Evaluation von Netzwerken - Jan-Henrik Koßmann - E-Book

Evaluation von Netzwerken E-Book

Jan-Henrik Koßmann

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Beschreibung

Masterarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich BWL - Sonstiges, Note: 1,0, Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg (Professur für Betriebswirtschaftslehre insb. Organisationstheorie), Sprache: Deutsch, Abstract: Ziel dieser Arbeit ist die Durchführung einer Netzwerkevaluation am Beispiel eines Informations- und Normenanwendernetzwerkes. Ausgangsbasis hierfür ist eine vorherige Literaturanalyse in diesem Themenkomplex. Hierbei werden ausgewählte und bisher in der Literatur besprochene Aspekte zur Evaluation von Netzwerken systematisch zusammengefasst. Darauf aufbauend sollen die aus der Literaturanalyse gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen dieser Arbeit konzeptionell angewendet werden. Entsprechend kann das Ziel dieser Arbeit in zwei wesentliche Kernbereiche aufgeteilt werden: 1. Darstellung des aktuellen Standes der wissenschaftlichen Diskussion zum Themenkomplex Netzwerkevaluation 2. Darstellung und Durchführung einer empirischen Netzwerkevaluation auf der Basis von aus der Literatur abgeleiteten Erkenntnissen Aus der zuvor dargestellten Zielsetzung leitet sich für diese Arbeit folgendes vierstufiges Vorgehen ab: In einem ersten Schritt werden zunächst die konzeptionellen Grundlagen für eine Evaluation von Netzwerken beschrieben. Somit entspricht dieser Teil der Arbeit der in der Zielsetzung beschriebenen Literaturanalyse. Neben der Erläuterung, der für diese Arbeit wichtigen Begriffsbestimmungen, werden wesentliche Bereiche aus dem Themenkomplex der Netzwerkevaluation wiedergegeben, beschrieben und teilweise systematisiert. In einem zweiten Schritt wird der Zusammenhang zwischen den Themenkomplexen Normung und Netzwerke hergestellt. Dieser Schritt ist eine wichtige Vorarbeit für das Verständnis der späteren Netzwerkevaluation. Entsprechend werden normungsspezifische Begrifflichkeiten erläutert sowie das wesentliche Umfeld, indem der Evaluationsgegenstand eingebettet ist, dargestellt. Der dritte Schritt bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit. In diesem werden die aus der Literaturanalyse gewonnenen Erkenntnisse auf den zu evaluierenden Gegenstand operationalisiert. Darüber hinaus wird auf die Konzeption der Untersuchung sowie der sich daraus abgeleiteten Erhebungsinstrumente eingegangen. Die sich aus diesen Erhebungsinstrumenten ergebenen Untersuchungsergebnisse werden anschließend dargestellt und bewertet. Für die Evaluation des Evaluationsgegenstandes besonders positive oder problematische Handlungsfelder werden nachfolgend detaillierter betrachtet. In einem vierten Schritt werden die zentralen Ergebnisse dieser Arbeit abschließend zusammengefasst und ein Ausblick auf weiteres Forschungspotential gegeben.

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Veröffentlichungsjahr: 2011

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Inhaltsverzeichnis
Evaluation von Netzwerken
1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2. Zielsetzung
1.3. Konzept der Arbeit
2. Konzeptionelle Grundlagen zur Evaluation von Netzwerken
2.1. Begriffsbestimmungen und Verständnisgrundlagen
2.2. Evaluation von Netzwerken
3. Normung und Netzwerke
3.1. Definition normungsspezifischer Begrifflichkeiten
3.2. Normung und Normenanwendung in Deutschland

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Evaluation von Netzwerken

3.3. Netzwerknutzen für die Normenanwender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

4. Durchführung einer Netzwerkevaluation am Beispiel des Normenanwendernetzwerkes der ANP-Regionalgruppe Hamburg 52

4.1. Konzeptionelle Basis der Untersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 4.1.1. Zugrundegelegter Evaluationsansatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 4.1.2. Merkmalsdimensionen und Strukturmodell nach Neugebauer/Beywl in der Erweiterung nach Schmidt/Koßmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 4.1.3. Bewertungskriterien zur Erfolgsbestimmung . . . . . . . . . . . . . . . . 58 4.2. Konzeption der Untersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 4.2.1. Beschreibung des Evaluationsgegenstandes - Die ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 4.2.2. Beschreibung der weiteren Einflussfaktoren auf die Evaluation der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 4.2.3. Ziel der Untersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 4.2.4. Gang der Untersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 4.2.5. Erhebungsinstrumente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 4.2.6. Grundgesamtheit und Auswahlverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 4.3. Erhebungsergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 4.3.1. Grad der Aufgabenerfüllung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 4.3.2. Priorisierung der Merkmalsdimensionen der ANP-Regionalgruppe Hamburg 71 4.3.3. Merkmalsdimensionen der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . . . 73 4.3.3.1. Komplementarität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 4.3.3.2. Gemeinsame Vorstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 4.3.3.3. Koordination . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 4.3.3.4. Kommunikation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 4.3.3.5. Nutzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 4.3.3.6. Nachhaltigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 4.3.3.7. Kosten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122 4.3.3.8. Vertrauen und Gegenseitigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 4.3.4. Bewertung der Erhebungsergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 4.4. Besondere Handlungsfelder und Handlungsempfehlungen . . . . . . . . . . . . . . 136 4.4.1. Kommunikation: Digitales Forum für den gegenseitigen Informationsaustausch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 4.4.2. Nutzen: Steigerung des Nutzens der Netzwerkkontakte . . . . . . . . . . . 140 4.4.3. Nachhaltigkeit: Steigerung der Mitgliederzahl der ANP-Regionalgruppe Hamburg durch verstärkte Werbemaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . 142 4.5. Entwicklungspotential der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . . . . . . . 145 4.6. Kritische Reflexion des Evaluationsvorgehens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147

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Evaluation von Netzwerken

5. Schlussbetrachtung 149

5.1. Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 5.1.1. Zusammenfassung der theoretischen und konzeptionellen Ergebnisse . . . 149 5.1.2. Zusammenfassung der praktischen Evaluationsergebnisse . . . . . . . . . 151 5.2. Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153

A. Anhang IX

A.1. Fragebogen zur Evaluation der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . . . . . IX A.2. Interviewleitfaden zur Evaluation der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . XVII A.3. Grundauswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XXII A.3.1. Standardisierter Fragebogen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XXIII A.3.1.1. Teil 1 - Statistische Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XXIV A.3.1.2. Teil 2 - Aufgabenerfüllung der ANP-Regionalgruppe Hamburg . XXVII A.3.1.3. Teil 3 - Merkmale der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . XXX A.3.2. Prioritätenanalyse der Merkmalsdimensionen . . . . . . . . . . . . . . . . XLII A.4. Interviews . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XLIV A.5. Übersicht über weitere Methoden der Netzwerkevaluation . . . . . . . . . . . . . . CXXI

Literaturverzeichnis CXXIV

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Abbildungsverzeichnis

1. Einflussfaktoren („Dimensionen der Netzwerkevaluation“) nach Teller et al. . . . . 18 2. Einflussfaktoren („Potentielle Komponenten eines Evaluationsverfahrens“) nach Sydow/Goebel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 3. Beispiel einer Präferenzmatrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 4. Beispiel zur Darstellung des Verhältnisses von möglichem Nutzen und Risiken einer Netzwerkteilnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 5. Beispiel zur Auswertung einer Nutzen-Risiko-Analyse . . . . . . . . . . . . . . . 34 6. Organisationsplan des DIN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 7. Finanzierung des DIN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 8. Organisationsplan des ANP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 9. Interaktion zwischen dem DIN und dem ANP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 10. Kombinierter Evaluationsansatz nach Schmidt/Koßmann auf Basis der Klassifikation nach Fitzpatrick et al. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 11. Merkmalsdimensionen und Strukturmodell nach Neugebauer/Beywl in der Erweiterung nach Schmidt/Koßmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 12. Branchen in der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 13. Grad der Aufgabenerfüllung in der ANP-Regionalgruppe Hamburg . . . . . . . . . 69 14. Prioritätenanalyse der Merkmalsdimensionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 15. Merkmalsdimension „Komplementarität“ - Auswertung Item 1 . . . . . . . . . . . 76 16. Merkmalsdimension „Gemeinsame Vorstellungen“ - Auswertung Item 1 . . . . . . 80 17. Merkmalsdimension „Gemeinsame Vorstellungen“ - Auswertung Item 4 . . . . . . 80 18. Merkmalsdimension „Gemeinsame Vorstellungen“ - Auswertung Item 3 . . . . . . 81 19. Merkmalsdimension „Gemeinsame Vorstellungen“ - Auswertung Item 2 . . . . . . 82 20. Itemmittelwerte über die Merkmalsdimension „Koordination“ . . . . . . . . . . . 84 21. Merkmalsdimension „Koordination“ - Auswertung Item 3 . . . . . . . . . . . . . 86 22. Merkmalsdimension „Koordination“ - Auswertung Item 5 . . . . . . . . . . . . . 87 23. Merkmalsdimension „Koordination“ - Auswertung Item 6 . . . . . . . . . . . . . 87 24. Merkmalsdimension „Kommunikation“ - Auswertung Item 10 . . . . . . . . . . . 89 25. Merkmalsdimension „Kommunikation“ - Auswertung Item 6 . . . . . . . . . . . . 90 26. Merkmalsdimension „Kommunikation“ - Auswertung Item 2 . . . . . . . . . . . . 91 27. Merkmalsdimension „Kommunikation“ - Auswertung Item 7 . . . . . . . . . . . . 92 28. Merkmalsdimension „Kommunikation“ - Auswertung Item 1 . . . . . . . . . . . . 92 29. Merkmalsdimension „Kommunikation“ - Auswertung Item 3 . . . . . . . . . . . . 93 30. Merkmalsdimension „Kommunikation“ - Auswertung Item 9 . . . . . . . . . . . . 94 31. Merkmalsdimension „Nutzen“ - Auswertung Item 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . 102 32. Merkmalsdimension „Nutzen“ - Auswertung Item 5 . . . . . . . . . . . . . . . . . 102 33. Merkmalsdimension „Nutzen“ - Auswertung Item 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . 104 34. Merkmalsdimension „Nutzen“ - Auswertung Item 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . 106

