Ein Spiel von Licht und Schatten - Simon R. Green - E-Book
Beschreibung

John Taylor arbeitet in der Nightside - dem bunten, neonschwarzen geheimen Herzen Londons, wo es immer drei Uhr morgens ist und wo Götter und Monster Pakte schließen und Vergnügungen suchen, die sie anderswo nicht finden. Er hat die Gabe, Dinge zu finden, und manchmal ist das, was zu suchen er angeheuert wird, sehr, sehr gefährlich. In diesem Roman sucht er den Unheiligen Gral, den Kelch, aus dem Judas beim letzten Abendmahl trank. Dieser Gral korrumpiert jeden, der ihn berührt - aber er verleiht auch gewaltige Macht. Deshalb jagen ihm auch andere nach. Engel, Teufel, Sünder und Heilige - sie alle sind auf der Suche und verwüsten bei ihrer Jagd nach dem finsteren Kelch die Nightside. Es ist nur ein Frage der Zeit, bis sie bemerken, daß der berühmte John Taylor, der Mann mit der Gabe, Dinge zu finden, sie direkt zu ihm führen kann.

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Seitenzahl:275

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Autor: Simon R. Green

Deutsch von: Oliver Hoffmann

Lektorat: Natalja Schmidt und Julia Abrahams

Korrektorat: Angela Voelkel und Thomas Russow

Art Director, Satz und Gestaltung: Oliver Graute

© Simon R. Green 2003

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2007

E-Book-Ausgabe

ISBN 978-3-86762-132-8

Originaltitel: Agents of Light and Darkness

Ein Spiel von Licht und Schatten ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Simon R. Green 2006. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Simon R. Green.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Ich bin John Taylor. Ein Privatdetektiv, der in erster Linie in den finstereren Bereichen der Penumbra ermittelt.

Die Nightside ist das kranke, geheime, magische Herz Londons, wo Götter und Monster ihre Geschäfte abwickeln und jene Vergnügungen suchen, die sie anderswo nicht finden.

Ich finde Dinge. Das ist eine Gabe – und manchmal ... finden sie mich.

1

Jeder glaubt an irgend etwas

In der Nightside gibt es nur eine Kirche. Sie heißt St. Judas. Ich gehe dort nur beruflich hin. Sie liegt nicht in der Nähe der Straße der Götter mit ihren vielen unterschiedlichen kultischen Stätten, sondern in einem stillen, abgelegenen Winkel, immer im Schatten und gut verborgen, nicht Teil des üblichen grellbunten Neon Noir der Nightside. Sie macht keine Reklame, und es ist ihr egal, ob man auf dem Weg zu ihr regelmäßig die Straßenseite wechselt. Sie ist einfach nur da, wenn man sie braucht. St. Judas ist dem Schutzpatron der hoffnungslosen Fälle geweiht. Das ehrwürdige Gebäude ist ein kalter Steinbau, der möglicherweise älter ist als die Christenheit. Die nackten Steinwände sind grau und eintönig, unberührt vom Zahn der Zeit und schmucklos, und weisen lediglich eine Reihe schmaler Fensterschlitze auf. Ein großer, mit einem weißen Samttuch bedeckter Steinblock dient als Altar, ihm gegenüber stehen zwei klobige Bankreihen. An der Wand hinter dem Altar hängt ein silbernes Kreuz; das war’s.

St. Judas ist kein Ort der Bequemlichkeit, der Rüschen und sich wandelnden Moden oder des religiösen Prunks. Es gibt keinen Priester, keinen Küster und keine Gottesdienste. St. Judas ist ganz einfach die letzte Chance auf Errettung, Erlösung oder auf ein letztes verzweifeltes Gespräch mit Gott, die die Nightside bietet. Wer auf der Suche nach einem spirituellen Heftpflaster in diese Kirche kommt, könnte einen ganzen Haufen mehr kriegen, als er je wollte.

In St. Judas werden Gebete ge- und manchmal sogar erhört.

Ich nutze die Kirche gelegentlich als Treffpunkt – es gibt in der Nightside so wenig neutralen Boden –, aber nur gelegentlich. In St. Judas ist jeder willkommen, dennoch kommt nicht jeder auch wieder heraus. Die Kirche schützt und erhält sich selbst, und niemand will wissen wie. Aber diesmal hatte ich einen guten Grund, dort zu sein. Ich zählte darauf, dass das Wesen dieses Ortes mich vor dem Schrecklichen schützen würde, das mir bevorstand. Vor der furchtbaren Kreatur, die zu treffen ich nur sehr zögernd zugestimmt hatte.

Ich saß steif auf der harten hölzernen Sitzfläche der ersten Bank, eingewickelt in meinen weißen Trenchcoat, um mich vor der bitteren Kälte zu schützen, die dort immer herrschte. Ich sah mich um und versuchte, nicht herumzuzappeln. Nichts zu sehen und nichts zu tun, mit Gebeten würde ich keine Zeit verschwenden. Seit meine Feinde mich erstmals zu töten versucht hatten, als ich noch ein Kind war, habe ich auf die harte Tour gelernt, dass ich mich nur auf mich selbst verlassen kann. Ich rutschte unruhig hin und her und widerstand dem Drang, aufzustehen und auf und ab zu gehen. Irgendwo da draußen in der Nacht marschierte eine Macht der Zerstörung geradewegs auf mich zu, und ich konnte nur still dasitzen und warten, dass sie eintraf. Ich ließ eine Hand zu der Schuhschachtel hinunterwandern, die neben mir auf der Bank ruhte, nur um mich zu vergewissern, dass sie sich nicht absentiert hatte, seit ich das letzte Mal nachgesehen hatte. Der Inhalt der Schachtel würde mich vielleicht vor dem, was auf mich zukam, beschützen, vielleicht aber auch nicht. So ist das Leben, besonders in der Nightside und speziell, wenn man der berühmte – oder berüchtigte – John Taylor ist, von dem man weiß, dass er damit prahlt, alles finden zu können. Selbst wenn es ihn in solche Situationen wie diese bringt.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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