Dreh dich nicht um - Karin Slaughter - E-Book
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Beschreibung

Jeffrey Tolliver und Sara Linton in ihrem dritten FallEs ist schon der dritte Tote in einer Woche. Am Grant College haben die Studenten offenbar ein makaberes neues Hobby: Sterben. Doch Polizeichef Jeffrey Tolliver und die Rechtsmedizinerin Sara Linton werden den Verdacht nicht los, dass mit diesen Selbstmorden irgendetwas nicht stimmt …

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:697


Buch

Als die Leiche eines Studenten gefunden wird, deutet alles auf einen Selbstmord hin. Für Rechtsmedizinerin Sara Linton und ihren Exmann, den örtlichen Polizeichef Jeffrey Tolliver, traurige Routine. Deshalb denkt sich Sara nichts, als sie ihre hochschwangere Schwester Tessa im Wagen zurücklässt, während sie den Fundort in Augenschein nimmt. Als sie aber zum Auto zurückkehrt, ist Tessa verschwunden. In einem Wäldchen finden sie sie: bewusstlos und blutüberströmt. Jemand hat wie in rasender Wut mit einem Messer auf ihren Bauch eingestochen. Während Tessa im Krankenhaus um ihr Leben ringt, stehen Sara und Jeffrey vor einem Rätsel: Was haben der Selbstmord und der Anschlag auf Tessas Leben miteinander zu tun?

Autorin

Karin Slaughter, Jahrgang 1971, stammt aus Atlanta, Georgia, wo sie bis heute lebt. 2001 erschien ihr Debütroman Belladonna, der sie an die Spitze der internationalen Bestsellerlisten katapultierte. Mit ihren »Grant County«-Thrillern um Rechtsmedizinerin Sara Linton und Polizeichef Jeffrey Tolliver hat sie sich in den Olymp der Thrillerautoren geschrieben. Ihre Bücher sind in 30 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage beläuft sich inzwischen auf mehr als 20 Millionen Exemplare.

Karin Slaughter

Dreh dich

nicht um

Thriller

Deutsch von Sophie Zeitz

Die Originalausgabe erschien 2003

unter dem Titel »A Faint Cold Fear« bei

HarperCollins, New York.

1. Auflage

Überarbeitete Taschenbuchausgabe Februar 2014

im Blanvalet Verlag, München, einem Unternehmen

der Verlagsgruppe Random House GmbH

Copyright © der Originalausgabe 2003 by Karin Slaughter

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2014

by Blanvalet Verlag, München

Alle Rechte an der Übertragung ins Deutsche bei Rowohlt Verlag

GmbH, Reinbek bei Hamburg.

Redaktion: Nike Müller

Umschlaggestaltung: bürosüd°, München

lf · Herstellung: sam

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN: 978-3-641-12588-2

www.blanvalet.de

Für VS –

als Dank für die Liebe

und Zuneigung

SONNTAG

Eins

Sara Linton beobachtete, wie ihre hochschwangere Schwester aus dem Dairy Queen herauskam, in jeder Hand einen Becher Vanilleeis mit Schokoladensoße. Als Tessa den Parkplatz überquerte, frischte der Wind auf, und das fliederfarbene Umstandskleid blähte sich und flatterte hoch bis über die Knie. Verzweifelt versuchte Tessa das Kleid zu bändigen, ohne das Eis fallen zu lassen, und Sara hörte sie fluchen, als sie sich dem Wagen näherte.

Sara versuchte sich das Lachen zu verkneifen. Sie lehnte sich über den Beifahrersitz, um ihr die Tür zu öffnen, und fragte: »Brauchst du Hilfe?«

»Nein«, knurrte Tessa und zwängte sich ins Auto. Sobald sie saß, drückte sie Sara das Eis in die Hand. »Und hör auf zu lachen.«

Sara zuckte leicht zusammen, als ihre Schwester die Sandalen abstreifte und die nackten Füße gegen das Armaturenbrett stemmte.

