Verlag: Ullstein eBooks Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2019

Dream Maker - Triumph E-Book

Audrey Carlan  

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E-Book-Beschreibung Dream Maker - Triumph - Audrey Carlan

Es wird immer heißer…

London, Berlin, Washington D. C. – hier warten die nächsten Aufträge von erfolgreichen jungen Frauen auf Parker Ellis, den legendären Dream Maker. Eine attraktive Autorin braucht in London Hilfe, um ihre Schreibblockade zu überwinden. In Berlin wartet Auftraggeberin Monika Schmidt, die so tough wie schön ist, aber mit ihrer Vergangenheit abschließen muss. In Washington rücken Ethik und Moral in den Fokus – zum Glück hat die brillante Anwältin Kendra Banks kluge Lösungen parat, doch das ist längst nicht die größte Herausforderung für sie. Gleichzeitig wird Parkers Beziehung zu der schönen und smarten Skyler immer leidenschaftlicher… Hat er seine große Liebe gefunden?

Meinungen über das E-Book Dream Maker - Triumph - Audrey Carlan

E-Book-Leseprobe Dream Maker - Triumph - Audrey Carlan

Dream Maker - Triumph

Die Autorin

Audrey Carlan schreibt mit Leidenschaft heiße Unterhaltung. Ihre Romane veröffentlichte sie zunächst als Selfpublisherin und wurde daraufhin bald zur internationalen Bestseller-Autorin. Ihre Serien »Calendar Girl« und »Trinity« stürmten auch in Deutschland die Charts. Audrey Carlan lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Kalifornien.

Das Buch

London, Berlin, Washington D. C. – hier warten die nächsten Aufträge von erfolgreichen jungen Frauen auf Parker Ellis, den legendären Dream Maker. Eine attraktive Autorin braucht in London Hilfe, um ihre Schreibblockade zu überwinden. In Berlin wartet Auftraggeberin Monika Schmidt, die so tough wie schön ist, aber mit ihrer Vergangenheit abschließen muss. In Washington rücken Ethik und Moral in den Fokus – zum Glück hat die brillante Anwältin Kendra Banks kluge Lösungen parat, doch das ist längst nicht die größte Herausforderung für sie. Gleichzeitig wird Parkers Beziehung zu der schönen und smarten Skyler immer leidenschaftlicher… Hat er seine große Liebe gefunden?

Audrey Carlan

Dream Maker - Triumph

London - Berlin - Washington D.C.

Aus dem Amerikanischen von Christiane Sipeer und Friederike Ails

Ullstein

Besuchen Sie uns im Internet:www.ullstein-buchverlage.de

Deutsche Erstausgabe im Ullstein Taschenbuch1. Auflage Februar 2019Copyright © für die deutsche Ausgabe Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2019Copyright © 2018 by Audrey CarlanPublished by Arrangement with Audrey CarlanTitel der amerikanischen Originalausgabe: International Guy – London/Berlin/Washington D. C., erschienen bei Montlake Romance, SeattleÜbersetzung: Friederike Ails (Berlin), Christiane Sipeer (London, Washington D. C.)Umschlaggestaltung: zero-media.net, MünchenTitelabbildung: © FinePic®, MünchenAutorenfoto: © Melissa McKinley PhotographyE-Book-Konvertierung powered by pepyrus.comAlle Rechte vorbehalten. ISBN 978-3-8437-1693-2

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Inhalt

Titelei

Die Autorin / Das Buch

Titelseite

Impressum

London

SKYLER

KAPITEL 1

KAPITEL 2

KAPITEL 3

KAPITEL 4

KAPITEL 5

KAPITEL 6

KAPITEL 7

KAPITEL 8

KAPITEL 9

KAPITEL 10

SKYLER

Berlin

SKYLER

KAPITEL 1

KAPITEL 2

KAPITEL 3

KAPITEL 4

KAPITEL 5

KAPITEL 6

KAPITEL 7

KAPITEL 8

KAPITEL 9

KAPITEL 10

SKYLER

Washington D.C.

Anmerkung der Autorin

SKYLER

KAPITEL 1

KAPITEL 2

KAPITEL 3

KAPITEL 4

KAPITEL 5

KAPITEL 6

KAPITEL 7

KAPITEL 8

KAPITEL 9

KAPITEL 10

SKYLER

Anhang

Social Media

Vorablesen.de

Cover

Titelseite

Inhalt

London

London

Für Amy Tannenbaum,meine Agentin und Freundin.Als alles düster aussah … warst du mein Licht.Als die Hoffnung schwand,hast du mir einen Ausweg versprochen.Für mich bist du ein Geschenk des Himmels.Und ich fühle mich geehrt, zu den Beschenkten zu gehören.

SKYLER

Heute Abend stehe ich am Scheideweg. Der eine Weg führt zum Happy End mit dem Mann, den ich liebe und dem ich vertraue, und der andere zu einem Leben ohne ihn. Ich putze mir die Zähne und lese dabei die Worte, die ich an den Spiegel geschrieben habe.

Hör auf dein Herz

Hoffentlich bringen diese Worte ihn nicht dazu, mich als die leere Hülle zurückzulassen, die ich vor unserer ersten Begegnung gewesen bin. Die letzten paar Monate waren geradezu verschwenderisch. Nicht in finanzieller Hinsicht oder wegen meines Ruhmes, sondern wegen des Riesenglücks, das ich nach dem Tod meiner Eltern nie wieder für möglich gehalten hätte. Vor Parker fühlte ich mich wie in zwei Stücke gerissen. Einerseits der glückliche Mensch, der ich früher gewesen war, andererseits die Frau mit der unsicheren Gegenwart. Mit Parker an meiner Seite war es mit der Unsicherheit vorbei. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich unbesiegbar gefühlt. Als würde ich in einem perfekten Traum leben. Mit einem Mann, der fest zu mir gehörte. Für den ich starke Gefühle hatte. Mit neuen, echten Freunden, die sich nicht wegen meines Ruhmes für mich interessierten. Einem neuen Sicherheitsteam, dem ich vertrauen konnte, und meine Muse war auch zurückgekehrt, in meinem Beruf lief es besser als je zuvor.

Ich schwebte auf Wolke sieben.

Vielleicht bekommt jeder im Leben nur eine bestimmte Ration Glück zugeteilt, und ich habe meine aufgebraucht. Gott, das Universum, Mutter Natur oder wer auch immer die Regeln bestimmt, hat jeden mit einem Glückszähler ausgestattet, und meiner hat die Skala gesprengt, als ich mich in Parker James Ellis verliebt habe.

Ich habe schon immer geglaubt, dass der Welt ein natürliches Gleichgewicht zugrunde liegt. Gut und Böse. Glück und Unglück. Liebe und Hass. Denn das eine könnte ohne das andere nie sein ganzes Potenzial entfalten. Für mich steht Parker für alles, was gut und richtig ist. Bin ich deswegen verdammt dazu, unglücklich und im Unrecht zu sein?

Ich schließe die Augen und atme tief durch. Plötzlich umgibt mich Wärme, und meine Nackenhärchen stellen sich auf, als sich ein warmer, männlicher Körper an mich presst. Ich lasse die Augen geschlossen, weil ich Angst habe, mir die schöne Szene nur einzubilden. Nach dieser liebevollen, zärtlichen Berührung habe ich mich seit unzähligen Tagen und Stunden gesehnt.

Seine Kinnstoppeln reiben über meine Haut, als er den Kopf in meine Halsbeuge legt, eine Stelle meines Körpers, die ich inzwischen mit ihm in Verbindung bringe. Unwillkürlich muss ich seufzen, weil mein Unterbewusstsein weiß, dass ich mich nirgends auf der Welt so sicher fühle wie in seinen Armen.

»Du hast mir ja auch eine Nachricht hinterlassen.« Ich spüre seine tiefe Stimme bis in meine Brust widerhallen.

Ich nicke und kann gar nicht sprechen, solange er mir so nah ist und seine Energie sich so überwältigend mit meiner vermischt.

»Hör auf dein Herz. Scheint, eine Art wiederkehrendes Motto dieser Woche zu sein. Meinst du damit, dass ich auf mein eigenes Herz hören soll oder auf deins, was mir ja immerhin gehört?« Er legt seine Arme von hinten um meine Taille und drückt mich an sich.

Ich erwidere die Umarmung und überlasse mich seiner Wärme.

»Beides«, hauche ich, weil ihm jeder Zentimeter meines geschundenen Herzens gehört.

»Mhm«, brummt er an meinem Hals, und ich spüre es bis in die Zehenspitzen.

Ich öffne die Augen und sehe, dass er meinen Blick im Spiegel auffängt.

»Kommst du ins Bett?«, fragt er.

»Zu dir?« Mir stockt der Atem, weil ich nicht weiß, ob er mit mir schlafen oder wie versprochen darüber reden will, was zwischen uns schiefgelaufen ist. Im Augenblick bin ich mir nicht sicher, was mir lieber wäre. »Immer.«

Parker drückt mir einen sanften Kuss auf meine Halsbeuge, die von seinen Lippen und seinem Atem ganz warm und feucht ist. Er streicht über meine Schultern hinab bis zu den Händen. »Komm«, drängt er.

