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Das Berichtswesen zählt zu den Kernaufgaben der Controller. Mit ihm sind sie - dem WHU-Controllerpanel zu Folge - im Durchschnitt mehr als einen Tag in der Woche beschäftigt. Eine Vielzahl von Berichten wird von ihnen regelmäßig oder zu bestimmten Anlässen erstellt. Unter diesen kommt dem Monatsbericht eine herausgehobene Bedeutung zu. Berichte sind ein zentrales Produkt der Controller, das ihnen regelmäßig Kontakt zum Management verschafft und mit dem sie die Unternehmenssteuerung wesentlich unterstützen und beeinflussen können. Daher ist es notwendig, sich intensiv mit dem Berichtswesen auseinanderzusetzen. Band 93 der Schriftenreihe Advanced Controlling legt zunächst die konzeptionellen Grundlagen, beantwortet also zum Beispiel Fragen zu der Funktion von Berichten und unterschiedlichen Möglichkeiten ihrer Gestaltung. Dabei baut er auf dem Band 43 der Schriftenreihe auf. Im Anschluss geben die Autoren einen Einblick in den aktuellen Stand des Berichtswesens in der Praxis. Hierzu werden umfassend Daten des WHU-Controllerpanels genutzt. In weiteren Abschnitten werden aktuelle Entwicklungen des Berichtswesens näher vorgestellt, von der Darstellungstechnik bis zur Frage, ob es bei einer Real-Time-Verarbeitung der Controlling-Zahlen und Self-Service-Möglichkeiten für die Manager überhaupt noch ein regelmäßiges Standard-Berichtswesen geben wird. Konkrete Hinweise zur Optimierung des Berichtswesens schließen die Ausführungen ab.
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Seitenzahl: 134
Veröffentlichungsjahr: 2018
Cover
Serie
Titelseite
Impressum
Vorwort
1 Berichte für das Top-Management
2 Warum Berichte? – Theoretischer Hintergrund zu Berichtswesen und Berichten
Warum Berichte?
Zwischenfazit
3 Was verbirgt sich hinter »Berichtswesen«, was bestimmt dieses?
Berichtstypen
Berichtszwecke
Berichtsinhalt
Berichtsform
Berichtstermin
Zwischenfazit
4 Verankerung einer neuen Steuerungslogik durch Einführung eines BI-Tool-unterstützten Berichtswesens
Ausgangslage und Projektziel
Aufbau eines neuen Reporting als »Gesicht der neuen Steuerung«: Projektvorgehen und Methoden
Lessons learned und Fazit
5 Erfolgreiches Berichtswesen im Spiegel des WHU Controller Panels
Prozess der Berichtserstellung
Berichtsinhalte
Darstellung und Layout des Berichts
Ausblick auf geplante Veränderungen
Zusammenfassung
6 Die Gestaltung des Berichtswesens: Prinzipien und Erfahrungen
Begriffsdefinition »Business Information Design«
Grundlagen der Gestaltung
Gestaltung von Diagrammen
Drei Diagrammarten, die nicht genutzt werden sollten
Gestaltung von Tabellen
Zusammenfassung
7 Der Einfluss aktueller IT-Trends auf das Berichtswesen
Implikationen ausgewählter technologischer Entwicklungen
Self-Service als Ansatz zur Verbesserung der Agilität in der Informationsversorgung
Implikationen für die Entwicklung des Controllings
Fazit
8 Optimierung des Berichtswesens
Was leisten »meine« Berichte? – Aufnahme des Ist-Zustandes
An die Leser denken! – Analyse der Informationswünsche und des Informationsbedarfs
Worauf ist bei der Umsetzung zu achten? – Besondere Herausforderungen
9 Lessons learned
Literatur
Stichwortverzeichnis
In eigener Sache
Endbenutzer-Lizenzvereinbarung
6 Die Gestaltung des Berichtswesens: Prinzipien und Erfahrungen
Tabelle 1: Gegenüberstellung Monitoring und Reporting
Tabelle 2: Konzeptbeispiel Farben
Tabelle 3: Konzeptbeispiel Formen
2 Warum Berichte? – Theoretischer Hintergrund zu Berichtswesen und Berichten