Ihr BMW 330i war noch keine zwei Wochen alt, und Tessa hatte bereits eine Tüte M & Ms auf dem Rücksitz schmelzen lassen und eine Dose Fanta über den Teppich im Fußraum gekippt. Wäre Tessa nicht im achten Monat schwanger, hätte Sara sie erwürgt.

»Warum hast du so lange gebraucht?«

»Ich musste aufs Klo.«

»Schon wieder?«

»Nein, weißt du, ich gehe nur zum Spaß bei Dairy Queen aufs Klo«, gab Tessa zurück. Sie fächelte sich mit der Hand Luft zu. »Gott, ist das heiß.«

Sara biss sich auf die Zunge und drehte die Klimaanlage auf. Als Ärztin wusste sie, dass Tessa nur das Opfer ihrer Hormone war, doch manchmal hätte sie Tessa am liebsten in eine Kiste gesperrt und erst wieder aufgemacht, wenn sie das Baby schreien hörte.

»Der Laden war rappelvoll«, jammerte Tessa, den Mund voll Schokoladensoße. »Müssten die Leute um die Zeit nicht in der Kirche sein oder so was?«

»Hm«, gab Sara zurück.

»Der Laden ist so ekelhaft. Schau dir nur mal den Parkplatz an.« Tessa fuchtelte mit dem Löffel in der Luft herum. »Die Leute werfen einfach ihren Müll auf die Straße und kümmern sich nicht darum, wer ihn wegräumt. Als würde die Müllfee kommen und alles mitnehmen.«

Sara brummte zustimmend und aß ihr Eis, während Tessa sich in ihrer Schimpftirade erging, angefangen bei dem Mann, der bei Dairy Queen ins Handy geschrien hatte, bis zu der Frau, die zehn Minuten in der Schlange stand und sich an der Theke immer noch nicht entschieden hatte, was sie wollte. Nach einer Weile ließ Sara die Gedanken schweifen, starrte auf den Parkplatz und dachte an die stressige Woche, die vor ihr lag.

Seit ein paar Jahren arbeitete sie nebenbei als Coroner für die örtliche Gerichtsmedizin, um ihren Partner an der Heartsdale-Kinderklinik auszahlen zu können, der in den Ruhestand ging. Normalerweise nahm ihr Amt als Rechtsmedizinerin nicht allzu viel Zeit in Anspruch, aber letzte Woche hatte sie vor Gericht erscheinen müssen, was sie zwei volle Tage in der Klinik gekostet hatte, und die würde sie diese Woche mit Überstunden aufholen müssen.

Die Arbeit in der Leichenhalle griff immer mehr auf ihre Klinikzeiten über, und Sara wusste, irgendwann würde sie zwischen beiden wählen müssen. Und wenn es so weit war, würde ihr die Entscheidung schwerfallen. Die Rechtsmedizin stellte für sie die Herausforderung dar, die ihr im Alltag fehlte, seit sie vor dreizehn Jahren von Atlanta zurück aufs Land nach Grant County gezogen war. Vielleicht fürchtete sie, ihr Grips würde verkümmern, wenn sie nicht mehr mit den Rätseln der forensischen Medizin zu tun hätte. Andererseits war das Heilen von Kindern gut für die Seele, und Sara, die selbst keine Kinder bekommen konnte, würde den Umgang mit ihnen vermissen. Täglich schwankte sie, ob ihr die eine oder die andere Arbeit wichtiger war. Meistens war es so, dass ein mieser Tag in dem einen Job den anderen umso schöner erscheinen ließ.

