Verlag: neobooks Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

Ein Hauch von Märchen E-Book

Ki-Ela Stories  

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E-Book-Beschreibung Ein Hauch von Märchen - Ki-Ela Stories

Obwohl Jenny Richter weiß, dass ihr neuer Chef Tim König ein Ekel ist, tritt sie entschlossen die neue Stelle als seine Hausangestellte an. Doch wie erwartet macht es ihr der Hausherr nicht leicht und seine respektlose Art bringt sie fast zur Verzweiflung. Aber Jenny gibt nicht auf. Sie richtet sich in seinem Anwesen ein und entdeckt ein kleines Zimmer, in das sie sich zurückziehen und in dem sie ihren Gedanken und Träumen freien Lauf lassen kann. Jennys Zähheit zahlt sich mit der Zeit aus, Tim König wird tatsächlich zugänglicher und eine zarte Vertrautheit entsteht zwischen ihnen. Doch werden sie wirklich zueinanderfinden? Oder sind die Unterschiede am Ende unüberwindbar?

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E-Book-Leseprobe Ein Hauch von Märchen - Ki-Ela Stories

Kapitel 1

Jenny zog den Kragen ihres Wintermantels noch ein wenig höher. Der kalte Wind, der sie mitten ins Gesicht traf, als sie aus dem Bus ausstieg, ließ sie sofort frösteln. Mit klammen Fingern kontrollierte sie den Stadtplan auf ihrem Handy.

Noch zwei Straßen überqueren und dann links – auf geht’s!, spornte sie sich selbst an.

Schnellen Schrittes ging sie los. Jenny schob ihren Schal bis über die Nase und vergrub ihre Finger in den Manteltaschen. Sie hatte keinen Blick für die noble Villengegend, sondern musterte nur aufmerksam die Straßenschilder. Endlich stand sie vor einem großen Zaun und starrte auf das riesige Haus. Schon allein die lange Auffahrt wirkte einschüchternd auf sie. Ihre Finger waren steifgefroren, als sie auf den Klingelknopf drückte. König, stand in edel geschwungenen Buchstaben darüber.

»Ja bitte?« Eine Frauenstimme quäkte aus der Gegensprechanlage.

»Mein Name ist Jennifer Richter. Ich habe einen Termin bei Herrn und Frau König«, antwortete Jenny aufgeregt.

»Ja, bitte kommen Sie vor.« Ein Summen ertönte und das schwere Eisentor öffnete sich automatisch. Verunsichert ging Jenny über den Kiesweg bis zu der großen Haustür. Sie schlotterte richtig, die Temperaturen waren wirklich unangenehm kalt, und Jenny war froh, dass sie endlich in ein warmes Haus eintreten konnte.

Eine Haushälterin öffnete ihr und begrüßte sie freundlich. »Kommen Sie herein.«

Sie nahm Jenny den Wintermantel ab und ging damit zu einem Kleiderschrank, der als Garderobe diente. »Herr und Frau König erwarten Sie schon.« Sie wies ihr den Weg in einen großen Salon.

Eine schöne, elegant gekleidete Frau stand auf und kam auf Jenny zu. Sofort bekam Jenny Bedenken wegen ihres eigenen Äußeren. Sie hatte kein Händchen für Mode. Heute hatte sie sich für eine schlichte weiße Bluse entschieden und einen schwarzen Rock.

Damit kannst du nichts falsch machen, Jennylein, hatte ihre Mutter ihr mit auf den Weg gegeben. Doch als Jenny jetzt die elegante Hausherrin sah, war sie davon nicht mehr so überzeugt. Bewundernd betrachtete Jenny die Haare von Sophia König. Sie waren perfekt frisiert und fielen seidig glänzend über ihre Schultern. Jenny dagegen hatte Locken, die sich standhaft gegen jegliche Behandlung mit Bürste oder Föhn wehrten – und bei so einem nasskalten Wetter war es völlig hoffnungslos. Sie hatte sich einen Zopf gebunden, und schon nach fünf Minuten im Freien hatten sich kleinere Strähnen gelöst, die sich wild kräuselten.

»Frau Richter – schön, dass Sie gekommen sind.« Frau König machte einen warmherzigen Eindruck und auch Robert König, ein imposant aussehender Mann mit Lesebrille und grauen Schläfen, stand jetzt auf, um Jenny zu begrüßen.

»Freut mich, Sie kennenzulernen.« Sein Händedruck war fest, und sie befürchtete, dass er jeden Moment ihre eiskalten Finger zerbrechen würde.

»Meine Güte, Sie sind ja ganz durchgefroren. Thea – bitte bringen Sie uns doch einen Tee«, wies Sophia König die Haushälterin an.

Robert König deutete auf ein Sofa. »Setzen Sie sich.«

»Vielen Dank für die Einladung zu diesem Vorstellungsgespräch«, begann Jenny zaghaft. Sie musste zugeben, dass die luxuriöse Umgebung großen Eindruck auf sie machte. Sie bemühte sich, nicht allzu nervös zu erscheinen, und faltete ihre Hände sittsam in ihrem Schoß.

»Wir freuen uns, dass Sie gekommen sind«, entgegnete Frau König. Thea kam mit dem Tee, dankbar nahm Jenny eine Tasse entgegen. Die warme Flüssigkeit breitete sich wohltuend in ihrem Magen aus.

»Und das bei diesem Wetter …«, pflichtete ihr Mann bei. »Für Anfang November ist es wirklich sehr ungemütlich.« Er schaute missmutig durch die großen Fenster nach draußen in den Garten.

»Es ist schon sehr kalt«, stimmte Jenny ihm zu.

»Nun denn …«, fuhr Sophia König fort. »Lassen Sie uns zu Ihrer Bewerbung kommen.« Sie wirkte auf einmal nervös, was Jenny doch verwunderte. Diese elegante und weltgewandte Frau unsicher zu sehen, überraschte sie. »Sie haben noch nicht so viel Erfahrung mit der Führung eines Haushaltes, wie ich gerade sehe.« Sie blätterte schnell in Jennys Unterlagen.

»Nein.« Jenny schaute schüchtern auf den Boden. »Ich hatte erst eine Stelle bei einer Familie, die hier in der Nähe wohnte. Aber der Hausherr musste beruflich in die Vereinigten Staaten gehen und deshalb konnte ich die Stelle nicht behalten.«

»Aber Sie haben ein sehr gutes Zeugnis bekommen. Ausgezeichnet.« Robert König nickte Jenny anerkennend zu. »Und Sie sind auch noch recht jung … Woher soll Frau Richter denn Erfahrung haben – in diesem Alter?«, rügte er seine Frau.

»Natürlich, du hast recht.« Die Hausherrin lächelte ihren Mann flüchtig an, dann wandte sie sich wieder Jenny zu. »Also, Sie müssen wissen, die Stelle, die wir zu vergeben haben, ist nicht in unserem Haushalt.«

Jenny sah sie verblüfft an. »Nicht? Aber … aber Sie standen doch als Arbeitgeber in dem Vermittlungsbogen.«

»Ja, das stimmt. Wir bezahlen Sie auch. Aber die Stelle ist im Haushalt unseres Sohnes, Tim König. Er wohnt alleine auf einem großen Landsitz, etwas außerhalb von hier. Unser Sohn ist … äh … ein wenig schwierig, müssen Sie wissen. Es haben schon viele Haushälterinnen bei ihm gearbeitet, aber sie sind leider nicht lange geblieben.« Frau König räusperte sich verlegen und sah ihren Mann Hilfe suchend an.

