Ergreife Mich: Die komplette Trilogie - Anna Zaires - E-Book
Beschreibung

"Alle drei Bücher der USA-Today-Bestseller-Trilogie sind jetzt für kurze Zeit als ein praktisches, preisgünstigeres Gesamtpaket zu erhalten. »Yulia«, flüstert er während er mich anblickt und ich weiß, dass er sie auch spürt, diese Anziehung, diese instinktive Verbindung zwischen uns beiden. Er mag die ganze Macht besitzen, aber in diesem Moment ist er genauso verletzlich wie ich, befindet sich in der Hand des gleichen Wahnsinns. Da sie bereits in jungen Jahren dazu gezwungen worden war, für einen Geheimdienst zu arbeiten, sind gefährliche Männer für die russische Übersetzerin/Agentin nichts Unbekanntes. Aber sie war noch nie jemandem begegnet, der so rücksichtslos und gleichzeitig so fesselnd war wie Lucas Kent. Dieser kompromisslose Söldner macht ihr Angst, und trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen – zu einem Mann, den sie zwangsläufig betrügen muss. Der zweite Mann eines mächtigen Waffenhändlers, Lucas Kent, hatte noch nie eine Frau so sehr begehrt wie Yulia. Er ist von der wunderschönen Blondine besessen, und nichts wird ihn davon abhalten, sie zu fangen und sie für ihren Verrat bezahlen zu lassen. Ihre dunkle, alles verzehrende Leidenschaft wird sie auf dem Weg von den eisigen Straßen Moskaus zum schwülen Dschungel Kolumbiens entweder zerstören oder befreien."

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Beliebtheit


Ergreife Mich

Die komplette Trilogie

Anna Zaires

Aus dem Amerikanischen von Grit Schellenberg

♠ Mozaika Publications ♠

Inhalt

Impressum

Capture Me – Ergreife Mich

Der Auftrag

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Die Haft

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Die Gefangene

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Bind Me – Fessele Mich

Seine Gefangene

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Der Durchbruch

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Der Bruch

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Claim Me – Erobere Mich

Die Flucht

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Die Spur

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Der Krankenpfleger

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Die erneute Gefangenschaft

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Kapitel 44

Kapitel 45

Kapitel 46

Kapitel 47

Kapitel 48

Kapitel 49

Kapitel 50

Bonusnachwort: Nora & Julian

Auszug aus Twist Me – Verschleppt

Auszug aus Gefährliche Begegnungen

Auszug aus Die Gedankenleser

Über die Autorin

Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, Geschäftseinrichtungen, Ereignissen oder Schauplätzen wären zufällig und nicht beabsichtigt.

Copyright © 2016 Anna Zaires and Dima Zales

http://annazaires.com/series/deutsch/

Alle Rechte vorbehalten

Kein Teil dieses Buches darf reproduziert, gescannt oder in gedruckter oder elektronischer Form ohne vorherige Erlaubnis verbreitet werden. Ausnahme ist die Benutzung von Auszügen in einer Buchbesprechung.

Veröffentlicht von Mozaika Publications, einer Druckmarke von Mozaika LLC.

www.mozaikallc.com

Lektorat: Fehler-Haft.de

Cover: Najla Qamber Designs

najlaqamberdesigns.com

e-ISBN: 978-1-63142-205-8

Print ISBN: 978-1-63142-208-9

Capture Me – Ergreife Mich

Ergreife Mich: Buch 1

I

Der Auftrag

1

Yulia

Die beiden Männer vor mir verkörpern Gefahr. Sie strahlen sie förmlich aus. Einer von ihnen ist blond, der andere dunkelhaarig – eigentlich sollte sie das zu kompletten Gegenteilen machen, aber auf gewisse Weise ähneln sie sich. Sie haben die gleiche Ausstrahlung.

Eine Ausstrahlung, von der mir innerlich kalt wird.

»Ich möchte gerne eine delikate Angelegenheit mit Ihnen besprechen«, sagt Arkady Buschekov, der russische Politiker neben mir. Sein verblasster, farbloser Blick ist auf das Gesicht des dunkelhaarigen Mannes gerichtet. Buschekov spricht Russisch und ich wiederhole seine Worte umgehend auf Englisch. Meine Übersetzung ist flüssig und mein Akzent ist nicht herauszuhören. Ich bin eine gute Übersetzerin, auch wenn das nicht meine eigentliche Arbeit ist.

»Fahren Sie fort«, meint der dunkelhaarige Mann. Er heißt Julian Esguerra und ist ein Waffenhändler im großen Stil. Das weiß ich aus der Akte, die ich diesen Morgen durchgegangen bin. Er ist die wichtige Person, an die ich heute herankommen soll. Das sollte mir nicht allzu schwer fallen. Er ist ein umwerfend gut aussehender Mann mit blauen, stechenden Augen und einem dunkel gebräunten Gesicht. Hätte er nicht diese Ausstrahlung, die mich erschaudern lässt, würde ich mich wirklich von ihm angezogen fühlen. So wie die Dinge stehen, werde ich es ihm vorspielen müssen, aber das wird er nicht spüren.

Das tun sie nie.

»Ich bin mir sicher, dass Sie sich der Schwierigkeiten in unserem Gebiet bewusst sind«, sagt Buschekov. »Wir möchten, dass Sie uns dabei helfen, diese Angelegenheit zu lösen.«

Ich übersetze seine Worte und versuche, so gut wie möglich meine wachsende Aufregung zu verbergen. Obenko hatte recht. Zwischen Esguerra und den Russen braut sich etwas zusammen. Obenko hatte es sofort vermutet als er erfuhr, dass der Waffenhändler Moskau einen Besuch abstattet.

»Inwiefern helfen?«, fragt Esguerra. Er sieht nicht besonders interessiert aus.

Als ich seine Worte für Buschekov übersetze, werfe ich einen kurzen Blick auf den anderen Mann am Tisch – den mit den blonden Haaren, die so kurz sind, wie es normalerweise beim Militär üblich ist.

Lucas Kent, Esguerras rechte Hand.

Ich habe versucht, ihn nicht anzusehen. Er jagt mir noch mehr Angst ein als sein Chef. Zum Glück ist er nicht meine Zielperson, also muss ich nicht so tun, als sei ich an ihm interessiert. Aus irgendeinem Grund werden meine Augen von seinen harten Gesichtszügen angezogen. Durch seinen großen, stark muskulösen Körper, sein eckiges Kinn und seinem finsteren Blick erinnert mich Kent an einen Bogatyr – einen dieser tapferen Krieger aus den russischen Volksmärchen.

Er erwischt mich dabei wie ich ihn anschaue, und seine blassen Augen blitzen auf, als sie an meinem Gesicht hängenbleiben. Ich blicke schnell weg und unterdrücke einen Schauer. Diese Augen lassen mich an die Eiskristalle draußen denken – blau-grau und eiskalt.

Gott sei Dank ist er nicht derjenige, den ich verführen muss. Es wird viel, viel einfacher sein, seinem Chef etwas vorzuspielen.

»Es gibt da bestimmte Teile der Ukraine, die unsere Hilfe benötigen«, sagt Buschekov. »Aber wegen der derzeitigen Meinung weltweit wäre es problematisch, wenn wir einmarschieren und helfen würden.«

Ich übersetze schnell was er sagt und konzentriere mich wieder auf die Informationen, die ich eigentlich sammeln soll. Das ist wichtig; das ist der Hauptgrund dafür, weshalb ich heute hier bin. Esguerra zu verführen ist zweitrangig, auch wenn wahrscheinlich unvermeidbar.

»Also soll ich das stattdessen tun?«, fragt Esguerra und Buschekov nickt, als ich übersetze.

»Ja, so etwas in der Art«, erwidert Buschekov. »Wir hätten gerne, dass eine große Schiffsladung voller Waffen und anderer Waren die Freiheitskämpfer in Donetsk erreicht. Sie würde dann nicht zu uns zurückverfolgbar sein. Als Gegenleistung würden Sie die normale Entschädigung bekommen und eine sichere Reise nach Tadschikistan.«

Als ich ihm diese Worte übermittele, lächelt Esguerra kalt. »Ist das alles?«

»Es wäre uns außerdem wichtig, wenn Sie zur Zeit Geschäfte mit der Ukraine vermeiden würden«, sagt Buschekov. »Zwei Stühle und ein Arsch und so.«

Ich versuche den letzten Teil so gut wie möglich zu übersetzen, aber auf Englisch hört es sich nicht so ausdrucksvoll an. Außerdem präge ich mir jedes einzelne Wort ein, damit ich später alles was gesagt wurde Obenko wiedergeben kann. Das ist genau das, was mein Chef hören wollte. Oder besser gesagt was er befürchtete zu hören.

