Beschreibung

Als der junge Gärtner Francis Masson im Jahre 1770 den Auftrag erhält, im Namen des englischen Königs in Afrika nach einer raren Orangenblüte zu suchen, kann er nicht ahnen, dass ihn das Abenteuer seines Lebens erwartet: Während seiner Jagd nach der geheimnisumwobenen Blüte erwarten ihn nicht nur ungebändigte Natur, sondern auch manch raffinierte Intrige seitens konkurrierender Pflanzenjäger. Als er Bekanntschaft mit dem exzentrischen Botaniker Carl Thunberg und dessen eleganter Begleitung macht, nimmt Massons Schicksal abermals eine unerwartete Wendung ... Ein wunderbar lebendig erzählter Entdeckerroman vor der farbgewaltigen Kulisse südafrikanischer Blütenpracht.

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Seitenzahl: 434

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Inhalt

Cover

Über die Autoren

Titel

Impressum

Widmung

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

21. Kapitel

22. Kapitel

23. Kapitel

24. Kapitel

25. Kapitel

26. Kapitel

27. Kapitel

28. Kapitel

29. Kapitel

30. Kapitel

31. Kapitel

32. Kapitel

33. Kapitel

34. Kapitel

35. Kapitel

36. Kapitel

37. Kapitel

38. Kapitel

39. Kapitel

40. Kapitel

41. Kapitel

42. Kapitel

43. Kapitel

44. Kapitel

45. Kapitel

46. Kapitel

47. Kapitel

48. Kapitel

49. Kapitel

50. Kapitel

51. Kapitel

52. Kapitel

53. Kapitel

54. Kapitel

55. Kapitel

56. Kapitel

57. Kapitel

Epilog

Nachwort der Autoren

Fußnote

Über die Autoren

Caroline Vermalle wurde 1973 in der nordfranzösischen Picardie geboren. Nach dem Studium der Filmwissenschaften in London drehte sie Dokumentarfilme für die BBC. 2008 erschien ihr Romandebüt DENNDAS GLÜCKISTEINE REISE – von der Presse hoch gelobt und ausgezeichnet mit dem Prix Chronos de Littérature 2011 und dem NOUVEAU TALENT 2009. Weitere Veröffentlichungen folgten.

Ryan von Ruben wurde 1974 in Johannesburg, Südafrika, geboren, wo er den Großteil seiner Kindheit verbrachte. Nach einem Architekturstudium in London und einer beruflichen Karriere als Innenarchitekt ließ er sich mit seiner Ehefrau Caroline Vermalle in der französischen Vendée nieder.

EINE BLUMEFÜRDIE KÖNIGINist Verfalles und von Rubens erstes gemeinsames Romanprojekt, nicht zuletzt inspiriert von Ryan von Rubens südafrikanischer Heimat.

Caroline Vermalle undRyan von Ruben

EINE BLUMEFÜRDIE KÖNIGIN

Historischer Roman

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Originalausgabe

Copyright © 2014 by Bastei Lübbe AG, Köln

Titelillustration: © getty-images/DEA PICTURE LIBRARY;

© getty-images/DEA/G. CIGOLINI;

© shutterstock/Sergey Mikhaylov;

© shutterstock/Rtimages; © shutterstock/Hein Nouwens

Umschlaggestaltung: Kirstin Osenau

E-Book-Produktion: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-83875395-9

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

FÜR HEATHERUND RUSSEL

1. KAPITEL

21. NOVEMBER 1805, KANADA

»Wenn ich noch einen Nachruf schreiben muss, dann sterbe ich – das schwöre ich«, sagte Jack Grant und zog die Winkel seiner dunkelroten Lippen verdrießlich nach unten.

Die Reisekutsche rumpelte dahin, und das Pferdegespann reagierte schnaubend auf die Peitsche des Kutschers und unterbrach dadurch die bleiche Stille eines Novembermorgens auf der Straße von Montreal nach Pointe-Claire. Sowohl die Kutsche als auch die Pferde bildeten schwarze Tupfen in der unermesslichen Weite der weißen Landschaft unter einem stahlgrauen Himmel.

Der Kutscher, der sich tief in seinen dicken Mantel vergraben hatte, hielt Ausschau nach Schlaglöchern oder Anzeichen von Eis, während seine beiden Passagiere sich unter ihre Decken und dicken Schals verkrochen, denn das Innere der Kutsche bot nur wenig Schutz vor dem kanadischen Winter.

Jack heftete den Blick auf seinen Vater und versuchte, dessen Gemütslage auszuloten, während er sich fragte, mit wie viel Nachdruck er auf seinem Standpunkt beharren sollte.

