Empowerment und Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung - Mark Ormerod - E-Book

Empowerment und Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung E-Book

Mark Ormerod

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Note: sehr gut, Hochschule Hannover (FB 1 - Sozialwesen), Sprache: Deutsch, Abstract: Das erkenntnisleitende Interesse, mich im Rahmen dieser Arbeit mit den Themen Empowerment und Selbstbestimmung auseinander zusetzen, resultiert aus meinen beruflichen und persönlichen Erfahrungen als Mitarbeiter in einem Ferienprojekt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger Behinderung. Die ca. 15 Teilnehmer sind zwischen 10 und 25 Jahre alt; die diagnostizierten Behinderungen reichen von Trisomie-21 über Autismus bis hin zu unfallbedingten und/oder schwerst-mehrfachen Behinderungen. Ich habe oft Situationen erlebt, in denen die jungen Menschen aus meiner Sicht heraus in ihren Rechten und Selbstbestimmungsmöglichkeiten eingeschränkt und in denen ihre Bedürfnisse durch Mitarbeiter missachtet wurden. Kann ein junger Mann mit 20 Jahren nicht selbst entscheiden, ob er abends lange wach bleibt oder morgens länger schläft? Und muss ein Kind mit in den Zoo, wenn es lieber mit der anderen Gruppe zum Schwimmen fahren möchte? Empowerment und Selbstbestimmung sind zurzeit die dominierenden Themen der Sonder- und Heilpädagogik. Die Entwicklungen werden als wegweisend für die Behindertenhilfe betrachtet und gründen auf ein Menschenbild, dass den Menschen mit Behinderung als Experten in eigenen Angelegenheiten ausweist und zentral die Annahmen beinhaltet, dass die Betroffenen selbst in der Lage sind, ihre Stärken und Ressourcen zu mobilisieren, dass sie wie andere Men-schen auch nach Unabhängigkeit und Entfaltung streben und sich selbst verwirklichen möchten und können. Im Sinne eines Gesamtkonzeptes spielen auch länger bekannte Paradigmen wie Enthospitalisierung, Normalisierung und Integration eine wesentliche Rolle und verlieren durch die jüngeren Ansätze keineswegs an Bedeutung. Selbstbestimmt-Leben kann ich mir bei Menschen mit körperlichen Behinderungen und innerhalb einer Infrastruktur, welche die erforderlichen Hilfsangebote bereitstellt, zwar durchaus vorstellen, aber können die damit verbundenen Forderungen und Ziele ohne weiteres auch auf Menschen mit geistiger Behinderung übertragen werden? Was bedeutet Selbstbestimmung genau? Soll jeder alles selbst bestimmen oder gibt es Ausnahmen? Und wie muss ich als Helfer befähigt bzw. professionalisiert sein, um adäquat auf die Betroffenen eingehen zu können?

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Veröffentlichungsjahr: 2004

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Coverbild: pixabay.com

I. Einleitung

II. Das Empowerment-Konzept

1. Begriffsbestimmung

2. Historische Skizzen

3. Zentrale Aspekte

4. Ebenen und Bezugwerte

4.1. Individuelle Ebene – Autonomie und Selbstbestimmung

4.2. Gruppen- und Organisationsebene – Partizipation

4.3. Strukturebene – Verteilungsgerechtigkeit

5. Widersprüche, Handlungsparadoxien und Machtverhältnisse

III. Menschen mit geistiger Behinderung und Selbstbestimmung

1. Geistige Behinderung

1.1. Definitionsansätze und Beschreibungsversuche

1.2. Geschichte der Behindertenarbeit und Enthospitalisierung

1.3. Von der Normalisierung zur Selbstbestimmung – Leitbilder in der Arbeit mit (geistig) behinderten Menschen

2. Selbstbestimmung für Menschen mit geistiger Behinderung?

3. Menschen mit geistiger Behinderung auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung

3.1. Alltagsbezogene Selbstbestimmung durch tagesstrukturierende Aufgaben

3.2. Wohnen, Arbeit und Freizeit –Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen

4. Perspektiven / Beispiel eines Handlungsmodells aus der Praxis (Werkstatthaus Hamburg – Wohnen und arbeiten in der Stadt)

