Female Empowerment - Women in Tech - Sabrina von Nessen - E-Book

Female Empowerment - Women in Tech E-Book

Sabrina von Nessen

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3,99 €

Beschreibung

Du willst die gläserne Decke durchbrechen und in einer MINT-Branche durchstarten? Entdecke, wie du dir Chancen eröffnest und deinen Weg zu beruflichem Erfolg findest. Du findest es schwierig, deine technische Karriere auf das nächste Level zu bringen? Fällt es dir schwer, Unterstützung von anderen Frauen in deiner Branche zu erhalten? Bist du ein Manager, der für Female Empowerment kämpft? Dann liefert dir dieses Buch wertvolle Insights. Als Senior Recruitment Consultant vermittelt Sandrine de Vries erfolgreich freiberufliche Software-Entwickler. Sabrina von Nessen ist Vorstandsmitglied eines IT-Unternehmens und behauptet sich seit 20 Jahren in einem von Männern dominierten Umfeld. Sie geben dir ihre besten Tipps, wie du deine Leidenschaft für zukunftsweisende Themen wie Künstliche Intelligenz und Robotik in eine erfüllende Karriere verwandeln kannst. Female Empowerment – Women in Tech ist ein kompetenter Wegweiser für weibliche Karrierestarter, angehende Führungskräfte und Unternehmerinnen, die zuversichtlich ihren Erfolg vorantreiben und ihre Ziele erreichen wollen. Unter der fachkundigen Anleitung von de Vries und von Nessen tauchst du tief in die Gedanken und Erfahrungen von 25 Expertinnen ein. Dabei wirst du eine wahre Goldgrube an Tipps und Tools entdecken, die dich auf deinem Weg an die Spitze unterstützen. Gewappnet mit diesem klaren und präzisen Insiderwissen erweiterst du schnell deinen Horizont und findest zu deiner wahren Stärke. In Female Empowerment – Women in Tech erfährst du: • Geheimnisse zur Stärkung deiner persönlichen Entwicklung und Selbstmanagement-Fähigkeiten, um dich von der Masse abzuheben • eine facettenreiche Mischung aus weiblichen Führungspersönlichkeiten und Expertinnen der MINT-Industrie, deren Geschichten dich auf deiner Reise inspirieren und ermutigen werden • Vorbilder, die dir zeigen, wie du das Ziel im Fokus behältst und dich von Gleichgesinnten unterstützen lässt • essentielle Methoden zum Netzwerken mit anderen Frauen und zur Weiterentwicklung deiner Fähigkeiten und deines Mindsets • unverzichtbare Ratschläge von erfahrenen Managerinnen, innovativen Gründerinnen und Geschäftsführerinnen und vieles, vieles mehr! Female Empowerment – Women in Tech ist ein unverzichtbarer Leitfaden, um dein Schicksal mit Klarheit und Selbstvertrauen in die eigenen Hände zu nehmen. Wenn du ehrliche Gespräche, tiefgehende Analysen und leicht verständliche Anleitungen magst, dann wirst du die Energie in diesem Buch lieben. Kaufe Female Empowerment – Women in Tech jetzt, um noch heute dein volles Potenzial zu erkennen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 280

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SABRINA VON NESSEN

SANDRINE DE VRIES

Female Empowerment -

Women in Tech

Frauen helfen Frauen mit Tipps zu Karriere, Mindset & Führung für mehr Gleichberechtigung

in Tech-Berufen

Copyright © 2020 Sabrina von Nessen, Sandrine de Vries

Alle Rechte vorbehalten.

Sichtbarkeit und Empowerment: ein Vorwort von Tijen Onaran, Speakerin & Gründerin @ Global Digital Women

Tijen Onaran, Speakerin & Gründerin, Global Digital Women; Bildrechte: Urban Zintel

Die Digitalisierung ist eine Demokratisierungsmaschine. Denn die digitalen Tools und Plattformen stellen Chancengleichheit her – sie stehen allen Menschen gleichermaßen offen. Jede*r kann es schaffen. Doch schon ein Blick in die Statistiken genügt, um zu sehen, dass Diversity und Gender Equality im Zeitalter der Digitalisierung keineswegs zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Allein aus diesem Grund müssen die Chancen, die sich beispielsweise Frauen im Bereich Digitalisierung bieten, viel stärker genutzt werden. Die zentrale Funktion von Vorbildern, Netzwerken und gegenseitigem Empowerment kann dabei gar nicht überschätzt werden.

Das Vorurteil, dass es insbesondere in den technischen Berufen kaum weibliche Role-Models gibt, an denen man sich orientieren könnte, ist weit verbreitet. Aber sind diese wirklich so selten? ‚Women in Tech‘ ist der beste Beweis dafür, dass es inspirierende Vorbilder längst gibt. Gleichzeitig geht dieses Buch die größte Herausforderung an, die Frauen mit technischen Berufen und im Bereich Digitalisierung insgesamt haben: ihre Sichtbarkeit. Insbesondere im Tech-Umfeld ist das ‚All-Male Panel‘ beziehungsweise ‚Manel‘ der manifeste Ausdruck für das hier vorherrschende unausgewogene Repräsentationsverhältnis. Die gute Nachricht dabei ist: Es war noch nie so leicht, sich um die eigene Sichtbarkeit zu kümmern.

Dabei muss es nicht immer gleich die große Bühne sein. Sichtbarkeit ist insbesondere auch im Alltag wichtig. Angefangen beim Intranet im Unternehmen, Social Media, Mentoring-Programmen oder bei der Besetzung von neuen Stellen und Beförderungen bis hin zu Veranstaltungen – es gibt zahlreiche Plattformen und Gelegenheiten, bei denen es wichtig ist, sichtbar zu werden.

