Empirische Analyse von Hedgefonds im Kontext der Portfoliooptimierung - Patrick Beetz - E-Book

Empirische Analyse von Hedgefonds im Kontext der Portfoliooptimierung E-Book

Patrick Beetz

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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich BWL - Bank, Börse, Versicherung, Note: 1,0, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg, früher: Berufsakademie Ravensburg (BWL Bank), Veranstaltung: Kapitalmarkttheorie, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwieweit die Aufnahme von Hedgefonds ein bestehendes, bereits diversifiziertes Portfolio optimieren kann. Diesem Ziel wird mittels empirischer Analyse, basierend auf Harry M. Markowitz‘ Portfoliotheorie, Rechnung getragen. Ausgehend von einem konstruierten, typischen Portfolio, werden verschiedene Hedgefonds-Strategien in die Portfoliooptimierung aufgenommen. Unter Betrachtung von Risiko und Rendite entstehen neue effiziente Anlagegewichtungen. Eine potentielle Performanceverbesserung wird in einer Verschiebung der Effizienzlinie im Risiko-Rendite-Diagramm visualisiert. In Anbetracht des derzeit herrschenden Niedrigzinsniveaus ist die Frage nach ertragreichen und gleichzeitig verlässlichen Anlagen schwierig zu beantworten. Investitionen in vermeintlich sichere Häfen generieren Renditen nahe 0%, sodass das Streben nach auch in Zukunft ansehnlichen Erträgen im festverzinslichen Bereich mit der Inkaufnahme von Ausfallrisiken bonitätsschwacher Emittenten einhergeht. Eine reine Investition in Aktien bietet aufgrund der hohen Volatilitäten und damit verbundenen Risiken für die meisten Anleger ebenfalls keine überzeugende Antwort. Daher gebührt der Diversifikation stets eine tragende Rolle in der Anlageentscheidung. Ferner werden über traditionelle Anlageklassen hinausgehende Investments interessant, nämlich alternative Investments mit einem abweichenden Risiko-Rendite-Profil. Neben Rohstoffen bilden Hedgefonds einen bedeutenden Teil dieser Anlageform. Ihnen werden attraktive Portfolioeigenschaften zugesprochen, wie eine geringe Verlustanfälligkeit in extremen Perioden sowie eine niedrige Korrelation zu herkömmlichen Assets. Hedgefonds haben klassischerweise zum Ziel, einen Absolute Return zu erzielen und dadurch auch in schlechten Marktphasen einen marktunabhängigen, positiven Ertrag zu erwirtschaften. Hierfür können unter anderem Short-Positionen durch Leerverkäufe eingegangen werden. Dennoch spielen Hedgefonds in der deutschen Anlegerpraxis eine untergeordnete Rolle. Gründe sind die strikte Regulierung durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) oder interne Anlagerestriktionen. Andererseits liegt die Ursache aber auch in einem oft geringen Verständnis für die Funktionsweise der Hedgefonds-Strategien sowie für deren Wirkungsweise auf das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios. Etwaige Unklarheiten sollen daher im Laufe der Arbeit beseitigt werden. Hinweis: Die Datengrundlage ist in dieser Arbeit nicht enthalten.

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

 

