Eve & Caleb 2 - In der gelobten Stadt - Anna Carey - E-Book

Eve & Caleb 2 - In der gelobten Stadt E-Book

Anna Carey

4,2

Beschreibung

Würdest du für deine Liebe alles riskieren? Eve gerät in die Fänge der Soldaten des Neuen Amerika und wird aus dem sicheren Califia in die Stadt aus Sand verschleppt. Hier erfährt sie, dass ihr Freund Caleb noch lebt, und weshalb der König so unerbittlich nach ihr suchen ließ. Gefangen im Palast ist es lebensgefährlich, mit Caleb und den Rebellen Kontakt aufzunehmen. Doch Eve wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder mit Caleb vereint zu sein. Bald wird sich zeigen, ob sie bereit ist, dafür alles zu riskieren. Wahre Freundschaft, Liebe und Freiheit sind es, wonach sich Eve und Caleb sehnen - doch im Neuen Amerika muss man um diese Rechte kämpfen. Anna Carey erschafft in ihrer ersten Jugendbuch-Trilogie eine fesselnde Dystopie für Mädchen ab 14 Jahren, bei der neben der Frage nach Grundrechten wie Freiheit und Selbstbestimmung auch viel Platz für Romantik bleibt. "In der gelobten Stadt" ist der zweite Band der Eve & Caleb-Trilogie. Der Titel des ersten Bandes lautet "Wo Licht war".

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Seitenzahl: 366

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Beliebtheit




EINS

Mit einem Messer in der Hand kletterte ich über die Felsen. Überall am Strand lagen von der Sonne gebleichte Boote, die schon vor langer Zeit gestrandet waren. Das Schiff vor mir war jedoch erst an diesem Morgen angespült worden. Es war beinahe sieben Meter lang, fast doppelt so groß wie die anderen. Als ich an dem Boot hochkletterte, spürte ich den kühlen Wind vom Wasser herüberwehen. Der Himmel war noch immer nebelverhangen.

Während ich über das Bootsdeck lief, von dem die Farbe abblätterte, spürte ich Caleb neben mir, seine Hand, die auf meiner Hüfte lag. Er deutete zum Himmel und zeigte mir die Pelikane, die sich ins Meer stürzten, und den Nebel, der sich über die Berge wälzte und alles mit einer weißen Schicht bedeckte. Manchmal ertappte ich mich dabei, wie ich mit Caleb redete, verliebte, stumme Worte murmelte, die nur ich hören konnte.

Es waren fast drei Monate vergangen, seit ich ihn zum letzten Mal gesehen hatte. Ich lebte in Califia, der Frauensiedlung, die vor zehn Jahren in der Wildnis als Zufluchtsort für Frauen und Mädchen gegründet worden war. Wir waren von überall her über die Golden Gate Bridge ins Marin County gekommen. Einige waren nach der Epidemie verwitwet und fühlten sich allein nicht länger sicher. Manche waren gewalttätigen Banden entkommen, die sie als Geiseln gehalten hatten. Andere waren wie ich aus den Schulen der Regierung geflüchtet.

Als ich damals in dem ringsum eingezäunten Schulkomplex aufgewachsen war, hatte ich jeden Tag zu dem fensterlosen Gebäude auf der anderen Seite des Sees hinübergesehen – zur Berufsschule, auf die wir nach unserem Abschluss gehen sollten. Doch dann hatte ich in der Nacht vor der Zeremonie herausgefunden, dass meine Freundinnen und ich keine Berufe erlernen würden, um zum Aufbau des Neuen Amerika beizutragen. Nachdem große Teile der Bevölkerung von der Seuche dahingerafft worden waren, brauchten sie keine Künstlerinnen oder Lehrerinnen – sie brauchten Kinder. Und unser Schicksal war es, sie zu liefern. Ich konnte gerade noch entkommen, allerdings nur um herauszufinden, dass mein geplantes Schicksal noch viel schlimmer war. Als Abschlussrednerin und Jahrgangsbeste der Schule war ich dem König zur Frau versprochen worden, um seine Kinder zu gebären. Nun war er auf der Jagd nach mir und er würde die Suche erst aufgeben, wenn ich innerhalb der Mauern der Stadt aus Sand eingesperrt war.

Ich kletterte die Leiter bis zur obersten Kajüte hinauf. Vor einer zerbrochenen Frontscheibe und einem Steuerrad, das so verrostet war, dass es sich nicht mehr drehen ließ, standen zwei Stühle. Aufgeweichtes Papier türmte sich in den Ecken. Ich durchwühlte die Schränke unter den Armaturen nach Konservendosen, verwertbaren Kleidungsstücken, Werkzeugen oder anderen Gegenständen, die ich mit in die Stadt zurücknehmen könnte. Ich stopfte einen Metallkompass und ein ausgefranstes Plastikseil in meinen Rucksack.