Dies gelingt selbstverständlich nur, wenn man dabei nichts dem Zufall überlässt. Denn der olympische Gedanke reicht hier bei weitem nicht aus. Beim Thema Sichtbarkeit ist dabei sein nicht alles. Vielmehr geht es darum, sich selbst als Marke beziehungsweise als Personal Brand zu verstehen. Dafür braucht es mehr als eine Berufsbezeichnung, die Aufzählung der letzten Arbeitgeber*innen und den Ausschnitt aus einem Foto vom letzten Sommerurlaub. Um sichtbar zu werden, muss man für ein Thema stehen, eine eigene Haltung entwickeln, eine Position vertreten und nicht zuletzt die eigene Geschichte erzählen.

Sichtbarkeit ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer reinen Selfie-Show. Weder sollte es um Selbstbeweihräucherung noch um Perfektion gehen. Vielmehr geht es darum, Themen zu setzen, die eigene Agenda zu bestimmen und auch darum, Herausforderungen und Schwierigkeiten sichtbar zu machen. Die eigene Positionierung dient also nicht dem Selbstzweck. Sichtbarkeit verfolgt vielmehr das Ziel, sich zu vernetzen, ein Netzwerk mit Talenten aufzubauen, andere mit der eigenen Geschichte zu inspirieren und zu motivieren und sich gegenseitig zu unterstützen und zu empowern.

Sichtbarkeit und Empowerment sind die beiden Schlüsselfaktoren für den Erfolg von Frauen in technischen Berufen. Sie bilden das Fundament, um anderen Mut zu machen und um ihnen ein Vorbild zu werden. Denn: Nur wer sichtbar ist, findet auch statt. Und kaum etwas ist inspirierender als Erfolgsgeschichten, die bezeugen, dass man mit der Leidenschaft für das eigene Thema alles schaffen kann. Die spannenden Lebensgeschichten in diesem Buch bieten nicht nur 25 einzigartige Perspektiven auf die Vielfalt in der digitalen Arbeitswelt, sondern auch ganz persönliche Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt, die diesem wichtigen Thema ein Gesicht verleihen. Dieses Buch macht Mut und zeigt Mut – danke dafür!

Über Tijen Onaran: Tijen Onaran ist Moderatorin, Speakerin und Gründerin von Global Digital Women, einem internationalen Unternehmen von Gestalterinnen der Digitalbranche mit dem Ziel für mehr Sichtbarkeit, Empowerment sowie Beratung in Diversitätsfragen. Sie interviewt wöchentlich Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft für den Podcast ‚How to Hack‘ von Businesspunk. Sie ist die Expertin in den Themen Netzwerken und Personal Branding. Laut dem Manager Magazin gehört sie 2020 zu den Top 100 der einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft, hat den ‚Made in Baden Award‘ als herausragende Persönlichkeit verliehen bekommen und wurde exklusiv zum LinkedIn Influencer ausgewählt. Damit gehört sie zu einem kleinen Kreis von weltweit 500 führenden Expert*innen und Denker*innen. Vor ihrer Selbstständigkeit war Tijen für Europa- und Bundestagsabgeordnete, für das Bundespräsidialamt sowie für Verbände und eine Hochschule in leitenden Funktionen tätig.

Ziel des Buches

Technologie gestaltet und prägt unsere Zukunft. Aus persönlichen Gesprächen wissen wir: Frauen interessieren sich für eine Karriere in der IT. Gleichzeitig ist der Frauenanteil im Studium und in MINT-Berufen gering. Viel zu gering, um wesentlich Einfluss zu nehmen! Wir haben uns gefragt: Was hält Frauen davon ab, die Stimme zu erheben und Gleichberechtigung nicht nur einzufordern, sondern zu leben? Unsere Erkenntnis nach vielen Gesprächen mit inspirierenden Frauen: Wir suchen nach Role Models. Nach dem Beweis, dass Frauen in technologischen Berufen erfolgreich sein können.

Du wirst in diesem Buch Einblick erhalten in die Lebensgeschichten und den Werdegang erfolgreicher Frauen in unterschiedlichen Phasen ihrer Karriere. Unsere Interviewpartner gaben ehrliche und authentische Einblicke in die Ups & Downs ihrer Karriere und Lebensentwürfe. Mit dem selbstlosen Engagement aller Mitwirkenden haben wir bewiesen: ein zentraler Punkt sind Netzwerke. Doch, wo finde ich diese und wie bewege ich mich darin gekonnt, wie werde ich sichtbar?

Hierzu geben die Interviewpartner Insights und Empfehlungen, die du sofort umsetzen kannst. Und gleichzeitig gilt es, Mut und Entschlossenheit zu entwickeln, um sich von den Irrungen und Wirrungen einer Karriere im MINT-Beruf nicht abschrecken zu lassen. Die Gestalter dieses Buchs waren sich einig: Wachstum entsteht in uns selbst. Wenn wir erlernte Glaubenssätze sprengen, kann Großartiges entstehen.

Interessierst auch du dich für eine Karriere in einem Tech-Beruf, bist aber verunsichert über die nerdigen Vorurteile? Bist du bereits in einem technologischen Beruf tätig und planst den weiteren Ausbau deiner Karriere? Möchtest du die Geheimnisse erfolgreicher Frauen übertragen auf deine persönliche Entwicklung? Und dabei lernen, wie du sichtbar wirst, mentale Hürden überwindest und den Mut entwickelst, dein Leben und deine Karriere aktiv zu gestalten?

Dann findest du in diesem Buch vielfältige, persönliche Tipps von Expertinnen, die den Weg bereits gegangen sind und von ihren Erfahrungen berichten. So transparent, dass du deren Geschichten miterleben und deren Lebenslauf nachvollziehen kannst. Wir wünschen allen Lesern, dass sie den Beruf ergreifen, der sie mit Leidenschaft verbindet und stehen mit Freude für einen Austausch und Feedback zur Verfügung. So kannst du den Weg, den du mit diesem Buch begonnen hast, weitergehen.