IV. Konsequenzen für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit

1. Werte, Einstellungen und Bereitschaft der Mitarbeiter

2. Zur Rolle der professionellen Helfer

V. Schluss

VI. Literatur

I.               Einleitung

Das erkenntnisleitende Interesse, mich im Rahmen dieser Arbeit mit den Themen Empowerment und Selbstbestimmung auseinanderzusetzen, resultiert aus meinen beruflichen und persönlichen Erfahrungen als Mitarbeiter in einem Ferienprojekt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger Behinderung. Die ca. 15 Teilnehmer sind zwischen 10 und 25 Jahre alt; die diagnostizierten Behinderungen reichen von Trisomie-21 über Autismus bis hin zu unfallbedingten und/oder schwerst-mehrfachen Behinderungen. Ich habe oft Situationen erlebt, in denen die jungen Menschen  aus meiner Sicht heraus in ihren Rechten und Selbstbestimmungsmöglichkeiten eingeschränkt und in denen ihre Bedürfnisse durch Mitarbeiter missachtet wurden. Kann ein junger Mann mit 20 Jahren nicht selbst entscheiden, ob er abends lange wach bleibt oder morgens länger schläft? Und muss ein Kind mit in den Zoo, wenn es lieber mit der anderen Gruppe zum Schwimmen fahren möchte?

Empowerment und Selbstbestimmung sind zurzeit die dominierenden Themen der Sonder- und Heilpädagogik. Die Entwicklungen werden als wegweisend für die Behindertenhilfe betrachtet und gründen auf ein Menschenbild, dass den Menschen mit Behinderung als Experten in eigenen Angelegenheiten ausweist und zentral die Annahmen beinhaltet, dass die Betroffenen selbst in der Lage sind, ihre Stärken und Ressourcen zu mobilisieren, dass sie wie andere Menschen auch nach Unabhängigkeit und Entfaltung streben und sich selbst verwirklichen möchten und können. Im Sinne eines Gesamtkonzeptes spielen auch länger bekannte Paradigmen wie Enthospitalisierung, Normalisierung und Integration eine wesentliche Rolle und verlieren durch die jüngeren Ansätze keineswegs an Bedeutung.

Selbstbestimmt-Leben kann ich mir bei Menschen mit körperlichen Behinderungen und innerhalb einer Infrastruktur, welche die erforderlichen Hilfsangebote bereitstellt, zwar durchaus vorstellen, aber können die damit verbundenen Forderungen und Ziele ohne weiteres auch auf Menschen mit geistiger Behinderung übertragen werden? Was bedeutet Selbstbestimmung genau? Soll jeder alles selbst bestimmen oder gibt es Ausnahmen? Und wie muss ich als Helfer befähigt bzw. professionalisiert sein, um adäquat auf die Betroffenen eingehen zu können?

Diesen Fragen möchte ich mich im Folgenden widmen und herausarbeiten, wie optimale Bedingungen dafür geschaffen werden können, dass auch geistig behinderte Menschen ein möglichst sinnerfülltes und befriedigendes Leben führen können.

Die Arbeit besteht (neben Einleitung und Schluss) aus 3 Themenbereichen. Nach dem Überblick über die Hauptaspekte und Forderungen des Empowerment-Konzeptes, innerhalb dessen die angestrebte Verwirklichung des Selbstbestimmungsgedankens sowohl  auf persönlicher als auch auf struktureller Ebenen eine wesentliche Rolle spielt, werde ich im Anschluss daran auf den Begriff der geistigen Behinderung Bezug nehmen und auf die vergangenen und aktuellen Lebensbedingungen von Menschen, die als geistig behindert gelten, eingehen. Darauf aufbauend sollen die bisherigen Überlegungen dann zusammengeführt werden. Es wird um die Frage gehen, wie das Selbstbestimmungsparadigma auf Menschen mit geistiger Behinderung übertragen werden kann und welche bisherigen Errungenschaften und Erfolge in der Praxis bereits zu verzeichnen sind. Um den persönlichen Nutzen dieser Arbeit auch auf die handlungspraktische oder. fachlich-professionelle Ebene auszudehnen, gebe ich im letzten Teil Anregungen dazu, wie sich professionelle Helfer in Bezug auf ihr berufliches Selbstverständnis orientieren sollten und welche Rolle ihnen in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung zuteil werden muss, um Empowerment und Selbstbestimmung als „neue Kultur des Helfens“ zu fördern und zu unterstützen.