Eva, Adam, Frau und Mann - Da muss Gott wohl nochmal ran - Fritz Eckenga - E-Book

Eva, Adam, Frau und Mann - Da muss Gott wohl nochmal ran E-Book

Fritz Eckenga

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14,99 €

Beschreibung

Eva, Adam, Frau und Mann … Das kann doch nicht alles gewesen sein! Da muss Gott noch mal ran – oder Fritz Eckenga mit neuen Rettungsreimen! Alles geht den Bach runter: die Menschheit, das Klima, die Demokratie, der Fußball … Seit Hölderlin wissen wir zwar: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch, aber das Rettende war in letzter Zeit ziemlich zurückhaltend, hat anscheinend Kraft gesammelt, um jetzt in Rettungsreimen des wortmächtigen Fritz Eckenga ins Offene zu kommen. Nur er findet so gute Worte für Orte: Sieh die Zeichen an der Wand, / es boomt, es geht voran. / Dort, wo früher Schlecker stand, / steht in Kürze Rossmann. / Super wird’s, so richtig schick, / viel netter noch als nett, / Primark platt, dafür kommt KiK, / und zwar mit einem Outlet. / Neben Spieltreff eins und zwei / öffnet bald der dritte. / Leute zieht so schnell es geht / nach Gelsenkirchen-Mitte. Nur er nimmt sich des heimatlosen Ostereis an, des Gänsebratens, der vom Hof geschickten Politiker. Nur er besingt das vielgerühmte Land mit Ö und ruft: Heraus zum Welttoilettentag! Und feiert den Moment, denn: Der Moment will dürfen und nicht müssen. Hell und schnell sind diese Gedichte, sie leuchten uns in den Tag.

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Seitenzahl: 45

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Zum Buch

Eva, Adam, Frau und Mann … Das kann doch nicht alles gewesen sein! Da muss Gott noch mal ran – oder Fritz Eckenga mit neuen Rettungsreimen!

Alles geht den Bach runter: die Menschheit, das Klima, die Demokratie, der Fußball … Seit Hölderlin wissen wir zwar: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch, aber das Rettende war in letzter Zeit ziemlich zurückhaltend, hat anscheinend Kraft gesammelt, um jetzt in Rettungsreimen des wortmächtigen Fritz Eckenga ins Offene zu kommen. Nur er findet so gute Worte für Orte: Sieh die Zeichen an der Wand, / es boomt, es geht voran. / Dort, wo früher Schlecker stand, / steht in Kürze Rossmann. Nur er nimmt sich des heimatlosen Ostereis an, des Gänsebratens, der vom Hof geschickten Politiker. Nur er besingt das vielgerühmte Land mit Ö und ruft: Heraus zum Welttoilettentag! Und feiert den Moment, denn: Der Moment will dürfen und nicht müssen. Hell und schnell sind diese Gedichte, sie leuchten uns in den Tag.

Über den Autor

Fritz Eckenga, geb. 1955, verbüßt seine Wohnhaft in Dortmund. Er genießt dort die Privilegien eines vorbildlich humanen Vollzuges. Eckenga muss nicht raus, darf aber, wenn er will. Von zu Hause aus dichtet er sich die Welt zusammen. Die Ergebnisse stellt er in Büchern, im Radio und auf Bühnen vor. Eckenga spielt Solo-Programme, schreibt Theaterstücke, Hörspiele und ist Radiokolumnist (WDR). Zahlreiche Buch- und CD-Veröffentlichungen, mehrere Preise, zuletzt Literaturpreis Ruhr, Salzburger Stier, Tegtmeier Ehrenpreis.

Fritz Eckenga

Eva, Adam, Frau und Mann –da muss Gott wohl noch mal ran

Neue Rettungsreime

Bilder von Nikolaus Heidelbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verlag Antje Kunstmann

Reim gar nichts

Eine Selbstkritik

Woran es dem Werk dieses Autors gebricht,

ist ganz ohne Frage das Großgedicht.

Es geht unterm Strich, wer will das bestreiten,

auf viel zu viel Seiten um Kleinigkeiten.

Blättern Sie ruhig, da wird es nicht besser.

Immer nur Plätschern in seichtem Gewässer.

Es wird nur im eigenen Saft geschmort

und mit Zahnstochern in dünnen Brettchen gebohrt.

An die ganz großen Themen traut er sich nicht.

Nur mal als Beispiel: Die Kassenbonpflicht.

