Verlag: Picus Verlag Kategorie: Fachliteratur Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

Erklär mir die Finanzkrise! E-Book

Robert Misik  

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E-Book-Beschreibung Erklär mir die Finanzkrise! - Robert Misik

Warum werden auf freien Gütermärkten oft großartige Waren produziert, auf freien Kapitalmärkten aber Ungleichheit und brandgefährliche Instabilität? Weshalb ist gerade die Europäische Union zum Brandherd der Wirtschaftskrise geworden? Warum steigen die Mieten? Wieso verdienen die Unternehmen besser, wenn die Löhne steigen? Würden es noch freiere Märkte schon richten? Kann der Kapitalismus überhaupt funktionieren? Und was würde geschehen, wenn es zum totalen Kollaps des Geldsystems käme? Robert Misiks neues Buch gibt auf diese und viele andere Fragen Antworten. Vor allem aber stellt der preisgekrönte Autor und Videoblogger des Standard wichtige makroökonomische Zusammenhänge und Theorien so dar, dass sie für jeden interessierten Laien verständlich sind. In fünf Kapiteln versucht der Autor, 'ein fachlich komplexes Thema, das das Leben von Millionen Menschen berührt, aber für viele unerhört kompliziert erscheint, in einfachen Worten zu erklären, ohne die Sache zu versimpeln'. Wer dieses Buch liest, wird verstehen, was in der Wirtschaft gerade vor sich geht, und muss sich nicht länger mit hohlen Phrasen von Lobbyisten, Experten, Journalisten und Politikern abspeisen lassen.

Meinungen über das E-Book Erklär mir die Finanzkrise! - Robert Misik

E-Book-Leseprobe Erklär mir die Finanzkrise! - Robert Misik

Robert Misik

ERKLÄR MIR DIE FINANZ KRISE!

Copyright © 2013 Picus Verlag Ges.m.b.H., Wien Alle Rechte vorbehalten Grafische Gestaltung: Dorothea Löcker, Wien Datenkonvertierung E-Book: Nakadake, Wien ISBN 978-3-7117-5174-4 Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt

Informationen über das aktuelle Programm des Picus Verlags und Veranstaltungen unterwww.picus.at

Robert Misik

ERKLÄR MIR DIE FINANZ KRISE!

Wie wir da reingerieten und wie wir wieder rauskommen

Picus Verlag Wien

VORWORT

Dieses Buch basiert auf einer fünfteiligen Vortragsreihe, die ich im Herbst 2012 an der Volkshochschule Ottakring gehalten habe. Die besondere und schöne Herausforderung bestand darin, ein fachlich komplexes Thema, das das Leben von Millionen Menschen berührt, aber vielen unerhört kompliziert erscheint, in einfachen Worten zu erklären, ohne die Sache zu versimpeln. Für mich war es aber auch deshalb etwas Besonderes, weil die Idee der Volkshochschule etwas sehr Unterstützenswertes ist. Die Institution Volkshochschule vermittelt Bildung, kritisches Denken, sie ermöglicht die intensive Beschäftigung mit einem Thema, aber für »normale« Leute, also für ein breites Spektrum der Bevölkerung, nicht nur für das akademische Milieu wie an den Universitäten. Für Leute also, die Fachleute sind, aber auch für Leute, die keine Fachleute sind, die Laien sind, die vielleicht wenig Fachwissen mitbringen, aber eines natürlich schon: waches Interesse für die Welt und für eine Fragestellung.

Wenn man sich auf dieses Terrain einlässt, muss man die Dinge so darstellen, dass sie jeder interessierte Laie verstehen kann, auch wenn dieser nicht den Jargon der Fachwissenschaft kennt. Man muss die Dinge einfach darstellen, aber ohne sie ungebührlich zu vereinfachen. Und das ist eine große Aufgabe, der sich heute, meiner Meinung nach, viel zu wenige Menschen stellen. Wichtige Debatten, nicht nur in der Ökonomie, auch der Philosophie, auch über politische Fragen, werden heute viel zu oft in der Sprache von Geheimwissenschaften geführt, die Menschen ausschließen. Und Volkshochschule will nicht ausschließen, sondern einschließen.

