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Emmi hat die Nase voll von ihrem Job. Drei Tage vor Weihnachten nach einem Abend voller Glühwein und Punsch beschließt sie zu kündigen und schreibt Briefe an alle Kollegen, denen sie noch etwas zu sagen hat. Unter anderem auch an ihren süßen Chef Alex, in den sie schon länger unglücklich verliebt ist. Doch auf der Firmenweihnachtsfeier kommen sich die beiden näher, und Alex bittet um eine Verabredung. Wenn bloß die peinlichen Briefe nicht unterwegs wären. Emmi bleibt nichts anderes übrig, als die Briefe zu beseitigen. Um jeden Preis.
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Ein Punsch zu viel
Marit Bernson
© 2017 by Marit Bernson
Covergestaltung:
BENISA WERBUNG, Sabine Albrecht, www.benisa-werbung.de
Verwendete Bilder/Grafiken für Cover/Umschlag:
Hintergrund: avian/ shutterstock.com
Pärchen: UltraViolet / shutterstock.com
Brief: TyBy /shutterstock.com
Weihnachtsdeko: BiZkettE1 / Freepik
Marit Bernson
c/o autorenglück.de
Franz-Mehring-Str. 15
01237 Dresden
www.marit-bernson.de
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
Über die Autorin
Weitere Geschichten
»Emmi, wo bist du? Der Knochen ist schon ganz ungeduldig.«
Emmi hetzte vollbepackt mit Tüten und Kleidersäcken über die Straße und auf den Haupteingang des Firmengebäudes zu.
»Ich bin gleich da«, rief sie in ihr Headset. »Der Wein, den sie wollte, war noch nicht da. Ich musste durch die halbe Stadt, weil ich keine Lust hatte, dass sie den Rest des Tages noch schlechtere Laune hat. Und das alles ohne Auto.«
»Okay, bis gleich!«, erwiderte Mona und legte auf.
Emmi huschte durch den großen Glaseingang und eilte durch das Foyer, drängelte sich in den Fahrstuhl, vollbeladen, wie sie war. Die anderen murrten, aber der nächste Fahrstuhl würde auch nicht leerer sein. Bis zum 27. Stock hatte sich die Anzahl der anderen Aufzugfahrer halbiert, und sie stieg aus, lief einen Flur entlang bis zu einer großen Glasfront, hinter der sich das Großraumbüro der Werbeagentur befand.
Ein Schleimbeutel namens Ulli Mertens hielt ihr die Tür auf.
»Das heißt Danke«, sagte er, noch bevor Emmi einen Schritt durch die Tür gemacht hatte. »Vielleicht solltest du lieber nicht all deinen Erledigungen auf einmal nachgehen.«
Statt dass er ihr mal half!
»Als ob das meine Erledigungen wären«, knurrte sie und schob sich an ihm vorbei. Wenn Emmi alles, was der Knochen ihr auftrug, nacheinander erledigte, würde sie zu nichts anderem mehr kommen.
Bert, ein übergewichtiger Mittvierziger, kam schnaufend herbei und nahm ihr einen Teil der Sachen ab.
»Wohin?«, fragte er völlig außer Atem, und Emmi deutete auf die Garderobe.
Sie hängte die gereinigten Sachen an einen Haken. Darunter deponierte sie die Tüten mit Päckchen und Paketen, in der die speziellen Tees, Kaffees und Weine eingepackt waren.
»Wofür sie die ganzen Sachen braucht?«, fragte Mona, die ihr zu Hilfe geeilt war.
»Das sollen wohl spezielle Geschenke für besondere Kunden sein«, erklärte Emmi.
»Aber die Kundenweihnachtsgeschenke sind doch längst draußen.«
»Keine Ahnung, wen sie damit beglücken will. Sie hat darauf bestanden, dass ich alles hier hoch schleppe. Ich bringe es später in ihr Büro. Am besten, wenn sie weg ist.«
Mona betrachtete die Weinkiste genauer. »Und dafür musstest du extra durch die halbe Stadt?«
Emmi schnaubte.