»Er ist ein Scheusal – ein Ekel … Um dem Ganzen mal einen Namen zu geben. Und deswegen haben wir auch langsam große Probleme, die Stelle zu besetzen«, ergänzte er.

Deswegen! Deswegen haben sie mich eingeladen!

Jenny war frustriert. Sie hatte sich schon gewundert, dass sie ein Vorstellungsgespräch für diese gut bezahlte Stelle angeboten bekommen hatte. Auf viele Bewerbungen hatte sie erst gar keine Antwort erhalten. Und die, die sie eingeladen hatten, hatten sie aufgrund ihrer mangelnden Berufserfahrung abgelehnt. Offensichtlich war sie die letzte Hoffnung für die Königs – sie suchten eine Haushaltshilfe für ihren psychopathischen Sohn. Nicht gerade verlockend. Jenny wusste nicht so richtig, was sie sagen sollte, dann fasste sie sich aber. »Wäre es dann nicht sinnvoller, wenn Ihr Sohn die Stelle besetzt? Vielleicht ist er gar nicht mit mir einverstanden?«

Robert König lachte laut auf, Jenny zuckte erschrocken zusammen. »Mein Sohn, Frau Richter, ist mit niemandem zufrieden. Er will überhaupt keine Haushälterin. Wenn es nach ihm ginge, würde er dort in seinem Haus versumpfen! Aber wir wollen das nicht zulassen. Er ist Mitinhaber meiner Firma und er arbeitet auch in der Geschäftsführung mit, allerdings von seinem Landsitz aus. Wir hegen die Hoffnung, dass er doch noch mal vernünftig wird und aus seiner selbstgewählten Isolation wieder hervorkommt! Und er braucht jemanden, der sich um das große Haus und um seine Belange kümmert. Auch, wenn er das nicht einsieht.«

»Ihre Aufgabe bestünde darin, seine Kleidung zu waschen und in Ordnung zu halten, den Haushalt zu führen und zu kochen. Sie haben dort ein Zimmer zur Verfügung – wenn Sie möchten. Das Anwesen unseres Sohnes ist sehr weit draußen, und wenn Sie kein Auto haben, ist es schwer, dort wegzukommen … Haben Sie ein Auto?«

»Nein, ich kann ab und zu das von meinem Vater haben, aber ein eigenes hab ich nicht«, antwortete Jenny leise.

»Wie gesagt, es bestünde die Möglichkeit, dort ein Zimmer zu beziehen. Sie haben einen Tag frei in der Woche, welcher ist verhandelbar. Natürlich ist Kost und Logis inklusive. Hätten Sie denn generell Interesse?«

»Ja … ja, ich habe natürlich Interesse. Nur … also … meinen Sie, Sie können mich Ihrem Sohn einfach so ins Haus setzen?«

Das Gehalt war reizvoll, es übertraf bei Weitem ihre Einkünfte bei ihrem vorherigen Arbeitgeber. Einen Versuch wollte sie auf jeden Fall wagen – auch wenn ihr die Umstände schon sehr suspekt waren.

»Ja, können wir«, brummte Herr König. »Sonst schmeiße ich ihn aus der Firma raus und das wird er ganz bestimmt nicht wollen.«

»Aha.«

Das sind ja tolle Voraussetzungen … Jenny schluckte kräftig.

»Wenn Sie möchten, fahren wir gleich rüber, dann zeige ich Ihnen das Haus. Sie sollten sich schon mal umsehen, bevor Sie sich entscheiden.« Sophia sah Jenny freundlich an.

»Ja … gerne«, antwortete Jenny und erhob sich.

»Und bitte: Lassen Sie sich von der ruppigen Art meines Sohnes nicht direkt verschrecken«, fügte sie noch hastig an.

Thea brachte Jenny ihren Mantel und Frau König betrachtete ein wenig verwundert das Kleidungsstück. Jenny wusste ja selbst, dass es nicht besonders schick war, sie wollte sich schon längst einen neuen zugelegt haben, war aber noch nicht dazu gekommen.

Robert König kam in einem großen BMW vorgefahren und hielt seiner Frau und Jenny galant die Türen auf. Jenny bewunderte die Ledersitze des Autos, es roch alles so neu und wirkte edel, der Wagen musste ein kleines Vermögen gekostet haben. Sie dachte an den alten klapprigen Ford von ihrem Vater, den sie ab und zu fahren durfte. Er war schon recht altersschwach und drohte immer zu kollabieren. Was für Welten doch dazwischenlagen.

Sie verließen die Großstadt, neugierig betrachtete Jenny die Gegend. Schließlich bog Robert König auf einen Feldweg ein und Jenny wurde immer nervöser. Sie waren hier tatsächlich recht abgeschnitten von allem. Es würde schwierig sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ihren neuen Arbeitsplatz zu erreichen. Wenn sie die Stelle annahm, würde sie auf das Zimmer im Haus zurückgreifen müssen.

Jenny staunte nicht schlecht, denn Herr König stoppte den Wagen vor einem riesigen schmiedeeisernen Tor und öffnete es. Es war kunstvoll verziert, aber es quietschte erbärmlich. Dann fuhr er weiter durch ein kleines Wäldchen und sie erreichten einen riesigen Herrensitz. Das Haus bedurfte dringend einer Renovierung, doch trotz des bröckelnden Putzes wirkte es imposant. Es hatte hohe, große Sprossenfenster, Efeu und wilder Wein rankten sich an der Fassade hoch. Zwei Türme verliehen dem Anwesen fast das Aussehen eines kleinen Schlösschens.

Wenn man es herrichten würde, könnte dieses Haus ein Traum sein, dachte Jenny verzückt.

Robert König öffnete Jenny die Autotür und riss sie somit aus ihren Träumereien.

Der kalte Novemberwind brachte sie endgültig wieder zurück in die Realität. Die Bäume um sie herum rauschten, das kleine Wäldchen wirkte jetzt fast ein wenig bedrohlich. Jenny begann erneut zu frösteln und zog ihren Mantel enger um sich herum.

»Kommen Sie.« Herr König lächelte ihr zu und ging voran. Er läutete ein paarmal und hämmerte schließlich an die Tür, doch nichts regte sich.

»Vielleicht ist er ja gar nicht da«, sagte Sophia König und ihr Mann zog einen Schlüssel hervor. »Das Haus können wir Frau Richter ja trotzdem zeigen«, brummte er und trat ein.

Sie gelangten in eine imposante Eingangshalle, diese war nur schwach beleuchtet und kaum möbliert.

»Das ganze Haus muss dringend saniert werden, aber unser Sohn kommt einfach nicht in die Gänge«, stellte Herr König verächtlich fest und ging voran.

