Empowerment in der Gemeinwesenarbeit - Daniela Friedrich - E-Book

Empowerment in der Gemeinwesenarbeit E-Book

Daniela Friedrich

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Soziale Arbeit / Sozialarbeit, Note: 1,0, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart, Sprache: Deutsch, Abstract: Zu Beginn dieser Arbeit werden die Gemeinwesenarbeit und ihre Entstehung beleuchtet. Es folgt eine Annäherung an den Begriff und das Verständnis von Empowerment, bevor dann eine Darstellung des Empowerment-Konzepts in seiner Anwendung im Bereich der Gemeinwesenarbeit diese Seminararbeit abschließt. Die Darstellung rückt besonders folgende Fragen in den Blickpunkt: Welchen Beitrag kann Empowerment in der Gemeinwesenarbeit leisten? Und welche Bedeutung nimmt dabei die Soziale Arbeit ein?

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Veröffentlichungsjahr: 2007

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Inhaltsverzeichnis

 

1... Einleitung

2... Gemeinwesenarbeit – Begrifflichkeiten und Definitionen

3... Geschichte der Gemeinwesenarbeit

4... Empowerment

4.1.         Begrifflichkeiten und Definitionen

4.2.         Geschichte des Empowerments

4.3.         Vier Phasen

4.4.         Ressourcenorientierung

5... Empowerment und Gemeinwesenarbeit - Blickrichtungen und Ziele

6... Die Bedeutung für die Soziale Arbeit

7... Resümee

Quellen

1. Einleitung

Schlechte Bausubstanz, wenige bzw. unschöne Grün- und Freiflächen, sowie geringe ökonomische und kulturelle Angebote kennzeichnen das Leben in benachteiligten Wohngebieten. Solche Stadtteile sind oft geprägt von Arbeitslosen, Migranten, Alleinerziehenden, alten Menschen mit geringen Einkommen und Sozialhilfeempfängern. In diesen Quartieren summieren sich Faktoren von sozialer Ungerechtigkeit. Die sozialpolitischen Folgen sind offensichtlich: Vandalismus, Kriminalität, Resignation, geringe Wahlbeteiligung und auch die Zahlen der Jugendhilfeleistungen sind ansteigend. Qualifizierte Menschen ziehen aus diesen Quartieren weg. Dies führt zu einer rasanten Kettenreaktion. Durch den Verlust der Kaufkraft kommt es zu einer Minderung des Kapitals, was wiederum zum Verfall des Wohnraums und der Infrastruktur führt. Aber auch die Verringerung an Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten durch die Präsentation von Normalitätsnormen schränken die Erfahrungswelt weiter ein.

In vielen Städten bzw. in vielen Stadtteilen existieren soziale Spannungen und Probleme. Der Gesamteindruck vermittelt pessimistische Zukunftsperspektiven. Häufigster Auslöser für den Verfall dieser Stadtteile und die Entmischung der Bevölkerungsgruppen ist die Industrialisierung und der damit einhergehende Strukturwandel.

Aus der Psychologie wissen wir, dass das familiäre und auch das soziale Umfeld ein entscheidender Faktor für die Lebensmotivation und den Persönlichkeitszustand darstellt.

Die Wahrnehmung der städtischen Lebenswirklichkeit ist in benachteiligten Stadtteilen besonders von einem Defizitblick sowohl auf das Gebiet, als auch auf die Personen geprägt.

Damit diese Entwicklung nicht weiter voranschreitet, wird es zum zentralen Anliegen der Gesellschaft, das Stadtteilleben als Form des Gemeinwesens wieder aufzubauen. Soziale Kontakte und die Aufwertung des Stadtteils sind zentrale Bestandteile der Lebensqualität.

Zu Beginn dieser Arbeit werden die Gemeinwesenarbeit und ihre Entstehung beleuchtet. Es folgt eine Annäherung an den Begriff und das Verständnis von Empowerment, bevor dann eine Darstellung des Empowerment-Konzepts in seiner Anwendung im Bereich der Gemeinwesenarbeit diese Seminararbeit abschließt.

2.    Gemeinwesenarbeit – Begrifflichkeiten und Definitionen

 

In der Fachliteratur wird Gemeinwesenarbeit neben der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit als dritte Methode der Sozialen Arbeit verstanden, die sich im Gegensatz zu den anderen Methoden „auf ein Quartier, einen Stadtteil und nicht pädagogisch auf einzelne Individuen richtet.“[1]Der Fokus der Gemeinwesenarbeit liegt also nicht beim Klienten, sondern im Gemeinwesen.

 

Doch was ist ein Gemeinwesen? Weder das Fachlexikon der sozialen Arbeit noch andere Nachschlagewerke geben hier eine eindeutige Definition. Wikipedia.de bezeichnet das Gemeinwesen als einen Sammelbegriff, „der sämtliche gegenwärtigen und historischen Organisationsformen des menschlichen Zusammenlebens bezeichnet die über den Familienverband hinausgehen.“[2]Die Besonderheit liegt also darin, dass sich aufgrund verschiedener Faktoren ein soziales Gefüge gebildet hat.

 

Idealtypisch lässt sich das Gemeinwesen territorial (Nachbarschaft, Straße, Wohnblock, Stadtteil, Dorf, Gemeinde), kategorial (nach spezifischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Lebenssituation, Nationalität etc.) und funktional (nach Problemlagen) differenzieren.

 

Gemeinwesenarbeit setzt an dem Ort an, wo Menschen mit ihren sozialen Problemlagen und Konflikten zu finden sind. Man geht davon aus, dass individuelle soziale Problemlagen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Strukturen und Rahmenbedingungen stehen. Daher geht es in der Gemeinwesenarbeit um die Linderung, Verhinderung oder Beseitigung der Probleme von Menschen, die zusammen in einem Gemeinwesen leben. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität, die Bearbeitung von sozialen Konflikten und die Beteiligung von benachteiligten Menschen in einem Gemeinwesen. Funktionierende soziale Netze führen laut der Netzwerkforschung zur Verminderung von Belastungssituationen.

 

GemeinwesenarbeiterInnen werden besonders in „sozialen Brennpunkten“ mit vielfältigen Problemen und einem entsprechenden Konfliktpotential eingesetzt, zum Beispiel in Wohnquartieren mit multi-kultureller Einwohnerschaft, in Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit oder in den so genannten „Stadtteilen mir besonderem Entwicklungsbedarf“. Die Arbeit orientiert sich an den Lebenswelten der BewohnerInnen und greift Probleme auf, die von den Menschen selbst für wichtig gehalten werden und nicht nur die Probleme, die von außen als solche definiert werden.

 

Gemeinwesenarbeit versucht die Menschen dabei zu unterstützen, dass sie ihre Anliegen selbst besser vertreten. Zentraler Bestandteil ist dafür die Aktivierung der Menschen. Die Gemeinwesenarbeit unterstützt die BürgerInnen, denen nicht ausreichend Ressourcen dafür zur Verfügung stehen. Da die Problemlagen sehr weitläufig sind, ist eine Verknüpfung der sozialen Ziele mit ökonomischen, räumlichen, baulichen und auch kulturellen Zielen von besonderer Bedeutung.

 

Abschließend ist zu bemerken, dass Gemeinwesenarbeit auch ein Handlungsansatz sein kann, z.B. im bürgerschaftlichen Engagement. Von der Methode Gemeinwesenarbeit wird jedoch vorwiegend dann gesprochen, wenn SozialberuflerInnen den Prozess begleiten.[3]