»Ich befürchte, dafür werde ich eine zusätzliche Entschädigung verlangen müssen«, sagt Esguerra. »Wie Sie wissen, bleiben wir normalerweise neutral bei derartigen Konflikten.«

»Ja, davon haben wir gehört.« Buschekov spießt ein Stück Selyodka – gesalzenen Fisch – auf seine Gabel, schiebt ihn in seinen Mund und kaut langsam, während er dabei den Waffenhändler anschaut. »Vielleicht könnten sie in diesem Fall ihre Position noch einmal überdenken. Die Sowjetunion mag zwar nicht mehr bestehen, aber unser Einfluss in der ganzen Gegend ist immer noch beträchtlich.«

»Ja, dessen bin ich mir bewusst. Weshalb denken Sie bin ich sonst gerade hier?« Esguerra Lächeln ähnelt dem eines Hais. »Aber Neutralität aufzugeben ist eine teure Angelegenheit. Ich bin mir sicher, dass Sie das verstehen.«

Buschekovs Blick wird kälter. »Das tue ich. Ich bin autorisiert, Ihnen zwanzig Prozent mehr als den normalen Preis für Ihre Kooperation in dieser Angelegenheit zu zahlen.«

»Zwanzig Prozent? Während gleichzeitig meine potentiellen Profite halbiert werden?« Esguerra lacht leise. »Das glaube ich nicht.«

Nachdem ich die Antwort übersetzt habe gießt sich Buschekov einen weiteren Wodka ein und lässt ihn im Glas kreisen. »Zwanzig Prozent mehr plus der gefangene Al-Quadar Terrorist«, erwidert er nach einigen Augenblicken. »Das ist mein letztes Angebot.«

Ich übersetze seine Worte und schaue erneut kurz zu dem blonden Mann, da ich eigenartigerweise neugierig auf seine Reaktion bin. Lucas Kent hat die ganze Zeit über kein einziges Wort gesagt, aber ich kann spüren, dass er alles beobachtet, alles aufnimmt.

Ich kann spüren, dass er mich beobachtet.

Vermutet er etwas oder fühlt er sich von mir angezogen? Ich finde beide Möglichkeiten gleichermaßen beunruhigend. Männer wie er sind gefährlich und ich habe das Gefühl, dass genau er noch gefährlicher als die meisten anderen ist.

»Einverstanden«, sagt Esguerra und ich verstehe, dass das Gespräch beendet ist. Das, was Obenko befürchtet hat, wird geschehen. Die Russen werden den sogenannten Freiheitskämpfern Waffen zukommen lassen und das Chaos in der Ukraine wird epische Ausmaße annehmen.

Aber gut. Das ist Obenkos Problem, nicht meins. Alles was ich tun muss, ist lächeln, hübsch aussehen und übersetzen – und das tue ich auch, bis das Essen vorüber ist.

Als das Treffen beendet wird bleibt Buschekov im Restaurant um mit dem Besitzer zu reden und ich verlasse das Gebäude mit Esguerra und Kent.

Sobald wir vor die Tür treten, überkommt mich die beißende Kälte. Der Mantel den ich trage ist sehr schick, aber er hat dem russischen Winter nichts entgegenzusetzen. Die Kälte dringt durch die dünne Wolle sofort bis in meine Knochen ein. Innerhalb von Sekunden verwandeln sich meine Füße in Eisklumpen da die dünnen Sohlen meiner Absatzschuhe nur wenig Schutz vor dem gefrorenen Boden bieten.

»Würde es Ihnen etwas ausmachen, mich zur nächsten U-Bahn Haltestelle zu bringen?«, frage ich, als sich Esguerra und Kent ihrem Auto nähern. Ich weiß, dass man mein Zittern sieht und ich hoffe darauf, dass selbst rücksichtslose Kriminelle eine hübsche Frau nicht grundlos frieren lassen würden. »Sie befindet sich etwa zehn Straßen von hier entfernt.«

Esguerra betrachtet mich einen Moment lang bevor er Lucas ein Zeichen gibt. »Durchsuche sie«, befiehlt er knapp.

Mein Herz beginnt zu rasen, als der blonde Mann auf mich zukommt. Sein hartes Gesicht zeigt keinerlei Gefühlsregung und sein Ausdruck ändert sich auch nicht, als seine großen Hände von Kopf bis Fuß über meinen Körper wandern. Es ist ein klassisches Abtasten ohne dass er versucht, mich zu betatschen, aber als er fertig ist, zittere ich aus einem anderen Grund: meine innere Kälte hat sich durch eine plötzliche, unwillkommene Erregung verschlimmert.

Nein, ich zwinge mich dazu, gleichmäßig zu atmen. Das ist keine Reaktion meines Körpers, die ich gebrauchen könnte. Er ist nicht der Mann, auf den ich reagieren sollte.

»Sie ist sauber«, meint Kent während er von mir zurücktritt und ich immer noch damit beschäftigt bin, meine Atmung zu verlangsamen.

»Also, in Ordnung« Esguerra öffnet mir die Tür des Autos. »Steig ein.«

Ich steige ein, nehme neben ihm auf der Rückbank Platz und bin dankbar, dass Kent sich nach vorne neben den Fahrer gesetzt hat. Endlich befinde ich mich in einer guten Angriffsposition.

»Dankeschön«, sage ich und schenke Esguerra mein wärmstes Lächeln. »Ich weiß das wirklich zu schätzen. Das ist einer der schlimmsten Winter der letzten Jahre.«

Zu meiner Enttäuschung spiegelt sich nicht einmal der Hauch eines Interesses auf dem hübschen Gesicht des Drogendealers wider. »Kein Problem«, sagt er und zieht sein Telefon hervor. Ein Lächeln erscheint auf seinen sinnlichen Lippen während er eine Nachricht liest und dann beginnt er eine Antwort zu tippen.

Ich betrachte ihn und frage mich, was ihn in so eine gute Laune versetzt haben könnte. Ein gutes Geschäft? Ein Angebot von einem Lieferanten, das besser ausgefallen ist als erwartet? Um was auch immer es sich handelt, es lenkt ihn von mir ab, und das ist nicht gut.

»Bleiben Sie länger?«, frage ich mit sanfter und verführerischer Stimme. Als er zu mir schaut, lächele ich erneut und schlage meine Beine übereinander – deren Länge durch meine seidigen schwarzen Strumpfhosen betont wird. »Ich könnte Ihnen die Stadt zeigen, wenn Sie möchten.« Als ich das sage, schaue ich ihm in die Augen und mein Blick ist so einladend wie möglich. Männer erkennen keinen Unterschied zwischen diesem Verhalten und echtem Verlangen; so lange die Frau aussieht als würde sie sie wollen, glauben sie auch daran.

Und um ehrlich zu sein, würden die meisten Frauen diesen Mann begehren. Er ist mehr als hübsch – wirklich umwerfend. Frauen würden trotz dieser dunklen, grausamen Note, die ich in ihm spüre, töten, um in sein ins Bett steigen zu können. Die Tatsache, dass er diese Wirkung auf mich nicht hat, ist mein Problem – eines an dem ich arbeiten muss, wenn ich meine Mission zu Ende bringen möchte.

Ich weiß nicht, ob Esguerra es bemerkt oder ich einfach nicht sein Typ bin, aber anstatt mein Angebot anzunehmen, lächelt er mich nur kühl an. »Danke für die Einladung, aber wir verlassen die Stadt früh und ich befürchte ich bin zu kaputt, um mich heute auf das Nachtleben einlassen zu können.«

Scheiße. Ich verstecke meine Enttäuschung und erwidere sein Lächeln. »Natürlich. Falls Sie ihre Meinung ändern, wissen Sie ja, wo sie mich finden können.« Ich kann nichts weiter sagen, ohne verdächtig zu wirken.

Das Auto hält vor der U-Bahn-Station und während ich aussteige, überlege ich, wie ich mein Versagen auf diesem Gebiet erklären werde.

Er wollte mich nicht? Ja, das wäre bestimmt eine gute Entschuldigung.

Ich seufze, wickele meinen Mantel fester um meine Brust und beeile mich in die U-Bahn-Station zu gelangen, da ich wenigstens schnell der Kälte entkommen möchte.

2

Yulia

Das erste, was ich tue als ich nach Hause komme, ist, meinen Chef anzurufen und ihm alles zu berichten, was ich erfahren habe.

»Es ist also genau so, wie ich es vermutet hatte«, sagt Vasiliy Obenko als ich meinen Bericht beendet habe. »Sie werden Esguerra dafür benutzen, diese Scheißrebellen in Donetsk zu bewaffnen.«

»Ja.« Ich schlüpfe aus meinen Schuhen und mache mir einen Tee. »Und Buschekov hat Exklusivität verlangt, also ist Esguerra jetzt ganz und gar mit den Russen verbündet.«

Obenko lässt eine Reihe von Flüchen ertönen, von denen die meisten eine Kombination aus Ficker, Wichser und Scheiße sind. Ich blende ihn aus als ich Wasser in einen Wasserkocher fülle bevor ich ihn anschalte.

»In Ordnung«, meint Obenko als er sich wieder ein wenig beruhigt hat. »Du wirst ihn heute Abend sehen, richtig?«

Ich atme tief ein. Jetzt kommt der unschöne Teil. »Nicht wirklich.«

»Nicht wirklich?« Obenkos Stimme wird gefährlich leise. »Was zum Henker soll das bedeuten?«

»Ich habe mich ihm angeboten, aber er war nicht interessiert.« In solchen Situationen ist es immer das Beste, die Wahrheit zu sagen. »Er meinte, sie würden bald abreisen und er sei zu kaputt.«

Obenko beginnt erneut zu fluchen. Ich nutze die Zeit um einen Teebeutel auszupacken, ihn in die Tasse zu hängen und kochendes Wasser darüberzugießen.