»Mit dir würde ich überallhin gehen«, gestehe ich das ehrliche Verlangen, das in meiner Seele brennt. Ich drehe mich um, damit er mir direkt in die Augen sehen kann. »Wo immer du bist, will ich auch sein. Bei dir kann ich mein wahres Ich sein.«

Er schiebt eine Hand in mein Haar und hebt mein Kinn mit dem Daumen an. Die Zeit bleibt stehen, und ich höre seinen Atem, als er meinem Mund immer näher kommt. Ich bilde mir ein zu hören, wie seine Wimpern seine Wangen berühren, wenn er blinzelt, dann schließt er die Augen und legt seine Lippen auf meine.

Es ist eine zaghafte Berührung, eine Begrüßung, sein Körper sagt mir schlicht Hallo. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und lege eine Hand auf seine nackten Schultern. Seine Haut fühlt sich heiß an und wärmt mich sofort. Er intensiviert seinen Begrüßungskuss bis hin zu einer völligen Verschmelzung von Lippen, Zungen und Zähnen. Immer, wenn ich den Mund öffne, taucht seine Zunge tiefer ein und erinnert sich daran, was ich mag, nimmt sich alles, was ich anbiete, und noch mehr.

Meine Lunge brennt, als der Kuss immer wilder wird und sich unsere Zungen dem unersättlichen Vergnügen hingeben. Parker weicht zurück und lässt etwas Luft zwischen unsere Lippen. Er streicht mir mit der Zunge über die Unterlippe, dann saugt er sie in seinen Mund und knabbert köstlich daran. Ein Lustblitz schießt durch mich hindurch, schnurstracks zu der Hitze, die sich zwischen meinen Schenkeln sammelt.

»Süßer …«, stöhne ich und weiß nicht, was ich dringender brauche, seinen Mund auf meinem, seinen Schwanz in mir oder seine Worte, die die Risse in unserer Beziehung kitten. Alles scheint mir gleich wichtig, und langsam verliere ich den Verstand.

»Mein Gott, wie ich dein sinnliches Süßer vermisst habe, wenn ich dich mit dem Mund verwöhne. Ich lebe dafür, dich zum Seufzen zu bringen. Das setzt die Scherben in mir wieder zusammen.«

Ich schlinge ihm die Arme fest um den Hals und die Schultern und küsse ihn heftig, dann löse ich mich von ihm. »Was muss ich tun, um es wiedergutzumachen?«

Er legt die Stirn an meine, und wir schließen beide die Augen. »Du bist schon dabei. Mit mir zusammen sein. Die Tiefe unserer Verbindung offenlegen.«

Ich fahre mit den Fingern durch sein Haar und mit den Fingernägeln über seine Kopfhaut. Er stöhnt auf, als sei das das beste Gefühl der Welt.

»Bring mich ins Bett.« Mir fällt nichts Besseres ein, als mit ihm eins zu werden.

Er grinst, genau das sexy Lächeln, das jeder Frau das Höschen ausziehen würde. Er sieht so unglaublich gut aus. »Dazu wird diese kleine spontane Rummach-Session wohl unweigerlich führen.« Er zieht eine Augenbraue hoch und schmunzelt.

Ich verdrehe die Augen und verpasse ihm einen Schubs gegen die Brust. Als er mit den Kniekehlen gegen das Bett stößt, lässt er sich fallen und zieht mich mit hinunter. Ich lande auf ihm. Er streicht mir über den Rücken, und bevor er mich küssen kann, richte ich mich auf und sitze rittlings auf ihm.

»Also, bevor wir weitermachen … Und glaub mir, ich bin bereit, die ganze Nacht lang die Scherben in dir und mir wieder zusammenzusetzen … müssen wir offen und ehrlich darüber reden, was passiert ist, sonst können wir das nie hinter uns lassen.«

Er seufzt und legt sich den Arm über die Augen. Ich schiebe ihn hoch. »Ich hab dich nicht mit Johan betrogen.« Sein Körper spannt sich unter mir an, und er will sich von mir lösen. Ich halte seinen Oberkörper und die Hüften mit den Oberschenkeln fest. »Nein, du wirst dich dem hier nicht entziehen. Ja, ich hab Scheiße gebaut. Und zwar richtig. Ich dachte, ich könnte zu ihm gehen und ihn davon abbringen, seine Drohungen wahrzumachen. Und das habe ich ja streng genommen auch geschafft.«

Parker knirscht mit den Zähnen und spricht mit zusammengepresstem Kiefer. »Sky …«

Ich schüttele den Kopf. »Nein, du musst mir zuhören. Ich war bei ihm. Und er hat mir gesagt, dass er pleite ist. Dass er ein paar echt miesen Typen eine Menge Geld schuldet. Millionen. Seine Familie hat ihn verstoßen, und da musste er entweder irgendwie seine Schulden zurückzahlen, oder sein Leben wäre in Gefahr gewesen.«

»Der verdammte Mistkerl hat das Ganze zu deinem Problem gemacht, dabei war es das gar nicht!«, knurrt er wie ein eingesperrtes Tier, und sein Körper zuckt vor Wut.

»Kann schon sein, aber vor langer Zeit dachte ich mal, dass Johan alles ist, was ich habe. Er hat mir durch die schlimmste Zeit meines ganzen Lebens geholfen. Und vielleicht habe ich das alles irgendwo in meinem Kopf so umgedeutet, dass ich das Gefühl hatte, ich schulde ihm was.«

»Du schuldest ihm einen Scheiß!«, bellt Parker, und ich streiche mit dem Daumen über seine Wange.

»Nach langem Nachdenken und ein paar Sitzungen bei meinem Psychologen diese Woche wird mir das auch langsam klar. Trotzdem kam es mir richtig vor, ihm zu helfen, ohne dass dazu Notare notwendig gewesen oder peinliche Bilder von mir in allen Zeitungen abgedruckt worden wären.«

Mit einem geschickten Handgriff wuchtet Parker uns beide hoch zum Kopfteil des Bettes, sodass er daran lehnt und ich auf seinem Schoß sitze.

Seine Stimme klingt tiefer. »Du hast dich in Gefahr gebracht und unsere Beziehung aufs Spiel gesetzt.« Parkers Blick bohrt sich direkt in meine Seele, und mein Herz hämmert so heftig, dass ich Angst habe, eine Panikattacke zu bekommen.

Tränen brennen mir in den Augen, und ich zeichne mit den Fingerspitzen sein Schlüsselbein nach, weil ich ihn irgendwie berühren muss, während ich mir alles von der Seele rede. »Ich bin nicht stolz darauf. Ich kann dir nur sagen, dass es sich in dem Augenblick richtig anfühlte. Ich bin es nicht gewohnt, dass mir jemand beisteht. Ein Mann, der mir bei meinen Problemen hilft und …« Ich muss schlucken, weil meine Kehle ganz trocken ist. »Ich wollte es klären. Damit es aufhört. Ich wusste nicht, wie …« Jetzt kann ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie schießen mir über die Wangen, als hätte ich den Wasserhahn aufgedreht. »Ich wusste nicht, wie das nach außen hin wirken würde. Aber ich schwöre dir, ich habe nur seine Schulden bezahlt, ihm einen Platz in einer Entzugsklinik besorgt, damit er von den Drogen loskommt, und …«

»Wieso bist du über Nacht geblieben, Sky? Wieso?« Parker presst die Lippen fest zusammen.

Ich würde ihn am liebsten küssen. »Ich weiß, das war dumm. Als wir alles geklärt hatten, war es schon früh am Morgen, und mir war ganz schwindelig vor Erschöpfung. Ich hatte meinem Sicherheitsteam nicht gesagt, wo ich hingehe, also wussten sie nicht, dass ich dort war …«

Parker knurrt wie ein Tier und runzelt die Stirn. Ich streichle darüber, bis sie sich wieder glättet.

»Süßer, ich war müde. Geschafft. Emotional und körperlich erschöpft. Er hat mir sein Schlafzimmer angeboten, das eine eigene Tür mit Schloss hatte, das ich benutzt habe, und ich bin eingeschlafen. Alleine. Johan hat auf der Couch geschlafen.«

Parkers Körper scheint sich unter mir zu entspannen und lockerer zu werden, und er streicht mit den Fingerspitzen über mein Gesicht und meinen Hals. Liebkost mich. Seine Berührungen sind wie Balsam. Zentimeter um Zentimeter lindert er den brennenden Schmerz auf meiner Haut.

Seine Stimme klingt, als hätte er Sandpapier verschluckt, als er auf mein Geständnis antwortet. »Er hat zu mir gesagt, ihr hättet eure Beziehung aufgefrischt, und behauptet, er wäre mit dir im Bett gewesen.«

Ein Messer hätte mir keinen größeren Stich versetzen können. Mir rutscht das Herz in die Hose, und mein Magen dreht sich um.

Deswegen. Deswegen hat er so fest daran geglaubt, dass ich ihn betrogen habe.

Ich lege meine Hände auf Parkers Wangen und schaue ihm tief in die Augen. »Das würde ich dir und uns niemals antun. Du hast mich wieder zum Leben erweckt. Vor dir habe ich mich leer gefühlt. Mein Leben war leer. Ich habe mich Tag für Tag gequält, aber mit dir, Süßer, bin ich lebendig. Ich lebe und liebe in jedem Augenblick. Nichts könnte mich je dazu bringen, das wegzuwerfen oder aufs Spiel zu setzen. Nichts.«

Er schließt die Augen, und ich beuge mich nach vorn, lege die Lippen auf seine und versiegele meine Wahrheit mit einem reinigenden, heilenden Kuss.