Sabrina: Ich bin davon überzeugt: New Work braucht emotionale Führung. Denn Menschlichkeit ist die Zukunft der Digitalisierung. Ich stehe für einen Austausch rund um (Self-) Leadership und die Entwicklung der eigenen emotionalen Stärke gerne zur Verfügung, nutzt dafür die Möglichkeit des kostenlosen Strategiegespräches! Mein Newsletter bietet ergänzende und vertiefende Inspiration. Ihr findet und erreicht mich unter: Linksammlung mit Interviews, Podcasts und allen sozialen Medien: https://linktr.ee/sabrinavonnessen, LinkedIn: https://bit.ly/2ZSN1a0 oder Instagram: https://bit.ly/3023Wqu.

Sandrine: Female Empowerment hat für mich schon durch meine familiäre Prägung einen hohen Stellenwert. Ich freue mich über Austausch, Feedback und Anregungen. Als Personalberaterin stehe ich ebenso für alle Fragen rund um Karrieremöglichkeiten und den Bewerbungsprozess zur Verfügung. Du erreichst mich am besten per E-Mail: [email protected] oder LinkedIn: https://bit.ly/2zQQlHX.

Und nun wünschen wir Inspiration und Freude beim Lesen!

Sandrine de Vries & Sabrina von Nessen

Menschlichkeit ist die Zukunft der Digitalisierung: Sabrina von Nessen, Vorstand @ afb Application Services

Sabrina von Nessen, Mitglied des Vorstands, afb Application Services AG; Bildrechte: Christina Pörsch

Kontakt:

Linksammlung mit Interviews, Podcasts, allen sozialen Medien etc.:

https://linktr.ee/sabrinavonnessen

LinkedIn: https://bit.ly/2ZSN1a0

Instagram: https://bit.ly/3023Wqu

Ich empfinde Technologie als große Bereicherung, sowohl im Alltag als auch im Business. Aufgewachsen bin ich einer analogen Welt, in der ich Stunden vor dem Festnetz-Telefon einen Anruf erwartete, mit Walkman, Bandsalat und Kabelbruch kämpfte und Rundschreiben via Haus- und Rohrpost las. In meiner Kindheit wurde meine Familie regelmäßig für die meistentliehene Bücheranzahl von der lokalen Stadtbibliothek ausgezeichnet. Daher bin ich noch immer und immer wieder begeistert, wie einfach heute der Zugang zu Wissen und Bildung ist. Wir alle haben gleichberechtigt Zugang zu Millionen von Online-Kursen, Plattformen und Büchern. Podcasts, Audible-Bücher, Kurse von amerikanischen Universitäten und Udemy sind seit 20 Jahren meine täglichen Wegbegleiter. Auf diese Weise stille ich meine immerwährende Neugier und investiere in mich selbst. Paradox ist, dass jüngere Generationen diese Chancen kaum nutzen, sei es wegen des Überangebots oder wegen fehlender Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten.

Auch im Unternehmertum bietet die Digitalisierung fantastische Chancen, selbst wenn Deutschland im internationalen Vergleich Nachholbedarf hat. Meine ersten Schritte als Entrepreneur, damals war ich Mitte 20, waren begleitet von Unmengen Papier und Behördenkommunikation. Beruflich möchte ich die Möglichkeiten, die uns Tools zur Video-Kommunikation, Organisation und Planung bieten, nicht missen. Und auch dieses Buch verdanken wir der digitalen Vielfalt des Self-Publishing.

Dass mich mein beruflicher Weg in die IT geführt hat, beruht einerseits auf Interesse, ist aber auch dem König Zufall zu verdanken. Ich studierte ursprünglich BWL und startete meine Karriere Anfang 20 im Produktmanagement einer Leasinggesellschaft. Dieses Gebiet ist naturgemäß sehr vielfältig: von Recht und Steuern über Marketing, Einkauf, Risikomanagement bis hin zu IT. Und so ergab es sich, dass ich mich in den ersten Jahren mit Anforderungs-, Projekt- und Test-Management beschäftigte; später dann mit IT- und Change-Projekten, Portfolio- und Prozessmanagement. Ausgefeilte Task- und Projekt-Management Systeme und agile Methoden waren noch nicht etabliert. Im Rückblick waren es sehr romantische Zeiten, die mich die IT lieben lehrten. Ich kann noch immer nicht programmieren, habe mir aber im Laufe der Jahre ein gutes Grundverständnis der wesentlichen IT-Konzepte und - Prozesse angeeignet. Und bin noch immer begeistert davon, wenn innovative Applikationen entstehen.

Nach einigen Jahren als Head of Product Management, erhielt ich das wunderbare Angebot, als Head of IT & Operations eine in Deutschland neu gegründete Ökobank mit aufzubauen. Auch wenn sich rückblickend so manches verklärt, waren das einige der glücklichsten Jahre meines Lebens. Mir wurde volles Vertrauen entgegengebracht, dass ich als Frau und BWLer in der Lage bin, die Prozesse, Applikationen und Infrastruktur einer Bank zu verantworten. Dass Werte wie Verantwortung, Freiheit und Menschlichkeit eine zentrale Rolle im Leben spielen dürfen und sich Zusammenarbeit auch ohne Ellbogen gestalten lässt. Nur der Liebe wegen habe ich dieses Umfeld verlassen und bin in den Süden Deutschlands gezogen. Das Unternehmen, in dem ich heute als Vorstand tätig bin, bietet als Innovations- und Transformationspartner modulare Softwarelösungen und lösungsorientierte Beratungsleistungen für namhafte Finanz- und Servicedienstleister, Handel und Hersteller.

