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Alwen Berrit, Sohn eines Zoohändlers, und Eban Ginol, Sohn eines berühmten Senators, haben eigentlich nicht viel gemeinsam, außer dass sie an der selben Hochschule studieren, der elitären Elgido Universität. Doch ihre Lebenswege kreuzen sich unerwartet und eine tiefe Freundschaft entsteht. Gemeinsam überstehen sie mit viel Einfallsreichtum eine hitzige Schnitzeljagd und enttarnen einen Kriminellen. Doch das ist erst der Anfang ihrer abenteuerlichen Reise.
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Seitenzahl: 100
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Homa Guyston
Ein Elektron und ein Photon treffen sich in einer Bar
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Epilog
Nachwort
Leseprobe aus Mission Supernova – Kampf um den Auserwählten
Das Buch
Prolog
Kapitel 1
Impressum neobooks
<<Was wie ein schlechter Witz anfängt, ist häufig genug ernst gemeint.>>
Die vorliegende Kurzgeschichte handelt über die erste Begegnung zweier Protagonisten aus meinem Roman Mission Supernova - Kampf um den Auserwählten -, den ich gerade zu Ende schreibe. Im ersten Abschnitt der Kurzgeschichte nimmt der Leser an einer Vorlesung über Quantenmechanik teil. Was an für sich nichts Besonderes wäre, würde die Vorlesung nicht auf einem entfernten Planeten stattfinden, bewohnt von einer deutlich weiter entwickelten, aber äußerlich sehr menschenähnlichen Spezies.
Hierbei wird auf eine, nicht wirklich ernst zu nehmende, Deutung der Quantenmechanik eingegangen. Diese fiktive Theorie erklärt auf anschauliche Weise quantenmechanische Phänomene wie Verschränkung, die spukhafte Fernwirkung und bestätigt Einstein in seiner Behauptung, dass Gott nicht würfelt. Außerdem wird beschrieben, wie es dazu kommt, dass einige besondere Personen im Roman, sogenannte Auserwählte, die Gabe besitzen Energiestrahlen und transiente Materie zu generieren.
Damit auch die, die wenig Interesse an der Physik haben, auf ihre Kosten kommen, sind diese Erklärungen in eine wendungsreiche Handlung eingebettet, die ab dem zweiten Kapitel Fahrt aufnimmt.
Die Geschichte soll das Interesse an dem eigentlichen Roman wecken und mir ebenso helfen mithilfe Ihrer Rezensionen, meinen Schreibstil zu verbessern.
Im Nachwort gehe ich dann auf den etwas ungewöhnlichen Titel ein und erzähle den Witz zu Ende.
Zu guter Letzt ist eine Leseprobe des eigentlichen Romans eingefügt.
Nun komme ich aber endlich zum Schluss und wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.
Homa Guyston
Köln, den 01.08.13
35 Jahren zuvor und Dutzende Lichtjahre entfernt …
Hörsaal 3 im physikalischen Institut der Elgido Universität,
Merfon, Hauptstadt des Planeten Amasia
Ein hagerer Mann mit auffällig aufrechter Körperhaltung und militärisch kurzen, dunklen Haaren ging gemächlich auf das Rednerpult zu und lauschte der Kakophonie von Unterhaltungen und Gekicher der Studenten. Noch schenkten sie ihm nicht den gebührenden Respekt, aber das würde sich bald ändern. So wie die Tatsache, dass die meisten Sitze im Hörsaal besetzt waren. Er würde schon dafür sorgen, dass sich die Spreu vom Weizen trennte. Am Rednerpult angekommen baute er sich vor seinem Publikum auf, klopfte einige Mal demonstrativ auf das Mikrophon an seinem Hemdkragen und begann zu sprechen.