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit

2. Hedgefonds

2.1. Definition von Hedgefonds und Abgrenzung zu klassischen Fonds

2.2. Historischer Überblick

2.3. Charakteristika von Hedgefonds

2.3.1. Charakterisierungskriterien

2.3.2. Renditequelle und Performanceziel

2.3.3. Regulatorische Anforderungen und Transparenz

2.3.4. Anlageinstrumente

2.3.5. Performancepersistenz

2.3.6. Besondere Vertragsbestandteile

2.4. Klassifizierung verschiedener Hedgefonds-Strategien

2.4.1. Hedgefonds-Stile

2.4.2. Equity Hedge

2.4.3. Event Driven

2.4.4. Tactical Trading

2.4.5. Relative Value

2.5. Verzerrungsproblematik von Hedgefonds-Indizes

2.5.1. Herkunft der Verzerrungen

2.5.2. Self-Selection Bias

2.5.3. Survivorship Bias

2.5.4. Backfill Bias

2.6. Alternative Investitionsmöglichkeiten für Privatanleger

2.6.1. Einordnung

2.6.2. UCITS-Hedgefonds

2.6.3. Funds of Hedge Funds

2.6.4. Indexfonds

2.6.5. Zertifikate

2.6.6. Anteilserwerb an Hedgefonds-Gesellschaften

3. Portfolio- und Kapitalmarkttheorie

3.1. Erwartungswert und Varianz

3.2. Portfolio Selection

3.3. Kapitalmarkteffizienz und Implikationen für das Fondsmanagement

4. Empirische Analyse

4.1. Vorgehensweise

4.2. Festlegung des traditionellen Portfolios

4.2.1. Eingrenzung des Anlegerkreises

4.2.2. Bestandteile des Portfolios und effiziente Gewichtungen

4.3. Hedgefonds im Portfoliokontext

4.3.1. Auswahl der Hedgefonds-Daten

4.3.2. Hedgefonds als eigenständige Assetklasse

4.3.3. Performance- und Korrelationsanalyse von Hedgefonds

4.3.4. Statistische Eigenschaften von Hedgefonds

4.4. Risiko-Rendite-basierte Portfoliooptimierung unter Berücksichtigung von Hedgefonds

4.4.1. Beurteilung der Investition in Hedgefonds im Mittelwert-Varianz-Ansatz

4.4.2. Beurteilung der Investition in Hedgefonds im Mittelwert-Semivarianz-Ansatz

4.4.3. Die Rolle des Anlagezeitraums

4.4.4. Kritische Würdigung der Praxisrelevanz

4.4.5. Beurteilung alternativer Investitionsmöglichkeiten im Mittelwert-Varianz-Ansatz

5. Fazit und Ausblick

Anhang

Anhang I: Portfoliooptimierung in Abhängigkeit des Anlagezeitraums

Anhang II: Wechselkursverzerrungen

Anhang IV: Berechnungsdurchführung

Anhang V: Einführung in Visual Basic

Literaturverzeichnis

 

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

 

Abbildung 1: Investmentvermögen nach dem KAGB

Abbildung 2: Klassifikation der Hedgefonds-Strategien

Abbildung 3: Anteil der Strategien am Gesamtmarkt

Abbildung 4: Typische Verläufe von Zinsstrukturkurven

Abbildung 5: Investitionsalternativen für Privatanleger

Abbildung 6: Diversifikationseffekt in Abhängigkeit vom Korrelationskoeffizienten

Abbildung 7: Effiziente und ineffiziente Portfolios im -Anlagen-Fall

Abbildung 8: Die drei Stufen der Informationseffizienz

Abbildung 9: Risiko-Rendite-Diagramm traditioneller Assets im 2-Anlagen-Fall

Abbildung 10: Effizienter Rand der traditionellen Assets

Abbildung 11: Wertentwicklung der Hedgefonds-Strategien

Abbildung 12: Symmetrieeigenschaften einer Verteilung

Abbildung 13: Wölbungseigenschaften einer Verteilung

Abbildung 14: Hedgefonds Composite-Index im 2-Anlagen-Fall

Abbildung 15: Effizienzlinien der Hedgefonds-Strategien

Abbildung 16: Effizienzlinie des Hedgefonds-Stils ED im Mittelwert-Semivarianz-Diagramm

Abbildung 17: Effizienzlinien der OGAW-Hedgefonds

Abbildung 18: Effizienzlinie für den Zeitraum 2004-2007

Abbildung 19: Effizienzlinie für den Zeitraum 2006-2009

Abbildung 20: Effizienzlinie für den Zeitraum 2008-2011

Abbildung 21: Effizienzlinie für den Zeitraum 2010-2013

Abbildung 22: Effizienzlinie für den Zeitraum 2012-2015

 

Tabellenverzeichnis

 

Tabelle 1: Varianz-Kovarianz-Matrix für  Anlagen

Tabelle 2: Performance der Bestandteile des traditionellen Portfolios

Tabelle 3: Exemplarische Ermittlung einer Effizienzlinie

Tabelle 4: Performance der Hedgefonds-Strategien

Tabelle 5: Korrelation zwischen Hedgefonds und traditionellen Assets

Tabelle 6: Höhere zentrale Verteilungsmomente

Tabelle 7: Performance der OGAW-Hedgefonds

Tabelle 8: Korrelation zwischen OGAW-Hedgefonds und traditionellen Assets

Tabelle 9: Performance des ETFs

Tabelle 10: Korrelation zwischen dem ETF und traditionellen Assets

Tabelle 11: Performance im Zeitraum 2004-2007

Tabelle 12: Korrelation im Zeitraum 2004-2007

Tabelle 13: Performance im Zeitraum 2006-2009

Tabelle 14: Korrelation im Zeitraum 2006-2009

Tabelle 15: Performance im Zeitraum 2008-2011

Tabelle 16: Korrelation im Zeitraum 2008-2011

Tabelle 17: Performance im Zeitraum 2010-2013

Tabelle 18: Korrelation im Zeitraum 2010-2013

Tabelle 19: Performance im Zeitraum 2012-2015

Tabelle 20: Korrelation im Zeitraum 2012-2015

Tabelle 21: Erwartungswert der Wechselkursrenditen

Tabelle 22: Berechnung der Wechselkursverzerrung

 

1. Einleitung

 

1.1. Problemstellung

 

In Anbetracht des derzeit herrschenden Niedrigzinsniveaus ist die Frage nach ertragreichen und gleichzeitig verlässlichen Anlagen schwierig zu beantworten. Investitionen in vermeintlich sichere Häfen generieren Renditen nahe 0%, sodass das Streben nach auch in Zukunft ansehnlichen Erträgen im festverzinslichen Bereich mit der Inkaufnahme von Ausfallrisiken bonitätsschwacher Emittenten einhergeht. Eine reine Investition in Aktien bietet aufgrund der hohen Volatilitäten und damit verbundenen Risiken für die meisten Anleger ebenfalls keine überzeugende Antwort.