»Ihr Zwei-Uhr-Termin ist noch da«, sagte Mona. »Ich glaube nicht, dass irgendetwas ihre Laune noch verschlimmern könnte.«
»Einen Versuch war es wert«, erwiderte Emmi. »Außerdem hätte ich sonst morgen den bestellten Wein abholen müssen. Aber da haben wir genug zu tun für die Weihnachtsfeier am Freitag.«
»Ja, ich weiß. Aber wenn du nicht da bist, flippen alle aus. Romy ist sauer, weil sie für dich beim Knochen einspringen musste.«
Emmi stöhnte. »Ich kann nicht alles auf einmal erledigen.«
»Schon klar!«, erwiderte Mona und nickte ihr aufmunternd zu. »Der Knochen will irgendwelche Unterlagen nach ihrer Besprechung haben. Zettel liegt auf deinem Platz.«
Nachdem Emmi alles verstaut hatte, verschwand sie in die Toilette. Dort wusch sie erst mal ausgiebig ihre Hände und atmete durch. So sehr sie den Großstadttrubel mochte und die einzigartige Stimmung, die in der Adventszeit herrschte – wenn sie es eilig hatte, nervte es sie nur. Die Straßen waren voller als sonst, die Leute in Schlendermodus, sodass sie ständig jemanden zur Seite hatte stoßen müssen, um schneller vorwärtszukommen, was einige der Angerempelten mit ihrem herausragenden Berliner Humor quittiert hatten.
»Vor wem läufste denn weg?!«
»Haste Angst, du kriegst nüscht mehr?«
Einige Minuten später saß Emmi das erste Mal an diesem Tag länger als zehn Sekunden auf ihrem Stuhl. Roch es nach Kaffee? Sie mochte Kaffeegeruch. Wenn er frisch gemahlen war, heiß. Und Schokolade. Oder Lebkuchen, das passte besser zur Jahreszeit. Also, Lebkuchen! Aber nicht dieser trockene, sondern der mit der Marmelade. Marzipan wäre auch nicht schlecht. Dann doch lieber ein Dominostein? Ja, Dominostein. Woran hatte sie eben gedacht? Ach, ja! Kaffee. Mhm!
Schmerz! Am Zeh.
Sie sah zu Mona, die am Schreibtisch gegenüber saß und ihr wohl auf den Fuß getreten war. Unter dem Tisch.
»Ich hab dich was gefragt«, sagte Mona. »Hattest du wieder einen deiner Kaffeeträume?«
»Quatsch!«, erwiderte Emmi. Aber Monas Grinsen konnte sie deutlich entnehmen, dass die ihr nicht glaubte.
Wie auf Kommando öffnete sich die Tür zum Chefbüro. Und da stand Mister Kaffee. Alex! Er hatte seine Drei-Uhr-Frisur, die braunen Strubbelhaare waren völlig zerzaust. Morgens waren sie immer einigermaßen gebändigt, doch während des Tages konnte man Stunde um Stunde erkennen, wie die Frisur die Fassung verlor, bis die Haare nachmittags nur noch in alle Richtungen vom Kopf abstanden. So wie jetzt.
Das und sein verschmitztes Grinsen ließen Emmi dahin schmelzen wie ein Stück Schokolade neben einer Tasse heißen Kaffee. Hach! Klar, klang es besser, dass sie schmolz wie in der Sonne. Aber Alex als ihre Sonne zu bezeichnen, wäre völlig bescheuert gewesen. Nein, er war Kaffee, heiß und wohlriechend. Dass Kaffee bitter schmeckte, musste man außer Acht lassen. Alex schmeckte bestimmt nicht bitter. Er roch so gut ...
»Mann, Mann, Mann!«, sagte Mona und sah Emmi kopfschüttelnd an. »Du müsstest dich mal sehen! Wie ein Mondkalb, das in den Nachthimmel starrt.« Es folgten Würgegeräusche, die wohl klar machen sollten, dass Emmi ekelhaft kuhäugig aussah.