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Evaluation von Netzwerken

35. Itemmittelwerte über die Merkmalsdimension „Nutzen“ - Wettbewerbsvorteile . . 108 36. Merkmalsdimension „Nachhaltigkeit“ - Auswertung Item 2 . . . . . . . . . . . . . 113 37. Merkmalsdimension „Nachhaltigkeit“ - Auswertung Item 1 . . . . . . . . . . . . . 114 38. Merkmalsdimension „Nachhaltigkeit“ - Auswertung Item 3 . . . . . . . . . . . . . 115 39. Merkmalsdimension „Nachhaltigkeit“ - Auswertung Item 5 . . . . . . . . . . . . . 115 40. Merkmalsdimension „Nachhaltigkeit“ - Auswertung Item 4 . . . . . . . . . . . . . 118 41. Merkmalsdimension „Nachhaltigkeit“ - Auswertung Item 7 . . . . . . . . . . . . . 118 42. Itemmittelwerte über die Merkmalsdimension „Kosten“ . . . . . . . . . . . . . . . 123 43. Merkmalsdimension „Kosten“ - Auswertung Item 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . 124 44. Merkmalsdimension „Kosten“ - Auswertung Item 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . 125 45. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 1 . . . . 128 46. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 2 . . . . 128 47. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 3 . . . . 129 48. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 10 . . . . 129 49. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 6 . . . . 130 50. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 8 . . . . 131 51. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 9 . . . . 132 52. Merkmalsdimension „Vertrauen und Gegenseitigkeit“ - Auswertung Item 7 . . . . 132

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Evaluation von Netzwerken

Tabellenverzeichnis

1. Auswahl möglicher Evaluationsdefinitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 2. Typisierungsmöglichkeiten interorganisationaler Netzwerke . . . . . . . . . . . . . 9 3. Blickwinkel auf den Begriff der Netzwerkevaluation . . . . . . . . . . . . . . . . 14 4. Vor- und Nachteile der internen und externen Evaluationsdurchführung . . . . . . . 25

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Evaluation von Netzwerken

Abkürzungsverzeichnis

ACANOR Association francaise pour la Connaissance et l’Application des Normes ANP Ausschuss Normenpraxis ANP-IE ANP-Sonderausschuss für internationale und europäische Normung BSS British Standards Society CAD Computer Aided Design CE Communauté Européenne

CEN CENELEC

Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung CEval Centrum für Evaluation DIN Deutsches Institut für Normung e.V. DS Danish Standard DVS Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. EDV Elektronische Datenverarbeitung EN Europäische Norm ERP Enterprise Resource Planning ESNA Economy & Standards Network Austria EU Europäische Union GdT Gemeinschaftsausschuss der Technik HDW Howaldtswerke Deutsche Werft GmbH IEC International Electrotechnical Commission/ Internationale Elektrotechnische Kommission IFAN Internationale Föderation der Normenanwender IHK Industrie- und Handelskammer ILI Infonorme London Information ILIAS Integriertes Lern-, Informations-, Arbeits- und Kooperationssystem InBroNet Insurance Broker Network INMAS Institut für Normenmanagement Manfred Skiebe ISO International Organization for Standardization IT Informationstechnologie KNP Konferenz Normenpraxis NADI Normenausschuss der deutschen Industrie PDF Portable Document Format PDM Produktdatenmanagement REACH Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals Rn. Randnummer SAP Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung TKMS ThyssenKrupp Marine Systems

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Evaluation von Netzwerken

TÜV Technischer Überwachungs-Verein VDA Verband der Automobilindustrie VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. VDI Verein Deutscher Ingenieure VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VSM Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V.

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Evaluation von Netzwerken

1. Einleitung

1.1. Einführung1

„The issue of network evaluation is, in many respects, more complicated than it seems.“Sydow/Milward 2003, S. 3

Wie misst man den Erfolg von Netzwerken? Diese auf den ersten Blick als relativ harmlos daherkommende Frage beschäftigt die Netzwerkforschung schon seit einiger Zeit sehr intensiv (vgl. Sydow 2008, S. 55 f.). Denn wie misst man den Erfolg, innerhalb eines Zusammenschlusses, von mehreren verschiedenen Akteuren? Was bedeutet in diesem Zusammenhang überhaupt Erfolg? Definiert denn nicht jeder Akteur, nach seinen eigenen Interessen und Zielsetzungen - individuell - was Erfolg, innerhalb eines Netzwerkes, für ihn bedeutet? Beziehungsweise warum sollte der Erfolg nicht vielmehr am Output/Outcome des Zusammenschlusses gemessen werden? Mit den vorhandenen Methoden und Instrumenten der betriebswirtschaftlichen Erfolgsmessung und -bewertung2lassen sich diese Fragen nicht mehr hinreichend beantworten. Der Grund dafür liegt zum einen im Gegenstandsbereich der Instrumente, die sich nicht, oder nur sehr schwierig, auf die Ebene von Netzwerken übertragen lassen (vgl. Aulinger 2008, S. 8). Zum anderen vermögen es klassische Methoden und Instrumente aber auch nicht, die für Netzwerke spezifischen Erfolgsfak-toren3angemessen zu berücksichtigen.

Die bisher fehlende Anpassung vorhandener Instrumente, bzw. deren Neuentwicklung zur Erfolgsmessung in Netzwerken, wäre vermutlich gegenstandslos, könnte man davon ausgehen, dass es sich bei der Bildung von Netzwerken um einen kurzzeitigen Trend handeln würde. Dies scheint jedoch so nicht zu sein, da bis zum heutigen Tage - aus den unterschiedlichsten Gründen - eine zunehmende Verbreitung von Netzwerken zu beobachten ist (vgl. Sydow/Duschek 2011, S. 12, 44).4Aus diesem Faktum ergibt sich ein Spannungsfeld, respektive eine Forschungslücke, welches in den letzten Jahren auch von der Netzwerkforschung erkannt wurde (vgl. Sydow 2008, S. 55 f.). Dieses liegt vor allem im Bedeutungs- und Interessenzuwachs der Koordinationsform Netzwerk, unter dem gleichzeitigen Mangel an geeigneten Verfahren zur Evaluation dieser, begründet.

Dass eine Evaluation bzw. Erfolgsmessung von Netzwerken keinen Selbstzweck darstellen sollte, beweist das relativ hohe Niveau an festzustellenden Netzwerkversagen (vgl. Sydow 2008, S. 55). In diesem Zusammenhang stellt die fehlende Bereitschaft oder Fähigkeit zur Netzwerkevaluation nur einen kleinen Bereich an möglichen Gründen für ein Versagen dar, der allerdings nicht zu unterschätzen ist. Viele der möglichen Ursachen für misslungene Netzwerkaktivitäten können im

1Vgl. Schmidt/Koßmann (2011), S. 1 f..

2Bspw. den Instrumenten aus den Disziplinen des Strategischen Managements, dem Controlling oder der Organisati-onsforschung.

3Z.B. Vertrauen, Transparenz, Reziprozität etc..

4Siehe bereits Sydow ((1992), S. V): „Die vertikal integrierte Großunternehmung wird substituiert durch einen Trend zum effizienten und flexiblen Netzwerk horizontal und vertikal verbundener Unternehmungen.“

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Evaluation von Netzwerken

Rahmen einer Evaluation mit untersucht werden. Hierdurch lassen sich Lernprozesse im Netzwerk initiieren, die eine Möglichkeit zur Verbesserung des Netzwerkes darstellen können.

