Ethikfonds. Fundierung, Verwirklichung und Performance - Christian Nitzl - E-Book

Ethikfonds. Fundierung, Verwirklichung und Performance E-Book

Christian Nitzl

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich BWL - Bank, Börse, Versicherung, Ludwig-Maximilians-Universität München, Veranstaltung: Portfoliomanagement, Sprache: Deutsch, Abstract: Anlegern, denen das Risiko einer Direktanlage in Wertpapiere oder anderen Anlageformen zu groß ist, oder denen es der Zeit ermangelt, ein privates Portfolio zu strukturieren und dauerhaft zu betreuen, das den Prinzipien der Portfoliotheorie genügt, können sich dennoch durch den Erwerb von Fondsanteilen an der Börse engagieren. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Anlegern gerecht zu werden, bieten die Investmenthäuser unterschiedliche Arten von Fonds an. Eine besondere Stellung nehmen so genannte „Ethikfonds“ ein, für die in den letzten Jahren ein stark wachsendes Interesse – sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Praxis – zu beobachten war. Doch erst seit wenigen Jahren findet tatsächlich eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Ethikfonds statt. Ethikfonds stellen insoweit eine besondere Form der Geldanlage dar, da Fragen nach dem richtigen moralischen Handeln mit Beachtung finden. Dies zeigt sich in der Praxis überwiegend durch eine ethisch orientierte Wertpapierselektion. Allerdings ist bis heute nicht eindeutig definiert, was unter Ethikfonds genau zu subsumieren ist. Während ethische Geldanlagen im angloamerikanischen Raum eine lange Tradition zurück blicken können, sind sie am deutschen Kapitalmarkt noch ein relativ junges Phänomen. Will man den Mangel an wissenschaftlicher Literatur über Ethikfonds erklären, so scheint dabei die Dominanz des neoklassischen Gleichgewichtsmodells eine große Rolle zu spielen. Denn unter der neo-klassischen Annahme, die ihren Ausdruck im Kapitalmarktmodell findet, dürfte es aufgrund des Rationalitätspostulats zu keiner Berücksichtigung von außerökonomischen Komponenten bei der Bewertung von Anlagefazilitäten kommen. Nimmt man von der herkömmlichen Prämisse des rationalen Anlegers aber Abstand, so stellt sich die Frage, wie und welche Informationen am Kapitalmarkt verarbeitet werden und welche Konsequenzen sich hieraus für Forschung und Praxis ergeben.

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Veröffentlichungsjahr: 2008

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Inhaltsverzeichnis

 

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Grundlagen der Ethikfonds

2.1 Definition und Begriffsklärung

2.2 Überblick über die Entwicklung

2.2.1 Geschichtliche Entwicklung

2.2.2 Gegenwärtige Marktsituation

2.2.3 Markttrends

2.3 Fundierung moralischer Motive

2.3.1 Legitimation der Börsen als Plattform für ethisches Handeln

2.3.2 Legitimation der Berücksichtigung einer Ethikdimension

2.4 Aus moralischen Motiven abgeleitete Ethikkonzeptionen

2.4.1 Deontologische Ethikkonzeption

2.4.2 Teleologische Ethikkonzeption

3 Methoden, Problemstellungen und Implikationen der Umsetzung

3.1 Allgemeine Vorgehensweise

3.2 Darstellung der Asset Allocation ethischer Anlagestrategien

3.2.1 Vermeidungsstrategien

3.2.2 Auswahlstrategien

3.2.3 Aktivismusstrategien

3.3 Problemstellungen bei der Umsetzung

3.3.1 Performance und Ethik als Gegensatz

3.3.2 Verschärftes Prinzipal-Agent-Problem

3.3.3 Fehlende Transparenz

3.3.4 Problem der Validation

3.3.5 Varianz bei Bestimmung ethischer Unternehmen

3.4 Implikationen auf das Unternehmensverhalten

4 Performanceeffekt einer ethischen Wertpapierselektion

4.1 Einführung in die Performanceanalyse bei Ethikfonds

4.2 Hypothesenbildung und Begründung

4.3 Empirische Überprüfung

4.3.1 Vergleich von Matched Samples

4.3.2 Vergleich von Indizes

4.3.3 Vergleich von synthetisch gebildeten Portfolios

4.4 Zusammenführung und kritische Würdigung

5 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick

Anhang: Erweitertes Optimierungsprogramm von Markowitz

Literaturverzeichnis

 