KAPITEL 1

Skylers Kuss erfüllt mich mit Leben und Glück und lindert den unglaublichen Schmerz, der sich in meiner Magengrube festgesetzt hat, als ich Johans Stimme an meinem Ohr gehört habe. Sky löst sich von mir und sieht mich schweigend an, während sie mir mit dem Finger über die Stirn und die Schläfen und dann über die Wangen und Lippen streicht.

Meine Frau hat mich doch nicht betrogen.

Ich glaube ihr mit jeder Faser meines Wesens. Ihre braunen Augen leuchten aufrichtig und etwas traurig, und ihr Kinn zittert.

»Was passiert jetzt?« Nach allem, was sie offenbart hat, hört sie sich unsicher an.

Ich streiche ihr über die Oberschenkel, die Taille und den Brustkorb. »Jetzt versöhnen wir uns.« Ich richte mich auf und gebe ihr einen glühenden Kuss auf den Mund. Sie gibt mir alles, schlingt die Arme um meinen Rücken, zieht mich an sich und presst ihre Brust gegen meine.

Als ich mich von ihr löse, seufzt sie und reibt die Nase an meiner Wange. Sie bohrt mir die Nägel in den nackten Rücken. »Ich hatte solche Angst, dass ich dich verloren habe. Dass ich durch den einen Riesenfehler alles verloren habe.«

Ich hole tief Luft und vergrabe das Kinn in ihrer Halsbeuge. »Ich werde jetzt nicht lügen und behaupten, dass es für mich nicht vorbei war. Wenn du fremdgegangen wärst … das wäre das Ende gewesen.«

Das Wort fremdgegangen schallt mir wie eine Alarmglocke durchs Bewusstsein, und ich verkrampfe mich, als die Erinnerung daran, wie ich Alexis geküsst habe, sich in den Vordergrund drängen will.

»Fuck!«, zische ich und bringe etwas Abstand zwischen uns.

»Was?«

Ich lasse ihre Schultern los und streiche ihr immer wieder über die Oberarme. »Als ich dachte, dass wir uns getrennt hätten …«, setze ich an, und ihr Körper versteift sich.

Skyler verschränkt die Arme über der Brust. »Du hast mit Miss Tittenwunder geschlafen … nicht wahr?«

Ich schüttele den Kopf, und sie atmet stockend aus.

Mit zitternder Stimme antwortet sie: »Irgendwas ist zwischen euch beiden passiert. Sie sagte was von einem Angebot …« Sie presst die Lippen zusammen.

»Peaches, ich habe nicht mit ihr geschlafen. Das würde ich nicht tun. Könnte ich gar nicht. Ich habe immer nur an dich gedacht, aber da gab es einen schwachen Moment. Ich war müde, habe von dir geträumt, und dann war sie da und …«

Ihre Stimme bricht, und sie wimmert: »Sag es mir einfach.«

»Ich habe sie geküsst. Das war alles, und ich habe aufgehört, bevor mehr passiert wäre, und deutlich gemacht, dass ich nicht verfügbar bin.«

Skyler drückt den Rücken durch und spannt den Kiefer an. »Stehst du auf sie?«

Mein Herz hämmert wie wild in meiner Brust, und meine Kehle wird ganz trocken, ich kann kaum noch schlucken. »Scheiße, nein.«

Skyler legt den Kopf schief, und eine goldene Haarsträhne fällt ihr in die Augen. Ich schiebe sie ihr aus dem Gesicht, während sie spricht. »Sie ist wunderschön. Große Brüste, tolle Figur.«

Ich schließe die Augen, und Bilder von Alexis rauschen mir durch den Kopf, ihre üppigen Kurven waren echt ein Highlight, obwohl sie auch sonst sehr attraktiv war. »Ja, und mit diesem Körper und ihrem Aussehen manipuliert sie Männer. Ganz zu schweigen davon, dass sie gerade mit Bo ›Versteck die Salami‹ spielt.«

Skyler macht große Augen. »Nein!«

Ich grinse über das ganze Gesicht und bin froh, dass Bos männliches Schlampentum mir gerade den Arsch rettet. »Und ob.«

»Ih. Er hat es mit Miss Tittenwunder getrieben?«

Da muss ich lachen. »Sieht so aus. Soweit ich weiß, ist er gerade bei ihr.«

Skyler senkt den Kopf und legt ihr Ohr auf mein Herz. »Okay.«

Ich ziehe die Augenbrauen zusammen und spiele mit ihrem seidigen Haar. Ihre leichten Atemstöße kitzeln meine Brustwarze. Die kleine Knospe zieht sich zusammen und pulsiert, will Aufmerksamkeit. »Das ist alles. Ich erzähle dir, dass ich eine andere Frau geküsst habe, und du sagst einfach Okay?«

Sie zuckt die Schultern. »Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass die Frau das Problem zwischen uns ist.«

Das Wort Problem fährt mir als neues Alarmsignal durchs Rückgrat.

»Du findest, dass wir ein Problem haben?«

Sie seufzt. »Ja, ich glaube schon.«

»Abgesehen von Johan und Alexis?«

Skyler ändert ihre Haltung, bis sie wieder rittlings auf meinen Oberschenkeln sitzt und mir in die Augen schauen kann. »Warum hast du mir nicht vertraut?«

Die Frage kommt völlig unerwartet, auch wenn ich nach einigem Nachdenken verstehen kann, warum sie sie stellt.

»Ich vertraue dir doch …«

Sie schneidet mir das Wort ab: »Nein. Du hast Johan geglaubt, ohne überhaupt mit mir geredet zu haben …«

Zähneknirschend erinnere ich mich daran, wie es sich angefühlt hat, als ich sie damals angerufen habe. Die Hilflosigkeit und die Sorge um ihre Sicherheit, dass ihr etwas passiert sein könnte. Und wie ich dann herausfand, dass sie ganz sicher in den Armen ihres Ex lag, während ich im Bett auf sie gewartet habe. Die fiesen Klauen der Eifersucht wollen sich an die Oberfläche graben, aber ich atme bei dem Gedanken an die schmerzhafte Erinnerung tief durch und versuche, mich zu beruhigen, damit ich die richtigen Worte finde, ohne einen von uns aufzuregen.

Einen Moment lang wäge ich meine Worte mit Bedacht ab. »Baby, die Umstände waren ziemlich extrem. Du warst die ganze Nacht bei deinem Ex im Hotelzimmer. Er hat mir klipp und klar gesagt, dass er was mit dir hatte und ihr eure Beziehung wieder aufleben lasst. Das hatte mit Vertrauen gar nichts zu tun.«

Sie kneift die Augen zusammen. »Ach ja, aber als die ganze Welt dachte, dass du mich mit dieser Stripperin in Mailand betrügst oder mit Sophie, und ich den ganzen Tag warten musste, bis ich die Wahrheit erfahren konnte … Da habe ich keine Sekunde lang den Glauben an dich verloren. Wieso ist es dir so leichtgefallen, meinen Ex beim Wort zu nehmen? Von dem du wusstest, dass er ein Lügner und Betrüger ist?«

Die Schuldgefühle treffen mich ins Herz. Mir dreht sich der Magen um, und das schwindelige, leere und wirre Gefühl macht sich wieder breit.

»Du hast recht.« Ich halte ihr Gesicht umfasst und sehe ihr in die Augen. »Du hast recht, Sky. Ich hätte mehr Vertrauen haben sollen. In dich. In uns. In alles, was wir die letzten Monate über aufgebaut haben. Aber ich …«

Sie legt ihre Hand an meine Wange, und ich schmiege mein Gesicht hinein, weil ich ihre Wärme und ihre tröstlichen Berührungen brauche. »Rede mit mir.«

»Meine Vergangenheit ist beschissen. Das weißt du doch. Am Anfang habe ich dich noch zu bremsen versucht. Habe dich auf Abstand gehalten. Ich dachte, wir könnten einfach Spaß haben, obwohl ich die ganze Zeit tief in mir drin viel mehr wollte. Aber ich hatte Angst. Verdammt, Sky, ich habe immer noch Angst.«

»Wovor denn?«

»Dass du dasselbe machst wie sie.« Ich spucke die Wahrheit aus wie ein Feuer speiender Drachen, der alles um sich herum versengt.

»Wer?« Stirnrunzelnd fährt sie mir mit den Fingern durchs Haar.