»All diese erfüllten Leben! Da muss ich unwillkürlich daran denken, wie kurz mein eigener Nachruf sein wird, falls ich nicht bald etwas Sinnvolleres in Angriff nehme. Ich brauche eine eigene Kolumne, Vater.«

Der ältere Mann reagierte nicht, sondern las weiter in den Dokumenten, die auf seinem Schoß lagen. Ab und zu hielt er inne, um mit einem Bleistiftstumpf bedächtig Berechnungen auf den Rändern jeder Seite durchzuführen, während die Winterlandschaft an der Kutsche vorbeizog.

Als Jack schon glaubte, dass sein Vater ihn vielleicht gar nicht gehört hatte, nahm George Grant schließlich seine Brille ab, rieb sich die Nasenwurzel und blickte zu seinem Sohn hinüber. Er fand es bemerkenswert, wie wenig sie sich äußerlich ähnelten. George war klein und untersetzt und hatte einen kräftigen Brustkasten und breite Schultern. Sein Gesicht war zwar größtenteils von einem ordentlich gestutzten Bart bedeckt, aber man konnte sehen, dass seine Gesichtszüge deutlich vom Leben geprägt waren. Jack hingegen war groß und dünn, und sein Gesicht sah aus, als wäre es aus feinstem Kristall geschnitten, und zeigte noch keinerlei Spuren von Sorgen und auch keinen Bartwuchs. Während sein Vater fast vollkommen stillsitzen konnte, war er ständig in Bewegung, rutschte herum, zupfte an einem Rockaufschlag oder zog eine Manschette an seinem Ärmel zurecht. George kam es so vor, als würde alles an seinem Sohn vor Ungeduld vibrieren.

»Das haben wir doch schon mehrmals besprochen, Jack«, sagte er. »Du musst erst Erfahrungen sammeln und die Welt kennen lernen, bevor du sie beurteilen kannst. Man muss erst kriechen können, bevor man …«

»Aber wie soll ich Erfahrungen sammeln, wenn ich nur die Taten von Verstorbenen aufliste? Ich brauche etwas, an dem ich mich festbeißen kann, etwas Ernstzunehmendes!«, fiel Jack ihm ins Wort.

»… laufen lernt«, fuhr George in müdem Ton fort und ignorierte die Unterbrechung einfach. »Außerdem gibt es nicht viele Dinge, die ernster zu nehmen sind als das Verfassen passender Grabinschriften für die Verstorbenen. Das ist eine gute, sinnvolle Arbeit, Jack.«

»Sinnvoll?« Jack erstickte fast an dem Wort. »Tag für Tag reduziere ich ganze Leben auf wenige Zeilen, und kaum jemand macht sich die Mühe, sie überhaupt zu lesen. Wo liegt da der Sinn? Mit einer Kolumne hingegen hätte ich die Freiheit, all diesen Heldentaten den Raum und die Bedeutung zuzumessen, die ihnen gebühren.«

»Im Leben geht es um mehr als um großartige Leistungen und Heldentaten, Jack.«

Ein plötzlicher Ruck beendete die Debatte und schleuderte beide Männer aus ihren Sitzen. Kisten voller Orangen und Gepäckstücke, die auf den Ablagen über ihren Köpfen verstaut waren, purzelten herunter und sorgten für eine vorübergehende Pause im Wortgefecht zwischen Vater und Sohn.

»Was war das denn?«, fragte Jack erschrocken.

George Grant klopfte an das Dach der Kutsche und unterbrach damit die gedämpfte Fluchtirade, die vom Kutschbock ins Innere der Kutsche drang. »Smithers!«

Der Kutscher zügelte die Pferde und hielt die Kutsche an, bevor er vom Bock sprang. »Ein Mann auf der Straße, Sir. Er hat sich direkt vor die Pferde geworfen!«

»Dort!«, rief Jack, der sich umgedreht hatte und aus dem Rückfenster zeigte. Ein paar Meter hinter ihnen taumelte neben der Straße eine schemenhafte Gestalt und wurde anschließend vom Nebel verschluckt.

»Sind die Pferde unversehrt?«, wollte George Grant wissen.

»Unversehrt genug, um uns nach Hause zu bringen, Sir.«

»Nun gut, dann lasst uns weiterfahren. Wir sind schon spät dran, und Mrs Grant wird nicht erfreut darüber sein.«

»Wollen wir ihm denn nicht helfen?«, protestierte Jack.