<<Guten Morgen meine Damen und Herren, mein Name ist Professor Craf.>> Schnell wurde es leiser im Hörsaal, aber nicht absolut still. <<Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit und das bedeutet, dass Sie jetzt schweigen und mich reden lassen.>>
Wieder wartete er mit einem schmalen Lächeln auf den Lippen, bis auch die letzten Schallwellen seines Auditoriums verklungen waren. Sein Blick schweifte durch das Publikum, während er das Zentrum der halbkreisförmig verlaufenden Sitzreihen bildete, die nach hinten hin aufsteigend angeordnet waren.
Er nannte es seine Arena, in der er seinen täglichen Kampf gegen die Unwissenheit und Ignoranz ausfocht.
<<Ich begrüße Sie zu der Vorlesung Grundlagen der Quantenphysik. In den folgenden 12 Monaten werde ich Sie unterrichten, was die klügsten Köpfe der Geschichte in jahrelanger und mühsamer Arbeit herausgefunden haben. Und um es vorwegzunehmen, seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie die Prüfung nicht beim ersten Mal bestehen. Denn auch nur um die Quantenmechanik ansatzweise zu verstehen, braucht man einige … Intelligenz.>>
Er blickte in die Gesichter seiner Studenten, die überrascht über seine Direktheit ihn förmlich anstarrten. Aber keiner wagte es, ihm zu widersprechen. Sein Ruf als unangenehmste Lehrkraft an der Universität eilte ihm voraus.
Schließlich erkannte er den Studenten, auf den er sich beim Durchlesen der Teilnehmerliste seiner Vorlesung am meisten gefreut hatte. Eban Ginol, der Sohn des berühmt berüchtigten Senators Kandrag Ginol. Ihm würde er es besonders schwer machen. Schließlich hatte er in seinem Leben genug Annehmlichkeiten wegen seiner Herkunft genossen. Damit war in diesem Hörsaal Schluss.
<<Ich weiß, dass einige von Ihnen kein besonderes Interesse an der Quantenphysik haben. Sie sitzen hier, weil Sie die Gabe haben und den Schein für die Prüfung zum ersten Elfak, die initiale Stufe in Ihrer Auserwähltenausbildung, brauchen. Zwei Dinge seien Ihnen mit auf den Weg gegeben. Erstens es ist keine besondere Leistung die Gabe zu besitzen, da sie ein Geschenk des Schicksals an Sie ist. Sie haben noch nichts gemacht, worauf Sie stolz sein könnten. Zweitens werden Sie die Gabe nie wirklich effektiv nutzen können, wenn Sie die Physik hinter ihr nicht verstehen. Also passen auch Sie auf und hoffen Sie nicht auf Nachsicht meinerseits. Ich werde Sie gnadenlos durchfallen lassen, wie jeden anderen.>>
Er war zwar nur ein wenig älter als seine Studenten, hatte es aber deutlich schwerer im Leben gehabt. Seine jetzige Position hatte er sich hart erkämpfen müssen. Wieso sollten es andere einfacher haben?
Wo sein Leben begonnen hatte, wusste man nicht so recht. Im Alter von 6 Monaten landete er in einem Kinderheim in der Provinz Nagasan. Obwohl sich die Behörden Mühe gaben, ihn in eine Pflegefamilie zu vermitteln, verhinderte sein übermäßig großer Kopf und enger Augenabstand, dass potentielle Eltern sich länger als einen ersten Kontakt mit ihm abgaben. So wuchs das unansehnliche, aber äußerst intelligente Kind auf und lernte, dass es sich nur auf seine eigenen Leistungen verlassen konnte. Seinem Scharfsinn und der Tatsache, dass er auch die Gabe besaß, verdankte er später seinen Studienplatz an der elitären Elgido Universität. Auf der Suche nach Freunden musste er jedoch feststellen, dass seine Fähigkeiten zwar ausreichten einen der begehrten Studienplätze zu ergattern, aber nicht um in die Gruppe der Reichen und Schönen aufgenommen zu werden. Natürlich gab es auch Studenten, die sich mit ihm anfreunden wollten, aber die standen in der gesellschaftlichen Nahrungskette unter ihm. Daher konnte er auf diese getrost verzichten. Er arbeitete härter als alle anderen, schaffte sein Studium in Rekordzeit und wurde zu einem der jüngsten wissenschaftliche Assistenten an der Elgido. Als er nach weiteren Jahren unermüdlichem Abmühen zum zweiten Mal bei der Vergabe einer Dozentenstelle übergangen wurde, begriff er. Je höher man in der Hackordnung aufgestiegen war, desto mehr brauchte man einen Gönner. Jemanden, der ein gutes Wort einlegte und den Weg ebnete. Und dieser ließ nicht lang auf sich warten …
<<Gut, nachdem das jetzt geklärt ist, fangen wir mit der wohl wichtigsten Frage an. Was ist eigentlich Energie?>>
Er durchkämmte mit seinen Blicken die Menge. Üblicherweise würde sich niemand melden, um die Frage zu beantworten. Ab und zu gab es übereifrige Neunmalkluge, die es wagten seine Inszenierung zu stören und die hasste er sogar mehr als jene, die sich auf ihren edlen Familiennamen in höhere Sphären tragen ließen.