Wieder zurück an Deck, ging ich, das Hemd vor die Nase haltend, auf die Hauptkabine zu. Ich schob die gesprungene Glastür auf. Drinnen waren die Vorhänge zugezogen. Auf einem Sofa lag eingesunken in die modrigen Polster eine in eine Decke eingewickelte Leiche. Ich bewegte mich schnell und achtete darauf, durch den Mund zu atmen, während ich mit der Taschenlampe die Schränke ableuchtete und eine Konservendose ohne Etikett und einige feuchte Bücher fand. Ich sah mir gerade die Schäden an den Büchern an, da schwankte das Boot leicht unter meinen Füßen. In der Schlafkabine unter mir tappte jemand herum. Ich nahm das Messer und drückte mich gegen die Wand neben der Kabinentür, dann lauschte ich auf Schritte.

Die Treppen unten knarrten. Ich umklammerte das Messer. Auf der anderen Seite der Tür konnte ich jemanden atmen hören. Durch die Vorhänge fiel Licht, ein Sonnenstrahl tanzte über die Kabinenwand. Kurz darauf flog die Tür auf.

Eine Gestalt huschte herein. Ich packte sie am Kragen und riss sie zu Boden. Ich warf mich auf sie, drückte ihre Schultern mit den Knien auf den Boden und die Messerklinge an ihren Hals.

»Ich bin’s!« Quinns dunkle Augen sahen mich an. Sie konnte die Arme nicht heben.

Ich lehnte mich zurück, mein Herzschlag beruhigte sich. »Was machst du hier?«

»Dasselbe wie du«, sagte sie.

Während des Kampfes war mir das Hemd von Mund und Nase gerutscht, der Verwesungsgeruch im Raum drehte mir den Magen um. Ich half Quinn so schnell ich konnte auf. Sie klopfte ihre Kleider im Hinausgehen ab, die beißende salzige Luft draußen war eine Wohltat.

»Schau mal, was ich gefunden habe.« Sie hielt ein paar lila Turnschuhe hoch, deren Schnürsenkel zusammengeknotet waren. Auf dem runden Zeichen an den Knöcheln stand CONVERSE ALL STAR. »Die werd ich nicht eintauschen. Die behalte ich für mich.«

»Kann ich verstehen.« Ich lächelte sie an. Der Stoff war wie durch ein Wunder unbeschädigt und im Vergleich zu den meisten Dingen, die ich gefunden hatte, in ausgezeichnetem Zustand. Califia funktionierte mit einem Tauschsystem, doch darüber hinaus leisteten wir alle auf unterschiedliche Art und Weise unseren Beitrag – indem wir plünderten, kochten, Gemüse anbauten, jagten und die einstürzenden Häuser und Ladenfronten reparierten. Ich arbeitete im Buchladen, kümmerte mich um beschädigte Romane und Lexika, verlieh überschüssige Exemplare und bot für alle, die Interesse hatten, Lesekurse an.

Auf Quinns Hals war ein winziger Schnitt. Als sie darüberrieb, hatte sie Blut an den Fingern. »Es tut mir wirklich leid«, sagte ich. »Maeve warnt mich ständig vor Streunern.« Maeve war eine der Gründermütter, so wurden die acht Frauen genannt, die sich als Erste im Marin County niedergelassen hatten. Sie hatte mich aufgenommen und ich durfte ein Zimmer mit ihrer siebzehnjährigen Tochter Lilac teilen. Während meiner ersten Tage in Califia waren Maeve und ich jeden Morgen auf Erkundungstour gegangen. Sie hatte mir gezeigt, wo es sicher war und wie ich mich zur Wehr setzen musste, falls ich einem Streuner begegnete.

»Ich hab schon Schlimmeres erlebt«, sagte Quinn mit einem leisen Lachen. Sie kletterte über den Bootsrand auf den Strand. Sie war kleiner als die meisten Frauen in Califia und hatte lockige schwarze Haare und in ihrem herzförmigen Gesicht war alles klein und zusammengedrängt. Sie lebte mit zwei anderen Frauen auf einem Hausboot in der Bucht von San Francisco. Die meiste Zeit waren sie in den dichten Wäldern rings um die Siedlung auf der Jagd und brachten Hirsche und Wildschweine mit zurück.