Netzwerkevaluationen können grundsätzlich für alle Typen von Netzwerken durchgeführt werden. Ein Netzwerktypus, der allerdings in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen hat, ist der des Informationsnetzwerks. Bestimmte noch vor gut 50 Jahren der Handel mit materiellen Gütern den Erfolg eines Unternehmens auf seinem jeweiligen Markt, so tritt an diese Stelle heutzutage vermehrt auch der Zugang und das Auffinden von Informationen sowie deren effiziente Verarbeitung (vgl. Lemberger 2008, S. 20). Verantwortlich für den erhöhten Bedarf und das gestiegene Volumen an Informationen sowie ihre verstärkte strategische Bedeutung sind im Allgemeinen die zunehmende Dynamik und Komplexität der Umwelt. Diese Rahmenbedingungen führen zu immer komplexeren Produkten und Produktionsprozessen sowie zur stetigen Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien (vgl. Erichson/Hamann 2005, S. 339). Insbesondere in diesen Bereichen spielen Normen und Normung eine wesentliche Rolle, nehmen diese doch maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung von Produkten und Prozessen sowie deren spätere Anwendung. Als Resultat sind jedoch nicht nur Unternehmen oder allgemeiner formuliert Organisationen hiervon betroffen, sondern auch deren Kunden und somit letztendlich ein jeder von uns (vgl. Thierbach 2007, S. 40). Im Vergleich zu den Kunden erfordert allerdings die Erarbeitung und Anwendung von Normen, für die Organisationen, „heute mehr denn je einen erheblichen finanziellen und ideellen Einsatz“ (Thierbach 2007, S. 40). Insbesondere durch die immer zahlreicheren und komplexeren Normen steigt der Anwendungsaufwand in den Organisationen nicht unerheblich. Informationen darüber, wie möglichst effizient mit den durch die Normung aufgeworfenen Herausforderungen umgegangen sowie Einfluss auf normungskritische Prozesse ausgeübt werden kann, liefern Informationsnetzwerke deren Mitglieder Normenanwender sind. Dieses Beispiel im Bereich der Normung verdeutlicht somit, welche wesentliche Rolle Netzwerke bei der Schaffung und dem Transfer von Wissen spielen (vgl. Lemberger 2008, S. 75).

Um die für die Akteure relevanten Aspekte einer Beteiligung an einem Netzwerk sowie schlussendlich auch den Erfolg eines Netzwerkes, zu überprüfen, kann es von Zeit zu Zeit notwendig sein, eine Netzwerkevaluation durchzuführen. Wie dies methodisch und strukturiert gelingen kann, soll im weiteren Verlauf der Arbeit aufgezeigt werden.

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Evaluation von Netzwerken

1.2. Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist die Durchführung einer Netzwerkevaluation am Beispiel eines Informations-und Normenanwendernetzwerkes. Ausgangsbasis hierfür ist eine vorherige Literaturanalyse in diesem Themenkomplex. Hierbei werden ausgewählte und bisher in der Literatur besprochene Aspekte zur Evaluation von Netzwerken systematisch zusammengefasst. Aufgrund der Komplexität des Themenfeldes kann jedoch zunächst lediglich ein Ziel dieser Arbeit sein, einen systematischen Überblick hierüber zu vermitteln, nicht aber alle Einzelheiten im Detail zu betrachten. Darauf aufbauend sollen die aus der Literaturanalyse gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen dieser Arbeit konzeptionell angewendet werden. Entsprechend kann das Ziel dieser Arbeit in zwei wesentliche Kernbereiche aufgeteilt werden:

1. Darstellung des aktuellen Standes der wissenschaftlichen Diskussion zum Themenkomplex Netzwerkevaluation.

2. Darstellung und Durchführung einer empirischen Netzwerkevaluation auf der Basis von aus der Literatur abgeleiteten Erkenntnissen.

Das in dieser Arbeit untersuchte Evaluationsobjekt ist das Informations- und Normenanwendernetzwerk der ANP-Regionalgruppe Hamburg.

1.3. Konzept der Arbeit

Aus der zuvor dargestellten Zielsetzung leitet sich für diese Arbeit folgendes vierstufiges Vorgehen ab:

In einem ersten Schritt werden zunächst die konzeptionellen Grundlagen für eine Evaluation von Netzwerken beschrieben. Somit entspricht dieser Teil der Arbeit der in der Zielsetzung beschriebenen Literaturanalyse. Neben der Erläuterung, der für diese Arbeit wichtigen Begriffsbestimmungen, werden wesentliche Bereiche aus dem Themenkomplex der Netzwerkevaluation wiedergegeben, beschrieben und teilweise systematisiert. Hierbei stellt die Darstellung der Einflussfaktoren sowie der Methoden zur Evaluation von Netzwerken einen besonderen Schwerpunkt dar.

In einem zweiten Schritt wird der Zusammenhang zwischen den Themenkomplexen Normung und Netzwerke hergestellt. Dieser Schritt ist eine wichtige Vorarbeit für das Verständnis der späteren Netzwerkevaluation, entstammt doch der zu evaluierende Gegenstand aus dem Bereich der Normung. Dementsprechend ist es auch hier notwendig, normungsspezifische Begrifflichkeiten zu erläutern sowie das wesentliche Umfeld, indem der Evaluationsgegenstand eingebettet ist, darzustellen.

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Evaluation von Netzwerken

Der dritte Schritt bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit. In diesem werden die aus der Literaturanalyse gewonnenen Erkenntnisse auf den zu evaluierenden Gegenstand operationalisiert. Darüber hinaus wird auf die Konzeption der Untersuchung sowie der sich daraus abgeleiteten Erhebungsinstrumente eingegangen. Die sich aus diesen Erhebungsinstrumenten ergebenen Untersuchungsergebnisse werden anschließend dargestellt und bewertet. Für die Evaluation des Evaluationsgegen-standes besonders positive oder problematische Handlungsfelder werden nachfolgend detaillierter betrachtet, sowie gegebenenfalls entsprechende Handlungsempfehlungen zur Lösung formuliert. Schlussendlich wird das gesamte Erhebungsdesign, bezogen auf Verbesserungspotential, kritisch reflektiert.

In einem vierten Schritt werden die zentralen Ergebnisse dieser Arbeit abschließend zusammengefasst und ein Ausblick auf weiteres Forschungspotential gegeben.

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Evaluation von Netzwerken

2. Konzeptionelle Grundlagen zur Evaluation von Netzwerken5

Das Kapitel, „Konzeptionelle Grundlagen zur Evaluation von Netzwerken“, dient der Darstellung der in der Literatur besprochenen Aspekte zum Themenkomplex Netzwerkevaluation und bildet den ersten Teil, der beiden eher konzeptionellen Bereiche, dieser Arbeit.

Insofern beschäftigt sich dieses Kapitel konkret mit der in der Zielsetzung beschriebenen Literaturanalyse auf dem Themengebiet der Netzwerkevaluation. Neben einer Erläuterung, der für diese Arbeit wichtigen Begriffsbestimmungen, wird dem Ziel dadurch entsprochen, dass wesentliche Bereiche dieses Themenkomplexes wiedergegeben, beschrieben und teilweise systematisiert werden. So wird insbesondere auf die in der Literatur beschriebenen Aspekte des Nutzens, der Einflussfaktoren, der Methoden sowie der Herausforderungen von Netzwerkevaluationen, eingegangen. Hierbei stellen die Darstellung der Einflussfaktoren sowie die Methoden zur Evaluation von Netzwerken, einen besonderen Schwerpunkt dar.

2.1. Begriffsbestimmungen und Verständnisgrundlagen

2.1.1. Der Begriff Evaluation

Sich den Themenkomplexen „Evaluation6“ bzw. „Evaluierung7“ anzunähern, bedeutet sich einem Feld heterogener Begriffs- und Verständniserläuterungen, mehr oder weniger bewusst, auszusetzen. Bereits im Jahr 1974 wies Weiss (1974, S. 19) darauf hin, dass Evaluation ein „vieldeutiges Wort“ sei, „mit dem die verschiedensten Arten von Beurteilungen gemeint sein können“. Diese Sichtweise, zur Bedeutungsvielfalt des Wortes, hat sich bis zum heutigen Tage wenig verändert8, klingt doch der Grundtenor auch in anderen Quellen9sehr ähnlich. Nach Einschätzung Kromreys liegt dies vor allem an folgenden Gründen (vgl. Kromrey 2001, S. 105):

•Eine kaum durchschaubare Vielfalt an Evaluationsmethoden und -verfahren sowie Forschungs- und Beratungsansätzen

•Ein unüberschaubares Spektrum an Evaluationsgegenständen

•Eine unüberschaubare Fülle an Evaluationsfragestellungen

5Dieses Kapitel basiert im Wesentlichen auf Teilen einer Seminararbeit („Evaluation von Netzwerken“ von Schmidt/Koßmann (2011)), geschrieben an der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisationstheorie an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Im Vergleich zur oben genannten Arbeit wurden jedoch alle Teile, bezogen auf das Ziel dieser Arbeit, überarbeitet und präzisiert.