Tabellenverzeichnis

 

Tab. 1: Die größten europäischen ethischen Publikumsfonds

Tab. 2: Von deutschen Fonds angewandte Negativ-Filter

Tab. 3: Von deutschen Fonds angewandte Positiv-Filter

 

Abbildungsverzeichnis

 

Abb. 1: Fondsanzahl von 1990 bis 2003

Abb. 2: Motive der Geldanlage und Anlagewahlkriterien

Abb. 3: Relative Wichtigkeit für fünf Anlegergruppen

Abb. 4: Effizienter Rand für einen finanzorientierten Investor und für einen stark ethisch orientierten Anleger (γ=0,03).

 

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

 

1.1 Problemstellung

 

Anlegern, denen das Risiko einer Direktanlage in Wertpapiere oder anderen Anlageformen zu groß ist, oder denen es der Zeit ermangelt, ein privates Portfolio zu strukturieren und dauerhaft zu betreuen, das den Prinzipien der Portfoliotheorie genügt, können sich dennoch durch den Erwerb von Fondsanteilen an der Börse engagieren. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Anlegern gerecht zu werden, bieten die Investmenthäuser unterschiedliche Arten von Fonds an. Eine besondere Stellung nehmen so genannte „Ethikfonds“ ein, für die in den letzten Jahren ein stark wachsendes Interesse – sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Praxis – zu beobachten war.[1] Doch erst seit wenigen Jahren findet tatsächlich eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Ethikfonds statt.[2] Ethikfonds stellen insoweit eine besondere Form der Geldanlage dar, da Fragen nach dem richtigen moralischen Handeln mit Beachtung finden. Dies zeigt sich in der Praxis überwiegend durch eine ethisch orientierte Wertpapierselektion. Allerdings ist bis heute nicht eindeutig definiert, was unter Ethikfonds genau zu subsumieren ist. Während ethische Geldanlagen im angloamerikanischen Raum eine lange Tradition innehaben, sind sie am deutschen Kapitalmarkt noch ein relativ junges Phänomen.[3] Will man den Mangel an wissenschaftlicher Literatur über Ethikfonds erklären, so scheint dabei die Dominanz des neoklassischen Gleichgewichtsmodells eine große Rolle zu spielen. Denn unter der neo-klassischen Annahme, die ihren Ausdruck im Kapitalmarktmodell findet, dürfte es aufgrund des Rationalitätspostulats zu keiner Berücksichtigung von außer-ökonomischen Komponenten bei der Bewertung von Anlagefazilitäten kommen.[4] Nimmt man von der herkömmlichen Prämisse des rationalen Anlegers aber Abstand, so stellt sich die Frage, wie und welche Informationen am Kapitalmarkt verarbeitet werden und welche Konsequenzen sich hieraus für Forschung und Praxis ergeben. Durch wissenschaftliche Arbeiten konnte zwar belegt werden, dass Investoren ihre Anlageentscheidungen unter dem weiten Spektrum kognitiver und emotionaler Einflüsse treffen;[5] doch trotz dieser Erkenntnis wurde der Ethik als Entscheidungskriterium von der verhaltens-wissenschaftlichen Finanztheorie noch relativ wenig Interesse geschenkt.[6] Aus der Tatsache, dass der Wettbewerb auf Finanzmärkten häufig „moralfrei“, d. h. ohne moralische Motivation erfolgt, könnten ethisch motivierte Problemfelder entstehen.[7] Finanzmärkte müssten demnach als ein soziales Gebilde hohe Anforderungen an die moralischen Vorstellungen ihrer Handlungsakteure stellen.[8] Sie erzeugen jedoch selbst keine ethischen Reserven, sondern verbrauchen diese und müssen sie somit von außerhalb des Marktes beziehen, damit sie dauerhaft bestehen können.[9] Darüber hinaus kann bei Investoren ein echtes Bedürfnis nach ethischen Anlagemöglichkeiten beobachtet werden, welche dem Markt als ethische Reserve dienen könnte. Überzeugungen und Werte eines Anlegers werden dabei durch Kauf- und Verkaufsentscheidungen an der Börse transformiert.[10] Ethikfonds könnten somit unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur als Finanzintermediäre, sondern auch als Ethikintermediäre fungieren. In dieser Arbeit wird insbesondere auf die Fundierung, Umsetzung und die Performance von Ethikfonds eingegangen und, soweit dies durch vorliegende Literatur möglich ist, der Fokus auf den deutschen Kapitalmarkt gelegt. Da in Deutschland Aktienethikfonds überwiegen, beziehen sich Aussagen zum Großteil auf diese Anlagegattung. Darüber hinaus sind für Deutschland nur eingeschränkt Daten zu ethischen Spezialfonds zugänglich, weswegen der Schwerpunkt der Betrachtung auf Publikumsfonds liegt.[11]

