Ein Blick - Benjamin-Patrick Müller - E-Book

Ein Blick E-Book

Benjamin-Patrick Müller

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Beschreibung

Der menschliche Verstand bildet ein unglaubliches Meisterwerk der Evolution. Er hat es uns ermöglicht, komplexe Systeme zu erschaffen, welche unser heutiges Leben allgegenwärtig prägen. Doch diese Vielschichtigkeit beherbergt nicht nur Vorteile, sondern auch etliche Nachteile. Komplexität erschwert einfaches Glück, verhindert die Auseinandersetzung mit sich selbst, erzeugt inneren Druck und macht viele Probleme zu noch Größeren. Negative Auswirkungen, welche allesamt die eigene Psyche beeinflussen. Um diese nachteiligen Auswirkungen zu minimieren, warten 5 umfangreiche Abschnitte auf dich. Perspektiven: Eine Reise, weit weg von den alltäglichen Gegebenheiten und Pflichten. Tiefgründige Themen, die das Leben aus gänzlich anderen Perspektiven hinterleuchtet und Erkenntnisse bereithalten, die den eigenen Horizont massiv erweitern. Eine Sicht auf sich selbst und die Welt, wie sie vielen für immer verschleiert bleibt. Äußere Einflüsse: Die Gesellschaft bildet zwar eine essenzielle Komponente des Lebens, allerdings beherbergt sie ein großes Maß an negativem Einfluss, der Konsequenzen mit sich zieht, solange nicht erlernt wird, mit ihnen vernünftig umzugehen. Die eigene Selbstbestimmung und die psychische Widerstandskraft fallen hierbei stark ins Gewicht, doch auch andere Eigenschaften helfen, sich in der modernen Welt von heute präventiv zu schützen. Innere Einflüsse: Auch die eigene Beeinflussung beherbergt ein immenses Potenzial und kreiert so manches selbst gemachtes Leid. Ob kognitive Verzerrungen, eine negative Wahrnehmung, Prokrastination oder Gewohnheitsmuster, doch sie alle lassen sich durch etwas Übung umformen und in positive Richtungen lenken. Mentale Festigung: Der menschliche Verstand bietet ein großes Potenzial mentaler Fähigkeiten, die für enorme Vorteile sorgen können und zudem das gelernte Wissen dieses Werkes effektiver verinnerlicht. Sei es die klassische Meditation, die Autosuggestion, Affirmationen oder die Imagination, sie tragen alle einen wesentlichen Teil zur mentalen Festigung bei. Muster des positiven Einflusses: Dieser Abschnitt dient als ein unabhängiger Zusatz, welcher das Leben darüber hinaus positiv bereichern kann. Im Fokus hierbei steht der Botenstoff-Haushalt und wie sich dieser in einem Gleichgewicht halten kann, um ein negatives Ungleichgewicht zu minimieren. All dieses Wissen wird dir zur Verfügung stehen und dir von unschätzbarem Wert für deine eigene Zukunft sein.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abschnitt 1 – Perspektiven