Tatsächlich habe ich selbst es nie als außergewöhnlich erachtet, dass ich als Frau in diesem Umfeld tätig bin. Von Beginn meiner Karriere an habe ich überwiegend mit Männern gearbeitet und schätze deren Direktheit und Ergebnisorientierung. Da ich im männlichen Umfeld sozialisiert wurde, kam es für mich eher überraschend, dass mich im Laufe meiner Führungskarriere immer öfter Frauen auf diese Gegebenheit ansprachen. Das machte mich hellhörig und weitete meinen Blick dafür, dass Frauen tatsächlich noch immer benachteiligt sind – leider in vielen Umfeldern und Positionen. Da ich davon überzeugt bin, dass Diversity für alle Beteiligten nur Vorteile bringt, erhebe ich seither meine Stimme. Sei es nun als Speaker, Mentor oder Autor. Um aufzuzeigen, dass wir alle gut genug sind, dass wir einzigartige Fähigkeiten besitzen. Und dass wir uns nicht von anderen Menschen einschränken lassen sollten, denn die Grenzen setzten nur wir selbst. Es darf heute nicht mehr so sein, dass wir uns aufgrund von Vorurteilen oder Stereotypen davon abhalten lassen, unsere Traumkarriere zu verfolgen.

High Performance und damit Erfolg beginnen im Kopf des Einzelnen, dessen Emotionen und Glaubenssätzen. Daher habe ich meine tiefgründige Leidenschaft für Emotional Leadership in gleicher Weise kultiviert wie meine Begeisterung für Technologie. Mein größtes Learning in 15 Jahren als Führungskraft, Speaker und Mentor: It all starts with ‚why‘. Wenn Menschen erlernte Grenzen sprengen, entsteht Großartiges. In einer Welt, die von permanenter Veränderung geprägt ist, dürfen wir als Menschen eine zentrale Rolle spielen. Wir dürfen wieder lernen, unsere Persönlichkeit, Werte und Prinzipien kennenzulernen und uns auf einer tieferen Ebene zu verbinden. Die kommenden Jahre werden von exponentiellem Wachstum geprägt sein, vor allem bedingt durch die technologischen Möglichkeiten. Diese Technologiesprünge dürfen und müssen begleitet sein von neugierigen, starken, mutigen Frauen, die die Zukunft mit ihren (emotionalen) Fähigkeiten und Stärken gestalten. Persönliches mentales und emotionales Wachstum entsteht indes immer außerhalb der Komfortzone und schmerzt in der Regel. Netzwerke und Mentoren können uns auf dem Weg begleiten, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Auch die Entstehung dieses Buches war geprägt von Gesprächen mit inspirierenden Persönlichkeiten, die authentisch und ehrlich Einblicke in ihre Lebensgeschichte gaben. Ich wünsche mir von Herzen, dass die Leser Tipps für die Karriere- und Lebensplanung mitnehmen und umsetzen. Denn es liegt nicht in meiner Natur, permanent zu jammern. Ich suche stattdessen lieber die Chancen, die sich uns bieten. So ist der initiale Gedanke entstanden, technologie-interessierten und -begeisterten Frauen aufzuzeigen, dass unzählige Frauen diesen Weg vor uns bereits gegangen sind. Dass Role Models in unserer Mitte existieren, dass sie nahbar sind und wir von ihnen lernen können. Weil Frauen große Kraft aus ihren Netzwerken ziehen und den Zusammenhalt der Gemeinschaft brauchen, soll das Buch Mut machen. Und als ich Sandrine auf einer Netzwerk-Veranstaltung zum Thema ‚Women in Tech‘ begegnete, habe ich sie gefragt, ob sie Spaß am Buchprojekt hätte. Einfach so, ohne große Pläne. Manchmal ist es besser, den ersten Schritt zu gehen, als jahrelang zu konzipieren. Schlimmstenfalls hätten wir viel Zeit und Mühe investiert und eine Menge gelernt. Umso mehr freue ich mich, dass das Projekt das Licht der Welt erblicken darf. Ich wünsche allen Lesern Inspiration und Mut, den eigenen Weg zu denken und zu gehen. Sei es nun in der IT, in einem anderen technischen Gebiet oder worin auch immer. Unsere Möglichkeiten sind vielfältig und bunt und wir sollten sie nutzen. Wege entstehen beim Gehen und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Alte Weisheiten haben einen wahren Kern.

Wenn dir das Buch gefallen hat, freue ich mich sehr über dein Feedback, eine Bewertung und/oder eine Referenz per E-Mail. Bei Fragen rund um Karriereplanung, Entwicklung der eigenen Stärken und emotionale Führung stehe ich gerne zur Verfügung. Meine Social Media Accounts und Kontaktdaten findest du unter: https://linktr.ee/sabrinavonnessen. Willst du die Reise, die du mit dem Buch begonnen hast, vertiefen und intensivieren? Dann trage dich in meinen Newsletter ein, um Einblicke in meine Gedankenwelt und Inspiration für deine Karriere zu erhalten. Oder vereinbare ein kostenloses Strategiegespräch, in dem wir gemeinsam deine Vision für eine erfolgreiche Karriere und den passenden Lifestyle definieren. Wir decken die Glaubenssätze auf, die dich bis dato davon abhalten und geben deiner Motivation einen Schub. Wir klären, ob und wie ich dich auf deiner Reise unterstützen kann. Melde dich an, ehe es in der Hektik des Alltags untergeht. Ich freue mich auf unser Gespräch.

