Düstere Märchen 3 - Andrea Appelfelder - E-Book

Düstere Märchen 3 E-Book

Andrea Appelfelder

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Beschreibung

Diese Märchenbuch enthält 8 düstere neu Interpretationen von klassischen Märchen der Gebrüder Grimm. So töten unter anderen ein Pferd und ein Fuchs zusammen wilde Löwen. Der Eisenhans und ein Jäger machen gemeinsame Sache. Der Jüngste der sieben Raben wird von den anderen getrennt. Ein Bauer besiegt einen Teufel. Gott lernt auf seiner Wanderschaft, dass die Reichen nicht immer auch Freigiebig sind. Zwei von acht Märchen, wurden schon separat veröffentlicht.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 84

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Andrea Appelfelder

Düstere Märchen 3

nach den Gebr. Grimm

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Der Fuchs, das Pferd und die Löwen

Der Soldat und das blaue Licht

Der Bauer, der Priester und der Teufel

Der Wolf, der Fuchs und der Mensch

Der Prinz und die sechs Übernatürlichen

Der Arme und der Reiche

Der Rabe und der Schneider oder Die Sieben Raben

Der Eisenhans und der Jäger

Quelle

Impressum neobooks

Der Fuchs, das Pferd und die Löwen

Andrea Appelfelder

Düstere Märchen III

nach den Geb. Grimm

Das folgende Werk ist rein fiktionaler Natur und beruht frei auf dem Märchen der Gebrüder Grimm.

Jegliche Ähnlichkeiten zu bereits existierenden Namen, Figuren und Orten sind reiner Zufall und haben nichts mit diesen zu tun.

Es war einmal ein altes, weißes, stattliches Pferd. Dieses prächtige Tier war so alt, dass es die schwere Arbeit auf dem Bauernhof, wo es lebte, nicht mehr verrichten konnte.

Das Pferd stand nur noch im warmen Stall und war für nichts anderes mehr nütze. Dies ging so lange, bis der dicke und harte Bauer eines Tages zu ihm sagte: „Ich bin es leid, dich Nichtsnutz durchzufüttern. Wenn du nicht anfängst, deinen Wert wieder zu beweisen, werde ich dich zum Schlachter führen, dort kannst du wenigstens noch als gute Wurst taugen.“

Der Bauer überlegte, wie das Tier seinen Wert beweisen konnte und lachte gehässig auf als ihm etwas Unmögliches eingefallen war, was er sofort äußerte: „Du könntest dich wieder gut mit mir stellen, wenn du mir ein Löwenfell bringst. In unserer Nachbarstadt sind gerade wilde Löwen eingefallen. Keiner kann sie zähmen oder sie besiegen. Wenn du mir das Fell von diesen Tieren bringst, hast du ein Gnadenbrot auf meinem Hof verdient.“

Das Pferd wunderte sich über die Worte und dachte nicht richtig gehört zu haben, aber was blieb ihm übrig? Es zog noch am gleichen Tag von seiner Heimat los und war so verzweifelt, dass es den Weg über unaufhörlich wieherte und weinte.

Das Tier wurde mit jedem Schritt immer lauter bis schließlich ein schöner, roter Fuchs vor ihm stand. „Was jammerst du so bitterlich vor dich hin, alter Schimmel?“

Das Pferd, was eigentlich Angst vor dem Fuchs hätte haben müssen, vertraute sich ihm trotzdem an. „Der Bauer, für den ich immer fleißig gearbeitet habe, möchte mich töten und zu Wurst verarbeiteten, nur weil ich im Alter die harte Arbeit nicht mehr verrichten kann.“

Das junge, stattliche Tier hatte Mitleid mit dem Pferd. „Das ist wirklich schlimm. Die Menschen vergessen leider viel zu schnell, wer ihnen in schlechten Zeiten zur Seite gestanden hat. Was willst du jetzt machen?“

Das Pferd wieherte traurig. „Wenn ich meinen Wert beweise und in der Nachbarstadt, wo die Löwen gerade eingefallen sind, ein Löwenfell erbeute und mitbringe, darf ich weiter leben bis an mein Lebensende.“

Der Fuchs sah das Pferd nachdenklich an. „Das ist keine einfache Aufgabe um nicht zu sagen, dass sie fast unmöglich für ein Pferd ist.“

Der Fuchs verstummte, machte eine Pause, überbelegte krampfhaft weiter und da das Tier des Bauern, ihm sehr leid tat, wollte er ihm helfen.