<<Vielleicht Sie, Herr Ginol?>> Prof. Craf trennte sich von dem Rednerpult und schritt bis zur ersten Bankreihe. Der angesprochene Student saß in einer der Hinteren. Er wollte wohl nicht gestört werden?
<<Haben Sie eine Antwort darauf?>>
Perplex über die direkte Ansprache richtete sich Eban auf seinem Sitz auf. <<Also, ähm, ich denke, die aktuelle wissenschaftliche Meinung ist die, dass es sich dabei um eine Art Schwingung der Raumzeit handelt.>>, antwortete er mit einer Körpersprache, die alles andere als Selbstsicherheit ausstrahlte.
Prof. Crafs Lächeln wurde breiter. Er war ihm in die Falle getappt. So wie viele andere vor ihm. <<Schön auswendig gelernt. Aber die Antwort ist falsch. Weiß jemand wieso?>>
Zwar durchsuchten seine Augen theatralisch den Hörsaal ab, aber er wusste, dass niemand mit gesundem Menschenverstand sich melden würde.
Aber er irrte sich.
<<Ganz so falsch ist die Antwort ja nicht.>> Der Student, der einige Stühle neben Eban saß, ergriff das Wort. <<Sie wollte wahrscheinlich hören, dass sich die Quantenphysik nicht mit der Frage nach dem Wesen der Energie beschäftigt, sondern dass ihre Aufgabe es ist, ein mathematisches Modell zu entwickeln, die unsere Beobachtungen der Energie erklärt und wahre Vorhersagen über ihr Verhalten trifft. Was Energie im Eigentlichen ist, sollen Philosophen ausdiskutieren. Jedoch lag mein Kommilitone trotzdem nicht ganz so falsch, schließlich wird das Bild eines schwingenden Gitternetzes, das die Raumzeit darstellen soll, tatsächlich genutzt, um das aktuelle Modell zu veranschaulichen.>>
Wer war der Kerl? Schwarze Augen, dunkle Haare, sportliche Figur und bekleidet wie der typische Mittelschicht-Student, den man in der Elgido leider immer öfter antraf. Prof. Craf konnte nicht gleich antworten. Bisher hatte sich kein Student getraut, ihm so offensiv zu widersprechen. Doch seine Sprachlosigkeit hielt nicht lange.
<<Oh, da haben wir wohl einen Experten für Quantenphysik unter uns?>> Wie ein Torpedo, der sich auf eine neue Schallquelle orientierte, schenkte er nun Ebans Nachbarn seine volle Aufmerksamkeit. <<Ihre Antwort ist gar nicht mal so schlecht. Und wie erklärt man sich die Vielfältigkeit ihre Manifestation in unserer Welt?>>
<<Da müsste ich etwas ausholen.>>
<<Ich halte Sie nicht auf.>>
Der Student stand auf und schickte ein zartes Grinsen durch den Raum. <<Stellen wir uns ein dreidimensionales Gitter in einem Würfel vor. Wie zum Beispiel die Saiten einer Gitarre, aber halt in einem Würfel angeordnet als rechtwinklig zueinander verlaufende Strecken. Das ist unser dreidimensionaler Raum, gemeinsam mit der Zeit bildet es die sogenannte Raumzeit. In Ruhe bewegen sich die Saiten nicht. Wenn man dem System Energie zuführt, in dem man an einer Saite zupft, beginnt sie zu schwingen. Das ist unserer Darstellung der reinen Energie: Die Fähigkeit die Saiten der Raumzeit zum Schwingen zu bringen.