6Das Wort Evaluation leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „Bewertung“ (vgl. Uhl (2000), S. 219).

7Die Begriffe „Evaluation“ und „Evaluierung“ werden im Folgenden als Synonyme verwendet.

8Stockmann meint sogar, dass die Bedeutungsvielfalt noch zugenommen habe (vgl. Stockmann (2007), S. 25).

9Vgl. Stockmann (2006), S. 27; Kromrey (2001), 105 f..

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Evaluation von Netzwerken

•Eine inflationäre Begriffsverwendung10in extrem unterschiedlichen Bedeutungszusammenhängen

Um der Gefahr, sich in den Tiefen und somit den Feinheiten der Evaluationswissenschaft zu verlieren, zu entfliehen, soll im Folgenden die Diskrepanz zwischen der alltäglichen und der wissenschaftlichen Verwendung des Begriffes Evaluation kurz beleuchtet werden.11Diese Abgrenzung erscheint sinnvoll, weil sie herausstellt, was „wissenschaftliche Evaluation“ von einem „einfachen Bewerten“ unterscheidet. Gegen Ende dieser Darstellung wird eine Auswahl an möglichen Evaluationsdefinitionen präsentiert, die einen groben Überblick über das weite Feld an verfügbaren Definitionen gibt.

Dem umgangssprachlichen Verständnis nach ist Evaluation etwas äußerst unspezifisches, kann doch ein und derselbe Sachverhalt von unterschiedlichen Personen verschieden - bis gar gegensätzlich - „bewertet“ bzw. evaluiert werden. Anders formuliert: „Irgend etwas wird von irgend jemanden nach irgendwelchen Kriterien in irgendeiner Weise bewertet“ (Kromrey 2001, S. 106). Durch dieses „irgend...“ wird alles, was im Zusammenhang mit Evaluation steht, unpräzise und entzieht sich einer mehr oder weniger objektiven Nachvollziehbarkeit. Gegen diese Kritik muss deshalb eine wissenschaftliche Begriffsdefinition, durch Präzisierungen, immunisiert werden.12

Eine Immunisierung kann angestrebt werden, indem nicht „irgend etwas“ evaluiert wird. Der betrachtete Evaluationsgegenstand muss vielmehr klar definiert und von anderen Gegenständen abgegrenzt werden. Ebenso sollte nicht „irgend jemand“ die Evaluation durchführen, da diese spezifisches Wissen, über den zu evaluierenden Gegenstand, erfordert. Dieses Wissen sollten Eva-luatoren13mitbringen. Weiterhin sollte ein Evaluationsergebnis nicht auf „irgendeine Weise“ zu-stande kommen, sondern weitestgehend objektiviert werden. Beispielsweise dadurch, dass Kriterien nicht beliebig gewählt, sondern dem Evaluationsgegenstand entsprechend angepasst, werden (vgl. Kromrey 2001, S. 106 f.).

Auch wenn an dieser Stelle nicht ins Detail gegangen wurde, sollte doch der wesentliche Unterschied zwischen dem alltagsprachlichen und dem wissenschaftlichen Verständnis von Evaluation bewusst gemacht worden sein - nämlich, dass es im wissenschaftlichen Verständnis besonders darauf ankommt, den Evaluationsprozess weitestgehend zu systematisieren, bzw. diesen für eine kritische Auseinandersetzung14zu objektivieren. Eine Abgrenzung des Evaluationsgegenstandes, eine Auswahl geeigneter Evaluatoren und die Erstellung eines systematischen Evaluationsdesigns

10Kromrey spricht in diesem Zusammenhang auch vom häufig und gerne benutzen Modewort (vgl. Kromrey (2005), S. 64).

11Für eine detaillierte Einführung zum Themenkomplex Evaluation aber auch Evaluationsforschung siehe: Kromrey (2001), Wottawa/Thierau (2003), Rossi/Lipsey/Freeman (2004), Bortz/Döring (2005).

12Zu dieser Diskussion siehe auch: Uhl (2000), S. 219.

13Als Evaluatoren werden hier Individuen oder Gruppen bezeichnet die eine Evaluation durchführen.

14Eine kritische Auseinandersetzung bezieht sich jedoch nicht nur auf den Prozess, sondern auch auf die Ergebnisse desselben.

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Tabelle 1: Auswahl möglicher Evaluationsdefinitionen

sind hierbei nur einige konzeptionelle Maßnahmen, unter einer Vielzahl weiterer, die im Rahmen des wissenschaftlichen Evaluierens berücksichtigt sowie ausgestaltet werden müssen.15

Bevor schlussendlich der für diese Arbeit zugrundegelegte Evaluationsbegriff bestimmt wird, sei kurz zuvor auf die ebenso vielfältigen wissenschaftlichen Definitionen des Evaluationsbegriffes hingewiesen. Die häufiger anzutreffenden Definitionen sind oben in Tabelle 1 dargestellt. Anhand dieser Auflistung zeigt sich noch einmal eindringlich die angesprochene Heterogenität des Begriffes. Daher soll im Rahmen dieser Arbeit der Begriff Evaluation auch allgemein als Synonym für den zuvor beschriebenen, wissenschaftlich präzisierten, Begriff Bewertung verstanden werden. Einer einzelnen Definition wird sich daher bewusst nicht angeschlossen. Wenn überhaupt kann sich nach Meinung der Autoren höchstens darauf festgelegt werden, dass Evaluationsvorhaben allgemein einem gewissen Dreiklang folgen, der aus den Phasen Beobachtung (Informationssammlung), Auswertung (Analyse) und Interpretation (Bewertung) besteht (vgl. Schwippert/Klinger 2008, S. 19).

2.1.2. Der Begriff Netzwerk

Da es sich bei dem in dieser Arbeit zu evaluierenden Objekt, die ANP-Regionalgruppe Hamburg, um ein Netzwerk handelt, ist es zunächst notwendig, sich mit dem Begriff Netzwerk näher zu beschäftigen und diesen zu definieren. Neben der Begriffsdefinition der Evaluation in Abschnitt 2.1.1 bildet der Netzwerkbegriff aber auch die Grundlage für den Begriff der Netzwerkevaluation. So-

15WeitereMaßnahmen die diesen Themenkomplex tangieren werden ausführlicher im Abschnitt 2.2.2 auf Seite 17 behandelt.

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mit wird in diesem Abschnitt zunächst der von den Autoren verstandene Netzwerkbegriff definiert. Darauf aufbauend wird kurz vorgestellt, was ein gutes Netzwerk überhaupt auszeichnet und abschließend auf den Netzwerktypus des zu betrachtenden Evaluationsobjektes, ein Informationsnetzwerk, eingegangen.

Bei dem Begriff Netzwerk handelt es sich um eine äußerst komplexe Terminologie, denn es gibt eine rege Vielfalt von ihnen. Jedes Netzwerk ist einzigartig und muss neu entwickelt sowie gestaltet werden, weshalb letztendlich auch eine Fülle an Bezugsgrößen, Definitionen und Akzentsetzungen existieren (vgl. Bienzle et al. 2007, S. 9). Ebenfalls ist die Komplexität in Netzwerken abhängig von der Zahl der Kooperationspartner und der Intensität der Austauschbeziehungen (vgl. Sydow 2010a, S. 3). Hieraus resultieren allgemein grenzenlose Möglichkeiten, Netzwerke zu typologisieren (vgl. Sydow 2010b, S. 379). So gibt es nicht nur Unternehmensnetzwerke, sondern beispielsweise auch Informationsnetzwerke, Nachbarschaftsnetzwerke, Ökologienetzwerke, Ter-roristennetzwerke, Forschungsnetzwerke und etliche mehr. Bei aller Unterschiedlichkeit weisen all diese genannten Netzwerke aber folgende Gemeinsamkeiten auf (vgl. Sydow 1992, S. 2):

•Alle besitzen ein gewisses Maß an Spontanität und Informalität,

•ein hohes Maß an Flexibilität und Kommunikation

•sowie ein Minimum an zentraler Kommunikation der weitgehend autonomen Netzwerkmitglieder.16

Diese Gemeinsamkeiten sind essentiell für die weitere Betrachtung des Netzwerkbegriffs.

Da es sich bei dem zu untersuchenden Evaluationsgegenstand, die ANP-Regionalgruppe Hamburg, neben einem Informationsnetzwerk auch um ein Unternehmens-/Organisationsnetzwerk handelt, soll auf Letzteres im Folgenden näher eingegangen werden.