1.1

Der Perspektivenwechsel

1.2

Perspektive – Die Entstehung

1.3

Perspektive – Der Zufall deiner Existenz

1.4

Perspektive – Die Zeit und Vergänglichkeit

1.5

Perspektive – Der Irrsinn der Menschen

Abschnitt 2 – Einflüsse der Außenwelt

2.1

Die ersten Fundamente

2.2

Die Stagnation

2.3

Fundament 1 – Selbstreflexion

2.4

Die richtige Motivation

2.4.1

Extrinsische Motivation

2.4.2

Intrinsische Motivation

2.5

Fundament 2 – Selbstbestimmung

2.6

Die Uhrängste

2.6.1

Sensibilisierungen

2.7

Fundament 3 – Resilienz

2.8

Einfluss der modernen Technologie

2.9

Fundament 4 - Distanz gegenüber den Schattenseiten des Smartphones

Abschnitt 3 – Einflüsse der Innenwelt

3.1

Bewusstsein vs. Unterbewusstsein

3.2

Fundament 5 – Kognitive Verzerrungen aufdecken

3.3

Fundament 6 – Negative Wahrnehmungsstrukturen auflösen

3.4

Fundament 7 – Prokrastination verringern

3.5

Fundament 8 – Gewohnheitsmäßige Arbeitsweisen

Abschnitt 4 – Mentale Festigung

4.1

Die altbekannte Meditation

4.2

Der Ein und Ausstieg

4.3

Fundament 9 - Die Achtsamkeits-Meditation

4.4

Fundament 10 - Die Autosuggestion

4.4.1

Deine eigenen Affirmationen

4.5

Fundament 11 – Die Imagination

Abschnitt 5 –Muster des positiven Einflusses

5.1

Die Botenstoffe des Körper und Geistes

5.2

Die Ernährung

5.3

Der Wasserhaushalt

5.4

Die Bewegung

5.5

Der Schlaf

5.6

Der Alkohol

5.7

Stressfaktoren

5.8

Leidenschaft

Abschluss

Danksagung/Vita

Quellen

Vorwort

Der menschliche Verstand bildet ein unglaubliches Meisterwerk der Evolution. Ein Privileg, das nur uns zuteil wird und schier unendlich viele Möglichkeiten bietet. Nur durch unsere Intelligenz haben wir es geschafft, ein solch vielschichtiges gesellschaftliches System zu errichten, welches das alltägliche Leben vereinfachte. Seien es wirtschaftliche Industrien, Fortbewegungsmittel, Internet oder Telefon, das Leben innerhalb des 21. Jahrhundert ist komplexer denn je und hält eine Großmacht an Reizen bereit. Ein Einfluss, der nicht spurlos an einem hochsensiblen Organ wie dem Gehirn vorbeizieht. Denn auch wenn wir die Komplexität dieser tief greifenden Konstrukte verstehen, so heißt dies nicht, dass sie völlig bedenken los sind.

Die letzten Jahre unseres technologischen Fortschritts stehen in keinem Verhältnis zu unserer natürlichen Weiterentwicklung. Wir werden mit Einflüssen konfrontiert, die wir zum Teil noch nicht einmal vollständig verstehen und trotzdem treffen uns deren Auswirkungen. Starke Veränderungen innerhalb der Kommunikation, wichtiger Gebräuche, Ideale, menschlichen Werten, täglicher Bewegung und vielen weiteren Lebensbereichen haben sich in den letzten Jahren bereits deutlich abgezeichnet. Komplexe Systeme, die es erschweren, einfaches Glück zu erzeugen, und Mächte, auf die man scheinbar keinen Einfluss hat.

Natürlich ist die rasante Entwicklung in unnatürliche Richtungen nicht aufzuhalten, noch lassen sich die geschaffenen Systeme und dessen Auswirkungen wieder rückgängig machen. Dennoch gibt es Pfade, die einem den Weg durch ein derartiges Chaos ermöglichen. Dieses Buch soll dir als solch eine Basis dienen. Ein Wegbegleiter in schweren wie in guten Zeiten. Das allgegenwärtige Versprechen eines völlig sorgenfreien und unbeschwerten Lebens beinhalten die Seiten dieses Werkes jedoch nicht. Es liegt nicht in der Natur, ein hürdenloses Leben zu führen. Das Leben an sich bildet bereits eine einzige Herausforderung, schließlich geht es ja darum, zu überleben. Nein, vielmehr wirst du in die Welt verschleierter Blickwinkel abtauchen, lernen mit äußeren Einflüssen der Gesellschaft besser umzugehen und deine eigenen inneren Kämpfe leichter auszutragen. Du wirst dich selbst, dein Umfeld und deine Umwelt besser verstehen können. Ein neues Bewusstsein formen, leichter zur Ruhe kommen und viele weitere Vorteile genießen können. Man könnte es auch als eine psychische Schutz-Prävention betiteln.

Doch diese positiven Veränderungen fallen niemandem einfach so in den Schoß. Um die oben genannten Fähigkeiten und Vorteile zu entwickeln, bedarf es einiges an Wissen. Wissen, welches mit wenigen Ausnahmen weder in der Schule noch im Studium, in der Erziehung oder im Freundeskreis gelehrt wird. Im Fokus hierbei steht der menschliche Verstand in vielen seiner Facetten. Diese Lücken zu schließen, bildet einen fundamentalen Schritt, allerdings formen sie nur die erste Hälfte des Erfolges. Den entscheidenden Unterschied bildet die tatsächliche Anwendung des Gelernten, welche das Potenzial tatsächlich freisetzt und den Weg in Richtung Veränderung ebnet. Vieles, was dazu nötig ist, findest du in den folgenden Abschnitten dieses Buches. Zudem können die Tugenden des Willens, der Geduld und der Ruhe auch noch einen großen Teil dazu beitragen.

Du wirst dich auf eine lange Reise begeben, die sehr viele Erkenntnisse und Informationen bereithält, welche von unschätzbarem Wert für deine Zukunft sein könnten. Hiermit wünsche ich dir ganz viel Spaß und Erfolg und hoffe sehr, dass die Seiten dieses Bandes/ Ebooks dir ein unvergessliches Erlebnis bieten werden.

Dein

Benjamin - Patrick Müller

Psychologischer Berater und angehender Heilpraktiker im Bereich der Psychotherapie.