»Sei kein Narr, Jack. Schließlich könnte es sich um einen Straßenräuber handeln. Zudem verschlechtert sich das Wetter.« George Grant warf einen letzten Blick nach hinten in den Nebel, bevor er die Angelegenheit mit den Worten »Auf geht’s« beendete.

Doch bevor der Kutscher die Bremse lösen konnte, hatte Jack die Tür aufgerissen und war auf den vereisten Weg hinabgestiegen.

»Straßenräuber werfen sich nicht vor Pferdekutschen. Der Mann weiß eindeutig nicht mehr weiter, höchstwahrscheinlich ist er verletzt. Und jetzt willst du ihn sterben lassen?« Herausfordernd blickte er zu seinem Vater hoch, drehte sich um und marschierte die Straße entlang zu der Stelle, an der die Gestalt verschwunden war.

Die beiden Männer, die bei der Kutsche zurückblieben, sahen Jack nach, der bald in Nebel und Schnee verschwunden war. »Der Eissturm hat uns fast erreicht, Sir«, sagte der Kutscher trocken. Stumm blickte George zum Himmel, bevor er tief aufseufzte, sein Gewehr aus der Halterung hinten im Wagen nahm und in den Schnee hinunterstieg.

Inzwischen hatte Jack die Straße verlassen und stapfte durch kniehohen Schnee. Der Saum seines Überrocks war bereits durchnässt und schleifte hinter ihm her. Mit der ganzen Autorität seiner neunzehn Jahre rief er: »Hallo, Sir, sind Sie verletzt?«

Doch die rätselhafte Gestalt blieb verschwunden, verschluckt von der Kälte und dem Nebel. Das Gewieher der Kutschpferde, die nun ungeduldig wurden, weil sie die Nähe ihres Stalles spürten, wurde über den Schnee getragen. Es war das einzige Geräusch, das über dem Rauschen des aufkommenden Nordostwindes zu hören war. Jack hielt kurz inne, um zu verschnaufen, und setzte dann seinen Weg die Böschung hinunter fort. Mit jedem knirschenden Schritt schwand sein Eifer. Plötzlich blieb er stehen.

Mittlerweile hatte George ihn eingeholt und warf einen Blick auf das, was Jack zum Stehenbleiben veranlasst hatte: Blutstropfen im Schnee.

Mit einem Nicken forderte George seinen Sohn zum Weitergehen auf. Nachdem Jack nun mit einem handfesten Beweis für die Existenz des Fremden konfrontiert worden war, wich sein selbstbewusstes Gehabe Furcht und Unsicherheit. Er zögerte.

Missbilligend presste George die Lippen zusammen, während er sich an seinem Sohn vorbeidrängte und den rot-grauen Fußabdrücken folgte, die sich weiter von der Straße entfernten und auf die Baumgrenze zuhielten.

Als er sich weiter vorarbeitete, tauchten allerlei seltsame Gegenstände auf, die im Schnee verstreut lagen: Beutel aus Sackleinen, Ziegenledertaschen, Holzschachteln in allen möglichen Größen, eine Schere, ein kleiner Spaten und etwas, was wie ein kleines Fernglas aussah, das auf einer Art Messingständer befestigt war. Doch am merkwürdigsten war ein verrosteter Vogelkäfig, in dem sich leuchtend gelbe Blumen befanden, die je vier rankenartige Blütenblätter besaßen.

Das Rauschen des Windes legte sich vorübergehend, und stattdessen war ein leises, rasselndes Geräusch zu hören, das aus einer Senke ganz in der Nähe drang. George Grant spannte den Hahn seines Gewehrs und lauschte aufmerksam, bevor er sich weiterwagte. Und dann sah er ihn.

In einem flachen Graben lag ein alter Mann. Sein Mantel und seine übrige Kleidung ließen auf einen gewissen Wohlstand schließen. Doch obwohl sie von Schnee und Blut durchnässt waren, konnte man deutlich erkennen, dass ihr Glanz schon lange verblasst war. Auf die Ellbogen des Mantels waren Flicken genäht, und die Holzabsätze seiner Stiefel waren abgelaufen. Das leise Geräusch seines schwachen, stoßweisen Atems hing kurz in der Luft, ehe es vom Nebel erstickt wurde.

»Sir, ist alles in Ordnung mit Ihnen?«, fragte George und suchte mit den Augen die Umgebung ab, bevor er sich wieder dem alten Mann zuwandte.

Doch abgesehen von dem mühsamen Rasseln seines Atems gab der alte Mann keinen Ton von sich. Seine Fingerspitzen, die schon ganz weiß waren und zu erfrieren begannen, umklammerten mehrere abgenutzte, ledergebundene Tagebücher. Sie wurden von einem Lederriemen zusammengehalten, der mit einem Schloss gesichert war.