Als sie mir über den steinigen Strand half, musterten ihre dunklen Augen mein Gesicht. »Wie geht es dir?«

Ich sah den Wellen zu, die auf den Sand trafen, das Wasser weiß und unermüdlich. »Schon viel besser. Es wird jeden Tag leichter.« Ich versuchte, heiter und glücklich zu klingen, doch es stimmte nur zum Teil. Bei meiner Ankunft in Califia war Caleb bei mir gewesen, sein Bein war nach einem Zusammenstoß mit den Soldaten des Königs verletzt. Doch er hatte die Siedlung nicht betreten dürfen. Keine Männer – so lautete die oberste Regel. Caleb hatte es die ganze Zeit gewusst und mich trotzdem hergebracht – allerdings nicht, damit wir zusammen sein konnten, sondern weil er es für den einzig sicheren Ort für mich hielt. Seitdem wartete ich darauf, von ihm zu hören, doch er hatte mir keine Nachricht über den Pfad geschickt, dem geheimen Netzwerk von Flüchtigen und Rebellen. Auch den Wächterinnen am Tor hatte er nichts für mich hinterlassen.

»Du bist erst seit ein paar Monaten hier. Es dauert eine Weile, bis man vergisst.« Quinn legte mir die Hand auf die Schulter und führte mich ans Ende des Strandes, wo das Hinterrad ihres Fahrrads aus dem Strandgras herausragte.

In jenen ersten Wochen in Califia war ich ziemlich abwesend gewesen. Ich saß mit den Frauen beim Abendessen und schob weichen weißen Fisch auf dem Teller hin und her, hörte nur mit halbem Ohr auf die Gespräche um mich herum. Quinn war die Erste, die mich zum Sprechen gebracht hatte. Wir hatten lange Nachmittage in einem wiederaufgebauten Restaurant in der Nähe der Bay miteinander verbracht und das Bier getrunken, das die Frauen in Plastikeimern selbst brauten. Sie erzählte mir von ihrer Schule, wie sie geflohen war, indem sie durch ein zerbrochenes Fenster gekrochen war und am Tor auf die Versorgungslaster gelauert hatte, die die Wochenration brachten. Ich erzählte ihr von meiner monatelangen Flucht. Die anderen Frauen kannten meine Geschichte in groben Zügen – der Pfad hatte schon eine kodierte Nachricht mit Einzelheiten über die Morde in Sedona über Funk gesendet. Die Frauen wussten, dass der König hinter mir her war, und sie hatten den verletzten Jungen gesehen, dem ich über die Brücke geholfen hatte. Doch erst in der Stille des Restaurants erzählte ich Quinn alles über Caleb, Arden und Pip.

»Genau das macht mir ja Angst«, sagte ich. Die Vergangenheit begann zu verblassen, alles, was passiert war, wurde mit jedem Tag, den ich in Califia verbrachte, verschwommener. Es fiel mir immer schwerer, mich an Pips Lachen oder das Grün von Calebs Augen zu erinnern.

»Ich verstehe deine Gefühle für ihn«, sagte Quinn und fuhr sich durch ihre schwarzen Haare. Bis auf eine trockene Stelle an der Nase, die von der Sonne gerötet war und sich schälte, war ihre karamellfarbene Haut makellos. »Aber es wird leichter. Du brauchst einfach Zeit.«

Ich trat auf ein Stück Treibholz und freute mich, als es in der Mitte durchbrach. Wir konnten uns glücklich schätzen – das wusste ich. Jedes Mal, wenn ich beim Essen den Tisch hinuntersah, dachte ich an die Dinge, denen wir entronnen waren, wie viele Mädchen noch in den Schulen eingesperrt waren und dass noch mehr Menschen unter der Kontrolle des Königs in der Stadt aus Sand lebten. Doch das Wissen, in Sicherheit zu sein, machte den Albträumen kein Ende: Caleb allein in irgendeinem Raum, eine getrocknete schwarze Blutlache um seine Beine. Die Bilder wirkten jedes Mal so real, dass ich davon mit pochendem Herzen aufschreckte, die Laken schweißdurchnässt.

»Ich will bloß wissen, dass er am Leben ist«, brachte ich heraus.

»Vielleicht erfährst du das nie«, sagte Quinn mit einem Schulterzucken. »Ich habe auch Menschen zurückgelassen. Eine Freundin von mir wurde auf der Flucht gefangen genommen. Ich habe ständig an sie gedacht und mir den Kopf zerbrochen, was ich hätte tun können. Hätten wir durch einen anderen Ausgang gehen sollen? Was wäre gewesen, wenn ich hinter ihr gelaufen wäre? Erinnerungen können einen zerstören, wenn man es zulässt.«

Das war mein Stichwort, was Quinn anbelangte: Genug. Ich redete schon mit keinem anderen mehr darüber, sondern schleppte die Gedanken wie Steine mit mir herum, um ihr Gewicht zu spüren. Lass die Vergangenheit ruhen, hatte Maeve mir eines Tages geraten. Jede von uns hat etwas, das sie vergessen muss.