»Kayla.«

Einen Moment lang blinzelt sie hübsch. »Die Frau, mit der du auf dem College zusammen warst.«

Ich nicke. »Sie hat mich echt fertiggemacht, Baby. Wie schlimm, ist mir erst in den letzten Wochen klar geworden. Royce und Bo haben mir Tipps gegeben und mir geraten, das zwischen uns nicht mit der Beziehung zu Kayla zu vergleichen … aber da sind sie bei mir auf taube Ohren gestoßen. Ich versuche ja, meine Einstellung zu ändern und keine Vergleiche mehr anzustellen, aber die Angst ist immer noch da.«

»Süßer …« Dieses eine Wort klingt atemlos, aber voller Liebe und Traurigkeit. Meinetwegen. Sie fühlt mit mir mit. »Ich bin nicht Kayla. Und ich werde auch nie wie sie sein. Ich werde dir nicht wehtun.«

Ich fahre mir über die Lippen und schließe die Augen. »Ich war erst einmal in meinem Leben fast so glücklich wie jetzt, und das war mit ihr. Das zwischen dir und mir ist aber tausendmal größer. Besser. Stärker. Es bedeutet mir mehr. Und ich habe Angst, es zu verlieren.«

Sky legt ihre Stirn gegen meine und küsst mich sanft. Einmal. Zweimal. Dreimal.

»Du wirst mich nicht verlieren. Dazu müsstest du mich schon verlassen. Ich will mein Leben mit dir verbringen, Parker. Nichts wird an meiner Liebe zu dir etwas ändern.«

Ich schlinge die Arme um sie und spüre ihre Wärme an meiner Brust, genau da, wo ich sie brauche. »Das möchte ich so gerne glauben.«

Sie küsst meinen Hals, weicht zurück und sieht mir in die Augen. »Dann glaub es doch. Hör auf dein Herz. Es wird dich auf den rechten Weg führen.« Sie lächelt lieb und benutzt die Worte, die sie mir auf den Spiegel geschrieben hat, als persönliches Mantra.

Hör auf dein Herz.

»Das sollte ich mir wohl aufs Handgelenk tätowieren lassen, damit ich es nie vergesse.«

Sie grinst. »Lässt sich machen.«

Ich schiebe die Hand in ihr Haar, und die langen Strähnen fallen mir über den Unterarm. »Kriegen wir das wieder hin?«

»Liebst du mich?«, fragt sie leise.

»Mehr, als ich je für möglich gehalten hätte.« Mir wird ganz eng um die Brust, und die überwältigenden Emotionen dieses Augenblicks lassen alle meine Nervenenden vibrieren. Ich spüre jeden Zentimeter ihrer Haut an meiner. Höre ihre süßen, gleichmäßigen Atemzüge. Rieche ihre Erregung, die sich mit dem Duft von Pfirsichen und Sahne vermischt.

»Dann kriegen wir es hin.« Sie streicht mit dem Daumen über meine Wange und das stoppelige Kinn.

Ich gebe ihr einen Nasenstüber. »So einfach ist das.«

»Liebe muss nicht schwierig sein. Sie kann auch ganz unkompliziert sein. Manchmal auch beides.« Sie lächelt, und ich schwöre, der ganze Raum leuchtet ätherisch auf.

»Peaches, ich weiß nur, dass ich, was auch immer die Liebe in Zukunft noch bereithält, alles mit dir erleben will.«

Da setzt sich meine Frau auf und zieht sich das Hemdchen aus, sodass ihre nackten Brüste heraushüpfen. Ach, wie ich die rosa Spitzen vermisst habe. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, und ich packe ihre Hüften.

»Gute Antwort«, murmelt sie und stürzt sich auf meinen Mund.

Auf den Linoleumfliesen im Krankenhaus hören sich Rachel van Dykens schwarze Kampfstiefel schwer an. Ihre langen blonden Haare hat sie zu einem Pferdeschwanz gebunden, der aus mehreren kompliziert geflochtenen Kriegerinnenzöpfen besteht. Die Ärmel ihres T‑Shirts hat sie umgeschlagen, und man kann unmöglich die definierten Muskeln an ihren Oberarmen und Schultern übersehen. Sie bewegt sich zielstrebig, trägt eine Waffe an der Hüfte, und hinten an ihrer Gürtelschlaufe hängt ein Paar Handschellen. Entschlossenen Schrittes durchquert sie die Krankenhausflure und sieht sich um. Ein paar Meter hinter uns hält uns ihr Mann den Rücken frei, damit wir nicht aufgehalten oder belästigt werden. Gestern hat Skyler es noch geschafft, unbemerkt herzukommen, aber sobald die Leute anfingen, über Twitter und andere Kanäle zu verbreiten, dass sie sie im Krankenhaus gesehen haben, stand ihr persönliches Sicherheitsteam namens van Dyken bereit, um sie zu beschützen. Ich habe bisher mit keinem der beiden gesprochen. Keine Ahnung, ob sie auf mich oder wegen der Situation sauer sind, oder ob sie sich aus der Sache raushalten wollen. Irgendwann muss ich mal mit den beiden reden, um die Wogen zu glätten.

Als wir uns Wendys Zimmer nähern, bin ich erschrocken, ihre Stimme durch die Stille schallen zu hören.

»Ich will mein verdammtes Halsband!«, kreischt sie heiser.

Rachel bleibt vor Skyler stehen, schüttelt den Kopf und bedeutet uns damit, nicht reinzugehen. Wir sehen Wendy im Bett sitzen, die sich die Hände vors Gesicht hält, und Michael an ihrer Seite.

Ich schiebe mich an Rachel vorbei ins Zimmer, Skyler folgt mir auf dem Fuße.

»Du bist ja wach!« Ich eile zu ihr und berühre vorsichtig ihren Kopf.

Sie schaut mit feuchten Augen zu mir hoch. »Und dir geht’s gut?«, krächzt sie.

Mir steigen die Tränen in die Augen, und es ist mir egal, ob ich wie ein Weichei aussehe. Die Freude, Wendy wach und lebendig zu sehen, ist überwältigend. »Prima. Mach dir keine Gedanken. Ich bin einfach froh, dass du wach bist. Du hast uns allen die letzten Tage eine Heidenangst eingejagt. Wann bist du denn aufgewacht?«

Sie schluckt. »Gestern Abend. Ich hab Michael gebeten, euch nicht anzurufen. Sollte ’ne Überraschung sein.«

Ich werfe Michael einen Blick zu. Er sieht aus wie ein Wrack. Schlimmer. Er sieht aus, als hätte man ihn angefahren und einfach auf der Straße liegen lassen. Die normalerweise hellen Augen sind rot gerändert und geschwollen, dunkle Schatten liegen unter ihnen. Seine sonst so korrekte Frisur ist total durcheinander, als hätte er unaufhörlich daran gezogen und sich die Haare gerauft.

»Wie fühlst du dich?«, fragt Skyler und streicht Wendy übers Schienbein.

Als sie Sky sieht, lächelt sie. »Sie sorgen dafür, dass ich kaum Schmerzen habe. Die geben mir guten Stoff hier.« Sie zwinkert uns zu, und ich lache leise.

Nur Wendy kann solche Sprüche raushauen, damit es den besorgten Menschen um sie herum besser geht.

Ich streiche ihr wieder über die kurzen roten Haare. »Warum hast du gerade rumgebrüllt?«

Ihr Gesichtsausdruck verfinstert sich, und sie lehnt sich wieder nach hinten ans Kissen. »Sie haben mir das Halsband abgeschnitten.«

Michael nimmt ihre Hand und küsst sie. »Den Ring habe ich dir wieder angesteckt«, sagt er, aber selbst in meinen Ohren klingt das wie ein Trostpreis. Eigentlich überraschend, immerhin hat er ihr einen Riesendiamanten gekauft. Die meisten Frauen würden sich Sorgen um ihren Klunker machen.

Sie schaut auf ihren Verlobungsring, aber der entlockt ihr nur ein leichtes Zucken der Mundwinkel. »Das ist nicht dasselbe, und das weißt du genau.«

Er seufzt tief. »Ja, ich weiß. Sie haben es durchgeschnitten, Cherry. Das mussten sie, um dich operieren und die Verletzung behandeln zu können, die die Kugel in deiner Brust und Lunge verursacht hat.« Er setzt sich aufrechter hin und beugt sich zu ihr. »Aber mach dir keine Sorgen, ich kauf dir ein neues. Maßangefertigt, und diesmal mit Diamanten. Wie findest du das?«

Sie zieht die Schultern hoch und zuckt zusammen. Vielleicht betäuben die Medikamente doch nicht alle Schmerzen, aber sie beschwert sich nicht. »Ich fühle mich so …« Sie fängt an zu weinen und sieht Michael an. »Ich fühle mich so nackt. Entblößt. Allein.«

Er beißt sich auf die Lippen, und ein dunkler Ausdruck huscht über sein Gesicht. Dann klopft er sich mit der Hand aufs Herz, und ich könnte schwören, dass ich dabei fast die Rädchen in seinem Kopf arbeiten sehe. Als hätte er einen Schalter umgelegt, weichen die Wut und Finsternis plötzlicher Freude. Er greift unter sein Hemd, wo er die lange Kette trägt. Daran hängen ihr Vorhängeschloss und sein Schlüssel. Er nimmt die Kette ab, öffnet den Verschluss und entfernt den Schlüssel. Den steckt er sich in die Hemdtasche und schaut Wendy in die Augen. »Ich trage ihn immer am Herzen. Weil das nutzlose Ding nur dank dir, Wendy, überhaupt schlägt. Das weißt du ja. Du weißt …« Seine Stimme bricht.

Sie nickt eifrig, und Tränen rollen ihr über die Wangen.

