Everflame - Tränenpfad - Josephine Angelini - E-Book
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Beschreibung

Zwischen den Welten, mitten ins Herz. Mit letzter Kraft rettet sich Lily aus dem "Crucible"-Reich zurück in das reale Salem. An ihrer Seite ist Rowan, der sich in die neue Welt und in Lily verliebt. Doch die mächtige Lillian zwingt Lily zur Rückkehr, die nun lernt, zwischen den Welten zu wandeln und angesichts von Katastrophen und Zerstörung immer mehr wie Lillian wird. Zuviel für Rowan und seine Gefühle. Wird Lily sich für die richtige Seite entscheiden und gibt es die sagenumwobene Hexe des Westens tatsächlich? Band 2 der magischen Trilogie von Bestseller-Autorin Josephine Angelini.

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MOBI

Seitenzahl:530

Beliebtheit


 

 

 

Für Pia

1

Lily trieb auf einem Floß aus Schmerz. Panische Angst veranlasste sie, sich daran festzuklammern. Wenn sie hinunterfiel, würde sie in der erstickenden Dunkelheit ertrinken, die wie ein Ozean unter der funkelnden Oberfläche des Lebens lauerte. Sie hätte nur zu gern losgelassen, aber ihre Furcht ließ es nicht zu. Wenn die Schmerzen unerträglich wurden, wäre das vielleicht das Ende der Angst. Dann konnte sie sich in das gedämpfte Wasser des Todes hinabsinken lassen.

Aber die Angst nahm kein Ende. Und Lily wusste, dass sie nicht loslassen konnte. Sie war eine Hexe. Hexen sterben nicht stumm in der kalten Stille des Wassers. Hexen sterben schreiend im lärmenden Schlund des Feuers.

»Mach die Augen auf«, flehte Rowan verzweifelt. Lily kämpfte sich zurück zum Klang seiner Stimme und zwang sich zu tun, worum er sie bat. Sein rußverschmiertes Gesicht lächelte auf sie herab. »Da bist du ja«, wisperte er.

Sie versuchte, das Lächeln zu erwidern, aber ihre Haut war zu stramm und zu wund und ihr Gesicht bewegte sich nicht. Das Einzige, was sie schmeckte, war Blut.

»Kennst du diese Gegend?«, fragte er und sah sich besorgt um. »Ich habe so etwas noch nie gesehen.« Er hob sie ein wenig an, damit sie sich umsehen konnte.

Es war dunkel. Lily spürte Asphalt unter ihrer Hand und erkannte, dass sie auf einer Straße lagen. Etwas klimperte, als sie sich bewegte. Die Fesseln und Ketten vom Scheiterhaufen hingen noch an ihren Handgelenken und beschwerten ihre Arme. Sie konzentrierte sich und sah die Straße hinunter. Es schneite. Die wenigen Laternen standen in weiten Abständen. Beiderseits der Landstraße lagen Wälder, aber nicht diese unglaublich dichten, alten Wälder aus Rowans Welt. Dies waren junge Wälder. Ihre Wälder.

Die gewundene Straße und die hügelige Landschaft wirkten vertraut. Lily kannte diese Gegend. Sie waren zwei Ortschaften von Salem entfernt, in Wenham. Ihr war nicht klar gewesen, dass ihr Scheiterhaufen so weit von den Stadtmauern von Salem entfernt errichtet worden war. Das Schlachtfeld im anderen Salem musste gigantisch gewesen sein und sie hatte es mit Blut getränkt.

»Ich glaube, wir sind auf der Topsfield Road«, krächzte Lily. »Ein Stück vor uns liegt eine Farm.«

»Eine Farm?«, sagte Rowan und starrte mit zusammengekniffenen Augen in den Wald. Lichter blitzten auf und Rowans Kopf fuhr herum.

»Auto«, keuchte Lily, deren Stimme versagte. »Müssen von der Straße runter.«

»Du hast schlimme Verbrennungen«, widersprach Rowan zögernd.

»Müssen weg. Werden sonst überfahren.«

Nur widerstrebend wollte Rowan sie hochheben, doch Lily schrie schon los, bevor er sie richtig in den Armen hatte. Es fühlte sich an, als zöge er ihr die Haut ab.

Das Schmerzfloß trieb auf einen Wellenberg und nahm Lily mit sich. Für einen kurzen Augenblick war ihr Geist vom Körper getrennt. Die Scheinwerfer kamen näher und blendeten sie. Reifen quietschten. Autotüren wurden zugeschlagen. Während sie auf ihrem Floß davonfuhr, hörte sie eine vertraute Stimme.

»Geh und hilf ihm, Juliet«, befahl die Stimme. »Vorsicht! Sie ist ganz verbrannt.«

»Mom?«, wisperte Lily und versank wieder in der nassen Dunkelheit.

Juliet betrachtete das schwer verletzte Mädchen, das dort mitten auf der Straße lag. Sie konnte nicht fassen, dass dies wirklich ihre kleine Schwester sein sollte. Dieses Mädchen war am ganzen Körper verbrannt und blutig, aber die gequälte Stimme war unverkennbar. Das war Lily.

Ein total aufgelöst wirkender junger Mann beugte sich über sie. Jemanden wie ihn hatte Juliet noch nie gesehen. Seine Hände und Unterarme waren ebenfalls verbrannt, der Rest seines Körpers war jedoch in Leder gehüllt – blutgetränktes Leder. Juliet wurde das beunruhigende Gefühl nicht los, dass es nicht sein eigenes Blut war. An einem Gurt am Rücken trug er zwei kurze, blutverschmierte Schwerter, und seine rußigen Hände wirkten, als wüsste er damit umzugehen. An seinem Gürtel hing ein ganzes Sortiment silberner Dolche, die mit einem Riemen am Oberschenkel befestigt waren. Er hatte etwas Gefährliches, Unbezähmbares an sich.

»Mach schon, Juliet!«, befahl Samantha. Es war die Stimme ihrer Mutter, die zum ersten Mal seit langer Zeit vollkommen ruhig und vernünftig klang, die Juliet aus ihrer Erstarrung riss. Sie trat näher, hockte sich neben den Fremden und bemerkte erst da etwas Silbernes an den Handgelenken ihrer Schwester.

»Wieso trägt Lily Ketten?«, fragte sie empört, aber dennoch leise, damit er nicht merkte, wie sehr ihre Stimme zitterte. Als sie hochblickte, um in die Augen des Fremden zu sehen, fiel ihr Blick auf etwas an seinem Hals. Es war ein großer Edelstein, der ein pulsierendes, dunkles Licht zu verströmen schien – falls es so etwas wie dunkles Licht gab. Sie blinzelte und wandte den Blick ab. Dieses merkwürdige Juwel wirkte verstörend, übte zugleich aber auch eine unerklärliche Anziehungskraft auf sie aus.

»Samantha, kennst du mich?«, fragte der seltsame Fremde. Juliet war starr vor Angst. Wer war dieser Kerl?

»Woher weißt du den Namen meiner Mutter?«, fragte sie.

»Ja, ich kenne dich, Rowan«, antwortete Samantha und erstickte Juliets Frage mit einer ungeduldigen Handbewegung. »Was sollen wir tun?«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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