Wir liefen am Rande des Strands entlang, unsere Füße versanken im Sand. Über uns kreisten Möwen. Mein Fahrrad war auf der anderen Seite des Hügels versteckt. Ich zog es aus einem dornigen Gebüsch und schob es auf Quinn zu. Sie saß auf ihrem, einen Fuß auf dem Pedal, und band ihre Haare mit einer Schnur zusammen. Sie trug ein weites türkisfarbenes T-Shirt mit der Aufschrift I♥NY in Blockbuchstaben. Es war vorne etwas kürzer und entblößte die rosa Narben auf ihrem Bauch. Sie hatte mir erzählt, wie sie geflohen war, aber sie redete weder über die drei Jahre, die sie in der Schule verbracht hatte, noch über die Kinder, die sie dort geboren hatte. Beim Anblick der Schwangerschaftsstreifen musste ich an Ruby und Pip denken.

Wir fuhren schweigend mit dem Fahrrad die Straße hoch, das einzige Geräusch war der Wind, der in den Bäumen raschelte. Vom Berg waren Steinbrocken auf den Asphalt gestürzt und hatten Äste mitgerissen, die uns Löcher in die Reifen bohren konnten. Ich konzentrierte mich deshalb darauf, ihnen auszuweichen.

Irgendwo weit entfernt war ein Schrei zu hören.

Ich warf einen Blick über die Schulter und versuchte auszumachen, woher er kam. Der Strand war verlassen und die Flut stieg, die Felsen und der Sand verschwanden im endlosen Schäumen der Wellen. Quinn bog von der Straße ab und ging hinter den dichten Bäumen in Deckung. Sie gab mir ein Zeichen, es ihr nachzutun. Wir kauerten uns mit den Messern in der Hand ins Dickicht, bis schließlich eine Gestalt auf der Straße auftauchte.

Harriet kam langsam in Sicht, ihr Gesicht war seltsam verzerrt, als sie mit dem Rad auf uns zufuhr. Sie war eine der Gärtnerinnen, die frische Kräuter und Gemüse an die Restaurants von Califia verteilten. Sie roch immer nach Pfefferminze. »Harriet – was hast du?«, rief Quinn und ließ sofort das Messer sinken.

Harriet sprang vom Rad und kam auf uns zu, der Wind hatte ihre Haare wild zerzaust. Vorgebeugt und die Hände auf die Knie gestützt, rang sie nach Luft. »In der Stadt tut sich etwas. Auf der anderen Seite der Brücke ist jemand.«

Quinn drehte sich zu mir. Seit meiner Ankunft hatten Wachen am Eingang von Califia gestanden und die zerstörte Stadt San Francisco mit Ferngläsern nach Soldaten des Königs abgesucht. Doch es war kein Licht gesichtet worden. Keine Jeeps, keine Männer.

Bis zu diesem Augenblick.

Quinn zerrte ihr Rad aus dem Unterholz und schob es die Straße hinauf, mich zog sie hinter sich her. »Sie haben dich gefunden«, sagte sie. »Uns bleibt nicht viel Zeit.«

ZWEI

Harriet bog um die Kurve. »Deswegen haben wir einen Plan«, sagte Quinn und fuhr neben mir, damit ich sie hören konnte. Sie warf mir einen Seitenblick zu, ein paar zerzauste schwarze Locken hingen ihr in die Augen. »Dir wird nichts passieren.«

»Das Gefühl habe ich nicht«, sagte ich und drehte mich weg, damit sie mein Gesicht nicht sehen konnte. Mir schnürte es die Brust zu, jeder Atemzug schmerzte. Man hatte mich aufgespürt. Der König war nah und kam immer näher.

Quinn ging scharf in die Kurve. Der bröckelnde Rand der über fünfzehn Meter hohen Klippe war nur ein oder zwei Meter entfernt. Als wir die Straße zur Brücke hinauffuhren, umklammerte ich den nun schweißfeuchten Lenker. Es gab Gerüchte, dass das Regime über die Frauenkommune in den Hügeln von Sausalito Bescheid wusste. Sie hielten sie allerdings für eine kleine Gruppe weiblicher Streuner, nicht für den geheimen Zufluchtsort des Pfads. Das letzte Mal hatten sie die Siedlung vor ungefähr fünf Jahren durchsucht, die Frauen hatten sich damals in den Hügeln verteilt und über Nacht versteckt. Die Soldaten waren an den Häusern und Wohnungen vorübergegangen, ohne die von dichten Efeudecken getarnten Unterschlüpfe zu bemerken.