„Das klingt gar nicht schön. Weißt du was, ich werde dir helfen. Wir werden uns zusammen etwas überlegen, was wir tun können. Erst einmal wäre es aber gut zu klären, was du überhaupt willst. Willst du wirklich zu dem Bauern, der dich am Liebsten zu Wurst verarbeiten möchte, zurück?“

Das Pferd überlegte einige Minuten, in dem nur Stille zwischen den beiden ungleichen Tieren herrschte. „Eigentlich nicht, mein Bauer hat sich in den letzten Jahren zu einem harten Mann entwickelt, aber mir tut es leid um die anderen Tiere. Wenn ich nicht mehr da bin, wird er sie auch so behandeln wie mich und bis zum Tod arbeiten lassen.“

Der Fuchs lächelte und zeigte seine weißen, scharfen Zähne. „Na dann wäre es vielleicht das Beste, zwar nach Hause wieder zurückzugehen, aber auch zu versuchen, den Bauern loszuwerden?“

Das Pferd wich unter Schock zurück. „Aber das kann ich doch nicht machen. Ich bin doch nur ein Pferd und außerdem, wenn wir den Bauern töten, wie sollen wir es schaffen uns allein, zukünftig zu versorgen? Wir sind auf ihn angewiesen.“

Der Fuchs stolzierte nun um das Pferd herum. „Kein Tier braucht irgendeinem Menschen um zu überleben. Wir Tiere des Waldes überleben schon seit Anbeginn der Zeit ohne Hilfe und auch ihr Haustiere könntet das wieder lernen. Es wird zwar etwas schwieriger für euch, aber es ist möglich.“

Das Pferd überlegte und wenn es so darüber nachdachte, eigentlich brauchte es nur Gras und Wasser zum überleben, es kam ohne den Bauern wahrscheinlich wirklich besser zurecht und so fragte es: „Aber wie stellen wir diese Tat an? Wir Pferde sind Grasfresser und auch ein Fuchs kann so eine Tat allein nicht schaffen.“

Der Fuchs überlegte weiter und teilte seine Überlegungen laut mit seinem neuen Freund. „Dein Bauer hat das Problem mit dem Löwen im Nachbarorte angesprochen. Das ist wirklich ein Problem für alle, nicht nur für die Menschen, sondern auch für uns. Ich habe gehört, dass vier von diesen Tieren plötzlich aufgetaucht sind und dort ihr Unwesen treiben.“

Nachdem der Fuchs noch einige Minuten überlegte und vor sich hin brabbelte, hatte er einen Plan gefasst. „Ich habe eine Idee, wie man beide Probleme lösen kann. Dafür brauchen wir aber die Tiere des Waldes und die Tiere des Bauernhofes, vereint zusammen.“

Der Fuchs erläuterte daraufhin seinen etwas wagemutigen Plan, der vielleicht Opfer unter ihnen fordern könnte.

Das Pferd war mit dem Gehörten gar nicht einverstanden, aber nachdem der Fuchs ihn davon überzeugt hatte, dass es nicht anders ging, erklärte sich das Pferd bereit, auf dem Bauernhof nach Verbündeten zu suchen.

Der Fuchs wiederum ging in den Wald und nachdem die Beiden den größten Teil der Tiere von ihrem Plan überzeugt hatten, trafen sie sich an derselben Stelle wieder, wo sie sich zum ersten Mal getroffen hatten.

Die beiden Tiere begaben sich nun in die Nachbarstadt und kundschafteten die Lage und die Löwen aus.

Der Fuchs und das Pferd legten sich auf die Lauer und stellten fest, dass die Löwen ein Blutbad in der Stadt hinterlassen hatten. Kein Stein war mehr auf dem Anderen und kein Leben zu sehen, die ortsfremden Tiere waren über das Bild so schockiert, dass sie am liebsten sofort verschwunden wären.

Sie beschlossen aber stattdessen, ihren Plan noch heute in die Tat umzusetzen, schließlich war es nur eine Frage der Zeit bis diese Monster weiterziehen würden und das würde den Tod einer weiteren Gegend mit sich bringen.