Abbildung 1: Objektiver und subjektiver Informationsbedarf
4 Verankerung einer neuen Steuerungslogik durch Einführung eines BI-Tool-unterstützten Berichtswesens
Abbildung 2: Darstellung Projektvorgehen
Abbildung 3: Ansatz zur Entwicklung der steuerungsrelevanten Berichtsinhalte
Abbildung 4: Analyseoptionen im Rahmen eines BI-Tool-unterstützten Berichtswesens
5 Erfolgreiches Berichtswesen im Spiegel des WHU Controller Panels
Abbildung 5: Frequenz der Erstellung des wichtigsten steuerungsrelevanten Berichts im Jahresvergleich 2007–2013
Abbildung 6: Verteilung der Automatisierung der Berichtserstellung (80 %-Boxen + Median)
Abbildung 7: Charakteristika der Berichtserstellung im Zeitverlauf (80 %-Boxen + Median)
Abbildung 8: Charakteristika der Berichtserstellung differenziert nach Unternehmensgröße (Median-Werte)
Abbildung 9: Lieferung der Berichte an die Empfänger im Jahresvergleich 2007–2013
Abbildung 10: Verwendung von Informationen bei der Gestaltung des Berichts, differenziert nach Unternehmenserfolg
Abbildung 11: Aspekte der Strategieverknüpfung der Berichtsinhalte im Detail
Abbildung 12: Strategieverknüpfung der Berichtsinhalte differenziert nach Unternehmenserfolg
Abbildung 13: Verwendung von Darstellungselementen bei der Gestaltung des Berichts
Abbildung 14: Verfügbarkeit und Aktualität von Kennzahlen-Cockpits
Abbildung 15: Verfügbarkeit eines Kennzahlen-Cockpits nach Unternehmensgröße
Abbildung 16: Aktuell angestrebte Veränderungen im Berichtswesen
6 Die Gestaltung des Berichtswesens: Prinzipien und Erfahrungen
Abbildung 17: Technisch möglich, aber auch sinnvoll? Komplexität reduzieren mit Business Information Design
Abbildung 18: Bericht mit allen wichtigen Bestandteilen (Meinung, Sprache, Botschaften und Diagramme)
Abbildung 19: Erhöhung Informationsdichte: Von 5 Seiten auf 1 Seite bei gleichzeitiger Vervierfachung der Datenpunkte
Abbildung 20: Hilfreicher Einsatz von Titelinformationen
Abbildung 21: Verhältnisdiagramm
Abbildung 22: Entwicklungsdiagramm
Abbildung 23: Beziehungsdiagramm
Abbildung 24: Stapeldiagramm – hohe Informationsdichte mit schlecht lesbarer Struktur; Quelle: Roman Griesfelder, 2014
Abbildung 25: Einsatz von Linien, Einrückungen und Abständen (vorher – nachher); Quelle: Roman Griesfelder
Abbildung 26: Berücksichtigung der Chronologie in Tabellen (links vorher – rechts nachher);
Abbildung 27: Einsatz von »analogen« Visualisierungen in Tabellen; Quelle: Roman Griesfelder, 2014
7 Der Einfluss aktueller IT-Trends auf das Berichtswesen
Abbildung 28: Lebenszyklusmodell (in Anlehnung an Krcmar 2010, S. 60)
Abbildung 29: Eigenschaften ausgewählter neuer Datengrundlagen
Abbildung 30: Potenziale versus tatsächliche Nutzung neuer Datengrundlagen
Abbildung 31: Eigenschaften ausgewählter Analysekategorien
Abbildung 32: Potenziale versus tatsächliche Nutzung neuer Analyseverfahren
Abbildung 33: Information Supply Chain und Rollen im Kontext von Self-Service BI/Big Data
Abbildung 34: Anforderungsprofil Data Scientist
8 Optimierung des Berichtswesens
Abbildung 35: Musterprozess einer Berichtserstellung
Abbildung 36: Beispiel einer Wichtigkeits-/Zufriedenheitsmatrix für das Berichtswesen eines Unternehmens
Cover
Inhaltsverzeichnis
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Prof. Dr. Utz Schäffer lehrt Controlling an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Controlling & Management Review (CMR) sowie Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher, unter anderem der »Einführung in das Controlling«.
Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Weber lehrt Controlling an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Controlling & Management Review (CMR) sowie Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher, unter anderem der »Einführung in das Controlling«. Darüber hinaus ist er einer der Gründungspartner der Managementberatung CTcon.
Leonie Bunnenberg verantwortete als Projektleiterin bei CTcon Management Consultants Projekte zum Thema Unternehmenssteuerung und leitete das Competence Center »Business Intelligence«.
Roman Griesfelder gründete 2011 nach langjähriger Tätigkeit in leitenden Funktionen als Controller und Projektleiter sowie als Unternehmensberater die aspektum gmbh. Er übernimmt dort Vortrags- und Seminartätigkeiten zu verschiedenen Themen der Geschäftskommunikation.
Birte Gromotka war Projektleiterin bei CTcon Management Consultants mit Projektschwerpunkten in den Bereichen Reporting, Business Intelligence und Planung.
Sjard Hammer betreut als Principal bei CTcon Management Consultants Projekte zu den Themen Unternehmenssteuerung und Performance Management. Zudem ist er Leiter des Competence Center »Steering Logic«.
Arne Kolfenbach ist CFO des Bereichs Communications, Intelligence and Security (CIS) bei Airbus. In seiner Funktion als CFO einer CIS Geschäftseinheit verantwortete er das Projekt zur Einführung eines BI-Tool-unterstützten Berichtswesens.
Verena Kowalewski ist Mitarbeiterin im WHU Controller Panel am Institut für Management und Controlling (IMC) an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar.
Dr. Sven Schaier hat an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar promoviert und ist Head of External Reporting, IFRS and Consolidation bei der GEA Group Düsseldorf.
Prof. Dr. Andreas Seufert lehrt Betriebswirtschaftslehre und Informationsmanagement an der Hochschule Ludwigshafen und leitet dort das Business Innovation Lab. Er ist Direktor des Instituts für Business Intelligence an der Steinbeis Hochschule Berlin sowie Leiter des Fachkreises Business Intelligence & Big Data des Internationalen Controllervereins.
Dr. Oliver Strangfeld hat an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar promoviert und ist Leiter Controlling Erzeugung Nuklear bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG.
Utz Schäffer und Jürgen Weber (Hrsg.)
Herausgeber der Schriftenreihe:Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Weber
Advanced Controlling, Band 92/93
1. Auflage 2018
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Satz kühn & weyh Software GmbH, Freiburg
Umschlaggestaltung init GmbH, Bielefeld
Print-ISBN 978-3-527-50818-1
ePub ISBN 978-3-527-81497-8
mobi ISBN 978-3-527-81498-5
Berichtswesen ist – und war schon immer – ein Top-Thema für Controller. Es ist zumeist das »Controlling-Produkt« mit dem meisten Kontakt zum Management. Dies gilt unabhängig davon, ob sich ein Controller eher als »Herr der Zahlen« oder als Business Partner fühlt. Jeder Controller muss sehen, dass er seine Zahlen an den Mann (oder an die Frau) bringt. Die geeignete Präsentation von Informationen ist heute in einer Situation, in der die Informationsbereitstellung in den meisten Unternehmen keinen Engpass mehr darstellt, die Königsdisziplin im Bereich der Informationsfunktion der Controller.
Der vorliegende Band unserer Schriftenreihe fußt auf dem Vorgängerband »Berichte für das Top-Management« aus dem Jahr 2005, der auf einem umfassenden Benchmarking-Projekt in Großunternehmen des Centers for Controlling & Management (CCM) an der WHU basierte. Die dort präsentierten grundlegenden Überlegungen sind ebenso zeitlos wie die Wichtigkeit der Einstellung der Controller zur Bedeutung der Berichte für das Management und zur mit den Managern zu gestaltenden Beziehung. Dennoch ist im vergangenen Jahrzehnt viel passiert. Offensichtlich sind die Veränderungen im Bereich der Informationstechnologie (Self-Service, Echtzeit, Mobilität). Aber auch im Bereich des Know-hows, wie Berichte formal professionell gestaltet werden sollten, hat sich viel getan.