»Bist du sicher, dass du ihn nicht wiedersehen wirst?«, fragt er als er seine Schimpfkanonade beendet hat.

»Ziemlich sicher, ja.« Ich puste in meinen Tee um ihn abzukühlen. »Er war einfach nicht interessiert.«

Obenko schweigt einige Augenblicke lang. »In Ordnung«, sagt er letztendlich. »Das hast du versaut, aber darüber werden wir ein anderes Mal reden. Jetzt müssen wir erst einmal herausbekommen, was wir mit Esguerra und den Waffen machen, die unser Land überfluten werden.«

»Ihn eliminieren?«, schlage ich vor. Mein Tee ist immer noch ein wenig zu heiß, aber ich nehme trotzdem einen Schluck und genieße die Wärme, die meinen Hals hinunterläuft. Es ist eine einfache Freude, aber die besten Dinge im Leben sind immer die einfachen. Der Geruch von blühendem Flieder im Frühling, die Weichheit des Fells einer Katze, die saftige Süße einer reifen Erdbeere – ich habe es in den letzten Jahren gelernt, diese Dinge zu genießen, jedes letzte bisschen Freude aus dem Leben herauszupressen.

»Leichter gesagt als getan.« Obenko hört sich frustriert an. »Er ist besser geschützt als Putin.«

»Stimmt.« Ich nehme einen weiteren Schluck von meinem Tee und diesmal genieße ich seinen Geschmack. »Ich bin mir sicher, dass Sie einen Weg finden werden.«

»Wann, hat er gesagt wird er abreisen?«

»Das hat er nicht genau gesagt. Er meinte einfach nur „früh“«

»Alles klar.« Plötzlich wirkt Obenko ungeduldig. »Falls er Kontakt zu dir aufnimmt, gib mir umgehend Bescheid.«

Und bevor ich ihm antworten kann, hängt er auf.

Da ich den Abend frei habe, beschließe ich, mir ein Bad zu gönnen. Meine Badewanne, wie der Rest dieses Apartments, ist klein und schmuddelig, aber ich habe schon Schlimmeres gesehen. Ich lenke mich von der Hässlichkeit des Badezimmers ab, indem ich einige Duftkerzen auf den Wannenrand stelle und Schaumbad in das Wasser gebe bevor ich einsteige. Ich seufze genüsslich auf, als die Wärme des Wassers meinen Körper einhüllt.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre mir immer warm. Wer auch immer gesagt hat, die Hölle sei heiß, hatte unrecht. Die Hölle ist kalt.

Kalt wie der russische Winter.

Ich bin gerade in die entspannende Wirkung meines Bades versunken, als es an der Tür klingelt. Sofort beginnt mein Herz zu rasen und ein Adrenalinschub rauscht durch meine Adern.

Ich erwarte niemanden – was bedeutet, dass es sich nur um Ärger handeln kann.

Ich springe aus der Wanne, wickele ein Handtuch um mich und renne aus dem Badezimmer in das Hauptzimmer meines Studios. Die Kleidung, die ich ausgezogen habe, liegt noch auf meinem Bett, aber ich habe keine Zeit sie anzuziehen. Stattdessen werfe ich mir einen Bademantel über und nehme eine Waffe aus der Schublade meines Nachttisches.

Danach atme ich tief durch und nähere mich mit ausgerichteter Waffe der Tür.

»Ja?«, rufe ich und bleibe einige Meter vor der Eingangstür stehen. Meine Tür ist verstärkt, aber das Schlüsselloch nicht. Jemand könnte es durchschießen.

»Ich bin es, Lucas Kent.« Diese tiefe Stimme, die Englisch spricht, erschreckt mich so sehr, dass die Hand mit der Waffe zuckt. Mein Puls beschleunigt sich noch ein wenig mehr.

Warum ist er hier? Weiß Esguerra irgendetwas? Hat mich jemand verraten? Diese Fragen schießen mir durch den Kopf, lassen mein Herz rasen, aber dann fällt mir der plausibelste Grund für seinen Besuch ein.

»Was wollen Sie?«, frage ich und bemühe mich, eine ruhige Stimme zu haben. Es gibt nur eine Erklärung für Kents Anwesenheit die nicht mit meinem Tod enden würde: Esguerra hat seine Meinung geändert. In diesem Fall muss ich mich wie die unschuldige Zivilistin verhalten, die ich vorgebe zu sein.

»Ich würde gerne mit Ihnen reden«, sagt Kent und ich höre in seiner Stimme einen Hauch von Belustigung. »Werden Sie die Tür öffnen oder werden wir uns weiterhin durch 7,5 cm dicken Stahl unterhalten?«

Scheiße. Das hört sich nicht so an, als hätte Esguerra ihn zu mir geschickt.

Ich wäge schnell meine Möglichkeiten ab. Ich kann in dem abgeschlossenen Apartment bleiben und er wird keinen Weg hinein finden – aber mich fassen können wenn ich hinausgehe, was ich irgendwann tun muss – oder ich kann das Risiko eingehen, dass er nicht weiß wer ich bin und es entspannt angehen lassen.

»Was möchten Sie?«, frage ich um Zeit zu schinden. Es ist eine vernünftige Frage. Jede Frau in meiner Situation wäre vorsichtig, nicht nur eine, die etwas zu verbergen hat.

»Dich«

Dieses eine Wort, ausgesprochen mit seiner tiefen Stimme, trifft mich wie ein Faustschlag. Meine Lungen hören auf zu arbeiten. Ich habe also nicht falsch gelegen, als ich mich gefragt hatte, ob er mich angreifen könnte – ob der Grund dafür, dass er mich andauernd angeschaut hat, so etwas Einfaches sein könnte, wie menschliche Biologie.

Ja, natürlich. Er will mich.

Ich zwinge mich dazu, wieder zu atmen. Das sollte eine Erleichterung sein. Das ist kein Grund zur Panik. Männer haben mich begehrt seit ich fünfzehn war und ich habe gelernt, damit umzugehen. Ihre Lust zu meinem Vorteil zu nutzen. Das hier ist nicht anders.

Außer, dass Kent härter und gefährlicher ist als die meisten.

Nein, ich bringe diese kleine Stimme zum Verstummen, atme tief durch und lasse meine Waffe sinken. Während ich das tue, erblicke ich mich selbst im Spiegel des Flurs. Meine blauen Augen in meinem blassen Gesicht sind weit aufgerissen, mein Haar ist nur grob nach oben gesteckt und nasse Strähnen fallen meinen Rücken hinunter. Mit dem Bademantel aus Frottee, den ich unordentlich umgebunden habe und der Waffe in meiner Hand, sehe ich überhaupt nicht wie die schicke junge Frau aus, die versucht hat, Kents Chef zu verführen.

Ich treffe eine Entscheidung und rufe ihm zu: »Gib mir eine Minute.« Ich könnte versuchen Lucas Kent den Zutritt zu meinem Apartment zu verweigern – das wäre nicht besonders verdächtig für eine Frau die alleine ist – aber es wäre cleverer diese Gelegenheit zu nutzen um mehr Informationen zu bekommen.

Zumindest kann ich versuchen herauszufinden, wann Esguerra abreisen wird und es Obenko mitteilen, um mein Versagen teilweise wieder gut zu machen.

Schnell verstecke ich die Waffe in der Schublade unter dem Flurspiegel und nehme die Spange aus meinem Haar, so dass die dicken blonden Strähnen über meinen Rücken fallen. Ich habe mich zwar schon abgeschminkt, aber das ist nicht schlimm, da ich reine Haut habe und von Natur aus braune Wimpern. Wenn überhaupt, sehe ich jetzt jünger und unschuldiger aus.

Eher wie „das Mädchen von nebenan“, wie es die Amerikaner umschreiben.

Als ich mir sicher bin, dass ich mich so zeigen kann, gehe ich zur Tür und schließe sie auf, während ich gleichzeitig versuche, das starke, schnelle Klopfen meines Herzens zu ignorieren.

3

Yulia

Er betritt mein Apartment sobald sich die Tür öffnet. Er zögert nicht, er grüßt nicht – er tritt einfach ein.

Überrascht weiche ich zurück und der kurze, enge Flur fühlt sich plötzlich bedrückend klein an. Ich hatte ganz vergessen wie groß er ist, wie breit seine Schultern sind. Für eine Frau bin ich groß – groß genug um so zu tun als sei ich ein Model, falls es für einen Auftrag nötig ist – aber er überragt mich um einen Kopf. Mit der schweren Daunenjacke die er trägt, nimmt er fast den ganzen Flur ein.

Immer noch schweigend schließt er die Tür hinter sich und kommt auf mich zu. Instinktiv trete ich noch weiter zurück, da ich mich wie eine in die Ecke getriebene Beute fühle.

