Employability versus Beruf - Mario Gentz - E-Book

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Mario Gentz

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Pädagogik - Berufsbildung, Weiterbildung, Note: 2,0, Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg, Veranstaltung: Didaktik und Methodik in der beruflichen Bildung, Sprache: Deutsch, Abstract: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland (und anderswo auf der Welt) hat sich in den letzen zehn bis zwanzig Jahren deutlich verschärft. Gründe dafür sind zum einen die Globalisierung, die es dem Unternehmen ermöglicht, weltweit ihre Waren und Produkte zu produzieren. Das hat die Folge, dass Billiglohnländer bei einfachen Arbeiten oder Produktionsprozessen ganz hoch im Kurs stehen. Ein weiteres Problem des deutschen Arbeitsmarktes (und der deutschen Bevölkerung) ist der demographische Wandel. Dieser hat zur Folge, dass wir (Deutschen) nicht genügend qualifizierten Nachwuchs „produzieren“, um die nötigen Stellen in der Wirtschaft zu besetzen. Was auch heißt, dass entweder Externe eingekauft werden müssen oder „die Alten“ noch einmal umlernen sollten. Bei der allerdings heutigen, sehr schnelllebigen Wirtschaft, ist ein Umdenken und Umlernen gar nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn man beispielsweise in den 70ern einen Ausbildungsberuf erlernt hat und 30 Jahre in diesem gearbeitet hat, ohne sich dabei fachübergreifend weiterzubilden. Nach einer solch lagen Zeit beherrscht dieser Arbeiter zwar „sein“ Handwerk perfekt, aber da er sich nie auf anderen Gebieten weitergebildet oder auch nur informiert hat (warum sollte er auch, da die Erlernung eines Berufs doch für ein Leben lang sein sollte) wird es nur schwer möglich sein, diesem Arbeiter noch etwas Neues, fachfremdes beizubringen. In der heutigen Arbeitswelt ist diese Fähigkeit, sich schnell anzupassen und in immer neue „Rollen der Berufswelt“ zu schlüpfen ein wesentlicher Vorteil der Berufssicherheit. Dieser Faktor wird mehr und mehr entscheidend in der „Arbeitsplatzsicherheit“, denn nur wer das Zeug zum schnellen Anpassen in einer schnelllebigen Wirtschaft hat, hat einen Selektionsvorteil gegenüber andern und kann somit seinen Platz behaupten. Genau über dieses Phänomen, der Frage nach „Employability“ wird in Deutschland seit ein paar Jahren diskutiert. Angesichts beständig hoher Arbeitslosenzahlen steigt Employability oder „Beschäftigungsfähigkeit“ (zu Deutsch) zum neuen Hoffnungsträger auf (vgl. Kraus, K. 2005, S.574).

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Veröffentlichungsjahr: 2008

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Gliederung:

 

1. Einleitung

2. Grundlegende Problematik

2.1. Begriffsklärung Employability

2.2. Der Beruf

2.3. Die Kritik am Beruf

3. Employability im berufspädagogischen Diskurs

4. Der Herkunftskontext Großbritannien

5. Der bildungspolitische Kontext: internationale und nationale Akteure

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland (und anderswo auf der Welt) hat sich in den letzen zehn bis zwanzig Jahren deutlich verschärft. Gründe dafür sind zum einen die Globalisierung, die es dem Unternehmen ermöglicht, weltweit ihre Waren und Produkte zu produzieren. Das hat die Folge, dass Billiglohnländer bei einfachen Arbeiten oder Produktionsprozessen ganz hoch im Kurs stehen. Ein weiteres Problem des deutschen Arbeitsmarktes (und der deutschen Bevölkerung) ist der demographische Wandel. Dieser hat zur Folge, dass wir (Deutschen) nicht genügend qualifizierten Nachwuchs „produzieren“, um die nötigen Stellen in der Wirtschaft zu besetzen. Was auch heißt, dass entweder Externe eingekauft werden müssen oder „die Alten“ noch einmal umlernen sollten.

Bei der allerdings heutigen, sehr schnelllebigen Wirtschaft, ist ein Umdenken und Umlernen gar nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn man beispielsweise in den 70ern einen Ausbildungsberuf erlernt hat und 30 Jahre in diesem gearbeitet hat, ohne sich dabei fachübergreifend weiterzubilden. Nach einer solch lagen Zeit beherrscht dieser Arbeiter zwar „sein“ Handwerk perfekt, aber da er sich nie auf anderen Gebieten weitergebildet oder auch nur informiert hat (warum sollte er auch, da die Erlernung eines Berufs doch für ein Leben lang sein sollte) wird es nur schwer möglich sein, diesem Arbeiter noch etwas Neues, fachfremdes beizubringen.

2. Grundlegende Problematik

 

„Als zusammenfassende Bezeichnung der individuellen Fähigkeiten, die eine Beschäftigung ermöglichen, tritt ’Employability’ im deutschen Kontext in Konkurrenz zum Beruf, der traditionell Ausdruck und Ausgangspunkt für die individuelle Möglichkeit zur Beschäftigung ist. Dadurch entsteht eine Art ’Konkurrenzverhältnis’ zwischen ’Employability’ bzw. ’Beschäftigungsfähigkeit’ auf der einen Seite und dem ’Beruf’ auf der anderen Seite.“(Kraus, K. 2005, S. 575)

 

Beide Ansätze haben das Ziel, die Erwerbsarbeit für die Arbeitnehmer zu konzipieren und strukturalisieren, damit jeder einzelne einer Tätigkeit oder einem Beruf nachgehen kann, mit dem er seinen Lebensunterhalt verdient. Bei gleichem Ziel liegt von vornherein eine Rivalität vor, da immer geschaut wird, welches System das „Bessere“ ist bzw. welcher Ansatz den Mitarbeiter gezielter auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, oder es wird der einfachen, aber doch wichtigen Frage nachgegangen, welcher der beiden Ansätze ökonomischer ist. Daher ist im weiteren Verlauf der Focus auf den Weg gerichtet, der zum Erreichen des Ziels eingeschlagen wird, denn an dieser Stelle unterscheiden sich beide Ansätze von einander.

 

2.1. Begriffsklärung Employability