 

1.2 Gang der Untersuchung

 

Zur fundierten Analyse werden im Kapitel 2 grundlegende Beobachtungen und verhaltenstheoretische Konzepte skizziert. Dazu wird zunächst im Kapitel 2.1 eine Arbeitsdefinition für Ethikfonds formuliert und verschiedene Begriffe erläutert, die im englisch- und deutschsprachigen Raum hierzu Verwendung finden. Im darauf folgenden Kapitel 2.2 wird auf die geschichtliche Entwicklung, die Marktsituation und Trends bei Ethikfonds eingegangen. Anhand der Betrachtung des geschichtlichen Verlaufs können verschiedene Einflussfaktoren, welche die heutige Situation und mögliche zukünftige Entwicklungen von Ethikfonds verständlich machen, eruiert werden. In Kapitel 2.3 und 2.4, als Kern des Kapitels 2, werden die verhaltenswissenschaftlichen und ethischen Grund-lagen besprochen. Darauf aufbauend wird im Kapitel 3 näher betrachtet, wie die im verhaltenswissenschaftlichen Erklärungsmodell dargestellten Motive für die Umsetzung von Ethikfonds ihren Ausdruck finden und welche Probleme sich hierbei auftun. Hierzu wird in Kapitel 3.1 zunächst die allgemeine Vorgehens-weise bei der Strukturierung eines Ethikfonds erläutert und darauf aufbauend in Kapitel 3.2 die Asset Allocation mittels ethischer Anlagestrategien dargestellt. In Kapitel 3.3 wird auf die praktischen Probleme eingegangen, die sich durch die Berücksichtigung des Motivs Ethik für Fonds ergeben können. Auf die Implikationen der in Kapitel 3.2 beschriebenen Anlagestrategien für das Unternehmensverhalten wird in Kapitel 3.4 eingegangen. Im Rahmen des Kapitels 4 wird sich der erste Untergliederungspunkt 4.1 mit der Einführung in die Thematik der Performanceanalyse bei Ethikfonds beschäftigen, im Unterpunkt 4.2 werden anhand von theoretischen Überlegungen Hypothesen formuliert, wie sich die Berücksichtung ethischer Komponenten auf die Performance auswirken. Diese Hypothesen werden dann in Kapitel 4.3 anhand empirischer Untersuchungen überprüft. In Kapitel 4.4 werden die theoretischen und empirischen Ergebnisse kritisch beurteilt. Abschließend fasst Kapitel 5 die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf praktische und forschungstheoretische Implikationen.