»Hallo Yulia«, murmelt er und hält an, als wir aus dem Flur treten. Sein blasser Blick ruht auf meinem Gesicht. »Ich habe nicht erwartet, dich so zu sehen.«

Ich schlucke und mein Puls rast. »Ich habe gerade gebadet.« Ich möchte ruhig und selbstsicher wirken, aber er hat mich völlig aus dem Konzept gebracht. »Ich habe keine Besucher erwartet.«

»Das kann ich sehen.« Ein leichtes Lächeln erscheint auf seinen Lippen und die harte Linie seines Mundes wird weicher. »Und trotzdem hast du mich hineingelassen. Warum?«

»Weil ich mich nicht weiter durch die Tür hindurch unterhalten wollte.« Ich atme beruhigend ein. »Kann ich dir einen Tee anbieten?« Es ist dumm das zu fragen wenn man bedenkt weshalb er hier ist, aber ich benötige noch einen Augenblick um mich zu fangen.

Er zieht seine Augenbrauen in die Höhe. »Tee? Nein, Danke.«

»Kann ich dir deine Jacke abnehmen?« Offensichtlich kann ich nicht damit aufhören die Gastgeberin zu spielen, da ich mit der Höflichkeit meine Angst überspiele. »Sie sieht ziemlich warm aus.«

Ein Hauch von Belustigung flackert in seinem eisigen Gesichtsausdruck auf. »Gerne.« Er zieht seine Daunenjacke aus und reicht sie mir. Er trägt einen schwarzen Pullover und eine dunkle Hose, die er in schwarze Winterstiefel gesteckt hat. Die Jeans sitzt eng an seinen muskulösen Oberschenkeln und kräftigen Waden, und an seinem Gürtel sehe ich eine Waffe in einem Holster.

Ungewollt atme ich bei seinem Anblick schneller und muss mich anstrengen, damit meine Hände nicht zittern während ich ihm die Jacke abnehme und sie in meinen winzigen Kleiderschrank hänge. Es ist keine Überraschung, dass er eine Waffe trägt – ich wäre entsetzt wenn das nicht der Fall wäre – aber die Waffe erinnert mich deutlich daran, wer Lucas Kent ist.

Was er ist.

Das ist keine große Sache, sage ich mir um meine angespannten Nerven zu beruhigen. Ich bin an gefährliche Männer gewöhnt. Ich wuchs unter ihnen auf. Dieser Mann ist nicht anders. Ich werde mit ihm schlafen, so viele Informationen herausholen wie ich kann und dann wird er aus meinem Leben verschwunden sein.

Genauso wird es sein. Je schneller ich es hinter mich bringe, desto eher wird das ganze vorbei sein.

Ich schließe die Schranktür, setze mein geübtes Lächeln auf und drehe mich herum um ihn anzuschauen, da ich endlich bereit bin, in die Rolle der selbstsicheren Verführerin zu schlüpfen.

Aber er befindet sich bereits neben mir, da er offensichtlich lautlos den Raum durchquert hat.

Mein Puls rast erneut und ich verliere meine neuerrungene Fassung. Er steht so dicht neben mir, dass ich die grauen Schlieren in seinen blassblauen Augen erkennen kann, so nahe bei mir, dass er mich berühren könnte.

Und eine Sekunde später tut er es auch.

Er hebt seinen Arm, um mit seinem Handrücken über mein Kinn zu streichen.

Ich blicke ihn an und werde von der augenblicklichen Reaktion meines Körpers überrascht. Meine Haut erwärmt sich, meine Nippel werden hart und meine Atmung beschleunigt sich. Es ergibt keinen Sinn, dass mich dieser harte, rücksichtslose Fremde so sehr erregt. Sein Chef sieht besser aus, und trotzdem reagiert mein Körper auf Kent. Er hat nur mein Gesicht berührt. Das sollte mir nichts bedeuten, aber trotzdem geht es mir nahe.

Es geht mir nahe und verwirrt mich.

Ich schlucke erneut. »Herr Kent – Lucas – bist du sicher, dass ich dir nichts zu trinken anbieten kann? Vielleicht einen Kaffee oder –« Meine Worte enden damit, dass ich nach Luft schnappe als er nach dem Gürtel meines Bademantels greift und so selbstverständlich daran zieht, als würde er ein Paket auspacken.

»Nein.« Er sieht dabei zu, wie der Bademantel zu Boden gleitet und meinen nackten Körper freigibt. »Keinen Kaffee.«

Und dann berührt er mich wirklich, bedeckt meine Brust mit seiner großen, harten Handfläche. Seine Finger sind schwielig und rau. Und kalt, da er gerade von draußen kommt. Sein Daumen streicht über meinen harten Nippel und ich spüre tief in mir ein Ziehen, ein wachsendes Bedürfnis, das sich genauso fremd anfühlt wie seine Berührung.

Ich kämpfe gegen meinen Drang an, zurückzuweichen, und befeuchte meine trockenen Lippen. »Du bist sehr direkt.«

»Ich habe keine Zeit für Spielchen.« Seine Augen blitzen auf, als sein Daumen erneut über meinen Nippel streicht. »Wir wissen beide, warum ich hier bin.«

»Um Sex mit mir zu haben.«

»Ja.« Er gibt sich keine Mühe die Dinge zu beschönigen, mir etwas anderes als die brutale Wahrheit zu sagen. Er bedeckt meine Brust immer noch so mit seiner Hand, als hätte er das Recht dazu, mein nacktes Fleisch zu berühren. »Um Sex mit dir zu haben.«

»Und wenn ich nein sage?« Ich weiß nicht einmal, warum ich ihn das frage. So war das Ganze nicht geplant. Ich sollte ihn verführen und nicht versuchen, ihn vom Sex abzubringen. Trotzdem wehrt sich etwas in mir gegen seine selbstverständliche Annahme, dass er mich einfach so nehmen kann. Andere Männer sind auch davon ausgegangen und es hat mich nicht ansatzweise so sehr gestört. Ich weiß nicht, was dieses Mal anders ist, aber ich möchte, dass er zurücktritt und aufhört mich zu berühren. Ich möchte es so sehr, dass sich meine Hände an meinen Seiten zu Fäusten ballen und sich meine Muskeln anspannen, da ich den Drang verspüre, gegen ihn anzukämpfen.

»Sagst du nein?« Er fragt ruhig während seine Daumen über meine Brustwarze kreist. Als ich nach einer Antwort suche, fährt er mit seiner anderen Hand in mein Haar und umfasst besitzergreifend meinen Hinterkopf.

Ich blicke ihn an und atme stockend. »Und wenn ich es tun würde?« Zu meinem Missfallen klingt meine Stimme dünn und verängstigt. Es ist, als sei ich wieder eine Jungfrau, die von ihrem Trainer in der Umkleidekabine in die Ecke getrieben wird. »Würdest du gehen?«

Einer seiner Mundwinkel verzieht sich zu einem halben Lächeln. »Was denkst du?« Seine Finger verstärken ihren Griff in meinem Haar und ziehen genau so fest, dass ich einen Hauch von Schmerzen verspüre. Seine andere Hand, die auf meiner Brust liegt, ist immer noch zärtlich, aber das bedeutet nichts.

Ich weiß meine Antwort bereits.

Als seine Hand meine Brust verlässt und meinen Bauch hinunterfährt, wehre ich mich nicht. Stattdessen öffne ich meine Beine und lasse ihn meine glatte, frischgewachste Muschi berühren. Als sein harter, direkter Finger in mich stößt, versuche ich nicht, mich wegzubewegen. Ich stehe einfach nur da und versuche meine abgehackte Atmung zu kontrollieren, versuche mich davon zu überzeugen, dass sich dieser Auftrag nicht von den anderen unterscheidet.

Aber er tut es.

Ich möchte nicht, dass es so ist, aber genau das ist der Fall.

»Du bist feucht«, murmelt er und betrachtet mich, während er seinen Finger tiefer hineinschiebt. »Sehr feucht. Wirst du immer so feucht bei Männern, die du nicht begehrst?«

»Warum denkst du, dass ich dich nicht begehre?« Zu meiner Erleichterung ist meine Stimme diesmal fester. Meine nächste Frage hört sich sanft an, fast amüsiert, während ich seinen Blick erwidere. »Ich habe dich hineingelassen, oder etwa nicht?«

»Du hast dich ihm angeboten.« Kents Kiefer spannt sich an und seine Hand auf meinem Hinterkopf bewegt sich, greift nach einem Büschel meiner Haare. »Vor einigen Stunden hast du ihn gewollt.«

»Das habe ich.« Diese Darstellung typisch männlicher Eifersucht macht mich sicherer, da ich mich durch sie auf vertrauterem Terrain befinde. Meine Stimme wird noch sanfter, noch verführerischer. »Und jetzt möchte ich dich. Stört dich das?«

Kents Augen verengen sich. »Nein.« Er zwängt einen zweiten Finger in mich und drückt gleichzeitig seinen Daumen auf meine Klitoris. »Überhaupt nicht.«

Ich will etwas Intelligentes sagen, eine knackige Antwort geben, aber ich kann nicht. Die Lust überkommt mich durchdringend und überraschend. Meine inneren Muskeln ziehen sich zusammen, umschlingen seine rauen, eindringenden Finger und ich kann nichts Anderes tun, als wegen der Gefühle die mich überkommen laut aufzustöhnen. Ungewollt hebe ich meine Hände an und greife nach seinem Unterarm. Ich weiß nicht, ob ich versuche ihn wegzudrücken oder möchte, dass er weitermacht, aber das ist auch unwichtig. Der Arm unter der weichen Wolle seines Pullovers ist voller stahlharter Muskeln. Ich kann seine Bewegungen nicht kontrollieren – alles was ich tun kann, ist, mich an ihm festzuhalten während er mit diesen harten, gnadenlosen Fingern immer tiefer in mich eindringt.

