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Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege, Note: 4.5, Universität Bern, Sprache: Deutsch, Abstract: Die sich in der Mariä-Verkündigungskathedrale im Moskauer Kreml befindende Ikonostase enthält einen Deësis-Rang, der nach dem heutigen Forschungs-stand drei verschiedenen Malern zugeordnet werden kann. Die stärksten Einflüsse wurden dem Metropoliten Feofan Grek zugeschrieben, jedoch ist bis heute nicht klar, wie weit diese reichen. In dieser Arbeit wird nun versucht, das Werk anhand literarischer Quellen sowie der Bildanalyse aufzuschlüsseln, und sich der genaueren Zuweisung der verschiedenen Künstler anzunähern.
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Veröffentlichungsjahr: 2011
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Feofan Grek und Gehilfen
Die Deësis aus der Verkündigungskathedrale im
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Die sich in der Mariä-Verkündigungskathedrale (Abb. 1)1im Moskauer Kreml (Abb. 2) befindende Ikonostase2enthält einen Deësis3-Rang (Abb. 3), der nach dem heutigen Forschungs-stand drei verschiedenen Malern zugeordnet werden kann. Die stärksten Einflüsse wurden dem Metropoliten Feofan Grek4zugeschrieben, jedoch ist bis heute nicht klar, wie weit diese reichen.
In dieser Arbeit wird nun versucht, das Werk anhand literarischer Quellen sowie der Bildanalyse aufzuschlüsseln, und sich der genaueren Zuweisung der verschiedenen Künstler anzunähern.
1Die Kathedrale befindet sich im Moskauer Kreml neben einigen anderen Kathedralen und Kirchen.
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von Johannes dem Täufer flankiert wird. Sie ist das Kernstück der Ikonostase, und kann abhängig von deren Grösse weitere Figuren enthalten.
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figerunter der zweitgenannten Bezeichnung bekannt.
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Die Erforschung der russischen Ikonen5ist ein relativ neues Gebiet der Kunstgeschichte, das erst im 19. Jahrhundert durch D.A. Rowinski, F.I. Buslajew u.a. Beachtung fand. Zu dieser Zeit stand die Analyse der späten Moskauer Werke im Zentrum des Interesses, die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammten. Erst Anfang 20. Jahrhundert ermöglichten neue Restaurationstechniken6die Aufarbeitung der altrussischen Ikonenmalerei. Allerdings wurden aufgrund subjektiver Handhabung der Thematik alle erhaltenen Werke der Nowgoroder Malkunst7zugeschrieben.8
In den 1920er Jahren wurde der Grundstein für die Forschungen über die Moskauer Kunstgeschichte gelegt.9Die Materie wurde mehrmals überarbeitet und liegt nun in renommierten Werken von neuzeitlichen Kunsthistorikern10vor, die die Ikonen nebst Analyse auch in Zusammenhang mit zeitgenössischen Quellen11setzen.12
Leider sind im Laufe der Geschichte sehr viele Ikonen verloren gegangen oder haben sich nur mangelhaft erhalten. Folglich ist das als gesichert geltende Wissen nicht absolut, da aufgrund grosser Wissenslücken keine schlüssigen Vergleiche gemacht werden können.
Die im frühen Mittelalter eher spärlich ausgefallenen Chroniken13enthalten ab dem 15. Jahr-
vorallem durch die transparenten, viellagigen Farbschichten auszeichnet. Die Herstellung des Rahmens, der Farben und der Komposition beschäftigt einen einzigen Künstler, der die langwierige Arbeit als Meditation wahrnimmt.
6Ikonen konnten nun bis auf den angenäherten Originalzustand rekonstruiert werden, indem man sie von neueren Schichten freilegte. Dazu gehören nicht selten mehrere Schichten Übermalungen und nachgedunkelter Patina. Letztere wurde in früheren Jahrhunderten aus ästhetischen Gründen bewusst dem Alterungsprozess überlassen, oft sogar noch zusätzliche Schichten aufgetragen.
7Vor allem von P.P. Muratow vertretene Meinung.
8Smirnowa 1989, S.5
9Erste objektive Einschätzungen der Kunst von M.W. Alpatrow, N.I. Brunow, G.W. Shidkow und A.I. Nekrassow. Werke von I.E. Grabar, der Restaurationen wichtiger moskauer Werke - u. A. von Andrej Rubljev - leitete, sind auch heute noch aktuell.
10V.N. Lazarev, N.J. Mnjowa, N.A. Demina und W.I. Antonowa, u.a.
11Als gängige historische Quellen gelten Briefe und Chroniken.
12Smirnowa 1989, S. 5