»Vater, ist er …?«

»Noch nicht, doch wir müssen uns beeilen. Hier, nimm das Gewehr. Und bring seine Sachen mit.«

George legte sich den alten Mann mit Leichtigkeit über die Schulter und machte sich auf den Rückweg zur Kutsche. Jack folgte ihm und sammelte unterwegs die verstreuten Besitztümer des Fremden ein.

»Smithers!«, rief George, als sie sich dem Wagen näherten.

Der Kutscher, der den Ruf durch die Windböen kaum hören konnte, zog die Bremse an, bevor er heruntersprang, um die Tür zu öffnen.

Sobald er den alten Mann auf Jacks Sitzbank gelegt hatte, zog George ihm den nassen und blutbefleckten Mantel aus und hüllte ihn in eine der Decken. Nachdem der Fremde versorgt war, stieg auch Jack in die Kutsche.

Während jetzt Hagelkörner auf das Dach prasselten, setzte sich die Kutsche in Bewegung und nahm allmählich an Fahrt auf. Das Knallen der Peitsche war über dem Wind, der sie nach Hause trieb, kaum noch zu vernehmen.

2. KAPITEL

Mit seinen zwei Stockwerken war das Haus der Grants zwar nicht klein, jedoch auch nicht überwältigend geräumig. Es hatte ein Schindeldach, eine weiß gestrichene Holzverschalung und weiße Fensterrahmen. Damit war es ein gutes, wenn nicht sogar repräsentatives Beispiel für den georgianischen Stil, den wohlhabende Händler und Kaufleute bevorzugten, die sich für ein Leben in der ländlichen Umgebung von Montreal entschieden hatten.

In sämtlichen Räumen prasselten Feuer, und die warmen Farben von polierten Holztischen, Eichendielen, Velourstapeten und Polsterstühlen hätten kaum einen größeren Kontrast zu der eiskalten, einfarbigen Landschaft draußen vor den Fenstern bilden können.

Bedienstete eilten mit verhaltener Hast hin und her, fegten, staubten ab und verrückten alles, was nicht niet- und nagelfest war. Im Mittelpunkt der Betriebsamkeit bewegte sich Mary Grant wie das Auge des Sturms, hinterließ jedoch nicht Chaos und Zerstörung, sondern Ordnung und ein gesundes Maß an Präzision.

Sie trug ein tiefblaues Hauskleid, und ihr dunkles Haar war unter einer gestärkten Haube verborgen. Die langen kanadischen Winter hatten ihre Spuren in ihren einst zarten und feinen Gesichtszügen hinterlassen. Aber auch wenn sie nicht mehr über die jugendliche Schönheit verfügte, die so viele Blicke auf sich gezogen hatte, so war doch an ihre Stelle eine starke Persönlichkeit getreten, die kaum weniger Aufmerksamkeit erregte.

»Dieser Sturm sollte besser nicht mehr lange dauern, sonst werden sich unsere Gäste gezwungen sehen, zu Hause zu bleiben«, sagte sie und sah aus dem Fenster des Speisezimmers, während sie einen alten Spitzentischläufer ausrollte. Danach wandte sie sich an ihren Sohn: »Dies war nicht der richtige Zeitpunkt, um den barmherzigen Samariter zu spielen, Jack. Ganz und gar nicht der richtige Zeitpunkt.«

»Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, Mutter?«, fragte Jack amüsiert. Er stand vor dem Feuer und wärmte sich.

»Jederzeit, nur nicht an Thanksgiving!«, konterte Mary, ehe sie sich wieder auf ihren Tisch konzentrierte und das polierte Silberbesteck überprüfte, das gerade aufgelegt wurde.

»So ist’s recht!«, bemerkte Jack ironisch.

»George! George! Hast du herausgefunden, wer er ist?«, fragte Mary ihren Mann, der gerade mit einer ramponierten Kiste Orangen die Treppe hinaufstieg, die aus der Küche im Untergeschoss heraufführte.

»Es ist alles in Ordnung, kein Grund, sich Sorgen zu machen«, sagte er, wobei er erst Mary und danach demonstrativ Jack ansah. »Er ist kein Straßenräuber. Inzwischen ist er verbunden und ruht in der Nähe des Feuers. Jack, warum lässt du nicht deine Mutter in Ruhe und setzt dich zu ihm?«

»Nicht nötig«, erwiderte Jack. »Großmutter ist ja dort.«

»Oh, komm schon, Jack«, sagte Mary, die einen weiteren Streit zwischen Vater und Sohn verhindern wollte. »Du kannst mir hier nicht helfen, und außerdem solltest du ihm etwas Tee bringen. Vielleicht kommt er dann wieder zu Kräften.«

»Na schön«, antwortete Jack.