Aber sie musste ihn einfach ansehen. Jetzt sprach er mit dem Knochen alias Johanna Nochig, der zweiten Geschäftsführerin. Dabei fuhr er sich durch die wilden Haare. Ein bisschen genervt sah er aus. Das konnte Emmi gut verstehen. Der Knochen ging ihr auch auf die Nerven. Warum konnte sie nicht für Alex arbeiten? So wie Mona. Stattdessen musste sie sich von dieser alten Hexe drangsalieren lassen.
Jetzt kam sie rüber. Bestimmt hatte sie wieder irgendeine unaufschiebbare Sache, die Emmi just in diesem Moment erledigen musste. Schnell drehte sie sich zu Mona und tat, als würde sie etwas ganz Wichtiges erledigen müssen.
»Frau Larsen«, ertönte eine Stimme hinter Emmi, ton- und emotionslos. Obwohl in dem Großraumbüro stets ein gewisser Geräuschpegel herrschte, drang diese Stimme immer messerscharf in Emmis Ohr.
Sie erhob sich, drehte sich um, kniff die Augen zusammen und tat, als würde sie lächeln. So imitierte sie den Blick, den der Knochen ihr zuwarf, damit die mal darauf kam, wie blöd das aussah. Die zeigte aber wie immer keine Regung. Emmi wusste nicht mal, ob der Knochen es überhaupt bemerkte. Vielleicht war sie gesichtsblind und konnte Gesichtsausdrücke nicht deuten. Gott, ging ihr die Alte auf den Keks!
»Ich hatte gesagt, ich brauche die Klarmann-Unterlagen sofort«, sagte der Knochen in neutralem Tonfall. Nicht böse oder vorwurfsvoll. Nein, es war die einfache Feststellung, dass Emmi ihre Pflicht versäumt hatte. Keine Rechtfertigung erwünscht; das Urteil war bereits gefällt. Nicht mal ein Dank für die Besorgungen war drin.
Deswegen musste Emmi natürlich nicht ihre Klappe halten. Tat sie jetzt aber doch. Ihr halbes Gehirn hing noch an der Kaffeetassen-Dominostein-Vision.
»Sie sagten, gleich nach Ihrer Besprechung«, erwiderte Mona an ihrer statt. »Und ich habe Herrn Welder eben erst weggehen sehen. Aber beim nächsten Mal wird Frau Larsen gern Ihre Besprechung stürmen und Ihnen alles sofort bringen, auch wenn Sie das so nicht gesagt haben.«
Emmi drehte sich zu Mona um. Die hatte ebenfalls den Augenkneif-falsches-Lächeln-Gesichtsausdruck. Das hatten sie zusammen geübt. Emmi gab mit den Augen Zeichen, die »Danke!« heißen sollten. Mona konnte sich mehr herausnehmen, weil sie für Alex arbeitete und somit auch seine Termine koordinierte. Und sich mit seiner Assistentin anzulegen, wagte der Knochen zum Glück nicht.
Um das Ganze schnell zu Ende zu bringen, grabschte Emmi die gewünschten Unterlagen, ging am Knochen vorbei in deren Büro und legte sie dort auf den Tisch.
»Die Unterlagen, wie gewünscht«, rief sie hinaus.
Der Knochen schnaubte und schritt in ihr Büro. Sie murmelte etwas, was wie »froh sein, dass Sie hier arbeiten dürfen« klang. Emmi verdrückte sich schnell und schloss die Tür hinter sich.
»Ich halte es hier nicht mehr aus«, murmelte sie.
»Was?« Mona sah sie fragend an.
