Entwicklung eines Vorgehensmodells für agiles Application Lifecycle Management nach ITIL - Stefan Holhut - E-Book

Entwicklung eines Vorgehensmodells für agiles Application Lifecycle Management nach ITIL E-Book

Stefan Holhut

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation, Hamburger Fern-Hochschule, Sprache: Deutsch, Abstract: Wie die industrielle Revolution weitreichende Auswirkungen auf das produzierende Gewerbe hatte, so hat auch die Industrialisierung der IT weitreichende Folgen auf diese Branche. Die Leistungsbereitstellung in der Informationstechnologie wandelt sich immer weiter von der zur Verfügungstellung technischer Produkte hin zu einer umfassenden Dienstleistungserbringung (vgl. Zarnekow 2007: 11f.). Darüber hinaus ergibt sich ein massives Spannungsfeld zwischen immer höher werdendem Kosten- bzw. Zeitdruck und weiter steigenden Ansprüchen an die Qualität der Dienstleistung. Diese Anforderungen beanspruchen eine größere Flexibilität von Prozessen und eine Ausweitung des Blickwinkels aller Unternehmenseinheiten auf die Kundenbedürfnisse (vgl. Bernhard et al. 2003: 318). Die hierfür erforderliche effiziente und effektive Erbringung von IT-Services stellt viele IT-Abteilungen vor große Herausforderungen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um diese zu meistern, ist eine konsequente Standardisierung der Leistungserbringung. Hier liegt nach wie vor ein großes Optimierungs- und damit Kosteneinsparungspotential (vgl. Linnartz 2004: 26). Besonders im Rahmen der Softwareentwicklung und im IT-Projektmanagement finden vermehrt agile Ansätze Anwendung. Diese Methoden konzentrieren sich vor allem auf die Kundenbedürfnisse und auf die für deren Befriedigung notwendigen Personen. Sie berücksichtigen Änderungswünsche des Kunden auch noch in späten Realisierungsphasen und maximieren so den Nutzen des Endprodukts (vgl. Meyer et al. 2007: 307f). Die hauptsächlich in der Automobilindustrie im Rahmen der Lean Production entwickelten und erprobten Handlungsweisen werden im Rahmen dieser Arbeit auf die IT-Leistungserbringung übertragen. Hieraus entsteht ein neues Konzept für agiles Application Lifecycle Management, dass die good practice Ansätze der IT Infrastructure Library (ITIL) um agile Methoden ergänzt.

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Veröffentlichungsjahr: 2011

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Inhaltsverzeichnis

 

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1.Einleitung

1.1 Motivation

1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

1.3 Aufbau der Arbeit

2 Einführung in die IT Infrastructure Library

2.1 Herkunft und Entwicklung

2.2 Zielsetzung der ITIL

2.3 Aufbau und Inhalte der ITIL V3

2.3.1 Einführung in das ITSM Lifecycle Modell der ITIL V3

2.3.2 Die Phase Service Strategie

2.3.3 Die Phase Service Design

2.3.4 Die Phase Service Transition

2.3.5 Die Phase Service Operation

2.3.6 Die Phase Continual Service Improvement

2.4 Einführung in das Application Lifecycle Management

2.5 Herausforderungen an das ALM nach ITIL V3

3 Agile Vorgehensmodelle

3.1 Einführung und bisherige Entwicklung

3.2 Die agilen Grundprinzipien

3.3 Vorstellung agiler Vorgehensweisen

3.3.1 Kanban

3.3.2 Scrum

3.3.3 Agile Managementmethoden

3.4 Vor- und Nachteile agiler Methoden

3.5 Auswirkungen auf das ALM

4 Entwicklung eines agilen Application Lifecycle Management

4.1 Anforderungen an ein agiles Application Lifecycle Management

4.2 Agile Grundprinzipen als Basis des aAML

4.3 Beschreibung des agilen Application Management Lifecycle

4.3.1 Grafische Darstellung des Modells

4.3.2 Ausrichtung auf den Kunden

4.3.3 Einführung eines Kanban

4.3.4 Teamarbeit und Selbstorganisation

4.3.5 Knowledgemanagement als zentraler Prozess

4.3.6 Integration der Optimierung

4.3.7 Synchronisation der Abläufe und Timeboxing

5 Beschreibung der Prozesse des aAML

5.1 Der Prozess ,Requirement'

5.1.1 Zielsetzung des Prozess

5.1.2 Grafische Darstellung

5.1.3 Input, Aktivitäten, Output

5.2 Der Prozess ,Design'

5.2.1 Zielsetzung des Prozess

5.2.2 Grafische Darstellung

5.2.3 Input, Aktivitäten, Output

5.3 Der Prozess,Build & Test'

5.3.1 Zielsetzung des Prozess

5.3.2 Grafische Darstellung

5.3.3 Input, Aktivitäten, Output

5.4 Der Prozess ,Deploy'

5.4.1 Zielsetzung des Prozess

5.4.2 Grafische Darstellung

5.4.3 Input, Aktivitäten, Output

5.5 Der Prozess ,Operate'

5.5.1 Zielsetzung des Prozess

5.5.2 Grafische Darstellung

5.5.3 Input, Aktivitäten, Output

6 Fazit und Ausblick

6.1 Erreichte Ziele

6.2 Notwendige Weiterentwicklungen des Modells

6.3 Fazit

Literaturverzeichnis

Anlagen

Abbildungsverzeichnis

 

Abb. 1: ITSM Lifecycle nach ITILV3 - Quelle: Taylor 2007a.