»Das gefällt dir, nicht wahr?«, murmelt er, schaut mir in die Augen und ich ziehe scharf Luft ein als er beginnt, mit seinem Daumen über meine Klitoris zu streichen, von links nach rechts, von oben nach unten. Er krümmt seine Finger in mir und ich unterdrücke ein Stöhnen, als er einen Punkt berührt der eine noch schärfere Lustwelle durch meine Nervenbahnen jagt. Eine Spannung beginnt sich in mir aufzubauen, die Lust wird stärker und intensiver, und mit Entsetzen wird mir klar, dass ich kurz vor einem Orgasmus stehe.

Mein Körper, der normalerweise sehr langsam reagiert, pocht mit schmerzhafter Begierde nach der Berührung eines Mannes, der mir Angst macht – eine Entwicklung, die mich erstaunt und mich verunsichert.

Ich weiß nicht, ob er das von meinem Gesicht ablesen kann oder ob er die Anspannung in meinem Körper spürt, aber seine Pupillen weiten sich und seine blassen Augen werden dunkel. »Ja, genau so.« Seine Stimme ist ein leises, tiefes Grollen. »Komm für mich, meine Schöne« – sein Daumen drückt fest auf meine Klitoris – »jetzt.«

Und ich komme. Mit einem unterdrückten Stöhnen ziehe ich mich um seine Finger zusammen und die harten Kanten seiner kurzen, stumpfen Fingernägel bohren sich in mein kontaktierendes Fleisch. Mein Blick verschwimmt, meine Haut prickelt heiß als ich auf einer Welle aus Gefühlen reite, bevor ich zusammensacke und nur von seiner Hand in meinen Haaren und seinen Fingern in meinem Körper gehalten werde.

»Na bitte«, sagt er belegt und als ich meine Umwelt wieder wahrnehmen kann, sehe ich, dass er mich eindringlich betrachtet. »Das war doch nett, oder nicht?«

Ich kann nicht einmal nicken, aber er scheint meine Bestätigung auch nicht zu benötigen. Und warum auch? Ich kann die Feuchtigkeit in mir fühlen, die Nässe, die diese rauen männlichen Finger bedeckt – Finger, die sich langsam aus mir zurückziehen, während er die ganze Zeit mein Gesicht anschaut. Ich will meine Augen schließen oder mich wenigstens von seinem stechenden Blick abwenden, aber ich kann nicht.

Nicht, ohne dass er bemerken würde, wie viel Angst er mir macht.

Anstatt meinem eigentlichen Bedürfnis nachzugeben, betrachte ich ihn ebenfalls und sehe Zeichen von Erregung auf seinen starken Gesichtszügen. Sein Kiefer ist angespannt, während er mich anblickt und ein kleiner Muskel neben seinem rechten Ohr pulsiert. Selbst durch den sonnengebräunten Teint seiner Haut kann ich die rötlichere Farbe auf seinen flügelartigen Wangenknochen erkennen.

Er will mich unbedingt – und dieses Wissen gibt mir den Mut zu handeln.

Ich fasse nach unten und bedecke die harte Ausbeulung im Schritt seiner Jeans mit meiner Hand. »Es war nett«, flüstere ich und sehe zu ihm hoch. »Und jetzt bist du dran.«

Seine Pupillen werden noch größer und seine Brust weitet sich durch ein tiefes Einatmen. »Ja.« Seine Stimme ist voller Begehren, als er seine Hand in meinem Haar dazu benutzt, mich näher an ihn heranzuziehen. »Ja, ich denke das bin ich.« Und bevor ich darüber nachdenken kann, ob es clever war ihn so unverhohlen zu provozieren, beugt er seinen Kopf hinunter und nimmt meinen Mund mit seinem in Besitz.

Ich schnappe nach Luft, meine Lippen öffnen sich überrascht und er nutzt diese Tatsache sofort aus, um den Kuss zu vertiefen. Sein Mund, der so hart aussieht, fühlt sich erstaunlich weich an, seine Lippen sind warm und glatt als seine Zunge hungrig meinen Mund erforscht. In diesem Kuss verbinden sich Können mit Selbstsicherheit; es ist der Kuss eines Mannes der weiß, wie er einer Frau Lust verschaffen kann, wie er sie mit nichts weiter als der Berührung seiner Lippen verführen kann.

Die Hitze, die in mir glüht, verstärkt sich und die Anspannung in mir nimmt zu. Er hält mich so nahe bei sich, dass meine nackten Brüste gegen seinen Pullover drücken und die Wolle gegen meine aufgestellten Nippel reibt. Ich kann seine Erektion durch das raue Material seiner Jeans spüren. Sie drückt sich in meinen Unterbauch und lässt mich erkennen, wie sehr er mich will, wie schwach seine vorgespielte Kontrolle in Wirklichkeit ist. Ich bekomme kaum mit, dass der Bademantel von meiner Schulter geglitten ist und ich jetzt komplett nackt bin, aber ich vergesse die Tatsache sofort wieder, als in seiner Kehle ein knurrendes Geräusch ertönt und er mich gegen die Wand stößt.

Der Schreck über die kalte Oberfläche an meinem Rücken lässt mich einen Moment lang zu klarem Verstand kommen, aber er öffnet bereits den Reißverschluss seiner Jeans, seine Knie zwängen sich zwischen meine Beine, spreizen sie und er hebt seinen Kopf um mich anzublicken. Ich höre das Geräusch einer Folie die geöffnet wird und dann nimmt er meine Pobacken in seine Hände und hebt mich hoch. Mit rasendem Herzen halte ich mich instinktiv an seinen Schultern fest, als er mir rau befielt: »Schlinge deine Beine um mich« – und mich auf seinen steifen Schwanz hinabsinken lässt, ohne auch nur einen Moment lang seinen Blick von mir abzuwenden.

Sein Stoß ist hart und tief, da er komplett in mich eindringt. Mein Atem stockt wegen der Gewalt dieses Eindringens, seiner kompromisslosen Brutalität. Meine inneren Muskeln ziehen sich um ihn zusammen und versuchen erfolglos, ihn nicht hineinzulassen. Sein Schwanz ist so groß wie sein restlicher Körper, so lang und dick dass er mich bis zu einem Punkt ausdehnt, der schmerzhaft ist. Wäre ich nicht so feucht, hätte er mich zerrissen. Aber ich bin nass und nach einigen Augenblicken gibt mein Körper nach und gewöhnt sich an seine Dicke. Unbewusst hebe ich meine Beine an und umschlinge seine Hüfte, genauso wie er es befohlen hat. Diese neue Stellung lässt ihn noch tiefer in mich hineingleiten und ich schreie wegen der überwältigenden Sensation auf.

Jetzt beginnt er sich zu bewegen und seine Augen funkeln, als er mich betrachtet. Jeder Stoß ist genauso hart wie derjenige, der uns vereinigt hat, aber mein Körper versucht nicht länger, sich dagegen zu wehren. Stattdessen gibt er mehr Feuchtigkeit ab, um seinen Weg zu erleichtern. Jedes Mal wenn er in mich stößt, drückt seine Lende gegen mein Geschlecht, presst sich auf meine Klitoris, und die Anspannung tief in mir ist wieder da, wächst mit jeder Sekunde die vergeht. Fassungslos wird mir klar, dass ich mich meinem zweiten Orgasmus nähere … und dann ist er auch schon da. Die Anspannung erreicht ihren Höhepunkt und ich explodiere so stark, dass ich nicht mehr denken kann, sondern nur noch meine geladenen Nervenbahnen spüre.

Ich fühle mein eigenes Pulsieren, spüre, wie sich meine Muskeln immer wieder abwechselnd um seinen Schwanz zusammenziehen und ihn freigeben. Ich bemerke, dass sein Blick abschweift und er gleichzeitig aufhört zuzustoßen. Ein raues, tiefes Stöhnen entweicht seiner Kehle als er sich in mir reibt und ich weiß, dass er ebenfalls gekommen ist, ihn mein Orgasmus mitgerissen hat.

Meine Brust hebt und senkt sich schwer während ich zu ihm hochblicke um dabei zuzusehen, wie sich seine blassblauen Augen wieder auf mich richten. Er ist immer noch in mir und plötzlich kann ich diese Intimität nicht mehr ertragen. Er ist niemand für mich, ein Fremder, und trotzdem hat er mich gefickt.

Er hat mich gefickt und ich habe es zugelassen, weil es mein Job ist.