»Nicht mehr die Jüngste!«, blaffte Tessa laut genug, dass sie bis in Saras Bewusstsein durchdrang. »Ich bin vierunddreißig, nicht fünfzig. So einen Mist muss ich mir als Schwangere doch nicht von einer Krankenschwester anhören, oder?«

Sara sah ihre Schwester an. »Was?«

»Hast du überhaupt zugehört?«

Sara versuchte überzeugend zu klingen. »Ja, natürlich.«

Tessa runzelte die Stirn. »Du denkst an Jeffrey, stimmt’s?«

Sara war verdutzt. Ihr Exmann war ausnahmsweise das Allerletzte, woran sie gerade gedacht hatte. »Nein.«

»Sara, lüg mich nicht an«, erwiderte Tessa. »Die ganze Stadt hat die Schildertussi am Freitag auf der Wache gesehen.«

»Der neue Streifenwagen musste beschriftet werden«, erklärte Sara, doch sie spürte die Röte in ihre Wangen steigen.

Tessa sah sie ungläubig an. »Hat er letztes Mal nicht genau das Gleiche behauptet?«

Sara antwortete nicht. Sie erinnerte sich gut an den Tag, als sie früher von der Arbeit nach Hause gekommen war und Jeffrey mit der Inhaberin vom örtlichen Schilderdienst im Bett erwischt hatte. Ihre Familie war entsetzt, dass Sara vor einiger Zeit wieder etwas mit Jeffrey angefangen hatte. Sie begriff es selbst nicht, aber sie war einfach nicht in der Lage, einen Schlussstrich zu ziehen. Wenn es um Jeffrey ging, versagte ihr logisches Denken.

Tessa warnte: »Du musst vorsichtig sein. Er darf sich nicht zu sicher fühlen.«

»Ich bin ja nicht blöd.«

»Manchmal schon.«

»Du aber auch«, schoss Sara zurück und kam sich albern vor, noch bevor sie es ausgesprochen hatte.

Doch bis auf das Sirren der Klimaanlage war es still im Wagen. Schließlich spottete Tessa: »Gut gekontert.«

Sara versuchte das mit Lachen zu übergehen, aber sie war zu genervt. »Tessie, es geht euch einfach nichts an.«

Jetzt lachte Tessa so laut, dass es Sara in den Ohren wehtat. »Weißt du, Schätzchen, das hat noch niemanden davon abgehalten, seine Nase irgendwo reinzustecken. Marla Simms hing wahrscheinlich schon am Telefon, bevor die Schlampe auch nur den Hintern aus ihrem Truck bewegt hatte.«

»Nenn sie nicht so!«

Tessa fuchtelte wieder mit dem Löffel herum. »Wie soll ich sie denn sonst nennen? Nutte?«

»Weder noch«, sagte Sara ernst. »Nenn sie einfach gar nicht.«

»Ach, ich finde aber, den einen oder anderen Titel hat sie verdient.«

»Jeffrey war es, der mich betrogen hat. Sie hat nur eine günstige Gelegenheit ausgenutzt.«

»Weißt du«, begann Tessa, »zu meiner Zeit habe ich auch eine Menge günstige Gelegenheiten ausgenutzt, aber nie bei einem verheirateten Mann.«

Sara schloss die Augen. Sie wünschte, ihre Schwester würde den Mund halten. Sie hatte keine Lust auf diese Unterhaltung.

Doch Tessa war noch nicht fertig: »Marla hat Penny Brock erzählt, sie wäre fett geworden.«

»Was hast du denn mit Penny Brock zu tun?«

»Verstopfter Abfluss in der Küche«, erklärte Tessa und schob sich schmatzend den Löffel in den Mund. Tessa hatte Vollzeit für die Familienklempnerei Linton und Töchter gearbeitet, bis sie mit ihrem dicken Bauch nicht mehr unters Waschbecken passte, doch die Saugglocke auf den Ausguss drücken konnte sie immer noch. »Penny sagt, sie sieht aus wie ein Walross.«

Sara konnte nichts dagegen tun, sie musste innerlich feixen.

Tessa sagte: »Du lächelst. Ich hab’s gesehen.

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