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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Soziologie - Sonstiges, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (FGSE), Veranstaltung: Forschungswerkstatt, Sprache: Deutsch, Abstract: Es gibt in unserer Gesellschaft immer noch Krankheiten, für die die Menschheit keine bzw. geringe Möglichkeiten sieht diese in ausreichender Form zu behandeln oder sogar zu heilen. Trotz intensiver Forschungen im Bereich der Medizin kann der Status „chronisch“ daher vielen Krankheiten nicht oder nicht gänzlich abgesprochen werden. Ein solches Beispiel, bei der die Medizin an ihre Grenzen stößt, ist das Auftreten der Krankheit Epilepsie, die in dieser Hausarbeit näher betrachtet werden soll und mit der biographischen Situation und Konstruktion des betroffenen Epileptikers in Beziehung gesetzt werden soll. Dabei soll nicht nur die Krankheit im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, sondern vor allem der Mensch, der sich mit der neuen Situation, verursacht durch die Krankheit, arrangieren und lernen muss diese in seine Biographie zu integrieren. Angeknüpft an Erkenntnissen von Corbin und Strauss , die sich in ihrem Werk „Weiterleben lernen – Chronisch Kranke in der Familie“ insbesondere mit den Wesensmerkmalen einer chronischen Krankheit auseinandergesetzt haben, soll in dieser Hausarbeit deutlich werden, inwieweit die Biographie eines chronisch Kranken beeinflusst werden kann. Im Zusammenhang mit der Krankheit soll das Konzept der Verlaufskurve von Strauss und Corbin erläutert werden und Phasen des Krankheitsprozesses hervorgehoben werden. Bevor diese Analyse jedoch beginnen kann, sollten wichtige Aspekte der Krankheit Epilepsie, die als chronische Krankheit in dieser Hausarbeit Betrachtung findet, aufgezeigt werden. Im Anschluss daran sollte eine genaue Definition von Epilepsie erfolgen, um zu verdeutlichen, was darunter überhaupt zu verstehen ist, wie ein epileptischer Anfall stattfindet und welche Folgen das für einen epileptisch Kranken haben kann. Im zweiten Teil der Hausarbeit wird anhand einer Transkription eines selbst geführten Interviews mit einer Epilepsie-Kranken eine Analyse erfolgen. Zuvor soll die Wahl der Methode für die Interviewführung begründet, sowie die Phasen der Erhebung kurz dargestellt werden. Anhand von Textstellen werden dann thematische Dimensionen veranschaulicht, mit deren Hilfe offensichtlich werden soll, welche biographische Arbeit der Epilepsieerkrankte leisten muss, um diese Krankheit in seine Lebenssituation zu involvieren und so damit leben zu können.
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Veröffentlichungsjahr: 2007
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Es gibt in unserer Gesellschaft immer noch Krankheiten, für die die Menschheit keine bzw. geringe Möglichkeiten sieht diese in ausreichender Form zu behandeln oder sogar zu heilen. Trotz intensiver Forschungen im Bereich der Medizin kann der Status „chronisch“ daher vielen Krankheiten nicht oder nicht gänzlich abgesprochen werden.
Ein solches Beispiel, bei der die Medizin an ihre Grenzen stößt, ist das Auftreten der Krankheit Epilepsie, die in dieser Hausarbeit näher betrachtet werden soll und mit der biographischen Situation und Konstruktion des betroffenen Epileptikers in Beziehung gesetzt werden soll.
Dabei soll nicht nur die Krankheit im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, sondern vor allem der Mensch, der sich mit der neuen Situation, verursacht durch die Krankheit, arrangieren und lernen muss diese in seine Biographie zu integrieren. Angeknüpft an Erkenntnissen von Corbin1und Strauss2, die sich in ihrem Werk „Weiterleben lernen - Chronisch Kranke in der Familie“ insbesondere mit den Wesensmerkmalen einer chronischen Krankheit auseinandergesetzt haben, soll in dieser Hausarbeit deutlich werden, inwieweit die Biographie eines chronisch Kranken beeinflusst werden kann.3Im Zusammenhang mit der Krankheit soll das Konzept der Verlaufskurve von Strauss und Corbin erläutert werden und Phasen des Krankheitsprozesses hervorgehoben werden. Bevor diese Analyse jedoch beginnen kann, sollten wichtige Aspekte der Krankheit Epilepsie, die als chronische Krankheit in dieser Hausarbeit Betrachtung findet, aufgezeigt werden.