Abschnitt 1

Die Perspektiven

Der Blickwinkel des Betrachters

Um einen Einstieg in all das Chaos des vor uns liegenden Weges zu bringen, benötigen wir einen Startpunkt. Wir benötigen dich als einzelnes Individuum und deine ganz besonderen Erfahrungen, die dich zu einem einzigartigen Menschen machen. Denn durch deine Individualität hast du eine ganz eigene Sicht auf die Welt. Keine Wahrnehmung gleicht einer anderen, da jeder Mensch durch seine Entwicklung eine unterschiedliche Weltbetrachtung erlangt. Verschiedene Kulturen, Bräuche, die Erziehung, das Umfeld, eigene Erfahrungen und Religionen sind nur einige der ausschlaggebenden Faktoren für die Wahrnehmungsunterschiede des gesamten menschlichen Kollektivs. Die Wahrnehmung ist jedoch kein konstanter Zustand, sondern ein sich immer wieder aktualisierender Mechanismus, welcher sich ständig anpasst, verändert und erweitert.

Mit großer Sicherheit kennst du das Phänomen, sich mit einem speziellen Thema zu beschäftigen und plötzlich einen geschulten Blick für das Erlernte zu erlangen. Wenn du dich beispielsweise mit Architektur beschäftigst und dir die Merkmale der verschiedenen Baustile bekannt sind, werden dir während eines Spazierganges durch die Stadt plötzlich einige vorher nicht wahrgenommene Details an den Fassaden der Gebäudestrukturen auffallen. Ein Phänomen, welches sich auf unendlich viele Szenarien übertragen lässt. Das Wissen und die Erfahrungen des Lebens nehmen ständigen Einfluss auf die Sichtweise und formen ein individuelles Verständnis.

Aber nicht nur die Schärfung und die ständige Anpassung der Wahrnehmung, auch die damit zusammenhängende Erschaffung von ersichtlichen Möglichkeiten und Potenzialen spielt hierbei eine Rolle. Angenommen, man hätte einen simplen Holzstock vorliegen, welcher von fünf verschiedenen Menschen betrachtet wird. Einem Kind, Überlebensexperten, Hobbyhandwerker, Fotographen und einer erwachsenen Person, die keinen Zusammenhang zum Holzstock aufweist. Fünf verschiedene Perspektiven, die unterschiedliche Möglichkeiten bereithalten.

Für ein Kleinkind bildet dieser Ast ein Werkzeug der Fantasie. Ganz gleich ob Schwert, Pferd oder Zauberstab - der Vorstellungskraft des Kindes sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Der geschulte Überlebensexperte sieht in diesem Stock ein Werkzeug der Unterstützung, um beispielsweise Fische zu fangen oder als Brennmaterial zum Schutz vor nächtlicher Kälte. Ein Potenzial, sich selbst zu schützen und zu versorgen.

Für einen kreativen Handwerker spiegelt es ein mögliches Teilstück eines Projekts wieder, welches für ein Symbol oder ein essenzielles Stück des großen Ganzen stehen kann. Eine Vision, die durch dieses Holz in die Realität umgesetzt werden könnte.

Ein Fotograph könnte in diesem Stück der Natur einen herausragenden Schnappschuss erkennen. Als ein Teil eines Stilllebens oder einer Naturaufnahme, die ein spezifischen Bereich thematisiert.

Ein Erwachsener, der nicht über die Perspektiven der anderen Menschen verfügt, würde in diesem Gehölz nicht mehr sehen, als es auf den ersten Blick erscheint. Ein einfaches Stück Holz. Nicht mehr und nicht weniger. Keine Relation, keinen Zusammenhang und kein Potenzial.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Sichtweisen sich immer auf die eigenen Interessen und Erfahrungen beschränken und eine eigene Realität kreieren. Die eigene Wahrnehmung erschafft quasi eine subjektive Realität und kreiert somit individuelle Möglichkeiten innerhalb dieser geschaffenen Welt und Betrachtung.

Wie sagt man so schön: „Es kommt immer auf den Blickwinkel des Betrachters an.“

1.1 Der Perspektivenwechsel

Auf der Basis unserer eigenen Perspektive treffen wir täglich unzählige Entscheidungen und sehen nur das, was sich dieser Wahrnehmung auch erkenntlich zeigt. Wie ein Filter, der ein auf dich zugeschnittenes Sichtfeld erzeugt, dabei jedoch andere Faktoren vernachlässigt. Ich möchte dir in diesem Zusammenhang ein nützliches Werkzeug vorstellen, das innerhalb der Therapie und Beratung unverzichtbar ist. Den sogenannten Perspektivenwechsel.

Dieser wird lösungsorientiert eingesetzt, um neue Blickwinkel aufzuzeigen, welche sich von der Problematik des Klienten distanzieren. So lassen sich zusammen neue Lösungswege ermitteln, um einen Leitfaden in Richtung Veränderung einzuschlagen. Ob in die Lage eines anderen Menschen, eines Tieres, in einen Gegenstand, in etwas völlig Abstraktes oder einfach nur eine objektive und distanzierte Betrachtung auf sich selbst - die Möglichkeiten sind beinahe grenzenlos und helfen, eine neue Sichtweise zu erschaffen, um die Problematik anders zu betrachten und anzugehen.

Beispiel:

Was wäre, wenn du mit einer zukünftigen Version von dir selbst tauschen könntest? Wie würde diese Version mit deinem derzeitigen Konflikt wohl umgehen?