 

„In the future, there will be no female leaders. There will just be leaders.“

Sheryl Sandberg (COO von Facebook)

 

 

Die Entscheidung, sich selbst zu verwirklichen, liegt bei jedem selbst: Sandrine de Vries, Senior Recruitment Consultant @ Austin Fraser

Sandrine de Vries, Senior Recruitment Consultant, Austin Fraser GmbH

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LinkedIn: https://bit.ly/2zQQlHX

Nach dem Abschluss meines Studiums im Jahr 2017 habe ich mich für eine Stelle als Personalberaterin in München entschieden, weil es mir wichtig war, weiterhin den direkten Kontakt zu Menschen zu haben und leistungsgerecht bezahlt zu werden. Seither vermittle ich freiberufliche C#-Entwickler bei Austin Fraser, einer internationalen Personalberatung mit IT-Spezialisierung. Das war eine meiner ersten Berührungen mit dem IT-Bereich. Seitdem ich weiß, wie vielseitig und herausfordernd IT ist, fasziniert mich das Thema noch mehr. IT ist unsere Zukunft und ich ärgere mich, dass ich nicht schon früher begonnen habe, mich dafür zu interessieren. Heutzutage spielt Technologie eine große Rolle in meinem Leben, angefangen bei der alltäglichen Nutzung von Handy, Laptop und Smart-Home-Geräten bis hin zu meinem beruflichen Dasein als Personalberaterin. Gerade in der heutigen Zeit, in der Home-Office zur Normalität geworden ist, ist Technologie wichtiger denn je. Ich bin darauf angewiesen, nicht nur die neuesten Trends im IT-Markt zu kennen, sondern auch damit umgehen zu können. Als Personalberaterin spreche ich täglich mit ITlern und mir ist schnell aufgefallen, wie wenige Frauen es im IT-Bereich gibt. Unabhängig davon, ob ich mit Managern oder mit freiberuflichen Entwicklern spreche.

Oftmals würden Kunden sogar weibliche Entwickler bevorzugen, doch Entwicklerinnen sind kaum verfügbar. Es gibt viele Möglichkeiten und Berufe in der IT, die nicht unbedingt etwas mit Programmierung und Entwicklung zu tun haben, sondern eine Schnittstelle zwischen verschiedenen Bereichen darstellen. Und dann gibt es Themen, die noch gar nicht final erschlossen sind, wie zum Beispiel Big Data oder AI. Selbstverständlich gibt es bereits Experten für diese Themengebiete, jedoch werden diese sich zukünftig noch sehr viel weiterentwickeln und genau dafür brauchen wir noch mehr Talente. Die Zukunft im IT-Bereich ist vielfältig!

Vor einiger Zeit sprach ich mit einer Linux-Administratorin. Als eine der wenigen Frauen im IT-Bereich fühlt sie sich oftmals unter Druck gesetzt, noch mehr Leistung zu erbringen und hat selten die Möglichkeit, sich mit anderen Frauen darüber auszutauschen. Mir wurde bewusst, dass ich in meinem Beruf die Möglichkeit habe, mehr Awareness für diese Thematik zu schaffen. 2019 habe ich eine Serie von Meet-Ups für IT-interessierte Frauen ins Leben gerufen, die ein Netzwerk zum Austausch mit anderen Frauen suchen oder nicht wissen, wie die ersten Schritte hin zu einer Karriere in der IT gestaltet werden könnten. Es war eine große Freude für mich, so viele IT-begeisterte Frauen zu sehen, die ohne Berührungsängste Fragen stellen und Businesskontakte knüpfen. Oftmals braucht es nur eine geschützte Umgebung. So konnte zum Beispiel meine Kollegin einer Frau, die seit Monaten auf der Suche nach einer neuen Java-Position war und nicht ausreichend Praxiserfahrung in diesem Bereich hatte, einen neuen Job vermitteln, in dem sie gleichzeitig genügend Zeit hat für ihre Kinder. Das war genau das, was ich mit den Meet-Ups erreichen wollte. Die Speakerin meines zweiten ‚Women in Tech‘ Meet-Ups war Sabrina von Nessen. Wir trafen uns vor dem Event einige Male und bei einem dieser Treffen fragte sie mich ganz direkt, ob ich mit ihr gemeinsam ein Buch schreiben möchte. Erst dann realisierte ich, dass die Meet-Ups tatsächlich eine gewisse Reichweite haben und meine Arbeit einen Einfluss haben könnte.

Wir haben über ein Jahr lang an dem Buch gearbeitet und Entwicklerinnen, Ingenieurinnen, Gründerinnen, CTOs und selbstständige Beraterinnen interviewt; es sind alle Rollen und Branchen vertreten. Jedes Interview war einzigartig und hat meinen Horizont erweitert, so dass ich mich selbst weiterentwickeln konnte. Meine Hoffnung ist es, dass junge Menschen in den Interviewpartnerinnen Role Models sehen und sich mit ihnen identifizieren können. Denn Technologie ist facettenreich und birgt so viele Chancen. Es wäre toll, wenn wir mehr junge Frauen begeistern können, diese Chancen wahrzunehmen.

Um zu verdeutlichen welchen Stellenwert das Thema Women in Tech hat, stell dir mal folgendes vor: Wenn nur ein Bruchteil der Menschheit lesen und schreiben könnte, hätten wir dadurch unzählige Innovationen verpasst! Mittlerweile besteht unsere ganze Welt aus Code, aber nur ein Bruchteil kann diesen lesen und schreiben. Was wäre wohl möglich, wenn die Mehrheit der Menschen Code lesen und schreiben könnte? 2019 lebten etwa 3,82 Milliarden Frauen auf der Welt, ein Großteil dieser Frauen können ihre Gedanken und Ideen nicht umsetzen oder überhaupt ausklügeln, weil ihnen das Wissen fehlt. Wissen ist Macht. Wer sich nicht bildet, verpasst großartige Chancen und kann sich nicht weiterentwickeln.

Mein Rat ist, sich kontinuierlich weiterzubilden und jede Möglichkeit diesbezüglich wahrzunehmen. Kleine Schritte reichen schon aus, zum Beispiel indem man 15 Minuten pro Tag eine neue Sprache erlernt, einen Basic Programmierkurs online besucht oder das persönliche Netzwerk erweitert. Heutzutage gibt es keine Ausreden mehr, Bildung ist für jeden mit Internetanbindung in greifbarer Nähe. Die Entscheidung, sich selbst zu verwirklichen, liegt bei jedem selbst, man muss jedoch den Mut haben, den ersten Schritt zu wagen und seine Komfortzone zu verlassen. Ich wünsche mir, dass gerade junge Frauen sich keine Limits setzen und sich trauen, Pfade zu gehen, die nicht vorgezeichnet sind. Hoffentlich trägt dieses Buch dazu bei, Mut zu machen und Zweifel zu beseitigen.