Das Ganze kommt mir vor, als würden Sky und ich einen intimen Moment stören, aber die Luft im Zimmer ist warm, und eine elektrische Spannung zwischen uns allen erfüllt mich mit Liebe und Frieden. Es ist so angenehm und besonders, dass ich mich nicht davon losreißen kann. Wie angewurzelt stehe ich mit Skyler im Arm da und sehe zu, wie Michael die Liebe seines Lebens beruhigen will.

Er verschließt die Kette, legt sie Wendy um den Hals und dreht sie einmal und dann noch mal. Als sie auf ihrer Brust liegt, holt sie Luft und hält seufzend das Vorhängeschloss fest wie ihren persönlichen Talisman.

»Geht’s dir jetzt besser?« Er grinst selbstbewusst, weil ihm natürlich klar ist, dass dem so ist.

Sie lächelt und blinzelt müde. »Ja, danke. Du weißt immer genau, was ich brauche.«

Er küsst sie auf die Stirn und hält sich ihre Hand an die Wange. »Das ist das Hauptziel in meinem Leben. Dass du glücklich bist, hat immer Vorrang. Immer.«

»Ich weiß«, murmelt sie und schließt die Augen. »So müde …« Sie verstummt, schläft seufzend ein und hält immer noch das Schloss fest.

Skyler packt mich am Ellbogen und deutet mit dem Kopf in Richtung Tür. »Lass uns gehen, die beiden brauchen Ruhe.«

Ich räuspere mich, als meine Gefühle mich zu überkommen drohen. Michael deckt Wendy richtig zu, dann folgt er uns nach draußen.

»Wie geht es ihr wirklich? Wie sieht die Prognose aus?«

Michael reibt sich über den Nacken und lockert seine Schultern. »Sie ist mitten in der Nacht aufgewacht. Sie haben sie versorgt. Der Arzt meint, alles sieht gut aus, keine Entzündungen, aber sie geben ihr trotzdem Antibiotika, intravenös, zusammen mit den Schmerzmitteln. Die Wunden sehen sauber aus und heilen normal, aber es wird noch dauern, bis sie die Schulter und den Arm wieder völlig normal bewegen kann. Sie muss es mindestens sechs Wochen ruhig angehen lassen. Vielleicht auch für immer.«

Für immer.

Diese beiden Wörter treffen mich wie eine Kugel in die Brust und werfen mich fast um. »Moment mal, soll das heißen, was ich denke?«

Er verschränkt ärgerlich die Arme. »Wenn du denkst, dass meine zukünftige Frau sich nur noch dem Haushalt und der Hochzeitsplanung widmen wird, dann ja. Sie muss nicht arbeiten gehen. Das macht sie freiwillig …«

Ich falle ihm ins Wort, weil die Möglichkeit, dass Wendy nicht zu IG zurückkehrt, mich fertigmacht. »Meinst du nicht, sie hätte was dagegen?«

»Ich werde ihr erklären, dass es das Beste für unsere Familie ist. Die Familie, die wir gerade aufbauen und in Zukunft gründen wollen. Deine Firma mag dir ja wichtig sein, aber sie …« Er zeigt auf die Tür, hinter der Wendy gerade schläft. »Sie bedeutet mir alles. Wenn sie nicht mehr atmet, können sie gleich einen Sarg für zwei aufstellen, weil ich ihr überallhin folgen werde, auch ins Grab.«

Alter.

Es ist eine Sache, bis über beide Ohren verliebt zu sein, aber die Art Zuneigung und blinde Hingabe, die Michael für Wendy empfindet, ist mir unerklärlich. Ehrlich gesagt habe ich so was noch nie erlebt. Nicht mal bei meinen Eltern, und die lieben sich schon seit knapp vierzig Jahren. Das hier ist geradezu kosmisch.

»Das verstehe ich ja, Michael. Aber letzten Endes ist das Wendys Entscheidung. Und selbst wenn du sie mit deinen ganzen Millionen weglocken willst, sie hat eindeutig klargestellt, dass wir alle zu ihrer Familie gehören, von der du eben auch gesprochen hast. Und ich werde sie nicht gehen lassen. Sie ist so was wie eine Schwester für mich, und ich hatte nie eine. Na ja, du solltest dich also drauf gefasst machen, um sie zu kämpfen …«

Michael legt mir die Hand auf die Schulter. »Ich will sie dir ja nicht als Freundin wegnehmen, aber ich bin echt nicht scharf drauf, dass sie wieder arbeitet. Ich war von Anfang an dagegen. Das hier beweist doch nur, wie gefährlich es da draußen ist.«

Ich seufze schwer. »So was passiert doch sonst nicht.«

Er schnaubt und streicht sich übers stoppelige Kinn. »Sagt der Typ, dessen Freundin gleich zwei Bodyguards hat, die rund um die Uhr auf sie aufpassen?« Er wirft Rachel und Nate einen Blick zu, die ungefähr anderthalb Meter entfernt links und rechts von uns stehen, als hätten sie nichts mit uns zu tun. Dabei wissen wir alle, dass sie bei der kleinsten Bedrohung für ihren Schützling schneller reagieren würden, als man ein Streichholz anzünden kann.

Sky reibt über meinen Oberarm, um mich zu beruhigen und mich daran zu erinnern, dass sie da ist, um mich zu unterstützen und mir beizustehen, wenn ich es brauche. Ich lege meinen Arm um ihre Taille. »Wir kommen später wieder, wenn sie sich ausgeruht hat. Kann ich den Jungs sagen, dass sie wach ist? Ich sage auch dazu, dass sie sich erst mal ein paar Stunden ausruht.«

Er nickt. »Aber mach Montgomery klar, wenn ich auch nur einen frechen Kommentar oder irgendwelche Doppeldeutigkeiten von ihm höre, werde ich ihn wahrscheinlich an Ort und Stelle k. o. schlagen. Der hat meine Frau lange genug angegraben. Verstanden?«

Ich beiße mir auf die Lippe und versuche, mir ein Lächeln zu verkneifen. »Verstanden. Werd ihn warnen.«

»Danke. Und Skyler, wie immer schön, dich zu sehen. War nicht böse gemeint mit den Sicherheitsleuten. Ich weiß ja, dass du sie brauchst.« Er runzelt die Stirn.

Sie klopft ihm auf die Schulter. »Schon gut. Ist leider wirklich so. Und du hast recht. Das Leben kann gefährlich werden, aber nicht jeden Tag voll auszuleben genauso. Das habe ich auch schon gemacht, und irgendwie war das so, als würde ich langsam sterben, ohne dass es jemand merkt. Jetzt gehe ich vielleicht mehr Risiken ein, aber dafür bin ich frei und genieße jeden Augenblick.« Sie löst sich von mir und umarmt ihn.

Zuerst sieht es aus, als wüsste Michael nicht, wohin mit seinen Händen oder wie er jemand anderen als Wendy umarmen soll. Da tut er mir leid. Wenn dein ganzes Glück nur von einem Menschen abhängt … so kann man doch nicht leben. Jetzt will ich den Burschen noch dringender als zuvor in die IG‑Gang aufnehmen.

Dann lässt er die Schultern hängen, senkt das Kinn auf ihre Schulter, schlingt die Arme ganz um sie und nimmt ihren Trost an. Sein Körper bebt, als würde er die ganze Anspannung loslassen. »Ich dachte, ich hätte sie verloren«, flüstert er, und Skyler umfasst seinen Nacken und nickt.

»Du hast sie nicht verloren. Sie ist hier. In Sicherheit. Sie wird wieder gesund. Und sie braucht dich jetzt mehr denn je.«

Er nickt und schnieft an ihrem Hals, als er von seinen Gefühlen übermannt wird. Ich kann seine Qual förmlich spüren.

Sie hält ihn eine Minute lang fest, dann löst sie sich von ihm. »Alles okay mit dir? Können wir irgendwas für dich tun?«

Er schüttelt den Kopf und geht zu der Scheibe, durch die man in Wendys Zimmer sehen kann. »Ich habe hier alles, was ich brauche.«

Sie lächelt und tätschelt ihm den Rücken. »Dann geh zu ihr. Wir kommen später mit den Jungs und was zu essen wieder.«

»Gut.« Er dreht sich um und nimmt Skylers Hand. Er drückt sie und flüstert »Danke«, dann nickt er mir zu.

Skyler kommt wieder zu mir. »Das hast du gut gemacht«, flüstere ich, als wir hinter Rachel und vor Nate durch den Korridor gehen.

Sie zuckt die Schultern. »Ich weiß, wie es ist, alles zu verlieren, was man liebt. Nichts macht einem mehr Angst.«

Ich küsse ihre Schläfe und denke daran zurück, wie es ohne sie war. Streng genommen hatte ich sie gar nicht verloren, aber eine Weile kam es mir so vor. Diesen Schmerz und diese Qualen wünsche ich niemandem.

»Das stimmt, Peaches.«

KAPITEL 2

Am Abend können es die Jungs kaum erwarten, Wendy zu besuchen. Skyler und ich folgen ihnen in einigem Abstand. Eine Hand liegt locker an ihrer Hüfte, in der anderen halte ich eine Papiertüte mit einem Sandwich, Chips und einer Cola für Michael.

Als wir an ihrer Zimmertür sind, stürmt Bo, ohne anzuklopfen, hinein, Royce folgt seinem Beispiel, dann wir beide.