»Eine interessante Lektion für dich, Jack«, sagte George und legte seinem Sohn im Vorbeigehen leicht die Hand auf die Schulter.

»Und welche wäre das?«, erkundigte sich Jack mit belegter Stimme.

»Konsequenzen tragen.«

Jack schüttelte die Hand seines Vaters ab und verließ den Raum mit großen Schritten. Wie ein Korken in einer Flasche steckte sein Kopf zwischen seinen Schultern und hielt den Unwillen unter Verschluss, der sich einen Weg bahnen wollte.

Mary korrigierte die Gedecke und kontrollierte sorgfältig die Abstände zwischen den Besteckteilen. Ohne aufzublicken, erkundigte sie sich: »Wie schwer ist er denn verletzt?«

George zögerte und wägte seine Antwort bedächtig ab. »Ich weiß, wie viel dieser Abend dir bedeutet, aber den alten Jungen hat’s böse erwischt. Außerdem ist das Wetter äußerst garstig. Doch du wirst bestimmt zurechtkommen, wie immer.« Er nahm eine Orange aus der Kiste und hielt sie ihr als Versöhnungsangebot hin.

Doch Mary verschränkte die Arme vor der Brust, und ihre Stimme wurde hart. »Mir tut es auch leid, George, aber schlechtes Wetter hin oder her, wir erwarten acht Gäste zum Essen. Vier davon bleiben über Nacht, das Personal nicht mitgerechnet. Wir haben einfach nicht genug Platz. Der Mann muss noch vor heute Abend fort sein.«

»Also gut.« George seufzte und legte die Orange zurück in die Kiste. Nach all den Jahren und unzähligen Thanksgiving-Festen hätte er es eigentlich besser wissen müssen. Um Mary Grant zu besänftigen, reichte eine exotische Frucht nicht aus, selbst wenn sie ein kleines Vermögen gekostet hatte.

»Ich meine es ernst, George. Lass nach dem Arzt schicken und bezahl dem Mann ein Zimmer im Gasthaus, wenn es nötig sein sollte, aber er kann nicht …«

»Ja, meine Liebe«, erwiderte George und wandte sich zur Treppe. »Heute Abend wird er nicht mehr hier sein, versprochen.«

3. KAPITEL

Die flackernden Schatten des Feuers huschten über die niedrige Decke der Sommerküche. Es handelte sich um einen einstöckigen, kastenförmigen Anbau an das Haupthaus, der aus einem einzigen, rechteckigen Raum mit einem einfachen Kiefernholzboden und schlichten, weiß getünchten Wänden bestand. Die drei Schiebefenster an zwei Seiten, die ein Querlüften zuließen, um den Raum im Sommer zu kühlen, waren nun gegen die Kälte fest geschlossen. Die Ritzen zwischen den Fensterscheiben und den Rahmen hatte man mit grobem Stoff abgedichtet.

Die Sommerküche war jetzt für die Vorbereitungen des Thanksgiving-Dinners in Betrieb genommen worden; außerdem sollten dort die Dienstboten jener Gäste untergebracht werden, die über Nacht bleiben würden. Überdies war der Raum auch als vorübergehende Krankenstube bestens geeignet: Da sowohl im Steinofen als auch in der offenen Herdstelle Feuer brannten, war er schön warm. Und er lag abgeschieden genug, sodass der Haushalt bei seinen Vorbereitungen für die Abendveranstaltung nur minimale Beeinträchtigungen hinnehmen musste.

Der alte Mann, der in Decken gehüllt war und einen Kopfverband trug, saß in einem Schaukelstuhl vor dem Herd. Er hatte das Gesicht den Flammen zugewendet und genoss die Wärme wie eine welkende Blume, die im Sonnenlicht badete. Sein Gesicht war von tiefen Furchen auf der Stirn durchzogen, und seine Mundwinkel hingen leicht nach unten. Zusammen mit den Krähenfüßen, die von den Augen bis zu den Ohren reichten, ließ die Landkarte aus Falten in seinem Gesicht auf ein Leben schließen, in dem er genauso viel Zeit mit ernsthaften Gedanken wie mit freudigen Momenten verbracht hatte. Jedoch wurde Letzteres hauptsächlich durch die Augen und weniger durch das gesamte Gesicht übermittelt.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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