Abb. 2: Deming Cycle - Quelle: Bulsuk 2009.

Abb. 3 Application Lifecycle Management

Abb. 4: Scrum im Überblick

Abb. 5: Management 3.0 - Quelle: Appelo 2011:13.

Abb. 6: agilerApplication Management Lifecyle

Abb. 7: Story-Card - Quelle: Eigene Erstellung.

Abb. 8: Kanban-Board - Quelle: Eigene Erstellung.

Abb. 9: Aufgaben-Karte

Abb. 10: The 7-Step Improvement Process

Abb. 11: Prozessdarstellung Requirement

Abb. 12: Prozessdarstellung Design

Abb. 13: Prozessdarstellung Build & Test

Abb. 14: Prozessdarstellung Deploy

Abb. 15: Prozessdarstellung Operate

Abb 16: Verwendete BPMN 2.0 Symbole

 

Abkürzungsverzeichnis

Anlagenverzeichnis

 

Anlage 1: Prinzipien hinter dem Agilen Manifest

Anlage 2: Erklärung der verwendeten Symbole der BPMN 2.0

 

1.Einleitung

 

1.1 Motivation

 

Wie die industrielle Revolution weitreichende Auswirkungen auf das produzierende Gewerbe hatte, so hat auch die Industrialisierung der IT weitreichende Folgen auf diese Branche. Die Leistungsbereitstellung in der Informationstechnologie wandelt sich immer weiter von der zur Verfügungstellung technischer Produkte hin zu einer umfassenden Dienstleistungserbringung (vgl. Zarnekow 2007: 11f.). Darüber hinaus ergibt sich ein massives Spannungsfeld zwischen immer höher werdendem Kosten- bzw. Zeitdruck und weiter steigenden Ansprüchen an die Qualität der Dienstleistung. Diese Anforderungen beanspruchen eine größere Flexibilität von Prozessen und eine Ausweitung des Blickwinkels aller Unternehmenseinheiten auf die Kundenbedürfnisse (vgl. Bernhard et al. 2003: 318). Die hierfür erforderliche effiziente und effektive Erbringung von IT- Services stellt viele IT-Abteilungen vor große Herausforderungen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um diese zu meistern, ist eine konsequente Standardisierung der Leistungserbringung. Hier liegt nach wie vor ein großes Optimierungs- und damit Kosteneinsparungspotential (vgl. Linnartz 2004: 26).

 

Für die Informations- und Telekommunikationsbranche stellt die IT Infrastructure Library (ITIL) den am weit verbreitetsten Best-Practice Ansatz dar, um diese Anforderungen umzusetzen (vgl. Ebel 2008: 35f.). „Service Management seeks to align IT with the business, a fancy way of saying they give the business what it needs not what IT wants to give it" (England 2009: 6). ITIL liefert eine Sammlung von Modellen, Prozessen sowie Vorschläge für die Aufbauorganisation und mögliche Werkzeuge, um eine qualitativ hochwertige Bereitstellung von IT-Services zu ermöglichen (vgl. Beims 2010: 15). Eines der in ITIL beschriebenen Vorgehensmodelle ist der Application Management Lifecycle (AML) und die dazugehörige Aufgabe des Application Lifecycle Managements (ALM) (vgl. Taylor et al. 2007a: 132f.). Es beschreibt sowohl die Konzeptionierung und Softwareentwicklung mit den Phasen ,Requirement', ,Design' und ,Build & Test' als auch den sich daran anschließenden IT-Betrieb in den Phasen ,Deploy', ,Operate' und ,Optimize' und bildet damit alle Phasen der IT-Leistungserbringung ab (vgl. Taylor et al. 2007a: 132f.). Durch diesen integrativen Ansatz forciert das Modell eine stärkere Verzahnung dieser beiden, bisher stark getrennt betrachteten Aufgabenbereiche und weitet den Blick auf eine durchgängige Leistungsbereitstellung von IT-Services.