Der neue Band unserer Schriftenreihe baut deshalb auf dem alten auf. Insbesondere die ersten konzeptionellen Teile sind weitgehend übereinstimmend. Danach stellen wir als ein neues Element ein konkretes Beispiel vor, das BI-gestützte Berichtswesen der Firma Airbus. Vom empirischen Einzelfall geht es dann zu einer repräsentativen Quer- und Längsschnittbetrachtung: Die Ergebnisse des Benchmarking-Projekts aus dem Jahr 2005 ersetzen wir durch aktuelle empirische Erkenntnisse unseres WHU Controller Panels. Das folgende neue Kapitel 6 präsentiert Gestaltungshinweise für das Berichtswesen, die aus dem Umfeld von Rolf Hichert stammen. Ein ebenfalls neues Kapitel 7 macht uns mit den aktuellen technologischen Entwicklungen vertraut, die das Berichtswesen in naher Zukunft wesentlich verändern werden. Zum Abschluss geben wir dann – wie im Band 43 – noch Hinweise zur Optimierung des Berichtswesens, gefolgt von einem kurzen Abschnitt zu den Lessons learned.
Utz Schäffer und Jürgen Weber
Jürgen Weber, Sven Schaier, Oliver Strangfeld
Die Versorgung des Managements mit Informationen ist eine der Kernaufgaben des Controllings. In der Unternehmenspraxis nehmen hierbei Berichte eine entscheidende Position ein. Der vom Controlling an das Top-Management gelieferte Monatsbericht kann dabei als das Kernstück des Berichtswesens bezeichnet werden. Oft wird das Berichtswesen von Controllern jedoch als ungeliebte Routineaufgabe empfunden und die Erstellung und Gestaltung von Standardberichten wird kaum hinterfragt. »Unser Bericht war schon immer so« oder »Das hat sich mit der Zeit so ergeben« sind Aussagen, auf die man immer noch in der Praxis stößt.
Vergleicht man solche Äußerungen mit der tatsächlichen Relevanz, die Berichten in der Praxis zukommt, und der Aufmerksamkeit, die ihnen vom Management zuteilwird, offenbart sich schnell Handlungsbedarf. Gerade bei den wichtigsten Kunden des Controllings, dem Top-Management, kommt dem Monatsbericht eine besondere Bedeutung zu. Zunächst sorgt der Monatsbericht für ein gemeinsames »Basiswissen« der Unternehmensführung zum Geschäftsverlauf. Zudem zeigt er Handlungsbedarfe und kritische Entwicklungen auf. Damit dient er als »Radar« für die Unternehmenssteuerung und als zentraler Ausgangspunkt für die Beschaffung zusätzlicher Informationen.
Hinzu kommt, dass in der Informationsversorgung – parallel zur Bewältigung der schon sprichwörtlichen Informationsflut – Schnelligkeit zu einem immer wichtigeren Erfolgsfaktor wird. Vor diesem Hintergrund wird eine Optimierung des Berichtswesens zunehmend bedeutender, gleichzeitig aber auch anspruchsvoller.
Berichte für das Top-Management sind Kernprodukte des Controllings.
Für das Controlling gilt daher: Zwar können im Berichtswesen keine grundlegenden Mängel in der Informationsversorgung – wie beispielsweise das Fehlen von Daten – mehr behoben werden. Aber gerade im Berichtswesen ist die Gefahr groß, durch kleine Fehler Erfolge einer ansonsten gut aufgestellten Informationsversorgung leichtfertig zu verspielen. Zudem treten vorgelagerte Mängel in der Informationsversorgung häufig erst bei der Berichterstattung zutage. Dies alles sind Gründe für das Controlling, das Berichtswesen und die Reaktionen der Berichtsempfänger aufmerksam zu beobachten.
Das Berichtswesen ist Kristallisationspunkt der Informationsversorgung.
Die Fragen zum Berichtswesen, die Controller und Manager gleichermaßen stellen müssen, lauten daher:
Inwieweit decken die gelieferten Informationen den Informationsbedarf?
Können die relevanten Informationen in den Berichten schnell gefunden und aufgenommen werden?
Und wie können Verbesserungspotenziale im Berichtswesen ermittelt und genutzt werden?
Für Verbesserungen sollte das bestehende Berichtswesen systematisch hinterfragt werden.