Die Halle war mit dunklem Holz ausgekleidet, vereinzelt hingen Bilder an den Wänden, alles in allem wirkte es aber eher düster und trist.

Die Führung ging weiter. Robert König zeigte Jenny das Wohnzimmer, auch hier gab es kaum Möbel. Ein weißes Designersofa und ein moderner Fernseher standen im totalen Kontrast zu den hohen Stuckdecken und Holzvertäfelungen. Der Raum war recht groß, Jenny hingegen fühlte sich immer kleiner. Das Einzige, was ihr gefiel, war ein Kamin, vor dem zwei Sessel standen.

Es könnte schön sein, wenn im Winter ein gemütliches Feuer brennt, schoss es ihr durch den Kopf. Im Moment war es aber sehr kalt im Haus.

»Tim könnte ruhig mal heizen«, schimpfte auch Frau König und ging weiter. Jenny folgte ihr eilig, sie wollte auf keinen Fall allein in einem der Räume zurückbleiben. Das Haus bereitete ihr Unbehagen, es wirkte abweisend, sogar richtiggehend feindselig.

Sie traten in die Küche, die verhältnismäßig modern ausgestattet war.

Immerhin, dachte Jenny erleichtert. Kräuter standen auf einer Fensterbank und strahlten ein wenig Gemütlichkeit aus, dieser Raum gefiel ihr mit Abstand bisher am besten.

»Tim?«, rief Herr König laut, aber es folgte keine Antwort. »Nun gut, dann gehen wir mal nach oben.« Er steuerte die große Treppe an. Das Haus hatte zwei Flügel, er bog in den rechten zuerst ein. »Hier sind die Schlafzimmer meines Sohnes – im anderen Flügel befinden sich die Gästezimmer. Und wenn Sie möchten, können Sie dort ein Zimmer beziehen.«

Er öffnete eine Tür, die in ein großes Badezimmer führte. Jenny war überrascht, es war modern und offenbar gerade frisch renoviert worden. Ein Bademantel hing an einem Haken neben mehreren bunten Handtüchern. Sie sah auf einer Anrichte Aftershave stehen und Rasierutensilien.

Tatsächlich – hier wohnt jemand … Es duftete angenehm in dem Bad. Der junge Hausherr schien einen guten Geschmack zu haben, was seine Körperpflegemittel anging.

Herr König öffnete noch mehrere Schlafzimmertüren, alle Räume wirkten unbewohnt. Dann stieß er die letzte Tür in diesem Flügel auf – und blieb wie angewurzelt im Türrahmen stehen.

»Tim – du bist ja doch da!«, meckerte er sofort los. »Wir haben angerufen und Sturm geläutet!«

Jenny konnte zuerst nichts sehen, da Herr König zu groß war, um ihm über die Schulter zu schauen.

»Was willst du hier?«, blaffte es ihnen unfreundlich entgegen. »Ich habe dich nicht hergebeten!«

Jenny zuckte beim Klang dieser Stimme zusammen. Tim König schien alles andere als freudig überrascht.

»Ich habe dir aufs Band gesprochen! Wir wollten dir Frau Richter vorstellen. Sie hat sich auf die Stelle als deine Haushälterin beworben«, erklärte Herr König, scheinbar unbeeindruckt vom barschen Tonfall seines Sohnes.

»Ich brauche niemanden«, knurrte es, doch die Stimme kam langsam näher. Jenny knetete nervös ihre Hände, irgendwie hatte sie sich den Beginn ihrer neuen Stelle doch ein wenig anders vorgestellt.

Sophia schob sich an ihr und ihrem Mann vorbei und sorgte für mehr Licht im Zimmer. »Und ob du jemanden brauchst! Das Haus ist in einem schlimmen Zustand … und du auch!«, sagte sie mit fester Stimme, dann wandte sie sich an Jenny. »Kommen Sie, Frau Richter.«

Zögernd betrat Jenny den Raum. Tim König stand in der Mitte des Zimmers, Jenny zuckte bei seinem Anblick unwillkürlich zusammen. Seine pechschwarzen Haare waren ganz zerzaust. Er hatte einen Dreitagebart, trug ein altes T-Shirt und eine zerfranste Jeans. Um die Handgelenke hatte er Lederbänder gebunden – das alles gab ihm ein verwegenes Aussehen. Doch was Jenny am meisten erschreckte, waren seine dunklen, fast schwarzen Augen, die sie feindselig anschauten. Dann lachte er laut los, Jenny erschrak fürchterlich.

»Was ist das?« Er zeigte mit dem Finger auf sie und schaute seine Mutter amüsiert an. »Euer letztes Aufgebot?«

Kapitel 2

»Tim! Jetzt reiß dich aber mal zusammen!« Seine Mutter schien fassungslos. »Wo bleibt dein Benehmen? Du weißt genau, dass du hier eine Hilfe brauchst!«

»Eine Hilfe vielleicht – aber keine fette Kröte!«, schleuderte er seiner Mutter entgegen.

Jenny rollte innerlich genervt mit den Augen. Was soll ich bloß hier? Er will mich nicht!

Äußerungen über ihr Aussehen prallten mittlerweile an ihr ab, sie hatte schon Schlimmeres gehört. Früher, als sie noch richtig dick war und nicht nur ein paar Pfunde zu viel hatte. Worte konnten sie nicht mehr verletzen.

»Dann hättest du die anderen Damen nicht vergraulen sollen!«, polterte sein Vater dazwischen.

»Die konnten nichts!«

Jenny hielt es nicht mehr aus, sie zog sich leise aus dem Zimmer zurück und beschloss, in der Halle zu warten.

Oben stritten die Königs weiter mit ihrem Sohn, schließlich kamen Sophia und Robert König zu ihr herunter.

»Es tut mir leid, dass Sie so empfangen wurden.« Frau König lächelte Jenny zerknirscht an. »Tim hat eine etwas, äh, schroffe Art. Aber er ist bereit, es mit Ihnen zu versuchen.«

»Er ist ein Rüpel! Ich könnte verstehen, wenn Sie die Stelle nicht wollen«, stellte Robert König klar.

»Ich hatte nicht den Eindruck, dass Ihr Sohn mich will.« Jenny sah unsicher zwischen den beiden hin und her.

»Tim will überhaupt keine Hilfe – das richtet sich nicht gegen Sie persönlich. Bitte lassen Sie sich von ihm nicht verunsichern, er wird sich schon gewöhnen.« Frau König griff nach Jennys Händen. »Ich wäre sehr froh, wenn Sie es mit ihm probieren würden. Er braucht hier jemanden, der für Ordnung sorgt. Sie machen einen netten Eindruck und finanziell soll es Ihr Schaden nicht sein.«

»Wenn Ihr Sohn das wirklich möchte … Ich würde die Stelle schon gerne annehmen.«

»Sehr gut. Und bitte: Lassen Sie sich nicht provozieren.« Sophia König atmete erleichtert auf, schnell ging sie noch einmal die Treppen hoch und kehrte dann mit Tim zurück.