Der zweite Grund, warum ich mit viel Demut an diese Vortragsreihe heranging, war natürlich der spezielle Ort: die Volkshochschule Ottakring, in der schon vor neunzig Jahren große, sozial engagierte Denker wie etwa Max Adler das betrieben haben, was man in jenen Tagen »Volksbildung« nannte. »Wissen ist Macht«, lautete damals der Slogan. Diese Parole hatte ja auch ein politisches Pathos: dass es ein Beitrag zu einer gerechteren, demokratischeren Welt ist, wenn man breiten Bevölkerungsschichten, nicht nur den Privilegierten auf der Universität, Wissen vermittelt und sie mit der Ressource Bildung ausstattet; dass das für die Menschen gut ist, die davon profitieren, aber dass das auch für uns alle gut ist. Weil wir dann alle in Gesellschaften leben, die besser funktionieren. Und ich fühle mich diesem Geist verbunden, in vieler Hinsicht – intellektuell, politisch, aber auch emotional.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 fragen sich viele Leute: Was passiert da eigentlich? Was kommt da auf uns zu? Was ist richtig, und was ist falsch? Banken kollabieren lassen? Oder doch Banken retten? Aber wieso ist für die Geld da, während für die einfachen Leute kein Geld da ist? Und sollen wir Staaten vor dem Bankrott retten? Aber sind die nicht selber schuld? Und wenn sie nicht nur selber schuld sind, wer ist dann noch schuld? Und welche Alternativen gibt es?

Viele Menschen stellen sich diese und ähnliche Fragen. Es gibt eine ungeheure Unsicherheit und damit auch ein ungeheures Bedürfnis, über solche Fragen nachzudenken und über sie zu diskutieren.

Vortragsreihen und Bücher wie dieses wollen auch eine Übersetzungsarbeit leisten, von der Fachwissenschaft in eine Sprache, die für interessierte Laien verständlich ist. Gerade in ökonomischen Fragen ist das heute eine wichtige Aufgabe. Weil etwa der Journalismus, dessen Aufgabe das ja auch wäre, sie gerade in Wirtschaftsfragen sträflich vernachlässigt hat, wenn man von ein paar wenigen rühmenswerten Ausnahmen absieht. Aber in aller Regel stellt sich der Wirtschaftsjournalismus kritischer, makroökonomisch fundierter Berichterstattung nicht mehr, sondern betreibt Verlautbarungsjournalismus für einzelne Unternehmen, Servicejournalismus (»Wo lege ich mein Geld am besten an?«) oder Ähnliches. Und nicht selten wurde er selbst zum Erfüllungsgehilfen neoliberaler Ideologie und blökt hohle Phrasen.

Ich hoffe, dass dieses kleine Büchlein interessierten Bürgerinnen und Bürgern helfen kann, einige Zusammenhänge zu verstehen, und zwar so genau zu verstehen, dass man sie mit den hohlen Phrasen eben nicht mehr abspeisen kann. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn bei dem einen oder der anderen dann auch das Ohnmachtsgefühl weicht, das viele Menschen angesichts einer bedrohlichen ökonomischen Großwetterlage befallen hat, deren Ursachen man aber nicht wirklich durchschauen kann. Denn etwas, das als so ungeheuerlich komplex erscheint, dass es überhaupt nicht begriffen werden kann, führt notwendigerweise auch dazu, dass Menschen das Gefühl haben, sie hätten ohnehin keine Möglichkeiten, zu agieren; dass ihre einzige Hoffnung ist, die Experten würden schon wissen, was vorgeht – jene Experten, von denen viele ihr eigenes Süppchen kochen.

Aber wenn Experten, Lobbys und Politiker Fragen, die für ein Gemeinwesen lebenswichtig sind, in der Sprache eines Geheimwissens verhandeln, dann ist das langfristig für die Demokratie ein tödliches Gift.

Kurzum, ich hoffe, dass dieses Buch ein wenig dabei hilft, gegenzusteuern. Ich danke allen, die es ermöglicht haben: Alex Potyka und dem Team im Picus Verlag, Mario Rieder von den Wiener Volkshochschulen und Ilkim Erdost und ihren Mitarbeitern an der VHS Ottakring, die mit so viel Begeisterung diese Vortragsreihe möglich gemacht und dafür gesorgt haben, dass sie ein solch großer Erfolg wurde.

Robert Misik, Wien, Februar 2013

1.

EIN CRASH MIT ANLAUF

Wie eine falsche Wirtschaftsideologie die Marktwirtschaft ins Desaster stürzte

»Ein Crash mit Anlauf!« habe ich dieses erste Kapitel genannt. »Wie eine falsche Wirtschaftsideologie die Marktwirtschaft ins Desaster stürzte«.

Und da kann man natürlich die Frage stellen: Wieso Wirtschaftsideologie?

Hat Ideologie nicht etwas mit Worten allein zu tun? Mit Gedanken, die sich Menschen machen, mit Fantasien, die sich irgendwelche weltfremden Ideologen ausdenken?

Und wie sollen diese Ideologien einen derartigen Einfluss auf die Wirtschaft haben? In der Philosophie, könnte man anmerken, sei das naheliegend, schließlich geht es in dieser primär um Begriffe und Konzepte – aber in der Wirtschaft? Nirgendwo geht es doch so sehr um harte Fakten und Zahlenkolonnen, um Euros und Dollars, also ums kalte Kalkulieren und ums Geld.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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