Vor uns wurde die Brücke sichtbar. Die hoch aufragende rote Konstruktion war Schauplatz eines großen Feuers gewesen. Auf ihr türmten sich ausgebrannte Autos, Schutt von herabgestürzten Trägern und Kabeln und die Skelette derjenigen, die bei der Flucht aus der Stadt dort stecken geblieben waren. Ich klammerte mich an Quinns Worte: Deswegen haben wir einen Plan. Falls Soldaten gesichtet wurden, würden Quinn und ich Sausalito verlassen und erst anhalten, wenn wir im tiefen Labyrinth der Muir Woods waren, jenem Schutzgebiet mit jahrhundertealten Mammutbäumen, in dem die Frauen vor Jahren einen Untergrundbunker gebaut hatten. Ich würde dort bleiben und mich von den eingelagerten Vorräten ernähren, während die Soldaten Califia durchsuchten. Die anderen Frauen würden gen Westen gehen, nach Stinson Beach, wo sie die Razzia in einem verlassenen Motel abwarten würden. Sie waren schon gefährdet genug, wenn die Siedlung entdeckt wurde … aber noch viel mehr, wenn die Soldaten herausfanden, dass sie mich vor dem König versteckt hatten.

»Auf der anderen Seite bewegt sich etwas«, rief Isis vom Eingang nach Califia, der hinter dichtem Gestrüpp versteckt lag. Sie beugte sich über den Felsvorsprung, ihr schwarzes Haar war mit einem Halstuch zusammengebunden, in der Hand hielt sie ein Fernglas. Wir ließen die Fahrräder auf den Boden fallen und stellten uns neben sie. Maeve thronte auf der Falltür hinter dem Vorsprung und verteilte zusätzliche Gewehre und Munition.

Sie drückte Harriet ein Gewehr in die Hand, dann reichte sie Quinn eines. »Stellt euch an der Wand auf.« Die Frauen folgten ihrem Befehl. Sie war eine der jüngsten Gründermütter und verkündete am lautesten, was von jedem in der Siedlung erwartet wurde. Groß, mit sehnigen Muskeln und blonden Zöpfen, sah Maeve noch genauso aus wie an dem Tag, als ich sie am Eingang nach Califia zum ersten Mal gesehen hatte. Sie war es gewesen, die Caleb weggeschickt hatte. Ich hatte das Zimmer in ihrem Haus angenommen, die Nahrung und die Kleider, die sie mir gegeben hatte, die Arbeit im Buchladen, weil ich wusste, dass es ihre Art war, das Unaussprechliche zu sagen: Es tut mir leid, aber ich musste es tun.

Ich nahm ein Gewehr und stellte mich zu den anderen Frauen, die Waffe lag kalt und schwer in meinen Händen. Ich erinnerte mich an das, was Caleb gesagt hatte, damals, als ich in seinem Camp lebte: Einen Soldaten des Neuen Amerika zu töten, ist ein Vergehen, das mit dem Tode bestraft wird. Ich dachte an die beiden Soldaten, die ich in Notwehr erschossen hatte. Wir hatten ihre Leichen neben dem Regierungsjeep auf der Straße liegen lassen. Den dritten Soldaten hatte ich mit der Waffe gezwungen, uns Richtung Califia zu fahren, seine Hände hatten zitternd das Lenkrad umklammert. Caleb lag zusammengesackt und blutend auf dem Rücksitz. Der Soldat war jünger gewesen als ich – kurz vor San Francisco ließ ich ihn laufen. »Maeve, brauchen wir die Gewehre wirklich? Wir sollten sie nicht einsetzen …«

»Wenn sie die Flüchtigen finden, werden sie sie alle zurück in ihre Schulen bringen, wo die Mädchen die nächsten Jahre schwanger und so mit Drogen vollgepumpt zubringen werden, dass sie ihren eigenen Namen nicht mehr wissen. Das können wir nicht zulassen.« Sie lief die Reihe der Frauen ab und drückte jeder die Schultern in die richtige Position, um sie auf ihr Ziel auszurichten.

Ich sah über den Gewehrlauf auf die Brücke und das graue Meer und versuchte, nicht weiter über Maeves Ausführungen nachzudenken. Sie hatte nicht erwähnt, was mit mir passieren würde. Vielmehr hatte ihre Feststellung etwas Anklagendes – als hätte ich die Soldaten persönlich eingeladen.

Ich lauschte auf Harriets Atem. Wir beobachteten weiter die Gestalten, die über die Brücke kamen. Aus dieser Entfernung konnte ich nur zwei dunkle Umrisse erkennen – einer kleiner als der andere – die sich zwischen den ausgebrannten Autos hindurchschlängelten. Nach einer Weile legte Isis den Feldstecher weg.

»Er hat einen Hund dabei«, sagte sie. »Einen Rottweiler.«

Maeve nahm das Fernglas. »Haltet die Gewehre im Anschlag und zögert nicht, beim ersten Übergriff zu schießen.« Die zwei Gestalten kamen näher. Der Mann ging gebeugt, sein schwarzes Hemd tarnte ihn auf dem verkohlten Asphalt.

»Er trägt keine Uniform.« Quinn lockerte den Griff um das Gewehr.

Maeve hielt das Fernglas vors Gesicht. »Das hat nichts zu bedeuten. Wir haben sie früher auch schon ohne Uniform gesehen.« Ich musterte die Gestalt und suchte nach Ähnlichkeiten mit Caleb.

