Ein Sportverein als Unternehmen - Moritz Teubert - E-Book

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Moritz Teubert

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation, Note: 2,0, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Fußball nimmt einen bedeutenden Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Woche für Woche strömen hunderttausende leidenschaftliche Fans und Sympathisanten in die Stadien und Millionen verfolgen den Spieltag vor ihren Fernsehgeräten. Ob im Fantrikot mit Stadionwurst und Bier oder mit elegantem Anzug und Champagnerglas – der Fußball ist längst keine reine Sportveranstaltung mehr, sondern ein gesellschaftliches Großereignis. Während der Lagerist auf der Tribüne mit dem Rechtsanwalt und dem Arzt über die letzte Abseitsentscheidung fachsimpelt, bewirtet der Unternehmer in der Loge seine Geschäftspartner und bahnt zwischen Ecken und Freistößen zukünftige Geschäfte an. Der Fußball verbindet Menschen unterschiedlichster Schichten. Doch der sportliche Aspekt rückt immer weiter in den Hintergrund. Der moderne Fußball ist ein Drahtseilakt zwischen Fans und Unternehmen. Es geht nicht nur um Tabellenplätze und emotionale Hoch- oder Tiefpunkte, sondern um Eintrittspreise, Spielertransfers in Millionenhöhe, TV-Gelder, internationalen Wettbewerb und schlussendlich um Kommerz. In diesem Geschäft gibt es nur wenige Konstante. Die Basis bilden auf der einen Seite die Fans, die Geld einbringen. Auf der an-deren Seite stehen die Clubs, die in der nationalen Liga und im Pokal, sowie in den internationalen Wettbewerben bestmöglich performen und somit das Fundament des Fußballs darstellen. Heutzutage verstehen sich professionelle Fuß-ballclubs nicht mehr als Sportvereine im eigentlichen Sinn. Viele Fußballclubs transferieren ihre Lizenzspielerabteilungen in Kapitalgesellschaften. Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem SV Werder Bremen, bzw. der SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA. Es wird aufgezeigt, wie sich das Geschäft Profifußball finanziert, welche Wettbewerbsposition Werder Bremen im Vergleich zur Konkurrenz einnimmt und welche Potenziale sich daraus ergeben.

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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I. Inhaltsverzeichnis

 

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historie Werder Bremen

3. Rechtlicher Rahmen

3.1 Der eingetragene Verein

3.2 Die GmbH & Co. KGaA

3.2.1 Strukturelle Vorgaben der DFL – Die 50+1 Regel

4. Programm: Die Struktur von Werder Bremen

4.1 Struktur und Organisation von Werder Bremen

4.1.2 Geschäftsführung von Werder Bremen

4.1.3 Aufsichtsrat von Werder Bremen

5. Prozess: Erlösquellen von Werder Bremen

5.1 Werbeeinnahmen / Sponsoringeinnahmen

5.2 TV-Gelder

5.3 Transfererlöse

5.4 Spielerträge

6. Prozess: Aufwendungen von Werder Bremen

6.1 Löhne und Gehälter / Prämienzahlungen

6.2 Transferausgaben

7. Potenzial: Lizenzspielerabteilung

8. Wo steht der SV Werder Bremen?

8.1 Zuschauerschnitt Saison 2006/07 – 2010/11

8.1.1 Zuschauereinnahmen Saison 2010/11

8.2 Einnahmen durch TV-Gelder

8.3 Einnahmen im internationalen Wettbewerb

8.4 Umsatz 2006/07 – 2010/11

8.4.1 Erfolge im Betrachtungszeitraum

8.4.2 Prämien im DFB-Pokal

8.4.3 Prämien in der Champions League

8.4.4 Prämien in der Europa League

8.5 Gewinn  2006/07 – 2010/11

8.6 Finanzstruktur & Liquidität von Werder Bremen

8.7 Programmunterschiede im Vergleich zur FC Bayern München AG

8.8 Prozessunterschiede im Vergleich zum Wettbewerb

8.9 Programmunterschiede im Vergleich zum Wettbewerb

8.10 Potenzialunterschiede im Vergleich zum Wettbewerb

9. Markenstrategie: Strategische Gruppen

9.1 Brand Equity

9.2 Brand Value

9.3 Strategische Gruppen

9.4 Bewertung der Wettbewerbsposition

10. Internationaler Vergleich

10.1 Der Chelsea FC

10.2 Vergleich Chelsea FC und SV Werder Bremen

10.3 Vor- und Nachteile eines Investors im Fußball

11. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

V. Appendix

 

II. Abbildungsverzeichnis

 

Abb. 1: Verschiedene Wappen von Werder Bremen

Abb. 2: DFL-Logo

Abb. 3: Aufbau von Werder Bremen

Abb. 4: Konzernstruktur von Werder Bremen

Abb. 5: Beteiligungen der Holdinggesellschaft

Abb. 6: Organigramm der Geschäftsführung von Werder Bremen (Stand GJ 2010/11)