Er blieb mit spöttisch hochgezogenen Augenbrauen vor Jenny stehen. »Ich habe noch nie so eine hässliche Frau wie Sie gesehen.«

Jenny schluckte kurz, dann straffte sie aber ihre Schultern. »Und ich habe noch nie so einen abgewrackten, oberflächlichen Schnösel wie Sie kennengelernt.« In ihr brodelte es, er sollte nur nicht meinen, dass sie sich alles gefallen lassen würde.

Bravo, Jenny! Du brauchst gar nicht erst deine Stelle anzutreten! Du hast sie schon verloren!

»Gut so! Bringen Sie ihm Manieren bei.« Robert König lachte laut auf, sein Sohn funkelte ihn zornig an.

»Vielleicht wäre eine Art Super-Nanny hier besser aufgehoben«, legte Jenny noch einmal nach. Sie ließ dabei ihren neuen Arbeitgeber nicht aus den Augen.

Tim König wirkte kurz irritiert. »Hören Sie, Frau …«

»Richter«, half Jenny ihm auf die Sprünge.

»Ich mache das hier nur, damit meine Eltern mich nicht weiter nerven. Also tun Sie einfach das Gleiche: nicht Nerven! Putzen Sie und waschen Sie meine dreckigen Sachen. Und gehen Sie mir sonst aus dem Weg!«

»Nichts lieber als das. Das ist alles? Hört sich nach einem Traumjob an.«

Er grinste sie verschlagen an. »Mal sehen, wie lange Sie es hier aushalten.«

»Das reicht jetzt. Wann können Sie anfangen?«, fragte Frau König nach.

»Von mir aus schon übermorgen«, schlug Jenny vor, doch sie hatte ein komisches Gefühl, was Tim König anging. Er war überheblich und arrogant – doch damit würde sie fertig werden. Bei ihrem vorherigen Arbeitgeber gab es vier Kinder, darunter zwei Teenager, die ebenfalls alles andere als gut erzogen waren – aber dieser Mann hier war merkwürdig. Und sie würde mit ihm allein unter einem Dach wohnen.

Allerdings war das Gehalt nicht zu verachten – und Tim König würde schon kein Massenmörder sein.

»Wie schön«, sagte Tim zynisch. »Ich freue mich.«

»Und ich erst«, fauchte Jenny zurück.

»In Ordnung. Können Sie gegen zehn Uhr morgens da sein? Tim? Bist du dann hier?«, fragte seine Mutter.

»Machen wir elf Uhr draus, ist schließlich ein Samstag. Da brauche ich meinen Schönheitsschlaf.«

»Wollen wir mal hoffen, dass er was nützt.« Jenny konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen, dabei war er einer der attraktivsten Männer, die sie je gesehen hatte – trotz seines abgerissenen Erscheinungsbildes.

Sein Vater lachte erneut, dann führte er sie zur Tür. Im Rausgehen bekam Jenny noch mit, wie er seinem Sohn ein »Und benimm dich diesmal besser« zuraunte, woraufhin der junge Hausherr ihm ein »Vergiss es« hinterherschleuderte.

***

»Tim König? Der Tim König?« Maggies Augen weiteten sich immer mehr und sie starrte Jenny mit offenem Mund an.

»Was heißt denn: DER Tim König? Kennst du ihn etwa?« Jenny musterte ihre beste Freundin erstaunt. Maggie arbeitete in einem Nagelstudio. Jenny genoss es, ihr ab und zu einen Besuch abzustatten, um von ihr den neusten Klatsch zu erfahren, den die Kundinnen so erzählten.

»Schatzi – das ist mal wieder typisch für dich! Das Leben rasselt komplett an dir vorbei! Die kleine Jenny sitzt auf ihrem Wölkchen und kriegt nix mit.«

»Gar nicht wahr!« Jenny fühlte sich ertappt. Maggie verstand es, den Finger immer genau in ihre Wunden zu legen. Denn sie war wirklich eine Träumerin, interessierte sich nicht groß für das, was um sie herum geschah. Sie schaute zwar Nachrichten, aber dem gesellschaftlichen Leben in ihrer Stadt oder dem ganzen Klatsch, der immer in Illustrierten stand, schenkte sie weiter keine Beachtung. Sie würde eh nie in diese Welt gehören – was sollte sie sich also darum kümmern?

»Wohl wahr!« Maggie lächelte sie jetzt etwas milder an. »Pass auf, ich erzähle dir mal, wer der Mann ist, für den du so gerne arbeiten willst …« Sie drückte Jenny auf einen Stuhl und widmete sich Jennys Fingernägeln. »Tim König ist der Sohn von Sophia und Robert König, Großindustrielle …«, dozierte Maggie. »Tim König ist von Beruf Sohn, erzählt man sich.« Man merkte Maggie an, dass sie an diesen Klatschgeschichten großen Spaß hatte.

»Na und? Das ist mir total egal!« Jenny fragte sich, was das alles mit ihrer Stelle zu tun hatte.

»Warte ab, Schatzilein.« Maggie hob mahnend den Zeigefinger. »Irgendwann war er auch mal verlobt gewesen, aber das hat nicht lange gehalten. Seine Verlobte hat ihn wegen eines anderen Mannes verlassen.«

Maggie sah Jenny Beifall heischend an, doch sie schenkte ihrer Freundin nur einen gelangweilten Blick. »Und?«

Maggie schaute ärgerlich zurück. »Tim König muss wohl sehr unter der Trennung gelitten haben. Er war nur noch auf Partys zu sehen … Wirklich, der hat es vielleicht krachen lassen. Die Zeitungen waren voll von ihm.«

»Und?«

»Dann kam der Hammer!« Maggie plusterte sich noch einmal auf und Jenny wartete innerlich auf einen Trommelwirbel. »Tim König wurde das Opfer einer Entführung.«

»Was?« Jetzt war Jenny wirklich baff.

»Ja, man hat den Täter aber geschnappt und Tim konnte befreit werden. Die Zeitungen haben geschrieben, dass er vier Wochen lang in einer verlassenen Lagerhalle gefangen gehalten wurde.«

Jenny schluckte geschockt. Sie bekam auf einmal großes Mitleid mit dem störrischen jungen Mann. »Der Arme …«

»… ist dann völlig abgedreht. Nachdem man ihn wieder hochgepäppelt hatte, ist er für ein Jahr in der Welt herumgereist. Seit einem Dreivierteljahr ist er zurück. Man sagt, er habe sich komplett geändert. Aus dem Sonnyboy wäre ein Sonderling geworden, der völlig allein auf so einem alten Landsitz irgendwo vor den Toren der Stadt lebt … Hammer, was?« Maggie musterte Jennys erschrockenes Gesicht und schien mit ihrer Erzählkunst sehr zufrieden.

»Ja … Meine Güte! Deswegen ist er so komisch … ist ja kein Wunder …«

»So – und jetzt such dir eine andere Stelle! Du kannst unmöglich für den Kerl arbeiten. Der hat’se nicht mehr alle. Man sagt, er hätte schon viele Haushälterinnen weggeekelt, der muss wirklich total einen an der Klatsche haben. Wer weiß, wozu der noch fähig ist!« Maggie fischte nach einer Tageszeitung.