Emmi deutete auf die Tür, hinter der sich das Büro des Knochens befand. »Ich hab das so satt.«
»Die Frau kennt echt keine Pausen.« Mona schüttelte den Kopf. »Ein Termin nach dem anderen.«
»Das geht schon seit Wochen so. Als ob sie jedem einzelnen Kunden persönlich frohe Weihnachten wünschen wollte.«
»Wahrscheinlich muss sie deutlich machen, dass sie immer noch einer der Bosse ist, nachdem Alex gekommen ist.«
Emmi zuckte die Schultern. »Wenigstens macht sie die meisten Termine für außerhalb aus. Dann muss ich sie nicht sehen. Und sie scheucht mich nur noch tagsüber herum. Nicht mehr spätabends. Sie scheint gemerkt zu haben, dass ich nicht ihre private Lebensassistentin bin.«
»Wohl kein Rund-um-die-Uhr-Lieferservice mehr?«, fragte Mona.
»Nein, manchmal denke ich, sie versteckt was vor mir. Wenn ich ihr etwas vorbeibringen muss, lässt sie mich nicht mal mehr in die Wohnung. Zum Glück! Dann kann ich schnell wieder gehen.«
»Hat sie vielleicht einen neuen Freund?«
Mona und Emmi sahen sich an und lachten gleichzeitig los.
»Guter Witz!«, sagte Emmi. »Kannst du dir vorstellen, wie die flirtet?«
»Du kommst mit!«, ahmte Mona den Tonfall des Knochens nach. »Sei froh, dass du mein Freund sein darfst.«
»Aber dann wäre sie insgesamt besser gelaunt. Hoffe ich jedenfalls für sie. Sie scheint zu Hause zu arbeiten. Sie nimmt Unterlagen mit. Eigentlich ist mir auch egal, was der Grund dafür ist, dass sie mich nicht mehr drangsaliert.«
»Ich vermisse den alten Hornfeldt«, seufzte Mona.
»Und ich erst«, erwiderte Emmi. Alex‘ Vater war bis vor einem halben Jahr alleiniger Geschäftsführer der Werbeagentur und Chef von Emmi und Mona gewesen. Seit er weg war, hatte der Knochen das Sagen. Die Arbeit für sie machte keinen Spaß.
Dann war Mister Kaffee vor drei Monaten aufgetaucht und in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Seitdem teilte er sich den Geschäftsführerposten mit dem Knochen. Und die Assistentinnen der Geschäftsführung. Mona und Emmi hatten ausgelost, wer den Knochen nehmen musste, und Emmi hatte verloren.
»Sei froh!«, sagte Mona seitdem regelmäßig. »So, wie du Alex anhimmelst, wärst du gar nicht in der Lage, etwas Sinnvolles zu machen.«
Da hatte sie wohl leider recht. Aber den Knochen allein zu ertragen, war auch nicht besonders toll. Eher höllenartig! Zum Glück hatten vor ein paar Wochen die vielen Spätabendanrufe des Knochens schlagartig aufgehört. Emmi musste die Alte meist nur noch auf der Arbeit ertragen. Doch das war nicht ganz so schlimm, wo doch Alex hier war, an dessen Strubbelhaar man die Uhrzeit ablesen konnte. Der nach Kaffee roch …
»Du glotzt ihn schon wieder an«, wisperte Mona.
Emmi senkte schnell den Kopf. Konnte sie sich denn echt nicht zusammenreißen?! Sie zog geräuschvoll den Rollcontainer auf und tat, als würde sie etwas suchen, wühlte aber nur die Sachen von einer auf die andere Seite. Aus dem Augenwinkel sah sie Alex in sein Büro gehen. Sofort wanderte ihr Blick wieder zu ihm. Doch sie sah nur noch seinen Rücken.
Seufzend lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück.
»Mann, Emmi!«, flüsterte Mona. »Du starrst ihn an wie ein liebeskranker Teenager. Komm zu Potte, oder hör auf damit!«
»Was soll ich denn sagen?«
Mona schüttelte wieder einmal den Kopf. Emmi ersparte ihr den weiteren Verlauf des Gesprächs, von dem sie beide wussten, wie es enden würde. Als beste Freundin war Mona unschlagbar. Doch sie tickte bei Männern völlig anders als Emmi und hatte kein Verständnis dafür, dass man nicht so forsch wie sie seine Gefühle offen kundtat.
