Ewige Gefährten - Karin Kaiser - E-Book
Beschreibung

Marisa, die die Gabe hat, magische Wesen unter den Menschen zu erkennen, lernt eines Abends den attraktiven Vampir Rafael kennen. Sofort fühlen die beiden sich zueinander hingezogen, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Sind sie Ewige Gefährten?

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Seitenzahl:36


Karin Kaiser

Ewige Gefährten

Schattenberührt

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Kapitel 1

Marisa

 

 

Eigentlich hätte ich ja sauer sein müssen, dass Stella mich heute versetzt hatte. Eine halbe Stunde hatte ich mir schon die Beine in den Bauch gestanden und gewartet. Nach weiteren zehn Minuten hatte sie abgesagt, weil es ihr angeblich schlecht war. Nun ja, ehrlich gesagt, waren wir nur Studienkolleginnen und nicht wirklich Freundinnen. Noch nicht. Oder auch nie. Ich vermisste sie jedenfalls nicht sonderlich. Schuld daran war unter anderem der Mann am anderen Ende der Bar. Er war groß, hatte langes, dunkles Haar, das im Nacken zusammengefasst war und faszinierende Augen, die immer zwischen einem katzenhaften sandfarbenen und einem warmen Honigton changierten. Jedes Mal, wenn ich zufällig aufblickte, schenkte er mir ein Lächeln, das meinen Blutdruck in große Höhen schnellen ließ. Vor allem, weil seine Augen im Halbdunkel des Clubs so geheimnisvoll leuchteten. Nun, heutzutage war es ja möglich, sich farbige Kontaktlinsen einzusetzen, und es gab einige Gothics, die sich damit ein Vampir-Image zulegten, um jeweils das andere Geschlecht zu beeindrucken. Doch das hier war nicht einfach ein durchgeknallter Gothic. Das hier war ein waschechter Vampir. Ich wusste nicht warum, doch ich hatte schon von Kindesbeinen an ein Gespür für magische Wesen. Und von denen liefen in unserer Welt jede Menge herum, ohne dass die meisten Menschen dies überhaupt bemerkten. Und ich erkannte ebenso Menschen, die diese Wesen als das sahen, was sie waren. Es war ein merkwürdiges Talent, aber es hatte mir schon einige interessante Bekanntschaften eingebracht. Bis jetzt hatten sich lediglich ein paar Elfen und Werwölfe für mich interessiert. Jedoch waren mir die Elfen zu eitel und die Werwölfe viel zu dominant. Ich hatte diese Art Männer schnell ad acta gelegt. Da ich ihnen damit gedroht hatte, ich würde ihre Identität auffliegen lassen, wenn sie mich belästigten, ließen diese Typen mich auch in Ruhe. Aber ein Vampir war mal etwas anderes. Mich faszinierte die raubtierhafte Eleganz, mit der diese Wesen sich bewegten und deren leuchtende Augen. Zudem war dies der erste Vampir, der sich für mich interessierte. Dieser Abend versprach spannend zu werden. Ich blickte von meinem Getränk auf und direkt in zwei leuchtende Vampiraugen. Er lächelte mich wieder an und kam auf mich zu, was meinen Herzschlag noch weiter beschleunigte. Jetzt mischte sich doch ein wenig Angst zu meiner Faszination. Wollte er sich von meinem Blut nähren? Oder wollte er ein zusätzliches Sex-Abenteuer? Letzterem war ich weiß Gott nicht abgeneigt. Meine letzte Beziehung war vor zwei Jahren in die Brüche gegangen und seitdem hatte es keinen Mann in meinem Leben gegeben. Ich konnte die Sehnsucht beinahe körperlich spüren, endlich wieder berührt und geküsst zu werden. Und Sex mit einem Vampir hatte durchaus etwas. Einen Augenblick später umhüllte mich ein schwerer, süßer Lilienduft, gemischt mit Tabak und Leder.

»Bist du alleine hier?«, sprach der Vampir mich an und das dunkle, rauchige Timbre seiner Stimme wirkte äußerst erregend.

Mein Herzschlag legte noch einen Zahn zu.

»Ja. Meine Freundin hat mich versetzt«, antwortete ich und war erstaunt, wie leicht es mir fiel, ihm zuzulächeln. Normalerweise war ich etwas zurückhaltender gegenüber fremden Menschen.

»Es wundert mich ja, dass eine hübsche Frau wie du so lange alleine an der Bar steht, ohne männliches Interesse zu erregen«, antwortete der junge Mann.

Er schenkte mir ein Lächeln, das so offen und sympathisch wirkte, gleichzeitig aber auch sehr sinnlich herüberkam. Sein Blick glitt genussvoll über mein Gesicht, blieb an meinen Lippen hängen und wanderte weiter über meinen restlichen Körper. Dies jagte ausnehmend angenehme Schauer durch mein Inneres.

»Ich bin vielleicht zu unscheinbar«, erwiderte ich und sandte ihm einen herausfordernden Blick zu, den er mit einem Lachen beantwortete.

»Und um keine Antwort verlegen. Wie heißt du?«

»Marisa. Und du?«

»Ich bin Rafael.«

»Oh, wie der Erzengel«, rutschte es mir heraus.

Ob das einem Vampir gefiel, wenn er mit einem Engel verglichen wurde? Sein Lachen enthob mich sofort weiterer Sorgen.

»Ich bin eher ein dunkler Engel«, sagte er und seine Augen leuchteten nun honigfarben auf.

Ich lächelte.

»Ich mag dunkle Engel.«

»Dann habe ich wohl gute Chancen, einen schönen Abend mit dir zu verbringen.«

Oh, diese Augen! Sie leuchteten so warm und nun auch noch so herausfordernd.

Ich brachte gerade so ein Lächeln zustande.

»Das kann man sagen.«