Verblüfft sah Jenny ihre Freundin an. »Was soll ich denn mit den Zeitungen?«

»Stellenanzeigen durchsehen. Was sonst?«

»Ich hab doch eine Stelle!«

»Hast du mir nicht zugehört? Du kannst nicht für den arbeiten! Der ist verrückt geworden!«

»Natürlich kann ich für ihn arbeiten. Er ist ungehobelt und beleidigend … aber … aber damit komme ich schon klar! Ich bekomme fünftausend im Monat, das sind zweitausend mehr als bei den Bauers, ich werde es auf jeden Fall versuchen!«

»Fünftausend? Das ist wirklich ne Menge. Okay, dann kann ich dich verstehen, aber Jenny: Pass auf dich auf! Besorg dir eine Waffe – oder Pfefferspray! Und melde dich regelmäßig bei mir, okay? Wenn ich nicht jeden Tag eine Nachricht von dir kriege, schicke ich das SEK vorbei – oder ein Exorzisten-Team.«

Jenny musste lachen. »In Ordnung. Aber ich denke, außer dass er ein Ekel ist, hab ich nichts von ihm zu befürchten.«

»Das würde ich ihm auch nicht raten.« Maggie betrachtete noch einmal prüfend Jennys hübsch manikürte Nägel. »Sonst komme ich mit meinem neuen Bodybuilder-Boyfriend vorbei und dann gibt’s was auf die verwirrte Mütze!«

Während Jenny in der S-Bahn saß und zurück in ihren Heimatort fuhr, grübelte sie über diesen merkwürdigen Tim König nach. Das, was Maggie erzählt hatte, hatte Jenny tief betroffen gemacht. Wie schlimm musste es sein, wenn man so etwas erlebt hatte? Sie verspürte großes Mitgefühl mit ihm, sein Schicksal bewegte sie. Und sie nahm sich vor, sich nicht so schnell von ihm rausekeln zu lassen. Vielleicht konnte man ja doch mit ihm umgehen?

Jenny packte ihre Sachen zusammen, morgen würde ihr Vater sie zu dem Anwesen bringen, das für die nächste Zeit ihr Zuhause sein sollte. Sie erinnerte sich, dass es sehr kalt in dem alten Gemäuer war, also schmiss sie ihre warmen Pullis und Strickjacken mit hinein – und dicke Wollsocken in kreischenden Neonfarben, die ihre Mutter immer strickte.

Sie fand in dieser Nacht keinen Schlaf, Tim König ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Schließlich fuhr sie ihren Laptop hoch und begann, zu recherchieren.

Jenny entdeckte jede Menge Artikel über ihn. Die meisten Berichte waren vor seiner Entführung verfasst worden. Dass er ein attraktiver Mann war, hatte sie gestern schon gesehen – trotz seiner gammeligen Kleidung und des verwuschelten Aussehens. Doch dass er so attraktiv war, hatte sie nicht gedacht. Auf den Fotos strahlten seine Augen und er lachte fröhlich. Jenny schluckte.

Seine Augen. Sie hatten einen ungeheuren Reiz auf sie. Auch wenn er sie bisher nur wütend oder abfällig angeschaut hatte.

Müde klappte sie schließlich ihren Laptop zu und ging ins Bett. Sie war gespannt, was sie in der nächsten Zeit erwarten würde.

»Meine Güte!« Ihr Vater beobachtete immer verstörter die verlassene Gegend, durch die sie fuhren. »Bist du dir sicher, dass das hier irgendwo ist? Hier lebt doch kein Mensch mehr!«

»Doch, Papa. Da vorne kommt gleich ein kleiner Feldweg, da musst du rechts abbiegen«, erklärte sie ihm ruhig. Sie wollte sich ihre Nervosität nicht anmerken lassen, damit hätte sie ihn nur noch besorgter gemacht.

Er bog schließlich in den Weg ein und starrte mit weit aufgerissenem Mund das große schmiedeeiserne Tor an. »Hier?«

»Ja.« Jenny sprang aus dem Auto. Es gelang ihr nur mit Mühe, das Tor zu öffnen. Es quietschte erbärmlich, und Jenny musste ihre ganze Kraft aufbringen, um es zur Seite zu schieben.

»Ich seh hier aber kein Haus!« Ihr Vater wurde unruhiger, als er durch das kleine Wäldchen fuhr. Jenny musste zugeben, dass es schon ein bisschen unheimlich war. Das Wetter war kalt, grau und ungemütlich. Der Wind peitschte ab und zu einen kräftigen Regenschauer über das Land und die knorrigen, fast laublosen Bäume wirkten nicht gerade beruhigend auf ihre angespannten Nerven. Schließlich tauchte das große Anwesen auf. Es erschien noch bedrohlicher als vor zwei Tagen – das Grau der Fassade schien nahtlos in das Grau des Himmels überzugehen.

»Nee, Tochter! Hier lasse ich dich nicht!«, sagte ihr Vater resolut. »Wer wohnt denn so verlassen? Graf Dracula?«

Jenny lachte und hoffte, dass es überzeugend klang. »Quatsch, Papa! Und wenn, dann häng ich mir Knoblauch um den Hals.« Sie öffnete die Autotür und machte den Kofferraum auf.

»Das ist mir alles nicht geheuer, hier kommst du doch so schnell gar nicht weg.« Er schaute sich besorgt um, das Haus wurde von einem großen Garten umgeben – genau genommen war es schon mehr ein kleiner Park.

Um den Garten kümmert sich unser Gärtner – da haben Sie nichts mit zu tun.

Sophia Königs Worte klangen in Jennys Ohr nach.

»Ach Papa, ich hab schon vier wilde Kinder und ein großes Haus versorgt. Da werde ich es doch mit so einem alten Kasten und einem einzelnen Mann aufnehmen können.« Eigentlich sprach sie sich selbst eher Mut zu als ihrem Vater.

»Ich weiß nicht.« Ihr Vater stellte ihr den Koffer vor die massive Eingangstür. »Wenn irgendwas sein sollte, rufe an. Ich mache mich sofort auf den Weg.«

»Ich weiß.« Jenny umarmte ihn herzlich, dann wartete sie noch ab, bis sie ihn nicht mehr sehen konnte und das Auto von dem kleinen Wäldchen verschluckt wurde.

Mit zitternden Fingern drückte sie auf den Klingelknopf. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es Punkt elf war. Es tat sich gar nichts im Haus, deswegen klingelte sie noch ein paar Male. Jenny überlegte bereits, ob sie die Königs anrufen sollte, da hörte sie Fußschritte.

Ein mürrisch aussehender Tim König öffnete ihr verschlafen die Tür. Wie beim ersten Mal waren seine Haare struppig und sein Gesicht zierten Bartstoppeln. Er hatte ein T-Shirt an, was Jenny schon beim Anblick frösteln ließ, und eine lange Schlafanzughose, an den Füßen war er nackt.

»Sind Sie also doch gekommen«, brummte er ihr unfreundlich entgegen.

»Natürlich. Denken Sie, ich wollte mir diese Stelle hier entgehen lassen?« Jenny bemühte sich um ein Lächeln.