Eine neue Perspektive zeigt neue Möglichkeiten auf und holt eine verknotete Wahrnehmungsstruktur aus ihrer Eindimensionalität. Man erweitert den Blick auf das Geschehen und berücksichtigt neue Faktoren, welche vorher durch die eigene starre Sicht verschleiert wurden. Diese Horizonterweiterung kann den Einstieg für neue psychische und physische Ressourcen bedeuten, sein eigenes Potenzial in einem anderen Licht zu betrachten und in völlig neue Richtungen zu lenken. So erschließt sich bei Erfolg gegebenenfalls eine neue Quelle der Energie zur eigenen Veränderung.

Die in der Praxis angewandten Perspektivenwechsel sind allerdings auf den zu lösenden Konflikt des Klienten beschränkt und sehr spezifisch. Sie erweisen sich zwar als äußerst hilfreich, um eine vorherrschende Problematik anders zu betrachten, helfen dir jedoch innerhalb dieses Rahmens nur geringfügig weiter. Denn Perspektiven sind zu so viel mehr fähig, als nur einen Bereich des Lebens durch hypothetische Fragestellungen anders zu betrachten. Sie besitzen die Möglichkeit, die Sichtweise auf die gesamte Welt und sich selbst völlig zu verändern, um ein gänzlich neues Verständnis zu erlangen.

Denn was wäre, wenn du dich mit Aspekten konfrontierst, die sonst ein Leben lang unergründet blieben?

Fakten, die sich dem Bewusstsein meist völlig entziehen, da sie durch das alltägliche Leben verschleiert werden. Eine Wahrnehmung der eigenen Existenz, die viele der Privilegien und Faktoren berücksichtigt, die dein Leben ermöglichen. Perspektiven, die dein tatsächliches Glück erst wirklich verdeutlichen und dem Leben möglicherweise einen tieferen Sinn verleihen könnte.

Wir werden nun zusammen in tiefgründige Themen abtauchen und das Leben aus völlig neuen Blickwinkeln betrachten. Diese Erkenntnisse werden deinen Horizont erweitern und dir eine völlig neue Sicht auf dich selbst und die Welt ermöglichen. Dieser Einstieg bildet ein erstes Fundament in Form neuer Perspektiven und somit den Anfang für etwas Neues…

„Alles, was wir hören, ist eine Meinung und keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive und nicht die Wahrheit“

- Marcus Aurelius

1.2 Neue Perspektive

Die Entstehung

Für den Anfang müssen wir einmal ganz von vorne beginnen. Ganz von vorne...

Hierfür müssen wir einige Jahre in der Zeit zurückreisen, genauer gesagt 13,8 Milliarden Jahre. Nach dem heutigen Stand geht man davon aus, dass das gesamte Universum zu diesem Zeitpunkt aus einem winzig komprimierten Kern bestand, auch als Singularität1 bezeichnet. Ein winziger Punkt, sehr viel kleiner als ein Stecknadelkopf, welcher eine unvorstellbare innere Hitze in sich trug und im Grunde alles beinhaltet, was das Universum uns heute geschenkt hat. Denn vor 13,8 Milliarden Jahren begann sich dieser winzige Punkt auszudehnen, sodass dies, wie wir heute vermuten, zu einer gemeinsamen Entstehung von Raum, Zeit und Materie führte. Dieser Prozess wird auch als der Urknall bezeichnet, wobei es sich jedoch nicht um einen Knall, sondern vielmehr um die Expansion des frühen Universums handelte. Das „Alles“ begann sich auszudehnen und verteilte seinen extrem heißen Kern im entstandenen Raum, dem jungen Universum.

Seit Beginn der Ausdehnung expandiert das Universum und wird mit jeder Sekunde größer. Aus der anfänglichen Energie dieser Expansion entstanden die ersten Elementarteilchen, welche die Bausteine der Materie bildeten und später die ersten Atome formten. Gerade Wasserstoff und Helium waren die vorherrschende Kraft, aus welcher die ersten Sonnen entstanden. Diese entstandenen Sonnen existieren über einen unterschiedlich langen Zeitraum. Bis sie sich eines Tages als Supernova selbst zerstören oder mit weiteren Sonnen kollidieren. Somit werden während beiden Prozessen Gesteine, Staub und Partikel in das Universum freigesetzt. Wenn diese Teilchen nun mehrfach miteinander kollidieren und immer wieder neue Gesteine aufnehmen, wächst mit etwas Glück ein neuer Planet heran. Unsere Erde ist das Endprodukt eines solchen Prozesses, also ein Teilstück unserer Sonne und existiert seit ungefähr 4,6 Milliarden Jahren. Ein einziger Planet von über 200 Milliarden weiteren innerhalb unserer Galaxie, der Milchstraße. Ein Zyklus, der aus den komprimierten Teilen des anfänglichen Urknalls entstand, wodurch die Sonnen sich bildeten, unser Planet entstehen konnte und wiederum weitere entstehen können. Bis sie sich eines Tages wieder selbst zerstören oder erneut kollidieren, damit etwas Neues entstehen kann. Es ist ein ewig währender Kreislauf des Staubs und Gerölls des jungen Universums, der die Erde hat entstehen lassen. Unsere Heimat. Doch das Leben, wie wir es auf unserem Planeten kennen, ist noch lange nicht in Sicht.

