Evaluation eines web-basierten Lernprogramms - Tobias Hagedorn - E-Book

Evaluation eines web-basierten Lernprogramms E-Book

Tobias Hagedorn

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Pädagogik - Medienpädagogik, Note: 1, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Erz.wiss), Sprache: Deutsch, Abstract: Im Rahmen des Projektes „Studienstart in Düsseldorf“ wurde ein internetbasiertes Lernprogramm zum Thema „Medieneinsatz im Hochschulunterricht“ fertiggestellt. Diesem Lernprogramm liegen eine Reihe sowohl mediendidaktische als auch programmiertechnische, Innovationen zu Grunde. Da es über den Einsatz dieser Neuerungen bisher wenig gesicherte Erkenntnisse gibt, bot es sich im Rahmen einer Evaluation an, deren Erfolg zu überprüfen. Mit dieser Arbeit wird zum einen das Lernprogramm evaluiert, zum anderen wird aber auch mit einer recht neuen Form der Onlinebefragung experimentiert. Es werden grundlegende Konzepte des E-Learnings erläutert. Die Besonderheiten der Datenerhebung im Internet werden dargestellt: Zum einen werden die Vorteile dieses Mediums in Hinblick auf Datenerhebung besprochen, zum anderen wird aber auch auf eine Reihe Einschränkungen eingegangen, die diese Form der Datenerhebung mit sich bringt. Es wird ausführlich die Entwicklung und das Bedienkonzept des elektronischen Fragebogens besprochen, auch die technische Realisierung wird erläutert.

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Veröffentlichungsjahr: 2003

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 E-Learning
2.1 Die Plattform für modernes E-Learning - Das Internet
2.2 Computer Based Training
2.3 Web Based Training.
2.4 Lernumgebungen.
3 Online Datenerhebung
3.1 Die Vorteile liegen auf der Hand.
3.2 Gültige Online-Stichproben?
3.3 Motivation zur Teilnahme
3.4 Technische Hürden.
4.1 MeHU kurz vorgestellt
4.2 Anvisierte Nutzergruppe
4.3 Didaktisches Konzept.
4.4 Programmiertechnisches Konzept
5 Die Untersuchung
5.1 Fragestellung und Ziel der Untersuchung
5.2 Hypothesen
5.3 Generierung der Stichprobe.
5.3.1 Auswahl der Probanden
5.4 Bedienkonzept der Evaluation.
5.5 Entwicklung des Fragebogens.
5.5.1 Erläuterung der Items
5.5.2 Aufbau des Fragebogens
5.5.3 Entwicklung der Skala.
5.6 Technische Realisierung.
6 Deskriptive Ergebnisse der Datenerhebung
6.1 Allgemeine Daten.
6.1.1 Demografische Daten.
6.1.2 Computererfahrung der Nutzer
6.1.3 Interneterfahrung der Nutzer
6.1.4 Ausstattung der Systeme
6.1.5 Potentielle Nutzer
Zeitaufwand für die Bewertung
6.2 Bewertung von MeHU
6.2.1 Inhalt
6.2.2 Navigation
6.2.3 Gestaltung
6.2.4 Animation
6.2.5 Lernerfolg.
6.2.6 Ausgesuchte Kommentare
7 Induktive Auswertung der Daten
7.1 Überprüfung der Unterschiedshypothesen
7.1.1 Überprüfung der 1. Hypothese
7.1.2 Überprüfung der 2. Hypothese
7.1.3 Überprüfung der 3. Hypothese
7.1.4 Überprüfung der Zusatzhypothese
7.2 Überprüfung der Zusammenhangshypothesen
7.2.1 Überprüfung der 4. Hypothese
7.2.2 Überprüfung der 5. Hypothese
7.2.3 Interessante Zusammenhänge zwischen den Variablen
8 Resümee und Interpretation der Ergebnisse
8.1 Nutzung von MeHU
8.2 Kenntnisse der Teilnehmer.
8.3 Die Systeme der Nutzer.
9 Empfehlungen für die Weiterentwicklung von MeHU
9.1 Kurzfristige Verbesserungen
9.2 Langfristige Verbesserungen.
9.3 Optionale Verbesserungen
Anhang A: Abkürzungen und Fachbegriffe.
Anhang B: Literaturverzeichnis.