Eine erste, aber sehr wesentliche Unterscheidung ist die zwischen intraorganisationalen17und in-terorganisationalen18Netzwerken. Bei der ANP-Regionalgruppe Hamburg handelt es sich um ein interorganisationales Unternehmens-/Organisationsnetzwerk, sodass sich hierauf auch der weitere Fokus der Betrachtungen bezieht. Einen kleinen Überblick über die wichtigsten interorganisationalen Netzwerktypen gibt Tabelle 2 auf Seite 9 wieder.

Schon auf den ersten Blick gibt diese Tabelle die Komplexität und Vielschichtigkeit des Netzwerkbegriffs und der Netzwerktypen wieder, denn zu bedenken ist, dass die hier aufgeführten Netzwerktypen nicht allumfassend sind und sich nur auf interorganisationale Netzwerke beziehen. Zu erkennen ist jedoch auch, dass bei den meisten Netzwerktypen immer zwei Pole existieren, zwischen denen das jeweilige zu betrachtende Netzwerk angesiedelt ist.

16Somit verbindet ein Netzwerk die Flexibilität des Marktes mit der Struktur der Hierarchie und erhöht dementsprechend sowohl kooperative als auch kompetitive Elemente (vgl. Müller (2002), S. 132).

17Kooperationen innerhalb einer Unternehmung (intern).

18Kooperationen mit anderen Unternehmungen (extern).

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Würde beispielsweise die räumliche Ausdehnung eines Netzwerks betrachtet werden, so ist ein Netzwerk irgendwo zwischen den Polen lokal und global angesiedelt. Liegt es z.B. nahe am Pol lokal, so würde man es als regionales Netzwerk bezeichnen. Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit sollen die Unterschiede der Netzwerktypen, anhand der beispielhaften Typologisierung nach Sydow, im Folgenden aber weitgehend unberücksichtigt bleiben. Einzige Ausnahme bildet der Netzwerktypus des Informationsnetzwerkes auf welches zum Ende dieses Abschnitts weiter eingegangen wird, da in diese Netzwerkkategorie auch die ANP-Regionalgruppe Hamburg eingeordnet werden kann.

Zweckdienlicher ist zunächst aber, trotz der schon kurz beschriebenen Einschränkungen für den in dieser Arbeit verwendeten Netzwerkbegriff, diesen genauer zu definieren und zu klären, was ein „gutes“ Netzwerk ausmacht.

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Evaluation von Netzwerken

Hierzu soll anfangs eine Definition von Sydow behilflich sein, nach der ein Netzwerk eine „Kooperation in und/oder zwischen relativ autonomen, gleichwohl in ein Netz von Beziehungen einge-bundenen Organisationen bzw. Unternehmungen oder Organisationseinheiten“ ist (Sydow 2010a, S. 1). Ebenfalls wird in einer Netzwerkorganisation zwar, aufgrund zunehmend turbulenter Wettbewerbsumwelten, auf eine hierarchische Kontrolle verzichtet, hierarchische Elemente in interorganisationalen Beziehungen bleiben aber weiterhin bestehen (vgl. Sydow 2010a, S. 1). Der Aspekt der interorganisationalen (zwischenbetrieblichen) Beziehungen ist hier besonders wichtig und erwähnenswert, da der wirtschaftliche Erfolg einer Unternehmung nicht nur auf ihren internen Stärken beruht, sondern auch darauf, wie die Beziehungen zu anderen Organisationen „gemanaged“ werden (vgl. Sydow 1992, S. 1; Sydow/Duschek 2011).

Ergänzend zu Sydow definiert Ebel deshalb den Begriff des Netzwerks wie folgt: „Unter einem Netzwerk wird der Zusammenschluss verschiedener Institutionen verstanden, die sich im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen zu einer Zusammenarbeit verpflichten, um Effektivitäts- und Effizienzgewinne durch erhöhte Koordination zu erlangen. Dabei handelt es sich um rechtlich und wirtschaftlich unabhängige Unternehmen, die je nach Schwerpunkten horizontal (gleiche Wertschöpfungsstufe), vertikal (im Sinne einer Wertschöpfungskette) oder lateral (als unterstützende Leistung) organisiert“ sind (Ebel 2009, S. 212).

Sowohl Sydows als auch Ebels Definition beschreiben den im weiteren Verlauf dieser Arbeit verwendeten Netzwerkbegriff und ermöglichen es, trotz der komplexen Terminologie und den grenzenlos möglichen Typologisierungen von Netzwerken, eine einheitliche Ausgangsbasis zu schaffen. Hierzu ergänzend ist festzuhalten, dass die Mitglieder eines Netzwerkes häufig unterschiedliche Ressourcen19kontrollieren und jeweils spezifische Aktivitäten durchführen (vgl. Müller 2002, S. 132 f.). Zu beachten ist allerdings, dass sich die aufgezählten Begriffsdefinitionen auf Unternehmens-/Organisationsnetzwerke beziehen.

Offen bleibt des Weiteren eine Antwort auf die Frage, was ein gutes Netzwerk ausmacht. Dauser und Logmuß sagen hierzu, dass ein gutes Netzwerk auf Dauer angelegt sein muss und es auf Gegenseitigkeit, sprich jeder Teilnehmer trägt etwas bei und jeder hat auch einen Nutzen, beruht (vgl. Dauser/Longmuß 2010, S. 10). Ein gutes Netzwerk schafft es, sich an den ständig wechselnden Anforderungen der Netzwerkumwelt auszurichten, um so überlebensfähig zu bleiben. Auch ist ein gutes Netzwerk auf Ergänzung und nicht auf Konkurrenz ausgerichtet, sodass ein Mehrwert nur dann erreicht werden kann, wenn die verschiedenen Beteiligten unterschiedliche Kompetenzen und Qualitäten mit einbringen. Ebenfalls muss der Netzwerknutzen freiwillig und ohne Hierarchie zustande kommen, wobei er nur solange existiert, wie der Nutzen für die Beteiligten den Aufwand überwiegt und eine Teilnahme als erfreulich empfunden wird. Somit ist es wichtig den Blick nicht nur auf die einzelnen Beteiligten zu richten, sondern auch auf die Beziehungen untereinander (vgl. Dauser/Longmuß 2010, S. 10). Hier spielen auch Reziprozität und gegenseitiges Vertrauen eine

19Diese Ressourcen werden in einem Leistungsaustausch gegenseitig zur Verfügung gestellt. Hierbei kann jeder der Beteiligten wirtschaftliche Vorteile für sich erzielen (vgl. Müller (2002), S. 133).

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wesentliche Rolle. Werden all diese Kriterien erfüllt, so steht dem Erfolg eines Netzwerks kaum etwas im Wege.

Wie bereits der Tabelle 2 auf Seite 9 zu entnehmen war, ist ein Netzwerktypus das Informationsnetzwerk. Unter Information soll im Folgenden der Zuwachs an entscheidungsrelevantem Wissen verstanden werden (vgl. Erichson/Hammann 2005, S. 343). Diese spielt in unserer heutigen Zeit eine zunehmend wichtige Rolle in der Gesellschaft und Wirtschaft (vgl. Erichson/Hammann 2005, S. 337). Bestimmte noch vor gut 50 Jahren der Handel mit materiellen Gütern den Erfolg eines Unternehmens auf seinem jeweiligen Markt, so tritt an diese Stelle heutzutage vermehrt auch der Zugang und das Auffinden von Informationen sowie deren effiziente Verarbeitung (vgl. Lemberger 2008, S. 20). Verantwortlich für den erhöhten Bedarf und das erhöhte Volumen an Informationen sowie ihre verstärkte strategische Bedeutung sind neben einer zunehmenden Dynamik und Komplexität der Umwelt auch komplexere Produkte und Produktionsprozesse sowie die Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Aber auch eine strategische Ausrichtung des Managements von Organisationen und ein gestiegener Individualisierungsgrad in der Gesellschaft tragen dazu bei (vgl. Erichson/Hammann 2005, S. 339). Als wirtschaftliche Akteure spielen somit auch Informationen eine essentielle Rolle für die Mitgliedsorganisationen des Netzwerkes der ANP-Regionalgruppe Hamburg, welches der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist. Ohne die entsprechenden Informationen und das daraus resultierende Wissen, ist keine Organisation auf ihrem jeweiligen Markt überlebensfähig.20Bei der Schaffung und dem Transfer von Wissen spielen Netzwerke eine wesentliche Rolle (vgl. Lemberger 2008, S 75). Informationsnetzwerke zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass ihre Mitglieder einen gemeinsamen Zweck verfolgen, nämlich den Austausch von Informationen und Wissen.21Aber auch sind die Mitglieder voneinander unabhängig22und ihre Teilnahme am Netzwerk ist freiwillig.23Zusätzlich gibt es mehrere Vorreiter-organisationen im Netzwerk, denn jede ist für sich einmalig und kann etwas Einzigartiges zu einem gewissen Zeitpunkt beitragen (vgl. Lemberger 2008, S. 75 f.) Daraus resultiert die Hoffnung auf eine Verbesserung der Wettbewerbsvorteile für die jeweiligen Organisationen im Netzwerk, welche auf dem Austausch und die gemeinsame Erarbeitung von Informationen und dem daraus resultierenden Wissen beruhen (vgl. Weibel 2002, S. 12). Wenn auch nicht unbedingt immer Wett-bewerbsvorteile hierdurch erzielt werden können, so kann aber zumindest jeder Beteiligte für sich wirtschaftliche Vorteile erzielen (vgl. Müller 2002, S. 133).