Abb. 7: Geschäftsführung SV Werder Bremen

Abb. 8: ThomasEichin – Neuer Geschäftsführer Sport ab Frühjahr 2013

Abb. 9: Willi Lemke – Aufsichtsratsvorsitzender

Abb. 10: Sponsorenpyramide des SV Werder Bremen

Abb. 11: Namenhafte Sponsoren von Werder Bremen in der Saison 2010/11

Abb. 12: Kader des SV Werder Bremen Saison 2010/11

Abb. 13: Umsatz in Millionen Euro - Saison 06/07 bis 10/11

Abb. 14: TV-Geld im DFB-Pokal

Abb. 15: DFB-Pokal

Abb. 16: Champions League Trophäe

Abb. 17: Europa League Trophäe

Abb. 18: Gewinn in Millionen Euro - Saison 2006/07 bis 2010/11

Abb. 19: Finanzstruktur Werder Bremen (in Millionen Euro)

Abb. 20: Liquiditätskennzahlen Werder Bremen - 2006/07 bis 2010/11

Abb. 21: Vor- und Nachteile der KGaA & AG

Abb. 22: Rechtsformen der Fußball-Bundesliga Saison 2010/11

Abb. 23: Umsatz im Vergleich in Millionen Euro – Saison 2006/07 bis 2010/11

Abb. 24: Gewinn- und Verlustsituation im Vergleich in Millionen Euro – Saison 2006/07 bis 2010/11

Abb. 25: Personalaufwendungen im Vergleich

Abb. 26: Erlösquellen in Millionen Euro im Vergleich – Saison 2006/07 bis 2010/11

Abb. 27: Sportlicher Erfolg im Vergleich - Saison 2006/07 bis 2010/11

Abb. 28: Matrix Strategische Gruppen

Abb. 29: Bekanntheitsgrade Werder Bremen, Hannover 96 und FC Bayern München

Abb. 30: Sportlicher Erfolg der betrachteten Bundesligisten

Abb. 31: Assoziationen / Eigenschaften

Abb. 32: Sympathieranking 2006/07

Abb. 33: Sympathiewerte 2011/12

Abb. 34: Sympathieranking 2011/12

Abb. 35: Mitgliederzahlen

Abb. 36: Ø Zuschauerschnitt Saison 2006/07 bis 2010/11

Abb. 37: Brand Equity

Abb. 38: Umsatz SVW, FCB, 96, Hertha & der Bundesliga in Millionen Euro /

Abb. 39: Umsatzrendite SVW, FCB, 96, Hertha& der Bundesliga in Prozent

Abb. 40: Wettbewerbsposition der vier Bundesligisten

Abb. 41: Beispiele Fußballclubs in Investorenhand

Abb. 42: Wappen des Chelsea FC

Abb. 43: Umsatzvergleich Chelsea FC und SV Werder Bremen: GJ 2006/07 bis 2011/12

Abb. 44: Deloitte Football Money League Geschäftsjahr 2010/11

Abb. 45: Net Transfer Spending Chelsea FC und SV Werder

Abb. 46: Titelgewinne Chelsea FC

Abb. 47: Gewinn- und Verlustsituation Chelsea FC und SV Werder Bremen

 

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Der Fußball nimmt einen bedeutenden Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Woche für Woche strömen hunderttausende leidenschaftliche Fans und Sympathisanten in die Stadien und Millionen verfolgen den Spieltag vor ihren Fernsehgeräten. Ob im Fantrikot mit Stadionwurst und Bier oder mit elegantem Anzug und Champagnerglas – der Fußball ist längst keine reine Sportveranstaltung mehr, sondern ein gesellschaftliches Großereignis. Während der Lagerist auf der Tribüne mit dem Rechtsanwalt und dem Arzt über die letzte Abseitsentscheidung fachsimpelt, bewirtet der Unternehmer in der Loge seine Geschäftspartner und bahnt zwischen Ecken und Freistößen zukünftige Geschäfte an. Der Fußball verbindet Menschen unterschiedlichster Schichten. Doch der sportliche Aspekt rückt immer weiter in den Hintergrund. Der moderne Fußball ist ein Drahtseilakt zwischen Fans und Unternehmen. Es geht nicht nur um Tabellenplätze und emotionale Hoch- oder Tiefpunkte, sondern um Eintrittspreise, Spielertransfers in Millionenhöhe, TV-Gelder, internationalen Wettbewerb und schlussendlich um Kommerz. In diesem Geschäft gibt es nur wenige Konstante. Die Basis bilden auf der einen Seite die Fans, die Geld einbringen. Auf der anderen Seite stehen die Clubs, die in der nationalen Liga und im Pokal, sowie in den internationalen Wettbewerben bestmöglich performen und somit das Fundament des Fußballs darstellen. Heutzutage verstehen sich professionelle Fußballclubs nicht mehr als Sportvereine im eigentlichen Sinn. Viele Fußballclubs transferieren ihre Lizenzspielerabteilungen in Kapitalgesellschaften. Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem SV Werder Bremen, bzw. der SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA. Es wird aufgezeigt, wie sich das Geschäft Profifußball finanziert, welche Wettbewerbsposition Werder Bremen im Vergleich zur Konkurrenz einnimmt und welche Potenziale sich daraus ergeben.

