„Emanzipiert“ oder „unterdrückt“? - Anna Kölling - E-Book

„Emanzipiert“ oder „unterdrückt“? E-Book

Anna Kölling

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik, Note: 1,00, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Pädagogik), Veranstaltung: Emotionen – Eine vergessene Dimension der Pädagogik. Analysen aus historischer und kulturvergleichender Sicht, Sprache: Deutsch, Abstract: Fast vier Jahre ist es her, seit das Bundesverfassungsgericht seine Empfehlung zum Thema Kopftuch im öffentlichen Dienst abgegeben hat. Meines Erachtens hat sich in den letzten Jahren eine einseitige öffentlich-mediale Darstellung der „Frau im Islam“ entwickelt. Nach wie vor wird mehr über die Muslima geredet als mit ihr. Zumeist kommen Frauen zu Wort denen Gewalt von Seiten muslimischer Männer angetan wurde – und es ist sicherlich wichtig darüber zu berichten. Jedoch widerfährt Frauen in allen Kulturen Gewalt von Seiten der Männer und wir müssen aufpassen, dass die muslimischen Frauen nicht dazu benutzt werden, ein Bild des Islam als einer Gewalt befürwortenden Religion – das in Deutschland nach wie vor verbreitet ist – zu pflegen. Mein Anliegen in dieser Arbeit besteht darin, erstens einen kritischen Blick auf die „westliche“ Perspektive auf die muslimische Frau zu werfen, die nach wie vor von dem Bild geprägt ist, bei muslimischen Frauen handele es sich um ungebildete, traditionelle Frauen, die befreit oder sogar gerettet werden müssen. Des Weiteren möchte ich den LeserInnen einen Einblick in die unterschiedlichen Lebenswelten und –konzepte muslimischer Frauen verschaffen und diese anhand von Beispielen von Frauen aus Ägypten, der Türkei und aus Deutschland sichtbar machen. Zu Beginn werde ich den Verlauf des deutschen „Kopftuch-Streits“ nachzeichnen bzw. die verschiedenen Positionen darstellen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Frage der Säkularisierung und wie viel Platz für Religion in der Schule sein darf. Der Bedeutung des Schleiers und den divergierenden Vorstellungen in Ost und West über Körper und Sexualität wird der zweite Teil der Arbeit gewidmet. Da in dieser Arbeit der Schleier der muslimischen Frau und die Reaktionen darauf verhandelt werden, wird zuerst die Bedeutung des Schleiers im Kontext islamischer Überlieferung behandelt. Des Weiteren wird versucht werden an Hand der Analyse der westlichen Kritik an „den Muslimen“ aufzudecken, von welchen Sexismen westliche und orientalische Gesellschaften durchzogen sind, die entweder verdrängt werden oder zur Normalität gehören. Abschließend werden unterschiedliche Lebenskonzepte muslimischer Frauen beleuchtet, die sich aus verschiedensten Gründen für oder gegen ein Kopftuch entschieden haben. Ich werde dabei versuchen, die Rolle des politischen Islam in der Entscheidungsfindung der Frauen zu erklären.

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Veröffentlichungsjahr: 2008

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Inhaltsverzeichnis:

 

1. Einleitung:

2. Die „Kopftuch-Debatte“ – um was geht es eigentlich?

2. 1 Diskussion um das Kopftuch in der Öffentlichkeit und im öffentlichen Dienst:

2. 2 Frage der Säkularisierung:

3. Was sagt uns der Schleier?

3.1 Der Schleier in der islamischen Überlieferung:

3.2 Körper und Sexualität:

3.3 Sexismus – Ost und West::

4. Emanzipation „auf islamisch“:

4.1 Familie:

4.2 Bildung und Identität:

4.3 Politisierung:

5. Ausblick:

6. Literaturverzeichnis:

 

1. Einleitung:

 

Fast vier Jahre ist es nun her, seit das Bundesverfassungsgericht seine Empfehlung zum Thema Kopftuch im öffentlichen Dienst abgegeben hat. Es handelte sich dabei um eine Empfehlung und nicht um ein Urteil, so dass die Diskussion nur an die Bundesländer weitergegeben wurde, anstatt auf eine Lösung zuzusteuern.