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1 Einleitung

Im Rahmen des Projektes „Studienstart in Düsseldorf“ wurde Anfang 2001 ein internetbasiertes Lernprogramm zum Thema „Medieneinsatz im Hochschulunterricht“ fertiggestellt. Diesem Lernprogramm liegen eine Reihe sowohl mediendidaktische als auch programmiertechnische, Innovationen zu Grunde. Da es über den Einsatz dieser Neuerungen bisher wenig gesicherte Erkenntnisse gibt, bot es sich im Rahmen einer Evaluation an, deren Erfolg zu überprüfen.

Da auch die technischen Aspekte dieser Problematik beleuchtet werden, bleibt es nicht aus, dass eine Reihe Abkürzungen, Fachbegriffe und Anglizismen verwendet werden. Zur Erläuterung gibt es im Anhang ein Abkürzungs- und Fachbegriffverzeichnis, das zwar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber doch eine Hilfe darstellen soll.

Um den Lesefluss nicht unnötig zu erschweren, wird auf die Nennung einer zusätzlichen weiblichen Form bei Verwendung des männlichen Genus verzichtet, natürlich sind auch Nutzerinnen, Teilnehmerinnen, usw. gemeint, wenn von Nutzern und Teilnehmer gesprochen wird.

Mit dieser Arbeit wird zum einen das Lernprogramm „Medieneinsatz im Hochschulunterricht“ evaluiert, zum anderen wird aber auch mit einer recht neuen Form der Onlinebefragung experimentiert. Die eingesetzte Technik ist recht neu und es gibt wenig gesicherte Erkenntnisse über diese Art der Datenerhebung. Einige der über diese Form der Datenerhebung getroffenen Aussagen bedürfen sicher noch weiterer Überprüfung.

Um ein aktuelles Bild der augenblicklichen Diskussion zu geben, werden neben den konventionellen Literaturangaben eine Reihe von Internetseiten angegeben. Dies geschieht zur besseren Lesbarkeit am Ende der Arbeit; die genannten Quellen werden im Text durch eine römische Nummer kenntlich gemacht.

Zu Beginn werden in Kapitel 2 grundlegende Konzepte des E-Learnings erläutert und es wird ein Überblick über verschiedene Anwendungsbereiche von E-Learning gegeben. Dieses Kapitel ist vor allem für den Leser gedacht, der noch keine genaue Vorstellung von Lernen am Computer mitbringt.

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Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Besonderheiten der Datenerhebung im Internet. Zum einen werden die Vorteile dieses Mediums in Hinblick auf Datenerhebung besprochen, zum anderen wird aber auch auf eine Reihe Einschränkungen eingegangen, die diese Form der Datenerhebung mit sich bringt. Außerdem werden auch technische Hürden der Datenerhebung im Internet besprochen.

In Kapitel 4 wird das Programm „Medieneinsatz im Hochschulunterricht“ (kurz: „MeHU“) vorgestellt. Die anvisierte Nutzergruppe wird genannt. Außerdem wird sowohl das didaktisch als auch das programmiertechnische Konzept erläutert. Die eigentliche Untersuchung wird in Kapitel 5 zu Papier gebracht. Die Fragestellung und das Ziel der Untersuchung werden erläutert und einige Hypothesen formuliert. Es wird ausführlich die Entwicklung und das Bedienkonzept des elektronischen Fragebogens besprochen, auch die technische Realisierung wird erläutert. In Kapitel 6 werden die Ergebnisse der Datenerhebung sehr ausführlich dargestellt. Es wird ein kompletter Überblick, sowohl über die Zusammensetzung der Nutzer, als auch über die Bewertung von MeHU gegeben.

Diese Daten werden dann in Kapitel 7 ausgewertet. Dies geschieht zum einen hinsichtlich der aufgestellten Hypothesen, zum anderen werden aber auch interessante Fragen, die durch die Ergebnisse der Datenerhebung aufgeworfen wurden, untersucht. In Kapitel 8 werden die gewonnenen Erkenntnisse interpretiert. Diese Interpretation ist zwar durch die Sicht eines Entwicklers von MeHU geprägt, es wurde aber versucht, möglichst objektiv zu interpretieren. Sicher bringt dies auch den Vorteil, dass bezüglich des Programms mit besserem Hintergrundwissen geschlussfolgert werden kann. Ist im Text von „wir“ die Rede, ist damit das Entwicklerteam von MeHU gemeint. Kapitel 9 soll eine Empfehlung für die Weiterentwicklung von MeHU geben. Die gewonnen Erkenntnisse werden hier zu konkreten Vorschlägen ausformuliert. Diese Liste kann als Checkliste bei einer Überarbeitung zu Grunde gelegt werden.