***
»Ich kündige«, sagte Emmi.
»Tust du nicht«, erwiderte Mona trocken.
Sie standen in der Nikolausschänke, einer kleinen Glühweinbude, in die sie hin und wieder nach der Arbeit gingen. Um diese Jahreszeit jedenfalls. Es war sozusagen ihre Stamm-Glühweinbude. Eine der wenigen Freizeitvergnügungen, für die Emmi ab und zu Zeit hatte, wenn der Knochen sie mal vor 19 Uhr aus ihren Fängen entließ. Emmi trank heißen Apfelpunsch, der hier besonders gut schmeckte. Mona trank einen heißen Met. Über ihnen dudelte Weihnachtsmusik in erträglicher Lautstärke. Es hätte gemütlich sein können. Eigentlich.
»Doch, ich stecke fest.« Emmi stellte mit einem Plumps ihren Punschbecher auf dem Stehtisch ab. »Ich muss etwas anderes machen. Ewig Assistentin sein, war nicht mein Plan. Dafür habe ich mein Marketing-Studium nicht gemacht.« Sie nahm den Becher wieder hoch. »Ich sollte kündigen.«
»Solltest du. Tust du aber nicht.« Mona seufzte und nahm einen tiefen Zug aus ihrem Becher. »Du redest darüber. Aber du wirst es nicht tun. Und das nur, weil du dir Chancen ausrechnest.«
»Nein, gar nicht«, protestierte Emmi. Aber Monas Blick zeigte Skepsis, und Emmi sackte in sich zusammen.
»Sprich ihn an!«, forderte Mona zum mindestens dreiundsechzigsten Mal. »Ich hab dir schon so viele Gelegenheiten dazu gegeben, mich von dir vertreten lassen, damit du Alex den Kaffee bringen kannst. Aber du hast ihn nur angesehen, als würdest du ein Katzenvideo schauen.«
»Ich hasse Katzenvideos.«
»Du siehst dabei aus wie jeder normale andere Mensch, wenn er Katzenvideos schaut.« Mona schüttelte den Kopf. Man sah ihr deutlich an, dass sie keine große Lust darauf hatte, das immer gleiche Gespräch mit Emmi zu führen. »Ich hab gehört, bei Lang & Gernreuther suchen sie gerade Leute«, fuhr Mona fort. »Bewirb dich doch da!«
Emmi zuckte die Schultern. Mona hatte recht, aber wenn sie kündigte, war Alex endgültig unerreichbar.
»Nächstes Jahr vielleicht«, sagte Emmi. »Jetzt will ich erst mal ruhige Feiertage!«
Der nächste Tag trug nicht dazu bei, dass Emmi ihren Job lieber mochte. Der Knochen scheuchte sie den ganzen Vormittag herum.
Alex kam erst mittags von einem Außentermin. Sie stieß mit ihm zusammen, als sie gerade einen Stapel Unterlagen für den Knochen kopiert hatte. Emmi hatte einen kurzen »Kaffeeanfall«, wie Mona es nannte, während Alex schon begonnen hatte, ein paar heruntergefallene Blätter aufzusammeln. Sie merkte zum Glück schnell selbst, wie dämlich sie ihn angrinste, und riss sich zusammen, bevor er sich erhob und ihr die Blätter auf den Stapel auf ihrem Arm legte.
»Entschuldigung!«, sagte er und lächelte. Er hatte seine Mittagsfrisur.
Emmi fiel nichts Schlagfertiges ein, sondern lächelte nur zurück.
»Danke!«, schaffte sie wenigstens.
Als sie die Unterlagen dem Knochen auf den Schreibtisch gelegt hatte, was diese mit einem Brummen zur Kenntnis nahm, setzte sie sich an ihren Schreibtisch.