Für die Beantwortung dieser Fragen und für eine Optimierung des Berichtswesens spielen vier Faktoren eine herausragende Rolle: Erstens ein fundiertes Hintergrundwissen darüber, welche grundlegenden Überlegungen die Gestaltung des Berichtswesens leiten sollten (Kapitel 2). Zweitens die Kenntnis der für Berichte bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten (Kapitel 3). Drittens – als Vergleichsmaßstab – ein Überblick über den Stand des Berichtswesens in der Praxis (Kapitel 5). Und viertens eine Vorgehens-Systematik, die hilft, konkrete Verbesserungspotenziale im Berichtswesen aufzudecken und Verbesserungen umzusetzen, und mit der wir diesen Band inhaltlich abschließen werden (Kapitel 8).
Gerade in Bezug auf die für Berichte bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten und die Informationswünsche der Berichtsempfänger laufen rein theoretisch abgeleitete Empfehlungen schnell am Bedarf der Praxis vorbei oder lassen sich schlicht nicht umsetzen. Daher stützen sich unsere Überlegungen auf die Erkenntnisse, die wir über Jahre hinweg aus dem WHU Controller Panel gewonnen haben (Kapitel 5), ebenso wie auf die Expertise einiger Fachleute, die in diesem Band der Schriftenreihe Advanced Controlling zu Wort kommen (in den Kapiteln 4, 6 und 7).
Im Mittelpunkt steht dabei jeweils der vom Controlling an die Unternehmensleitung gelieferte Monatsbericht, als das »Kernprodukt« innerhalb des Berichtswesens. Für Praktiker bieten unsere empirischen Referenzen einen Bezugspunkt, um den eigenen Bericht im Vergleich einordnen zu können. Darüber hinaus kann die Idee des Benchmarkings als Ausgangspunkt für ein eigenes Projekt zur Optimierung des Berichtswesens dienen.
Jürgen Weber, Sven Schaier, Oliver Strangfeld
Unter dem Begriff des Berichtswesens wird hier die Gesamtheit der an unternehmensinterne Adressaten gerichteten Berichte eines Unternehmens gefasst. Das Berichtswesen bildet insbesondere in größeren Unternehmen meist ein zentrales Element in der Informationsversorgung des Managements.
Der grundlegende Bedarf für ein ausgebautes Berichtswesen erklärt sich durch ein Auseinanderfallen von Informationserzeugung und Informationsverwendung. Hierzu kommt es zum einen durch die Arbeitsteilung innerhalb der Unternehmen. So wird beispielsweise die Konzernführung häufig sowohl räumlich als auch hierarchisch von operativen Einheiten in der Produktion oder vom Vertrieb vor Ort weit entfernt sein. Darüber hinaus kann Arbeitsteilung aber auch direkt im Bereich der Informationsversorgung – im Sinne einer Trennung von Informationsbeschaffung und -verwendung – sinnvoll sein, etwa dann, wenn Manager nicht über ausreichende Zeit verfügen, um bestimmte Informationen selbst zu gewinnen, nicht das nötige Fachwissen besitzen (z. B. bei Marktstudien) – oder wenn sie hierfür schlicht »zu teuer« sind. Aus den angeführten Ursachen für die Entwicklung eines Berichtswesens wird auch klar, warum diesem vor allem in größeren Unternehmen eine hohe Bedeutung zukommt.
Vordergründig geht es in Berichten um die Übermittlung von Informationen. Der Übermittlungsvorgang selbst ist aber eher trivial. Die besondere Herausforderung liegt vielmehr darin, festzulegen, welche Informationen wie übermittelt werden. Dies wird grundsätzlich davon bestimmt, welche Informationen vom Management benötigt werden. Ausgangspunkt für die Gestaltung des Berichtswesens muss daher der Informationsbedarf der Berichtsempfänger sein. Er sei im Folgenden ausführlicher betrachtet und in einem ersten Schritt in einen objektiven und einen subjektiven Informationsbedarf unterteilt.
Berichte sollten sich am Informationsbedarf der Empfänger orientieren.
Berichte sind eine zentrale Informationsquelle für das Management.
Der objektive Informationsbedarf