Insgesamt bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass der Begriff des Netzwerks sehr komplex ist und eine Vielzahl von Bezugsgrößen, Definitionen und Akzentsetzungen existieren. Entsprechend sind die Möglichkeiten der Typologisierung von Netzwerken grenzenlos. Im weiteren Verlauf der

20So bestimmen Informationen und das daraus resultierende Wissen beispielsweise den zukünftigen Absatzerfolg eines neuen Produktes oder einer Dienstleistung (vgl. Lemberger (2008), S. 20).

21Bei der ANP-Regionalgruppe Hamburg wäre dies u.a. der Austausch von Informationen und Wissen im Bereich der Normung und Normenanwendung.

22So kann jede Organisation seine volle Entscheidungsfreiheit behalten und trotzdem vom Ganzen profitieren (vgl. Lemberger (2008), S. 75).

23Es werden ihnen somit keine hierarchischen Strukturen aufgezwungen (vgl. Lemberger (2008), S. 75).

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Arbeit werden unter dem Netzwerkbegriff Unternehmens-/Organisationsnetzwerke verstanden, in denen Netzwerkakteure zur Erreichung von Effektivitäts- und Effizienzgewinnen miteinander kooperieren. Es überwiegt, trotz einem Netz von Beziehungen, eine relative Autonomität der Netzwerkakteure. Auf hierarchische Kontrollen wird verzichtet, wobei trotz allem aber allgemeine hierarchische Elemente bestehen bleiben. Diese interorganisationalen Beziehungen werden als wesentliches Element angesehen, da der Netzwerkerfolg von ihnen abhängig ist. Informationsnetzwerke zeichnet zusätzlich der gemeinsame Zweck, nämlich den Austausch von Informationen und Wissen, durch seine Mitglieder aus. Aufgrund der Einzigartigkeit der einzelnen Mitglieder und ihren jeweiligen Beiträgen, kann jeder für sich einen individuellen wirtschaftlichen Vorteil ziehen.

2.1.3. Der Begriff Netzwerkevaluation

In den Abschnitten 2.1.1 und 2.1.2 wurden die für die vorliegende Arbeit relevanten Begriffe, „Evaluation“ und „Netzwerk“, dargestellt und definiert. Als logischer Schritt dieses Vorgehens stellt sich nunmehr die Frage, inwieweit die Synthese zwischen den einzelnstehenden Begriffen, deckungsgleich mit dem Begriff „Netzwerkwerkevaluation“ ist. Ist Netzwerkevaluation das systematische Sammeln, Analysieren und Bewerten von Informationen24, bezogen auf den Evaluations-gegenstand „Netzwerk“? Oder gibt es darüber hinaus noch andere Sichtweisen zu diesem Begriff? Dieser Fragestellung wird in diesem Abschnitt schwerpunktmäßig nachgegangen.

Nach Auffassung von Sydow und Goebel stellt Evaluation eine von vier25Managementfunktionen/Managementpraktiken, im Rahmen des Netzwerkmanagements, dar.26Konkret werden unter dieser Managementfunktion „jene Bewertungspraktiken subsumiert [...], die auf einer systematischen Nutzung von mehr oder weniger formellen, organisatorisch verankerten Verfahren basieren“ (Sydow/Goebel 2001, S. 78). Im Rahmen der Darstellung der vier Managementfunktionen schreibt Sydow lediglich von Evaluation, verwendet aber nicht explizit den Begriff Netzwerkevaluation. Allerdings bezieht er diese Funktion später auf einen konkreten Netzwerktyp, nämlich den der Unternehmensnetzwerke (vgl. Sydow/Goebel 2001, S. 78). Aus dieser Sichtweise heraus wäre die Ableitung, dass die oben zitierte Aufgabe der Evaluation, im Rahmen des Netzwerkmanagements, ebenfalls eine mögliche Definition des Begriffes Netzwerkevaluation darstellen könnte. Ohne Sydow an dieser Stelle jedoch zu weit auszulegen, kann man sich weitere Gedanken dazu ersparen, denn Sydow definiert Netzwerkevaluation, an anderer Stelle und unter Berufung auf strukturations-theoretische Annahmen27, „as a process of interaction in which managers, by reflexively monitoring the contextual embedded activities and their effects, try to control the outcome and eventually, the process of organizing with respect to particular criteria“ (Sydow/Windeler 1998, S. 269). Hier-

24Vgl.mit der auf Seite 7 von Kempfert/Rolff (2005, S. 11) abgeleiteten Evaluationsdefinition.

25Die anderen drei Managementpraktiken sind Selektion, Allokation und Regulation (vgl. Sydow (2010b), S. 394).

26Sydow stellt somit die Evaluationsaufgabe in den Gesamtkontext des Netzwerkmanagements. Nachfolgende Quellen bieten vertiefende Ausführungen zu den einzelnen Managementfunktionen: Sydow/Windeler (1994), insbesondere S. 5 f.; Sydow (2002), insbesondere S. 11 f.; Sydow (2006), insbesondere S. 406-414.

27Vgl. Giddens (1984).

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Evaluation von Netzwerken

bei geht nach Sydow’s Evaluationsverständnis die Evaluation von Netzwerken über ein „reflexive monitoring“28à la Giddens hinaus, da formelle Verfahren und Praktiken zur Anwendung kommen.

Eine etwas allgemeinere Definition geben Teller et al. (2005, S. 133): „Netzwerkevaluation ist die Bewertung eines Netzwerks durch Personen, die dafür befähigt sind, in einem objektivierten Verfahren nach explizit auf den Sachverhalt begründeten Deskriptoren“ zu urteilen. Sie ist deshalb allgemeiner aufzufassen, da die Verfahren zur Bewertung nicht auf „organisatorisch verankerten Verfahren“ beschränkt werden (Sydow/Goebel 2001, S. 78). Die Bereiche, aus denen diese kommen können, bleiben somit allerdings offen.

Noch sehr viel allgemeiner ist das Verständnis von Neugebauer und Rutten. Ihre Definition von Netzwerkevaluation kommt der eingangs aufgestellten Vermutung, nach der Synthese von „Evaluation“ und „Netzwerk“, sehr nahe. Hiernach ist Netzwerkevaluation das Bewerten eines Ge-genstandes, „bei der [...] dieser Gegenstand dahingehend präzisiert“ wird, „dass es sich um die Bewertung eines (sozialen, formellen oder informellen) Netzwerks handelt“ (Neugebauer/Rutten 2008, S. 101 f.).

Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass der Begriff Netzwerkevaluation multikausal ist und daher sehr unterschiedlich erfasst werden kann. Beispielsweise kann Netzwerkevaluation verstanden werden als:

1.Tätigkeit oder Funktiondie, dauerhaft oder einmalig, im Rahmen der Netzwerk-

2.Prozessder Durchführung einer Bewertung des Gegenstandes Netzwerk, mit

Insoweit kommt es also auf den spezifischen Blickwinkel an, aus dem heraus der Begriff „Netzwerkevaluation“ definiert wird. Zum allgemeinen Verständnis reicht es sicherlich aus, den Begriff im Sinne von Teller et al. oder auch Neugebauer/Rutten zu verstehen. Folgt man diesem Ansatz, so muss die Definition Netzwerkevaluation immer an den spezifischen Evaluationsrahmenbedingungen29angepasst werden. Somit wird der Begriff zum Derivativ der Umstände einer Evaluation, aber auch der im Zusammenhang definierten Begriffe30. Eine theoriebesetzte Definition, wie etwa die von Sydow, ist weniger derivativ, leuchtet aber im Rahmen der Evaluationsdurchführung nur bestimmte Bereiche eines Netzwerkes aus und lässt andere im Graubereich liegen oder gar

28Unter einer reflexiven Überwachung wird „die alltägliche, mehr oder weniger systematische Beobachtung einer Handlungssituation, der Handlungsalternativen und der Handlungsfolgen durch einen individuellen oder kollektiven Akteur verstanden [...], der auf der Grundlage der auf diese Weise gesammelten Informationen die Alternativen auswählen und auf die Situation einwirken will“ (Sydow (2008), S. 58).