Female Empowerment hat eine wesentliche Bedeutung für mich, da die Frauen in meiner Familie es mir schon seit meiner Kindheit vorgelebt haben, gerade meine Großmütter hatten einen großen Einfluss auf mich. Sie sind beide eigenständige und bewundernswerte Frauen, die Hürden bezwungen haben, ohne sich zu beklagen; die für die Familie vieles geopfert haben und mich, meine Geschwister und meine Eltern immer unterstützen. Nicht jeder hat das Glück, in so einer Familie aufwachsen zu dürfen. Genau deswegen ist das Thema Female Empowerment für mich mit diesem Buch noch lange nicht abgeschlossen, auch zukünftig möchte ich mich für Frauen einsetzen. Es gibt noch so viele andere Bereiche, in denen Frauen noch immer nicht gleichgestellt sind und es ein großes Potenzial zur Verbesserung gibt. Das Buch ist ein toller und inspirierender Anfang und hat mir gezeigt, dass es meine Leidenschaft ist, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen.

Als Personalberaterin habe ich täglich die Chance, Frauen zu allen Bereichen eines Bewerbungsprozesses zu coachen und neue Karrieremöglichkeiten zu erschaffen. Es freut mich deshalb sehr, dass in diesem Buch auch Frauen abgebildet sind, mit denen ich schon zusammengearbeitet habe, und dass sich daraus solch großartige Synergien ergeben. Das tolle Netzwerk, das durch dieses Buch entstanden ist, ist für mich sehr wertvoll. Ich bin gespannt, welche Chancen und Möglichkeiten sich zukünftig dadurch entwickeln. Auf dein Feedback, deine Fragen oder Ideen bin ich sehr neugierig. Ich freue mich darauf, von dir zu hören und mich mit dir auszutauschen. Sprich mich gerne auf LinkedIn (https://bit.ly/2zQQlHX) oder per E-Mail ([email protected]) an!

 

„The most dangerous phrase in the language is, 'We’ve always done it this way’.”

Grace Hopper (amerik. Informatikerin, entwickelte den ersten Compiler)

 

 

1. Leidenschaft für Menschen und Technologie: Andrea Martin, Leiterin Watson Center @ IBM

Andrea Martin, Leiterin IBM Watson Center München & IBM Distinguished Engineer, IBM Deutschland GmbH; Bildrechte: Shilpa Marathe

Über mich: Ich habe eine Leidenschaft für Menschen und für Technologie. Mein Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der jede und jeder in die Lage versetzt wird, innovativ zu sein, für unsere Kunden Mehrwert zu schaffen und sich selbst weiterzuentwickeln. Dafür stehe ich. Seit Juli 2019 bin ich die Leiterin des IBM Watson Center in München und damit verantwortlich für die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Marktrelevanz des Centers. Zuvor war ich Chief Technology Officer (CTO) für IBM in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie für zwei Jahre die Präsidentin der IBM Academy of Technology. In meiner Rolle nutze ich meine Erfahrung und mein globales Netzwerk aus über 25 Jahren internationalem Servicegeschäft. Dies liefert auch wichtigen Input für meine Aufgabe als Sachverständige in der KI Enquête Kommission des Deutschen Bundestages, die am 27.09.2018 konstituiert wurde. Meine Laufbahn bei IBM begann im Jahr 1992 nach meinem Studium der Wirtschaftsmathematik an der Universität Karlsruhe.

Kontakt:

Website: www.ibm.com

LinkedIn: https://bit.ly/2Meh04h

Twitter: https://twitter.com/amartin171

Liebe Andrea, wo stehst du heute, beruflich und privat, und was hat dich in deinem Leben geprägt?

Vor einigen Jahren stand ich vor der Frage, was ich in mein LinkedIn Profil schreibe. Meine Rolle alleine schien mir zu langweilig. Ich habe dann beschlossen, das zu schreiben, wofür ich stehe: Ich habe eine Leidenschaft für Menschen und für Technologie. Dafür möchte ich stehen, wenngleich sich das erst im Laufe der Zeit so explizit herauskristallisiert hat. Meinem 19-jährigen Ich war das sicherlich nicht dermaßen klar. Damals wusste ich nur, dass mich Naturwissenschaften interessieren, vor allem Mathematik. Ich habe mich deshalb für das Fach Wirtschaftsmathematik entschieden und das dann auch studiert. Durchaus mit dem Hintergrund, dass mich zwar Mathematik unheimlich reizte, mir jedoch die praktische Anwendung ebenso wichtig war. Wirtschaftsmathematik war zu dem Zeitpunkt, 1987, recht neu und ich hatte die Nebenfächer Marktforschung, Marketing und angewandte Informatik. Danach habe ich mich breit beworben, von Marktforschungsunternehmen über Beratungshäuser und Pharma-Unternehmen bis hin zur IBM, bei der ich 1992 eingestiegen bin und bei der ich heute noch bin. Das klingt ungewöhnlich, aber innerhalb der mehr als 27 Jahre hatte ich so viele unterschiedliche Rollen inne, dass mir nie langweilig wurde.

Es war damals noch viel weniger üblich als heute, dass Frauen sich in technischen Berufen engagieren.

