Verlag: Berlin Verlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2010

Das E-Book lesen Sie auf:

E-Reader EPUB für EUR 1,- kaufen
Tablet EPUB
Smartphone EPUB
Computer EPUB
Lesen Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?

Leseprobe in angepasster Form herunterladen für:

Sicherung: Wasserzeichen E-Book-Leseprobe lesen

E-Book-Beschreibung Eat, Pray, Love - Elizabeth Gilbert

Elizabeth beschließt, ganz von vorne anzufangen. Sie lässt New York hinter sich und tritt die Reise ihres Lebens an: Dolce Vita in Italien, Meditationslehre in einem indischen Ashram und schließlich die glückliche Balance zwischen innerem und äußerem Glück auf Bali. Der ehrliche und bewegende Erfahrungsbericht von Elizabeth Gilbert ist ein preisgekrönter, internationaler Bestseller.

Meinungen über das E-Book Eat, Pray, Love - Elizabeth Gilbert

E-Book-Leseprobe Eat, Pray, Love - Elizabeth Gilbert

Cover & Impressum

Mehr über unsere Autoren und Bücher:www.bloomsbury-verlag.de

Für Susan Bowen –die auch aus zwölftausend Meilen Entfernungeine Zuflucht für mich war

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Maria Mill

Anmerkung der Übersetzerin: Zur Wiedergabe indischer und balinesischer Begriffe wurde die von der Autorin gewählte anglisierte Transkription verwendet.

Vollständige E-Book-Ausgabe der im bloomsbury taschenbuch erschienenen Buchausgabe25. Auflage 2010

ISBN 978-3-8270-7096-8Die Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel Eat, Pray, Lovebei Viking, New York© 2006 Elizabeth GilbertFür die deutsche Ausgabe© 2006 Bloomsbury Verlag GmbH, BerlinUmschlaggestaltung: Rothfos & Gabler, Hamburg,unter Verwendung des Designs der englischen Ausgabe von © Katie TookeDatenkonvertierung: psb, Berlin

Sag die Wahrheit, sag die Wahrheit, sag die Wahrheit.[1]

Sheryl Louise Moller

[1] Außer man versucht, auf Bali dringende Immobilientransaktionen zum Abschluss zu bringen, wie sie im dritten Buch beschrieben werden.

Einleitung

Einleitung

oder

Wie dieses Buch funktioniert

oder

Die hundertneunte Perle

Wenn man durch Indien reist – und vor allem, wenn man heilige Stätten und Ashrams besucht –, sieht man eine Menge Leute mit Perlen um den Hals. Man sieht auch viele alte Fotos von nackten, dünnen und einschüchternden (oder mitunter auch molligen, freundlichen und strahlenden) Yogis, die ebenfalls Perlenketten tragen. Diese Ketten heißen japa malas. In Indien benutzt man sie seit Jahrhunderten, weil sie frommen Hindus und Buddhisten helfen, sich bei der Meditation besser zu konzentrieren. Die Kette wird in der Hand gehalten und wandert in einer Kreisbewegung durch die Finger – für jede Wiederholung des Mantras wird eine Perle berührt. Als die Kreuzfahrer in ihre heiligen Kriege gen Orient zogen, sahen sie unterwegs immer wieder Gläubige, die mit diesen japa malas beteten, bewunderten die Technik und brachten die Idee als Rosenkranz mit nach Europa zurück.

Die traditionelle japa mala besteht aus hundertacht Perlen. In den esoterischeren unter den östlichen Philosophenzirkeln gilt die Zahl Hundertacht als äußerst glückverheißend, da sie ein dreistelliges Vielfaches der Zahl Drei darstellt und ihre Quersumme neun beträgt. Die Zahl Neun wiederum ergibt sich aus der Addition dreier Dreien. Und natürlich ist Drei die Zahl, die für absolute Ausgeglichenheit steht, wie jeder, der jemals die heilige Dreifaltigkeit oder einen Barhocker studiert hat, sofort erkennt. Und da dieses Buch von meiner persönlichen Suche nach innerem Gleichgewicht handelt, habe ich beschlossen, es wie eine japa mala zu strukturieren und in hundertacht Geschichten oder Perlen aufzuteilen. Diese Kette von hundertacht Geschichten ist in drei Abschnitte untergliedert: einen über Italien, einen über Indien und einen über Indonesien – jene drei Länder, die ich während meines Jahres der Selbsterforschung besucht habe. Diese Gliederung bewirkt, dass jeder Abschnitt sechsunddreißig Geschichten enthält, was mich wiederum persönlich anspricht, da ich all das in meinem sechsunddreißigsten Lebensjahr niederschreibe.