 

Daher gebührt der Diversifikation stets eine tragende Rolle in der Anlageentscheidung. Ferner werden über traditionelle Anlageklassen hinausgehende Investments interessant, nämlich alternative Investments mit einem abweichenden Risiko-Rendite-Profil. Neben Rohstoffen bilden Hedgefonds einen bedeutenden Teil dieser Anlageform. Ihnen werden attraktive Portfolioeigenschaften zugesprochen, wie eine geringe Verlustanfälligkeit in extremen Perioden sowie eine niedrige Korrelation zu herkömmlichen Assets.[1] Hedgefonds haben klassischerweise zum Ziel, einen Absolute Return zu erzielen und dadurch auch in schlechten Marktphasen einen marktunabhängigen, positiven Ertrag zu erwirtschaften. Hierfür können unter anderem Short-Positionen durch Leerverkäufe eingegangen werden.[2]

 

Dennoch spielen Hedgefonds in der deutschen Anlegerpraxis eine untergeordnete Rolle. Gründe sind einerseits die strikte Regulierung durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) oder interne Anlagerestriktionen. Andererseits liegt die Ursache aber auch in einem oft geringen Verständnis für die Funktionsweise der Hedgefonds-Strategien sowie für deren Wirkungsweise auf das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios. Etwaige Unklarheiten sollen daher im Laufe der Arbeit beseitigt werden, um Hedgefonds auch dem deutschen Anleger nahezubringen und deren Attraktivität gegebenenfalls zu steigern.

 

1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit

 

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die Aufnahme von Hedgefonds ein bestehendes, bereits diversifiziertes Portfolio optimieren kann. Diesem Ziel wird mittels empirischer Analyse, basierend auf Harry M. Markowitz‘ Portfoliotheorie, Rechnung getragen. Ausgehend von einem konstruierten, aber typischen Portfolio, werden verschiedene Hedgefonds-Strategien in die Portfoliooptimierung aufgenommen. Unter Betrachtung von Risiko und Rendite entstehen neue effiziente Anlagegewichtungen. Eine potentielle Performanceverbesserung wird in einer Verschiebung der Effizienzlinie im Risiko-Rendite-Diagramm visualisiert.

 

Zunächst werden theoretische Grundlagen gelegt, die nötig sind, um anschließende Argumentationen nachzuvollziehen. Das zweite Kapitel beschäftigt sich deshalb mit dem Thema Hedgefonds im Allgemeinen. Die Anlageklasse wird vorgestellt, indem der Begriff „Hedgefonds“ vom herkömmlichen Investmentfonds abgegrenzt wird und Charakteristika dargestellt werden. Außerdem wird dem Leser ein Einblick in die Anlagestrategien der Hedgefonds-Manager vermittelt. Das Kapitel wird durch eine Erläuterung der Investitionsmöglichkeiten für Privatanleger komplettiert.

 

Im dritten Kapitel wird Markowitz‘ Portfolio-Selection-Theorie umrissen, in deren Kontext auch auf Hedgefonds eingegangen wird. Dabei wird die eingangs erwähnte Diversifikation im Zusammenhang mit dem Begriff der Korrelation beleuchtet. Im Anschluss erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit drei Formen der Markteffizienz.

 

Das vierte Kapitel beinhaltet die empirische Analyse, die den Kern der Arbeit darstellt. Hierfür werden zunächst die soeben erwähnten Ausgangsportfoliobestandteile festgelegt, auf welchen anschließende Berechnungen aufbauen. Nach einer Eingrenzung der Hedgefonds-Datenbasis werden in Abhängigkeit der Anlagestrategie Performance- und Korrelationswerte der Hedgefonds ermittelt, um anschließend eine Portfoliooptimierung im Mittelwert-Varianz-Ansatz durchzuführen.

 

Vorausgesetzt, es ist eine Verbesserung des Risiko-Rendite-Verhältnisses in einem bereits diversifizierten Portfolio möglich, wird im Anschluss die praktische Relevanz beurteilt. Von besonderem Interesse ist hierbei die Frage, inwieweit ein Privatanleger von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren kann. Die Arbeit wird mit einem Fazit abgerundet. Im nun folgenden Kapitel wird die Anlageklasse der Hedgefonds vorgestellt.