29Siehe Abschnitt, „Einflussfaktoren auf die Evaluation von Netzwerken“, 2.2.2 auf Seite 17.

30Wie wird beispielsweise der Begriff Netzwerk definiert? Einige der in diesem Zusammenhang auftretenden Schwierigkeiten wurden bereits im Abschnitt 2.1.2 auf Seite 7 erläutert.

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Evaluation von Netzwerken

verschwinden. Daher liegt dieser Arbeit das zweite Begriffsverständnis, nach Teller et al. sowie Neugebauer/Rutten, zugrunde.

Die sich aus der Literaturanalyse ergebene Multikausalität sowie die daraus entstehenden Unterschiede in den Begriffsverständnissen werden abschließend noch einmal überblicksartig in Tabelle 3 zusammengefasst.

Tabelle 3: Blickwinkel auf den Begriff der Netzwerkevaluation

2.2. Evaluation von Netzwerken

2.2.1. Nutzen von Netzwerkevaluationen

In diesem Abschnitt soll geklärt werden, wozu Netzwerkevaluationen überhaupt durchgeführt werden und was man sich von ihrer Durchführung erhofft.

Ganz allgemein dienen Evaluationen der Rechtfertigung und der Legitimation von beispielsweise Projekten, Programmen, Personal, Organisationen, Produkten oder auch Netzwerken. Ebenfalls

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sollen sie dazu beitragen, dass sich der Evaluierungsgegenstand weiter entwickeln und verändern kann. Dies kann durch Prozesssteuerung oder durch Qualitätsmanagement erreicht werden. Aber auch ein Lernen der Akteure soll durch Evaluationen bezweckt werden. Hierzu gehört neben einer lernenden Organisation auch der Fähigkeitsaufbau des Personals und seine Entwicklung (vgl. proEval 2007, S. 2).

Bezieht man die Evaluation auf Netzwerke, so ist ein allgemeines Ziel der Netzwerkevaluation zunächst das Bemühen um eine kontinuierliche Verbesserung der Netzwerkarbeit (vgl. Teller et al. 2005, S. 138). Hierzu gehört vorerst die Bestimmung des aktuellen Standes des Netzwerkes sowie ein Aufzeigen von eventuell vorhandenen Abweichungen im Vergleich zum geplanten Stand, sodass gegebenenfalls Grundlagen für eine durchzuführende Kurskorrektur geschaffen werden können und diese anschließend ermöglicht wird (vgl. Teller et al. 2005, S. 133, 138).

Neugebauer und Rutten nennen neben der Optimierung der Netzwerkarbeit noch drei weitere Zwecke31, aus denen heraus eine Netzwerkevaluation erfolgen kann (vgl. Neugebauer/Rutten 2008, S. 102). So dient sie ebenfalls der Legitimation des Netzwerks, der Entscheidungsfindung sowie der „Gewinnung von programmübergreifenden Erkenntnissen“ (ebd.).

Ein weiterer Grund für eine Netzwerkevaluation ist darüber hinaus zumeist die Messung bzw. Bewertung der Produktivität (des Outputs) sowie die Zielerreichung (des Outcomes) eines Netzwerks. Exemplarische Fragen32in diesem Zusammenhang konnen lauten: „Was haben die Partner voneinander gelernt?“ oder „Wie hoch sind die Synergieeffekte aus der Zusammenarbeit?“ (ebd.).

Eine Evaluation kann darüber hinaus aber auch der Motivationsförderung dienen, in dem sie den Netzwerkpartnern die Situation insgesamt und speziell die Vorteile, die sie aus der Netzwerkarbeit ziehen, bewusst macht (vgl. Teller et al. 2005, S. 139). Ebenfalls bietet sie eine Grundlage für das Konfliktmanagement und ermöglicht zudem eine Präsentation des Netzwerks nach außen (vgl. Teller et al. 2005, S. 138).

Zusätzlich ist die Zielsetzung der Evaluation weniger ergebnis- als prozessorientiert anzusehen, denn insbesondere den zentralen Akteuren im Netzwerk/Cluster33sollen allgemeine und spezielle Informationen über die Netzwerk- und Clusterentwicklung an die Hand gegeben werden, um den Entwicklungsprozess besser nachvollziehen und steuern zu können (vgl. Sydow 2008, S. 62).

Alleine der offene Charakter von Netzwerken, die teilweise recht lockeren Beziehungen der Partner untereinander und die Komplexität der Netzwerkgebilde würden die Netzwerkarbeit zu einem „Blindflug“ machen, wenn sie nicht von Zeit zu Zeit evaluiert werden würde (vgl. Teller et al. 2005, S. 133). Eine stärkere Institutionalisierung einer angemessenen Netzwerkevaluation kann somit vor

31„Zweck“ der Netzwerkevaluation kann in diesem Zusammenhang auch als „Ziel“ (welches mit) der Netzwerkevaluation (erreicht werden soll,) verstanden werden. Beide Begriffe werden im Folgenden als Synonyme verwendet.

32Siehe auch unter Evaluationsanlässen in Sydows und Goebels Abbildung auf Seite 19.

33Eine gewisse räumliche Zusammenballung von mehreren Betrieben einer gewissen Ähnlichkeit (vgl. Maier et al. (2006), S. 162).

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so manchem Netzwerkversagen schützen (vgl. Sydow 2008, S. 55 f.). Auch ist zu beachten, dass Evaluationen keinen Selbstzweck darstellen, sondern in Bezug zu einem ganz spezifischen Zweck bzw. Hintergrund stehen, weshalb sie durchgeführt werden (vgl. Schwippert/Klinger 2008, S. 14).

Bezogen auf dieVergangenheit/Gegenwartdes jeweils zu evaluierenden Netzwerks gibt die Netzwerkevaluation somit vor allen Dingen Antwort auf die Fragen (Aulinger 2008, S. 7 f.):

•Welchen Erfolgsbeitrag liefert die Beteiligung am Netzwerk für jeden Partner?

•Wie erfolgreich war und ist das Netzwerk insgesamt?

Bezogen auf dieZukunftsollen dagegen folgende Fragen beantwortet werden können (Aulinger 2008, S. 7 f.):

•Welche Chancen und Risiken birgt die Beteiligung am Netzwerk für jeden einzelnen Partner?

•Welche Stärken und Schwächen weist die Organisation und Kultur eines Netz-

Um all diese Fragen beantworten zu können sind jedoch Informationen notwendig. Drei Arten von Informationen sind hierfür unentbehrlich und zusätzlich, für den Erfolg eines Netzwerks, sehr förderlich (Aulinger 2008, S. 8 f.):

•Informationen über den Erfolg und die Erfolgspotenziale des gesamten Netzwerks

•Informationen über den Erfolgsbeitrag des Netzwerks für das einzelne Mitglied

•Information über die Verteilung des Erfolgs

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine Netzwerkevaluation zum einen als Entwicklungsinstrument gesehen werden kann, denn sie liefert Feedbacks zum jeweils evaluierten Netzwerk und dient der Weiterentwicklung sowie der kontinuierlichen Verbesserung des Evaluie-rungsgegenstandes. Ebenfalls fördert sie das Lernen der jeweiligen Netzwerkakteure, sprich der Organisationen und ihrem Personal und hat den Zweck der Motivationsförderung aller Beteiligten. Auch kann sie das jeweils zu betrachtende Netzwerk vor Netzwerkversagen schützen und die Transparenz im Netzwerk fördern. Zum anderen kann Netzwerkevaluation aber auch als Analyseinstrument betrachtet werden, denn sie bewertet den Erfolg des Netzwerks anhand der Größen Produktivität und Zielerreichung. Zusätzlich dient sie der Rechtfertigung und Legitimation der Existenz des zu evaluierenden Netzwerks, präsentiert dieses nach außen und ist bei Entscheidungsfindungen behilflich.

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2.2.2. Einflussfaktoren auf die Evaluation von Netzwerken

Wie bereits bei der Definition des Begriffes Netzwerkevaluation schemenhaft angedeutet, kann es die34Netzwerkevaluation nicht geben. An dieser Stelle könnte der Abschnitt enden und das Fazit

lauten: Der Prozess der Netzwerkevaluation ist kontingent.

Dies ist jedoch eine zu leichte Antwort die keinerlei Erkenntnisgewinn mit sich bringt und die Schwierigkeiten, die im Rahmen von Netzwerkevaluationen auftreten, einfach bei Seite fallen lässt. In diesem Abschnitt soll daher skizziert werden, welche wesentlichen Faktoren es gibt und wie diese Einfluss auf die Evaluation von Netzwerken nehmen können. Dies stellt für den praxis-orientierten Evaluator eines Evaluationsprojektes eine wesentliche Wissensbasis dar. Denn ohne vorherige Überlegungen und Präzisierungen von Evaluationseinflussfaktoren ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns einer Netzwerkevaluation besonders hoch (vgl. Kromrey 2001, S. 107). Im Rahmen der Evaluation muss mindestens klar sein, „was wird von wem anhand welcher Kriterien wie evaluiert“ (Stockmann 2007, S. 39).