1Corbin, Juliet M., Dozentin an der San Jose State University, School of Nursing, USA, assoziierte Professorin des International Institute for Qualitative Research, University of Alberta, Kanada
2Strauss, Anselm L., geboren am 18. Dezember 1916 in New York, gestorben am 5.
September 1996 in San Francisco, Kalifornien, US-amerikanischer Soziologe
3Vgl. Corbin, Juliet M. und Strauss, Anselm L., Weiterleben Lernen - Chronisch Kranke in der
Familie, München, R. Piper GmbH & Co.KG, 1993, Seite 10
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Im Anschluss daran sollte eine genaue Definition von Epilepsie erfolgen, um zu verdeutlichen, was darunter überhaupt zu verstehen ist, wie ein epileptischer Anfall stattfindet und welche Folgen das für einen epileptisch Kranken haben kann.
Im zweiten Teil der Hausarbeit wird anhand einer Transkription eines selbst geführten Interviews mit einer Epilepsie-Kranken eine Analyse erfolgen. Zuvor soll die Wahl der Methode für die Interviewführung begründet, sowie die Phasen der Erhebung kurz dargestellt werden. Anhand von Textstellen werden dann thematische Dimensionen veranschaulicht, mit deren Hilfe offensichtlich werden soll, welche biographische Arbeit der Epilepsieerkrankte leisten muss, um diese Krankheit in seine Lebenssituation zu involvieren und so damit leben zu können. Denn die Situation eines Menschen verändert sich schlagartig, wenn dieser sich mit einer Krankheit wie der Epilepsie konfrontiert sieht. Dabei ist es wichtig sich in ausreichendem Maße über die Krankheit zu informieren und zu wissen, welche Form der Epilepsie beim Erkrankten selbst vorliegt. Der nächste Punkt dieser Hausarbeit soll sich gezielt mit der Aufklärung über die Krankheit Epilepsie beschäftigen und helfen ein Grundverständnis zur Thematik zu schaffen.
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Wie schon in der Einleitung der Hausarbeit angedeutet, ist das Wissen über die Krankheit Epilepsie noch nicht ausgeprägt genug, um gezielt in jedem Fall eine geeignete Behandlungsmethode erfolgreich anwenden zu können. Hinzu kommt, dass die Krankheit Epilepsie unterschiedliche Formen impliziert, so dass eine Behandlung vom Arzt immer individuell angepasst werden muss. Somit lässt sich sagen, dass sich eine Behandlung der Epilepsie als eher schwierig gestaltet.
Es ist zwar gelungen die Bereiche im Gehirn aufzuzeigen, wo Epilepsie entstehen kann, sowie Medikamente zu entwickeln, die die Anfallshäufigkeit reduzieren oder stoppen sollen, jedoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Behandlung bei jedem Patienten in gleicher Weise ihre Wirkung zeigt. Selten werden Operationen vorgenommen, bei denen die Bereiche im Gehirn lokalisiert werden konnten und eine Möglichkeit besteht diese zu entfernen. Da das Gehirn ein sehr empfindliches und komplexes Organ ist, umgehen die Ärzte dieser potentiellen Möglichkeit der Heilung, soweit die Einschränkungen der Epilepsie nicht zu stark ausgeprägt sind. Eine Heilungsaussicht wäre auch bei dieser Methode nicht garantiert, da es ungewiss ist, ob tatsächlich alle Bereiche im Gehirn berücksichtigt bzw. gefunden werden konnten, die für die Epilepsie verantwortlich sind. Wiederum sind auch die Auswirkungen dieser Eingriffe in Form von Operationen oder Medikationen nicht immer einschätzbar.4
Nach Betrachtung dieser Problematik sollte noch einmal genau definiert werden, was unter Epilepsie zu verstehen ist.
4Vgl.Dr. med. Hartmut Baier, Epileptische Anfälle, Zürich, Aventis Pharma
Deutschland GmbH, 2005