Über die Zeit hinweg veränderte sich das Klima auf der Erde mehrfach und ganze Kontinente verschoben sich mal in die eine, mal in die andere Richtung. Trotz der verschiedenen Umwelteinflüsse entstanden vor rund 3,5 Milliarden Jahren die ersten Mikroorganismen. Diese Lebewesen sind der Ursprung des Lebens, denn ohne sie wäre keiner von uns heute hier. Bis heute weiß kein Mensch, wie genau sie entstanden sind. Die gängigste Theorie bilden die Weißen-Raucher. Unterwassergebilde aus Stein, aus welchen heißes Wasser austritt. Dort bildeten sich die ersten Nuklein- und Aminosäuren, wodurch die ersten Einzeller entstanden und diese durch das Wasser und die Strömung über das ganze Meer verteilt wurden. Einzeller, aus denen sich die ersten Meereslebewesen entwickelten, unsere Urahnen.

Durch jene Umwelteinflüsse wurden die Zellen der Bakterien beeinflusst und das Leben fortan geprägt. Es folgte eine große Artenvielfalt und Weiterentwicklung verschiedenster Organismen. Egal ob an Land, im Wasser oder in der Luft. Von dem Zeitalter des Kambriums2 bis hin zum heutigen Quartär 3entwickelten sich Millionen von Lebewesen. Diese wurden immer komplexer, passten sich an ihre Umgebung an und entwickelten sich von kleinsten Einzellern hin zu unterschiedlichen Gattungen und brachten so perfektionierte Spezies hervor. Viele starben aus, andere passten sich an und überlebten. Bis wir es als Homo sapiens irgendwann schafften, durch unsere Intelligenz, Gemeinschaften und motorischen Fähigkeiten zu dem zu werden, was wir heute sind.

Ob Mensch, Flora, Fauna, Erde, Sonne, ja, das gesamte Universum existiert nur durch den kleinen anfänglichen Kern der komprimierten Singularität - Dem Urknall. Und doch stehst du heute hier, atmest Sauerstoff durch deine Lungen, nimmst Kohlenstoff in Form von Nahrung auf und trinkst Wasserstoff, um nicht zu verdursten. Drei Elemente, aus denen du selbst zu 98 % bestehst. Elemente, die innerhalb des gesamten Universums unsagbar häufig vorliegen und dein grundlegendes Fundament errichten, ohne dass du gar nicht existieren würdest. Du bist ein Produkt des Universums und ein Teil dessen. Du bist das Geröll, Gestein und der Sternenstaub von Sonnenexplosionen, nur Milliarden Jahre später in einer gänzlich anderen Form und Zusammensetzung. Atom Ketten, die verstanden haben, das sie Atom Ketten sind und nach ihrer lebendigen Zeit auf der Erde wieder zerfallen, um die Möglichkeit zu bieten, etwas Neues entstehen zu lassen. Ob ein neues Leben oder als ein Teil dessen. Es ist ein ewiger Kreislauf derselben dem Universum und damit der Erde zur Verfügung stehenden Ressourcen. Alles ist miteinander verbunden und steht in einer ständigen Korrelation.

Grundgedanke:

„Nun gut, ich möchte den Rahmen nicht völlig sprengen und dich langweilen, zudem bin ich kein Astrophysiker oder Naturwissenschaftler. Natürlich muss man nicht den gesamten Prozess der menschlichen Entstehung oder den des Universums verstehen und erklären können (zumal dieser immer noch stark erforscht wird), allerdings können diese Erkenntnisse entscheidend für die eigene Betrachtung sein. Denn durch die Geschichte der Entstehung lernst du deinen tatsächlichen Ursprung kennen und verstehst, dass alles Existente miteinander verbunden ist. Kein einziges Atom des Universums geht jemals gänzlich verloren. Denn alles Existente wird als erneutes Baumaterial in den Zyklus des Werdens, Vergehens und Neuwerdens zurückgeführt.