Als er nur noch zweihundert Meter entfernt war, blieb er neben einem Auto stehen, um sich auszuruhen. Er spähte forschend zum Hügel hinauf und suchte wahrscheinlich nach einem Lebenszeichen. Wir duckten uns noch tiefer hinter den Felsvorsprung, doch der Mann wandte seinen Blick nicht ab. »Er sieht uns«, zischte Harriet, die Wange gegen den Stein gepresst. Der Mann griff in seinen Rucksack und zog etwas heraus.

»Ist das eine Waffe?«, fragte Isis.

»Das kann ich nicht erkennen«, erwiderte Maeve. Isis legte den Finger auf den Abzug.

Der Mann kam näher, er wirkte plötzlich entschlossen, Quinn richtete das Gewehr auf ihn. »Stehen bleiben!«, schrie sie ihm entgegen, dabei hielt sie sich so tief hinter dem Vorsprung, dass er sie nicht sehen konnte. »Keinen Schritt weiter!« Doch nun rannte der Mann. Der Hund hielt sich neben ihm, sein schwerer schwarzer Körper keuchte vor Anstrengung.

Maeve rutschte vorsichtig nach vorn und flüsterte Quinn etwas ins Ohr. »Lass ihn nicht von der Brücke. Egal, was passiert.«

Ihre Augen verrieten nicht, was sie dachte. An dem Tag, als ich mit Caleb über die Brücke kam, waren wir unsäglich müde gewesen, die vergangenen Wochen lasteten auf uns und machten jeden Schritt zur Qual. Calebs Hosenbein war von der Stichwunde blutdurchtränkt gewesen, der Stoff an den Stellen, wo das Blut bereits getrocknet war, steif und zerknittert. Maeve hatte mit demselben harten Gesichtsausdruck am Eingang nach Califia gestanden und einen Pfeil auf meinen Oberkörper gerichtet. Ganz gleich, welche Bedrohung der Mann darstellte, in diesem Augenblick bestand seine Schuld bloß darin, dass er sich zu weit vorgewagt hatte – weiter nichts. Ich nahm Maeve den Feldstecher aus den Händen.

Der Mann näherte sich zügig dem Ende der Brücke. »Keinen Schritt weiter!«, brüllte Quinn erneut. »Stehen bleiben!«

Ich hielt das Fernglas ruhig, um ihn besser sehen zu können. Plötzlich blickte er für einen Augenblick auf. Sein Gesicht hatte mit den tief liegenden Augen und den eingefallenen Wangen etwas Leichenhaftes. Seine Lippen waren nach Tagen ohne Wasser grau und aufgesprungen, der Kopf war kahlrasiert. Doch irgendetwas kam mir vertraut vor.

Ich sah auf Quinns Gewehr und dann auf die Gestalt, die auf das Ende der Brücke zurannte und dabei umgestürzten Autos und verkohlten Trümmerbergen auswich. »Nicht schießen!«, brüllte ich.

Ich lief den Berg hinunter, das dichte Gebüsch zerkratzte meine Beine. Ich ignorierte Maeves Rufe hinter mir. Stattdessen klemmte ich mir das Gewehr unter den Arm und behielt die Gestalt im Blick, während ich auf sie zurannte. »Arden«, flüsterte ich mit einem Kloß im Hals. Sie war stehen geblieben, einen Arm auf die Kühlerhaube eines Lasters gestützt, stand sie vornübergebeugt und rang nach Luft. Sie sah mich an und lächelte, Tränen liefen ihr über die Wangen. »Du bist hier.«

Der Hund wollte sich auf mich stürzen, doch Arden hielt ihn zurück und flüsterte ihm etwas Beruhigendes ins Ohr. Ich rannte auf sie zu und blieb erst stehen, als wir uns gegenüberstanden. Ich schlang fest die Arme um ihren zerbrechlichen Körper. Ihre Haare waren abrasiert, sie hatte zehn Kilo abgenommen und ihre Schulter blutete – doch sie war am Leben.

»Du hast es geschafft«, sagte ich und drückte sie fester an mich.

»Ja«, brachte sie heraus, ihre Tränen durchnässten mein Hemd. »Ich hab es geschafft.«

DREI

An diesem Abend nahm ich Arden mit in Maeves Haus. Das schmale zweistöckige Gebäude war mit sechs weiteren verbunden, die ganze Reihe schmiegte sich an den Abhang. Da sich Unterkünfte einfacher verbergen ließen, wenn sie verteilt lagen, war von den sechs Häusern nur ihres bewohnt. Die Wände waren an vielen Stellen ausgebessert, der Boden ein Mosaik aus unterschiedlichen Fliesen. Arden und ich waren in einem kleinen Schlafzimmer im ersten Stock, im Laternenlicht schimmerte unsere Haut rosig. Maeve schlief nebenan, neben ihr Lilac.