Den Wissenschaftlern fiel zu Beginn der modernen Quantenphysik diese Vorstellung ziemlich schwer, hatten sie doch etwas mehr Substantielles erwartet, das Energie erklärt. Schließlich besteht das ganze Universum aus ihr und ihren verschiedenen Ausprägungen. Wir selbst bestehen aus Protonen, Neutronen und Elektronen, also den Bausteinen der Materie, und stellen nichts anderes als eine Art kondensierte Energie dar. Die Formel E=mc2 gibt dies mit beeindruckender Einfachheit wieder. Aber dazu komme ich noch später.>>
Prof. Craf wollte den Studenten in Verlegenheit bringen, jedoch schien dieser Kerl fast schon Gefallen an seinem Vortrag zu haben. Er ließ in weiter erzählen, in der Hoffnung er würde einen Fehler machen, den er ihm dann um die Ohren hauen könnte.
<<Dieser anfängliche Widerwille ist im Nachhinein nicht nachvollziehbar. Denn recht früh fand man doch heraus, dass Materie das Raumzeitgefüge verformt, und erklärte damit in der Allgemeinen Relativitätstheorie die Anziehungskraft zwischen zwei Körpern. Wir alle kennen das Bild von einem gespannten Tuch auf dem eine große Eisenkugel ruht. Sie beult das Tuch aus, so dass eine kleinere Kugel, die man mit auf das Tuch gibt, wegen dem Gefälle zu der Größeren hin rollt. Eine sehr eindrucksvolle Veranschaulichung der Wirkung von Materie auf die Raumzeit.
Also ist der nächste Schritt, Energie als eine zeitliche Abfolge von Dehnungen und Stauchungen der Raumzeit, mit anderen Worten Schwingungen, zu verstehen, gar nicht so abwegig.
Diese Schwingungen können sich zum einen geradlinig ausbreiten. Wie bei einem Seil, das man an einem Ende hin und her bewegt, pflanzt sich eine Welle fort. In diesem Fall nehmen wir Energie als elektromagnetische Strahlung wahr. Abhängig von ihrer Frequenz handelt es sich dabei mal um sichtbares Licht und mal zum Beispiel um Röntgenstrahlen.
Die Raumzeit kann aber auch derart in Schwingungen versetzt werden, dass es zu einer stehenden Welle oder genauer Wellenfeld kommt. Um bei dem Beispiel von eben zu bleiben, stellen wir uns mal vor, wir würden die beiden Enden des Seils verbinden und einen Kreis formen. Jetzt würde, die Reibung vernachlässigt, sich die Welle im Kreis für alle Ewigkeit bewegen. Aber es ist gar nicht so einfach die Raumzeit zu krümmen, werdet ihr sagen.
Nein, das stimmt, jedoch ist es auch nicht unmöglich. Schließlich sagt die Allgemeine Relativitätstheorie voraus, dass Materie und Energie die Raumzeit verformen. Also müssen wir viel Energie, sprich Schwingungen, in einem winzigen Punkt konzentrieren, damit sich die ebene Raumzeit krümmt und die Welle einen Bogen macht. Dann verbiegen wir das Raumzeitgefüge immer mehr, bis sich die Welle mit sich selbst überlagert. So erzeugen wir ein oszillierendes Raumzeit-Objekt. Eine Welle, die sich selbst in einen winzigen Bereich eingrenzt, aber dennoch nie stillsteht.