Der Fuchs ging mit einem mulmigen Gefühl zu den vier Tieren, suchte Kontakt zu den Menschenfressern und diese hörten ihm von Hunger getrieben auch zu. „Ihr seit dem Verhungern nahe, ihr habt hier einfach zu viel und zu gierig gefressen und nun habt ihr nichts mehr, was ihr fressen könnt. Aber ich könnte dem Abhilfe verschaffen!“

Die Löwen, die am Liebsten den Fuchs gefressen hätten, warteten nun auf ein besseres Angebot und hörten zu. „Was meinst du damit und spricht schnell, sonst fressen wir dich, unser Hunger ist groß.“

Der Fuchs zeigte durch die Drohung keine Angst, denn er merkte, dass er das Interesse der Tiere geweckt hatte und er für den Moment erst einmal sicher war. „Ich kenne nicht weit von hier einen Bauernhof, mit einem fetten Bauern und vielen wohlgenährten Tieren. Ihr könntest von dort aus auch weiteres neues Futter finden.“

Die Löwen überlegte nicht lange und folgten dem kleinen, schlauen Fuchs zu der neuen Fressstelle.

Das Pferd indessen war sofort nachdem der Fuchs verschwunden war, auf seine Farm zurückgekehrt und sammelte unterwegs jedes Waldtier ein, was ihnen Hilfe zugesichert hatte.

Ebenfalls nahm es alle Tiere mit sich, die auf dem Hof noch waren, bis der Bauer schließlich allein in seiner Hütte saß und schlief.

Der Fuchs navigierte die Löwen direkt zum Haus des fetten Bauern und schickte sie in das Innere. Die Löwen brachen die Tür auf und fielen ohne zu zögern über den schlafenden Bauer her.

Der Fuchs schlich sich davon um mit seinen Gehilfen, die aus Bären, Dachsen, Wölfen, Füchsen und den Bauernhoftieren bestanden, zurückzukehren.

Die versammelten Tiere schlichen sich an die fremdartigen Monster von hinten heran und fielen über alle vier auf einmal her. Sie bissen, kratzten und traten auf die vier Wesen ein.

Die Tiere ließen keinen Widerstand der Löwen zu und ließen erst von ihnen ab nachdem sie nur noch eine unförmige Masse am Boden waren.

Als das erledigt war und der Bauer und die Löwen nicht mehr am Leben waren, zerstreuten sich die einzelnen Parteien wieder.

Der Fuchs verabschiedete sich von seinem neuen Freund, versprach einige Male vorbeizukommen um nach dem Rechten zu sehen und verschwand wieder in den Wald. Dort lebte der schöne Rotfuchs sein Leben wie bisher auch schon.

Das Pferd hingegen stellte sich nun wieder in seinen Stall und lebte dort, glücklich und zufrieden, bis an sein Lebensende.

Der Soldat und das blaue Licht

Es war einmal ein Soldat, der vom verheerenden Krieg gegen fremde Königreiche geschunden und invalide geworden war und von seinem gierigen König, der alle Kriege ohne Rücksicht auf Verluste angefangen hatte, schnöde und ohne Lohn davon gejagt worden war.

Der Mann zog nun gebrochen und an Arm und Bein verkrüppelt und mit dem Wenigen, was er hatte, ziellos und ohne Perspektive in der grausamen und kalten Welt umher.

Eines schönen Tages, an dem der Hunger ihn noch schlimmer beutelte als die Tage zuvor, kam er an einem riesigen Wald vorbei. In diesem einsamen Wald konnte er trotz der Größe keine Tiere ausmachen, er war wie ausgestorben.

Als er eine Weile in dem kühlen Wald unterwegs gewesen war und versucht hatte, mit seiner verstümmelten Hand so viele Erdbeeren und Blaubeeren wie möglich im Unterholz zu erhaschen, kam er an ein eigentümliches, düsteres und gruselig wirkendes Haus.

Nach genauerer Betrachtung hatte er hier etwas gefunden, von dem er nicht zu träumen gewagt hätte. Dieses düsterer abgewrackte Haus schien ein Hexenhaus zu sein und die bucklige Frau mit einer schwarzen Katze auf der Schulter, die dort heraustrat, bestätigte seinen Verdacht.