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2 E-Learning

In eine beliebte Suchmaschine eingegeben, erhält man im deutschsprachigen Web über 20.000 Treffer für den Begriff E-Learning, weltweit sind es weit mehr als 500.000 Treffer. Im Gegensatz hierzu findet man in den Bibliotheken nur eine Handvoll relevanter Literatur - ein Thema also, das recht jung und noch stark in Bewegung ist. Zwar gibt es schon seit den ersten Heim-Computern die Bestrebung, diese als Lernmedium zu nutzen, aber erst in letzter Zeit konnten durch das Internet sogenannte Lernumgebungen entwickelt werden. Der Begriff des E-Learning ist neu und eine allgemeingültige Definition nicht zu finden, daher werde ich im Folgenden versuchen, einen Überblick über mögliche Lernszenarien am Computer zu geben.

Unbestritten ist jedenfalls, dass E-Learning eines der Wachstumssegmente der Zukunft ist. In Zeiten des „Lebenslangen Lernens“ ist es nötig, dies über schnelle und effektive Wege zu tun. So hat z.B. Microsoft ca. 1 Mrd. U$ für E-Learning vorgesehen (Global-learning.de)i. Auch die Zahl der E-Learning Anbieter steigt rasant an, so sind im Novemberheft 2001iider Stiftung Warentest die online Angebote von 45 E-Learning Firmen untersucht worden. Allerdings wird der Durchbruch in Deutschland laut einer Studieiiivon Mummert + Partner (mummert.de) erst 2004-2006 zu erwarten sein. Zur Zeit wird nur verhalten in diesen Bereich investiert.

Ein großes Problem ist die „Kostenlos-Mentalität“ im Internet, kaum jemand ist bereit für angebotene Leistungen zu bezahlen. Aber auch die Qualität der Anbieter für Onlinelernen unterscheidet sich stark, oftmals wird vorab kein tieferer Einblick in das Kursmaterial gewährt. Manchmal wird noch nicht einmal eine ausführliche Beschreibung des Kurses angeboten, so surfen viele potentielle Nutzer weiter. Zudem werden oft hohe Kursgebühren für dürftige Angebote kassiert, was nicht gerade zur Verbreitung dieser Lernform beiträgt (vgl. Stiftung Warentest).

2.1 Die Plattform für modernes E-Learning - Das Internet

Das Internet war ursprünglich ein Projekt des amerikanischen Verteidigungsministeri- ums. Auch im Falle eines atomaren Angriffs sollte eine Kommunikation zwischen

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militärischen Stellen möglich sein. Das Internet startete im September 1969 als Netz von vier Rechnern, die über Telefonleitung miteinander verbunden waren. Die Besonderheit des Internets: Die Computer tauschten Informationen über ein spezielles Internet Protokoll aus. Die Daten wurden ohne steuernde Zentrale übertragen. Sie suchten, in handliche Pakete verpackt, selbst ihren Weg zum Ziel. Am Zielort wurden die Daten wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt. Bald danach, schon Anfang der 70er Jahre, öffnete sich das Internet für Universitäten und Forschungseinrichtungen. Dort wurde es, von der Öffentlichkeit unbeachtet, rege genutzt.

Am Europäischen Forschungszentrum für Kernphysik (CERN) in Genf wurde das World Wide Web bis 1993 entwickelt. Es ist eine intuitiv zu bedienende Oberfläche des spröden Internets und hat ihm wegen seiner Vielseitigkeit zum weltweiten Durchbruch verholfen.

Die einfache Handhabung und die Möglichkeit, beliebige Informationen bereitzustellen, machen das Internet auch für den nicht-wissenschaftlichen Bereich interessant. Über das Netz lassen sich Texte und Grafiken, aber auch Töne und bewegte Bilder übertragen. In den letzten Jahren entdecken deshalb zunehmend Firmen und Privatleute die Vorteile der weltweiten Kommunikation und Information über das Internet. Niemand hat die Kontrolle über das Internet, denn es ist international und dezentral organisiert; es fasst eine Vielzahl von Netzen zusammen. Anders als in einem lokalen Netzwerk stehen die Rechner nicht ständig, sondern nur bei Bedarf - "virtuell" - in Verbindung.