Fasse zusammen: Viel Wasser, kein Wein

und immer mal wieder ein unreimer Rein.

BELEBT

Perle

Dein Liebreiz erschloss sich auf Anhieb nicht jedem,

der dich mal betrat,

doch wer aus Versehen in dir blieb,

wusste bald schon, was er an dir hat.

Na, »bald« ist vielleicht übertrieben,

zwanzig Jahre braucht’s schon im Schnitt,

um sich in dich zu verlieben,

doch dann hält die Bindung wie Kitt,

der gesprungene Scheiben im Holz hält

und blindestes Glas im Rahmen.

Du Perle am Podex der Welt:

Bönen, Kreis Unna (bei Kamen).

Auf Norderney wie Heinrich Heine

Ich habe Zeit, ich bin so frei,

ich schreibe

hier auf Norderney,

wie einst der große Heinrich Heine

sozusagen nebenbei,

bei einem Pott Ostfriesentee,

mit Blick auf Milchbar, Damm und See,

ne ziemlich große Menge Reime

in die daumendicke Speisekarte

des Café-

und Restaurants Marienhöh.

Doch erst, wenn’s tausend Strophen sind,

erkläre ich’s für gut und bind

mit Fäden fein aus Seidentuch

der Liebsten draus ein blaues Buch.

Die Kennerin erkennt das Buch

von Weitem schon am Buchgeruch.

Das Odeur ist sehr markant,

riecht es doch kaum nach Salz und Strand,

nach Jod nicht und nach Abendrot,

sondern stark nach Matjesbrot.

Bevor ich ihr das Büchlein band,

aß ich den Matjes aus der Hand.

Drum duften meine Nordseereime

exakt wie die von Heinrich Heime … nee: ne!

Aufschwung

Sieh die Zeichen an der Wand,

es boomt, es geht voran.

Dort, wo früher Schlecker stand,

steht in Kürze Rossmann.

Super wird’s, so richtig schick,

viel netter noch als nett,

Primark platt, dafür kommt Kik,

und zwar mit einem Outlet.

Neben Spieltreff eins und zwei

eröffnet bald der dritte.

Leute, zieht so schnell es geht

nach Gelsenkirchen-Mitte.

Tausend Umwege

»Mille viae ducunt hominem per saecula Iserlaunum«

Über dich spricht man relativ selten.

Bist bescheiden und machst dich nicht breit.

Du liegst nicht im Zentrum von Welten,

sondern nördlich von Lüdenscheid.

Auf dem Weg zu dir muss man oft wenden,

trotz Navi, trotz Google, trotz Falk.

Gelegenheit hat man in Menden,

in Dröschede, Frönsberg und Schalk,

in Stübbeken, Lössel, in Sümmern,

in Fröndenberg, Frönsberg und – ja,

liegt auch das Auto in Trümmern

im Graben von Burg Altena.

Dich zu suchen, zu finden, zu lieben,

ist des Reisenden tröstliche Fron.

Tausend Umwege, so steht’s geschrieben,

führen schließlich nach Iserlohn.

Halb drei

Ein nicht so fernes Rauschen,

die Brise wiegt die Äste.

Ein Himmel überm Blätterdach,

im Rücken Wiesenreste.

Im Süden ragt ein großer Zeh

in Richtung des Zenites.

Ein Täubchen zielt, lässt unter sich,

verfehlt mich knapp, dann flieht es.

Der Dusel duselt mich wohin,

die Brandung schüttelt Kiesel.

Li la lu Lavendelluft,

so pelzig zart, so Diesel.

So was? So wie? So lullaby.

So süßes Sommersausen.

Dienstag Nachmittag, halb drei:

Revierpark Oberhausen.

Ganz günstig

Ein Haus und daran angebaut

ein Haus und daran angebaut

ein Haus und daran angebaut

ein Hau … ach nee: Ein Carport.

Vier Meter Gras vorm linken Haus.

Vier Meter Kies vorm Mittelhaus.

Vier Meter Zaun vorm rechten Haus.

Im Carport ein Merce … nee: Ford.

Danach ein Haus und angebaut ein Haus

und daran angebaut ein Haus

und daran angebaut ein Hau … nee: ’ne Garage.

Vier Meter Zaun vorm linken Haus.

Vier Meter Kies vorm Mittelhaus.

Ein Preisschild vor dem rechten Haus:

»Ganz günstig, null Courtage!«

Ich zähl mein Geld und kauf das Haus,