 

Meines Erachtens hat sich in den letzten Jahren eine einseitige öffentlich-mediale Darstellung der „Frau im Islam“ entwickelt: „Die großen meinungsbildenden Medien, auch solche mit Anspruch wie das deutsche Wochenmagazin Der Spiegel, reproduzieren dieses Bild seit Jahr und Tag, demzufolge die >türkische< Frauen und Mädchen in Deutschland ein jämmerliches Dasein fristen (…).“[1] Nach wie vor wird mehr über die Muslima geredet als mit ihr. Zumeist kommen Frauen zu Wort denen Gewalt von Seiten der muslimischen Männer angetan wurde – und es ist sicherlich wichtig darüber zu berichten. Jedoch widerfährt Frauen in allen Kulturen Gewalt von Seiten der Männer und wir müssen aufpassen, dass die muslimischen Frauen nicht dazu benutzt werden, ein Bild des Islam als einer Gewalt befürwortenden Religion – das in Deutschland nach wie vor verbreitet ist – zu pflegen! Die Praxis des Islam im Bezug auf Frauen wurde laut Ahmed[2] schon immer von Seiten westlicher Schilderungen dazu benutzt, die Andersartigkeit und auch Minderwertigkeit des Islam zu belegen.

 

Mein Anliegen in dieser Arbeit besteht darin, erstens einen kritischen Blick auf die „westliche“ Perspektive auf die muslimische Frau zu werfen, die nach wie vor von dem Bild geprägt ist, bei muslimischen Frauen handele es sich um ungebildete, traditionelle Frauen, die befreit oder sogar gerettet werden müssen. Des Weiteren möchte ich den LeserInnen einen Einblick in die unterschiedlichen Lebenswelten und –konzepte muslimischer Frauen verschaffen und diese anhand von Beispielen von Frauen aus Ägypten, der Türkei und aus Deutschland sichtbar machen.

 

Zu Beginn werde ich den Verlauf des deutschen „Kopftuch-Streits“ nachzeichnen bzw. die verschiedenen Positionen darstellen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Frage der Säkularisierung und wie viel Platz für Religion in der Schule sein darf.

 

Der Bedeutung des Schleiers und welche divergierenden Vorstellungen in Ost und West über Körper und Sexualität derselben zu Grunde liegen wird der zweite Teil der Arbeit gewidmet. Da in dieser Arbeit der Schleier der muslimischen Frau und die Reaktionen darauf verhandelt werden, wird zuerst die Bedeutung des Schleiers im Kontext islamischer Überlieferung behandelt. Des Weiteren wird versucht werden an Hand der Analyse der westlichen Kritik an „den Muslimen“ aufzudecken, von welchen Sexismen westliche und orientalische Gesellschaften durchzogen sind, die entweder verdrängt werden oder zur Normalität gehören.

 

Abschließend werden unterschiedliche Lebenskonzepte muslimischer Frauen beleuchtet, die sich aus verschiedensten Gründen für oder gegen ein Kopftuch entschieden haben.

 

Ich werde dabei versuchen, die Rolle des politischen Islam in der Entscheidungsfindung der Frauen zu erklären. Es wäre zu einfach zu behaupten, dass es sich dabei um eine ausschließlich regressive, rückwärtsgewandte Ideologie handelt. Für viele Frauen öffnen sich gerade durch den politischen Islam neue Handlungsspielräume und Identifikationsmuster, die eben nicht die Frau an Heim und Herd binden, sondern teilweise die innerislamische Diskussion um Frauenrechte anschieben und zu echten Konfrontationen mit muslimischen Männern führen, die sich zu wohl in ihren – angeblich von Gott gewollten – patriarchalen Strukturen fühlen.

 

Im Ausblick werden die Ergebnisse der einzelnen Aspekte der Arbeit zusammengefasst. Daraus ergibt sich sicherlich eine Kritik an der voreingenommenen westlichen Perspektive auf muslimische Frauen. Außerdem soll die Zusammenfassung Hinweise darauf geben, wie man aus sozialwissenschaftlicher Sicht, aber auch im Allgemeinen differenzierter und objektiver mit dem Thema „Frau im Islam“ umgehen kann.