 

Besonders im Rahmen der Softwareentwicklung und im IT-Projektmanagement finden vermehrt agile Ansätze Anwendung. Diese Methoden konzentrieren sich vor allem auf die Kundenbedürfnisse und auf die für deren Befriedigung notwendigen Personen. Sie berücksichtigen Änderungswünsche des Kunden auch noch in späten Realisierungs­phasen und maximieren so den Nutzen des Endprodukts (vgl. Meyer et al. 2007: 307f). Die hauptsächlich in der Automobilindustrie im Rahmen der Lean Production entwickelten und erprobten Handlungsweisen werden hier auf die IT- Leistungserbringung übertragen. Der Grundstein für die Anwendung agiler Modelle in der IT wurde 2001 im Agilen Manifest gelegt, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert (vgl. heise Developer 2011).

 

1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

 

Der Satz „Ohne Geschäftsprozess gibt es keinen IT-Prozess, ohne IT-Prozess kann kein Geschäft generiert werden" (Beims 2010: 18) macht die Abhängigkeit eines Unternehmens von der IT-Dienstleistung deutlich. Die IT ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Kundengeschäft, wobei die Leistung nicht mehr nur innerhalb des eigenen Unternehmens erbracht wird, sondern vermehrt externe IT-Dienstleister genutzt werden. Diese Servicedienstleister stehen vor der großen Herausforderung, immer schneller auf neue Unternehmensbedürfnisse zu reagieren. Besonders für den IT- Betrieb entsteht hieraus die Schwierigkeit, trotz der ständigen Veränderungen, eine stabile Leistungserbringung im Rahmen der vereinbarten Servicelevel zu gewährleisten (vgl. Feidicker et al. 2005: 199f.). Die Best-Practices zur Sicherstellung eines stabilen IT- Betriebs und einer qualitativ hochwertigen Leistungserbringung sind im Rahmen der ITIL beschrieben (vgl. Wischki 2009: 3). Dieser Fokus auf hohe Stabilität und Verfügbarkeit kann den Wunsch des Kunden nach schnellen Anpassungsmöglichkeiten eines IT- Services an neue Anforderungen nicht mehr ausreichend abdecken (vgl. Walter 2009: 7f.). Auch der IT-Betrieb muss zukünftig flexibler und schneller auf neue Anforderungen reagieren können. Besonders die technischen Weiterentwicklungen wie Virtualisierung, Cloud-Computing und Serviceorientierte Architekturen erfordern einen neuen Ansatz für die IT-Leistungserbringung. Es gilt ein Dienstleistungsverständnis zu schaffen, in dem zum einen die eigene Leistungserbringung mit externen Dienstleistungen kombiniert und darüber hinaus die Produktentwicklung und der IT-Betrieb als je ein Teil desselben Prozesses verstanden werden. Die beiden Bereiche dürfen nicht mehr als einzelne Silos gesehen werden, sondern müssen übergreifend zusammenarbeiten.

 

Dies fordert ein einheitliches und durchgängiges Managementmodell über den gesamten Lebenszyklus eines IT-Services. Bisher werden hier grundverschiedene Ansätze verfolgt. So wird in der Softwareentwicklung primär auf Methoden des Projektmanagements wie z.B. Prince2 oder PMI zurück gegriffen, während im IT-Betrieb vor allem die Ansätze des IT-Servicemanagements nach ITIL zum Tragen kommen (vgl. Madhukar et al. 2011: 167ff.). Das Modell muss darüber hinaus in der Lage sein, auf die immer kürzeren Time-to-Market Zeiten und die deshalb immer häufiger vom Kunden eingebrachten Änderungswünsche zu reagieren. Die klassischen, eher starren Instrumente sind deshalb wesentlich beweglicher zu gestalten. Im Umfeld der Softwareentwicklung wurde bereits vor längerer Zeit auf diese Herausforderungen reagiert und entsprechende Ansätze der sogenannten agilen Softwareentwicklung entwickelt. Basierend auf dem agilen Manifest entstanden so umfassende agile Methoden, die eine dynamische und kundenorientierte Softwareentwicklung ermöglichen (vgl. Schatten et al. 2010: 62). Für den Bereich des IT-Servicemanagements, dessen Kernaufgabe der stabile Betrieb von IT-Services ist, stehen bisher noch keine agilen Vorgehensweisen zur Verfügung. Darüber hinaus sind die Ansätze der agilen Softwareentwicklung mit den Ansätzen der ITIL bisher nicht abgestimmt.

 

Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines auf ITIL basierenden Vorgehensmodels für agiles Application Lifecycle Management (aALM). In diesem Modell sollen die Phasen des AML nach ITIL um agile Methoden erweitert und so eine Kombination agiler und klassischer Ansätze ermöglicht werden. Hierfür wird auf die in der Softwareentwicklung bereits erprobten Vorgehensweisen Kanban, Scrum und auf das agile Projektmanagement zurückgegriffen. Diese Methoden werden analysiert und für die Nutzung im Rahmen des IT-Servicemanagements adaptiert. Final entsteht so das Modell eines agilen Application Management Lifecycle (aAML).

 

1.3 Aufbau der Arbeit