Ich schlucke, drücke gegen seine Brust und meine Beine geben seine Hüfte frei. »Bitte, lass mich runter.« Ich weiß, ich sollte ihn umschmeicheln und sein Ego polieren. Ich sollte ihm sagen wie unglaublich es war, und dass er mir mehr Lust bereitet hat als jemals ein anderer Mann zuvor. Das wäre nicht einmal gelogen – ich bin noch nie zweimal hintereinander gekommen. Aber ich kann das nicht tun. Ich fühle mich zu verwundet, zu überfallen.

Bei diesem Mann verliere ich die Kontrolle und dieses Wissen macht mir Angst.

Ich weiß nicht, ob er das spüren kann oder ob er einfach nur mit mir spielen will, aber ein ironisches Lächeln erscheint auf seinen Lippen.

»Es ist zu spät um es zu bereuen, meine Schöne«, murmelt er und bevor ich etwas erwidern kann, setzt er mich ab und nimmt seine Hände von meinem Po. Sein erschlaffendes Geschlecht gleitet aus meinen Körper als er zurücktritt und ich sehe ihm ungleichmäßig atmend dabei zu, wie er beiläufig das Kondom abnimmt und es auf den Boden fallen lässt.

Aus irgendeinem Grund erröte ich deshalb. Etwas an diesem Kondom, das hier liegt, ist falsch und schmutzig. Vielleicht ist der Grund dafür, dass ich mich wie dieses Kondom fühle: benutzt und weggeworfen. Ich sehe meinen Bademantel auf dem Boden und bewege mich um ihn aufzuheben, aber Lucas Hand auf meinem Arm hält mich davon ab.

»Was tust du?«, fragt er und blickt mich dabei an. Es scheint ihn überhaupt nicht zu stören, dass seine Jeans immer noch einen geöffneten Reißverschluss haben und sein Schwanz heraushängt. »Wir sind noch nicht fertig.«

Mein Herz setzt einen Schlag aus. »Sind wir nicht?«

»Nein«, sagt er und tritt näher an mich heran. Entsetzt bemerke ich, dass er sich schon wieder aufrichtet, da er meinen Bauch berührt. »Wir sind noch lange nicht fertig.«

Und damit führt er mich an meinem Arm zum Bett.

4

Yulia

Meine Gedanken sind ein einziges Durcheinander als ich mich auf die Bettkante setze und Lucas dabei zusehe, wie er sich auszieht.

Zuerst zieht er seinen Pullover aus, unter dem ein enges T-Shirt zum Vorschein kommt das über seiner muskulösen Brust spannt. Als nächstes folgen seine Schuhe, danach schiebt er seine Hose und seine schwarzen Boxershorts nach unten. Seine Beine sind so kräftig wie sie mit Bekleidung gewirkt hatten, muskulös und braungebrannt wie sein Gesicht. Sein Schwanz ist schon wieder hart und ragt aus einem Büschel braun-blondem Haar heraus während er sich sein T-Shirt auszieht, das klar definierte Bauchmuskeln und eine gemeißelte Brust freilegt.

Lucas Kent hat den Körper eines Sportlers, wunderschön durch seine kompromisslose Stärke.

Als ich ihn betrachte bemerke ich meinen starken Drang ihn zu berühren. Nicht um ihm zu gefallen oder weil das von mir erwartet wird, sondern weil ich es möchte. Ich möchte wissen, wie sich seine Muskeln unter meinen Fingerspitzen anfühlen, ob seine gebräunte Haut weich oder rau ist. Ich möchte seinen Nacken mit meiner Zunge entlangfahren, dann weiter zu seiner Vertiefung über seinem Schlüsselbein und herausfinden, wie diese warm aussehende Haut schmeckt.

Es ergibt keinen Sinn, aber ich will ihn. Ich will ihn, auch wenn ich von dem rauen Sex ganz wund bin, auch wenn das hier ein Auftrag und nichts Weiter sein sollte.

Er tritt aus seiner Jeans und seinen Shorts und schiebt sie mit dem Fuß zur Seite, bevor er zu mir kommt. Ich bewege mich nicht als er sich nähert. Ich atme kaum. Als er sich neben mir befindet, bleibt er stehen und kniet sich hin. »Lege dich hin«, murmelt er, ergreift meine Knöchel und bevor ich die Möglichkeit habe zu verstehen was er tut, zieht er mich zu sich bis mein Po halb von der Matratze hängt.

»Was tust –«, beginne ich zu fragen aber er ignoriert mich und benutzt eine seiner starken Hände um mich auf die Matratze zu drücken. Ich falle mit hämmerndem Herzen auf meinen Rücken und dann spüre ich ihn.

Seinen warmen Atem auf meinem Geschlecht als er meine Schenkel auseinanderbiegt.

Ich atme schneller und Hitze wallt durch meinen Körper als er mit weichen und zärtlichen Lippen einen Kuss auf meine geschlossenen Falten haucht. Er übt kaum Druck auf meine Klitoris aus, aber ich bin so empfindlich von meinen beiden Orgasmen, dass sogar diese leichte Berührung meine Nerven fast überreizt. Ich schnappe nach Luft, biege mich ihm entgegen und er lacht leise auf – ein tiefes, maskulines Geräusch das mein Fleisch durchdringt und den wachsenden sehnsüchtigen Schmerz in mir verstärkt.

»Lucas, warte.« Meine Stimme ist atemlos, panikerfüllt wegen des Begehrens das er in mir auslöst. Die Decke verschwimmt vor meinen Augen. »Warte, nicht –«

Er ignoriert mich weiterhin, und als er beginnt mich mit seiner Zunge zu ficken, vergesse ich, was ich sagen wollte. Ich vergesse alles. Meine Augen schließen sich und die Welt um mich herum verschwindet. Das Einzige was bleibt ist Dunkelheit und das Gefühl seiner Zunge die in meine feuchte Muschi hinein- und hinausgleitet. Das Feuer in mir brennt heiß, mein Fleisch ist so geschwollen und empfindlich, dass seine Zunge sich genauso groß anfühlt wie sein Schwanz. Nur dass sie weicher und dehnbarer ist – und er sie weiter nach oben bewegt um meine Klitoris zu umkreisen, was sich anfühlt als würde ein Faden immer weiter aufgespult werden.

»Lucas, bitte …« Diese Worte hören sich an wie ein flehendes Stöhnen. Ich weiß nicht, um was genau ich bitte, aber er scheint es zu wissen … denn er umschließt meine pulsierende Klitoris mit seinen Lippen und saugt an ihr. Sanft, zärtlich, nur mit seinen Lippen, während seine Zunge ihre Unterseite streichelt. Und das ist genug. Mehr als genug. Meine Zehen krümmen sich, ich biege mich ihm entgegen und die Anspannung verwandelt sich in einen pulsierenden Punkt – bis ich mit einem unterdrückten Aufschrei komme und der Orgasmus mich mit einer betäubenden Stärke durchfährt. Jede Zelle meines Körpers ist mit der pulsierenden Lust der Entladung erfüllt und mein Herz zerspringt fast in meiner Brust.

Bevor ich mich erholen kann, dreht er mich auf meinen Bauch und beugt mich über die Bettkante. Ich höre, wie ein weiteres Päckchen aus Folie geöffnet wird und eine Sekunde später dringt er in mich ein, sein dicker Schwanz spießt mich auf, dehnt mich weiter aus. Ich schnappe nach Luft und meine Fäuste krallen sich in das Laken als er mich hart in einem schnellen Rhythmus nimmt, so hart in mich stößt, dass es schmerzen sollte – aber mein Körper nimmt das nicht mehr wahr. Das Einzige was ich spüre ist Verlangen. Ich werde davon überflutet, bin berauscht von den Gefühlen die er aus meinem Fleisch wringt. Während er in mich stößt wird mein Geschlecht gegen die Matratze gepresst, ein rhythmischer Druck gegen meine Klitoris ausgeübt, und seinen Namen schreiend explodiere ich erneut. Aber er hört nicht auf.

Er fickt mich einfach weiter und seine Finger graben sich in meine Hüften während er immer wieder in mich eindringt.

Als ich aufwache, sind unsere Körper miteinander verschlungen, durch den klebrigen Schweiß miteinander verbunden. Ich erinnere mich nicht daran in seiner Umarmung eingeschlafen zu sein, aber es muss trotzdem passiert sein, da ich mich jetzt in ihr befinde, und von seinem kräftigen Körper umhüllt werde.

Es ist dunkel und er schläft. Ich kann seine gleichmäßige Atmung hören, und das Heben und Senken seiner Brust spüren, da mein Kopf auf seiner Schulter liegt. Mein Mund ist trocken und meine Blase ist voll, also versuche ich mich vorsichtig unter seinem schweren Arm herauszuwinden – der sich sofort fester um mich legt.

»Wohin willst du gehen?« Lucas’ Stimme ist heiser, ganz rau vom Schlaf.

»Zum Badezimmer«, erkläre ich ihm vorsichtig. »Ich habe eine volle Blase.«

Er hebt seinen Arm an und sein Bein gibt meine Waden frei. »In Ordnung. Geh.«

Ich rücke von ihm ab und zucke wegen des wunden Gefühls tief in mir zusammen. Ich weiß nicht, wie lange er mich jenes zweite Mal gefickt hat, aber es könnte problemlos eine Stunde oder länger gewesen sein. Ich habe den Überblick darüber verloren wie oft ich gekommen bin, die Orgasmen verschmolzen zu einer unendlichen Welle von Höhepunkten und Tälern.