Bo hat einen großen knautschigen Teddybären dabei, Royce einen Wildblumenstrauß.

Beim Anblick der aufrecht in ihrem Bett sitzenden Wendy breitet Bo die Arme aus und richtet den Blick gen Himmel, der Bär baumelt an seiner Hand. »Gott sei Dank! Hey, Tink, meine Hübsche, wie geht’s dir?«

Wendy grinst. »Ist der Teddy für mich, oder kuschelst du mit dem, wenn du dein Häschen aus dem Bett geworfen hast?«

Er wedelt mit dem Bären und geht zu ihr. Dann hebt er ihr Kinn an und beugt sich vor, zielt unbeirrt auf ihren Mund. Doch ehe er ihre Lippen erreicht, beugt sich Michael über sie, legt die Hand über Bos Gesicht und schiebt ihn weg.

»Provozier mich nicht«, knurrt er bedrohlich.

Bo kichert. »Was? Ich wollte ihr auf die Stirn küssen. Meine Güte. Du hast dein Territorium ja wohl deutlich markiert.« Er schüttelt spöttisch den Kopf.

»Dann halt dich dran. Du bewegst dich auf ganz dünnem Eis, Montgomery. Nur weil sie eine hohe Toleranzgrenze für Dummschwätzer und eine Schwäche für Idioten hat, heißt das noch lange nicht, dass das bei mir auch der Fall ist.«

Bo streckt Michael den Teddybären hin. »Hier, ich glaub, den hast du nötiger als sie. Vielleicht kann er ja dein schwarzes Herz erwärmen.«

Sky und ich können uns das Lachen nicht verkneifen. Wir beobachten den Schlagabtausch aus sicherer Entfernung.

Wendy schnappt sich den Bären und drückt ihn an sich. »Mir gefällt er. Danke, Hirn‑in-der-Hose. Schön, dich in alter Form zu erleben.«

Bo fährt sich mit der Hand durchs Haar. »Mich kann nichts unterkriegen.« Er zwinkert.

»Sag das noch mal, wenn ich die Zwangsjacke ausgepackt habe«, murmelt Michael, aber Wendy nimmt seine Hand und drückt sie.

»Ruhig, Brauner. Außer mir fesselst du niemanden.« Sie grinst, und ich könnte schwören, dass unbändige Lust im Blick des Mannes aufflackert.

»Das stimmt, Liebste.« Er beugt sich über sie und küsst sie sanft.

»Ooh«, flüstert Skyler, und ich streife mit der Nase ihre Schläfe, bis sie mir das Gesicht zuwendet und ich sie ebenso sanft küssen kann. Lächelnd löst sie sich aus unserem Kuss und setzt mein gebrochenes Herz Stück für Stück weiter zusammen. Es liegen noch eine Menge Scherben herum, aber ich glaube, gemeinsam schaffen wir das.

»Aus dem Weg, Bruder, ich will meine beste Freundin auch endlich begrüßen.« Royce schiebt Bo beiseite.

Wendy streckt die Hand nach Royce aus, und er lässt sie in seinen Pranken verschwinden. »Und wie geht’s dir wirklich?«

Sie blickt lächelnd zu ihm auf. »Die haben mich unter super Drogen gesetzt, im Augenblick fühl ich mich also richtig gut.«

»Sehr gut, das wollte ich hören. Du fängst dir ’ne Kugel ein, und trotzdem strahlst du deine Brüder an. Ich bewundere dich. Ich glaub, so eine Frau wie dich gibt’s nicht noch mal.« Er tätschelt ihre Hand, dann beugt er sich hinunter und drückt einen Kuss darauf.

»Das kannst du laut sagen!«, seufzt Wendy und lässt sich zurück ins Kissen sinken. Ich kann ihr ansehen, dass sie versucht, so fröhlich und aufgeschlossen zu sein wie immer, aber es macht sie müde. Die Frau wurde erst vor drei Tagen angeschossen, und ihre Lunge ist kollabiert. Sie braucht Ruhe.

»Und, wann schmeißen die dich hier raus, damit du wieder zur Arbeit kannst? Ohne das Herz der Firma können wir gleich dichtmachen, das weißt du doch, oder?«, fragt Royce.

»Lieber früher als später«, sagt sie, doch Michael antwortet im gleichen Augenblick: »Niemals.«

»Was?« Sie lässt Royce’ Hand los und richtet den Blick auf Michael. »Ich gehe wieder zur Arbeit, sobald die Ärztin mir grünes Licht gibt.«

Michael schüttelt den Kopf. »Das besprechen wir, wenn du wieder zu Hause bist, in Sicherheit.«

Wendy verzieht das Gesicht, als sie versucht, sich auf die Seite zu legen. »Nein, das besprechen wir jetzt. Ich gehe wieder zur Arbeit, Mick. Du weißt, dass ich meinen Job liebe …«

»Und dieser Job hat dich in Gefahr gebracht. Du musst nicht arbeiten. Ich habe genug Geld …«

»Ja, du hast genug Geld. Du, Mick, nicht ich. Ich will zu unserem Leben beitragen.«

Er legt die Hand an ihre Wange. »Cherry, das tust du doch auch. Mit jedem Tag, den du dich um mich, um unser Zuhause kümmerst und diese beschissene Welt ein bisschen besser machst, aber ich will dich einfach nicht verlieren, und dein Job …«

»Ist das Beste, was mir abgesehen von dir und unserer Beziehung je passiert ist. Diese Jungs sind meine Familie. Ich kann sie nicht im Stich lassen. Vor allem nicht jetzt, wo es gerade anfängt, Spaß zu machen. Endlich bin ich Teil eines Teams …«

»Baby, du warst schon immer Teil meines Teams.«

Sie streicht ihm über die Wange. »Du kannst mich nicht in einen goldenen Käfig sperren. Darin wäre ich nicht glücklich, und das weißt du.«

»Dann arbeitest du eben für mich. Ich kann dir das Büro neben meinem freimachen. Du könntest meine persönliche Assistentin sein. Das wäre doch perfekt. Wir könnten zusammen arbeiten, zusammen leben …«

Sie schüttelt den Kopf. »Nein, Schatz. Du liebst doch deine Assistentin.«

»Nein, ich liebe dich, nur dich. Sie bekommt einen neuen Posten. Wart’s nur ab. Das wird toll«, sagt er voller Hoffnung, aber irgendwie ist mir klar, dass das nicht ausreichen wird. Wendy ist ein Hitzkopf, der sich nichts sagen lässt. Wenn sie bei IG bleiben will, wird sie nichts davon abbringen.

Bo steht grummelnd in der Ecke und funkelt Michael böse an. Royce reibt sich die Glatze und seufzt. Ich bin eigentlich ziemlich optimistisch, jetzt, da ich Skylers Hand in meiner spüre und es Wendy wieder gut geht. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Mal sehen, wer von beiden sich durchsetzt, aber ich wette auf Wendy.

»Mick, ich brauche was Eigenes. Womit ich zu unserem Lebensunterhalt beitragen kann, ohne ständig dein wachsames Auge auf mir zu spüren. Ich werde weder IG noch die Jungs verlassen. Du musst lernen, mit deiner Angst klarzukommen. Und das wirst du, keine Sorge. Wir schaffen das schon.«

Er verzieht gequält das Gesicht, die Augenbrauen zusammengezogen, die Lippen gespitzt, aber unter ihrem liebevollen Blick schmilzt er schließlich doch dahin. »Okay, Cherry, wie du willst. Du weißt, dass ich dir keinen Wunsch abschlagen kann, aber wundere dich nicht, wenn ich einen Bodyguard für dich anheuere.«

Sie strahlt. »Darf ich ihn mir selbst aussuchen? Wie großartig wäre das denn bitte, wenn mein persönlicher Hottie mir jede Tür aufhält und mich überall hinfährt, als wäre ich ein Promi. Oh! Sky!« Sie wendet sich an mein Mädchen. »Vielleicht können wir uns Rachel und Nate ja teilen! Das wäre soooo cool.« Sie klingt, als wäre sie völlig aus dem Häuschen.

Michael kann sich das Lachen nicht verkneifen. Es ist das erste Mal, dass ich den Mann lachen höre, seit er vor drei Tagen in die Notaufnahme gestürmt ist, was sich anfühlt, als wäre es eine halbe Ewigkeit her. »Dein Bodyguard wird ein potthässlicher Riesenschrank von Ex‑Soldat sein. Aussuchen werde ich ihn schon selbst, vielen Dank.« Er beugt sich vor und küsst sie. »Fordere mich nicht heraus, mein Liebling.«

Sie grinst und beißt sich auf die Lippe. »Das liebst du doch.«

»Ich liebe dich.« Er küsst sie noch einmal, als ein Mann in weißem Arztkittel das Zimmer betritt.

»Ms Bannerman. Ihre Gesichtsfarbe sieht ja schon viel gesünder aus, und dem Lächeln auf Ihrem Gesicht nach zu urteilen, geht es Ihnen ein wenig besser.«

Wendy lächelt den kleinen Mann mit schneeweißem Haar und Brille an. »Das stimmt, Doktor, danke der Nachfrage. Tut mir leid, dass ich die Visite heute Morgen verschlafen habe. Ihr Kollege hat mir gestern Abend erzählt, dass Sie mir das Leben gerettet haben. Danke.«

Michael erhebt sich von seinem Stuhl an Wendys Bett und streckt die Hand aus. Der Arzt ergreift sie und schüttelt sie höflich.

