilisieren.

Merke

Nicht jede Gelenkdysfunktion ist schmerzhaft und nicht jedes schmerzhafte Gelenk ist dysfunktional!

Betrachtet man eine Dysfunktion nicht nur als reines Geschehen am Gelenk, so ist auch die Behandlung der Dysfunktion nicht ausschließlich auf das Gelenk begrenzt. Alle oben erwähnten Strukturen und Instanzen werden im Sinne der Ganzheitlichkeit ebenfalls erreicht.

Im Folgenden werden die wichtigsten Grundlagen der Dorn-Therapie als Basis für die Behandlung von Säuglingen und Kindern kurz dargestellt. Eine ausführlichere Beschreibung würde ein weiteres Buch füllen.

2.2 Befundung der Gelenke

Der Therapeut befundet bei Wirbeln und Gelenken ausschließlich die Position der am Gelenk beteiligten Knochen.

Gelenke der unteren Extremität/Ausgleich der Beinlängen Die Gelenke der unteren Extremität (Hüftgelenk und falls notwendig Knie und oberes Sprunggelenk) müssen zur Kontrolle der Beinlängen immer überprüft werden.

Merke

Hier und im weiteren Text wird stets von funktionellen Beinlängendifferenzen ausgegangen.

Ausgeglichene Beinlängen sind die Grundlage für eine aufrechte symmetrische Haltung.

Bei Schmerzangaben im Hüft-, Knie- oder Sprunggelenk wird das jeweils betroffene Gelenk behandelt.

Wirbel Die Wirbel werden dahingehend befundet, ob sich die Dornfortsätze bezogen auf die neutrale Mittelstellung und die Transversalebene rechts oder links davon befinden. Bei einem nicht in der Mitte befindlichen Dornfortsatz gilt dieser Wirbel als behandlungswürdig. Als Referenzpunkt dient der Dornfortsatz von S1.

Bei den Querfortsätzen wird beurteilt, ob diese in Bezug auf die Transversalebene weiter dorsal stehen. Diese Wirbel gelten dann ebenfalls als behandlungswürdig.

Es gibt drei mögliche Formen der Wirbeldysfunktion: die Rotations-, die Lateralisationsfehlstellung oder die häufigste Dysfunktion, eine Mischform aus den beiden Wirbeldysfunktionen.

Rippenwirbelgelenke