Meine Beine zittern als ich aufstehe, meine Oberschenkelinnenseiten schmerzen davon, dass sie so weit auseinander gespreizt wurden. Nachdem er mich von hinten genommen hatte, drehte er mich herum, ergriff meine Knöchel und hielt meine Beine geöffnet, während er in mich eindrang, so tief zustieß dass ich ihn angebettelt habe aufzuhören – was er natürlich nicht tat. Er hat seine Hüften bewegt und den Winkel seiner Stöße geändert um diesen empfindlichen Punkt in mir zu treffen, und ich habe den ganzen Schmerz vergessen, mich in der überwältigenden Lust seiner Inbesitznahme verloren.

Ich atme tief ein und zwinge mich dazu, in die Gegenwart zurückzukommen, da meine Blase mich an ein weiteres dringendes Bedürfnis erinnert. Unsicher gehe ich zum Badezimmer und aufs Klo. Danach wasche ich meine Hände, putze meine Zähne und spritze mir kaltes Wasser in mein Gesicht um mein Gleichgewicht wiederzuerlangen.

Alles ist gut, sage ich mir, als ich auf mein blasses Gesicht im Spiegel schaue. Alles läuft nach Plan. Großartiger Sex ist ein Bonus. Also was ist das Problem daran, dass ich auf einen rücksichtslosen Fremden auf diese Art und Weise reagiere? Das hat nichts zu bedeuten. Es ist einfach Sex, ein bedeutungsloser körperlicher Akt.

Aber mit ihm ist er nicht bedeutungslos.

Nein. Ich schließe meine Augen und zwinge diese Stimme zu verschwinden bevor ich mehr Wasser in mein Gesicht spritze und meine Zweifel wegwasche. Ich habe einen Job zu erledigen und es ist nicht falsch, diese Nacht als ein Extra dieses Jobs zu betrachten.

Es ist nicht falsch, dass ich es zulasse Lust zu spüren – solange ich ihm keine Bedeutung zumesse.

Als ich mich ein wenig mehr wie ich selbst fühle, gehe ich zum Bett zurück, in dem Lucas auf mich wartet. Sobald ich mich hingelegt habe, zieht er mich wieder an sich heran, umgibt meinen Rücken mit seinem Körper und legt eine Decke über uns. Ich seufze wohlig als die Wärme mich umhüllt. Dieser Mann ist wie ein Ofen, er strahlt so viel Hitze aus, dass mir sofort warm ist und ich die ständige Kälte in meinem Apartment vergesse.

»Wann reist du ab?«, frage ich leise als er es mir noch bequemer macht, indem er meinen Kopf auf seinen ausgestreckten Arm legt und seinen anderen Arm über meine Hüfte schlingt. Das ist es, was ich von ihm wissen muss, was ich Obenko für mein Versagen schuldig bin - aber trotzdem zieht sich etwas in meiner Brust zusammen während ich auf Lucas’ Antwort warte.

Dieser Gefühlsausbruch kann kein Bedauern darüber sein, dass er bald abreist.

Das würde keinen Sinn ergeben.

Lucas knabbert an meinem Ohr. »Am Morgen«, flüstert er und seine Zähne fahren mein Ohrläppchen entlang. Sein Atem lässt einen warmen Schauer durch mich fahren. »In einigen Stunden muss ich von hier verschwunden sein.«

»Oh.« Ich ignoriere diesen irrationalen Anflug von Traurigkeit und führe in meinem Kopf eine kurze Berechnung durch. Der Uhr auf meinem Nachttisch nach zu urteilen, ist es kurz nach ein Uhr morgens. Wenn er mein Apartment so gegen sechs verlassen muss, muss ihr Flugzeug um acht oder neun starten.

Obenko hat nicht viel Zeit, das zu planen, was er mit Esguerra vorhat.

»Kannst du nicht länger bleiben?« Ich drehe meinen Kopf, um mit meinen Lippen an Lucas’ ausgestrecktem Arm entlangzufahren. Das ist die Art von Frage, die eine Frau stellen könnte, die Gefühle für einen Mann hat, und deshalb habe ich keine Angst, ihn dadurch misstrauisch zu machen.

Er lacht leise. »Nein, meine Schöne, das kann ich nicht. Und du solltet froh darüber sein« – sein Arm der auf mir liegt bewegt sich und seine Hand gleitet hinunter um mein Geschlecht zu bedecken– »wenn du so wund bist wie du gesagt hast.«

Ich schlucke als ich mich daran erinnere, dass ich gegen Ende des Marathon-Sexes um Gnade gebettelt habe, da ich von dem vielen Ficken innerlich ganz wund war. Unglaublicherweise werde ich durch die Erinnerung daran erneut erregt – und dadurch, dass mich eine große, starke Hand zwischen meinen Beinen berührt.

»Ich bin wund«, flüstere ich und hoffe gleichzeitig, dass er aufhört und dass er es nicht tut.

Zu meiner Erleichterung und Enttäuschung bewegt er seine Hand zurück zu meinen Hüften, obwohl ich spüre dass sich sein Schwanz an meinem Hintern verhärtet. Dieser Mann ist eine Sexmaschine mit unersättlicher Lust. Laut der Akte die ich über ihn bekommen hatte, ist er vierunddreißig Jahre alt. Die meisten Männer die ihre Teenagerjahre hinter sich gebracht haben wollen nicht dreimal Sex in einer Nacht haben. Einmal, vielleicht zweimal. Aber dreimal? Sein Schwanz sollte sich nicht schon durch eine solche Kleinigkeit verhärten.

Ich frage mich, wie lange es her ist, dass Lucas Kent das letzte Mal mit einer Frau zusammen war.

»Wirst du bald wiederkommen?«, frage ich und lasse meine Überlegungen fallen. Es ist lächerlich, aber bei dem Gedanken daran, dass er mit anderen Frauen Sex hat – ihnen eine solche Lust bereitet wie mir – zieht sich mein Brustkorb unangenehm zusammen.

»Ich weiß es nicht«, sagt er und dreht sich, um seine halbe Erektion angenehmer an meinen Po zu schmiegen. »Eines Tages vielleicht.«

»Ich verstehe.« Ich starre in die Dunkelheit und kämpfe gegen den Teil von mir an, der wie ein Kind heulen möchte, dem sein Lieblingsspielzeug weggenommen wird. Das ist nicht echt, nichts davon ist echt. Selbst wenn ich wirklich eine Übersetzerin wäre, wüsste ich, dass es sich hierbei um nichts weiter als einen One-Night-Stand handelt. Aber ich bin nicht das unbesorgte, leichte Mädchen das ich zu sein vorgebe. Ich habe nicht aus Spaß Sex mit ihm gehabt; ich habe es getan, um Informationen zu bekommen – und jetzt, da ich sie habe, muss ich sie sofort Obenko zukommen lassen.

Als Lucas gleichmäßig atmet und ich weiß, dass er schläft, greife ich vorsichtig nach meinem Telefon. Es liegt auf dem Nachttisch weniger als einen Meter von mir entfernt und ich schaffe es, es in meine Hand zu nehmen ohne Lucas zu wecken, der mich immer noch an sich drückt. Ich ignoriere den wachsenden Schmerz in meiner Brust und schreibe eine Nachricht an Obenko, um ihn wissen zu lassen, dass Kent bei mir ist und um welche Zeit sie planen, abzureisen.

Wenn mein Chef vorhat, einen Anschlag auf Esguerra zu verüben, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, da zumindest einer seiner Sicherheitsmänner gerade nicht bei ihm ist.

Sobald die Textnachricht gesendet ist, lösche ich sie von meinem Telefon und lege das Gerät wieder auf meinen Nachttisch. Danach schließe ich meine Augen und zwinge mich dazu, mich an Lucas’ hartem Körper zu entspannen.

Mein Auftrag ist, was auch immer geschieht, erledigt.

5

Lucas

Ich werde von dem ungewohnten Gefühl eines schlanken Körpers in meinem Arm und dem Duft von Pfirsich in meiner Nase geweckt. Ich öffne meine Augen und sehe zerzauste, lange, blonde Haare auf dem Kissen vor mir, sowie eine schlanke, blasse Schulter die unter der Decke hervorschaut.

Einen Augenblick lang überrascht mich dieser Anblick, aber dann erinnere ich mich.

Ich bin bei Yulia Tzakova, der Übersetzerin, die die Russen für das gestrige Treffen angeheuert hatten.

Erinnerungen an letzte Nacht schießen in meinen Kopf und bringen mein Blut zum Kochen.

Verdammt war das heiß. Mehr als heiß. Glühend heiß.

Alles an ihr war perfekt gewesen, der Sex so intensiv dass ich nur beim Gedanken daran hart werde. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte als ich an ihrer Tür aufgetaucht bin, aber bestimmt nicht das, was letzte Nacht passiert ist.

