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Ronny und Maggie, zwei Vollwaisen, leben bei Pflegeeltern auf einem Bauernhof. Dort müssen sie schwere Arbeiten verrichten und die kleine Maggie zerbricht fast daran. Ihr Bruder Ronny plant ihre Flucht und sie machen sich auf die Suche nach ihrer Tante Silvia, von der sie nur eine alte Adresse haben. Auf ihrem Weg lernen sie den Fotografen Markus Sturm kennen, der sich ihrer annimmt. Der plant eine Vernissage in einer Kunstgalerie die, wie sich später herausstellte, einer Silvia gehört. Ist sie die Tante der Kinder?
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Seitenzahl: 37
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Alina Frey
Du bist nicht allein...
Auf der Suche nach dem Glück
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Der „Feldwebel“
Die Flucht
Schreck am Sonntag
Ein kleiner Lichtblick
Der Neuanfang
Klein mit Hut
Abschied von Jens
Die Suche beginnt
Eine wunderbare Begegnung
Impressum neobooks
„Das nennt ihr arbeiten? Es ist gleich Abend und ihr habt nicht mehr geschafft?“ Hochaufgerichtet stand die Pflegemutter von Maggie und Ronny vor ihnen. Mit den in den Hüften gestemmten Händen bot sie einen bedrohlichen Anblick. Der kleinen Maggie liefen dicke Tränen über das Gesichtchen und ängstlich versteckte sie sich hinter ihren großen Bruder Ronny. Der legte seine Arme nach hinten und umfasste beschützend seine Schwester. Mühsam konnte er seine Wut unterdrücken. Mit seinen zwölf Jahren bekam er schon mit, was hier so ablief! Dieser feine „Feldwebel“ und ihr Mann hatten zehn Kinder in Pflege. Nach außen hin spielten sie die liebevollen Pflegeeltern, aber in Wahrheit wurden die Kinder zur Arbeit auf ihrem großen Bauernhof gezwungen. Wenn mal Besuch vom Jugendamt kam, traute sich keines der Kinder etwas zu sagen.
„Wir sind gleich fertig Frau Wolter, ich helfe meiner Schwester noch etwas!“
„Dann mal zack – zack, sonst gibt es kein Abendbrot!“ Mit großen Schritten stampfte sie davon.
„Komm, mein kleines Lästerschwein…nicht weinen. Ich bin doch bei dir! Wieder gut…?“ Liebevoll trocknete er seiner kleinen Schwester die Tränen weg. Seine liebevolle Bezeichnung „Lästerschwein“ zeigte Wirkung…Maggie lächelte wieder. Nur mit Mühe konnte Ronny seine eigenen Tränen unterdrücken. Dieser „Feldwebel“ ist der schlimmste Mensch, der ihm je begegnet ist. Es musste etwas passieren…so konnte es nicht weitergehen. Da alle zehn Kinder in einem großen Raum schliefen, konnte er Nacht für Nacht seine kleine Schwester weinen hören und es brach ihm fast das Herz. Am Abend musste Maggie die Teller abwaschen und als ein Teller zu Bruch ging, rastete der Feldwebel völlig aus und wollte sie in den Keller schicken. Doch Ronny stellte sich vor seine Schwester:
„Sie ist doch noch so klein…ich gehe für sie in den Keller, Frau Wolter!“
„Na, wenn du so blöde bist…von mir aus – komm!“ Sie packte Ronny am Ärmel und zog ihn Richtung Keller, öffnete die Türe und schubste ihn hinein. Ronny zuckte nur die Schultern, diese Prozedur hatte er schon sooft gemacht…sie konnte ihn damit nicht mehr bestrafen, er hatte sich ein dickes Fell zugelegt. Nur für die anderen, kleineren Kinder war es sehr schwer. Nach fünf Stunden durfte er den Keller verlassen und ging hinaus in den Garten. Dort traf er auf Herrn Wolter der völlig zusammengesunken auf einer Bank saß. Still setzte Ronny sich zu ihm und sah ihn von der Seite an:
„Ist mit Ihnen alles in Ordnung, Herr Wolter?“ Der sah nur kurz hoch und murmelte leise:
„Nichts ist in Ordnung, Ronny. Du bist der Älteste von den Kindern und hast sicher gemerkt, dass hier so einiges schief läuft. Ich würde euch so gerne helfen…aber ich kann nicht!“ Ronny verstand nicht ganz:
„Warum können Sie nichts unternehmen…?“ Herr Wolters seufzte schwer:
„Sie hat mich in der Hand! Wenn ich etwas unternehmen …zum Jugendamt gehen würde, zeigt sie mich an!“ Ronny verstand jetzt gar nichts mehr:
„Warum anzeigen? Mit was hat Ihre Frau Sie in der Hand?“ Herr Wolters legte seinen Zeigefinger an die Lippen:
„Pst, sie darf uns nicht hören! Ich habe vor vielen Jahren etwas Dummes gemacht…ich habe geklaut. Damit setzt sie mich seit Jahren unter Druck, will mich anzeigen wenn ich nicht spurte!“
„Das ist aber eine böse Geschichte. Warum wehren Sie sich denn nicht?“
„Und dann? Dann gehe ich ins Gefängnis…!“
„Wer sagt denn das? Wenn das schon sehr lange her ist, könnte es verjährt sein. Machen Sie sich einmal schlau…erkundigen Sie sich…bei einem Anwalt!“
„Du bist wirklich ein schlaues Kerlchen, Ronny. Vielleicht mache ich das so gar. Es wird Zeit, dass das Jugendamt erfährt, was hier so abgeht!“ Sie saßen noch sehr lange zusammen und genossen die Stille des Sommerabends.
Am nächsten Tag besuchte Ronny wie immer die Schule und Maggie ging in den Kindergarten. Es war so abgemacht, dass Ronny seine Schwester nach der Schule vom Kindergarten abholte. Auch heute kam Maggie lachend aus dem Haus und lief zu ihrem Bruder.
„Na, Kleines…wie war dein Tag?“
„Es war so schön…wir haben so viel gelacht und hatten mächtig viel Spaß!“ Wie ihre Augen strahlten…Ronny nahm sie liebevoll in die Arme:
„Na, denn…gehen wir wieder Richtung Bauernhof, Maggielein!“ Aber je näher sie dem Bauernhof kamen wurde Maggie stiller und stiller…jeder Glanz war in ihren Augen erloschen.
„