Arden zog ihr langes schwarzes Hemd aus, stellte sich im Unterhemd vor die Kommode und presste ein feuchtes Handtuch auf ihr Gesicht und ihren Hals. »Als ich hier ankam und du warst nicht da, habe ich schon das Schlimmste befürchtet«, sagte ich gegen das Etagenbett gelehnt, in dem ich schlief. Die Blümchentapete des Zimmers löste sich an mehreren Stellen, einige Bahnen waren mit Reißzwecken festgesteckt. »Ich dachte, die Soldaten hätten dich gefunden. Du würdest irgendwo festgehalten, gefoltert oder …« Ich hielt inne, ich wollte nicht weiterreden.

Arden bearbeitete ihre Haut mit dem Handtuch und rieb die Schmutzflecken von den Armen. Im Licht der Laterne konnte ich jeden ihrer Wirbel erkennen, sie ähnelten unter ihrer Haut kleinen Kieseln. Ich erinnerte mich an den Tag, als ich sie das letzte Mal gesehen hatte, damals, als wir uns hinter dem Schuppen versteckt hatten. Ihre Wangen waren voll gewesen, ihre Augen wachsam. Nun war sie so mager, dass ihre Schulterblätter herausstanden. Ihre Kopfhaut war voller frischer Schorfstellen.

»Sie haben mich nie gekriegt«, sagte sie, ohne sich umzudrehen. Sie betrachtete sich in dem zersprungenen Spiegel, der ihr Spiegelbild in zwei Teile schnitt. »An dem Tag, als ich dich bei Marjories und Otis’ Haus verließ, verfolgten mich die Soldaten durch den Wald. Als ich den Stadtrand erreichte, hatte ich sie abgehängt, doch ich konnte mich nirgendwo verstecken. Ich fand diese Metallklappe auf der Straße, einen Gulli, und stieg hinunter. Ich folgte einfach den Tunneln, watete durch den Abwasserschlamm und wartete darauf, dass sie mich dort aufspüren würden. Aber sie fanden mich nicht.«

Der Riesenhund lag mit dem Kinn auf dem Boden zu ihren Füßen. Ich ließ ihn nicht aus den Augen, denn ich hatte noch die Warnungen aus der Schule im Kopf, dass Menschen von Rudeln wilder streunender Hunde zerfleischt worden waren. »Wo hast du ihn gefunden?«, fragte ich und deutete mit einem Kopfnicken auf das Tier, dessen Kopf fast so groß war wie meiner.

»Sie hat mich gefunden«, lachte Arden und legte das Handtuch weg. »Ich habe ein Eichhörnchen gebraten. Vermutlich hat sie ihr Rudel verloren und hatte Hunger. Ich gab ihr also etwas zu fressen. Da fing sie an, mir hinterherzulaufen.« Sie kniete sich auf den Boden und umfasste den Kopf des Hundes. »Du darfst Heddy nicht nach ihrem Aussehen beurteilen – sie ist wirklich lieb. Stimmt’s, altes Mädchen?«

Als Arden lächelnd zu mir hochsah, bemerkte ich eine dicke rote Wunde von ihrem Schlüsselbein zu ihrer rechten Brust hinunter. An manchen Stellen blutete sie noch leicht. Schon der Anblick ließ mich zusammenzucken. »Du bist ja verletzt«, sagte ich und stand auf, um mir die Wunde genauer anzusehen. »Was ist passiert? Wer hat dir das angetan?« Ich fasste sie an der Schulter und drehte sie ins Licht.

Arden schlug meine Hand weg. Sie fischte das Handtuch aus dem Waschbecken und legte es auf ihren Hals. »Ich will nicht darüber reden. Jetzt bin ich hier und es fehlt mir weder ein Arm noch ein Auge. Belassen wir es dabei.«

»Nein, das tun wir nicht«, erwiderte ich, doch Arden kletterte schon in das untere Bett. Sie warf sich neben Lilacs alte Puppen. Die meisten waren nackt, ihre Haare nach jahrelanger Vernachlässigung verfilzt. »Arden«, sagte ich noch einmal bittend. »Was ist passiert?« Die Hündin folgte mir zur Leiter und fiepte, als sie unentschlossen vor dem Bett stehen blieb.

Arden seufzte. »Das willst du nicht wissen.« Sie presste das feuchte Handtuch auf ihren Oberkörper und wollte mich loswerden, doch ich rührte mich nicht.