Ich hatte sie das ganze Treffen über beobachtet, die Art und Weise genossen, wie sie so mühelos mit ihrer weichen und akzentfreien Stimme übersetzt hat. Es war keine Überraschung, dass sie meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Ich habe schon immer auf große, langbeinige Blondinen gestanden und Yulia Tzakova ist so schön wie sie nur sein können, mit hellen blauen Augen und einem feingliedrigen Knochenbau. Sie hat während des Essens kaum etwas zu sich genommen, nur an einigen Appetithäppchen geknabbert, aber sie hat Tee getrunken und ich habe bemerkt wie ich ihre rosafarbenen, glänzenden Lippen angestarrt habe, als sie den Rand der Tasse aus Porzellan berührten … ihren Kehlkopf, wie er sich beim Schlucken bewegt hat. Ich wollte diese Lippen um den Ansatz meines Schwanzes spüren und die Bewegung ihres Kehlkopfs beim Schlucken meines Spermas sehen. Ich wollte ihr ihre elegante Kleidung ausziehen und sie über den Tisch biegen, dieses lange, seidige Haar in meine Faust nehmen während ich in sie stoße und sie ficke bis sie schreit und kommt.

Ich wollte sie – und sie schien nur Augen für Esguerra zu haben.

Selbst jetzt hinterlässt das Wissen, dass sie es auf meinen Chef abgesehen hatte, einen bitteren Nachgeschmack in meinem Mund. Es sollte mir egal sein. Frauen haben sich schon immer von Esguerra angezogen gefühlt und es hat mir nie etwas ausgemacht. Es belustigt mich sogar, wie die Frauen sich ihm an den Hals werfen, obwohl sie vermuten wie er in Wirklichkeit ist. Selbst seine frischgebackene Ehefrau – ein hübsches, zierliches, amerikanisches Mädchen, das er vor zwei Jahren entführt hat – scheint ihm verfallen zu sein. Es war nur logisch, dass Yulia es bei ihm versuchen würde – oder zumindest habe ich mir das gesagt, als ich sie dabei beobachtet habe, wie sie Esguerra das ganze Treffen über gemustert hat.

Falls sie ihn gewollt hätte, wäre das für mich in Ordnung gewesen.

Aber er wollte sie nicht. Diese letzte Tatsache hat mich überrascht, auch wenn ich ihn eigentlich in den letzten zwei Jahren nicht mit anderen Frauen gesehen habe. Er ist einfach immer zu seiner privaten Insel geflogen. Ich habe erst vor einigen Monaten erfahren, dass er dort dieses amerikanische Mädchen festgehalten hat, das er jetzt auch geheiratet hat. Dieses Mädchen – Nora – muss seine Bedürfnisse vollständig befriedigen. Muss sie sogar außergewöhnlich gut befriedigen, wenn Esguerra nicht einmal einen Blick für Yulia übrig hatte.

Ich war auch versucht, die Übersetzerin zu vergessen – bis er mir angeordnet hat sie zu durchsuchen. Sie hat zitternd in ihrem eleganten Mantel dagestanden und ich hatte die Möglichkeit sie zu spüren, meine Hände über ihren Körper gleiten zu lassen, um sie nach Waffen abzutasten. Sie trug keine, aber ihre Atmung hat sich verändert, als ich sie berührte. Sie hat mich weder angesehen, noch hat sie sich bewegt, aber ich habe gemerkt, dass sie einen Moment lang ihre Luft angehalten hat und gesehen, dass ihre Wangen einen Hauch von Farbe bekamen. Bis dahin war ich davon ausgegangen, dass sie mich überhaupt nicht als Mann wahrgenommen hat, aber in diesem Moment habe ich verstanden, dass sie das durchaus hatte – und dass sie aus irgendeinem Grund gegen diese Anziehung ankämpfte. Als Esguerra ihre Einladung ablehnte, habe ich deshalb die spontane Entscheidung getroffen, sie mir zu nehmen.

Nur für eine Nacht, nur um die Begierde zu stillen.

Es war nicht schwierig ihre Adresse herauszubekommen – dafür genügte ein Anruf bei Buschekov – und dann bin ich vor ihrer Tür aufgetaucht und habe erwartet, die gleiche schicke, selbstsichere junge Frau vorzufinden, die mit meinem Chef geflirtet hat.

Aber ich wurde nicht von dieser Person empfangen.

Ich traf auf ein Mädchen, das so aussah als sei es gerade Anfang zwanzig mit einem wunderschönen völlig ungeschminkten Gesicht und einem schlanken Körper der in einen definitiv nicht eleganten Bademantel gehüllt war. Yulia hat mich eintreten lassen nachdem ich ihr deutlich gesagt hatte, was ich wollte, aber der Ausdruck ihrer großen blauen Augen war der eines gejagten Kaninchens. Eine Minute lang hatte ich meine Zweifel daran, dass sie mich überhaupt bei sich haben wollte; sie wirkte so nervös wie dieses Kaninchen wenn es auf den Fuchs trifft. Ihre Angst war so offensichtlich, dass ich mich fragte, ob es ein Fehler gewesen war zu ihr zu gehen, ob ich entweder ihre Erfahrungen überschätzt hatte, oder ihr Interesse an mir.

Nur eine Berührung, habe ich mir gesagt als sie mir meinen Mantel abgenommen hat. Nur eine Berührung, und sollte sie mich nicht wollen, würde ich gehen. In meinem ganzen Leben habe ich niemals eine Frau gezwungen und ich hatte auch nicht vor, bei diesem Mädchen damit anzufangen – einem Mädchen, das trotz ihrer korrupten Beziehungen zum Kreml so eigenartig unschuldig zu sein schien.

Einem Mädchen, das ich mit jeder Sekunde mehr wollte.

Ich hatte mir gesagt, dass ich nach einer Berührung aufhören würde, aber sobald ich sie berührte, wusste ich, dass das eine Lüge gewesen war. Ihre helle Haut war so weich wie die eines Babys, die Knochen ihres Kiefers so zart, dass sie fast zerbrechlich waren. Meine Hand wirkte im Vergleich zu ihrer blassen Perfektion so braun und grob, meine Handfläche so groß, als ob ich ihr Gesicht mit einem harten Griff meiner Finger zerquetschen könnte.

Sie hat sich bei meiner Berührung versteift und ich konnte deutlich den Puls an ihrem Hals schlagen sehen. Als ich sie abgetastet habe, hat sie so teuer gerochen wie ein schickes Parfum, aber das war nicht länger der Fall. Jetzt stand sie mit erröteten Wangen vor mir und roch nach Pfirsich und Unschuld. Natürlich wusste ich rational, dass es die Seife in ihrem Badewasser gewesen sein muss, aber ich hatte trotzdem einen wässrigen Mund weil ich sie lecken, dieses saubere, nach Frucht riechende Fleisch schmecken wollte.

Sehen wollte, was sie unter dem großen, unerotischen Bademantel versteckte.

Sie hat von etwas zu trinken geredet, vielleicht ging es um Kaffee, aber ich habe ihre Worte kaum gehört da meine ganze Aufmerksamkeit dem Stück blasser Haut galt, das am Ausschnitt ihres Bademantels zu sehen war. »Nein«, antwortete ich automatisch, »keinen Kaffee«, und dann greife ich nach dem Gürtel ihres Bademantels, da meine Hände offensichtlich ihren eigenen Willen haben.

Das Kleidungsstück fiel schon durch eine leichte Berührung auseinander und hat einen Körper enthüllt, der aus meinen feuchten Träumen stammen könnte. Feste, volle Brüste mit harten, rosafarbenen Nippeln, eine Hüfte die so schmal war, dass ich sie mit meinen Händen umfassen könnte, und sehr lange Beine. Und zwischen diesen Beinen nicht einmal der Hauch eines Haares, nur der weiche, freiliegende Hügel ihrer Muschi.

Mein Schwanz wurde so hart, dass es schmerzte.

Sie errötete noch tiefer im Gesicht und auf der Brust und meine restliche Selbstkontrolle löste sich in Rauch auf. Ich berührte ihre Brust, strich mit meinem Daumen über ihren Nippel und beobachtete, wie sich ihre Pupillen weiteten und ihre blauen Augen dunkler wirken ließen.

Sie reagierte auf mich. Vielleicht war sie verängstigt, aber sie reagierte.

Nicht stark, aber ausreichend. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt nicht einmal weggehen können, wenn eine Bombe genau neben uns hochgegangen wäre.

»Du bist sehr direkt«, flüsterte sie und ich erwiderte ihr, dass ich keine Zeit für Spielchen hätte. Das war die Wahrheit – und wenn es auch nur deshalb war, weil das Verlangen das ich fühlte intensiver, gewaltiger war als alles, was ich davor erlebt hatte. In diesem Moment hätte ich alles getan um sie zu haben, jede Grenze überschritten … jedes Verbrechen begangen.

»Und wenn ich nein sage?«, fragt sie mit leicht zitternder Stimme und ich schaffe es kaum sie zu fragen, ob sie wirklich nein sagen würde. Ich habe es geschafft meine Stimme ruhig zu halten und sanft ihre Nippel mit meinem Daumen zu umkreisen während ich gleichzeitig meine andere Hand in ihr Haar gleiten ließ, aber sie hat mir nicht konkret geantwortet. Stattdessen hat sie wissen wollen, was ich in jenem Fall tun würde, ob ich gehen würde.