Er rollte nur genervt mit den Augen und öffnete die Tür einen Spalt, damit sie eintreten konnte. Jenny hievte ihren schweren Koffer in die Halle, es war kalt in dem Haus und sie begann zu frieren.

»Die Treppe hoch und dann links. Da ist der Gästeflügel. Suchen Sie sich ein Zimmer aus und gehen Sie mir möglichst aus dem Weg!«

Er war schon wieder die Treppe hinaufgelaufen und im rechten Flügel des Hauses verschwunden.

Rüpel!, dachte Jenny wütend und schleppte ihren Koffer die Treppe hinauf.

Den linken Flügel des Hauses hatte sie bei ihrem letzten Besuch mit Robert und Sophia König noch gar nicht gesehen. Etwas unsicher lugte sie in den dunklen Gang hinein, von dem die Türen der Gästezimmer abgingen.

Nur am Ende des langen Korridors befand sich ein Fenster, das ein bisschen Licht spendete. Doch an diesem grauen Novembertag wurde es selbst draußen nicht richtig hell, sodass Jenny ihre Augen sehr anstrengen musste, um überhaupt etwas zu erkennen. Schließlich tastete sie sich an der dunklen Holzvertäfelung entlang und fand einen Lichtschalter. Eine vereinzelte Glühbirne spendete ein karges Licht. Immerhin konnte sie jetzt erahnen, wo die Türen waren; mutig öffnete sie die erste von ihnen.

Das Zimmer war spartanisch eingerichtet, es standen nur ein Bett und ein Schrank darin. Ein kleiner Holztisch mit einem ebenso hart aussehenden Holzstuhl befand sich in der einen Ecke, aber es war immerhin sauber. Im Vergleich zum Korridor war es nicht mit Spinnweben übersät. Offenbar war dies das Zimmer, das ihre Vorgängerinnen bezogen hatten. Jenny schloss die Tür wieder und schaute sich die anderen Räume an. Ihre Vermutung bestätigte sich, denn die anderen Zimmer waren leer; wenn ein Möbelstück darin stand, dann war es mit einer Decke überzogen.

Der letzte Raum hatte es Jenny allerdings angetan. Es war zwar sehr schmutzig darin, aber von ihm aus führte eine Wendeltreppe nach oben. Ganz offensichtlich gelangte man über diese in einen der kleinen Türme, die sie von außen schon entdeckt hatte. Vorsichtig stieg sie die Treppe hinauf, und prompt landete sie mit den Haaren in einem großen Spinnennetz. Hastig befreite sich Jenny davon. Sie atmete erst einmal tief durch, dann fasste sie aber wieder Mut und stieg weiter hinauf.

Jenny strahlte, als sie oben ankam. Es war dreckig, es war staubig – und doch war es für Jenny der schönste Raum, den sie je gesehen hatte.

Sie war oben in einem kleinen Turmzimmer. Es war rund und hatte zwei Fenster, die jeweils mit großen Fensterbänken versehen waren. Von einem Fenster aus konnte man das kleine Wäldchen sehen und den Feldweg, der zum Anwesen führte. Aus dem anderen Fenster bot sich der Anblick des Parks und dahinter, wie Jenny verzückt feststellte, grenzte ein kleiner See.

Das Zimmer war nicht vollgestellt, es gab eine alte Truhe und einen Schaukelstuhl. Jenny hatte ihren Platz in dem alten Haus gefunden. Dieses kleine runde Zimmer würde ihr Rückzugsort werden. Und sie beschlich das Gefühl, dass sie so einen Platz gut würde gebrauchen können.

Zufrieden stieg sie die Wendeltreppe hinab und sah sich im unteren Bereich um. Es gab ein Bett, aber keine Decke oder ein Kissen. Sie öffnete einen Schrank, dessen Tür mit einem derart lauten Knarren aufging, dass Jenny heftig erschrak, aber auch dort wurde sie nicht fündig. Keine Bettwäsche, keine Bezüge.

Seufzend suchte Jenny die anderen Zimmer ab, auch dort hatte sie keinen Erfolg, also würde sie wohl oder übel den Hausherrn fragen müssen.

Aus dem rechten Flügel des Hauses ertönte laute Musik, offensichtlich liebte Tim König AC/DC. Jenny beschloss, ihn erst mal in Ruhe zu lassen und sich auf die Suche nach Putzmitteln zu machen.

In einem Raum neben der Küche wurde sie fündig. Bewaffnet mit Schrubber, Eimer und mehreren Flaschen diverser Reinigungsmittel und Tücher, ging sie zurück in ihr neues Zimmer.

Zuerst brachte sie den unteren Raum zum Glänzen, das allein dauerte schon drei Stunden. Dann machte sie sich auf den Weg nach oben. Das kleine Turmzimmer konnte mit einer Klappe verschlossen werden, was ihr ganz recht war, so würde sie hier ungestört bleiben können.

Ein paarmal musste Jenny heftig husten, weil sie jede Menge Staub aufwirbelte, und es schien fast, als würde sie nie fertig werden – doch nach weiteren zwei Stunden hatte sie es tatsächlich geschafft.

Zufrieden mit sich machte sie sich auf die Suche nach einem Badezimmer, denn sie war übersät mit Spinnweben und völlig verdreckt. Sie fand eines am Anfang des Korridors. Allerdings war dieses nicht saniert worden. Die Armaturen waren alt und verkalkt, es gab nur eine rostige Badewanne und die Toilette hatte ihre Blütezeit auch schon längst erlebt.

»O nein.« Jenny war frustriert, dann versuchte sie auch hier, für Sauberkeit zu sorgen.

Nachdem sie eine halbe Stunde mit dem Durchlauferhitzer gekämpft und letztendlich nur lauwarmes Wasser herausbekommen hatte, stellte sie sich erschöpft unter die Dusche. Schnatternd vor Kälte huschte sie in ihr Zimmer und zog sich eine alte Jeans und den dicksten Wollpulli an, den sie finden konnte.

Mittlerweile war es schon fast 19.00 Uhr und draußen war es bereits seit Längerem stockdunkel. Immer noch war das Wetter ungemütlich und ein kalter Wind rüttelte an dem alten Gemäuer. Jenny ging hinunter in die Küche, um das Essen vorzubereiten. Da sie nicht wusste, wann der Hausherr das Abendessen zu sich nahm, würde sie ihn wohl oder übel fragen müssen.

Sie schaute sich im Kühlschrank und in den Küchenschränken um. Ein paar Grundnahrungsmittel waren vorhanden, aber nichts, woraus man ein warmes Essen so ohne Weiteres hätte zubereiten können. Und zum Einkaufen war es schon zu spät. Es sei denn, Tim König würde mit ihr in den nächsten Supermarkt fahren. Jenny kicherte hysterisch auf. Das macht er bestimmt total gern.

Sie atmete tief durch und stieg die Stufen zu seinem Hausflügel nach oben. Immer noch dröhnte laut die Musik. Jenny ahnte, dass ihr Klopfen kaum gehört werden würde, aber das gebot schließlich die Höflichkeit.