2. Historie Werder Bremen

 

Im Jahre 1899 gewann eine Gruppe junger Männer einen Tauziehwettbewerb. Der Preis war ein Fußball. Infolgedessen entschlossen sie sich am 04.02.1899 einen Fußballverein unter dem Namen FV Werder Bremen zu gründen.[1] In den Folgejahren wuchs das Interesse am Bremer Fußballclub rasant. Das Zuschauerinteresse war so groß, dass Werder Bremen als erster Bremer Fußballclub Eintrittsgelder zu seinen Spielen verlangen konnte.[2] Entgegen vieler Hindernisse konnte der Spielbetrieb auch über den ersten Weltkrieg hinaus aufrechterhalten werden. Die Mitgliedschaft im FV Werder Bremen war zunächst Männern mit höherem Bildungsgrad vorbehalten, doch seit 1919 konnten auch Frauen dem Verein beitreten. In diesen Jahren ging der Trend weg vom reinen Fußballverein und hin zum Sportverein. Im Zuge dessen wurde der Verein 1920 in den „Sport-Verein Werder Bremen von 1899“ umbenannt.[3] Während der NS-Zeit wurde der Spielbetrieb beibehalten und sogar erste überregionale Erfolge konnten gefeiert werden. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb dann eingestellt und der Verein am 10. November 1945 aufgelöst. Allerdings wurde der Club noch im selben Jahr durch eine Fusion, der während der Zeit des Nazi-Regimes verbotenen Vereine TV Vorwärts und Freie Schwimmer 1910, als TuS Werder 1945 neugegründet. Wiederum ein Jahr darauf wurde dieser Verein in SV Grün-Weiß 1899 Bremen umbenannt. Da die Besatzungsmächte allerdings gegen Vereine waren, die zur NS-Zeit geduldet waren und das „1899“ im Namen zu sehr an eben diesen erinnerte, hieß der Verein ab 1946 SV Werder Bremen.[4] Mit dem Vereinsnamen änderte sich auch das Wappen von Werder Bremen über die Jahre immer wieder. Im Jahre 1929 tauchte die erste Variante der bekannten Werder-Raute auf, wurde allerdings danach auch wieder von anderen Emblemen abgelöst. Zwischen 1975 und 1979 wurde die Raute das ständige Wappen von Werder.

 

 

Abb.1: Verschiedene Wappen von Werder Bremen[5]

 

Heutzutage ist Werder Bremen fester Bestandteil der deutschen Bundesliga und genießt auch internationale Wertschätzung.[6] Insgesamt gewann Werder bereits vier Mal den deutschen Ligapokal, sechs Mal den DFB-Pokal, vier Deutsche Meisterschaften und sogar ein Mal den Europapokal der Pokalsieger.[7]

3. Rechtlicher Rahmen

 

Fußball ist die Sportart Nummer eins in Deutschland und bildet die perfekte Synergie zwischen Kulturgut und Wirtschaftsbranche. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey trägt der Profifußball jährlich rund 5,1 Milliarden Euro zum deutschen BIP bei.[8] Dies entspricht ca. 0,2% und somit in etwa dem BIP einer mittleren deutschen Großstadt.[9] Daraus resultiert für den Staat eine jährliche Netto-Einnahme von ca. 1,5 Milliarden Euro. In diese Studie fließen Zahlungsströme ein, die in Verbindung mit der 1. und 2. Bundesliga, internationalen Wettbewerben, der Nationalmannschaft und dem DFB-Pokal stehen.[10] Auch die Zahl der Beschäftigten spricht Bände: Rund 70.000 Vollzeitjobs (ca. 110.000 inkl. Teilzeit) stehen in direktem Zusammenhang mit dem Fußball. Diese Zahl ist vergleichbar mit Branchen wie dem Bergbau oder dem Versandhandel.[11] Vereine die mittel- bis langfristig sportlich und wirtschaftlich erfolgreich agieren wollen, müssen im Ligabetrieb und in den internationalen Wettbewerben stets eine gewichtige Rolle spielen.[12] Durch diese Kommerzialisierung entstand eine Diskussion, ob die Rechtsform eines e.V. damit vereinbar sei.[13] Die Grundlage dieser sportlichen und wirtschaftlichen Leistungsorientierung liegt in der Reformierung und Kommerzialisierung des Profifußballs in Deutschland. Durch eine Satzungsänderung vom 24.10.1998 seitens DFB und DFL ist es den deutschen Proficlubs gestattet worden, ihre Lizenzspielerabteilungen in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern.[14] Durch diese Statutenänderung sind Profi- vereine nunmehr in der Lage die Lizenzspieler aus dem e.V. auf einen externen Rechtsträger (Kapitalgesellschaft) zu übertragen.[15]

 

3.1 Der eingetragene Verein