Doch ich will Sie nicht mit Zahlenmystik langweilen. Die Vorstellung, diese Geschichten der Struktur einer japa mala gemäß aufzureihen, gefällt mir auch deshalb so gut, weil sie so …, nun ja, strukturiert ist. Die aufrichtige Wahrheitssuche ist kein wildes Gerangel, nicht einmal in unserem Zeitalter des wilden Rangelns. Als Suchende wie als Schriftstellerin finde ich es hilfreich, mich so weit wie möglich an die Perlen zu halten, um mich umso besser auf das konzentrieren zu können, was ich zu erreichen versuche.

Jede japa mala hat noch eine Extraperle – die hundertneunte –, die wie ein Anhänger an jenem ausbalancierten Rund von hundertacht Perlen herabbaumelt. Ich habe mir diese hundertneunte immer als eine Art Ersatzperle vorgestellt, wie der Extraknopf an einem teuren Hemd oder der jüngste Sohn einer Königsfamilie. Anscheinend aber dient sie einem noch höheren Zweck. Wenn nämlich unsere Finger beim Beten diese Perle erreichen, sollen wir unsere Versenkung unterbrechen und unseren Lehrern danken. Also halte ich, noch ehe ich überhaupt anfange, bei meiner hundertneunten Perle inne. Ich danke allen meinen Lehrern, die mir während meines Jahres der Selbsterforschung in so vielen eigenartigen Gestalten erschienen sind.

Ganz besonders aber danke ich meinem Guru, meiner Meisterin, die der Inbegriff des Mitgefühls ist und mir während meines Aufenthalts in Indien so großzügig erlaubte, in ihrem Ashram zu studieren. An dieser Stelle möchte ich auch klarstellen, dass ich über meine Erfahrungen in Indien von einem rein persönlichen Standpunkt aus berichte und weder als Theologin noch als irgendjemandes offizielle Sprecherin. Daher werde ich weder den Namen meiner Meisterin nennen, noch den Namen oder Standort ihres Ashrams verraten. Dadurch erspare ich dieser wunderbaren Einrichtung unnötige Publizität, mit der fertig zu werden sie überfordern würde. Als letzten Ausdruck meiner Dankbarkeit habe ich mich entschlossen, die Namen all der Suchenden – ob Inder oder Westler –, die mir in diesem indischen Ashram begegneten, zu ändern. Dies geschieht aus Respekt vor der Tatsache, dass sich die meisten Leute nicht auf eine spirituelle Pilgerfahrt begeben, um später als Figuren in einem Buch aufzutauchen. (Es sei denn natürlich, es handelt sich dabei um mich.) Nur eine Ausnahme habe ich mir gestattet. Richard aus Texas heißt tatsächlich Richard und kommt auch aus Texas. Ich nenne ihn bei seinem wirklichen Namen, weil er in Indien so wichtig für mich war.

Als ich Richard fragte, ob es ihm recht sei, wenn ich in meinem Buch erwähne, dass er einmal Junkie und Alkoholiker war, sagte er, das gehe völlig in Ordnung.

»Hab mir sowieso schon überlegt«, meinte er, »wie ich es den Leuten am besten sage.«

Aber zunächst – Italien …

Erstes Buch: Italien

Erstes Buch

Italien

oder

»Sprich, wie du isst«

oder

Sechsunddreißig Geschichten über das Streben nach Genuss

1

Ich wollte, Giovanni würde mich küssen!

Ach, aber es gibt so viele Gründe, warum das eine ganz schlechte Idee wäre. Zunächst einmal ist Giovanni zehn Jahre jünger als ich und wohnt – wie die meisten unverheirateten Italiener in seinem Alter – noch immer bei seiner Mutter. Schon allein das macht ihn zu einem fragwürdigen Liebespartner für mich, Amerikanerin, Freiberuflerin, Mittdreißigerin, die gerade eine gescheiterte Ehe und eine verheerende, langwierige Scheidung hinter sich hat, direkt gefolgt von einer leidenschaftlichen Affäre, die in unerträglichem Kummer endete. Nach all den Verlusten fühle ich mich traurig und zerbrechlich und als wäre ich siebentausend Jahre alt. Schon aus Prinzip würde ich dem netten, unverdorbenen Giovanni mein jämmerliches, völlig fertiges altes Ich nicht aufdrängen. Ganz zu schweigen davon, dass ich endlich in dem Alter bin, in dem eine Frau sich zu fragen beginnt, ob es wirklich so klug ist, sich über den Verlust eines schönen braunäugigen Burschen hinwegzutrösten, indem man sich prompt den nächsten ins Bett holt. Deswegen bin ich nun schon seit vielen Monaten allein. Ja, deswegen habe ich beschlossen, dieses ganze Jahr sexuell enthaltsam zu leben.