»Erzähl es mir.«

Sie drehte sich zu mir, im Schimmer der Laterne sahen ihre Augen glasig aus. »Ich habe mich verlaufen«, sagte sie mit leiser Stimme. »Deshalb habe ich so lange gebraucht, um hierherzukommen. Ich habe Sedona in nördlicher Richtung verlassen und dann fand ich Heddy. Wir waren ungefähr eine Woche zusammen, da wurde es so heiß, dass ich tagsüber kaum weiterlaufen konnte. Heddy rannte ständig ins Gebüsch, um der Sonne zu entkommen. Schließlich beschloss ich, dass wir die Hitzewelle einfach aussitzen und uns einen Platz zum Ausruhen suchen würden.« Sie rieb das feuchte Tuch über ihre aufgerissenen Lippen, um die abgestorbene Haut abzurubbeln. »Wir brachten unsere Sachen in diese unterirdische Garage. Mit jeder Rampe, die wir hinunterliefen, wurde es kühler, angenehmer, aber auch dunkler. Ich wollte gerade eine Autotür öffnen, da hörte ich die Stimme eines Mannes. Er brüllte, doch nichts von dem, was er sagte, ergab irgendeinen Sinn.«

Ich legte mich neben sie und rollte mich in Embryohaltung zusammen. Ihr Mund verzog sich zu einem schwachen Lächeln und sie starrte zur oberen Matratze hinauf, deren Sprungfedern gegen den Stoff drückten. »Es war zwar dunkel, aber ich konnte ihn riechen. Es war ekelhaft. Er packte mich und warf mich auf die Kühlerhaube des Wagens. Er würgte mich und ich spürte die Klinge an meinem Hals. Und bevor ich überhaupt nachdenken konnte, lag er auf dem Boden und Heddy war auf ihm. Sie hörte erst auf, als er keinen Laut mehr von sich gab.« Ich sah auf den dreckverkrusteten Kopf der Hündin. An ihrem Hals waren haarlose Stellen, wo die Haut pockennarbig und schorfig war. »Eine solche Stille habe ich noch nie gehört.«

»Ich hasse mich dafür, dass ich nicht da war«, sagte ich. »Es tut mir so leid, Arden.«

Arden nahm das Handtuch von ihrem Hals. »Bis wir draußen im Licht waren, fiel mir überhaupt nicht auf, dass er mich erwischt hatte. Heddy und ich waren voller Blut.« Die Hündin sprang aufs Bett und legte sich an unsere Füße, die Matratze gab unter ihrem Gewicht nach. Sie legte ihr Kinn neben Ardens Fuß. »Ohne sie wäre ich tot.«

Arden fuhr sich über den Kopf. Trotz des schwarzen weichen Flaums, der nachwuchs, konnte ich ihre Kopfhaut sehen. »Das ist der Grund, warum ich das gemacht habe. Ich dachte, es wäre sicherer, als Mann unterwegs zu sein. Danach haben mich nur ein paar Streuner entdeckt und sie haben mich in Ruhe gelassen. Ein einzelner Mann in der Wildnis zieht nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich wie eine Frau.«

»Ich hoffe, du hast recht«, sagte ich, meine Gedanken drifteten wieder zu Caleb. Mein Blick blieb am Fenster hängen. Maeves Haus befand sich am Ende der Straße, die zum Wasser hinunterführte. Ich konnte nur das Spiegelbild des Mondes auf der Oberfläche der Bay erkennen. »Caleb hat mich gefunden, nachdem du weg warst. Er hat mich aufgespürt und wir kamen gemeinsam hierher.«

»Er durfte nicht bleiben, oder?«, fragte Arden. Sie zog eine Häkeldecke über sich, ihre Finger bohrten sich durch die farbenfrohen Wolldreiecke. »Sie hielten es für zu gefährlich?«

»Sein Bein war verletzt. Er konnte kaum laufen«, sagte ich. Ich umklammerte mit den Händen ein Stück Decke, ich wollte nicht an diesen Moment am Ende der Brücke zurückdenken.

Arden rutschte an die Wand. Sie schob die Zehen unter Heddy, die noch immer zusammengerollt am Fußende lag, ihr lauter Atem war im ganzen Zimmer zu hören. »Er findet bestimmt zurück zur Höhle«, versuchte sie, mich zu trösten. »Er lebt seit Jahren in der Wildnis. Er wird schon klarkommen.«

Ich zog vorsichtig die Decke über mich, um die Hündin nicht aufzuschrecken. »Ja, ich weiß«, sagte ich leise und drückte meine Wange gegen das muffige Kissen. Doch die Gedanken kamen wieder. Ich stellte mir Caleb in einem verlassenen Haus vor, mit schlimm entzündetem Bein.

Arden schloss die Augen. Ihr Gesicht entspannte sich, ihre Züge wurden weicher. Sie schlief problemlos ein, mit jeder Minute umklammerte sie die Decke ein bisschen weniger. Ich rückte näher an sie heran und schmiegte den Kopf an ihre Schulter. So lag ich eine Weile und lauschte ihren Atemzügen; jeder eine leise Erinnerung daran, dass ich nicht länger allein war.

VIER

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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