Michaels Stimme klingt heiser, als er sich vorstellt: »Michael Pritchard. Ich bin der Verlobte. Ich werde dem Krankenhaus in Kürze eine stattliche Summe zu Ihren Ehren spenden. Wenn das Geld einer bestimmten Abteilung zugutekommen soll, sagen Sie es einfach. Ich bin Ihnen bis in alle Ewigkeit dankbar für Ihr Talent und Ihre Expertise. Sie haben meiner Verlobten das Leben gerettet.«

Das Lächeln des Arztes wandelt sich in einen Ausdruck des Bedauerns. »Danke. Es tut mir nur leid, dass wir das Kind nicht retten konnten.« Er tätschelt Michael die Hand, dann lässt er sie los.

Totenstille legt sich über den Raum. Nicht einmal unser Atem ist zu hören. Vermutlich, weil wir ihn alle anhalten.

»Was?«, keucht Wendy und fasst sich an den Bauch.

»Kind?«, flüstert Michael.

Oh nein. Oh Gott, bitte nicht.

Mir wird flau im Magen, und Skyler drückt meine Hand so fest, dass ich fast aufschreie. Ich kann mich gerade noch zurückhalten. Hier geht es nicht um mich, auch wenn es sich so anfühlt, als hätte mir jemand ein Messer in den Bauch gerammt und mich ausgenommen wie einen Fisch.

Wendy war schwanger, als sie angeschossen wurde.

Wendy hatte eine Fehlgeburt.

Wendy hat ihr Baby verloren … Meinetwegen.

Wegen meiner Dummheit. Ich bin schuld.

Ich hätte von Anfang an wissen müssen, dass es Eloise war. Wenn ich nicht im Selbstmitleid versunken wäre, hätte ich härter arbeiten, mich besser konzentrieren können. Vielleicht … Vielleicht wäre es dann nie passiert. Vielleicht hätten Wendy und Michael dann gerade die frohe Botschaft gefeiert, dass sie Eltern werden, statt von diesem Verlust zu erfahren.

Oh Gott. Nein.

Der Arzt sieht erst Michael, dann Wendy an, dann senkt er den Blick wieder auf sein Klemmbrett. »Hat Doktor Lopard Ihnen nichts davon gesagt?« Seine Stimme klingt schroff und gleichzeitig traurig.

Michael schüttelt den Kopf.

»Ähm, vielleicht sollten wir das Gespräch unter sechs Augen fortsetzen …«, setzt er an, doch Wendy unterbricht ihn.

»Sprechen Sie weiter. Die anderen gehören zu meiner Familie …« Ihre Stimme bricht, und Tränen steigen ihr in die Augen.

»Es tut mir sehr leid, Ms Bannerman, Mr Pritchard. Unseren Untersuchungsergebnissen zufolge waren Sie etwa in der zehnten Woche schwanger, als Sie eingeliefert wurden.« Er räuspert sich, als fiele ihm das Sprechen schwer. »Aufgrund des Traumas durch den Sturz, den Schuss und die kollabierte Lunge haben Sie eine Fehlgeburt erlitten. Wir konnten nichts mehr tun.«

Michael fährt sich durchs Haar, wirbelt herum und stürzt an Wendys Bett. Tränen laufen ihr über die Wangen, und ihr Kinn zittert.

Er packt sie an den Hüften und vergräbt die Stirn in ihrem Bauch. »Raus«, ertönt seine Forderung gedämpft vom Bett aus, wo er seine Frau beschützend umklammert hält. Sein Körper beginnt zu beben und zu zittern, ein Sturm in seinem Inneren bricht sich Bahn. »Alle Mann raus … Sofort!«, brüllt er, den Kopf noch immer an ihren Bauch gedrückt, die Arme um ihren Unterleib geschlungen. Weinend lässt sie den Kopf sinken und streicht ihm durchs Haar.

Der Arzt verlässt den Raum zuerst, wir anderen folgen ihm.

Ich bin wie gelähmt und merke erst im Krankenhausflur, dass Skyler sich an mich presst und die Tränen von meinen Wangen wischt, von denen ich nicht wusste, dass ich sie vergieße.

»Ich habe sie im Stich gelassen«, sage ich in den Raum.

»Hast du nicht. Diese Frau hat ihr das angetan. Du hattest nichts damit zu tun.« Skylers Stimme ist vor lauter Trauer ganz zittrig.

»Bruder …« Royce’ Stimme klingt heiser und tiefer als sonst, als er mir eine Hand auf die Schulter legt. »Wenn du schuld bist, sind wir alle schuld. Wir haben gemeinsam an dem Auftrag gearbeitet.«

»Genau, Park, uns trifft keine Schuld. Auch wenn es verdammt wehtut.« Bo räuspert sich und reibt sich die Augen.

Ich schließe die Augen, aber das grelle Krankenhauslicht, das durch die weißen Wände nur noch verstärkt wird, brennt sich durch meine Lider.

»Gehen wir. Sie brauchen jetzt Zeit für sich. Um sich von der Nachricht zu erholen und sie zu begreifen«, schlägt Skyler vor und hakt sich bei mir unter.

»Ich glaube, das kann keiner von uns begreifen. Am allerwenigsten die beiden.« Ich deute mit dem Kopf auf das Krankenzimmer, in dem ich Michael noch immer über Wendys Bett gebeugt sehe. Sein Rücken bebt, anscheinend wird er von heftigen Schluchzern geschüttelt.

»Wir müssen hier raus. Ein bisschen schlafen«, sagt Skyler, und ihrer Stimme ist das Gefühlschaos deutlich anzuhören.

Bo schnaubt. »Scheiß auf Schlaf. Ich brauche einen Drink.« Er verschränkt die Arme, und die Lederjacke spannt sich knarzend um seinen Bizeps.

»Aber so was von«, sagt Royce und fährt sich mit den Händen übers Gesicht, presst sie zusammen und stützt das Kinn auf den Fingerspitzen ab.

»Ich könnte auch einen Drink vertragen«, gebe ich mit einem müden Seufzer zu. Mir ist ganz eng ums Herz angesichts dessen, was wir gerade erleben mussten. »Sky?«

»Ich folge dir überallhin.« Sie streichelt meinen Oberarm und drückt durch mein Hemd hindurch einen Kuss darauf. Dann nickt sie Nate und Rachel zu. »Wir gehen in eine Bar.«

Nate stöhnt auf. »Na großartig«, murmelt er ironisch.

Rachel hingegen lässt die Halswirbel knacken und die Schultern kreisen. »Sehr schön. Ich will schon seit Ewigkeiten mal wieder jemanden vermöbeln. Ein bisschen Dampf ablassen. Wenn Alkohol im Spiel ist, liefert mir bestimmt irgendein Idiot einen Grund dafür.«

»Na, da bin ich aber mal gespannt. Eine heiße Kämpferprinzessin, die Ärsche versohlt und Männer verprügelt, die doppelt so groß sind wie sie?« Bo grinst verrucht. »Mir nach.« Schmunzelnd übernimmt er die Führung.

»Schalten Sie mal ’nen Gang runter. Sie reden über meine Frau«, knurrt Nate durch seine zusammengebissenen Zähne. Er hat die Fäuste geballt, bereit zum Zuschlagen. An Bos Stelle wäre ich ganz vorsichtig. Ich wette, Nate könnte eine ganze Herde Elefanten niederringen, selbst wenn man ihm eine Hand auf den Rücken gebunden hätte. Wie aufs Stichwort lässt Nate seine gewaltigen Armmuskeln spielen, und seine Nasenflügel blähen sich, als sein normalerweise so gut aussehendes Gesicht sich zu einer fiesen Grimasse verzieht.

Bo wirft einen Blick über seine Schulter, während er den Flur hinuntergeht, und wir anderen folgen ihm. »Ich weiß. Eure tätowierten Ringe verraten euch. Allerdings ist sie wesentlich Furcht einflößender als du.« Er deutet auf Rachel.

Rachel zieht grinsend eine Augenbraue hoch. »Oh ja, das bin ich. Dabei hast du mich noch nie in Aktion gesehen. Und jetzt los, du Milchbart.«

Als wir am Chez Serge ankommen, breche ich in hysterisches Gelächter aus. Die Bar ist zum Bersten voll, und zu allem Überfluss ist im hinteren Teil auch noch ein riesiger mechanischer Bulle in einem gepolsterten Ring aufgebaut. Nate lässt sich allerdings nicht von der Menschenmenge beeindrucken und übernimmt die Führung zur Bar. Rachel bleibt in Skys Nähe, ihr Blick huscht über die Menge, vermutlich ist sie auf der Suche nach möglichen Gefahren.

Im Nachhinein war es vermutlich eine blöde Idee, mit einem Promi wie Skyler hierherzukommen. Bisher hat sie noch niemand bemerkt, aber ich spüre, dass sie sich an meine Seite drückt und das Gesicht hinter ihren Haaren versteckt.