Der clevere Beobachter mag an dieser Stelle fragen: »Und warum bist du dann nach Italien gegangen?«

Darauf kann ich – vor allem wenn ich den mir am Tisch gegenübersitzenden schönen Giovanni betrachte – lediglich antworten: »Eine sehr gute Frage.«

Giovanni ist mein Tandem-Austausch-Partner. Das klingt doppeldeutig, ist es aber leider nicht. Es heißt lediglich, dass wir ein paar Abende die Woche hier in Rom damit verbringen, die Sprache des anderen zu üben. Wir reden zuerst italienisch, und er ist geduldig mit mir; dann reden wir englisch, und ich bin geduldig mit ihm. Entdeckt habe ich Giovanni einige Wochen nach meiner Ankunft in Rom – dank dieses großen Internetcafés an der Piazza Barberini gegenüber dem Brunnen mit der Skulptur von diesem sexy Wassermann, der in sein Tritonenhorn bläst. Er (das heißt Giovanni, nicht der Wassermann) hatte einen Zettel ans schwarze Brett geheftet, auf dem zu lesen stand, dass ein native speaker des Italienischen einen englischen Muttersprachler zwecks englisch-italienischer Konversation suche. Direkt neben seiner Anfrage hing ein weiterer Zettel mit der gleichen Bitte, die Wort für Wort und in allen Details bis zur Drucktype mit der seinen identisch war. Der einzige Unterschied bestand in der Kontaktadresse. Auf dem einen Blatt war die E-Mail-Adresse eines gewissen Giovanni angegeben, auf dem anderen die eines Menschen namens Dario. Aber sogar die private Telefonnummer war dieselbe.

Ich verließ mich auf meine Intuition und schrieb gleichzeitig beiden eine E-Mail, in der ich mich auf Italienisch erkundigte: »Seid ihr vielleicht Brüder?«

Darauf schrieb Giovanni sehr provocativo zurück: »Noch besser: Zwillinge!«

Ja, viel besser. Große, dunkle und attraktive eineiige Zwillinge, wie sich herausstellte, fünfundzwanzig Jahre alt, mit großen braunen, feucht schimmernden italienischen Augen, die mich einfach um den Verstand bringen. Nachdem ich den Jungs persönlich begegnet war, begann ich mich zu fragen, ob ich meinen Vorsatz, in diesem Jahr enthaltsam zu bleiben, nicht vielleicht ein wenig modifizieren sollte. Vielleicht konnte ich ja völlig enthaltsam leben, mit der einzigen Ausnahme, dass ich mir zwei stattliche fünfundzwanzigjährige italienische Zwillingsbrüder als Liebhaber genehmigte. Was mich ein wenig an eine Freundin erinnerte, die sich rein vegetarisch ernährt, aber bei Speck eine Ausnahme macht … Im Geiste verfasste ich schon einen Brief an Penthouse:

Im flackernden Kerzenschein des römischen Cafés war es unmöglich zu sagen, wessen Hände mich gerade streich…

Aber nein.

Nein und nochmals nein.

Mitten im Wort brach ich meine Fantasie ab. Für mich war jetzt nicht der Moment, nach Liebe Ausschau zu halten und so (wie der Tag auf die Nacht folgt) mein ohnehin schon verfahrenes Leben noch weiter zu verkomplizieren. Für mich war jetzt die Zeit, nach der Heilung und dem Frieden zu suchen, den man nur in der Einsamkeit findet.

Inzwischen, Mitte November, sind der schüchterne, fleißige Giovanni und ich gute Freunde geworden. Dario – dem lässigeren Bruder, der eher mal auf den Putz haut – habe ich meine bezaubernde kleine schwedische Freundin Sofie vorgestellt, und wie die beiden ihre römischen Abende miteinander verbringen, das ist ein Tandem-Austausch ganz anderer Art. Aber Giovanni und ich, wir reden nur. Na ja, wir essen und wir reden. Wir essen und reden jetzt schon seit mehreren netten Wochen, teilen uns Pizzas und beglücken uns mit sanften Grammatikkorrekturen, und der heutige Abend war keine Ausnahme. Ein schöner Abend mit neuen Redewendungen und frischem Mozzarella.

Nun ist es Mitternacht und neblig, und Giovanni begleitet mich durch die römischen Gassen, die organisch – wie sich Wasserläufe um dunkle Zypressenhaine schlängeln – um uralte Gebäude mäandern. Jetzt sind wir vor meiner Tür angelangt. Wir stehen uns gegenüber. Er umarmt mich herzlich. Schon besser; in den ersten paar Wochen wollte er mir nur die Hand schütteln. Wenn ich noch weitere drei Jahre in Italien bliebe, denke ich mir, brächte er eines Tages noch den Mumm auf, mich zu küssen. Andererseits könnte er mich auch einfach jetzt gleich, heute Nacht, direkt hier vor meiner Tür küssen … Es ist immer noch möglich … Ich meine, schließlich stehen wir ja immer noch aneinandergeschmiegt im Mondschein … Und natürlich wäre es ein Fehler … Aber es wäre so schön … Und es besteht ja immer noch die wunderbare Möglichkeit, dass er es tatsächlich jetzt gleich tut … Vielleicht beugt er sich ja zu mir herunter … und … und …

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!