Wie zu erwarten war, reagierte er nicht und die Musik lief mit unveränderter Lautstärke weiter. Zögernd drückte Jenny die Türklinke hinunter und trat in sein Zimmer ein. Es war sehr groß, recht geschmackvoll eingerichtet und – warm!

Tim König hockte vor seinem Laptop und starrte verbissen auf eine Tabelle. Er schien sie überhaupt nicht zu bemerken. Jenny sah sich um, entdeckte schließlich seine Musikanlage und schritt beherzt zur Tat. Sie drehte den Ton ab und wartete auf das drohende Donnerwetter.

Kapitel 3

Er fuhr zornig herum und starrte sie wutentbrannt an. »Was um alles in der Welt fällt Ihnen ein, hier hereinzuplatzen und einfach die Musik auszumachen?«

»Ich habe geklopft, aber Sie haben mich wohl nicht gehört«, begann Jenny freundlich.

»Selbst wenn ich Sie gehört hätte, hätte ich Sie nicht hereingebeten!«

»Ich habe aber einige Fragen«, fuhr sie unbeirrt fort.

Er drehte ihr wieder den Rücken zu. »Das interessiert mich nicht.«

»Ich habe keine Bettwäsche, noch nicht einmal eine Decke oder ein Kissen.« Jenny wurde langsam nervös und knetete aufgeregt ihre Hände. Was sollte sie denn tun, wenn sie von ihm keine Hilfe bekam?

»Na und? Ist nicht mein Problem«, knurrte er und tippte etwas in den Laptop.

»Und was wollen Sie essen? Es ist nicht viel da und die Geschäfte schließen bald.«

»Bin ich die Haushälterin oder Sie? Da hätten Sie ja wohl dran denken müssen.« Er schrieb etwas auf einen Block und zog einen Taschenrechner hervor. »Ich fahre gleich in ein Restaurant. Was Sie essen werden, ist nicht mein Problem.«

Jenny nickte, er hatte noch nicht einmal unrecht. In ihrer Euphorie über das schöne kleine Zimmer hatte sie das Einkaufen ganz vergessen. Es war ihre Aufgabe, für genügend Nahrungsvorräte zu sorgen.

»Sie haben recht, das war mein Fehler«, gab sie schließlich zähneknirschend zu.

»Natürlich habe ich recht«, kam es selbstgefällig von ihrem neuen Chef, der ihr nicht mehr einen Blick gönnte.

»Aber was ist mit der Bettwäsche?«

»Besorgen Sie sich welche von zu Hause.«

Langsam wurde Jenny wütender. »Aber wie soll ich denn jetzt nach Hause kommen? Fährt denn noch ein Bus?« Sie konnte sich nicht vorstellen, dass in diese Einöde der öffentliche Nahverkehr überhaupt hinkam. Und ihr Heimatort lag ungefähr dreißig Kilometer entfernt.

»Keine Ahnung.« Tim drehte sich in seinem Sessel zu ihr herum und musterte sie abschätzig. »Gehen Sie den Feldweg zurück und dann bis zur Straße. Dann links … oder war es rechts?« Er tat so, als ob er angestrengt überlegen würde. »Nein, ich glaub, es war rechts lang. Nach drei oder vier Kilometern kommt eine Bushaltestelle. Viel Glück.« Er grinste sie hämisch an und machte sich wieder an seine Arbeit.

Verzweiflung stieg in Jenny auf. Um überhaupt bis zur Straße zu gelangen, musste sie schätzungsweise drei Kilometer laufen. Aber sie würde sich eher die Zunge abbeißen, als dazu noch etwas zu sagen. »Ähm, da wäre noch was …«

»Was ist denn?«, blaffte er.

»Es ist sehr kalt in meinem Zimmer. Kann man die Heizung nicht anstellen?«

»Heizung?« Tim König lachte laut auf. »In Ihrem Flügel gibt es keine Heizkörper, so weit ist das Haus noch nicht saniert. Es gibt in jedem Raum einen kleinen Kohleofen. Ist Ihnen der nicht aufgefallen?« Er schaute sie belustigt an.

»Nein«, gab Jenny verdutzt zu. Sie hatte dem Ofen keinerlei Beachtung geschenkt und eher vermutet, dass er mehr zu Dekorationszwecken dort stand.

»Kohlen sind im Keller. Treppe runter, dann durch den Gang und die dritte Tür links. Das Licht ist kaputt, es liegt eine Taschenlampe auf der obersten Stufe. Und jetzt bitte: Strapazieren Sie meine Nerven nicht länger und beleidigen Sie nicht weiter meine Augen! Raus hier!«, sagte er barsch und stand auf, um die Musik wieder laut aufzudrehen.

Jenny war bemüht, sich ihren Zorn über sein Auftreten nicht anmerken zu lassen, und verließ schnell sein Zimmer.

Zaghaft öffnete sie die massive Kellertür. Wie alle Türen hier schien auch sie seit Längerem nicht mehr geölt worden zu sein und quietschte erbärmlich. Vorsichtig lugte Jenny in die Dunkelheit. Sie konnte nur die ersten fünf Stufen einer Steintreppe erkennen, der Rest war in völlige Finsternis gehüllt. Jenny entdeckte eine Taschenlampe und schaltete sie ein. Langsam ging sie die Stiegen hinunter, klammerte sich mit ihrer freien Hand am Geländer fest. Es wimmelte nur von Spinnweben und die Besitzerinnen der kunstvoll gewebten Netze gehörten der Spezies groß, schwarz und behaart an. Jenny versuchte, nicht aufzuschreien, und ging tapfer weiter durch die Dunkelheit. Innerlich rechnete sie mit dem Schlimmsten. Und das leise Rascheln und Knistern aus den Ecken ließ auch die Vermutung zu, dass hier noch andere Lebewesen ihr Zuhause gefunden hatten.

Die dritte Tür links … Jenny versuchte, sich Tims Worte ins Gedächtnis zu rufen. Wie viele Türen hatte sie jetzt schon passiert? Sie wusste es nicht mehr. Vor lauter Panik, auf eine Ratte zu stoßen, hatte sie darauf gar nicht geachtet.

Sie atmete tief durch und griff beherzt an die erste Klinke, die sie finden konnte. Die Tür ließ sich schwer öffnen und Jenny brauchte eine Menge Kraft. Sie leuchtete in den Raum hinein und fand eine Waschmaschine und einen Trockner, davor stand ein Korb mit Schmutzwäsche.

Hinter der nächsten Tür entdeckte sie einen kleinen Kohleberg, davor standen ein Eimer und eine Schaufel. Jenny klemmte sich die Taschenlampe zwischen ihre Zähne und begann den Eimer zu füllen. Sie machte alles im Eiltempo, wollte nur so schnell wie möglich diesen unheimlichen Keller verlassen.

Sie hörte, dass Tim König in der Küche hantierte, beschloss aber, ihn zu ignorieren und erst mal dafür zu sorgen, dass es in ihrem Zimmer wärmer wurde.

Es dauerte eine Weile, aber letztendlich gelang es Jenny, ihr Zimmer zu beheizen. Der kleine Kohleofen spendete sogar eine gemütliche Wärme und Jenny war ein bisschen stolz auf sich.