Möglicherweise war es ein Stück weit familiäre Prägung, dass ich mich für Mathematik interessierte. Mein Vater ist Elektrotechniker, meine Mutter hätte gerne Chemie studiert. Mein Onkel ist Maschinenbauer, der Cousin ist Elektrotechniker, der andere Onkel hat Chemie studiert, der nächste ist Bauingenieur. Ich bin also durchaus in einem technischen Umfeld groß geworden. Wobei ich als Kind zunächst Ärztin werden wollte, später wollte ich Kunstgeschichte studieren. Weder meine Eltern noch mein schulisches Umfeld haben mich in eine konkrete Richtung gedrängt oder mich zurückgehalten.

Möglicherweise war es ungewöhnlich, denn meine Tante hatte begonnen, Pharmazie zu studieren, meine Mutter ist Lehrerin geworden, eine andere Tante ebenso. Das waren jetzt nicht unbedingt die weiblichen technischen Role Models. Doch ich fand es nicht bemerkenswert, mich für Wirtschaftsmathematik zu entscheiden. Es war schlicht das, was mir am meisten Spaß gemacht hat, auch in der Schule.

Du sagst, es wurde nicht langweilig. Wie hat sich dein Weg bei der IBM entwickelt?

Bei meinem Einstieg war ich verantwortlich für die Implementierung kundenindividueller Lösungen im Bereich Systems und Service Management. Anschließend bin ich in die IT-Beratung gewechselt mit einem Schwerpunkt in der Bewertung und Optimierung von IT-Prozessen, später dann IT-Strategie. 2009 habe ich eine Karrierestufe erreicht, die sich Distinguished Engineer nennt. Etwa 800 der weltweit 350 000 Mitarbeiter haben diesen Titel, sie kommen aus unterschiedlichen Richtungen und Geschäftsbereichen, das ist das Spannende daran. Das können Berater sein, IT-Architekten, IT-Spezialisten, Entwickler. Als Distinguished Engineer habe ich in einem globalen Team für unsere größten Outsourcing-Kunden ein Innovationsframework entwickelt. Ich war in Workshops und Projekten in den USA, in Peru, letztlich auf der gesamten Welt unterwegs.

Communities spielen bei uns eine große Rolle. Wir haben zum Beispiel eine große technische Community mit etwa 800 Mitgliedern aus über 40 Nationen, die alle Geschäftsbereiche mit dem Ziel vertreten, innovative Lösungen zu entwerfen und unsere technische Strategie mit zu gestalten. Der Leader, der President wie es bei uns heißt, dieser IBM Academy of Technology, wechselt alle zwei Jahre. Ich hatte das große Vergnügen, diese Rolle 2014 und 2015 zu übernehmen. Es war eine weltweite Aufgabe, ohne dass an mich direkt Mitarbeiter berichteten, jedoch mit Community Verantwortung. Und eine weltweite Community zu steuern und zu Ergebnissen zu führen, mit Menschen, die das freiwillig neben ihrem Job machen, das war eine hochinteressante Erfahrung. Danach war ich CTO im DACH Raum und seit Mitte 2019 leite ich das Watson Center in München.

Mir fällt auf, dass sich die Themen Veränderung und Vielfalt wie ein roter Faden durch deine berufliche Laufbahn ziehen.

Das hat mich begleitet und das ist Teil der Firmenkultur. Die Ursprünge von IBM gehen ins 19. Jahrhundert zurück. Ein solches Unternehmen überlebt nicht am Markt, wenn es nicht konstant in Veränderungsprozessen, in der Transformation ist. Ich stelle gern die Frage: ‚Wer weiß, was das erste Produkt der IBM war?‘. Die Kernprodukte in den Anfängen waren Wurstschneidemaschinen, Waagen und Uhren. Heute stehen wir für Künstliche Intelligenz, für Cloud, für Blockchain, für Internet of Things. Daher sind die ständige Veränderung und das permanente Lernen tief in der IBM DNA verwurzelt.

Diversity und Inclusion haben bei IBM eine lange Tradition. Die erste Frau und ebenso die ersten farbigen Mitarbeiter wurden 1899 eingestellt. Es gab intern eine sogenannte Policy zum Thema Diversity und Gleichbehandlung von Geschlechtern in den 1950ern, das war lange bevor dieses Recht in den USA gesetzlich verbrieft war. Selbstredend kommt es in der Praxis ebenso auf das Umfeld an, wie diese Werte gelebt werden. Insgesamt hatte ich Glück, dass ich Führungskräfte hatte, die mein Potential gesehen haben und mich entsprechend gefördert und unterstützt haben. Beziehungsweise es war nicht unbedingt Glück: Ich habe sorgfältig geprüft, ob ich mich in der Situation zufrieden und unterstützt fühlte. Wenn nicht, habe ich mich umorientiert. Und in der Rückschau kam mir das so vor, als ob ich Glück gehabt hätte. Wenn ich einen anspruchsvollen Job habe, sollte ich mich nicht zusätzlich damit beschäftigen müssen, ob ich als Frau (oder Mann) in einem Berufsfeld akzeptiert werde. Allenfalls dann, wenn die Leidenschaft für ein Themengebiet sehr groß ist.

Gibt es einen weiblichen Führungsstil oder ist es abhängig vom Menschen, von dessen Persönlichkeit und Prägung?

Beim einzelnen Menschen ist es abhängig von der Persönlichkeit und der persönlichen Geschichte. Jegliches Klischee hat jedoch einen Ursprung. Das heißt, es gibt sicherlich ein Charakteristikum oder eine Tendenz – ob angeboren, anerzogen oder durch das Umfeld geprägt, vermutlich ein Stück weit alles zusammen. Ich weiß nicht, ob es einen weiblichen und männlichen Führungsstil gibt. Ist das eine männliche Eigenschaft, wenn ich stark auftrete und auf meiner Meinung beharre? Ist es eine weibliche Eigenschaft, wenn ich versuche, in einem Kreis Harmonie herzustellen? Das finde ich schwierig zu beantworten. Möglicherweise ist es situativ. Manchmal muss ich stark und beharrlich auftreten, egal ob ich Mann oder Frau bin, weil es die Situation aktuell erfordert. Ein Beispiel: Wenn der Säbelzahntiger hinter mir steht, werde ich nicht versuchen, im Kreis Harmonie herzustellen und zu fragen, was wir jetzt machen sollen. Sondern dann ist die Ansage: ‚wegrennen‘, und es ist dann egal, ob die von einer Frau oder einem Mann kommt.