Nate wechselt ein paar Worte mit dem Barkeeper. Dieser hebt abrupt den Kopf, entdeckt Skyler und reißt die Augen auf. Er nickt ein paarmal und verschwindet durch eine Tür hinter dem Tresen. Er kehrt mit einem großen Mann zurück, der Autorität ausstrahlt und mit dem Kopf auf einen abgesperrten Bereich neben dem Bullen deutet. Nate schüttelt ihm die Hand, dann folgen wir ihm in den vom Großteil der Menge abgetrennten Teil der Bar. Ich sorge dafür, dass Sky sich in die dunkelste Ecke setzt. Ich sitze zu ihrer Linken, und Rachel nimmt den Stuhl auf der anderen Seite, mit Blick auf die Gäste. Nate steht mit verschränkten Armen und versteinerter Miene ein Stück abseits. Er ist nicht begeistert davon, hier zu sein, aber es ist Skylers Leben. Sie sollte gehen können, wohin sie will, solange sie in Sicherheit ist.

»Baby, fühlst du dich wohl hier?«

Meine Süße grinst und nickt begeistert. »Ich war schon seit Ewigkeiten nicht mehr in einer vollen Bar. Mir geht es super!«, haucht sie mir ins Ohr und umarmt mich stürmisch.

Royce und Bo setzen sich uns gegenüber.

»Was wollt ihr trinken? Die erste Runde geht auf mich«, sagt Bo und steht auf.

Der Mann, der vorhin hinter der Bar stand, legt ihm eine Hand auf die Schulter. »Schon gut, Kumpel. Die Getränke gehen aufs Haus.« Er nickt Nate zu, dann mustert er Skyler. »Ich bin Simon, der Manager. Ihr Bodyguard hat mir angeboten, dass Sie beim Verlassen der Bar ein Foto unter dem Schild mit unserem Namen machen, wenn wir Ihre Anwesenheit geheim halten. Ich freue mich sehr, Sie in meiner Bar begrüßen zu dürfen. Was kann ich Ihnen bringen?«

»Das mache ich gern. Vielen Dank für Ihre Diskretion.«

Er nickt höflich, kann jedoch seine leuchtenden Augen nicht verbergen, als er sich nervös die Hände reibt.

»Einen Seven & Seven vielleicht?«, fragt Skyler, und Simon nickt, dann wendet er sich Royce zu.

»Whisky pur, danke«, übertönt Roys dröhnender Bass die laute Rockmusik.

»Für mich ein Bier. Gern eine Sorte von hier«, sage ich.

»Für mich auch«, sagt Bo.

»Und was ist mit dir, Kleine?« Er beugt sich vor, um Rachel besser zu verstehen.

»Für mich und den Riesen da drüben Wasser.« Sie deutet auf Nate, der den Blick noch immer stur auf die Menge gerichtet hat.

Simon will gerade zur Bar gehen, als Bo auf den Bullen zeigt und fragt: »Wann geht das Rodeoreiten los?« Er grinst.

»Jederzeit. Ich wollte noch ein bisschen warten, aber wenn ihr Lust habt, könnt ihr loslegen.«

Rachel steht auf und stützt beide Hände auf den Tisch. »Solange dieser Bereich abgesperrt bleibt, ist alles in Ordnung.«

Bo grinst anzüglich und mustert Rachel von oben bis unten. »Ich wette, du bleibst keine fünf Sekunden oben.«

Sie schmunzelt. »Wenn ich nicht bei der Arbeit wäre, würde ich die Wette glatt annehmen.«

Sky klopft Rachel auf die Schulter. »Och bitte, mach doch!« Sie klatscht in die Hände wie ein kleines Kind, das eine Tüte Süßigkeiten geschenkt bekommen hat.

Rachel schüttelt den Kopf. »Ich bin zum Arbeiten hier, nicht zum Vergnügen.«

Sky zieht ein mürrisches Gesicht. »Und ich will, dass meine Leibwächterin dem besten Freund meines Mannes zeigt, wo der Hammer hängt. Du willst es doch auch. Guck ihn dir an … Dieses selbstgefällige Grinsen«, stachelt sie Rachel an.

»Nein.« Nates Stimme donnert wie eine Drohung über den Tisch.

Rachel kneift die Augen zusammen und stemmt die Hände in die Hüften. »Ich bin nicht dein Privatbesitz …«, setzt sie an, und ich weiß jetzt schon, dass es interessant zu werden verspricht. Bei den Worten »Ich bin nicht dein Privatbesitz« geht es immer ans Eingemachte.

Nate runzelt die Stirn. »Da sprechen das Tattoo an deinem Ringfinger und das Ehegelübde, das wir uns vor zehn Jahren gegeben haben, aber eine ganz andere Sprache, Feuerengel.«

Sie lächelt, aber es ist so ein verschlagenes Lächeln, das Frauen draufhaben, wenn sie drauf und dran sind, einem Kerl die Eier abzuschneiden und ihm das Maul damit zu stopfen.

Bo reibt sich die Hände und stößt einen Pfiff aus. »Jetzt geht’s ab. Der Kampf der van Dykens! Ich setze auf Rachel.«

Nate sieht aus, als würde er Steine zermalmen.

Rachel sieht ihrem Mann in die Augen und sagt: »Reiten wir los, Bo. Du gegen mich.«

»Worum wetten wir?« Siegessicher lehnt er sich zurück.

»Der Verlierer muss einen Tag lang einen Rock tragen. Der Gewinner bestimmt das Datum.« Rachel verzieht die Lippen zu einem zuversichtlichen Grinsen.

»Haha. Das will ich sehen.« Royce lacht hinter vorgehaltener Hand.

Nate knurrt so laut, dass es selbst über die wummernde Musik noch zu hören ist.

»Ich weiß nicht, wen ich lieber im Rock sehen will!« Sky lacht. »Beides wäre super!« Ihr Gesicht strahlt vor Freude. Wie habe ich das vermisst. Am liebsten würde ich sie leidenschaftlich küssen, also mache ich es einfach.

Sie keucht in meinen Mund, und ich nutze die Gelegenheit, mit der Zunge einzutauchen und ihre zu schmecken. Unsere Zungen tanzen, doch allzu schnell löst sie sich wieder von mir und wendet sich dem Schauspiel an unserem Tisch zu. Ich lege Skyler den Arm um die Schulter und ziehe sie an mich.

»Du bist dran, Milchbart. Bringen wir’s hinter uns. Nate, du musst mal kurz allein übernehmen.«

»Offensichtlich«, stößt er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, und seine Verärgerung ist ihm deutlich anzusehen.

Sie zwinkert ihm zu und schlendert zu den Angestellten der Bar hinüber, die gerade den Bullen in Gang bringen. Bo zieht seine Lederjacke aus und wirft sie über die Stuhllehne, dann folgt er ihr.

Royce und ich zücken unsere Brieftaschen und werfen jeder einen Fünfziger auf den Tisch.

»Hey, ich will auch mitmachen.« Sky zieht schmollend einen Fünfziger aus der Tasche und legt ihn zu den anderen. »Auf wen wettet ihr?«

Wie aus einem Munde antworten wir: »Bo.«

Ihr fällt die Kinnlade runter, und sie wirkt ehrlich geschockt. »Niemals! Ich wette auf Rachel! Solidarität unter Schwestern!« Sie reckt die Faust in die Luft und ruft: »Rach, du schaffst es!«

Das Licht wird gedimmt, nur noch der Rodeoring ist beleuchtet. Zu meinem Erstaunen fängt Bo an. Er schwingt ein Bein lässig über den massigen Bullenkörper, umfasst den Griff, streckt den Arm in die Luft und nickt dem Angestellten hinter dem Schaltpult zu.

Der Bulle fängt wie wild an zu buckeln, und das Publikum zählt die Sekunden. Nach drei Sekunden bockt der Bulle wie verrückt, und Bo verliert fast das Gleichgewicht. Sein Körper stemmt sich gegen die Bewegungen des Bullen, und das Publikum verkündet die achte Sekunde, als das Ding heftig nach rechts ruckt und ihn abwirft. Er segelt durch die Luft und landet in einem Häufchen auf dem roten Polster. Er springt auf und reckt die Hände in die Luft. Das Publikum jubelt. Mit einem selbstgefälligen Grinsen deutet er auf Rachel, die Finger zu einer Pistole geformt.

Rachel steigt über die gepolsterte Umrandung und hüpft auf den Bullen, als hätte sie ihr ganzes Leben nichts anderes geritten.

Oh‑oh.

Sie schlingt die Beine fest um den Körper des Ungetüms und wischt sich die Hand am Hosenbein ab, dann umfasst sie den Griff. Sie schließt die Augen, atmet tief durch, dann hebt sie die Hand. Mit einem Ruck erwacht der Bulle zum Leben, bewegt sich nach links, rechts, hoch, runter, im Kreis. Bei Sekunde vier fängt er an zu rotieren.

Bei fünf buckelt er hoch und nach hinten.

Bei sechs schwingt er nach rechts.

Bei sieben wieder nach links.

Bei Sekunde acht bewegt sich Rachels Körper fließend, schwingt den Arm, während sich das Plastiktier ruckend unter ihr windet. Ihre langen Zöpfe fliegen im Kreis wie ein Lasso. Sie hat es wirklich drauf. Bewegt sich mit der Maschine, nicht gegen sie. So etwas habe ich noch nie gesehen.