So schnell kriegt dich der blöde König nicht klein!

Blieb nur noch das Problem mit der Bettwäsche zu lösen. Heute würde sie wohl keine Möglichkeit mehr haben, an Decken und Kissen zu gelangen. Und ihren Vater noch mal bei dem Wetter hier herauszubitten, das brachte sie nicht übers Herz.

Jenny sah auf die Uhr, es war fast 20.30 Uhr. Eigentlich zog es sie nicht mehr nach draußen, aber es interessierte sie, wo die Bushaltestelle war. Schließlich wollte sie nicht die ganze Zeit in dem alten Haus verbringen.

Sie ging wieder nach unten, fasste sich ein Herz und betrat die Küche. Tim goss sich gerade ein Glas Wasser ein. Natürlich beachtete er sie nicht, geschweige denn fragte er sie, ob sie auch etwas trinken wolle.

Jenny öffnete den Kühlschrank und suchte nach etwas Essbarem. Sie fand ein bisschen Marmelade und nach längerem Suchen auch das Brot. Unter scharfer Beobachtung machte sie sich etwas zu essen, dabei ignorierte sie ihn genauso wie er sie zuvor und setzte sich an den Küchentisch.

Der Regen klatschte an die Scheibe, Jenny seufzte innerlich auf. Willst du wirklich noch einmal nach draußen?

»Sie sind schmutzig«, kam es kalt von der Seite, angewidert starrte Tim König sie an.

»Wie bitte?«

»Ihr Gesicht und Ihre Haare … Kohlen geschleppt?« Spöttisch grinste er.

Jenny nahm ein Küchentuch und rieb sich über die Wangen. Tatsächlich – sie waren schwarz. »Oh …«

Dann musterte er sie nochmals von oben bis unten. »Schmutzige Klamotten, dreckige Wangen. Sie erinnern mich ein bisschen an Aschenputtel.«

»Ach ja? Sie mich aber nicht an den dazugehörigen Prinzen«, ätzte Jenny zurück.

Er sah sie überrascht an. »Stimmt«, gluckste er und verließ die Küche. Kurz darauf kehrte er zurück und schmiss ihr einen Schlüsselbund auf den Tisch. »Haustür und so weiter.«

»Danke.«

»Also los!« Jenny fasste sich ein Herz und trat hinaus in die stürmische Novembernacht. Sie hatte die Taschenlampe eingepackt und stapfte mutig durch den Regen. Es würde ein langer Marsch werden, und sie hoffte, dass wenigstens seine Angabe, in welcher Richtung die Haltestelle lag, richtig war.

Die Bäume des kleinen Wäldchens rauschten bedrohlich und Jenny bekämpfte ein paarmal ihre Angst.

Wer soll dir hier schon begegnen?, versuchte sie sich Mut zu machen. Hier sind höchstens ein paar Zentauren unterwegs oder der böse Wolf. Sie kicherte leise auf und summte spontan Somewhere over the Rainbow.

Plötzlich hörte sie ein Motorengeräusch. Jenny blieb stehen und drehte sich herum. Tatsächlich, Tim König schien ebenfalls das Grundstück zu verlassen.

Hatte er nicht gesagt, er wolle heute Abend essen gehen?

Kurz keimte in ihr die Hoffnung auf, dass er sie vielleicht zur Haltestelle mitnehmen könne, doch er brauste mit unverminderter Geschwindigkeit an ihr vorbei.

Dann eben nicht! Böse schaute sie ihm nach und setzte ihren Marsch durch die Nacht fort.

Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, als sie endlich die Haltestelle erreichte. Vielleicht waren es nur insgesamt vier oder fünf Kilometer gewesen, aber bei dem Wind und dem Regen war ihr die Strecke unendlich vorgekommen.

Der Bus kam in der Woche einmal pro Stunde hier vorbei – und das auch nur von morgens sieben bis abends 21 Uhr, am Wochenende waren die Fahrzeiten noch unregelmäßiger. Jenny schrieb sich alles auf, sie würde zeitig aufstehen und dann frische Brötchen holen. Vielleicht konnte sie damit ihren Chef etwas gnädiger stimmen.

Müde ging sie den langen Weg zum Haus zurück. Sie war jetzt fast bis auf die Knochen durchnässt und sehnte sich nach einem Bad. Aber da sie das Wasser in ihrem Badezimmer nicht richtig heiß bekam, beschloss sie, doch mit einer Dusche vorliebzunehmen.

Vor Kälte schlotternd stieg sie schließlich aus der Duschwanne und genoss die wohlige Wärme in ihrem Zimmer. Dadurch, dass sie die Luke zu dem Turmzimmer aufgelassen hatte, war es auch dort oben kuschelig warm. Jenny kletterte die Wendeltreppe hinauf und setzte sich auf eine Fensterbank. Von hier konnte sie auf das kleine Wäldchen schauen, und der Feldweg, der zu dem Anwesen führte, ließ sich erahnen.

Sie steckte sich die In-Ear-Kopfhörer in die Ohren und startete die Zufallswiedergabe. Jenny lächelte in sich hinein, als »Vom selben Stern« gespielt wurde. Verträumt schaute sie in den Himmel, die Musik half ihr, sich zu entspannen, und machte ihre Situation erträglicher.

Irgendwann fielen ihr die Augen zu, und sie entschloss sich, ins Bett zu gehen. Der Sturm draußen hatte immer weiter zugenommen und der Wind zerrte und ruckelte an den Fensterläden. Tim König war noch nicht zurückgekommen, und auch wenn Jenny ihn absolut widerwärtig fand – sie hätte es beruhigender gefunden, nicht allein in diesem riesigen Haus zu sein.

Ihr Mantel und ihr Pulli dienten als Decke und Kissen. Jenny kuschelte sich hinein und versuchte, zu schlafen. Doch daran war nicht zu denken, denn ständig knackte und knirschte etwas und das Heulen des Windes klang so unheimlich, dass sie sich vor Angst ihren Mantel über den Kopf zog.

Viel später hörte sie ein Auto kommen, und sie registrierte, dass die Haustür geöffnet wurde. Tim König stieg die Treppen herauf, bog aber zu Jennys Verwunderung nicht in seinen Trakt des Hauses ab. Sie hörte seine Fußschritte deutlich auf ihrem Flur. Jenny hielt den Atem an.

Was hat er denn vor? Was will er hier?

Sie vergrub sich immer tiefer unter der provisorischen Decke. Tim König schien alle Türen zu öffnen und wieder zu schließen, ganz offensichtlich suchte er sie. Schließlich stand er vor ihrem Zimmer, das spärliche Licht auf dem Korridor draußen schien durch einen Türspalt hindurch. Sie konnte sehen, dass er immer noch davor stand und sich nicht bewegte. Jennys Herz begann zu rasen und pochte laut, sie befürchtete, dass er das bis draußen hören konnte.

Langsam öffnete sich die Tür, durch halb geschlossene Augenlider konnte sie erkennen, dass er einen Schritt in ihr Zimmer trat. Er sah sich um, sein Blick blieb an ihrem Bett haften.

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