Ein Kreislauf, der dich geschaffen hat und zudem alles dich Umgebende. Chemische Zusammensetzungen, die aus dem Geröll und Staub des Universums Pflanzen, Nahrung und Lebewesen entstehen ließen. Unterschiedliche atomare Gerüste, die jedoch alle auf den Ursprung des Urknalls zurückzuführen sind und eine gemeinsame Verbindung einigt. Das, was das Universum und die Erde dir geschenkt haben, hat es dir ermöglicht zu existieren, zu erleben, zu entdecken und zu verstehen. Jeder Teil deiner Umgebung, jeder Mensch, jedes Tier, jeder Gegenstand und jedes Nahrungsmittel bildet ein Privileg, welches du schätzen solltest, da euch schließlich eine weitreichende Geschichte verbindet. Dir sollte mit jedem Tag bewusst sein, was dich eigentlich für ein unfassbares Glück ereilt hat und gegenwärtig umgibt. Dass alles aufeinander aufbaut, miteinander verbunden ist und die Erde ein voll funktionsfähiges System bildet, dass das Leben überhaupt erst ermöglicht. Milliardenjahre alte Atome, die dir heute das ermöglichen, was dir zur Verfügung steht.“

Perspektive 1:

Ich bin Dankbar für alles, was mich umgibt!

1Singularität: Krümmung von Raum und Zeit

2Kambrium:Periode der Erdgeschichte (Zeitraum - 541 Millionen bis 485,5 Millionen Jahre)

3Quartär: derzeitige Periode der Erdgeschichte

1.3 Neue Perspektive

Der Zufall deiner Existenz

Der Zufall, dass das Leben durch Bakterien überhaupt erst entstehen konnte, du daraus entstanden bist und sogar in der Lage bist, diesen Prozess weitestgehend zurückzuverfolgen und zu verstehen, ist einfach absolut unglaublich.

Du hast das Glück, ein Teil dieser Welt und das derzeitige Endprodukt dieser Spezies sein zu dürfen. Wer weiß, was du vor 100 Millionen von Jahren hättest sein können. Dann hättest du all dies hier nicht verstehen können und würdest nicht ein Leben in Sicherheit mit all dem Luxus, welchen wir uns geschaffen haben, erleben dürfen. Und wer weiß, wie wir in Tausenden von Jahren denken, wie wir uns weiterentwickeln oder vielleicht zerstören werden...

Wir alle sind lediglich nur ein sehr winziges Teilstück des Experimentes Leben auf diesem Planeten, ein kleines Nebenprodukt von Sonnenexplosionen, welches zufällig entstanden ist. Dieser große Zufall hat dich geschaffen. Ein so unfassbar kostbares Geschenk des Universums. So kostbar, dass es aufgrund der Größe des Universums und dem übersteigenden menschlichen Verständnis des Gesamtbildes unserer kosmischen Existenz nicht einmal möglich ist, mathematisch genau zu errechnen, wie wahrscheinlich das menschliche Leben wohl wirklich sein mag. Es handelt sich also um eine Wahrscheinlichkeit, die wir uns nicht einmal vorstellen, beziehungsweise errechnen können und nichtsdestotrotz haben viele Menschen innerhalb der Gesellschaft verlernt, glücklich zu sein, wo doch nur das alleinige menschliche Sein schon pures Glück implizieren müsste.

Die zufällige Entstehung der menschlichen Spezies hat dich als einzelnes Individuum hervorgebracht, was wiederum eine völlig neue Wahrscheinlichkeit aufstellt. Hätte es nur eine andere Spermienzelle, der über 150 Millionen Zellen geschafft, die Eizelle zu befruchten, würde heute ein anderes Individuum deinen Platz einnehmen. Aber nein, du hast es damals als einzige Spermienzelle geschafft, durch den Eileiter zur Eizelle zu gelangen. Du bist ein Champion, welcher sich gegen Millionen von Konkurrenten behauptet hat und das noch vor deiner Geburt. Du alleine bist der Sieger, welcher das Licht der Welt erblicken durfte.

Nur eine schicksalhafte Auslöschung deiner Vorfahren oder Urahnen hätte ausgereicht, deine Existenz zu verhindern. Denn all deine Vorfahren haben dir den Weg geebnet, heute hier zu sein. Einer von knappen 8 Milliarden derzeitig lebenden Menschen auf diesem Fleckchen Erde. Wir alle sind eine Kettenreaktion aus zufälligen Existenzen des Kreislaufes, die durch eine kleine Abweichung völlig andere Realitäten hätte erschaffen können. Ein tragischer Unfall, ein anderer Liebespartner oder ein differenter Zeitpunkt hätte das Ende deiner Entstehung bedeuten können und es hätte eine alternative Version von dir, deinen heutigen Platz eingenommen.

Welche Alternative hätte dich wohl ersetzt?

Was hätte euch unterschieden?

Du wirst es nie erfahren...

Doch als ob das nicht schon genug wäre, bist du auch noch mit überragenden psychischen und physischen Voraussetzungen gesegnet.

Augen, die dich die Schönheit der Erde erblicken lassen!

Ohren, die dich die schönste Musik hören lassen!

Geschmacksrezeptoren, welche dich das leckerste Essen kosten lassen!

Eine Nase, die dich die feinsten Düfte wahrnehmen lässt!

Hände, die dir ermöglichen, etwas zu erschaffen!

Und ein intelligentes Hirn, welches dir ermöglicht, all dies zu verstehen!