Mittlerweile wurde das World Wide Web um eigene Fähigkeiten erweitert. Die ARD-Tagesschau macht ihre Textmeldungen, aber auch Berichte mit Bild und Ton verfügbar. Das Internet wird multimediafähig. Der Benutzer benötigt lediglich ein Programm (einen Client), das die vom Server empfangenen Dateien darstellt, den Browser. Plug-Ins, spezielle Programmmodule, helfen dem Browser auch Multimediadaten zu verarbeiten, die nicht direkt implementiert sind. Zwar gibt es, wie im Folgenden dargestellt, auch elektronische Lernformen, die nicht notwendigerweise auf das Internet angewiesen sind, allerdings wird auch hier reger Gebrauch des Netzes gemacht. So können z.B. Updates eines Offlinekurses per

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Internet eingespielt werden, oder etwa zusätzliche aktuelle Informationen aufgerufen werden.

2.2 Computer Based Training

Die klassische Form des Lernens am Computer. Schon zu Zeiten von textbasierten Betriebssystemen konnten einfache Lernprogramme eingesetzt werden. Diesen ersten sogenannten „Drill and Practice“ Programmen liegt eine eher behavioristische Lernthe-orie zugrunde, das Auswendiglernen steht hier im Vordergrund. Heutzutage, nicht zuletzt durch die wachsenden technischen Möglichkeiten gefördert, werden Lernprogramme eher nach konstruktivistischen Lerntheorien entwickelt, das aktive Handeln und selbstgesteuerte Lernen stehen im Vordergrund. Moderne Lernprogramme lassen nicht nur den Weg des Lernens offen, sondern bieten optimalerweise auch eine Auswahl aus einer Reihe Medien, die individuell abgerufen und verknüpft werden können. So kann der Computer durch intelligente Programmierung flexibel auf Lerngeschwindigkeit und Lerntyp eingehen. Das Optimum sind sogenannte adaptive Lernsysteme, die sich auf den Nutzer individuell einstellen, das Programm merkt quasi, was der Nutzer möchte (vgl. Klein, B. incops.de/bdu/)iv. Hierbei können die Einstellungen entweder vom Nutzer selber vorgenommen werden, oder intelligente Systeme „lernen“ quasi vom Verhalten des Benutzers und bieten ihm z.B. bevorzugte Medien priorisiert an.

Durch die Möglichkeiten der modernen Softwaretechnik kann man fast alle Inhalte auch per CBT vermitteln, wobei dies meist auf einem theoretischen Niveau passiert. Insbesondere Fingerfertigkeiten oder sogenannte „soft skills“ lassen sich nur sehr eingeschränkt über einen Computer vermitteln, aber auch hier gibt es Software, die z.B. Verkaufstrainings ersetzen soll.

Sehr gut eignet sich die Methode der Simulation zum Erlernen solcher Fähigkeiten, die in der Realität nur mit hohem Risiko und kostspieligem Materialaufwand zu vermitteln sind. Das beste Beispiel hierfür sind Flugsimulatoren, die heutzutage mit frappierender Realitätsnähe den Flug mit jeder Art von Flugzeugen simulieren können. Ebenso beliebt sind Planspiele oder Szenariosimulationen, bei denen ein Verständnis für kom- plexe Wirkzusammenhänge entwickelt werden kann.

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2.3 Web Based Training

WBTs unterscheiden sich nur geringfügig von CBTs, allerdings sind unterschiedliche Rahmenbedingungen zu beachten. Da die heutigen Netze meist nicht die Übertragungskapazität eines Mediums wie CD-ROM haben, ist der Einsatz von Multimedia, insbesondere Video und Ton, eingeschränkt. Dies wird sich in Zukunft durch immer höhere Übertragungsraten der Kommunikationsnetze ändern.