Gab es auf deinem bisherigen Weg prägende Erfahrungen oder Herausforderungen?

Mit Mitte Zwanzig war ich schwer krank. Während meiner Krankheit war ich fest davon überzeugt, dass ich es überlebe und wieder in gleichem Maße leistungsfähig bin wie vorher. Insgesamt hat sich das entsprechend ergeben, eventuell mit Abstrichen in der sportlichen Kondition. Durch das Ereignis hat sich das Bewusstsein für meinen Körper verändert. Was dann wiederum Einfluss darauf hatte, dass ich in mich hineinhöre, was mir wann guttut. Nicht nur körperlich, sondern in gleichem Maße mental. Auch zu wissen, wann ich Pausen brauche. Dieses Bewusstsein kam durch das Erlebnis prägnanter zum Vorschein.

Ein sehr positives Erlebnis hatte ich im Coaching Netzwerk der IBM. Als ich dieses in Anspruch nahm, litt ich unter starken Rückenschmerzen. Ich war auf der Suche nach einer Lösung, sei sie nun physisch oder mental. Mit dem Coach habe ich ein Werte-Netz für mich erarbeitet. Das war richtig anstrengend, denn mein Coach hat mir intensive Fragen gestellt und wir haben sehr offen meine Gefühle in spezifischen Situationen reflektiert. Letztendlich sind Gesundheit, Authentizität, Integrität und Harmonie Werte, die mich bis heute begleiten. Deshalb achte ich sehr bewusst auf meinen Körper. Die Werte dienen mir beruflich als Hilfestellung und ebenso im Alltag.

Ich erlebe deinen Weg in der Technologiebranche als sehr natürlich, dennoch hadern viele Frauen damit, einen solchen Beruf zu ergreifen. Begegnet dir das?

Durchaus begegnet mir das. Ich muss da an eine Kollegin denken, die eine Zeit lang einen großen Geschäftsbereich geleitet hat. Sie sagte, es gäbe zwei wesentliche Entscheidungen, um Beruf und Familie gut vereinbaren zu können: Die Wahl des Partners und die Wahl der Firma. Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr bin ich davon überzeugt, dass ich mit der Wahl der Firma eine gute Wahl getroffen habe. Mit der Wahl meines Mannes natürlich ebenso. Wenn du zum Beispiel als Frau nach der Kinderpause erneut in den Beruf einsteigst, ist es essentiell, für welchen Arbeitgeber du arbeitest und ob dein Partner dich unterstützt.

Es scheint stetig wichtiger zu werden, wie sich Unternehmen nach außen darstellen, in anderen Worten Image und Employer Branding. Diversity und Inclusion sind bei der IBM sehr präsent – nicht nur als Marketing-Message, sondern aus Überzeugung. Wir haben insbesondere in den letzten Jahren viel mit sehr bunten Stories gearbeitet und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dargestellt mit ihrem Lebenslauf und ihrer Lebenssituation. Wir haben zum Beispiel eine Kollegin, Mitte 30, Distinguished Engineer, die mehr als 200 Patente hat und zwei Zwillingspärchen. Oder eine Entwicklerin in den USA, die jeden Tag mit dem Motorrad zur Arbeit fährt. Komplett unterschiedliche Typen. Und wenn eine Firma das nach außen darstellt, dann kannst du daraus etwas ableiten. Andere zeigen nach außen nach wie vor Männer mittleren Alters im grauen Anzug, das sagt ebenfalls etwas aus.

Die jüngeren Generationen beschäftigen sich mit Sinnhaftigkeit und Werten. Das beschäftigt mich ebenso. Mit wem mache ich Geschäft, mit wem nicht. Habe ich das Gefühl, das Produkt bringt die Welt und die Gesellschaft voran. Da muss es einen Match geben, so dass du persönlich das Werte-System des Unternehmens unterstützen kannst.

Hast du in deiner Rolle die Möglichkeit, Frauen oder spezielle Talente zu unterstützen?

Ich bin schon sehr lange Mentorin aus Überzeugung. Mentoring ist bei uns – insbesondere in der technischen Laufbahn – eine Voraussetzung, um überhaupt die nächsten Karriereschritte zu machen. Aktuell habe ich – mit den einen intensiver, mit den anderen weniger intensiv – weltweit zwischen 15 und 20 Mentor-Mentee-Beziehungen, Frauen und Männer. Da formen sich auch zwischenmenschliche Beziehungen, nur dann funktioniert es meines Erachtens mit einem Mentoring.

Pflegt ihr ebenfalls reine Frauen-Netzwerke?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Themen gibt, die Frauen nicht in gemischten Kreisen erzählen wollen. Weil es zu wenig Verständnis dafür gibt, wie beim Thema Hausarbeit, die in Deutschland nach wie vor überwiegend von Frauen gemacht wird. In einem Women Round Table wurde beispielsweise gefragt: ‚Was hat dich davon abgehalten, direkt nach der Geburt deines Kindes wieder ins Berufsleben einzusteigen?‘ Die Antwort war unter anderem: ‚Weil es schwierig für mich war, einen Raum zu finden, wo ich Milch abpumpen konnte‘. Verständlich, dass die Frau das nicht in einem gemischten Kreis erzählen wollte. Also ja, es gibt Frauen-Netzwerke und -Round Tables. Andererseits ist es wichtig, dass Männer diese Themen ebenso erfahren, zum Beispiel wenn der Mann der Personalchef ist und entsprechende Räume einrichten möchte. Das ist wiederum ein Argument gegen Frauenrunden.