So viele zufällige Ereignisse, die dazu führten, dich ins Hier und Jetzt zu katapultieren, mit den Voraussetzungen, die dir zur Verfügung stehen. Ein unvorstellbarer Segen, der einem häufig gar nicht wirklich bewusst wird. Meist erst dann, wenn ein solches Privileg dahinschwindet und unwiderruflich vergeht.

Grundgedanke:

„Deine Existenz ist ein absolutes Wunder der Evolution, des Zufalls und der daraus entstandenen Kettenreaktionen. Das menschliche Leben stellt ein absolutes Privileg dar, welches um keinen Preis durch die ständige tägliche Beschäftigung in Vergessenheit geraten sollte. Durch so viele Zufälle war es möglich, dich ins Leben zu rufen, wo doch so viele andere deinen Platz hätten einnehmen können. Nur du hast es geschafft, das Licht der Welt zu erblicken. Wie viele andere Lebensformen dieser Erde würden wohl gerne mit dir tauschen wollen? Keine natürlichen Feinde zu besitzen, einen sicheren Komfort um sich herum errichtet zu haben, mit physiologischen Voraussetzungen, die einmalig auf diesem Planeten sind. Wie viel würden Menschen, die vom Leben bereits kosten durften, geben, um den Atemzug, den du derzeitig tätigst, erneut zu erleben? Du hast eine einmalige Chance, hier zu sein, als Mensch ein Potenzial zu entfachen, das keiner anderen uns bekannten Lebensform in diesem Ausmaß zuteil wird. Sei dankbar für das, was du bist und für die Voraussetzungen, die uns Menschen auszeichnet. Sie sind schließlich unwahrscheinlich, zufällig und einzigartig.“

Perspektive 2:

Ich bin dankbar für meine Voraussetzungen und das, was ich bin!

1.4 Neue Perspektive

Die Zeit und Vergänglichkeit

Die Umstände, die benötigt wurden, die Erde entstehen zu lassen und uns Menschen hervorzubringen, hat 13,8 Milliarden Jahre lang angedauert. Würde man allein nur die Existenz der Erde, also 4,6 Milliarden Jahre, auf 46 Jahre herunterskalieren, wären wir Menschen gerade einmal seit 4 Stunden auf diesem Planeten. Und du hast das unfassbare Glück, genau jetzt zu existieren, am Ende dieser 4 Stunden. Dem Hier und Jetzt. Eine winzige Momentaufnahme im Strom der Zeit. In 200 Jahren wird sich vermutlich kaum noch jemand an uns erinnern, da andere Menschen unseren Platz eingenommen haben und in 1000 Jahren werden auch diese erneut durch neue Individuen ersetzt und vergessen. Durch die Vergänglichkeit gerät alles in Vergessenheit, es ist schließlich nur eine Frage der Zeit. Egal ob gute oder schlechte Taten, Fehler, Probleme, Leid, Glück, das Leben, der Tod, die Erde oder das Universum selbst. Alles vergeht durch den allgegenwärtigen Kreislauf.

Die Zeit ist etwas Seltsames. In schönen Momenten vergeht sie zu schnell, in Unangenehmen zu langsam. Sie erinnert uns an die vergangenen oder verpassten Ereignisse und mit jeder Sekunde, die verstreicht, rücken wir unserem Ableben ein Stückchen näher. Der Gedanke des eigenen Ablebens, die Befürchtung, dass es plötzlich dunkel wird und wir aus der Geschichte getilgt werden, bildet für viele eine zu verdrängende Angst. Das Gefühl, etwas zu verpassen, das aufgrund auferlegter Zwänge und Bürden kaum erreichbar erscheint. Denn was sind schon 80 Jahre gegen die Unendlichkeit? Doch gerade unsere Sterblichkeit verdeutlicht den unbezahlbaren Wert des Lebens, da jeder einzelne Moment unserer Existenz der Letzte sein könnte. Nichts geschieht zweimal auf dieselbe Art und Weise. Alles ist einmalig und unwiderruflich.

Dabei ist auch sie lediglich nur ein Konstrukt unseres Verstandes, um durch eine erdachte Zeitspanne Beziehungen zu Ereignissen herstellen zu können. Sie ist kein greifbares Objekt, sondern ein immer da gewesenes abstraktes Phänomen. Ein Zyklus, welchen wir als Zeit definierten.

