Beschreibung

Kurt F. Svatek geht dem täglichen Gebrauch der deutschen Sprache auf den Grund. Er findet dort viel Kurioses, Doppeldeutiges, amüsante Fehlleistungen und absurde Missverständnisse. Seine Sammlung spannt einen Bogen von Sprachschnitzern aus Politik (Die Wirklichkeit ist ganz anders als die Realität), Medien (Mit dem E-Book können Sie in Sekunden tausende Bücher lesen; Flugzeug im Feld gestürzt), Sport (Der Fahrer hatte eigentlich keine Chance und nützte sie), Gebrauchsanweisungen (Das Gerät hat keine Funktion) bis zu Dialekten und Redensarten. Höchstes Lesevergnügen! Bisherige Veröffentlichungen bei TRIGA - Der Verlag: 'Des Mondes Silbergarten', Haiku, Senryu und Tanka; 'Herr B. aus Berlin', Deutschsprachige Limericks; 'Die Abende sind lang geworden', Gedichte zum Wintermond; 'Der Weg nach Samara', semantische Essays; 'Weihnachten fällt auf den Weihnachtsinseln wohl ins Wasser', Geschichten, die in den Dezember passen; 'Der Montagmorgenmuffel', Schüttelreime; 'Spruch-Reif', Dem Alltag auf die Finger gesehen.

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Seitenzahl: 110

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Kurt F. Svatek

Ein Deut Deutsch

oder Morgen ist heute schon gestern

LiteraturWELTEN Band 35

TRIGA – Der Verlag

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.deabrufbar.

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© Copyright TRIGA – Der VerlagFeldstraße 2a, 63584 Gründau-Rothenbergenwww.triga-der-verlag.deAlle Rechte vorbehaltenCoverfoto: © knallgrün/Quelle: photocaseISBN 978-3-89774-923-8

Inhalt

Ein erster Gedanke

Von Bäckern, Köchen und uns allen

Die Politur der Politik

Reaktionen auf Redaktionen

Klein, aber doch nicht immer fein

Ein Wort zum Sport

Verordnungen ordnen nicht immer

Kaum zu gebrauchen

Dialektik

Wie doch der Sinn sich ändern kann

Rede-Wendungen

Weitere Bücher von Kurt F. Svatek bei TRIGA – Der Verlag

Ein erster Gedanke

Die Sprache ist Ausdruck des menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens. Damit ist aber angedeutet, dass sie nicht nur der Wahrheit verpflichtet ist, sondern sehr wohl manches anstellen kann. Drei Aussprüche aus dem Französischen haben dies schon im 18. und 19. Jahrhundert populär gemacht. So meinte der Minister Napoleons, Herzog Talleyrand, 1807 zu dem spanischen Gesandten Izquiero, als dieser den Minister an seine Versprechungen erinnerte: »Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen.« Im Original heißt dies: La parole a été donneé à l’homme pourdéguiser sa pensée. Nun, er war Politiker und musste es wohl wissen.

Heinrich Heine legt 1826 dem Polizeiminister Joseph Fouché eine etwas abgewandelte Formulierung in den Mund: Les paroles sont faites pour cacher nos pensées, also »Die Worte sind dazu da, unsere Gedanken zu verbergen.« Ich glaube, das weiß die Werbung auch heute noch.

Aber vielleicht gehen diese Aussprüche schon auf Voltaire zurück, der in seinem »Dialog des Kapauns mit der Poularde, dem noch nicht geschlechtsreifen Masthuhn, von den Menschen sagte: »Sie gebrauchen ihren Verstand nur, um ihr Unrecht zu rechtfertigen, und ihre Sprache allein, um ihre Gedanken zu verbergen (Ils ne se servent de la pensée que pour autoriser leurs injustices, et n’emploient les parles que pour déguiser leurs pensées).« Auch Voltaire dürfte die Diplomaten schon längst durchschaut gehabt haben.

Später glaubte der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, von verschiedenen Stufen der Wahrheit sprechen zu müssen, während der legendäre britische Premier Winston Churchill meinte: »Die Wahrheit ist so kostbar, dass man sie versteckenmuss.« Wahrscheinlich hinter einem Wall aus Lügen, wo sonst?

Das heißt aber, dass nicht jene, die eine Sprache nicht ganz so gut beherrschen, wie etwa Ausländer, das meiste mit ihr anstellen, sondern die, die sehr wohl wissen, was sie tun.

Übrigens in dem Wort Deut, das so viel heißt wie fast gar nichts, lebt einfach der Name einer holländisch-niederrheinischen kleinen Münze fort. Der Name, der von schlagen und hauen kommt, erinnert an die Frühzeit des Handels, in der zerschnittenes Edelmetall (Hacksilber) als Zahlungsmittel galt.

Natürlich passieren uns allen Fehler, sowohl beim Reden als auch beim Schreiben. Da wird falsch zitiert, werden die Fälle verwechselt, »wie« und »als«, aber auch »sich« und »einander« wie in einem Würfelspiel verwendet. Die Aufzählung könnte beliebig lang fortgesetzt werden.

Nur hoffentlich hauen und schlagen wir – unabsichtlich oder absichtlich – nicht gar so sehr auf unsere Sprache ein, damit sie uns noch lang als derart großartige Errungenschaft erhalten bleibt. Auf einer Hauswand des Pariser Bezirkes Belleville steht ein bemerkenswerter Satz: Ilfaut se méfier des mots. Auf Deutsch: Man muss den Worten misstrauen. Wie wahr!

Aber vergessen wir trotz allem nicht, so oft wie möglich auch spielerisch mit den Wörtern umzugehen. Ich weiß nicht, wem schon aufgefallen ist, dass gewisse Buchstabenkombinationen auf Gleichartiges hindeuten. Mit »Kno« beispielsweise beginnen im Deutschen viele kleinere Gegenstände, wie Knolle, Knorpel, Knöchel, Knoblauch, Knödel, Knopf, Knospe oder Knoten. »Str« wiederum deutet sehr häufig auf lange und dünne Sachen hin: Straße, Strahl, Strähne, Strebe, Strecke, Strich, Strick, Strippe, Strand oder Strumpf.

Da gäbe es noch viele Begriffe aus dem Wörterbuch herauszusuchen und zuzuordnen. Gerade das könnte die Freude an Sprache und Kommunikation noch erhöhen.

Kurt F. Svatek

Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die schlechteste.Karl Kraus

Eine der schwersten Sünden, die ein Mensch begehen kann, ist jene an der Sprache.Alexander Roda Roda

Von Bäckern, Köchen und uns allen

In den großen Möbelhäusern wird heutzutage vieles angeboten. Einrichtungsgegenstände werden nach Hause geliefert, aber viele Accessoires gibt es auch gleich zum Mitnehmen. So in einem Möbelhaus in Wiener Neustadt, in dem auf einem großen Transparent zu lesen steht: Tiefpreise zum Mitnehmen. Verlockend, ich frage mich nur, wo stelle ich denn die Tiefpreise zu Hause hin? Ins Wohnzimmer oder gleich in die Diele? Was fang ich mit ihnen an? Kann ich sie in der Küche gebrauchen, im Schlafzimmer oder im Arbeitszimmer? Sind sie vor allem attraktiv genug, um einem Besucher gleich aufzufallen?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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