Die Vorteile eines WBTs liegen auf der Hand. Zum Einen die leichte Aktualisierbarkeit des Inhalts, bzw. die Möglichkeit Fehler schnell zu verbessern. So eignen sich WBT gut dazu, Inhalte, die schnell bereitgestellt werden müssen, zu verbreiten. Zum Anderen hat man die Möglichkeit, die Lernenden mehr einzubinden, man kann mit ihnen leicht in Kommunikation treten, z.B. individuelle Lernpläne erstellen oder Feedback einholen.

Zur Zeit findet man aber nur wenige WBTs, die wirklich gut realisiert sind, oft findet man HTML basierte Hypertextbücher, die zwar mehr als ein Buch bieten, aber von wirklicher Interaktivität weit entfernt sind. In Zukunft kann man aber damit rechnen, dass sich durch neue Softwaretechniken hier einiges verbessern wird, die Evaluation von MeHU wird zeigen, ob dessen Konzept ein Schritt in die richtige Richtung ist.

2.4 Lernumgebungen

Mit einer Lernumgebung hat man die Möglichkeit, ein “klassisches” Präsenzseminar virtuell abzubilden. Nicht nur der Lernstoff wird wie beim WBT über ein Netz verteilt, sondern darüber hinaus werden die Lernenden in ein komplexes System eingebunden. Die Auswahl der Lerneinheiten kann vom System vorgenommen werden, evtl. von einem Tutor kontrolliert. Ein Tutor betreut einzelne Lerngruppen, er erweitert die Palette der WBTs um interaktive Live-Lerneinheiten, die per Videokonferenz realisiert werden. Die Teilnehmer haben hier die Möglichkeit sich wie in einem realen Klassenraum in den Unterricht zu integrieren.

Darüber hinaus bietet eine Lernumgebung vielfältige Kommunikationsmöglichkei- ten für Teilnehmer untereinander, aber auch mit dem Tutor durch E-Mail Verteiler,

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Chaträume, Diskussionsforen und Nachrichtenseiten. Idealerweise ist es auch möglich innerhalb der Lernmaterialien Notizen „anzuheften“ oder Diskussionen zu beginnen. Neben den erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten lebt eine Lernumgebung vor allem vom Tutor, der in den individuellen Lernverlauf steuernd eingreifen kann. Zwar kann auch die Auswahl der Lerneinheiten vom System gesteuert werden, aber gerade bei Problemfällen ist ein Mensch „aus Fleisch und Blut“ doch eher geeignet, einen kompetenten und emphatischen Rat zu erteilen. Idealerweise wird der Tutor automatisch vom System informiert, sobald bei einem Teilnehmer Probleme auftauchen. Im Gegensatz zum WBT sind die Lernenden hier nicht auf sich gestellt, sondern können bei Problemen Hilfe erwarten. Verbunden mit der erhöhten Kommunikation ist aber auch ein gewisser Gruppendruck. Da die Lernenden nicht auf sich alleine gestellt einzelne Übungen bearbeiten, müssen sie sich natürlich auch mit ihren Mitlernern vergleichen. Gerade in Zeiten von Motivationstiefs kann dies helfen, die Kontinuität zu wahren und nicht mit dem Lernprogramm abzubrechen.

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3 Online Datenerhebung

Was liegt für den modernen Wissenschaftler näher, als seine Untersuchungen im Internet durchzuführen? Leichte Umsetzung (sofern man die Technik beherrscht), schnelle Antwortzeiten, geringe Kosten, Millionen erreichbare Menschen. Diese scheinbaren Vorteile sind aber bei genauerer Betrachtung nicht uneingeschränkt gültig. Gerade die eingeschränkte Verbreitung und die immer noch weit verbreitete Ablehnung gegenüber dem Medium Internet sind nicht außer Acht zu lassen (vgl. Bandilla, 1999, S. 9ff.).

3.1 Die Vorteile liegen auf der Hand

Der Aufwand des Experimentierens verringert sich im Web drastisch, bzw. die Kosten-Nutzenrechnung wird mit steigender Dauer und Größe der Untersuchung immer günstiger. Zwar ist ein nicht unbeträchtlicher Aufwand zu treiben, um ein Experiment für das Web zu entwickeln, ist dies aber einmal geschehen, läuft es weitgehend autonom ab, es fallen keine weiteren Kosten für Personal, Räume oder sonstige Aufwendungen (vgl. Reips, 2000, S26) an.