Ein Phänomen, das uns für eine begrenzte Dauer zur Verfügung steht, in der wir einen Teil der Unendlichkeit miterleben dürfen. Doch die Uhr tickt schneller, als es uns meist lieb ist. Allein durch die Erholsamkeit des täglichen Schlafes wird uns bereits ein Drittel des Lebens geraubt. Zwei Drittel bleiben uns zur Verfügung wovon uns meist ein weiteres durch die wöchentliche Arbeit und nachgehenden Pflichten genommen wird. Nur ein einfaches Drittel bleibt uns von unserer unwiderruflichen Zeit übrig. Nicht mehr und nicht weniger. Wie wir diese nutzen, spiegeln all unsere angehäuften Lebenserfahrungen und Taten wieder. Am Ende des Tages definieren wir uns nur leider nicht über das, was wir täglich tun oder getan haben, sondern meist über das, was wir am Ende des Tages nicht getan haben. Zeit, die wir nicht mehr zurückdrehen können. Chancen, die wir verpasst haben. Ideen, die wir nie verwirklicht haben. Menschen, die wir nie kennengelernt haben. Erfahrungen, die uns leider verwehrt blieben. Wenn du dir nun vorstellen müsstest, in genau diesem Augenblick ins Jenseits zu schwinden und die Welt unweigerlich verlässt, was wären wohl deine letzten Gedanken? Die Zeit vergeht plötzlich langsamer, Ereignisse der Vergangenheit werden rekapituliert und das schlussendliche Schicksal akzeptiert.

Welche Dinge würdest du bereuen?

Worauf wärst du stolz?

Welche nicht erfüllten Wünsche werden nach deinem Ableben verblassen?

Was wirst du auf dieser Welt zurücklassen?

Was wird mit deinem Tod untergehen?

Dir sollte mit jedem Tag klar sein, dass deine Geschichte jederzeit enden kann. Eine endgültige Tilgung, die all deine Wünsche, Vorstellungen, Erinnerungen und Erfahrungen im Keim erstickt. Für immer und unwiderruflich.

Grundgedanke:

„Der Tod ist unser aller Schicksal. Auch wenn es verwerflich klingen mag, aber letztlich warten wir alle seit unserer Geburt nur darauf, eines Tages wieder zu sterben. Nüchtern betrachtet vertreiben wir uns bis dahin lediglich die Zeit durch Schlaf, Arbeit und andere Beschäftigungen, um dem Leben irgendwie einen Sinn zu geben. Nur kennen wir weder Ursache noch Zeitpunkt unseres Todes und so leben wir vor uns hin, während wir vergessen, dass wir eigentlich jederzeit vergehen könnten. Im 21. Jahrhundert sind viele Menschen nicht mehr mit Krieg, Terror und dem allgegenwärtigen Tod konfrontiert. Viele leben in einer Komfortzone, die vergessen lässt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Eine Bequemlichkeit, die nicht selten kostbare Zeit einbüßt, Chancen minimiert und Erfahrungen verwehrt. Nur wenige wollen sich mit ihrem eigenen Ableben auseinandersetzten, da der alleinige Gedanke an endlose Stille ein tiefes Schaudern herbeiführt. Doch wer Stück für Stück lernt, sein Schicksal zu akzeptieren und sich dessen täglich bewusst ist, wird in seinem Leben gänzlich andere Prioritäten setzten können. Der Lauf gegen die Zeit hat bereits begonnen, seit du deinen ersten Atemzug nahmst. Lerne den Tod zu akzeptieren, um die Erinnerung der Vergänglichkeit nie zu vergessen. Sie wird dich lehren, dein Leben wirklich zu leben, statt den Abgang durch eine Verdrängung zu ignorieren und sinnlose Zeit zu verschwenden.“

Perspektive 3:

Ich bin mir meiner Vergänglichkeit täglich bewusst!

1.5 Neue Perspektive

Der Irrsinn der Menschen

Der Mensch ist ein außerordentliches Meisterwerk der Evolution. Wir sind schließlich intelligent genug, vieles zu verstehen und zu hinterfragen, was anderen Lebewesen unseres Planeten leider verwehrt bleibt. Unser Gehirn bildet ein unübertroffenes Hochleistungsinstrument, durch welches es uns gelang, Kreationen zu erschaffen, die weit über das natürliche Dasein des Homo sapiens hinausgingen. So viel Komfort, Reizüberflutungen, Technologien und Möglichkeiten, wie sie uns heute zur Verfügung stehen, hat es noch nie zuvor gegeben. All unsere Schöpfungen lassen uns jedoch schnell vergessen, dass wir im inneren Kern immer noch Säugetiere sind, die eine enge Verbindung zur Natur vorweisen. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit waren wir noch einfache Jäger und Sammler, dessen einziges Bestreben es war, zu überleben. Nahrung, Wasser, Werkzeuge, Unterkunft und die lokale soziale Gemeinschaft waren die einzig wichtigen Dinge im Leben eines frühen Menschen. Keine komplexen Abhängigkeiten oder völlige Überforderungen durch unzählige Einflüsse, sondern eine simple und übersichtliche Existenz.

Doch menschliche Arroganz, Egoismus, Habgier und Größenwahn haben unsere Zivilisation in ein von Geld, Macht, Technologie und Idealismus korrumpiertes Chaos stürzen lassen. Ein Chaos, das unwiderrufliche Schäden verursacht und aufgrund der Kontinuität einen beständigen Einfluss ausübt.