Die Facettenvielfalt an möglichen Einflussfaktoren, auf die im Rahmen von Netzwerkevaluationen zurückgegriffen werden kann, ist extrem umfangreich. Um trotzallem jedoch einen, für den Umfang der Arbeit, angemessenen Überblick gewähren zu können, wird wie folgt vorgegangen.

Im Abschnitt 2.2.2.1 werden zunächst zwei in der Netzwerkevaluationsliteratur explizit beschriebene Systematisierungsversuche an Einflussfaktoren herausgegriffen und näher beschrieben. Die von Sydow/Goebel und Teller et al. entwickelten Übersichtsschemen bilden eine erste Basis, um sich dem Kern an möglichen Einflussfaktoren, die im Rahmen von Netzwerkevaluationen als relevant erscheinen, anzunähern. An dieser Stelle soll daher noch gar nicht all zu sehr in die detailierte Beschreibung der Einflussfaktoren gegangen werden. Vielmehr sollen Kernelemente der Systematisierungen (Gemeinsamkeiten) skizziert, aber auch die mögliche Bandbreite (Unterschiede) an Einflussfaktoren aufgezeigt werden. Dies lässt sich anhand der gewählten Autoren und ihren Übersichtsschemen gut darstellen.

Da die autorenspezifischen Systematisierungen zwangsläufig nur einen ersten Überblick über den Umfang an möglichen Einflussfaktoren geben können, werden im Abschnitt 2.2.2.2 zum Teil von anderen Autoren darüber hinaus gehende Faktoren genannt und beschrieben. Schwerpunkt des Abschnittes ist es aber vor allem, neben der Nennung weiterer potentieller Einflussfaktoren, die Wirkungsweise der am meisten genannten Faktoren, auf die Evaluation von Netzwerken, deutlich werden zu lassen.

Schlussendlich werden im Abschnitt 2.2.2.3 die zuvor gewonnenen Erkenntnisse überblicksartig zusammengefasst und daraus Implikationen für praxisorientierte Evaluationen abgeleitet.

34„Die“ meint in diesem Zusammenhang, dass es keinen „one best way“ in der Netzwerkevaluation geben kann - also kein Schema nach dem eine Netzwerkevaluation immer ablaufen kann. Die Vielfalt der im nachfolgenden darzustellenden Einflussfaktoren unterstreicht diesen Gedankengang (vgl. Kromrey (2001), S. 116; Neugebauer/Rutten (2008), S. 102 f.).

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Evaluation von Netzwerken

2.2.2.1. Exemplarische Systematisierungen nach Teller et al. und Sydow/Goebel

Werden Netzwerkevaluationen durchgeführt, stellt sich immer die Frage nach dem Systemausschnitt der betrachtet wird, bzw. der evaluiert werden soll (vgl. Teller et al. 2005, S. 138). Der Systemausschnitt ergibt sich hierbei aus der Beantwortung von Fragen bezogen auf das Evaluationsprojekt und dient der Erfassung der aktuellen Netzwerksituation (vgl. Teller et al. 2005, S. 139). Die folgende Übersicht von Teller et al. gibt die im Rahmen eines Evaluationsprojektes auftretenden Fragen und die daraus abgeleiteten Merkmalsausprägungen wieder. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen konkretisiert den zu evaluierenden Systemausschnitt und ist Voraussetzung für ein zielbezogenes Evaluationsvorgehen.

Abbildung 1: Einflussfaktoren („Dimensionen der Netzwerkevaluation“) nach Teller et al. Quelle: Teller et al. 2005, S. 138

Im Gegensatz zu Teller et al. leiten Sydow und Goebel potentielle Einflussfaktoren für die Evaluation von Netzwerken aus der Managementfunktion der Evaluation35ab (vgl. Sydow/Goebel 2001, S. 78 f.). Diese Faktoren beziehen sich vordergründig auf die Dimensionen: Objekt, Kriterien, Horizont, Subjekt und Anlässe einer Evaluation. Die nachfolgende Übersicht von Sydow/Goebel auf Seite 19 konkretisiert diese Dimensionen in Form von konkreten Merkmalsausprägungen.

Vergleicht man die beiden Übersichtsschemen miteinander, so fallen mehrere Aspekte auf:

1. Trotz unterschiedlich verwendeter Begrifflichkeiten beschreiben die Übersichtsschemen ähnliche Einflussfaktoren der Netzwerkevaluation.

So kann die von Teller et al. formulierte Frage (Dimension), „WOZU wird evaluiert?“ mit Sydows/Goebels „Evaluationsanlässen“ gleichgesetzt werden. Dasselbe gilt für die Fragen, „WER evaluiert?“ (=“Evaluationssubjekt“) und „WIE wird evaluiert?“ (=“Evaluationskriterien“) (vgl. Teller et al. 2005, S. 138; Sydow/Goebel 2001, S. 79). Die deckungsgleiche Nennung und Betrachtung der drei oben genannten Einflussfaktoren könnte ein Indiz für ihre besondere Bedeutung im Rahmen von Netzwerkevaluationen sein.

35Siehe bereits Abschnitt 2.1.3 auf Seite 12.

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Abbildung 2: Einflussfaktoren („Potentielle Komponenten eines Evaluationsverfahrens“) nach

2. Die beschriebenen Einflussfaktoren sind allerdings nicht zu 100% kongruent zu einander.

Während drei Einflussfaktoren unabhängig voneinander in den jeweiligen Übersichtsschemen be-handelt werden, lassen sich andere Faktoren nicht unmittelbar gleichsetzen. So beschreiben die beiden Fragen, „WAS wird evaluiert?“ und „WELCHER Bezug wird evaluiert?“ etwas anderes als was bei Sydow/Goebel mit dem Begriff „Evaluationsobjekt“ ausgedrückt werden soll. Sydow und Goebel beschreiben mit diesem Begriff vornehmlich den Bereich, der innerhalb der Netzwerkbeziehung evaluiert werden soll, während Teller et al. den Bezug auf konkrete Organisations- und Beziehungsaspekte legen. Ein ähnlicher Widerspruch kommt auch in der Frage, „WANN wird evaluiert?“ und dem Begriff „Evaluationshorizont“ auf. Während Sydow/Goebel von kurz, mittel und langfristiger Evaluation sprechen, unterscheiden Teller et al. zwischen periodischer und fallweiser Evaluation. Die beschriebenen Zeitdimensionen sind jedoch indifferent zueinander, da Teller et al. auf denZeitpunktder Evaluation abstellen. Sydow/Goebel hingegen beziehen sich auf denZeitraumder in der Netzwerkevaluation betrachtet werden soll.

3. Die aus den Einflussfaktoren abgeleiteten Merkmalsausprägungen sind extrem unterschiedlich und stellen nur einen Teil an denkbaren Ausprägungen dar.

Wie dargestellt, verwenden die Autoren für die Bezeichnung ihrer Einflussfaktoren ganz unterschiedliche Begrifflichkeiten. Diese Heterogenität findet sich auch auf der abgeleiteten Ebene der Merkmalsausprägungen wieder. Insgesamt können die von den Autoren zugewiesenen Ausprägungen als wenig abschließend bezeichnet werden, sind doch noch eine Vielzahl an weiteren

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Merkmalsausprägungen denkbar. Dieser Fakt wird auch dadurch unterstrichen, dass die beiden Übersichtsschemen auf der Ebene der Merkmalsausprägungen nicht mehr vergleichbar sind.

4. Sowohl bei Teller et al., als auch bei Sydow/Goebel ergibt eine Kombination36, der aus den Einflussfaktoren abgeleiteten Merkmalsausprägungen, ein auf das Evaluationsprojekt abgeleitetes Evaluationsdesign.37

An dieser Stelle ist anzumerken, dass aufgrund der gedanklich nicht begrenzten Zahl an möglichen Einflussfaktoren und der daraus abgeleiteten Merkmalsausprägungen, eine Kombination der Faktoren zu schier unendlichen Evaluationsdesigns führen müsste.

Ein wesentlicher Vorteil der Systematisierungsversuche von Teller et al. und Sydow/Goebel besteht darin, die wohl wichtigsten Einflussfaktoren für eine zielbezogene Evaluation mit zu berücksichtigen.

2.2.2.2. Einflussfaktoren weiterer Autoren

Die exemplarischen Systematisierungen nach Teller et al. und Sydow/Goebel geben einen ungefähren Bezugsrahmen für den denkbaren Umfang an möglichen Einflussfaktoren bezogen auf die Evaluation von Netzwerken.